Der Hobbit – Everything happens for a reason – Eine erleuchtende Herrschaft

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7 Kapitel - 14.922 Wörter - Erstellt von: Guren - Aktualisiert am: 2017-03-27 - Entwickelt am: - 5.264 mal aufgerufen - User-Bewertung: 5 von 5.0 - 30 Stimmen- Die Geschichte ist noch in Arbeit

Dies ist die Fortsetzung von Der Hobbit – Everything happens for a reason. Alle haben die Schlacht der fünf Heere wie durch ein Wunder überlebt. Thorin und Riannon sind das neue Königspaar unter dem Berge. Wie machen sich die beiden als Herrscher? Wie sieht das neue Leben von Riannon aus? Und wie zum Teufel haben eigentlich alle die Schlacht überlebt?

    1
    Alltag im Königspalast Es ist ein stürmischer Herbstmorgen. Der erste Schnee hat bereits die Gipfel des Erebors bedeckt. Die grosse Schlacht der fü
    Alltag im Königspalast


    Es ist ein stürmischer Herbstmorgen.
    Der erste Schnee hat bereits die Gipfel des Erebors bedeckt.
    Die grosse Schlacht der fünf Heere ist seit Jahren vorüber.
    Vieles hat sich verändert… ich habe mich endlich dazu entschieden mein Silberschwert über den Kamin zu hängen und den Weg in ein neues Leben eingeschlagen.
    Warmes Sonnenlicht bahnt sich seinen Weg durch die grossen Bogenfenster vom Erebor.
    Es gibt nur sehr wenige Räume mit Fenstern in unserem Reich und die gehören alle der Königsfamilie.
    Ein loderndes Feuer brennt im Kamin unter meinem einst geliebten Silberschwert.
    Vor ihm spielen drei kleine Kindern… fröhlich und ausgelassen, zusammen mit ihrem liebevollen Vater.
    Sie halten ihn wieder einmal von seinen Pflichten als König ab, doch Thorin ist stets darum bemüht, dass seine Familie nie zu kurz kommt.
    Plötzlich bemerkt mich der braunhaarige im Türrahmen stehen.
    Er unterbricht das Spielen mit den Kindern, nimmt auf einem Stuhl platz und bittet mich, mich zu ihm zu gesellen.
    Ich zögere nicht und setze mich sachte auf seinen Schoss.
    Sanft streiche ich über sein Gesicht und gebe ihm einen gefühlvollen Kuss.
    Das fröhliche Lachen unserer jüngsten Tochter lenkt unsere Aufmerksamkeit allerdings wieder auf unsere Kleinen.
    „Die haben wir doch gut hinbekommen.“ Schmunzelt Thorin und drückt erneut seine Lippen auf meine.
    Ich lache lebhaft auf und antworte: „Nicht nur das.“

    Das Zwergenreich Erebor ist tatsächlich neu erblüht unter unserer erleuchtenden Regentschaft.
    Thorin und ich sorgen für Frieden und Reichtum im Königreich Erebor und dies zusammen mit unseren treuen Gefährten.
    Als unsere Kinder ihre Blicke auf uns richten, kommen sie sogleich übermütig auf uns zu.
    „Papa erzähl uns die Geschichte von den drei furchteinflössenden Trollen!“ verlangt unser ältester Sohn Thrain.
    Er wurde nach keinem anderem als seinem Grossvater benannt.
    Seine dunklen Haare hat der junge Zwerg von seinem Vater geerbt, genauso wie die wunderbaren glänzenden Augen.
    Er ist wahrlich ein richtiges Ebenbild seines Vaters.
    Jedoch hat er eine etwas kleinere Nase als Thorin und er hat vereinzelte süsse Sommersprossen auf den Wangen, welche jedoch überhaupt nicht stören.
    Der braunhaarige Junge kann manchmal ganz schön Impulsiv werden und sträubt sich oftmals gegen das Wort seines Vaters, doch eigentlich ist er ein ganz lieber Junge wenn er es denn will.
    „Nein! Ich will die Geschichte mit den Fässern und dem Elbenkönig hören!“ bettelt unsere Jüngste und sieht ihren Vater mit ebenfalls grossen azurblauen Augen an.
    Sie ist auf den Namen Thora getauft, welcher ich ihr geben durfte.
    Ihre hellbraunen Haare werden immer länger.
    Obwohl Thora eher kleiner für ihr Alter ist, besitzt sie dafür eine grosse Persönlichkeit.
    Ich bin mir sicher, dass sie auch eine sehr gute Regentin werden könnte, doch steht sie leider an letzter Stelle und es ist eher unwahrscheinlich dass sie dies jemals sein wird.
    „Ich möchte die Geschichte von der Stadt der Orks hören.“ Meldet sich nun auch unser mittleres Kind zu Wort.
    Sein Name ist Frerin und nach Thorins verstorbenem Bruder benannt.
    Er hat ebenfalls dunkelbraunes Haar, jedoch hat er meine Augen geerbt.
    Es sind zwei mandelförmige rehbraune Augen, aus der eine eiserne Entschlossenheit spricht.
    Er interessiert sich sehr für das Hexerhandwerk, weshalb er sehr oft auf dem Trainingsplatz anzutreffen ist.
    Unsere Kinder plappern unaufhörlich welche Geschichte Thorin ihnen erzählen soll was jetzt zu einem Streit übergeht.
    „Wie wäre es wenn ich euch die ganze Geschichte erzähle, wie wir gegen die drei Trolle kämpften, wie ich eure wunderbare Mutter kennenlernte, wie wir aus der Stadt der Orks entkamen und wie wir aus dem Düsterwald flohen?“ schlägt mein Geliebter vor um die Kinder zu beruhigen.
    Da hat er sich aber einiges vorgenommen, weshalb ich entschliesse unseren Pflichten nachzugehen.
    Mit einem liebevollen Kuss verabschiede ich mich von meinem Mann und erhebe mich elegant.
    Sofort nimmt Thora meinen Platz ein und kuschelt sich an die starke Brust ihres Vaters.
    „Also gut, beginnen wir in Beutelsend, der erste Besuch bei Onkel Bilbo…“ beginnt Thorin und ich muss direkt an den kleinen mutigen Hobbit denken, welchem wir doch so viel zu verdanken haben.
    „Hast du dort Mama getroffen?“ stellt Thrain die romantische Frage welche mich schmunzeln lässt.
    „Nein, deine Mutter traf ich ein paar Tage später, aber die Geschichte beginnt hier.“ Antwortet ihm der König.
    Leise schliesse ich die Tür hinter mir und begebe mich nach unten in den Hauptsaal.

    Elegant schwebe ich durch die Bogengänge des Erebors.
    Jede Wache welche ich passiere verneigt sich respektvoll vor mir.
    Zuerst begebe ich mich zu unserem Botschafter, es ist immer wichtig dass man weiss was um einen passiert.
    Derzeit ist es unklug für kleine Länder völlig unabhängig zu bleiben.
    Neutralität ist schwierig zu bewahren und unter unseren Wachen, ist dies ein grosses Thema.
    Als ehemalige Hexerin weiss ich nur zu gut wie wichtig es ist, aber wie gesagt es ist äusserst schwer.
    Wir Hexer versuchen uns aus Dingen rauszuhalten und dann kommt ein dringlicher Ruf und ein Angebot, welches man nicht ablehnen kann.
    „Wie ist der Stand der Lage?“ frage ich unseren Botschafter sogleich welcher an einem Kamin sich die Hände wärmt.
    Er verneigt sich höflich vor mir und wir werfen sogleich einen Blick auf die Karte.
    Bis jetzt ist die Lage in Mittelerde noch einigermassen ruhig… doch dies ist nur die berühmte Ruhe vor dem Sturm.
    Die Orkscharen haben sich wieder etwas erholt und treiben bereits wieder ihr Unheil in Nebelgebirge.
    „Wie ist die Lage in Aedirn?“ will ich als erstes wissen.
    Aiden möchte stetig wissen, wie es um seine Heimat steht, weshalb wir hin und wieder einige Späher in den Osten schicken um die Situation auszukundschaften.
    Der Botschafter beginnt mir die Lage zu erklären: „Schlimm wie üblich. Es war nie das Land in dem Milch und Honig flossen… jetzt fliesst dort das Blut. Die Armeen sind mehrfach durchgezogen, haben Felder zertrampelt, Kornspeicher geplündert und Dörfer niedergebrannt. Das Volk hungert.“
    Ich presse meine Augen zusammen, diese Nachricht wird meinem besten Freund Aiden nicht gefallen.
    „Was ist mit Nazair? Ist das Land noch frei?“ auch über mein Heimatland möchte ich stets informiert sein.
    Nazair ist berühmt dafür frei und unabhängig zu sein… doch wie lange noch?
    „Ja, obwohl jeder weiss dass dies nicht so bleibt. Zwei grosse Herrscher stehen vor den Toren Nazairs. Beide brauchen Geld und Schiffe, die das Land hat. Daher ist die Stimmung im Land recht angespannt.“ Antwortet mir der Botschafter.
    Ich seufze und senke mein Haupt.
    Nazair war immer die grosse Freiheit für mich gewesen, der Gedanke daran, dass dies so bald nicht mehr existiert, erschüttert mich zu tiefst.
    „Danke für deine Hilfe Botschafter.“ Sage ich anschliessend und begebe mich in den nächsten Raum.
    Wie es hier im und um den Erebor aussieht weiss ich natürlich selbst und muss nicht mein Untertan fragen.
    Mir ist bewusst, dass hin und wieder kleinere Scharen von Orks durch das Nebelgebirge fegen, aber so lange sie unserem Reich nicht zu nahe kommen, besteht kein Grund zur Unruhe.
    Seit der Schlacht der fünf Heere, haben die drei friedlichen Heere sich zu einem Bündnis zusammen getan.
    König Bard war sofort damit einverstanden… bei dem Elbenkönig hingegen hat es mehr Überzeugung gebraucht, doch schliesslich konnten wir auch ihn überreden.

    Es ist bereits später Nachmittag.
    Die Sonne bleibt nicht mehr lange am Himmelszelt und verschwindet bald hinter dem Gebirge.
    Unser Hausberg ist bereits in einem gelb-orangen Ton getränkt und sieht einfach atemberaubend aus.
    Der Anblick erinnert mich an den Bergpass in Ard Cerbin, welcher mir ebenfalls jedes Mal den Atem verschlagen hat.
    Ich mache mich gerade zu unseren Handelsposten auf: „Sind die Fuhren schon aufgebrochen?“
    Abwartend beäuge ich den kleineren robusten Zwerg, welcher sich um die Fuhren für unsere Verbündeten kümmert.
    „Natürlich gnädige Herrin.“ Antwortet er mir bestimmt.
    Wir exportieren monatlich unseren weltberühmten Ereborer-Met nach Thal und in den Düsterwald.
    Ich nicke dem Zwerg zufrieden zu und verziehe mich wieder in den Bergfried.
    Für mich als Königin unter dem Berge ist es wichtig, dass ich meinem Volk nahe bin und auf seine Bedürfnisse eingehen kann, weshalb man mich ziemlich oft umher wandeln sieht.
    Als nächstes möchte ich herausfinden, wie Frerin mit dem Lernen über das Hexerhandwerk vorankommt.
    Er ist der einzige meiner drei Kindern, welcher sich wirklich dafür interessiert.
    In der Bibliothek finde ich allerdings nur meinen Bruder Tilion schnarchend vor.
    Tief und fest schläft er in seinem gemütlichen Sessel, vor ihm liegen die Lehrbücher, aber von Frerin fehlt jede Spur.
    Ich schüttle meinen Kopf und gehe auf den Balkon von dem aus ich direkt auf das Trainingsgelände blicken kann.
    Dort erspähe ich kein anderer als mein mittlerer Sohn: „Er zieht die Praxis wohl der Theorie vor.“
    „Hm… Was?“ mein Munkeln hat meinen Bruder wach werden lassen.
    Verschlafen rührt er sich und reibt seine Augen.
    Ich seufze: „Zeit aufzustehen Meister. Sind die Lektionen so langweilig, dass selbst du einschläfst?“
    Tilion verteidigt sich sofort und antwortet: „Verdammt. Er sollte sich Notizen zu Ghule und Alghule machen. Ich habe nur kurz meine Augen geschlossen.“
    Ich stütze meine Hände in die Hüfte: „Diesen Mist sollte er durchackern? Kein Wunder dass er abgehauen ist.“
    Früher habe ich mich auch immer über die Theorie genervt.
    Ich habe es nie für nötig gehalten diesen Schinken durchzuarbeiten… doch schlussendlich hat es mir doch in manch schwierigen Situationen geholfen.
    Mein Bruder erhebt sich von seinem Sessel und gesellt sich zu mir auf den Balkon um seinen kleinen Schützling zu beobachten.
    Frerin trainiert mit dem Pendel und dies alleine, was Tilion überhaupt nicht gefällt: „Wie oft muss ich es ihm denn noch sagen? Nicht alleine üben, dass bestärkt nur die Fehler. Bring unser Jüngling in den unteren Burghof. Er will üben? Dass kann er haben.“
    „Sei nicht wütend auf ihn.“ Bitte ich ihn.
    Der braunhaarige Hexer erwidert allerdings: „Warum nicht zum Teufel? Dein Sohn weigert sich zu tun was man ihm sagt.“
    Ich schmunzle: „Das magst du doch an ihm.“
    „Man darf das Monster töten nicht auf die leichte Schulter nehmen. Frerin muss dies begreifen, wenn er einer von uns werden will.“ Äussert sich mein Bruder noch, ehe wir uns nach unten begeben.

    Kühler Wind bläst mir ins Gesicht und lässt mein Haar herum wehen.
    Frerin übt mit einer Augenbinde dem Pendel auszuweichen während er auf einzelnen Holzpflöcken versucht die Balance zu halten.
    Ich begutachte sein Training und bemerke den ein oder anderen Fehler: „Falsch. Achte auf deine Beinarbeit.“
    Durch meine Stimme hat er sich wohl erschrocken, denn er trifft das hin und her schwingende Pendel nicht richtig und sein Holzschwert fällt ihm aus der Hand.
    Reflexartig fängt er es mit seinem Bein, greift es wieder mit der Hand und übt energisch weiter.
    Akrobatisch bewegt sich der Kleine über die Pflöcke.
    „Du bist nicht im Zirkus. Pirouette!“ rufe ich weiter dazwischen.
    Ich schaue dem Ganzen noch eine Weile zu ehe ich befehle: „Schluss jetzt. Komm runter.“
    Frerin hält abrupt inne und fragt: „Mit Salto?“
    „Was glaubst du wohl?“ erwidere ich und verschränke meine Arme.
    Der Königssohn zögert keinen Moment und kommt mit Salto vor uns zum Stehen.
    Schwer atmend von seinem anstrengenden Training, nimmt er die Augenbinde ab.
    Etwas erschrocken blickt er in meine Augen.
    Mit ernstem Gesichtsausdruck schaue ich auf ihn herab: „Du hast noch einiges vor dir. Deine Reflexe sind immer noch langsam.“
    „Für einen Hexer vielleicht.“ Kontert er sofort in barschem Ton.
    Ich schüttle mein Haupt: „Meinst du das die Monster darauf Rücksicht nehmen dass du nicht mutiert bist? Wobei ich an deiner Stelle eher Angst vor Onkel Tilion hätte als vor irgendeinem Monster. Deinem Meister nicht zu gehorchen ist unklug.“
    Beschämt schaut der Kleine auf den Boden aber kontert sofort wieder: „Aber Mama, das Buch war furchtbar langweilig.“
    Ich lächle leicht und erwidere: „Ich weiss. Und du weisst dass dies keine Entschuldigung ist. Du wirst das Buch zu Ende Lesen mit allen Anhängen. Ende der Diskussion. Du kannst unten weiter üben mit den anderen.“

    Auf dem unteren Trainingsplatz üben schon einige Kämpfer.
    Auch Fili und Kili erblicke ich, wie sie gegen einander einen Trainingskampf absolvieren.
    Tilion schärft gerade seine Klinge als er meinen Sohn und mich ausmacht.
    „Hast du was zu sagen junger Mann?“ stellt er sofort die Frage.
    Frerin sieht mich kurz hilfesuchend an, aber mit einer Kopfbewegung weise ich ihn dazu sich zu entschuldigen.
    „Es tut mir leid Onkel.“ Nuschelt er.
    Tilion kommt langsam auf uns zu und verschränkt die Arme vor seiner muskulösen Brust: „Wenn du gegen eine Bestie kämpfst ist Wissen so wichtig wie dein Silberschwert. Du solltest zumindest den Unterschied zwischen den beiden Monster kennen.“
    Zu unserem Erstaunen beantwortet mein Kleiner die Frage sogleich fehlerfrei.
    Ich bin überrascht, er scheint das Kapitel gelesen zu haben: „Also hast du es doch gelesen? Warum sagst du das nicht gleich.“
    Frerin blickt zwischen mir und Tilion hin und her und offenbart: „Stürz dich nie auf einen Vorteil sobald er offenbar wird. Warte ab, bis du den maximalen Effekt erzielen kannst. Onkel Tilions Worte.“
    Mein Sohn lernt allem Anschein nach doch schnell und er ist schlau, aber auch hinterlistig.
    Ich bin sehr stolz auf mein Kleiner, denn wer weiss… vielleicht tritt er eines Tages in meine Fussstapfen.

    2
    Das Bündnis der drei Heere Loderndes Kerzenlicht erhellt unseren grossen Speisesaal. Der gross, verzierte Tisch aus Buchenholz ist reichlich gedeckt.
    Das Bündnis der drei Heere


    Loderndes Kerzenlicht erhellt unseren grossen Speisesaal.
    Der gross, verzierte Tisch aus Buchenholz ist reichlich gedeckt.
    Für jeden hier hat es etwas, denn die Geschmäcker sind ja bekanntlich verschieden.
    Hungrige Mäuler müssen gestopft werden, denn die Jungs haben viel trainiert.
    Während Thorin am Tischanfang sitzt, sitze ich auf seiner rechten Seite.
    „Wie war dein Training Frerin?“ will er sogleich wissen und sieht seinen mittleren Sohn fragend an.
    Unsicher blickt der Junge zu mir und nuschelt verlegen: „Ich hab Onkel Tilion verärgert.“
    Ich lächle ihm aufmunternd zu, denn immerhin hat er ehrlich geantwortet und das schätze ich sehr.
    Mein Ehemann seufzt nur und verdreht seine azurblauen Augen in die ich mich schon seit unserer ersten Begegnung verliebt habe: „Mal wieder.“
    Beim Abendessen ist meistens nur die Familie versammelt… Fili und Kili eingeschlossen.
    Es kommt selten vor das noch jemand anderes mit uns am Tisch sitzt, ausser bei wichtigen Anlässen oder einer Feier versteht sich.
    Nachdem unsere Kinder zu Ende gegessen haben, schicken wir sie mit dem Kindermädchen auf ihre Betten während wir Erwachsene noch etwas dringliches zu besprechen haben.

    Das Essen wurde bereits abgeräumt und der Tisch gesäubert.
    Bei einem Gläschen exquisitem Wein beginnen wir mit der Besprechung.
    Thorin hat noch einige der wichtigsten Zwerge rufen lassen, so wie auch mein bester Freund Aiden.
    „Euch allen ist bestimmt aufgefallen, dass sich die Lage in Mittelerde erneut zu spitz. Trolle kommen wieder tiefer in die Täler, Dörfer werden überfallen und niedergebrannt, Orkscharen treiben ihr Unwesen.“, beginnt der König unter dem Berge, „An den Grenzgebieten sind bereits mehr Wachmänner stationiert und dennoch, halte ich es für am besten wenn wir die Grenzen vorerst schliessen.“
    Ein Raunen geht durch den Saal und einzelne Diskussionen beginnen untereinander.
    Schon lange hatte Thorin diesen Gedanke im Hintergrund, jedoch nie ausgesprochen.
    Es ist zu unserer eigener Sicherheit und wir wollen unser Königreich natürlich schützen dies ist unsere wichtigste Pflicht als Herrscher, jedoch habe ich dabei so einige Bedenken.
    Das Königreich Thal profitiert von den offenen Grenzen, da sie einige Plantagen auf unserem Gebiet haben.
    Ausserdem erleichtert es ihnen den Weg in unser Reich und im Bündnis wurde klar vermerkt, dass wir freies Geleit in jedes der Königreiche haben.
    Viele der Zwerge stimmen ihrem König zu, auch wenn er es nur gut meint, muss ich Einhalt gewähren: „Ich finde dieser Entscheid liegt nicht nur bei uns. König Bard, so wie auch König Thranduil sollten darüber mitbestimmen, denn schliesslich sind sie unsere Verbündeten. Ausserdem ist nicht nur unser reich bedroht sondern auch das ihrige und dennoch lassen sie ihre Grenzen des Bündnis wegen offen.“
    Erneut beginnen hitzige Diskussionen unter den Anwesenden.
    Ich halte mich zurück und warte ab bis ein blonder Zwerg seine Stimme erhebt und die Menge zum Schweigen bringt: „Ich finde Riannon hat Recht. Diese Entscheidung könnte unser Bündnis gefährden.“
    Dankend schaue ich in die grünen Smaragd Augen von Fili.
    Es ist keine Selbstverständlichkeit dass er seinem König widerspricht und zu seiner Königin hält.
    Mir ist es auch äusserst unangenehm, dass Thorin und ich nicht derselben Meinung sind… aber dies kommt eben vor.
    Es herrscht Stille bis mein Ehemann wieder zu Wort kommt: „Wir führen die Besprechung ein ander Mal weiter. Wir sollten darüber schlafen und uns klare Gedanken zu unserem Entscheid machen.“
    Welch weise Entscheidung von ihm.

    Der grosse Saal ist schon bald leer gefegt.
    Draussen ist es bereits stockdunkel.
    Das helle Licht des zunehmenden Mondes scheint an das grosse Fenster.
    Thorin hält sein Glas Wein in der Hand und schaut gedankenverloren auf den Kerzenleuchter, welcher in der Mitte des Tisches steht und dem Raum sein Ambiente verleiht.
    Ich setze mich zu ihm und nehme zaghaft seine Hand in meine: „Thorin, wir gemeinsam haben ein gutes Königreich geschaffen. Wir haben Frieden mit den Elben und den Menschen. Dieser Entscheid gibt ihnen jedoch Anlass dazu gegen uns Krieg zu führen!“
    Mit ruhiger und bestimmter Stimme versuche ich auf den Braunhaarigen einzureden.
    „Wieso sollten sie das tun?“ kontert er.
    Ich rolle mit meinen Augen und erhöhe leicht meinen Tonfall: „Weil wir gegen den Pakt verstossen! Thranduil und Bard werden uns sofort belagern und es würde im Krieg enden.“
    Manchmal kann Thorin wirklich ein verdammter Dickschädel sein.
    Hat er sich erstmal was in den Kopf gesetzt, bekommt man ihn nur schwer davon ab.
    „Für eine von uns weisst du erstaunlich viel über die Absichten von den beiden!“ ein kleiner Funken von Wut ist in seinen Augen zu erkennen, was mich auf meine Wortwahl achten lassen sollte.
    „Ich ziehe es nur vor mit Menschen und Elben zu leben anstatt sie umzubringen.“ Erwidere ich jedoch in scharfem Ton, stehe auf und verlasse den Raum ohne ein weiteres Wort.
    Es hat im Moment keinen Sinn mehr, sich mit ihm vernünftig zu unterhalten.

    Leise und elegant wandle ich durch die beleuchteten Gänge als ich einen Schatten bemerke.
    Aiden steht hinter einer Säule, allem Anschein nach hat er auf mich gewartet.
    „Manchmal frage ich mich echt wie ihr beide den Erebor so regieren könnt ohne dass ihr euch gegenseitig die Köpfe einschlägt.“ Äussert sich der junge Hexer und kommt grinsend auf mich zu.
    Ich grinse ebenfalls zurück: „Das ist einfacher als du denkst.“
    Seit die grosse Schlacht um den einsamen Berg vorüber ist, arbeitet Aiden ebenfalls nur noch sehr wenig als Hexer.
    Wenn er ein Auftrag annimmt, dann ist entweder unser Reich oder Esgaroth bedroht.
    „Wie steht es um meine Heimat?“ Fragt er anschliessend und ist ernster geworden.
    Das erfreuliche Grinsen ist verflogen, seine Gesichtszüge sind wie versteinert.
    Abwartend funkeln mich seine Augen an und hoffen auf eine gute Antwort.
    „Nicht gut.“, versuche ich es ihm schonend aber ehrlich zu erklären, „etwas braut sich zusammen.“
    Schweigen… ich brauche nicht mehr zu sagen.
    Aiden weiss selbst nur zu gut wie es um sein Heimatland steht… er hofft nur jedes Mal um eine bessere Nachricht.
    „Jetzt reicht es! Ich werde nach Aedirn gehen.“ Sagt er fest entschlossen und mit lauter Stimme, welche durch die Gänge hallt.
    Ich bin entsetzt: „Und was soll das bringen?“
    „Ich schlachte diese widerwärtigen Orks allesamt ab!“ brüllt er noch lauter umher.
    Ich verstehe seine Wut, dennoch bringt es überhaupt nichts wenn er in seine Heimat geht.
    Weiter Orks werden folgen uns so beginnt der Kreislauf von neuem.
    „Aedirn hat dir nie gedankt für deine Taten. Wieso willst du dich dafür in solche Gefahr begeben?“ versuche ich auf ihn einzureden und ihn womöglich um zu stimmen.
    Die einzigen Menschen, die uns Hexer wirklich schätzen und lieben gelernt haben, sind jene aus der Seestadt.
    Alle anderen Menschen, Länder und Völker verachten und verabscheuen uns weiterhin und bezeichnen uns als Missgeburten und Mutanten.
    Den jungen Hexer umzustimmen ist schwieriger als Gedacht: „Du würdest genau so handeln wenn es Nazair wäre.“
    Ich schlucke und senke bedrückt meinen Blick.
    Da hat mein bester Freund recht… auch ich würde in meine Heimat gehen und das Land verteidigen und es auf einen besseren Pfad führen.
    „Gut, dann begleite ich dich.“ Sage ich und schaue ihm in seine Augen.
    Verwundert und zuerst fröhlich sieht er mich an, ehe sich sein Ausdruck wieder verdunkelt: „Nein, du kannst nicht mitkommen. Du musst ein Königreich regieren, hast drei wundervolle Kinder, die dich brauchen und einen Ehemann der dich über alles liebt. Wenn du nicht lebend zurück kehrst dann…“ bevor Aiden noch weiteres aufzählen kann, falle ich ihm ins Wort: „Ich komme mit! Du hast damals dasselbe für mich getan.“
    Ich möchte nicht dass ihm etwas zustösst und alleine lasse ich ihn schon gar nicht in dieses Gebiet.
    „Ich rede heute noch mit Thorin und organisiere eine Eskorte welche uns Geleitschutz gibt.“ Erläutere ich dem Hexer während wir durch die leeren Hallen des Erebors laufen.
    Es ist schon reichlich spät, weshalb die meisten sich zu Hause befinden oder noch in einer Taverne sind.
    Plötzlich stellt sich uns eine Person mit verschränkten Armen in den Weg: „Was heckt ihr diesmal wieder aus?“
    Fragend und misstrauisch mustern mich die Augen von Fili.
    War ja klar dass wir uns nicht unbemerkt davon schleichen können und dass es noch andere erfahren als nur der König selbst.
    Widerwillig erzähle ich ihm die Wahrheit: „Aiden und ich werden nach Aedirn aufbrechen.“
    „Dann werde ich euch begleiten.“ Sagt der junge Zwerg festentschlossen.
    Irritiert starre ich ihn an, Fili hat schon immer verstanden dass ich ebenfalls sehr stur sein kann und mich von nichts und niemandem aufhalten lasse, weshalb es für ihn die einzige Möglichkeit ist sich uns anzuschliessen um mich zu beschützen.

    Leise öffne ich die Tür zu unserem königlichen Gemach.
    Thorin ist noch wach und schreibt etwas auf Pergamentblätter.
    Bestimmt arbeitet er noch, schreibt irgendwelche Briefe an andere Könige oder schreibt ein neues Gesetzt auf oder eine neue Strategie.
    „Du solltest doch zu dieser Stunde nicht mehr arbeiten.“ Mache ich mich erkennbar während ich auf seinen nackten, muskulösen Oberkörper schaue.
    Sein dunkelbraunes Haar fällt ihm in leichten Wellen über seine Schulter.
    Unter seinen azurblauen Augen kann ich leichte Augenringe erkennen.
    „Du hattest wohl auch noch einiges zu klären.“ Erwidert er, legt das Pergament zur Seite und beäugt mich misstrauisch.
    In meinem hellblauen Nachthemd schlüpfe ich zu ihm unter die königsblaue Bettdecke.
    Vertrauensvoll schmiege ich mich an seine starke Brust und lausche seinem regelmässigem Herzschlag.
    Auch wenn wir uns während dem Abendessen uneinig waren und wir uns angegiftet haben, so vertragen wir uns schnell wieder, denn der eine braucht den anderen.
    Selbst in den stärksten Beziehungen kommen solche Komplikationen vor, aber wenn man sich vertrauen kann und man sich am Ende wieder verträgt, ist das schon in Ordnung.
    „Also, was hast du mir zu beichten?“ will er wissen während seine Hand vorsichtig unter mein Nachthemd gleitet und er sanft meinen nackten Rücken hoch und runter fährt.
    Seine zarte Berührung lässt mich erschaudern und verleiht mir eine Gänsehaut.
    Ich atme einmal tief ein und wieder aus, ehe ich Thorin meine Absichten erkläre: „Aiden will nach Aedirn und ich habe ihm versprochen ihn zu begleiten.“
    Der König unter dem Berge hält in seiner Bewegung inne.
    Sein Gehirn rattert auf Hochtouren.
    „Und was sag ich unseren Kindern wenn du nicht mehr zurück kehrst?“ malt er sofort den Teufel an die Wand.
    Ich weiss, dass sich Thorin stets um mich gesorgt hat als ich noch als Hexerin tätig war.
    Ihm zuliebe habe ich damals diesen schwierigen Entscheid getroffen und mein Silberschwert über den Kamin gehängt.
    Ich stütze mich auf meinen Ellenbogen und streiche liebevoll über seine wohlgeformten Wangen: „Denk doch nicht so… Fili und eine der besten Eskorte werden uns begleiten. Ich verspreche dir dass wir uns nicht in einen gefährlichen Kampf verwickeln lassen, denn du und meine Kinder seid alles für mich und deshalb setze ich mich nicht unnötig einer Gefahr aus.“
    Eichenschild seufzt auf: „Ich kann euch wohl nicht von eurem Vorhaben abhalten?“
    Ich schüttle meinen Kopf und drücke anschliessend meine Lippen auf seine.
    Verlangend öffnet er seinen Mund und bittet mit seiner Zunge um Einlass welchen ich ihm gewähre.
    Unsere Zungen beginnen einen feurigen Tanz zusammen und unsere Küsse werden intensiver.
    Ich rolle mich auf ihn und beisse spielerisch in seinen Hals.
    Seine Hände gleiten meine Beine hoch und runter ehe er mir mein Nachthemd auszieht.
    Unser königliches Bett ist unsere grosse Freiheit, denn es erlaubt uns neues auszuprobieren und so zu sein wie wir sind.
    Wir brauchen keine Hemmungen voneinander zu haben.
    Ausserdem ist das Bett genug gross um uns herumzuwälzen, weshalb Thorin uns kurzerhand herumrollt so dass er nun auf mir liegt.
    Erneut küssen wir uns leidenschaftlich ehe wir miteinander verschmelzen.

    3
    Träume von besseren Zeiten Nur in einem knappen Nachthemd bekleidet sitze ich auf einem Stuhl vor einem grossen prunkvollen Spiegel und kämme meine
    Träume von besseren Zeiten



    Nur in einem knappen Nachthemd bekleidet sitze ich auf einem Stuhl vor einem grossen prunkvollen Spiegel und kämme meine langen Haare.
    In einer grossen Badewanne aus Holz qualmt heisser Dampf hinaus in dem kein anderer als Thorin sich entspannt.
    Er trägt seine sonst offenen Haare zusammen und geniesst die Wärme des Wassers und die wunderbare Atmosphäre um uns herum.
    Die Flammen im Kamin knistern, die vereinzelten Kerzen beleuchten den Raum.
    Ich muss mich bereit machen denn es ist schon bald Mittag und ich habe Frerin versprochen, dass ich heute mit ihm übe.
    Ich vernehme Rauschen des Wassers, was mich wissen lässt dass Thorin sich aus der Wanne erhoben hat.
    Er streift sich ein weisses Handtuch um und kommt auf mich zu.
    Langsam beugt er sich zu mir herunter und verwickelt mich in einen leidenschaftlichen Kuss.
    „Weisst du Frerin macht es sicher nichts aus noch ein bisschen zu warten.“ Haucht mein König mir ins Ohr.
    Sein warmer Atem auf meiner Haut zu spüren löst bei mir ein Kribbeln aus.
    So gern ich auch mit ihm Zeit verbringen möchte, muss ich leider ablehnen: „Das ist ungehörig und ausserdem unvernünftig.“
    „Ich will nicht vernünftig sein.“ Kontert Thorin und beginnt meinen Hals zu liebkosen während ich ihm in meinem Spiegelbild zusehe.
    „Ah… daher weht also der Wind.“, Kontere ich ebenfalls und erhebe mich, „Wir haben später noch Zeit. Nach den Übungen mache ich mich hübsch bevor…“
    Ohne weiter zu zögern haucht mir mein Ehemann einen weiteren Kuss auf die Lippen.
    „Und du solltest übrigens deinen Pflichten nachgehen.“ Belehre ich den jungen König und stosse ihn leicht zur Seite um mich fertig zu mache für das Training.

    Es ist ein stürmischer, wolkenbedeckter Tag.
    Braune Blätter von diversen Laubbäumen welche das Landschaftsbild des Erebors prägen wirbeln herum.
    Nadelbäume biegen sich durch die starken Böen.
    Aiden schleift seine Silberklinge, die er schon lange nicht mehr benutzt hat.
    Konzentriert hat er seinen Blick auf den silbernen Stahl gerichtet.
    Fili und ich üben uns gegeneinander im Nahkampf, mit ungefährlichen Holzwaffen.
    Es befinden sich auch noch andere auf dem Trainingsplatz und verbessern ihre Fähigkeiten, so wie auch mein mittlerer Sohn Frerin welcher gegen eine Attrappe kämpft.
    Der eifrige Junge holt zu einem kräftigen Hieb aus und schlägt den Helm der Trainingspuppe weg.
    „Hah!“ schreit er triumphierend und lässt uns unsere Aufmerksamkeit auf ihn lenken.
    „Woho! Dem hast du es aber gegeben Kleiner!“ ruft Kili ihm gratulierend zu.
    Auch Tilion seinem Meister ist dies natürlich nicht entgangen, jedoch bleibt er streng und bekennt den guten Schlag nur mit einem leichten Nicken.
    Der kleine Prinz klettert über die Burgmauer um den Helm zu holen.
    „Frerin komm jetzt runter!“ befehle ich weil er so lange dafür braucht.
    Ich stütze meine Hände in die Hüfte und warte geduldig.
    Auch mein Bruder wartet auf seinen Schützling welcher sich viel Zeit lässt.
    Wahrscheinlich möchte er uns nur auf die Palme bringen was ihm schliesslich auch gelingt: „Sobald er zurück ist, kann er alle Schwerter im Erebor polieren.“ Äussert sich Tilion genervt und verschwindet zurück zur Festung.
    Ich schaue ihm kurz nach und rufe über den Wall: „Hast du den Helm? Frerin?“
    Ich erhalte keine Antwort was mich ebenfalls rasend macht… ich werde dafür sorgen dass du kein Schwert vergisst mein Junge.
    Immer noch warte ich als ich zur Stoffpuppe blicke gegen die der Knirps vorhin gekämpft hat.
    Mit seinem Schwert hat er sogar den Stoff aufgeschlitzt.
    Eigenartig… ich gehe näher an die Puppe heran und erstarre augenblicklich.
    „Was zum…“ spreche ich entsetzt und drehe mich zu den andern um, welche jedoch mit dem Trainieren beschäftigt sind und mich nicht bemerken.
    Da stimmt etwas nicht… Frerin würde nicht einfach abhauen.
    Langsam greife ich mit meiner Hand nachdem Stofffetzen und zerre ihn ab.
    Meine Augen weiten sich noch weiter vor Schreck, ich lasse den Fetzen aus Stoff abrupt fallen und beginne Frerins Verhalten zu verstehen.
    Unter dem Stoff erblicke ich ein blutverschmiertes Gesicht eines Toten.
    Starre blaugrüne Augen blicken mir leer entgegen.
    „Thorin!“ schreie ich wütend und werde fuchsteufelswild.
    Als es plötzlich ganz Heiss wird und ich lodernde Flammen und aufsteigender dunkler Rauch am Horizont erblicke.
    Alle um mich herum sind wie durch ein Zauber in ihrer Bewegung verharrt, als vor mir ein riesiger Feuerdrache landet.
    Mit seiner tiefdunklen Stimme spricht er zu mir: „Darauf habe ich gewartet! Und auf dich Riannon!“
    Nach diesen Worten verwandelt er den Trainingsplatz in eine Feuerhölle und löscht jedes Leben aus.

    Schweissgebadet wache ich aus meinem grauenvollen Traum auf.
    Ich schnelle hoch und verscheuche augenblicklich einige Krähen welche sich bei uns niedergelassen haben.
    Aiden, Fili und ich sind bereits seit zwei Tagen unterwegs nach Aedirn.
    Es wird nicht mehr lange dauern werden wir dort ankommen.
    Die Eskorte welche uns eigentlich begleiten sollte, wurde bereits am ersten Tag von zahlreichen Orks vernichtet.
    Wir drei sind etwas abseits der Eskorte geritten als sie überrascht wurden.
    Wären wir in der Gruppe gereist, hätten wir es vermutlich auch nicht überlebt.
    Ich streiche meine Haare aus meinem Gesicht und setze mich ans Feuer.
    Fili und Aiden haben mein Aufwachen bemerkt und verfolgen mich mit ihren Blicken.
    „Alles klar?“ fragt mich der blonde Zwerg besorgt.
    „Ja… ich hatte ein Albtraum.“ Versichere ich ihm und schaue gedankenverloren auf die lodernden Flammen.
    „Was für einer?“ will mein bester Freund wissen und setzt sich ebenfalls ans Feuer.
    Ich winke ab: „Das zu erklären würde ewig dauern.“
    Ich möchte nicht darüber reden, jedoch lässt Aiden mir keine Ruhe und drängt mich weiter: „Bis zur Dämmerung ist es noch hin. Wir haben Zeit.“
    Auch Fili setzt sich zu uns und wartet auf meine Erklärung.
    Widerwillig erzähle ich mein schrecklichen Traum den beiden: „Er begann auf unserem Trainingsplatz im einsamen Berg. Wir drei, Frerin und ein paar andere waren dort und haben ihre Fertigkeiten verbessert.“
    Dann schweige ich… was die beiden nur ahnen lässt dass etwas nicht stimmt.
    „Er ist nicht gut ausgegangen oder? Dein Traum?“ forscht der junge Hexer weiter nach.
    Ich schüttle bedrückt mein Haupt: „Nein. Ein mächtiger Feuerdrache tauchte auf und griff den einsamen Berg an. Ich konnte mich nicht rühren, stand da wie angewurzelt.“
    Der blonde Zwerg erhebt sich und setzt sich beschützend neben mich.
    Er schlingt seinen Arm um meine Schulter und beruhigt mich: „Es war nur ein Traum.“
    Dennoch beschäftigt dieser Traum mich weiterhin: „Es war mehr... das ist das Problem. Wenn ich bisher vom Erebor geträumt habe, stimmte etwas nicht. Vielleicht schwebt unser Reich in Gefahr.“
    Die beiden bemerken, dass es mir keine Ruhe lässt weshalb sie eine Nachricht mit einem Raben zum einsamen Berg schicken.
    Ich sollte mir wirklich nicht immer so viel aus meinen Träumen machen und dennoch haben sie trotzdem immer eine Bedeutung.

    Es ist Zeit aufzubrechen.
    Die aufgehende Morgensonne tränkt die Landschaft in einen goldorangen Farbton.
    Wir nähern uns zur Grenze zu Aedirn, was wir an den zahlreichen aufgehängten Toten erkennen.
    Sie kämpften für ihr Land, waren Patrioten und jetzt hängen ihre leblosen Körper an einem Strick aufgehängt und werden von den Vögeln zerrpickt.
    Wir reiten an einem Fluss entlang.
    An seinem Ufer sind überall niedergebrannte und zerstörte Häuser zusehen.
    Wir nähern uns einem kleineren Dorf.
    „Wir sollten uns in Ban Glean in Acht nehmen und verschwinden sobald wir unsere Vorräte aufgestockt haben.“ Meint Aiden welcher sich hier in dieser Gegend am besten auskennt.
    In Ban Glean selbst sieht es wieder anders aus, Wachen beschützen das besiedelte Gebiet und überall sind Menschen auf der Strasse.
    Ein kleiner Junge an welchem wir vorbei reiten, spielt ausgelassen mit einem selbst gebastelten Bogen.
    Einige Gänse überqueren die matschige Landstrasse.
    Die Menschen in diesem Dorf leben eher in ärmeren Verhältnissen.
    Im Trab begeben wir uns in das kleinere Dorf und halten bei einer Herberge.
    Hier in diesem Land, wird man mich wohl nicht als Königin unter dem Berge erkennen weshalb ich mich nicht verschleiere.
    Wir binden unsere Pferde an einen Zaun und betreten die Taverne.
    Die Stimmung in der Taverne ist recht angespannt… kein Wunder in diesen Zeiten.
    Viele Reisende kommen hier durch, weshalb man die unterschiedlichsten Leute trifft.
    „Was? Hexer?“ äussert sich ein merkwürdiger Kerl erstaunt und abschätzend.
    Sie haben wohl nicht damit gerechnet uns in dieser Gegend hier anzutreffen.
    „Mit diesem Mutanten trinke ich nicht.“ Kommt es von einem anderen am selben Tisch.
    Aiden hält an als er neben dem Tisch steht und ballt seine Hände.
    „Lass dich nicht provozieren.“ Flüstere ich ihm zu und dränge ihn weiter zu gehen.
    Zum ersten Mal ist Fili dabei während uns die Menschen verabscheuen und ihr wahres Gesicht uns gegenüber präsentieren.
    Auch er lässt sich nur schwer zurückhalten, doch schliesslich unterwerfen sich beide mir.
    Wir setzen uns an einen Tisch als die Wirtin zu uns kommt und sich aufrichtig Entschuldigt: „Tut mir Leid wegen diesen Gauner.“
    Wir winken ab: „Macht nichts. Das sind wir gewöhnt.“
    Sie bringt uns zu unseren Vorräten noch einen kühlen Schnaps frisch aus dem Keller.
    Mir fällt auf dass die Leute hier sehr nervös sind.
    Es ist ganz schön was los hier.
    Das gesamte Land ist unterwegs.
    Die Menschen suchen nach Verwandten oder nach Schutz vor den Armeen… Essen, Trinken und ein warmes Nachtlager brauchen sie alle.
    Ich kann solche Kriegszeiten nicht leiden… man weiss nie was einem am nächsten Tag erwartet.

    Nachdem wir uns einen vorzüglichen Schnaps gegönnt haben und etwas ausgeruht sind, machen wir uns zum Abreisen bereit.
    Wir verabschieden uns von der freundlichen Wirtin und verlassen die Herberge.
    Draussen treffen wir wieder auf diese abscheulichen Kerle, welche uns drinnen angepöbelt haben.
    „Ausgetrunken?“ knurrt uns der eine an und verschränkt seine Arme vor der Brust.
    „Ja.“ Antworte ich mit ruhiger Stimme während sich die Sechs vor uns aufbauen.
    „Dann verpisst euch! Wir wollen hier eures Gleichen nicht.“ Greifen sie uns weiter an und bringen meine beiden Kameraden zur Weissglut.
    Es braut sich etwas zusammen… Aedirn wird es nicht mehr lange geben wenn nicht irgendetwas geschieht.
    Unser Gegenüber sind eindeutig Patrioten und ihre Fäuste jucken langsam.
    Auch Aiden ballt seine Hände und ist kurz davor anzugreifen.
    „Aiden, wir sollten uns raus halten! Nur dieses eine Mal!“ spreche ich zu ihm und versuche ihn zurück zuhalten.
    Aber unser Gegenüber fordert uns weiter heraus und achtet kein bisschen auf seine Wortwahl: „Hexer sollen angeblich unsere Kinder stehlen. Stimmt das?“
    Plötzlich zieht einer der Banditen sein Schwert und stürmt unerwartet und mit lautem Gebrüll auf uns zu.
    Wir können gerade noch so ausweichen und holen ebenfalls unsere Klingen hervor.
    Drei gegen Sechs scheint unfair aber wir sind ihnen dank unseren Hexersinnen um einiges überlegen, weshalb wir aus ihnen kurzen Prozess machen.
    Erbost starre ich mein bester Freund an: „So viel zum Thema Raushalten. Lasst uns gehen.“
    Auch wenn wir es nicht gewollt haben, so ist es zu einem Kampf gekommen.
    Das Blut der Gauner klebt an unseren Klingen, wir hingegen haben bloss ein paar Kratzer davon getragen.
    Wir verlieren keine Zeit mehr und steigen auf unsere Pferde.

    Wir reiten schon eine Weile durch das verwüstete Land.
    Ich frage mich eigentlich was Aiden genau vor hat, er kann ja kaum mit dem Herrscher sprechen und ihn zur Vernunft bringen.
    „Was jetzt?“ will ich wissen um nicht unnötig Zeit zu vergeuden.
    „Wir gehen zum Lager der Widerstandskämpfer. Dort sollte ein alter Freund uns erwarten.“ Erklärt mir der braunhaarige Hexer.
    Ich nicke nur verstehend und schweige.
    Es wird bereist dunkel.
    Graue dicke Wolken hängen träge am Himmel und deuten auf einen Sturm oder Regen hin.
    Zeit das wir das versteckte Lager erreichen.
    Es beginnt leicht zu nieseln, als wir das Lager erreichen.
    Mitten in einem tiefen Wald zwischen einem grossen Felsspalt kommt uns ein Mann entgegen.
    „Wir suchen Vadim.“ Berichtet Aiden ihm.
    „Niemand hier der so heisst.“ Entgegnet uns der Mann und lässt uns nicht in seine Karten schauen.
    Ich rolle mit meinen Augen, als im Hintergrund ein anderer Mann erscheint welcher mein bester Freund erkennt.
    „Bist du blind Dagonet? Das ist Aiden, ein alter Freund von mir.“ Spricht er wodurch der Vordermann zur Seite tritt und uns passieren lässt.

    4
    Kapitel 4 ist endlich da.:) Tut mir Leid dass ihr etwas länger warten musstet. Information: In "Everything happens for a reason - eine erleuchte
    Kapitel 4 ist endlich da.:)
    Tut mir Leid dass ihr etwas länger warten musstet.
    Information: In "Everything happens for a reason - eine erleuchtende Herrschaft" kommt auch noch das eine oder andere Hexerabenteuer vor... aber genug jetzt hier das nächste Kapitel

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    Ein tödlicher Plan

    Neugierig und umher blickend, betreten wir das Lager der Widerstandskämpfer aus Aedirn.
    „Aiden, gesund und munter.“ Begrüsst uns der Anführer der Kämpfer freundlich und lädt uns in die versteckten Nischen der Höhle.
    „Vadim. Die letzte Hoffnung Aedirns.“ Begrüsst ihn der junge Hexer mit einer kleinen Priese Provokation wie wir es von ihm kennen.
    „Lach du nur. Das Land wird sich wieder erholen. Willst du mir nicht deine zwei Begleiter vorstellen?“ der Anführer deutet auf Fili und mich und beäugt uns erwartungsvoll mit seinen fast schwarzen Augen.
    Sein Teint ist eher dunkler für jemanden aus dem Norden.
    Seine Haare sind etwas länger, schwarz und stehen ihm leicht nach vorne ab.
    Er trägt eine schwarze Rüstung mit je einem gelben und roten Streifen an den Oberarmen… die Farben der Flagge von Aedirn.
    „Das ist Riannon, Königin unter dem Berge und ehemalige Hexerin. Und das ist Fili, Kronprinz unter dem Berge.“ Stellt Aiden uns höflich vor.
    Sofort verbeugt sich unser Gegenüber vor uns: „Es ist mir eine grosse Ehre euch kennenzulernen.“

    Wir begeben uns in einen anderen Raum wo sich ein runder Tisch in der Mitte befindet.
    Vadim erklärt uns, dass wir noch auf eine wichtige Person warten müssen.
    Fili setzt sich neben mich und mustert die Umgebung mit kritischem Blick.
    Die Höhle ist ziemlich dunkel, kein Tageslicht kommt in die hinteren Räume weshalb alles mit leuchtenden Fackeln bestückt ist.
    Die Luft ist drückend und die Kämpfer sind ziemlich angespannt was man daran erkennt, dass sie mit ihren Waffen herum spielen.
    Endlich taucht dann auch der Mitstreiter von Vadim auf, der uns kein Unbekannter ist.
    Es gibt alte Bekannte, die sieht man nach Jahren wieder und bekommt sofort Kopfweh.
    Aber nicht aus Abneigung sondern wegen des bevorstehendem Kater, welchem dem feucht-fröhlichen Wiedersehen mit Sicherheit folgt.
    Andere alte Bekannte dagegen lassen einem den Rücken jucken und wünschen, nach dem Schwert zu greifen.
    Für mich gehört Emetiel zu beiden Kategorien.
    Er ist ein abtrünniger Hexer der Greifenschule und hat mir und meinen Mitstreitern schon so einigen Ärger bereitet.
    Aiden steht sofort beschützend auf, denn auch er weiss wie Emetiel ticken kann.
    „Ah, wie ich sehe hast du Freunde von der Wolfsschule eingeladen. Du weisst dass dies ein böses Ende geben kann.“ Spricht Emetiel zu Vadim und lässt uns nicht aus seinen scharfsinnigen Augen.
    „Wir sind nicht hier um an der Vergangenheit festzuhalten. Ihr werdet euch gegenseitig in Ruhe lassen!“ befiehlt Vadim und versucht den aufbauenden Konflikt zu beenden.

    Misstrauisch mustere ich Emetiel welcher mir gegenüber Platz genommen hat.
    Die Dinge in Aedirn sind schlimmer als mir der Botschafter berichtet hat.
    Das Land ist fast vollständig vernichtet.
    Neben der noch intakten Hauptstadt, prägen nämlich ausgeplünderte Städte und verbrannte Dörfer die Landschaft des Reiches an jeder erdenklichen Ecke.
    Manch ein Reisender könnte meinen, alles Leben wäre aus Aedirn gewichen.
    Das sonst schon angeschlagene Reich ist führerlos, und vor seinen Toren warten andere Herrscher die sich über das Land hermachen wollen.
    Wie gierige, hungrige Hunde mit fletschenden Zähnen versuchen sie den Knochen zu bekommen.
    Ausserdem sind bereits Armeen aus dem Nachbarreich einmarschiert.
    „Kommen wir gleich zum Punkt. Momentan haben wir nur noch eine Chance und dies ist König Radovil umzubringen.“ Erläutert uns Vadim und spricht seine Gedanken ehrlich und direkt aus, auch wenn sie einige von uns derart schockieren.
    Erschüttert und wütend erhebe ich mich von meinem Stuhl: „Ihr wollt was! Deswegen sind wir hier gekommen?“
    Sofort versucht mich mein bester Freund zu beruhigen und ergreift das Wort: „Hör ihn dir nur mal an Riannon. Du kennst Radovil nicht so wie wir.“
    Ich schüttle mein Haupt und setze mich widerwillig wieder hin.
    Deshalb hat er Emetiel hier her bestellt, denn an seinen Händen klebt bereits das Blut von zwei anderen Königen.
    Ich selbst bin Königin… und wer weiss ob es auch solche Pläne gegen mich und Thorin gibt, doch diesen Gedanken sollte ich mir schnellstens wieder aus dem Kopf schlagen.
    „Ausserdem müsst ihr uns nur helfen den Mordanschlag zu vorbereiten. Jemand anderes wird ihn ausführen.“ Versucht der Anführer uns etwas zu beruhigen.
    Ich rolle mit meinen Augen… das ist ungefähr dasselbe.
    „Vielleicht wisst ihr es ja nicht, was ich kaum glaube aber Hexer verhalten sich aus Prinzip neutral, jene zumindest die nicht abtrünnig geworden sind, deshalb…“ doch weiter komme ich nicht den ich werde von Emetiel unterbrochen.
    Verdattert beäuge ich diesen, denn schon seit Ewigkeiten wurde ich nicht mehr unterbrochen.
    Als Königin unter dem Berge hat man mein Wort schon gar nicht mehr in Frage gestellt.
    „Ach Schwachsinn. Dies ist doch nur eine passende Ausrede hinter der ihr euch versteckt wenn es heiss her geht. Und es geht sehr heiss her. Alle denken drüber nach und viele würden es tun. Wir brauchen uns nicht zu fürchten.“ Kontert er und mustert mich durchdringend.
    Ich hab schon von diesem Radovil gehört, dass er Machtgierig ist und nicht mehr er selbst ist.
    Elben, Zwerge und andere Anderlinge sieht dieser König als bedrohliche Feinde an und hegt einen grossen Hass gegen sie.
    Fragend schaue ich zu Aiden was er von dem Plan hält.
    „Radovil hat zu oft nur seine eigenen Interessen durchgesetzt. Als Nazair um Hilfe bat, ist er einmarschiert. Als wir ihn um Hilfe baten, hat er uns wieder fortgeschickt. Ich mache dir nichts vor aber nur ein toter Radovil bedeutet ein freies Reich.“ Erklärt mir der junge Hexer mit ruhiger und bedrückter Stimme.
    Er ist nicht stolz auf seinen Entscheid, denn immerhin dient er zurzeit selbst einem Königspaar und dennoch ist es in seinen Augen die beste Lösung.
    Auch Vadim versucht mich von seinem Vorhaben zu überzeugen: „Wir wollen euch nicht mit politischem Geschwätz langweilen. Radovil ist auch eine Bedrohung für den Erebor, denn dieser Berg hat schon seit Jahren sein Interesse geweckt und jetzt wo dort kein Drache mehr haust…“
    Seine Worte beginnen mich zum Zweifeln zu bringen und lassen meine aufrechte Fassade bröckeln.
    Sollte dies der Wahrheit entsprechen sieht unsere Zukunft gar nicht gut aus.
    Er hat alleine in der Hauptstadt so viele Soldaten dass sie ein ganzes Land auslöschen könnten.
    „Was ist wenn ich mit ihm rede? Von einer Königin zu einem König.“ Frage ich die Anwesenden.
    „Das würde nichts bringen. Er ist in seiner eigenen Welt von krankhaften Illusionen gefangen… du kannst ihn dir so vorstellen als Thorin von der Drachenkrankheit besessen war.“ Äussert sich Aiden.
    Ich presse beide Augen zusammen, denn ich will nicht mehr an diese schlimme Zeit zurück denken.
    Dieser Plan gefällt mir nicht.
    Wir halten uns am besten aus solchen politischen Situationen raus, weshalb ich mich schwungvoll erhebe: „Auch wenn er so sein soll. Wir bringen keine Könige um! Alle welche mir dienen ebenfalls nicht. Lasst uns gehen wir verschwenden hier nur unserer Zeit!“
    Fili erhebt sich ohne Widerspruch und macht sich bereit zum Aufbrechen, Aiden jedoch bleibt ruhig sitzen und macht keinerlei Anstalten auf zu stehen.
    „Bevor du gehst, gibt es noch etwas was dich vielleicht umstimmt.“ Beginnt Aiden und seine Gesichtszüge verändern sich, ebenso das Timbre seiner Stimme.
    Abwartend schaue ich auf ihn herab und höre ihn mir an: „Radovil ist in Besitz eines bestimmten Jungen, welcher die Fähigkeit hat mit Drachen zu kommunizieren und sie ebenfalls manipulieren kann.“
    Ich bin wie erstarrt.
    Sollte dies wirklich der Wahrheit entsprechen, war mein Traum eine drohende Vorhersage und unser geliebter Berg wird in einem Meer von Flammen untergehen.
    Ich deute dem blonden Zwerg neben mir an, sich erneut zu setzen.
    „Wie genau sind diese Informationen?“ frage ich nachdenklich und mit zitternder Stimme.
    „Diese Informationen sind präzise. Sonst würden wir doch keine Königin unnötig damit aufhalten.“ Antwortet Emetiel mit einem sarkastischen Unterton.
    Als Königin ist es meine oberste Pflicht, dass alle in meinem Reich in Sicherheit sind weshalb ich dem Plan widerwillig zustimme, jedoch mit eigenen Absichten.


    Vadim lässt seine Widerstandskämpfer in Position gehen.
    Wir locken den König in einen Hinterhalt.
    Unsere Aufgabe besteht allein nur darin Radovil zu einem abgelegen Ort einzuladen, aber natürlich verlässt der König nicht so einfach sein sicheres Reich.
    Weshalb sie wollen dass ich als Königin unter dem einsamen Berg mit ihm ein Bündnis zwischen unseren Reichen erstellen möchte.
    „Falls es im Land einen Aufstand geben sollte, oder das Volk in Panik ausbricht warte ich an einem geschützten Ort wo wir uns anschliessend alle treffen werden.“ Erläutert Emetiel uns.
    Ich ziehe verdutzt eine Augenbraue hoch: „Du wartest auf uns? Deinen Hals willst du also nicht riskieren?“
    Auch Fili findet dies äusserst seltsam und starrt ihn misstrauisch an.
    Wieso sollte er sich zurück halten?
    Immerhin ist dies sozusagen sein Plan, also sollte er sich nicht verstecken und sich im Hintergrund aufhalten.
    „Wenn eine Wache mich erspäht, ist der ganze Plan gelaufen. Ich werde in jedem Land gesucht und sie werden wissen warum ich gekommen bin.“ Klärt der dunkelhaarige mich auf.
    Kopfschüttelnd wende ich mich wieder den andern zu.
    „Keine Sorge Riannon. Meine Leute sind kampferprobt. Die machen das schon. Du musst ihnen nur den König bringen.“ Versucht mich Vadim zu besänftigen und sieht mich mit seinen dunklen Augen intensiv an.
    Auch wenn Radovil verrückt ist und nicht mehr rational denkt, so ist er ein verflucht schlauer Hund, was er schon mehrmals mit seiner genialen Strategie bewiesen hat.
    Ich bin mir deshalb nicht sicher ob er auf so einen plumpen Trick reinfällt, denn immerhin komme ich erst jetzt mit diesem Bündnis zu diesen schweren Zeiten.

    Einige Zeit später…
    Ein kühler und stürmischer Wind bläst mir um meine Ohren und das führerlose Land wird von einer Nebeldecke eingehüllt.
    Wir haben einen Raben an Radovil gesandt um mit ihm das Treffen auf neutralem Gebiet zu vereinbaren.
    Zu meinem Erstaunen hat dieser dem Treffen überraschend zugestimmt… ist er wirklich so blauäugig wie es gesagt wird?
    An Dummheit und Gier herrscht niemals Mangel und ein verrückter Herrscher tut alles um sein Reich zu erweitern.
    Als Fili und ich kurz alleine sind, ziehe ich ihn in eine Ecke wo wir unbeobachtet von den andern sind.
    Aiden hat nur noch dieses eine Ziel vor Augen, nämlich den König zu töten, weshalb ich dies ihm nicht anvertrauen kann.
    „Hör zu Fili, sobald es ernst wird, verschwinden wir und suchen diesen Jungen.“ Offenbare ich ihm flüsternd meine wahren Absichten.
    Erschrocken starren mich seine grünen Smaragdaugen an.
    Offensichtlich hat er nicht damit gerechnet, dass ich noch anderes vorhabe.
    Wir müssen um jeden Preis diesen Jungen finden, denn nur dann ist der einsame Berg sicher vor einem wütenden, feuerspeienden Drachen.
    „Du glaubst an diese Legende?“ fragt mich der blonde Zwerg schließlich.
    Ich nicke ihm leicht zu auch wenn ich dies bis vor einem Moment nicht getan habe.
    Glaubt man der Legende, so wird der Besitzer dieser Fähigkeit immer wieder neu geboren.
    Dies dient dazu, dass der Besitzer unentdeckt von den verschiedenen Völker bleibt und nur wenige wissen wie seine wahre Gestallt aussieht.
    „Wie wollen wir diesen Jungen ausfindig machen? Wir wissen doch noch nicht mal wie er aussieht oder wo er sich aufhält.“ Erwidert der blonde Zwerg mit großem Zweifel.
    „Ich denke er ist in den Kerkern, bei den anderen Gefangenen.“ Schildere ich ihm meine Gedanken.
    Radovil hat viele Gefangene, doch nur solche welche er zu seinen eigenen Gunsten gebrauchen kann… wie zum Beispiel Magier oder Personen mit seltenen Gaben.
    „Und wie wollen wir ihn befreien?“ fragt er weiter.
    Ich seufze und schließe meine Augen, denn es gibt keine Strategie: „Dazu kommen wir wenn es soweit ist.“

    5
    Gefängnis Ausbruch Aufgeregt sitze ich nun endlich diesem Radovil gegenüber. Für unser gemeinsames Treffen wurde eine ganze Taverne leergeräumt. V
    Gefängnis Ausbruch


    Aufgeregt sitze ich nun endlich diesem Radovil gegenüber.
    Für unser gemeinsames Treffen wurde eine ganze Taverne leergeräumt.
    Vor der Tür des Gasthauses stehen dutzende Wachen des Königs, hingegen ich nur Aiden und Fili als Geleitschutz dabei habe.
    Ich hätte nicht erwartet dass mein Gegenüber so ein junger Mann ist.
    Seine hellbraunen Augen durchforschen mich und lassen einen kalten Schauer über meinen Rücken ziehen.
    Er hat irgendetwas Mysteriöses an sich und flösst in mir ein unsicheres Gefühl aus.
    „Ich hörte ihr wollt mit mir etwas Wichtiges besprechen.“ Beginnt er und ich höre in seiner Stimme den Hauch von Arroganz.
    Ich nicke und versuche mich so gut es geht in meine Rolle zu versetzen: „Ich bin gekommen wegen eines Bündnisses zwischen unseren Reichen.“
    Schnell weiche ich meinen Blick von ihm ab und schaue auf das dunkle, leicht vermoderte Holz von dem Tisch.
    Ich will nicht, dass er meine Unsicherheit bemerkt, weshalb ich den Blickkontakt mit ihm vermeide.
    „Vielleicht. Oder ihr wollt mich reinlegen. Wie die anderen.“ Kontert der junge König und ich spüre seine intensiven Blicke auf mir ruhen.
    Unwohlsein macht sich in meinem Körper bereit.
    Gekonnt versuche ich meine Nervosität zu überspielen und erhebe mich selbstbewusst und starre auf ihn herab: „Warum sollte ich dies tun? Unsere Länder haben mit denselben Problemen zu kämpfen. Überfälle von Orks nehmen auch in euren Landen überhand.“
    Ich scheine bei ihm einen wunden Punkt getroffen zu haben, denn er beschäftigt sich mit seinen Gedanken, was ich an seinen umherschauenden Pupillen erkennen kann.
    Es herrscht Stille zwischen uns, auch die Wachen welche mit uns im Raum sind verhalten sich ruhig und behalten meine beiden Freunde im Auge.
    Jetzt erhebt sich auch Radovil und beginnt um mich herum zu schleichen, wie eine hungrige Raubkatze um seine Beute: „Ihr habt einen langen und gefährlichen Weg auf euch genommen um mit mir zu verhandeln und das nur mit zwei jämmerlichen Begleitern. Ausserdem frage ich mich doch ob dein Mann weiss, dass du überhaupt hier bist.“
    Seine Stimme schallt direkt in mein Ohr.
    Ich fühle seinen warmen Atem an meinem Nacken und bin mir bewusst, dass er den Köder nicht geschluckt hat.
    Langsam streicht er mir eine Haarsträhne hinter mein Ohr und stellt sich mir wieder gegenüber hin.
    Ich bemerke, wie seine Wachen ihre Griffe um ihre Klingen verstärken.
    Mein Herzschlag beschleunigt sich ungewollt.
    Schnell nehme ich mit Fili Blickkontakt auf ehe von draussen laute Schreie ertönen und unser Gespräch so beenden.
    Fili eilt zu mir und eskortiert mich zur geheimen Hintertür hinaus.
    Wir blicken nicht zurück sondern laufen zu unseren Pferden welche wir zwei Häuser weiter versteckt haben.

    Mit meinem langen, königlichen Kleid hänge ich plötzlich an einem Strauch fest.
    Ich halte an und ärgere mich wieder einmal darüber was für Nachteile solch prunkvolle Kleider mit sich bringen.
    Fili hält ebenfalls an und kommt auf mich zu: „Ist was passiert?“
    Besorgt mustert er mich und will das Kleid von dem Strauch befreien, aber ehe er dazu kommt, reisse ich den unteren Teil meines königblauen Kleides einfach weg.
    Ich habe eine geniale Schneiderin, welche mir die Königskleider so schneidert, dass ich mich darin auch flexibel bewegen kann.
    Überrascht starrt mich mein blonder Begleiter, ehe ich ihm den unteren Teil zu werfe: „Gib acht, dass es nicht knittert.“
    Schelmisch grinst er mich an, wobei ich mir ziemlich sicher bin dass er einen schmutzigen Hintergedanken hat.
    Er wirft den Rock über sein Pferd und wir reiten in hohem Tempo los.
    Achtend darauf keine Passanten umzuwerfen reiten wir in scharfem Galopp durch die Strassen von Radovils Reich.
    Wir reiten wie der Wind um schnellst möglich zum Gefängnis zu gelangen.

    Auf einer kleinen Halbinsel östlich im Wasser liegt das Gefängnis mit allen wichtigen Gefangenen.
    Wir schnappen uns ein kleines Boot und fahren über den See.
    Wachsam durchsuche ich die Gegend nach Wachen, während Fili das Boot steuert.
    Nach einer kurzen Fahrt erreichen wir die Insel und stehen nun vor den grossen Gefängnismauern.
    Wir müssen um die Mauern herum gehen, damit wir zum Eingang gelangen.
    Leise und auf Zehen spitzen schleichen wir durch das hohe Gras, an den steinigen Mauern entlang.
    Vögel haben sich in der heruntergekommenen Mauer eingerichtet.
    Hier und da begegnen uns Ratten, welche uns zum Glück in Frieden lassen.
    Ich verlangsame mein Tempo als ich die beiden Wachen vor dem Haupttor des Gefängnisses erblicke.
    Mit Axii verzaubere ich die beiden um ihnen keinen Schaden zufügen zu müssen.
    Rasch schleichen wir uns an ihnen vorbei und verstecken uns sogleich in einer geschützten Ecke.
    Mit meinen Hexersinnen suche ich die Gegend nach Wachen ab.
    In den beiden Wachtürmen und auf der hohen Mauer befinden sich einige Wachen, wenn auch nicht viele.
    „Und was tun wir jetzt?“ flüstert Fili mir zu.
    „Wir begeben uns zu den Verliesen.“ Antworte ich ihm mit leiser Stimme.
    Unverständlich starrt mich mein Begleiter an: „Und dann? Fragen wir jeden Gefangenen nach diesem Jungen aus?“
    „Genau das werden wir tun.“ Sage ich und verwirre ihn nur noch mehr.
    Ein besserer Plan ist mir leider auf die Schnelle nicht eingefallen.

    Eine steile Treppe führt uns nach unten zu den Kerkern.
    Fackeln beleuchten die engen Gänge des Gefängnisses.
    In den einzelnen Verliesen haben wir sogleich die Aufmerksamkeit von unzähligen Gefangenen auf uns gelenkt.
    Sie hängen an ihren Zellentüren und bitten uns, sie hier rauszuholen.
    Einige höflich, andere brüllen uns an, und einige schenken uns keinerlei Beachtung.
    In der Mitte des Zellenblocks halte ich inne: „Wir suchen einen Jungen. Er soll eine besondere Fähigkeit haben.“
    Sofort beginnt ein wildes Durcheinander, denn jeder Gefangene berichtet uns das er derjenige sei.
    „Schaut, ich kann meine Faust in den Mund nehmen! Ich bin der Junge!“ demonstriert uns ein verrückter abgemagerter Gefangener.
    Ein anderer beginnt selbst auf sich einzuschlagen und macht uns dann weis dass er keinen Schmerz empfindet.
    Ich schüttle mein Haupt und deute Fili an den Block zu verlassen als mich plötzlich ein Gefangener an meinem Arm festhält.
    Ich bin perplex etwas zu tun, als der blonde Zwerg eingreifen will.
    „Ich weiss wen ihr sucht.“ Spricht der Gefangene welcher mich immer noch festhält.
    Seine langen, fettigen Haare hängen ihm ins Gesicht, während er mich hinter ihnen mit seinen kristallblauen Augen mustert.
    Sein braunes Hemd hängt ihm schlaff über seinen gut gebauten Körper.
    Zaghaft lässt er mich wieder los und hält die Gitterstäbe fest welche ihn von uns trennen.
    „Ach ja?“ fragt ihn Fili provozierend.
    Der Gefangene nickt nur und begutachtet mein Königsjuwel, welches ich um meinen Hals trage.
    Es ist ein königsblauer, funkelnder Stein… umrahmt von einem goldenen Rahmen welcher die Umrisse unseres Wappens hat.
    Nun begutachtet er Filis Rüstung, welche ebenfalls unser Königliches Wappen aufweist.
    „Ihr kommt von weit her. Eure Heimat liegt hinter dem Nebelgebirge… dieses Wappen würde ich überall wieder erkennen.“ Spricht der Gefangene weiter zu uns.
    Ich bin überrascht dass er unser Wappen hier in dieser Gegend erkennt.
    „Der Junge, den ihr sucht, befindet sich unten in der Wäscherei.“ Offenbart er uns, geht von seiner Verliestür zurück und lehnt sich gegen die kalte und feuchte Mauer.
    Ich bin mir nicht sicher ob wir ihm trauen können… wieso sollte er uns seinen Aufenthaltsort ohne eine Belohnung verraten?
    Wie dem auch sei, ohne ein weiteres Wort verschwinden Fili und ich nach unten.

    Unten angekommen, entdecke ich nur vier ältere Männer.
    Keiner der unseren Gesuchten sein könnte… auch dies war eine Fehlinformation.
    „Sieh doch.“ Fili deutet auf eine Person am Wäschetrog.
    Es ist ein zierlicher, junger Mann mit ebenfalls etwas längerem Haar.
    Dunkle Haarsträhnen fallen ihm in seine Augen während er die Wäsche mit einem langen Stab herum rührt.
    Anschliessend greift er sich ein Kleidungsstück und reibt sie hin und her bis der Schmutz gelöst ist.
    Fili und ich beobachten das Geschehene weiter hin als sich unerwartet die vier Männer um ihn herum aufstellen.
    Sie pöbeln ihn an und beschimpfen ihn: „Nur wegen dir sind wir in diesem Drecksloch!“
    Ich bin neugierig… er soll dafür verantwortlich sein?
    Plötzlich greifen die Vier nach Waschbrettern und wollen unserem Jungen eine Abreibung verpassen.
    Fili und ich handeln schnell und überlegen keine Sekunde und gehen dazwischen.
    „Seid ihr sicher dass ihr das Schicksal herausfordern wollt?“ ruft Fili ihnen zu und sieht sie mit drohendem Blick an.
    Verdattert drehen sie sich in unsere Richtung.
    Sie erblicken die Schwerter welche wir bei uns tragen und wissen sofort dass wir uns unbefugten Zutritt erlaubt haben.
    Fili und ich bestreiten keine unfairen Kämpfe, weshalb wir zu den Wäschestangen greifen.
    „Ihr seid nicht von hier!“ äussert sich der eine sogleich.
    „Schon möglich. Weshalb wir auch gleich wieder verschwinden, sobald wir den Jungen da mitgenommen haben.“ Kontere ich und zeige mit meinem Stock auf den Jungen.
    „Er wird nirgendwo hingehen.“ Spricht der andere drohend und kommt auf uns zu.
    Ich seufze: „Trottel lernen es nie…“
    Drei gegen Vier ist ein fairer Kampf, wobei sich unser Junge eher weniger geschickt anstellt.

    Nur noch ein Gegner, dann haben wir es geschafft, als plötzlich von oben schwere Schritte zu hören sind.
    Fili und ich reagieren schnell und verstecken uns in einer dunklen Nische.
    Gerade noch Rechtzeitig denn die Wachen sind bereits eingetroffen.
    „Was geht hier vor?“ will der Wachmann wissen.
    Unser Junge ist der einzige welcher noch steht.
    „Nichts.“ Antwortet er schnell und sieht hilfesuchend umher.
    Die Wache stützt seine Hände in die Hüfte: „Ich frage nicht dich, sondern den da unten. Hast du was zu sagen?“
    Mit strengem Blick sieht die Wache auf den am Boden liegenden Mann.
    „Ich bin auf Seife getreten.“ Antwortet dieser knapp.
    Natürlich glaubt ihm das der Hauptmann nicht und verordnet allen am Boden liegenden Männern Einzelhaft.
    Da haben sie viel Zeit um über ihr Leben und ihre Entscheidungen nachzudenken.
    Nach einigen Widersprüchen verlassen sie die Wäscherei bis auf unser Junge.
    Erleichtert kommen Fili und ich aus unserem Versteck.
    Übermütig kommt der Junge auf uns zu gestürmt: „Das war ja spitze! Wie kann ich euch danken?“
    Fili und ich tauschen einen Blick aus ehe wir ihm schnippisch antworten: „Halt die Klappe und folge uns.“
    Wir gehen an den vielen Zellentüren vorbei, gefolgt von den Blicken der Inhaftierten.
    Beim letzten Verlies halten wir an.
    Immer noch an der Wand gelehnt beäuge ich den Gefangenen welcher uns geholfen hat.
    Ich kann ihn nicht hier in diesem dunklen, feuchten Verlies zurücklassen, denn wer weiss was auf ihn wartet.
    In einem Gefängnis gibt es leider verschiedene Ausgänge… manche führen in die Freiheit und andere in die Ewigkeit.
    „Warum wolltest du nicht, dass wir dich zuerst aus deinem Verlies befreien?“ frage ich ihn direkt und linse durch die Gitterstäbe.
    „Hier im Gefängnis bin ich ein Gefangener unter vielen… aber wenn ich ausbreche, werde ich zum Staatsfeind Nummer Eins.“ Antwortet mir dieser monoton.
    Auch wenn dem so sein mag, ich lasse ihn nicht hier verrotten.
    Ich wende eine Druckwelle an und hoffe die Gefängnistür damit aufzubrechen.
    Mit einem lauten Knall zerbricht diese zu unserem Glück.
    „Komm mit uns, das hat wahrscheinlich eine Wache gehört.“ Sage ich rasch, ehe wir uns aus dem Staub machen.

    Wir reisen ein kleines Stück zusammen ehe sich unsere Wege mit dem mysteriösen Gefangenen aufteilen.
    „Du bist immer willkommen im Erebor.“ Versichere ich ihm und gebe ihm als Königin mein Wort.
    Der ehemalige Gefangene nickt mir verstehend zu: „Ich danke euch edle Herrin, doch ich werde zu den Waldläufern gehen, denn da gehöre ich hin. Passt auf euch auf!“
    In schnellem Galopp reitet er davon tief in die dunklen Wälder hinein.
    „Und wo gehen wir hin?“ fragt uns der Junge euphorisch und blickt uns strahlend an.
    Fili und ich rollen nur mit unseren Augen… da hat wohl jemand keine Ahnung wer er vor sich hat.
    „Das wirst du schon sehen.“ Antworte ich Helios und reite mit Fili voran.
    Obwohl er auch Filis und meinen Namen kennt, kann er uns trotzdem nirgends zuordnen und wird wohl erst im Erebor merken, wer wir wirklich sind.

    6
    Eine Freundschaft die ewig hält Zusammen mit Helios sind Fili und ich schon einige Zeit unterwegs. Von Aiden fehlt noch jede Spur und dies obwohl ich
    Eine Freundschaft die ewig hält


    Zusammen mit Helios sind Fili und ich schon einige Zeit unterwegs.
    Von Aiden fehlt noch jede Spur und dies obwohl ich ihm mit einem Raben eine Nachricht geschickt habe.
    An einem uns nur allzu bekannten Ort machen wir eine kurze Rast und schlagen unser Nachtlager auf.
    Während Helios unsere Betten vorbereitet, suchen Fili und ich nach brennbarem Holz für das Lagerfeuer.
    Leise und wachsam streifen wir durch den dunklen Wald.
    Die einst saftig, grünen Blätter sind in die verschiedensten Brauntöne verblasst.
    Mit jedem unseren Schritten knirscht das Laub unter unseren Stiefeln.
    Dank meinen Hexensinnen haben wir endlich etwas trockenes Holz gefunden, was zu dieser Jahreszeit keine Selbstverständlichkeit mehr ist.
    „Erinnerst du dich noch als wir das erste Mal hier waren?“ unterbricht der blonde Zwerg die Stille mit sanfter Stimme.
    Ich halte inne, während vor mir eine weisse Wolke meines warmen Atems aufsteigt.
    Natürlich erinnere ich mich an diesen Moment zurück… an diesem Ort hatte einst unsere lange Reise begonnen.
    Nicht weit von hier auf einer Lichtung im Wald kamen Fili und ich uns das erste Mal näher.
    „Ja ich erinnere mich.“ Sage ich zögernd, da ich nicht weiss, worauf der junge Zwerg hinaus will.
    Mit kleinen Schritten kommt Fili auf mich zu, während er mich nicht aus seinen wunderbaren Augen lässt.
    Bedacht greift er nach meiner kühlen Hand und legt sie in seine, worauf ich abrupt das gesammelte Feuerholz fallen lasse.
    Auch wenn ich schon ziemlich lange mit Thorin zusammen bin, so scheint sein Neffe immer noch verborgene Gefühle für mich zu hegen welche immer noch auf Gegenseitigkeit zu beruhen scheinen.
    Ich spüre die knisternde Luft zwischen uns.
    Gefühlvoll sehen seine Augen innig in meine.
    Mit langsamen Schritten kommt er zögernd auf mich zu, bis wir uns schliesslich sehr nahe sind.
    Sein Blick gleitet zu meinen Lippen was mein Hirn rattern lässt.
    „Du siehst auf meine Lippen.“ Sage ich leise und mit einem Hauch Verunsicherung.
    „Ja. Sie bewegen sich ja auch beim Reden.“ Erwidert der Zwerg vor mir und ich weiss genau was jetzt kommen wird.
    Plötzlich werden wir jedoch durch ein Knacksen unterbrochen, ehe noch etwas passieren konnte.
    Helios taucht auf und teilt uns freudig mit: „Es ist alles bereit.“
    Ich nicke ihm zu und wir begeben uns gemeinsam zu unserem Lager zurück.

    Gedankenverloren schaue ich auf die lodernden Flammen unseres Feuers, während Fili gerade dabei ist neues Holz ins Feuer zu werfen, damit es seine Kraft behält und nicht erlischt.
    Ich spüre die geborgene Wärme des Feuers in meinem Gesicht und bemerke wie sich die aufmerksamen Augen von Helios zwischen Fili und mir hin und her bewegen.
    Wir sind verändert und peinlich berührt seit wir von unserer Suche nach Feuerholz zurück sind.
    „Also wo gehen wir hin?“ fragt uns der Junge um die unangenehme Stille zu beenden.
    Ich schaue langsam auf und antworte knapp: „Zum einsamen Berg, aber zuerst müssen wir auf Aiden warten.“
    Unsere Reise ohne Aiden fort zuführen gleicht einem Selbstmordkommando.
    Ausserdem wäre es ihm gegenüber ziemlich ungerecht, da wir ihn sonst schon zurückgelassen haben.
    „Haust da nicht ein gefährlicher, feuerspeiender Drache?“ will er wissen und sieht uns ängstlich an.
    Fili schüttelt seinen Kopf: „Schon seit Ewigkeiten nicht mehr.“
    Erleichtert atmet der Junge aus und lächelt uns an.
    „Ihr solltet etwas schlafen. Ich halte solange Nachtwache.“ Sage ich entschlossen und setze mich etwas abseits von unserem Lager an einen Baumstamm.

    Hellhörig lausche ich den Geräuschen um uns.
    Die Blätter rauschen im kühlen Wind der Nacht.
    Das Heulen eines einzelnen, einsamen Wolfes ist weit in der Ferne zu hören.
    Scheint alles ruhig und friedlich, bis ich ein weiteres Geräusch vernehme.
    Schwere Schritte… und die Schritte eines Pferdes.
    Es könnte unser langersehnter Kamerad sein.
    Ich erhebe mich und begebe mich vorsichtig in den Wald um mich ihm entgegen zu Stellen.
    Und tatsächlich, vor mir erblicke ich das Gesicht eines alten Bekannten.
    „Aiden!“ begrüsse ich ihn freudig und erleichtert.
    Er hingegen scheint es mir immer noch übel zu nehmen, dass wir ihn nicht in unseren Plan eingeweiht haben.
    Der junge Hexer nickt mir lediglich kurz zu und begibt sich anschliessend zu den andern ans Lagerfeuer.
    Ich akzeptiere seine Entscheidung mir erstmals die kalte Schulter zu zeigen, denn anders habe ich es wohl nicht verdient.
    Fili rührt sich und öffnet langsam seine grünen Smaragd Augen.
    Überrascht starrt dieser Aiden an, als er ihn erblickt: „Schön, dass du wieder hier bist.“
    „Ach ja? So komme ich mir aber nicht vor.“ Kontert der junge Hexer und schenkt mir einen derart bösartigen Blick, welchen ich noch nie von ihm gesehen habe.
    Nun rührt sich auch unser Schützling, welchen wir aus den dunklen Verliesen gerettet haben.
    Ich setze mich ebenfalls ans Feuer und versuche meinen besten Freund zu besänftigen: „Hör zu Aiden, du und die anderen hatten den Plan den König umzubringen. Fili und mein Plan war es hingegen Helios zu befreien, denn er stellt noch eine grössere Bedrohung dar als Radovil selbst.“
    Mit einem unerwarteten Ruck erhebt sich der braunhaarige Hexer und tritt neben mich: „Und du fandst es nicht wichtig mich einzuweihen?“
    „Nein.“ Antworte ich knapp und sehe ihm dabei nicht in seine Augen.
    Aiden schnaubt wütend auf: „Ich fasse es nicht, dass meine beste Freundin so etwas sagen kann. Weisst du Riannon, seit du Königin unter dem Berge bist hast du dich verändert und zwar nicht zum Guten. Du bist genau wie Radovil und setzt nur deine eigenen Interessen durch!“
    Ich bin wie erstarrt und erschrocken von seinen Worten.
    Das stimmt doch überhaupt nicht!
    Helios ist wichtiger für unser Volk als ein toter Radovil.
    Ich setze nicht meine Interessen durch, sondern überlege geschickt welches die bessere Entscheidung für das gesamte Volk ist.
    „Ich treffe die Entscheide, welche für unser Volk am wichtigsten sind!“ antworte ich ihm mit bebender Stimme und erhebe mich ebenfalls.
    Gehässig lacht Aiden auf: „Unser Volk? Du hast wohl vergessen von welchem Volk du wirklich abstammst! Nazair… Riannon! Nazair… das ist deine richtige Heimat! Ihr bist du zur Treue verpflichtet!“
    Fili schaut unserem Streit nicht länger zu und erhebt sich ebenfalls um uns auseinander zu bringen: „Es reicht jetzt! Hört auf damit!“
    „Halt dich daraus Fili!“ befehle ich, denn dies ist ein Streit zwischen zwei aufgebrachten Hexern.
    Ich blicke zu unserem Schützling, welcher mit offenem Mund uns entgeistert anstarrt.
    „Und du hörst auf mich zu provozieren!“ fahre ich mein Gegenüber an.
    Doch meine ausgesprochene Drohung lässt den jungen Hexer völlig kalt.
    „Du denkst du könntest mich schlagen?“ fordert er mich heraus und mustert mich durchdringend.
    Ein Duell zwischen Aiden und mir hat es schon lange nicht mehr gegeben.
    Man kann sich nie sicher sein, ob es gut oder schlecht Enden wird.
    Eigentlich könnten wir das Ganze bestimmt auch anders lösen, doch mein bester Freund weiss eben nur zu gut wie er mich aus der Reserve locken kann.
    Ich halte mich nicht weiter zurück und wende eine Druckwelle gegen den braunhaarigen Hexer an.
    Zorn flackert in meinen Augen, welche den Hexer fixiert haben.
    Mit festem Griff ziehe ich mein Stahlschwert.
    Aus meinen Augenwinkeln erkenne ich Filis erschrockenen Blick.
    Ich weiss, als eine mächtige Königin sollte ich mich eigentlich nicht so leicht provozieren lassen und nach einer besseren Lösung suchen.
    Aiden zieht ebenfalls sein Schwert und grinst mich fies an.
    Ohne Vorwarnung stürmt der flinke Hexer auf mich zu.
    Auch wenn ich mein Schwert eigentlich an den Nagel gehängt habe, sind meine Reflexe immer noch schnell und intakt.
    Ich weiche elegant aus: „Du warst auch schon schneller!“
    „Na warte, das wird dir noch leidtun!“ kontert Aiden und stürmt erneut auf mich zu.
    Mit einer Drehung prallen unsere Schwerter direkt auf einander.
    Mit all meiner Kraft halte ich seinem Druck stand welcher er auf mein Schwert ausübt.
    Gleichzeitig wenden wir die Druckwelle an, welche uns beide in eine andere Richtung schleudert.
    Es vergeht keine Sekunde in der wir liegen bleiben… wir sind Hexer und ein Hexer lässt sich von keinem so leicht unterkriegen.

    Der Kampf zwischen uns Hexer dauert nun bereits seit Ewigkeiten an.
    Wir sind beide erschöpft.
    Jeder Feind der uns jetzt aus dem Hinterhalt angreifen würde, hätte die besten Chancen uns zu schlagen.
    Fili wird immer ungeduldiger und nervöser… er scheint sich grosse Sorgen um uns beide zu machen.
    Keuchend und mit einer blutenden Schulter stehe ich dem ebenfalls verwundeten und schwer atmenden Aiden gegenüber.
    Keiner von uns denkt auch nur einen Augenblick ans Aufgeben.
    Dieser Moment erinnert mich zurück an Ard Cerbin.
    Aiden und ich haben uns bei jeder Gelegenheit duelliert und wir wollten einander immer beweisen, wer der stärkere ist.
    Früher und auch heute scheinen wir jedoch gleich stark zu sein, was wir unserem all geliebten Meister zu verdanken haben.
    „Diesmal hast du Glück gehabt Aiden. Hast um Haaresbreite überlebt.“ Sage ich keuchend und stecke mein Schwert zurück auf meinen Rücken.
    Auch Aiden sieht endlich ein, dass es nichts bringt weiter zu kämpfen.
    Er verstaut sein Schwert ebenfalls und kommt mit schweren Schritten auf mich zu.
    Als er direkt vor mir steht, hält er mir freundlich seine Hand hin: „Du hast dich auch gut geschlagen… eure Majestät.“
    Ich ergreife erleichtert seine Hand.
    So läuft ein Streit zwischen uns beiden jedes Mal ab… wir brüllen uns wie die Trolle an, gehen auf einander los und vertragen uns schliesslich wieder.
    Wir setzen uns erneut ans Lagerfeuer, doch diesmal ist alles friedlich und harmonisch.
    Während Fili mir liebevoll einen Verband um meine verletzte Schulter bindet, bemerke ich wie Aiden der Junge vor ihm durchdringend mustert.
    „Also... du bist der Junge mit den besonderen Fähigkeiten?“ richtet sich der junge Hexer an ihn.

    7
    Ärger im einsamen Berg

    Endlich erspähe ich die Pforten des Erebors.
    Zu lange waren wir unterwegs… und zu lange habe ich meine drei Kinder und mein Geliebter nicht mehr gesehen.
    Umso glücklicher bin ich deswegen, wenn ich die Vier bald in meine Arme schliessen kann.
    Auf unserer Rückreise, gab es zum Glück keine grosse Probleme… lediglich ein paar nervende Orks welche sich uns in den Weg stellten mussten wir erschlagen.
    Die Flagge welche sich auf unserem Aussichtspunkt befindet, wird hin und her geschwankt.
    Es ist das Zeichen für jene, welche sich im Erebor aufhalten, dass wir bald eintreffen werden.

    Wir nähern uns dem Haupttor und bereits jetzt kommen uns unzählige Bürger entgegen.
    „Thorin sie sind da!“ brüllt Kili welcher freudig auf uns zu gelaufen kommt.
    Zwei Stallburschen nehmen uns die Pferde ab und bringen sie zu ihren Ställen.
    Erleichtert umarme ich Kili und fühle sogleich ein Hauch von Heimat.
    Kaum habe ich mich auch schon von ihm gelöst, höre ich das freudige Geschrei meiner Tochter: „Mama!“
    Die Kleine drückt sich an den vielen Bürger vorbei und kommt strahlend auf mich zugerannt.
    Ich knie mich hin und lasse sie in meine Arme fallen.
    Wie sehr ich sie doch vermisst habe.
    Auch mein ältester Sohn lässt nicht lange auf sich warten und fällt mir ebenfalls in die Arme.
    „Du darfst uns nie mehr so lange alleine lassen.“ Äussert sich Thora und klammert sich wie ein junges Äffchen an mich.
    „Keine Sorge, dass werde ich nicht.“ Verspreche ich ihnen, drücke sie noch einmals an mich, ehe ich mich von ihnen löse.
    Mein Blick gleitet durch das versammelte Volk… nie hätte ich gedacht, dass der Empfang so gross sein wird.
    Während ich das Getümmel nach Frerin absuche, ertönt eine barsche Stimme: „Wo bist du gewesen?“
    Augenblicklich schweigt die gesamte Menge ehe sie sich aufteilt, so dass in der Mitte der Menge ein Pfad entsteht welcher direkt zu mir führt.
    „Thorin.“ Flüstere ich kaum hörbar und fixiere ihn mit meinen Katzenaugen.
    Er sieht etwas abgemagert aus und scheint ein paar graue Strähnen mehr bekommen zu haben.
    Elegant und mit erhobenem Haupt kommt mein König zielsicher auf mich zu.
    Ich weiss nicht wie ich reagieren soll, denn die ganze Aufmerksamkeit der Versammelten befindet sich auf uns und zum anderen weiss ich nicht ob mein Ehemann wütend auf mich ist, denn seine Stimme klingt alles andere als begeistert.
    Direkt vor mir kommt er zum Stehen und mustert mich von oben bis unten.
    Ein herzhaftes Lächeln umspielt seine Lippen ehe er mit sanfter Stimme spricht: „Du hast mir gefehlt.“
    Eine Sekunde später spüre ich seine weichen Lippen auf meinen.
    Ich schliesse meine Augen und gebe mich seinem sehnsüchtigen Kuss voll und ganz hin.
    Verlangend und fordernd bittet seine Zunge um Einlass, ehe sie sich umschlingen.

    Natürlich verlangte der König unter dem Berge nach einer Erklärung wieso unsere Reise so lange gedauert hat.
    Dass wir einen Mordanschlag auf einen König vorbereitet haben, verschweige ich ihm allerdings.
    Und über Helios habe ich ihm alles Wichtige erläutert, jedoch nicht wo wir ihn gefunden haben.
    Gemeinsam schlendern Thorin und ich durch die grossen Hallen des einsamen Berges.
    Die Vorbereitungen für ein grosses Fest laufen auf Hochtouren.
    Wir feiern die Eroberung des Erebors, wie wir es jedes Jahr tun… dazu eingeladen sind die beiden anderen Heere und deren Volk.
    Es wird ein gigantisches Fest und unzählige Gäste werden schon bald eintreffen.

    *Kilis Sicht*
    Riannon und Thorin haben mich dazu beauftragt den Jungen mit diesen besonderen Fähigkeiten im Auge zu behalten.
    Er ist noch nicht lange hier und das Königspaar misstraut ihm oder befürchtet dass er abhauen könnte.
    Mit einem vollen Bierkrug in der Hand stehe ich lässig an eine Säule gelehnt und beobachte das Treiben um mich herum… Helios aber immer in meinem Blickfeld.
    Das mächtige Fest der Drei Heere, ist bereits voll im Gange.
    Riannon und Thorin müssen ständig präsent sein und sich als gutes Paar bewähren.
    Jedoch scheinen sie keinerlei Mühe dabei zu haben, denn sie passen so gut zusammen, wie die Faust aufs Auge.
    Viele hübsche Mädchen sind hier, doch mein Herz gehört nur der einen, welche auch bald mal eintreffen sollte.

    Während ich mir einen neuen Bierkrug gönne, erspähe ich Helios welcher sich mit einem Mädchen aus dem Staub macht.
    Ich grinse in den Bierkrug hinein, während ich einen weiteren Schluck zu mir nehme.
    Auch wenn ich eigentlich ein Auge auf den Burschen haben sollte, lasse ich mich zu einem amüsanten Kartenspiel verleiten.

    Das Glück ist mit mir, denn ich habe bereits in der ersten Runde abgeräumt.
    Unerwartet kommt ein verzweifelter und völlig aufgebrachter Helios zu mir gerannt.
    Er bittet mich umgehend mit ihm mitzukommen.
    Mit grossen Schritten eilen wir durch die Bogengänge.
    Warum musste er ausgerechnet jetzt auftauchen wo ich doch ein solches Glück im Spiel hatte?
    Helios führt mich in einen der vielen Räume in unserem Hausberg.
    Ehe ich den Raum betrete halte ich abrupt an… vor mir liegt eben jenes Mädchen, mit dem unser Charmeur hier vorhin eben noch verschwunden ist.
    Sie trägt noch ihre gesamte Kleidung, was wohl heisst, dass nichts zwischen den beiden gelaufen ist.
    Helios schildert mir, dass sie Opium in den Wein gemixt hätten und diesen dann tranken.
    Ich rolle mit meinen Augen… dass die jungen Leute solchen Blödsinn ausprobieren müssen.
    Regungslos liegt die blondhaarige vor uns auf dem Boden mit geschlossenen Augen.
    „Ich werde dir hierbei nicht helfen.“ Sage ich kalt, auch wenn es mir schwer fällt denn Helios vertraut mir.
    Wir haben uns auf Anhieb gut verstanden und zusammen trainiert… doch was er jetzt verlangt kann ich ihm nicht erfüllen.
    „Warum nicht?“ flehend schaut mich der Junge an.
    „Thorin und Riannon vertrauen mir und ich werde sie niemals hintergehen. Ich werde dir nicht dabei helfen den Tod eines adligen Mädchens zu vertuschen.“ Erwidere ich wütend.
    Wenn Adlige aus einem fernen Land in unserem Schloss sterben, ist dies im besten Fall ein Skandal und im schlimmstenfalls ein diplomatischer Vorfall.
    Ich atme einmal tief ein und aus… ich möchte Helios nicht im Stich lassen aber meinen König und meine Königin hintergehen möchte ich auch nicht.
    „Bist du dir sicher dass sie tot ist?“ frage ich Helios.
    „Ihre Augen sind nach hinten gedreht.“ Antwortet mir dieser sogleich mit hysterischer Stimme.
    Ich beuge mich zu dem Mädchen hinunter und horche ihrem Herzschlag.
    Ein Glück atmet sie noch… wenn auch nur schwach, doch sie ist am Leben.
    Ich vergeude keine Zeit und befehle Helios einen Eimer Wasser zu holen, während ich eine Röhre besorge.
    Die Droge muss umgehend aus ihrem Körper bevor ihr Herz aufhört zu schlagen.

    Helios vergeudet zu viel Zeit um einen Eimer mit Wasser zu holen.
    Als ich kurz aus dem Raum blicke um nach ihm Ausschau zu halten, kommt ausgerechnet auch noch Fili um die Ecke gelaufen.
    „Warum bist du nicht auf dem Fest?“ will er wissen und sieht mich prüfend an.
    Ich presse meine Augen zusammen um nach einer passenden Ausrede zu suchen als Helios angerannt kommt: „Ich habe einen Eimer voll Wasser.“
    Na prima… jetzt wird Fili erst recht misstrauisch und drängt sich an mir vorbei in den Raum.
    Er erstarrt augenblicklich als das Mädchen auf dem Boden liegen sieht.
    Ich habe keine Wahl und muss ihm die Situation erklären.
    „Bist du verrückt geworden? Weisst du was das für Riannon und Thorin bedeutet?“ mein Bruder ist aufgebracht und enttäuscht zu gleich von mir.
    Ich rolle genervt mit meinen Augen: „Sie lebt! Wir müssen nur die Droge aus ihrem Körper bekommen! Helios, steck ihr die Röhre in den Mund!“
    Verwirrt und ängstlich wirft dieser einen Blick zu Fili: „Warum ich?“
    Und dieser Junge soll tatsächlich einen Drachen kontrollieren können?
    „Weil du dafür verantwortlich bist! Sie hat etwas genommen weil sie dir vertraut hat! Und jetzt wirst du das wieder gut machen!“ belehre ich ihn mit scharfer Stimme.
    Daraufhin kommt er endlich meinem Kommando nach.
    Jetzt kommt etwas, was ich noch nie gemacht habe, aber was funktionieren muss, um unser Königreich nicht in dunkles Licht zu ziehen.
    Vorsichtig kippe ich den Eimer, damit das Wasser durch die Röhre in ihren Mund läuft.
    Mein Bruder und Helios werfen mir immer wieder unsichere Blicke zu.
    Das Mädchen beginnt zu würgen und droht zu ersticken, doch ich lasse immer nochWasser durch die Röhre laufen.
    Dann endlich kommt sie zu sich, richtet sich auf und übergibt sich.
    Ich bin erleichtert und überrascht zu gleich, dass es funktioniert hat.
    Helios bringt sie unverzüglich in ihre Gemächer, doch bevor er geht muss ich ihn noch einmals belehren: „Deine Handlungen fallen auf Riannon und Thorin zurück. Auf ihren Schultern lasten viele Menschenleben, genau wie dieses. Du solltest dich klüger verhalten.“
    Der Junge und das Mädchen verlassen den Raum und lassen Fili und mich zurück.
    Erleichtert lehne ich mich an die kalte Mauer des Berges.
    Ich schaue zu meinem Bruder und sehe ich seinen Augen Zorn auf blitzen.
    Sein Atem geht schnell und ehe ich mich versehe packt er mich am Kragen und drück mich gegen die Wand.
    Drohend schauen seine Augen in die meinen.
    „Sollte Riannon deinetwegen in Gefahr sein… dann kriegst du es mit mir zu tun!“ mit diesen Worten lässt er mich zurück.
    Ich kann ihm nicht mal antworten oder ihn besänftigen.
    Er hat Recht… mein Handeln war unüberlegt und es hätte schlimmeres passieren können.
    Ich sollte mich wieder unter die Gäste mischen.

article
1469992633
Der Hobbit – Everything happens for a reason ...
Der Hobbit – Everything happens for a reason ...
Dies ist die Fortsetzung von Der Hobbit – Everything happens for a reason. Alle haben die Schlacht der fünf Heere wie durch ein Wunder überlebt. Thorin und Riannon sind das neue Königspaar unter dem Berge. Wie machen sich die beiden als Herrscher? W...
http://www.testedich.de/quiz43/quiz/1469992633/Der-Hobbit-Everything-happens-for-a-reason-Eine-erleuchtende-Herrschaft
http://www.testedich.de/quiz43/picture/pic_1469992633_1.png
2016-07-31
402C
Herr der Ringe

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Neuer Kommentar da? / Seite neu laden

Guren ( von: Gure )
Abgeschickt vor 294 Tagen
Das gute Ende findet ihr unter dem Namen "Der Hobbit - Everything happens for a reason - Eine erleuchtende Herrschaft
•Silberfluss• ( 23936 )
Abgeschickt vor 295 Tagen
Einfach toll 😍wann kommt das Gute Ende raus?
Lydia ( von: Lydia )
Abgeschickt vor 301 Tagen
Wieder ein sehr toller Teil und ich freue mich schon total auf das gute Ende! Als die beiden gestorben sind musste ich fast weinen, ein Glück das es aber noch ein gutes Ende geben wird!
Guren ( von: Gure )
Abgeschickt vor 304 Tagen
@ Tina waschy
Ich werde noch ein Gutes Ende schreiben was auch beinhaltet wie alle überleben... wieviele Kapitel es da geben wird weiss ich noch nicht
Glg Guren
Tina waschy ( 62739 )
Abgeschickt vor 304 Tagen
Wie viele Teile gibt es?
Lydia ( von: Lydia )
Abgeschickt vor 313 Tagen
Wieder ein richtig toller Teil und ich bin schon gespannt wie es weitergeht!
Guren ( von: Gure )
Abgeschickt vor 315 Tagen
Hey Gwen :)
Es sollten alle 17 Kapitel im Hauptteil vorhanden sein.
http://www.testedich.ch/quiz41/quiz/1461512353/Der-Hobbit-Everything-happens-for-a-reason
Anstonsten kannst du auf die anderen Teile der Geschichte klicken ;)
Gwen Parker ( von: Gwen Parker )
Abgeschickt vor 317 Tagen
eine interessante geschichte aber ich check die reihen folge nicht ????!!!!
Wie soll ich weiterlesen ??? ich hab mit dem Teil angefangen da ich dachte das das erste ist ???
Lydia ( von: Lydia )
Abgeschickt vor 332 Tagen
Wieder mal ein sehr gelungener Teil! Weiter so!!
Guren ( von: Gure )
Abgeschickt vor 337 Tagen
Hallo ihr Lieben :D
Habe heute das nächste Kapitel geschrieben wird wohl nächste Woche aktualisiert werden :)
Danke für eure Unterstützung und wenn ihr Wünsche, Vorschläge oder Kritik habt meldet euch doch :)
Für die ganz neugierigen hier auf fanfiktion.de ist das nächste Kapitel schon draussen ;)
Tina waschy ( 73014 )
Abgeschickt vor 338 Tagen
Ich habe mir alle Folgen hintereinander durchgelesen. Ich finde
Die Geschichte Megabyte gut und würde mich freuen,wenn bald
Der nächste Teil raus kommt.

Lg,Tina💝
Lydia ( von: Lydia )
Abgeschickt vor 339 Tagen
Richtig Richtig tolle FF!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!! !!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!! !!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!! !!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!! !!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!! !!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!! !!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!
Morgoth25 ( 34656 )
Abgeschickt vor 352 Tagen
Normalerweise habe ich es nicht so mit Hobbit FFs/ Liebesgeschichten, aber dass hier ging mir wirklich unter die Haut. Der Teil, indem sich Thorin und Rhiannon küssten.... das konnte ich mir extrem gut vorstellen.

Hut ab!
Mach weiter so.
Lucy ( 93713 )
Abgeschickt vor 378 Tagen
Ja, also ich bin in der Hinsicht sehr neidisch, wie toll du schreiben kannst! Behalte es auf alle Fälle bei, ich freue mich jedes mal :) ♥
Guren ( 97877 )
Abgeschickt vor 379 Tagen
Vielen lieben Dank Lucy :*
Freut mich dass es dir gefällt :D
Bin gerade das nächste Kapitel am schreiben ;)
Lucy ( 79068 )
Abgeschickt vor 380 Tagen
Also ich muss einfach sagen, dass du so wundervoll schreiben kannst. Sehr detailliert.. Ich bekomme wirklich Herzrasen bei deinen Texten :D
Sehr, sehr schön. Freue mich auf das nächste FF.
Guren ( 97877 )
Abgeschickt vor 380 Tagen
Hey Lucy :)
Habe es gestern aktualisiert weiss aber nicht wie lange das noch dauert...
Ansonsten kannst du auf fanfiktion.de weiter lesen ;)
Lucy ( 79068 )
Abgeschickt vor 381 Tagen
Hallo Guren, weißt du schon wann das nächste Kapitel rauskommt? :3 Freue mich total!
Guren ( 97877 )
Abgeschickt vor 387 Tagen
Danke Lucy :D
Auf der anderen Seite heisse ich anders ;)
Denke nächstes Wocheenende dürfte es weiter gehen
Lucy ( 02066 )
Abgeschickt vor 388 Tagen
Ich habe es gefunden. :) Es war mal wieder unglaublich gut. Ich bin sehr gespannt wie es weiter geht!!;)