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One Direction – Back to you

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5 Kapitel - 10.441 Wörter - Erstellt von: Guren - Aktualisiert am: 2017-01-31 - Entwickelt am: - 4.137 mal aufgerufen - User-Bewertung: 4.64 von 5.0 - 11 Stimmen- Die Geschichte ist fertiggestellt - 8 Personen gefällt es

Wie ich heisse, wusste sie nicht.
Woher ich komme, hat sie nicht gefragt… das einzige was ich gestern wusste, war es mit ihr bis zum Morgengrauen zusammen zu bleiben.

    1
    The loved ones Seine Sicht: Wie ich heisse, wusste sie nicht. Woher ich komme, hat sie nicht gefragt… das einzige was ich gestern wusste, war es mit
    The loved ones

    Seine Sicht:
    Wie ich heisse, wusste sie nicht.
    Woher ich komme, hat sie nicht gefragt… das einzige was ich gestern wusste, war es mit ihr bis zum Morgengrauen zusammen zu bleiben.
    Die ersten Sonnenstrahlen erhellen das edle Zimmer, welches wir für dieses Wochenende gemietet haben.
    Ich beobachte das Mädchen neben mir… sanft erhebt sich ihre Brust durch ihre Atemzüge.
    Ihre helle Haut wirkt makellos… abgesehen von ihren Tattoos.
    Frauen wollen beeindruckt werden.
    Jede kann das Gegenteil behaupten, ich würde kein Wort glauben.
    Sie geben einem Mann immer das Gefühl etwas zu verlangen… sei es Aufmerksamkeit, Geduld, Anerkennung oder Blumen.
    Frauen sind anstrengend, sie wollen unterhalten werden und im Hintergrund spielen sie ihre manipulativen Spiele.
    Sie sind alle gleich und das hat auch sein Gutes, denn irgendwann hat man sie durchschaut.
    Eines dürfen Frauen nämlich auf gar keinen Fall: Mir auf die Nerven gehen.
    Weshalb ich immer froh bin, wenn sie schnellst möglich verschwinden.
    Normalerweise ist es immer so gewesen… aber jetzt?
    Ich weiss nicht warum aber zum ersten Mal freue ich mich darauf mit einer Frau aufzuwachen.
    Ich will nicht, dass sie sofort verschwindet.
    Wir können gemeinsam frühstücken, ich lasse uns etwas auf unser Hotelzimmer bringen oder wir frühstücken zusammen mit meinen Bandmitgliedern.
    Obwohl wir ziemlich betrunken und zu gedröhnt waren, hatten ihre Küsse eine ganz andere Bedeutung für mich.
    Das erste, was ich feststellte, ist, dass ich nicht um die Bettdecke kämpfen musste… was sonst immer der Fall ist.
    Noch immer beobachte ich sie, wie die Sonne in ihrem Haar tanzt und der friedliche Ausdruck auf ihrem Gesicht mit einem Lächeln auf den Lippen.
    Ihre braunen Augen öffnen sich langsam und sie streckt sich ausgiebig in dem grossen, luxuriösen Bett.
    „Morgen.“ Erwidere ich kurz und drücke ihr einen flüchtigen Kuss auf ihre schwungvollen Lippen.
    Ich grinse sie schelmisch an, doch dieses Grinsen verschwindet schon bald wieder, als sich ihr friedlicher Gesichtsausdruck versteinert.
    Überrascht starre ich sie an… unfähig etwas zu sagen.
    Ihre warmen, braunen Augen durchforschen das Hotelzimmer.

    Meine Sicht:
    Mit brummendem Schädel wache ich auf.
    Das kann doch nicht wirklich die Strafe für die letzte Nacht sein, oder?
    Wieder einmal bin ich nicht schlauer geworden.
    Ich nehme es mir jedes Mal vor, ich werde nicht viel trinken, aber das klappt nur selten.
    Zudem ist es glaube ich nicht nur beim Alkohol geblieben…
    Ich öffne langsam meine schweren Augen und blicke direkt in die zwei grün-grauen Augen von gestern Abend.
    „Morgen.“ Erwidert er und drückt mir einen flüchtigen Kuss auf den Mund.
    Ich schaue um mich und stelle fest, dass ich das Zimmer nicht kenne.
    Habe ich mich aller ernstes abschleppen lassen?
    Denn normalerweise nehme ich meine Eroberungen immer mit zu mir, weil ich es einfach nicht leiden kann in einem fremden Bett aufzuwachen.
    Ich weiss nicht mehr viel von letzter Nacht… wir haben uns in einem Club kennengelernt und anschliessend rumgemacht aber dann?
    „Morgen.“ Murre ich verschlafen und setze mich auf.
    Ich halte mir meinen höllisch schmerzenden Kopf und versuche meine Erinnerungen zu sammeln.
    „Aspirin?“ fragt der Typ neben mir, erhebt sich und begibt sich zu einer weissen Kommode.
    Ich mustere seinen gutgebauten, tätowierten Körper.
    Seine langen, braunen Haare fallen ihm lässig in sein Gesicht, verdecken jedoch seine wundervollen Augen.
    Zuvorkommend überreicht er mir ein Glas Wasser und eine Kopfschmerztablette.
    Ich lege die Tablette auf meine Zunge und spüle sie mit einem grossen Schluck runter, ehe ich das leere Glas auf den Nachttisch stelle.
    „Wo ist das Badezimmer?“ frage ich immer noch benommen.
    „Zur Tür raus und dann links. Aber vorher solltest du dir lieber noch was anziehen.“ Antwortet er mir und grinst mich mit seinem Zahnpasta-Lächeln verschmitzt an.
    Ich blicke langsam an mir runter und bemerke erst jetzt, dass ich komplett nackt bin.
    Schwummerig suche ich nach meinen Klamotten und finde meinen Tanga zum Glück als erstes.
    „Hier!“ der braunhaarige wirft mir ein schwarzes Shirt zu, welches ich mir überstreife und den Weg zur Toilette antrete.
    Ich öffne die Tür und komme sogleich in einen schicken, großen Raum.
    Alles ist in hellen Tönen gehalten und drückt noch mehr auf meine Sinne.
    Links hat er gesagt.
    Schnell biege ich um die Ecke und verschwinde auf der Toilette.
    Ich erfrische mein Gesicht mit kühlem Wasser und sammle meine Gedanken.
    Wie hiess er noch gleich?
    Er hat den Namen aus einem Filmstreifen… ach ja Harry glaube ich.
    Eine weitere Sache, die ich hasse wenn ich nicht zu Hause aufwache, ist es dass ich keine Zahnbürste zur Hand habe oder meine Schminke.
    Ich wuschle mir kurz durch meine Haare und mache meine Scheitel, ehe ich mich wieder zu meiner Eroberung begebe.

    Als ich sein Zimmer wieder betrete, hat er bereits frischen Orangensaft, Croissant und frisches Obst auf einem Tablett aufs Bett gestellt.
    Frühstück im Bett? Wie edel von ihm… doch leider muss ich dies abschlagen.
    Ich ziehe sein schwarzes Shirt wieder aus und spüre seine intensive Blicke auf mir.
    Ich muss nichts vor ihm verstecken, denn ich weiß genau dass er dies bereits alles gesehen hat.
    „Was tust du da?“ will er wissen, als ihm auffällt dass ich all meine Klamotten zusammen suche und mich beginne anzuziehen.
    Ich versuche eine passende Ausrede zu finden um nicht als unhöflich zu wirken: „Ich muss los! Hab noch einen Termin.“
    Er muss ja nicht wissen, was ich wirklich vorhabe.
    Als ich ihm offenbare, dass ich gleich verschwinden werde, verschluckt er sich an einem Stück Croissant und beginnt zu husten.
    So, nur noch meinen hellbraunen Trenchcoat und ich bin bereit für den Absprung.
    Gleichzeitig greifen Harry und ich danach und halten ihn beide fest.
    „Das ist doch nicht dein Ernst?“ fragt er irritiert.
    Allem Anschein nach ist er es nicht gewohnt, dass ihm eine seiner Eroberungen einfach abhaut.
    Ich seufze, lasse meinen Mantel los und mache einen Schritt auf ihn zu.
    Ohne zu denken schlinge ich meine Arme um ihn und küsse zaghaft seine Lippen, die so anders sind, als alle anderen, die ich je geküsst habe.
    Ohne zu zögern erwidert er den Kuss, zieht mich näher an sich und fährt mit einer Hand meinen Rücken herab.
    Bedacht löse ich den Kuss auf und schaue in seine grün-grauen Augen.
    Ein Lächeln umspielt seine Lippen, weshalb es mir umso schwerer fällt ihn jetzt enttäuschen zu müssen.
    „Ich muss jetzt wirklich gehen.“ Ein letztes Mal hauche ich einen federleichten Kuss auf seine Lippen, ziehe den Trenchcoat an und verschwinde endgültig.

    Seine Sicht:
    Fassungslos lässt sie mich doch tatsächlich in meinem Hotelzimmer stehen.
    Da wünsche ich mir jedes Mal, dass die Frauen weg wären und immer sind sie da.
    Nur dieses eine Mal, wenn ich sie bei mir haben möchte, mit ihr frühstücken möchte, zusammen duschen möchte… verschwindet sie.
    Was für eine Ironie des Schicksals.
    Niedergeschlagen begebe ich mich zu den Jungs um mit ihnen zu Frühstücken.
    „Sag mal hast du dieses Mal zwei Frauen abgeschleppt?“ bekomme ich sofort den ersten blöden Spruch zu hören.
    „Wieso meinst du?“ frage ich genervt und beiße in das angefangen Croissant.
    „Weil eine bereits abgehauen ist.“ Antwortet Niall grinsend.
    Ich schüttle mein Kopf: „Nein, es war nur die eine.“
    Natürlich müssen sich auch noch die beiden anderen ein Mischen.
    Schon lange haben wir uns nicht mehr das Maul über eine Eroberung von irgendeinem zerrissen, doch jetzt da eine sich einfach so aus dem Staub macht… beginnen die hitzigen Diskussionen.
    Noch nie hat es solch einen speziellen Fall gegeben.
    Meistens ist es so, dass die Frauen erst gar nicht mehr gehen wollen.
    „Habe ich das richtig gesehen, du wolltest mit ihr frühstücken?“ provoziert mich auch noch Liam.
    „Ja, ja.“ Erwidere ich genervt und schaue gedankenverloren auf den überfüllten Tisch vor mir.
    Warum ist sie einfach so abgehauen?
    Das passiert mir doch sonst nie… und wenn ich an unsere gemeinsame Nacht zurück denke, hat doch alles gepasst.

    *Flash back*

    Ich hatte zu viel getrunken und sie hatte mir dabei Gesellschaft geleistet.
    Ich habe sie zu uns in unsere luxuriöse Hotel-Suite eingeladen.
    Wir setzen uns auf das große, komfortable Bett, trinken weiterhin vorzüglichen Wein und unterhalten uns angeregt.
    Schon eine Ewigkeit wechsle ich meinen Blick von ihren leuchtenden Augen zu ihrem Mund.
    So gut es geht versuche ich mich zu beherrschen um nicht gleich über sie herzufallen.
    Mein Blick gleitet zu ihren wunderschönen Augen.
    Wie einzigartig sie sind.
    Ich verliere mich in ihnen.
    Ich fühle mich plötzlich, als hätte ich keinen Halt mehr, als würde ich einfach fallen, doch ich fühle mich zugleich auch sicher.
    Das Gefühl von Verlangen und Sehnsucht überkommt mich plötzlich und ich kann nicht mehr anders und muss sie einfach wieder küssen.
    Mit meinen Händen umrahme ich ihr feingeschnittenes Gesicht und presse meine Lippen gierig auf ihre.
    Wir machen endlich wieder dort weiter, wo wir im Club aufgehört haben.
    Mit meiner Zunge tippe ich vorsichtig auf ihre Lippen und bettle um Einlass, ehe sie feurig miteinander zu tanzen beginnen.
    Der Kuss wird schnell leidenschaftlicher, sehnsüchtiger und einnehmender.
    Ich löse den Kuss kurz auf um ihr Shirt über ihren Kopf zu ziehen.
    Mit ihren Fingerspitzen fährt sie unter mein Shirt, welches ich als Antwort ausziehe und in die Ecke werfe.
    Meine Hände gleiten über ihren Körper… über ihren Bauch, über ihre Brüste.
    Ihre Haut ist weich und ich will mehr von dieser Wärme spüren, welche sich in mir ausbreitet.
    Nicht eine Sekunde entlasse ich sie aus meinem Griff.
    Ihre Atmung ist fast schon ein Keuchen, während ich ihr ihre Hose abstreife.
    Der Drang sie zu küssen ist so unbeschreiblich stark.
    Hektisch ziehe ich meine Hose aus, lege mich erneut auf sie und liebkose ihren Körper weiter.
    Ich drücke vorsichtig ihr rechtes Bein zur Seite und dringe sanft in sie ein.
    Anfangs gehen wir es langsamer und romantischer an, ehe ich Besitzergreifender werde und wir es wilder und härter angehen.
    Dabei nehme ich ihren Mund in einem wilden Zungenkuss gefangen.
    Sie stöhnt auf, flüstert meinen Namen und zieht mich an meinen Haaren zu sich runter.
    Verlangend küsst sie meinen Hals und krallt sich in meinen Rücken, während ich mich rhythmisch in ihr bewege.
    Erneut versiegle ich ihre Lippen mit meinen, ehe ich zum Höhepunkt komme und mich in ihr ergieße.
    Schweißgebadet sinke ich auf ihre Brust und lausche ihrem beschleunigten Herzschlag.
    Liebevoll fährt sie mir durch meine Haare und streicht sie aus meiner Stirn.
    Wir liegen noch eine Weile so da, eher uns die Müdigkeit einholt und wir engumschlungen einschlafen.

    *Flashback ende*

    2
    Just Problems Meine Sicht: „Wo bist du gewesen?“ fährt mich meine jüngere Halbschwester an als ich die Tür zu unserer WG öffne. Prüfend beäu
    Just Problems

    Meine Sicht:
    „Wo bist du gewesen?“ fährt mich meine jüngere Halbschwester an als ich die Tür zu unserer WG öffne.
    Prüfend beäugt mich die Blondine mit schrägem Blick von oben bis unten.
    Natürlich fällt ihr gleich auf, dass ich immer noch dieselben Klamotten an habe wie am Vortag.
    „Ich habe in einem Hotel übernachtet.“ Antworte ich knapp und verdrehe meine Augen.
    Ich weiss, dass sie sich bloss um mich sorgt und dass es für mich eher ungewöhnlich ist, wenn ich mal nicht zu Hause schlafe… doch ihre ständige Fragerei macht mich noch wahnsinnig.
    Verdutzt zieht sie eine Augenbraue hoch… ja es ist nur die halbe Wahrheit, aber immerhin nicht gelogen.
    Als nächstes begebe ich mich ins Bad um mich zu duschen und meine Zähne zu putzen.

    Nachdem ich im Bad fertig bin, mir etwas Bequemes angezogen habe, mache ich mich auf die Suche nach Chase.
    Er ist einer unserer Mitbewohner und einer meiner besten Freunde.
    Alex ist der zweite Mitbewohner in unserer WG.
    „Wo ist Chase?“ frage ich meine Schwester, welche gerade in einem ihrer Schulbücher vertieft ist.
    Unsere WG ist so zusagen eine Studenten-WG denn wir alle studieren und arbeiten neben bei um die Miete und das was man eben zum Leben braucht bezahlen zu können.
    Aber es ist nicht nur eine Zwecks Wohngemeinschaft… wir alle verstehen uns gut, geniessen manchmal die Abende zusammen und kochen auch hin und wieder etwas leckeres gemeinsam.
    „Ich glaube er schläft noch.“ Offenbart sie mir konzentriert ohne mich an zusehen.
    Mit kleinen Schritten begebe ich mich in die obere Etage unserer Wohnung wo sein Zimmer liegt.
    Ich klopfe an und trete dann hinein.
    Friedlich schläft er tatsächlich immer noch in seinem Bett.
    Sein gutgebauter Körper ist nur halb bedeckt und lässt mich ein Blick auf ihn werfen… aber es ist nichts was ich nicht schon gesehen habe.
    Ich setze mich vorsichtig auf sein Bett und schaue ihm beim Schlafen zu… doch schnell gleitet mein Blick durch sein Zimmer, denn ich bin nicht ohne Grund hier.
    Ich möchte ihn nicht aufwecken, aber es ist schwierig in solch einem Chaos etwas zu finden.
    Also beschliesse ich so ruhig wie möglich danach zu suchen.
    Aber kaum habe ich damit angefangen, hat er mich bereits auf frischer Tat ertappt: „Hast du gefunden was du suchst?“
    Er verschränkt seine Arme vor seiner Brust und tut so, als wäre er ernst… was er jedoch niemals ist.
    „Ich brauche dringend einen Jo.“ Gestehe ich und schaue ihm direkt in die Augen.
    Verstehend nickt er und holt das Zeugs aus seinem geheimen Versteck.
    Ich setze mich schweigend zu ihm auf sein Bett, während er beginnt alles vorzubereiten.
    Ich vergrabe mein Gesicht in meinen Händen, wenn ich an letzte Nacht zurück denke.
    Natürlich sieht Harry zum Anbeissen aus… aber im Nachhinein bereue ich solche Sachen meistens.
    Wissend beginnt Chase neben mir zu grinsen… er kennt mich eben zu gut: „War deine Bettgeschichte so schlecht?“
    Abrupt schaue ich ihn an: „Nein… es war gut… es war eigentlich sogar sehr gut.“
    „Aber unsere liebe Shirin macht sich mal wieder unnötige Gedanken.“ Unterbricht er mich und schraubt uns den Joint zusammen.
    Anschliessend begeben wir uns auf unseren kleinen Balkon um ihn zu rauchen.
    Wir unterhalten uns über den vergangenen Abend, albern herum und lachen über uns selbst.

    Drei Wochen später.
    Zusammen mit meinen Mitbewohnern bin ich gerade beim Frühstück als Teyla mit der Post angelaufen kommt.
    „Rechnungen… Rechnungen… Rechnungen… oh und ein Brief für dich Shirin.“ Ich nehme den Brief sofort an mich.
    Ich öffne ihn und halte inne, als ich den Absender erkenne.
    Alle um mich herum starren mich erwartungsvoll an.
    „Der ist von Jared.“ Erläutere ich sie und bemerke, wie meine Hände zu zittern beginnen.
    Jared ist mein Ex-Freund und hat vor zwei Monaten noch hier mit uns zusammen gewohnt.
    Ausserdem ist er der beste Freund von Chase, was die Sache etwas komplizierter macht.
    „Was steht drin?“ will der Blonde sogleich wissen und wartet ungeduldig auf meine Antwort.
    Ich muss mich selbst erstmal fangen um meinen Freunden Antwort geben zu können: „Er möchte unsere Wohnung verkaufen!“
    Entsetzen breitet sich auf jedem der Gesichter aus.
    „Er will was?“ ruft Chase fassungslos.
    Auch Alex ist ausser sich vor Wut und erhebt sich fluchend von seinem Stuhl: „So ein verdammter Wixer!“
    Als ich mit Jared damals zusammen gekommen bin, haben wir uns nach einer gemeinsamen Wohnung umgeschaut.
    Schliesslich kauften wir diese Wohnung aus unserem Ersparten.
    Die Wohnung hat eine top Lage, aber sie ist nicht gerade günstig, weshalb wir noch Mitbewohner suchten.
    Mit ruhiger Stimme versuche ich meine aufgewühlten Mitbewohner zu beruhigen: „Macht euch keine Sorge, ich rede mit ihm. Das ist bestimmt ein Missverständnis.“

    Drei Tage später treffen wir uns in einem nahegelegenen Hotel, wo Jared sein Zimmer vorübergehend hat, da er sonst nicht mehr in der Stadt ist.
    Als ich ihn erspähe, muss ich zwei Mal hingucken um mich zu vergewissern, dass mich meine Sinne nicht täuschen.
    Er trägt äusserst schicke und teure Kleidung und hat sich äusserlich sehr verändert.
    Seine schwarzen Haare hat er mit viel Gel nach hinten gekämmt und der Glanz in seinen dunklen Augen ist verschwunden.
    Er scheint jetzt richtig mit seinem Business durch zu starten und sieht auch dem entsprechend aus.
    „Kannst du mir sagen wieso du das machst?“ beginne ich sofort und setze mich aufbrausend ihm gegenüber hin, ohne ihn auch nur zu grüssen.
    Ich bin sichtlich wütend und habe kein Bock auf solche hinterhältige Spielchen.
    Immerhin habe ich alles Notwendige getan… wir haben unsere Absicht angekündigt, ich habe ihm das Kündigungsschreiben ausgehändigt und ich gebe ihm das restliche Geld sobald ich es aufgetrieben habe um seinen Teil der Wohnung zu kaufen.
    „Ich habe alles getan, was du von mir verlangt hast. Was war denn noch zu berücksichtigen?“ mein Atem ist beschleunigt und Zorn kocht in mir auf.
    Ich warte auf seine Reaktion, doch bekomme keine.
    Seine Augen weichen immer wieder meinem Blick aus, was bedeutet, dass er mir etwas verschweigt.
    „Du hast ihnen mein Brief doch gegeben?“ frage ich bestürzt und erhebe mich wieder von meinem Stuhl.
    Wieder schweigt er, doch damit bestätigt er meinen Verdacht.
    Das gibt es doch nicht!
    „Wir könnten deinetwegen alles verlieren!“ schreie ich ihn verzweifelt an, dabei ist es mir völlig egal was die Leute um uns herum denken.
    Wie kann er uns nur so hintergehen?
    „Ach ja, so wie ich alles verloren habe!“ fuchsteufelswild schlägt er mit seiner Faust auf den Tisch.
    Ich schrecke hoch und bleibe entgeistert stehen.
    Alle Blicke im Raum richten sich augenblicklich in unsere Richtung.
    Verunsichert wende ich meinen Blick von ihm ab… seine Antwort trifft mich hart, denn ich war diejenige die mich von ihm trennte, doch dies aus gutem Grund.
    Ohne ein weiteres Wort verlasse umgehend das Hotel.
    Ich bin zu geschockt von seinem aggressiven Verhalten und möchte hier einfach nur noch weg.
    Zu Hause erzähle ich meinen Freunden was passiert ist und dass ich leider nichts erreicht habe.

    Die Situation mit Jared macht mich ziemlich fertig.
    Ich fühle mich nicht wirklich gut und schlafe nicht viel in letzter Zeit… und falls ich dann mal einschlafe habe ich so verrückte Träume.
    Ausserdem habe ich kaum Appetit mehr… und mir wird übel bei dem Gedanke an Erdnussbutter und Frühstücksfleisch.
    Vergebens versuche ich zu lernen, denn auch die Konzentration fehlt.
    Ich beschliesse etwas dagegen zu unternehmen und begebe mich zur Apotheke, welche gleich um die Ecke liegt.
    Ich schildere der Pharmaassistentin meine Beschwerden und hoffe darauf ein wirkungsvolles Medikament zu bekommen… aber alles kommt anders als gedacht.
    „Sie sollten es mit dem hier versuchen.“ Lächelnd hält sie mir eine längere Verpackung hin.
    Irritiert betrachte ich die Packung und stelle fest, dass sie mir einen Schwangerschaftstest andrehen will.
    „Ich denke sie sind schwanger.“ Offenbart mir die junge Frau hinter dem Tresen.
    Spöttisch lache ich auf und widerspreche ihr: „Nein bin ich nicht. Das ist doch albern. Geben sie mir einfach ein Schlafmittel und ein Medikament gegen Übelkeit.“
    „Damit hat das nichts zu tun Miss! Ich bin selbst Mutter von zwei Kindern, ich kenne mich aus.“ Spricht sie weiter und versucht mich davon überzeugen den Test zu kaufen.
    Verstört schaue ich sie weiterhin an und kaufe ihn schliesslich.

    Ich sitze auf dem Rand der Badewanne und hoffe, dass sich dieser verdammte Streifen, der anzeigte ob man nun schwanger ist oder nicht, sich nicht in ein Plus verwandeln wird.
    Ich schaue auf die Uhr noch etwa eine Minute dann wird sich endlich zeigen was Sache ist.
    Nachdenklich seufze ich auf… es ist ja nicht so als hätte ich genug Probleme und jetzt soll ich auch noch von diesem Mistkerl Jared schwanger sein?
    Ich versuche Positiv zu denken, als sich der Streifen plötzlich in ein Plus verwandelt und anzeigt 3.-4. Schwangerschaftswoche.
    Ich schüttele den Test in der Hoffnung der Streifen würde sich wieder ändern, aber da lässt sich nichts mehr machen.
    „Das kann doch nicht ernsthaft wahr sein?“ spreche ich und schaue den verfluchten Test zornig an.
    Wie konnte das denn passieren?
    Jared und ich haben doch immer verhütet!

    Niedergeschmettert sitze ich vor meinen Büchern als plötzlich das Telefon unerwartet klingelt.
    Chase geht ran und blickt mich anschliessend bestürzt an: „Ja, ist gut. Wir kommen sofort.“
    Der Blonde legt das Telefon weg und wendet sich endlich an mich um mich aufzuklären: „Wir müssen zum Polizei-Revier und am besten mit einem Anwalt.“
    Ich traue meinen Ohren nicht… zum Polizei Revier?
    Mit einem Anwalt?
    Was kommt jetzt noch?
    Hat das was mit Jared und der Wohnung zu tun?
    Unverzüglich steigen wir in meinen roten Seat Cupra und fahren los. http://www.motorstown.com/newsImages/new-seat-leon -cupra-r-will-receive-an-all-wheel-drive--1.jpg
    Auf dem Weg dorthin enthüllt mir Chase den Grund… und ich werde nur noch rasender vor Wut.
    Meine kleine Schwester konnte es nicht lassen und ist in sein Hotelzimmer eingebrochen.
    Nur wegen diesem verdammten Kündigungsschreiben, welches Jared nicht ausgehändigt hat.
    Ich drücke aufs Gas um schneller dort anzukommen.
    Was hat sie sich dabei nur gedacht!

    Verärgert betreten Chase und ich, zusammen mit unserem Anwalt das Revier.
    „Was zum Teufel hast du getan?“ fahre ich sie zornig an und bebe am ganzen Körper… vor Wut und vor Verzweiflung.
    Auch Jared ist anwesend und scheint bereits mit dem Polizisten einige Worte gewechselt zu haben.
    Chase Augen blitzen auf vor Wut… es ist einer dieser Moment in dem sich seine sonst, tanzende, lebendige und unbekümmerte Augen verändern.
    Unser Anwalt rät meiner Schwester sogleich nichts weiteres zu sagen und sich ruhig zu verhalten.
    Jared hingegen schockiert mich nur noch mehr als er sagt: „Ich werde Anzeige erstatten.“
    Mit diesen Worten verlässt mein Ex das Revier und schenkt mir zum Schluss noch einen emotionslosen Blick.
    Ich kenne diesen kalten, distanzierten Blick von ihm gar nicht… aber seit wir uns getrennt haben, bekomme ich immer mehr davon zu spüren wie er wirklich ist.
    „Was müssen wir tun um die Sache zu bereinigen?“ wendet sich unser Anwalt an den verantwortlichen Polizisten.
    „Ich weiss nicht ob das möglich ist.“ Spricht der Polizist und macht dabei alle Hoffnung zu Nichte.
    Mit viel Glück könnten sie die Strafe etwas mildern… aber auch das ist fraglich, weil Teyla in sein Hotelzimmer eingebrochen ist und seine Sachen durchwühlt hat.
    Ich seufze verärgert auf: „Na toll… wie sieht es aus für sie?“
    Fragend und verzweifelt schauen meine braunen Augen den Anwalt neben mir an.
    Ohne gross Drumherum zu reden antwortet er mir: „Nicht gut. Unbefugtes Betreten, Geldstrafe. Einbruch, Gefängnis… natürlich kommt es auf den Richter an, aber bei milderen Umständen könnten wir Bewährung beantragen. Welche Verteidigungsstrategie wenden wir also an? Liegt Geisteskrankheit in der Familie?“

    Rasend und mit grossen Schritten begebe ich mich zu meinem Auto, im Schlepptau meiner dummen Schwester und Chase.
    „Der Anwalt hat recht… Geisteskrank! Oder besser gesagt total durchgeknallt!“ fluche ich und werfe meine Handtasche ins Auto.
    Meine Schwester versucht sich immer noch vergebens zu verteidigen: „Ich habe wenigstens versucht etwas zu unternehmen, ausserdem solltest du auf Jared sauer sein nicht auf mich! Er ist doch das Schwein, das uns fertig macht! Er erstattet Anzeige gegen mich! Er ist schuld, dass wir unsere Wohnung verlieren!“
    Ich kann ihr Gejammer nicht mehr hören, das wird mir einfach zu viel.
    Erst der Schock, dass wir unsere Wohnung verlieren, dann dass mit meiner ungewollten Schwangerschaft und jetzt sitzt meine Schwester mit einem Fuss im Gefängnis.
    „Und du hast dich erwischen lassen!“ kontere ich aufgebracht und erhebe meine bebende Stimme.
    „Und ich kann nicht verstehen wieso du dich überhaupt nicht wehrst!“ hält sie dagegen und stellt mich auf die Probe.
    Jetzt wäre ein guter Zeitpunkt um ihr zu gestehen, dass ich von diesem Arschloch schwanger bin… aber Chase ist da und ich möchte nicht dumm da stehen.
    Zu allem Übel ist Jared noch nicht verschwunden, was er besser hätte tun sollen.
    Provozierend schaut er zu uns rüber, was Chase durchdrehen lässt.
    Mit grossen Schritten geht er auf den schwarzhaarigen zu, packt ihn am Kragen und presst ihn mit voller Wucht gegen sein Auto.
    „Rück sofort das Kündigungsschreiben raus!“ brüllt Chase ihn an, während Teyla und ich dazu stossen.
    Jared lässt sich von seinem besten Freund nicht einschüchtern… oder sollte ich sagen ehemaligen besten Freund?
    Denn das sieht alles andere als nach besten Freunden aus: „Du willst wohl unbedingt eine Anzeige wegen Körperverletzung! Aber jetzt solltest du die wahren Fakten kennen! Es gab nie einen Brief von ihr!“
    Mein Mund klappt auf und ich starre ihn mit weit aufgerissenen Augen an.
    Ich habe ihm den Brief selbst ausgehändigt!
    Will er mich zum Narren halten oder was?
    Auch ich kann mich nicht mehr zügeln und will auf ihn losgehen, werde aber von Chase und meiner Schwester zurückgehalten: „Das ist nicht wahr! Du Mistkerl! Ich könnte dich…“
    Weiter komme ich nicht, denn ich werde mit Gewalt von ihm weggezogen.

    Seine Sicht:
    Schon von weitem hören wir das Gebrüll von Menschen, aber das ist vor einem Polizeirevier wahrscheinlich nichts Neues.
    Natürlich sind wir wieder beruflich in Manchester… wir sollen als nächstes in einer Talk-show auftreten… aber jetzt erkunden wir die Stadt auf eigene Faust.
    Wir kommen dem Krach immer nähre und ich erblicke vier Personen vor mir.
    Ein junger Mann und eine blonde Frau sind gerade dabei eine braunhaarige Frau unter Kontrolle zu halten.
    Mit viel Kraft zerren sie sie von dem anderen Typen weg, welcher die drei provokant anstarrt.
    Wir sollten weiter gehen, aber als ich genauer hin schaue, erkenne ich sie!
    Seit drei Wochen habe ich nichts mehr von ihr gehört… nicht mal ihren Nachnamen hat sie mir verraten, oder wo sie wohnt…ja nicht mal ihre Handynummer… sie ist einfach abgehauen.
    Der schwarzhaarige Typ steigt in seinen Wagen und fährt in hohem Tempo davon.
    Die Situation scheint äusserst angespannt aber wenn ich jetzt nicht zu ihr gehe, werde ich sie wahrscheinlich nie wieder sehen.
    „Hey ist das nicht die Kleine die dir abgehauen ist?“ sogar Niall erkennt sie wieder.
    Sie hat wirklich Temperament, aber ob es jetzt klug ist mich ihr zu nähern ist eine andere Frage.

    3
    Dinner for four Meine Sicht: Als ich mich wieder zu meinem Auto begebe, fallen mir vier Jungs auf, welche uns schon eine Weile beobachtet haben müsse
    Dinner for four


    Meine Sicht:
    Als ich mich wieder zu meinem Auto begebe, fallen mir vier Jungs auf, welche uns schon eine Weile beobachtet haben müssen.
    Ich schaue genauer hin und erkenne sie schlussendlich… der Junge mit den längeren Haaren kommt zögerlich auf mich zu.
    „Hey.“ Begrüsst er mich und ist dabei sehr zurückhaltend.
    Kein Wunder verhält er sich so… ich habe mich ihm gegenüber noch nie von meiner besten Seite gezeigt.
    Ich habe ihn ohne ein Wort stehen gelassen, bin einfach abgehauen und jetzt musste er mitansehen, wie ich gerade auf einen Typen los wollte.
    „Hey.“ Grüsse ich zurück und verhalte mich ebenfalls schüchtern.
    Irritiert beobachten Teyla und Chase uns, ehe sie fragen: „Wer ist das?“
    Ich fühle wie mir die Röte ins Gesicht steigt und will gerade antworten, als Harry das Wort ergreift: „Sie ist mir eines Morgens abgehauen.“
    Na toll… ich presse meine Augen zusammen, während meine Schwester und Chase nur Bahnhof verstehen.
    Harry scheint immer noch etwas verärgert von meinem Verhalten: „Kann ich mich revanchieren? Vielleicht mit einem Kaffee oder so?“
    Nervös beäuge ich ihn und warte auf seine Antwort.
    „Gerne.“ antwortet er mir mit einem breiten Grinsen.
    Ich lächle ebenfalls etwas schüchtern zurück.
    Leider kann ich nur zwei mitnehmen, da mein Wagen nicht gross genug ist, also kommt nur Louis mit.

    Seine Sicht:
    Mit dieser überraschenden Einladung habe ich überhaupt nicht gerechnet, weshalb ich sie noch so gerne angenommen haben.
    Nach einer Weile kommen wir schliesslich bei ihnen zu Hause an.
    Neugierig betrete ich ihre Wohnung… ein offener Bereich aus Küche und Wohnzimmer sticht mir zuerst ins Auge.
    Die Ablagen der Küche sind ziemlich überfüllt mit diversen Gewürzen, Kräuter und Ölen.
    Im Abwaschtrog liegt eine dreckige Pfanne und auf dem Herd befindet sich eine silberne italienische Kaffeemaschine.
    Gleich neben der Eingangstür befindet sich ein Beistelltisch mit einem Radio.
    Mitten im Raum steht ein wackliger aussehender Holztisch… nichts weiter als vier Stelzen und eine Platte.
    Auch die vier Stühle passen nicht wirklich zusammen… zwei sind dunkelbraun, einer türkisblau und dann gibt es noch ein roten Stuhl.
    An den Wänden stehen Regale und darauf alte Bücher.
    Ich streiche über die Buchrücken und finde ein norwegisches Wörterbuch und einen Reisebericht aus Pakistan.
    In der anderen Ecke des Raumes steht ein mittelgrosser Fernseher, zusammen mit einem braunen Ledersofa und einem schwarzen fluffy Sessel.
    Auch wenn hier und da ein durcheinander herrscht, so wirkt es für mich einladend und gemütlich.
    „Ich werde für uns etwas kochen.“ Äussert sich die Blonde welche mir als Teyla vorgestellt wurde.
    Dankend nehmen Louis und ich die Einladung zum Essen an.
    Schweigend setze ich mich zu Shirin aufs Sofa, während ich die prüfenden Blicke ihres Mitbewohners auf mir spüre.
    Ich finde es immer noch amüsant, dass niemand hier uns zu kennen scheint und wir so sein können, wie wir sind.

    Meine Sicht:
    Die Stimmung im Raum ist alles andere als locker, weshalb ich beschliesse Harry meine eigenen vier Wände zu zeigen.
    „Willst du mein Zimmer sehen.“ Frage ich ihn und schaue in erwartungsvoll an.
    Zustimmend nickt er mir zu und ich führe ihn in meine kleinen vier Wände.
    Es ist nichts Besonderes… ein grosses, weisses Bett steht in einer Ecke, Decke und Kissen sind unordentlich zusammen geknüllt.
    Ein weisser Schrank mit Spiegel steht gegenüber dem Bett.
    Ein kleiner Schreibtisch mit Laptop und einem Drehstuhl befinden sich ebenfalls im Raum.
    Und vor dem Bett steht ein Sideboard mit Fernseher.
    „Willkommen in meinem Reitstall.“ Spreche ich worauf Harry eine Augenbraue hochzieht und dann schliesslich verstehend zu schmunzeln beginnt.
    „Dein Reitstall also.“ Wiederholt er und fängt an herzhaft zu lachen.
    Wir setzen uns auf mein weiches Bett und unterhalten uns noch eine Weile.
    Ich entschuldige mich auch bei ihm für mein Verschwinden, bis meine Schwester uns schliesslich alle zum Essen ruft.

    Wie immer setze ich mich auf meinen türkisfarbenen Stuhl, während Teyla sich auf den roten setzt.
    Harry setzt sich mir gegenüber hin, als mir auffällt dass Chase gar nicht mit uns isst.
    „Wo ist Chase?“ frage ich meine Schwester.
    Sie zuckt nur mit den Schultern: „Er muss noch was erledigen.“
    Verstehend nicke ich, während meine Schwester uns das Essen serviert.
    Es ist nichts aufwendiges… etwas frischen Salat, Reis und dazu ein leckeres, saftiges Steak.
    Instinktiv greife ich nach dem Olivenöl, doch ich bin nicht die einzige die diesen Gedanke gerade hat.
    Harry greift ebenfalls nach dem Olivenöl und unsere Hände berühren sich gegenseitig.
    Die Berührung jagt mir augenblicklich einen angenehmen Schaue über meine Haut.
    Durchdringend sehen seine wunderbaren Augen in meine… ach wie ich diese grün-grauen Augen doch vermisst habe.
    „Ich bin etwas überrascht.“ Beginnt Harry plötzlich während er das Fleisch zerschneidet.
    Verwirrt beäuge ich ihn, als er fortfährt: „Du haust zuerst ab und lädst mich dann zum Essen ein?“
    Peinlich berührt schaue ich auf meinen Teller.
    Kann ich nicht einfach einen Fehler einsehen und ihn dann wieder gut machen?
    Ausserdem kann Teyla nun das Puzzle zusammensetzen und eins und eins zusammen zählen.
    Zu meinem Glück hilft mir meine kleine Schwester aus der unangenehmen Situation: „Du kennst Shirin nicht so gut… sie hatte einen wirklich wichtigen Termin. Ich habe sie sogar angeschnauzt wo sie war.“
    Skeptisch mustert mich der braunhaarige.
    Ja, es war einen Sonntag… was hat man da schon für Termine?
    Ich habe das Bedürfnis mich zurechtfertigen: „Es war nicht korrekt von mir… ich möchte es hiermit wieder gut machen.“
    Verlegen weiche ich seinem durchdringenden Blick aus.
    Als könne er durch mich hin durch sehen, fixiert er mich mit seinen Augen, was mich sichtlich nervös macht.
    Teyla holt zur Ablenkung noch eine Flasche Portwein… eigentlich dürfte ich in meinem Zustand ja nichts trinken, aber ein kleines bisschen Wein schadet wohl nicht.
    Die Stimmung wird lockerer, wir reden über Gott und die Welt und lachen ausgelassen zusammen.
    Bis morgens um 1 Uhr führen wir unser Dinner, ehe die zwei jungen Männer uns wieder verlassen.
    Bevor sie in ihr Taxi steigen, tauschen Harry und ich noch unsere Nummern aus.

    Ohne ein weiteres Wort begebe ich mich nachdenklich auf mein Zimmer.
    Seufzend lasse ich mich auf mein Bett fallen.
    „Shirin?“ ich blicke auf und erblicke meine Schwester welche am Türrahmen steht.
    Ich bitte sie hinein und sie setzt sich zu mir aufs Bett.
    Liebevoll sieht sie mich an: „Es tut mir leid wegen heute… ich hätte es nicht tun sollen, aber das wird schon wieder. Wir finden eine Lösung. Ich meine was kann schlimmsten Falls passieren? Wir müssen unsere Wohnung verlassen und ich komme ins Gefängnis.“
    Zerstreut schaue ich ihn ihre meerblauen Augen.
    Das klingt einfacher als es ist… denke ich mir nur.
    Aber es fällt ihr selbst auf und sie korrigiert sich: „Das habe ich jetzt nicht so gut ausgedrückt… doch wie gesagt wir finden eine Lösung.“
    Schwach lächle ich sie an und erwidere: „Dafür auch? Ich bin schwanger.“
    Ich erkenne wie meiner kleinen Schwester alle Luft entweicht.
    Sie hat sich eine ganze Rede zu unserer Situation zu Recht gelegt, jetzt habe ich sie aus dem Konzept gebracht.
    Schockiert und mit offenem Mund starrt sie mich an als wäre ich nicht von dieser Welt.
    Normalerweise hat Teyla immer was zu sagen, doch jetzt kein einziges Wort, was mich durchdrehen lässt.
    Bedrückt und kurz vor dem Weinen lasse ich mich zurück auf mein Bett fallen.

    Am nächsten Morgen bin ich mit meiner Schwester alleine beim Frühstück.
    Mir ist übel und ich musste mich diese Nacht übergeben, was üblich ist bei einer Schwangerschaft.
    Ich schüttle meinen Kopf, worauf mich die Blonde verwundert betrachtet.
    „Tante Teyla.“ Erwidere ich und beäuge sie mit schrägem Blick und einem kleinem Lächeln.
    Sie beginnt zu strahlen und ihre Augen zu funkeln: „Ja. Heisst das, du willst es?“
    Nachdenklich nicke ich und antworte: „Ja, ich denke schon.“
    Immerhin kann das ungeborene nichts für meine Dummheit und meine Naivität.
    Mitfühlend nimmt sie meine Hand in ihre.
    „In welcher Woche bist du eigentlich?“ stellt sie mir überraschend die Frage.
    Stimmt, ja… das habe ich ihr noch nicht gesagt: „In der vierten.“
    Plötzlich ist sie ganz still und scheint zu überlegen.
    „Aber das mit dir und Jared ist doch schon länger aus.“ Bemerkt sie und ich muss mir eingestehen, dass sie im Recht ist, doch das würde bedeuten…
    Oh nein… ich halte beschämend meine Hände vor mein Gesicht.
    Ich komme wohl nicht drum herum, also erzähle ich ihr von meinem One-Nightstand, wenn sie es denn nicht schon weiss.
    Wieder bin ich kurz vorm Weinen: „Wie konnte das nur passieren? Dumm, einfach nur dumm!“
    Behutsam streicht mir die Blonde über meinen Rücken und versucht mich zu beruhigen: „Du schaffst das schon! Und egal wie du dich entscheidest du hast mich!“
    Aber ihre Worte haben eher die gegenteilige Bewirkung.
    Ich werde aufbrausend und kontere: „Wie soll ich denn entscheiden? Wie denn? Ich kann das nicht Teyla! Was ist aus mir geworden? Plötzlich bin ich schwanger und habe kein Zuhause.“
    „Naja, noch hast du es.“ stottert meine Schwester was mich nicht gerade aufbaut.
    Ich werde eine Lösung finden müssen… für alles.
    Und ich werde Harry meine Schwangerschaft verkünden müssen.

    4
    By your side Meine Sicht: Lautes Kreischen dröhnt in meine Ohren und das Konzert hat noch nicht mal begonnen. Chase jüngere Schwester Caitlin wollte
    By your side

    Meine Sicht:
    Lautes Kreischen dröhnt in meine Ohren und das Konzert hat noch nicht mal begonnen.
    Chase jüngere Schwester Caitlin wollte unbedingt auf dieses Konzert, weshalb er mich bat mitzukommen.
    Ich habe keine Ahnung um welche Band es sich hierbei handelt, aber die meisten um mich herum sind ungefähr 15 oder 16.
    Meine Halbschwester Teyla ist ebenfalls hier und wird von den anderen Mädchen gegen mich gedrückt.
    Ich rolle mit meinen Augen und halte mich an der Absperrung fest… warum mussten wir nur so weit vorne stehen?
    Am liebsten wäre ich jetzt draussen bei Chase, welcher auf uns wartet und sich die Zeit in seinem Auto vertreibt.
    Bald scheint es endlich los zugehen denn die Mädchen um mich herum werden immer hysterischer und kreischen noch lauter.
    Mein Blick ist geschockt und ich komme mir vor, als wäre ich im falschen Film.
    Caitlin, die kleine Schwester von Chase hingegen, hüpft energisch auf und ab und wirkt wie auf Droge und in ihrer eigenen Welt.

    Das lange Warten hat ein Ende… es wird stockfinster im grossen Saal und die Scheinwerfer richten sich auf die Bühne.
    Das Gekreische und Gedränge um mich herum wird noch hektischer.
    Mit Mühe halte ich mich an dem Eisengeländer fest und richte meine Aufmerksamkeit auf die Bühne.
    Vier Gestalten treten motiviert in das helle Licht der Scheinwerfer und beginnen mit dem ersten Lied.
    Ich kneife meine Augen zusammen… die kenne ich doch!
    „Sind das nicht Louis und Harry?“ schreit Teyla in mein Ohr und bringt mein Trommelfell fast zum Platzen.
    Ich traue meinen Augen kaum, aber es ist wahr… Harry, den ich für einen ganz normalen Typen hielt, ist in Wirklichkeit ein weltberühmter Star!
    Oh nein… und ich bin auch noch schwanger von ihm…
    Ich weiss nicht wie lange ich einfach nur erstarrt da stehe und meinen Blick nicht mehr von ihm abwenden kann, als mir plötzlich übel wird.
    Die Hitze steigt mir zu Kopf und mein ganzer Körper beginnt zu zittern.
    Ich spüre wie mir schwummrig wird und mein Bewusstsein schwindet mit jedem Augenaufschlag mehr.

    Seine Sicht:
    Die Fans jubeln und kreischen uns zu wie bei jedem unseren Konzerten.
    Plüschtiere, BHs und sonstiger Kram werden immer wieder auf die Bühne geworfen.
    Das grelle Licht der Scheinwerfer blendet mich und alle im grossen Saal richten ihre Aufmerksamkeit auf uns.
    Leidenschaftlich singe ich meinen Part und schliesse dabei meine Augen.
    Ich umklammere das Mikro und erhebe meine raue Stimme, was die Mädels noch mehr durchdrehen lässt.
    Als ich meine Augen erneut öffne und ich auf die linke Seite des grossen Raumes schaue, erkenne ich sie.
    Anders als die anderen jubelt sie nicht mit, sondern steht einfach nur völlig baff an der Absperrung.
    Plötzlich muss ich mit ansehen, wie sie vor meinen Augen zusammen klappt.
    Wie in Trance folge ich dem Geschehen, als zwei Security einschreiten und sie vorsichtig über die Absperrung tragen.
    Ich lasse den nächsten Part aus, was mir aber ziemlich egal ist.
    Die Sicherheitsleute bringen sie zum Hinterausgang und somit aus meinem Blickfeld.
    Instinktiv übergebe ich Liam, welcher mir am nächsten ist, mein Mikro… renne die Treppe runter zur Hintertür.
    Bewegungsunfähig liegt Shirin vor mir umgeben von ihrer Schwester, ihrem Mitbewohner Chase und einem Sicherheitsmann.
    Ich stosse zu ihnen, knie mich auf den Boden und nehme ihre Hand als wäre es selbstverständlich für mich.
    „Shirin! Shirin ich bin es Harry… drück meine Hand wenn du mich verstehst!“ spreche ich mit sanfter jedoch besorgter Stimme und warte hoffnungsvoll auf einen Druck der allerdings ausbleibt.
    Die lauten Sirenen des Krankenwagens ertönen endlich.
    Zwei Sanitäter rennen aus dem Wagen und eilen sofort zu uns.
    Die Sanitäterin wechselt mit Chase einige kurze Worte ehe sie zu uns kommt.
    Seine braunen Augen treffen meine und mir ist so, als würde er mir die Schuld an Shirins Zusammenbruch geben.
    Die anderen weichen von ihrer Seite um dem Rettungsteam Platz zu machen… nicht so ich, ich bleibe an ihrer Seite.
    Mit der Hand fühlt die Sanitäterin ihren Puls und schaut ob sie ansprechbar ist: „Shirin können sie mich hören? Ich heisse Julie, ich bin Sanitäterin. Sie sind ohnmächtig geworden.“
    Shirins Augen sind immer noch geschlossen, aber sie atmet, denn ihre Brust bewegt sich leicht auf und ab.
    Unerwartet kommen auch noch Niall, Liam und Louis nach draussen.
    Irritiert beobachten sie die Situation.
    „Ihr Puls ist sehr schwach.“ Redet die Sanitäterin weiter und zieht Shirin eine Sauerstoffmaske über.
    Ungeduldig warten alle, bis sie wieder zu Bewusstsein kommt.
    Teyla sieht schrecklich ängstlich aus, was ich nur zu gut nachvollziehen kann.
    Hoffnungsvoll warte ich auf eine Regung von Shirin, als sie plötzlich ganz schwach zu blinzeln beginnt.
    „Teyla?“ ist das erste was sie von sich gibt.
    Sofort kniet sich die Blonde zu ihr runter und nimmt ihre andere Hand.
    „Ich bin hier Shirin.“ Beruhigt sie ihre Schwester.
    Erleichtert atme ich aus, als sie die Braunhaarige auf eine Trage legen.
    Ich begleite sie noch zum Krankenwagen.
    Die blauen Augen ihrer Schwester treffen mich bevor sie sich noch einmal an die Sanitäterin wendet: „Bitte berücksichtigen sie, dass sie in der zwölften Schwangerschaftswoche ist.“
    Ungläubig schaue ich die Blonde an: „Was sagtest du?“
    Habe ich richtig verstanden?
    Augenblicklich richte ich meine komplette Aufmerksamkeit auf Shirin.
    Mein Hirn rattert auf Hochtouren, das könnte bedeuten, dass ich der Vater dieses Kindes wäre!
    „Das Baby… ist nicht von dir.“ aber mit diesen Worten zerstört Shirin alles.
    Wie eine Faust mitten in mein Gesicht, treffen mich diese harten Worte.
    Aber von wem sollte das Baby sonst sein?
    Ich hätte sie nämlich nie so eingeschätzt dass sie leicht zu haben ist, aber da habe ich mich wohl grausam in ihr getäuscht.
    Chase meldet sich nun unerwartet zu Wort: „Es ist von mir. Ich bin der Vater.“
    Noch ein weiterer Schlag!
    Wütend und voller Zorn blitzen meine Augen auf und fixieren den Blonden gegenüber von mir.
    Ich könnte ihn am liebsten umbringen!
    Aber wieso fühle ich so einen starken Hass gegen ihn?

    Am nächsten Morgen lese ich die fette, negative Schlagzeile über uns.
    „One-Direction - verpatztes Konzert in London!“
    Ich habe keine Lust weiter zu lesen, denn meine Motivation ist bereits am Boden.
    Nach einer Weile kommen meine Bandkollegen verschlafen aus ihren Zimmern gekrochen.
    Jeder nimmt sich etwas zum Frühstück, ausser Liam, der setzt sich zu mir.
    Seine Augen beobachten mich, wie ich in meinem Müsli herum stochere.
    „Hast du wirklich geglaubt du wärst der Vater?“ bricht der braunhaarige die Stille und fixiert mich mit seinen Augen.
    Seine Stimme klingt sanft und beruhigend.
    Ich seufze auf und lasse den Löffel in meinem Müsli fallen, da ich sowieso keinen Appetit habe.
    „Ja habe ich. Wir haben vor zwölf Wochen miteinander geschlafen.“ Offenbare ich ihm.
    Er scheint kurz zu überlegen und scheint sich zu erinnern: „Das ist doch nicht etwa die, die einfach abgehauen ist?“
    „Doch genau die.“ Antworte ich verärgert.
    Ich werde immer noch rasend, wenn ich an damals zurück denken… wie konnte sie mich einfach so stehen lassen?
    Kein Mädchen würde dies tun.
    Doch genau das hat mich so an ihr fasziniert.
    „Und jetzt?“ fragend schauen mich seine dunkelbraunen Augen an.
    „Keine Ahnung… ich sollte sie wohl vergessen.“ Antworte ich ihm bedrückt.

    Meine Sicht:
    Chase hat mich heute aus dem Krankenhaus abgeholt.
    Ich bin ihm dankbar, dass er meine Signale gedeutet hat und sich als Vater des Kindes ausgegeben hat.
    Jetzt kann Harry denken was er will… er kann mich für ein billiges Flittchen halten, aber das ist mir regelrecht egal.
    Ausserdem bin ich tierisch sauer auf ihn, da er mir eine Kleinigkeit verschwiegen hat.
    Ich glaube jedes Mädchen an meiner Stelle wäre glücklich, aber mir gefällt die Situation überhaupt nicht.
    Harry wird nur sehr selten für sein Kind da sein können, wenn er immer unterwegs ist.
    Zudem kommt da noch die nervige Presse dazu und auf die kann ich beim besten Willen verzichten.
    Leider ist die zwölfte Schwangerschaftswoche schon vorbei und eine Abtreibung kommt dadurch nicht mehr in Frage.
    Ich darf nicht mehr alleine entscheiden, sondern müsste einen schwerwiegenden Grund haben.
    Was soll ich denn den Ärzten sagen… der Vater meines Babys ist ein Star und deswegen will ich es nicht?
    Nein… ausserdem kann es ja überhaupt nichts dafür, für seine dummen Eltern.

    Nachdem Chase mich zu Hause abgesetzt hat, muss er sofort wieder los.
    Ich hingegen bin noch diese Woche krankgeschrieben.
    Unerwartet klingelt es an der Tür.
    Wer kann das sein?
    Teyla öffnet die Tür und zum Vorschein kommen die Eltern von Chase.
    Überrascht schaue ich die beiden an.
    „Ich konnte nicht länger warten. Teyla hat uns abgeraten dich im Krankenhaus zu besuchen, aber jetzt hat sie wohl nichts dagegen, wenn wir dich umarmen.“ Überschwänglich drückt mich die Mutter von Chase an sich.
    Ich setze ein falsches Lächeln auf, denn ich könnte ihren Sohn am liebsten umbringen.
    Seine Eltern sind da und er macht sich einfach aus dem Staub und lässt mich mit ihnen alleine.
    Sie drückt mir einen braunen Teddy in die Hände: „Dieses Baby bedeutet uns so unendlich viel!“
    Oh Mann… ich muss diese idiotische Lüge dringend aufklären.
    Ich bitte sie am Tisch platzt zu nehmen und biete ihnen warmen Kaffee an.
    Diese Notlüge muss jetzt bereinigt werden.
    Ich knete nervös meine Hände und improvisiere etwas: „Es geht um das Baby… genauer gesagt um dessen Vater. Chase ist leider nicht der Vater. Ihr wisst ja wie die Leute reden und Chase hat mir dabei wirklich geholfen.“
    Ich habe ihnen erzählt dass mich ein Typ geschwängert hat, welchen ich in einer Bar kennengelernt habe.
    Es ist immerhin die halbe Wahrheit.
    Die Freude aus ihren Gesichtern verschwindet sofort, was mir ja auch ziemlich Leid tut.
    „Du bist von einer flüchtigen Barbekanntschaft schwanger geworden?“ hackt der Vater von Chase noch einmals nach und beäugt mich prüfend.
    Dabei wirkt er alles andere als glücklich.
    So gut wie möglich versuche ich mich an meine ausgedachte Geschichte zu halten: „Ich bin nicht stolz auf mein Verhalten aber genauso ist es.“
    „Und der leibliche Vater des Kindes?“ will seine Mutter wissen.
    „Weg vom Fenster.“ Antworte ich kühl und direkt und hoffe dass dieses Gespräch endlich enden wird.
    Ich versinke in Gedanken… Harry hatte auf eine Weise so glücklich gewirkt als Teyla offenbart hat dass ich schwanger bin.
    Aber wie sollte das funktionieren?
    Er ist ein Star und muss seine Termine einhalten.
    Chases Vater ist immer noch verärgert und lässt dies auch raus: „Vermutlich weiss er nicht mal was er angerichtet hat.“
    Seine Frau versucht ihn zu beruhigen, was zum Glück auch gelingt.
    Sie versichern mir dass sie zu mir halten werden, egal was kommen mag.
    Ich bin erleichtert dass ich es ihnen erklärt habe und diese Lüge beseitigt habe.
    Und was Harry betrifft… ihn möchte ich nie wieder sehen.

    5
    Confessions Meine Sicht: Einige Zeit später. Die Eltern von Chase wollen einfach nicht wahr haben dass ihr Sohn nicht der Vater meines Kindes ist. Si
    Confessions

    Meine Sicht:
    Einige Zeit später.
    Die Eltern von Chase wollen einfach nicht wahr haben dass ihr Sohn nicht der Vater meines Kindes ist.
    Sie wissen dass ich mit Jared längst Schluss gemacht habe und sie glauben auch nicht dass ich mich einfach so auf einen Fremden einlassen würde.
    Dauernd fragen sie ihn nach der Wahrheit, was wir aber nicht erzählen.
    Deshalb haben Chase und ich seine Eltern noch einmal eingeladen.
    Sie warten im Wohnzimmer auf uns, während Chase und ich in seinem Zimmer unsere erfundene Story ein letztes Mal durchgehen.
    „Also ziehen wir es durch.“ Motiviert begeben wir uns nach unten zu seinen Eltern.
    Gespannt richten sie ihre Blicke auf uns und schauen uns voller Erwartung an.
    Irgendetwas müssen wir ja unternehmen wenn die beiden nicht locker lassen.
    Sie haben Chase sogar schon angeschnauzt dass er sich vor seinen Verpflichtungen drücken will, was natürlich überhaupt nicht stimmt.
    Ich versuche so überzeugend wie möglich zu klingen: „Also es war nur ein One-Nightstand… aber wir sind die Eltern des Babys. Es war nicht geplant und wir sind gute Freunde, was sich auch nicht ändern wird.“
    Mir ist dieses Gespräch sichtlich unangenehm, doch zum Glück ist Chase diesmal an meiner Seite.
    Seine Mutter lässt nicht auf sich warten und überfordert uns sofort mit der ersten ungemütlichen Frage: „Das heisst also ihr liebt euch nicht?“
    Hilfesuchend schaue ich zu Chase, welcher mich ebenfalls nur hilflos ansieht.
    Tolle Unterstützung Chase… es sind seine Eltern und ich muss mich rechtfertigen und alles aufklären.
    „Doch! Auf freundschaftliche Art.“ Antworte ich schnell.
    Am liebsten würde ich in Grund und Erdboden versinken, oder mich in Luft auflösen… Hauptsache weg von diesen beiden.
    Wir überzeugen sie schliesslich davon, dass wir nicht heiraten wollen, da wir einfach nur Freunde sind und nichts weiter.
    Natürlich hätten sie sich über eine Hochzeit gefreut, aber ein Enkelkind ist eine tolle Entschädigung wie sie meinen.
    Chase und ich möchten es nicht an die grosse Glocke hängen und die einzigen die es wissen sind seine Eltern, meine Schwester und Alex.
    Meine Eltern wissen es noch nicht und ich weiss auch nicht ob ich es ihnen erzählen will, da wir sowieso nicht so einen guten Draht zu einander haben.

    Kaum sind die Eltern von Chase weg, begibt er sich auf unseren Balkon und beginnt sich einen Joint zu drehen.
    Er wirkt äusserst nachdenklich und alles andere als glücklich.
    „Alles okay?“ frage ich ihn und setze mich ihm gegenüber hin.
    Einfühlsam sehe ich in seine warmen braunen Augen, welche mich allerdings keines Blickes würdigen.
    Ich dachte er wäre einverstanden mit unserem Plan.
    Bereut er nun seine Entscheidung?
    Bedrückt antwortet er mir jedoch: „ Ich will nur nicht daran erinnert werden, dass er keine Ähnlichkeiten mit mir haben wird.“
    Darum geht es ihm also.
    „Viele Menschen sehen ihren Eltern nicht ähnlich Chase.“ Versuche ich ihn etwas aufzuheitern.
    „Ja schon klar.“ Erwidert er abweisend und dreht seine RitschRatsch hin und her.
    „Zu dir wird er Dad sagen.“ Mit einem aufmunternden Lächeln beäuge ich ihn.
    „Ja, aber nur weil wir lügen Shirin!“ seine Stimme ist etwas lauter geworden.
    Ich schweige… denn der aggressive Ton in seiner Stimme verheisst nichts Gutes.
    Dass das Baby nicht von ihm ist, belastet ihn mehr als er zugibt.
    Nachdem ich mich einigermassen gefasst habe, antworte ich ebenfalls etwas lauter: „Stimmt nicht, weil du ihn mit Babybrei füttern wirst und ihm beibringst wie man Mädchen anbaggert. Du bist sein Vater und du wirst unendlich wichtig für ihn sein. Also wenn du das gesagt hast, weil du keine Windeln wechseln willst dann vergiss es.“
    Darauf zieht er schwach seine Mundwinkel nach oben und schenkt mir ein kleines Lächeln.

    Seine Sicht:
    Ich bin gerade mit Louis beim Pokern als Liam zu uns stösst und mich unter vier Augen sprechen will.
    Irritiert erhebe ich mich und begebe mich mit ihm zur Küche wo wir ungestört sind.
    Ich setze mich auf die Ablagefläche und höre mir sein persönliches Anliegen an.
    „Du weisst es vielleicht nicht aber ich habe einen Privatdetektiv engagiert der Shirin beschattet.“ Platzt es einfach so aus ihm heraus.
    Meine Augen weiten sich schockiert und ich werde zornig: „Du hast was? Spinnst du jetzt komplett?“
    Was fällt ihm ein, einfach einen Detektiv auf jemanden anzuhetzen?
    Ich habe mit Shirin längstens abgeschlossen oder habe es zumindest versucht und jetzt kommt er mit so was?
    Liam erklärt sein Handeln sofort: „Du bist seit dem Vorfall in London fürchterlich abgelenkt und die Sache mit Shirins Schwangerschaft scheint dich nicht in Ruhe zu lassen.“
    Natürlich hat er dies nicht nur meinetwegen getan sondern ist eher wegen dem Image unserer Band besorgt.
    Ja es ist wahr, ich bin ziemlich neben der Spur zurzeit.
    Ich vergesse meine Texte, welche ich normalerweise in - und auswendig kann… ich verpasse meinen Einsatz bei unseren Songs… und bin auch während den Interviews ziemlich unkonzentriert und oft abwesend mit meinen Gedanken, was die Reporter auch ziemlich nervt.
    Es ist nur noch eine Frage der Zeit, bis etwas in den Medien steht, weshalb ich Liams Handeln in gewisser Hinsicht nachvollziehen kann.
    „Und was hat er rausgefunden?“ frage ich barsch und wirke dabei ziemlich genervt.
    „Dieser Chase ist nicht der Vater des Kindes. Shirin und er haben das alles anscheinend nur inszeniert.“ Offenbart er mir und lässt mir eine Tonbandaufnahme abspielen.
    Ich bin wie erstarr als ich ihre Stimme höre.
    Er soll nicht der Vater ihres Kindes sein?
    Aber wieso sollten sie sich so eine absurde Geschichte ausdenken?
    „Wenn ich du wäre, würde ich ein Vaterschaftstest beantragen.“ Rät mir Liam und sieht mich vertraut an.
    Liam ist für mich der vernünftigste in unserer Band.
    In vielen Situationen behält er einen kühlen Kopf.
    So rasch bringt ihn keine Situation aus der Fassung oder auch nur dazu, dass er errötet.
    Er zweifelt selten an sich und seinen Entscheidungen.
    Liam hat Recht, ich werde Shirin zur Rede stellen und verlange einen Vaterschaftstest.

    Meine Sicht:
    Morgen soll ich also zu meinem ersten Ultraschalltermin.
    Teyla ist schon ganz hibbelig und kann es kaum erwarten, ich hingegen habe ein flaues Gefühl seit ich den Termin abgemacht habe.
    Ich bin nervös und habe seit zwei Tagen kaum ein Auge zu gemacht.
    Sogar während meine kleine Schwester und ich uns ein Film angucken, plappert sie aufgeregt drauf los: „Ich habe gestern Abend alle Babybücher durchgelesen! Wir können morgen sogar die Hände und die Fingernägel erkennen! Und das Gesicht auch! Man kann die Lippen und die Augen erkennen, sogar die Augenbrauen!“
    Langsam geht mir ihr Gerede auf den Wecker.
    Schade dass es keinen Knopf gibt, der sie ausschaltet oder einen mit dem man auf einen anderen Kanal wechselt.
    Nach weiterem euphorischem Geplapper platzt mir der Kragen: „Ich gehe morgen nicht zum Ultraschalltermin.“
    Das fröhliche Lächeln verschwindet augenblicklich aus ihrem Gesicht.
    „Wieso nicht?“ will sie sogleich wissen.
    Sie kann es einfach nicht lassen!
    Ich bin sowieso schon genug gereizt was sie jetzt auch zu spüren kriegt: „Ich werde gar nicht dorthin gehen!“
    Meine Stimme ist lauter geworden, doch selbst jetzt kontert die Blonde weiter: „Aber Shirin du darfst…“
    Weiter kommt sie nicht, denn ich falle ihr ins Wort: „Solltest du nicht noch was für die Uni tun?“
    Wütend starre ich sie an worauf sie endlich Ruhe gibt.
    Verärgert atme ich aus und verziehe mich auf mein Zimmer wo ich hoffentlich etwas Ruhe bekomme.
    Ich meide die Ärzte wie ein Vampir den Knoblauch, dass war schon immer so und jetzt auch.

    Ich bin gerade in eines meiner Lehrbücher vertieft als es hastig an meiner Zimmertür klopft.
    Erzürnt rolle ich mit meinen Augen… kann man hier denn nicht einmal seine Ruhe haben?
    Bestimmt ist es bloss meine kleine nervige Schwester, welche sich entschuldigen möchte, oder mich dazu zwingen will, morgen zu meinem Arzttermin zu gehen.
    „Jetzt nicht!“ rufe ich mit lauter und grimmiger Stimme, ehe die Tür mit einem Knall aufgeht.
    Wutentbrannt richte ich mich auf und will Teyla anbrüllen, was ihr eigentlich einfällt einfach so in mein Zimmer zu platzen, als ich erblicke, wer im Türrahmen steht.
    Seine grün-grauen Augen haben mich sofort fest fixiert und mir bleibt die Luft weg.
    Mit verschränkten Armen und unfreundlichem Gesichtsausdruck steht er tatsächlich vor mir.
    „Was tust du denn hier?“ frage ich ihn empört und werfe Teyla einen vernichteten Blick zu, da sie ihn einfach in unsere Wohnung gelassen hat.
    Harry tritt ohne Vorwarnung in mein Zimmer und offenbart: „Ich will einen Vaterschaftstest.“
    Klar, deutlich und herrisch klingt seine Stimme.
    Ich weite fassungslos meine Augen: „Chase ist der Vater, das habe ich dir doch verständlich gemacht!“
    Ich will an ihm vorbei gehen und einfach nur raus an die frische Luft als er mich an meinem Arm zurückhält.
    Sein Blick fesselt mich und gleichzeitig fährt mir ein kalter Schauer über meinen Rücken.
    In seinen Augen ist ein bedrohliches glitzern, was mich dazu bringt, dass meine anderen Wörter in meinem Hals stecken bleiben.
    „Da habe ich aber anderes gehört!“ kontert er und lässt mir eine Tonbandaufnahme abspielen.
    Ich erkenne meine Stimme und auch die von Chase.
    Es ist das Gespräch auf unserem Balkon zu hören… warum mussten wir überhaupt so laut über dieses Thema sprechen?
    Ich könnte mich selbst Ohrfeigen, aber mein Herz schlägt mir bis zum Hals.
    Unwillkürlich beginnt meine Unterlippe zu zittern.
    Noch nie habe ich den Braunhaarigen so boshaft erlebt.
    Langsam fängt sich Harry wieder und lockert seinen Griff um meinen Arm.
    Teyla entschärft die Situation: „Du musst doch morgen sowieso zum ersten Ultraschalltermin, vielleicht können sie den Vaterschaftstest auch noch machen.“
    Das hat mir gerade noch gefehlt, dass sie dies vor ihm sagen musste.
    „Ja, das wäre perfekt.“ Mischt sich auch noch Liam ein, welcher ebenfalls da ist.
    Widerwillig einigen wir uns schliesslich darauf, dass Harry morgen ebenfalls mitkommen darf.
    Ich gebe ihm die Adresse der Frauenärztin und die Zeit des Termins.
    Wir verabschieden uns, wobei ich ziemlich kühl und distanziert wirke.
    Auch Harry sieht mich emotionslos an.
    Nur Liam gibt sich freundlich und entschuldigt sich bei mir, dass er einen Privatdetektiv auf mich angesetzt hat.
    Was für ein Tag…

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One Direction – Back to you
One Direction – Back to you
Wie ich heisse, wusste sie nicht. Woher ich komme, hat sie nicht gefragt… das einzige was ich gestern wusste, war es mit ihr bis zum Morgengrauen zusammen zu bleiben.
http://www.testedich.de/quiz46/quiz/1484074414/One-Direction-Back-to-you
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2017-01-10
40HA
One Direction

Kommentare (1)

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Melanna ( von: Melanna)
vor 104 Tagen
Wann schreibst du weiter!!!?? Das ist das Beste, was ich je gelesen habe!!!!