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Geheimnisse in Mittelerde

66.16 % der User hatten die Auswertung: Calypso - die Verbergende Ich wachte mit einem Ruck auf. Ich lag in einem gemütlichen Bett, es war dunkel und nur eine Person stand im Raum. Ich biss mir auf die Lippe. Ich musste es jetzt tun, ich hatte so oft schon gescheitert. Leise richtete ich mich auf. Meine Sachen lagen auf einem Stuhl neben meinem Bett und an meinem Gürtel war immer noch mein silberner Dolch befestigt. Ich holte ihn aus seiner Scheide und schwang leise die Beine über die Bettkante. Er stand mit dem Rücken zu mir gewandt, und als er sprach, zuckte ich zurück und das Messer fiel aus meinen schweißnassen Händen. „Die Wunde an Eurer Brust, sie stammt von einer Morgul-Klinge.“ Ich starrte ihn nur an, wie er sich langsam zu mir umdrehte. „Das war dann Mordversuch Nummer vier.“ Er hob das Messer auf. „Ihr seid eine hervorragende Kämpferin, hatte ich einfach nur Glück, oder wart Ihr nicht ganz bei der Sache, Dienerin des Feindes?“ Seine Worte verletzten mehr als alle Klingen der Welt. Es verletzte mich so sehr, weil es wahr war und ich mir so erbärmlich vorkam. Ich seufzte und schloss die Augen „Bitte“, sagte ich leise „Tötet mich.“ „Nein, das werde ich nicht tun“, sagte Legolas leise und bückte sich nach dem Dolch, den ich ihm noch vor Sekunden in den Rücken rammen wollte. „Ich will verstehen, wieso eine Frau wie Ihr für Sauron arbeitet.“ Ich schnaubte und mein Stolz gewann wieder die Oberhand. „Was geht es Euch an“, sagte ich und ging ein paar Schritte von ihm weg zum Fenster. „Ihr wolltet mich töten“, sagte er schlicht. „Außerdem kann ich Euch nicht mehr aus den Augen lassen. Ihr seid in meinen Gedanken und verwirrt mich. Ich hätte niemandem erlaubt mich vier Mal anzugreifen, doch Ihr schafft es nur mit einem Blick, dass ich hoffe, dass ihr auf unsere Seite kämpft.“ Er zögerte. „Ich will Euch hassen, damit es mir leichter fällt, Euch dem hohen Rat auszuliefern, doch gelingt es mir nicht.“ Er klang gequält. Mein Herzschlag hatte sich bei seinen Worten rapide erhöht und ich widerstand dem Versuch, mich um zu drehen und in sein schönes Gesicht zu sehen. Nur der Schmerz in meiner Brust ließ mich den Hass, den ich auf sein und mein Volk hatte, nicht vergessen. Doch wirkte selbst dieser abgeschwächt und nicht mehr real, bei seinen Worten. „Ich möchte Euch verstehen.“ Legolas stand direkt hinter mir. Ich schloss die Augen und spürte seine Gegenwart. „Eigentlich diente ich Saruman, nicht Sauron“, sagte ich leise. Die Wahrheit auszusprechen fiel mir unendlich schwer. „Er versprach mir, dass wenn ich die Gemeinschaft des Ringes schwäche, er mir die Schmerzen der Morgul Klinge in meiner Brust nehmen würde.“ Schweigen, dann sprach Legolas hinter mir: „Das habt Ihr ihm geglaubt?“ Ich könnte hören, dass er zweifelte. Es war naiv, zu glauben, dass Saruman meinen Wunsch erfüllen könnte. Ich lachte bitter. „Ja das habe ich, wenn man so verzweifelt ist wie ich es war...wie ich es bin.“ „Aber wieso seid Ihr nicht zu den Unsterblichen Landen gesegelt, wo euch die Wunde nichts anhaben kann?“, fragte Legolas. Ich biss die Zähne zusammen und Wut kochte wieder in mir auf. „Weil dein Volk es mir verboten hat. Ich kann nicht von den Graue Anfurten übers Meer segeln, das ist meine Strafe.“ Ich ballte meine Hände zu Fäusten. Ohne die Morgul Wunde würde ich nicht in dieser Welt gefangen sein. Saruman hatte davon gewusst und von meiner Angst, für immer in Mittelerde verweilen zu müssen. In meinem Inneren war mir klar gewesen, dass er diese Schwäche ausnutzte, doch wollte ich es nicht wahrhaben. „Gandalf hat es dir also nicht gesagt, dass ich die Verräterin der Bergelben bin?“ Die Stille hinter mir war Antwort genug. „Ich war eine Kriegerin meines Stammes. Ich war geehrt und beliebt, doch an einem Tag machte ich einen Fehler, für den ich immer noch büßen muss. Sauron war schon lange besiegt, doch tauchte in unsern Landen einer der Nazgul auf. Ein Überbleibsel des Krieges oder der Vorbote des Neuen. Ich weiß es nicht. Ich wollte mein Volk beschützen und ritt alleine los, ohne auf den Rat der Ältesten zu hören und vorsichtig zu sein. Ich dachte, ich wäre ihm gewachsen.“ Ich unterbrach mich selber, um meine Stimme wieder in den Griff zu bekommen. „Ich habe versagt, und viele Elben musste wegen mir ihr Leben lassen.“ Ich schluckte und legte meine Hand auf meine schmerzende Brust. „Mein Volk beschloss, mir den Weg zu den Unsterblichen Landen zu verwehren. Ich muss alleine hier bleiben, obwohl ich nur das Beste für sie wollte.“ Ich klang bitter, doch schwang in meiner Stimme auch die Einsamkeit, Angst und Trauer, die mein Herz bestimmten, mit, und das schien Legolas auch zu hören. Ich zuckte zusammen, als ich seine Arme um mich spürte, doch ließ ich es zu, dass er mich umarmte. „Ihr müsst so einsam gewesen sein“, sagte Legolas leise. Ich drehte mich zu ihm um und legte meinen Kopf an seine Brust. Es tat so gut, keine Vorwürfe zu bekommen. Ich wusste nicht, wie lange wir so da standen und ich es einfach zuließ, dass er meine Schwächen sah. Ich genoss es, sein Hände auf meiner Haut zu spüren und die Ruhe, die er ausstrahlte. Irgendwann löste er sich von mir und sah mir in die Augen. „Ich denke nicht, dass die Bergelben Euch den Weg in unsere Heimat auf Ewig verwehrt haben“, meinte er und legte mir einen Finger auf die Lippe, als ich ihm widersprechen wollte. „Ich denke, es ist eine Prüfung, um zu sehen, ob Ihr euch verändern könnt“, sagte er schlicht und strich mir leicht durchs Haar. Ich sah ihn verunsichert an. „Ich denke, Ihr solltet euch sammeln und überlegen, was ihr wirklich wollt“, sagte Legolas. Ein Lächeln huschte über sein Gesicht. „Ich bin im Nebenzimmer, wenn Ihr mich sucht.“ Ich sah ihm verwirrt nach. „Sperrt Ihr mich nicht ein, werdet Ihr mich nicht dem Rat ausliefern?“, rief ich ihm nach und klang zu meinem Ärger ziemlich bittend. Legolas drehte sich noch einmal in der Tür um. „Ich denke, eine verschlossene Tür würde Euch nicht aufhalten, außerdem glaube ich an... dich.“. Wir sahen uns in die Augen und eine starke Verbundenheit zu ihm entflammte in meinem Herzen. Er verschwand leichtfüßig aus der Tür. Ich brauchte eine Weile, um wieder klar zu denken. „Er glaubt mir“, murmelte ich und schüttelte den Kopf. „Wieso soll es eine Prüfung sein?“ Ich ließ mich auf mein Bett nieder und betrachtete den Dolch, den Legolas hier gelassen hatte. War er wirklich so naiv? Ich nahm die silberne Waffe in die Hand. Ich dachte an die Zeit, in der ich noch bei meinem Volk gelebt hatte und an die Zeit, in der ich Saruman gedient hatte, zurück, und verglich sie mit meiner jetzigen Situation. Ich war früher um einiges lauter, impulsiver und vielleicht auch eingebildeter/mehr von mir überzeugt gewesen. Gandalf hatte gemeint, ich wäre weiser und überlegender geworden. Ich sah zu der Tür, durch die Legolas verschwunden war. Ich machte mir viel mehr Gedanken um andere. Ich drehte den Dolch zwischen meinen Finger. Es war dumm, noch für Sauron zu kämpfen, der mir nie meinen Wunsch erfüllen konnte. Der Durst nach Rache hatte sich bei Legolas Umarmung in Luft aufgelöst. Ich stöhnte und strich mir mein langes schwarzes Haar aus der Stirn. Eine Stunde später stand ich vor Legolas Tür und klopfte leise. Er lächelte, als er mich sah. „Ich wollte dir das hier geben“, sagte ich und überreichte ihm meinen Doch. „Außerdem werde ich mich dem Rat stellen und meine Strafe in Empfang nehmen, auch wenn das bedeutet, dass ich für immer auf dieser Welt wandeln muss“, sagte ich bestimmt. Ich schloss kurz die Augen und atmete tief durch, um nicht mehr vor der Wahrheit zu fliehen. „Auch wenn ich schreckliche Angst habe, allein zu sein.“ Ich öffnete meine Augen, als ich Legolas Hand an meiner Spürte und er mich in sein Zimmer zog. „Du wirst nicht alleine sein!“, sagte er. „Ich werde bei dir bleiben“, er berührte mein Wange. „Wenn du das willst?“ Diesmal war er es, der unsicher war. „Ich habe versucht, dich zu töten“, murmelte ich leise. „Und, hast du es geschafft?“ fragte er. Ich lächelte. „Nein.“ „Warum?“ „Weil ich es nicht wollte.“ Ich legte meine Stirn an seine und schloss meine Augen. Das Gefühl, verloren zu sein, war das erst Mal seit Jahrzehnten aus meinem Herzen verschwunden. Drei Jahre später „Auf Wiedersehen“, sagte ich leicht wehmütig und umarmte Arwen und dann Aragorn. Gimli bekam einen Kuss auf die Wange, der ihn erröten ließ. Die letzten Jahre war er mir irgendwie an Herz gewachsen und seine Rede vor Elrond und Galatriel, dass ich ein bezauberndes Wesen war und eine tapfere Kriegerin, die in der letzten Schlacht gegen Mordor alles gegeben hatte, hatte mich sehr berührt. Nach der ersten Nacht mit Legolas war ich Seite an Seite mit ihm in die Schlacht geritten und vielleicht hatte diese Tat, oder die flammende Verteidigung von Legolas und Gimli, Galatriel dazu bewogen, mir meinen Verrat nicht zur Last zu legen. Ich sah zu Legolas, der bei dem Zauberer stand. Beide erwiderten meinen Blick. Legolas voller Liebe, die mich so glücklich machte wie noch nie zuvor, doch manchmal auch Schuldgefühle in mir weckte. Er wollte schließlich wegen mir auf dieser Welt bleiben. Ich erwiderte sein Lächeln. Und schob die Schuldgefühle beiseite. Es war alles gut geworden, ich konnte nach Hause fahren. Ich war nicht mehr allein, nie mehr. Aus Gandalfs Blick war das Misstrauen verschwunden. Er hatte sich auch für meinen Freispruch eingesetzt, was mich überrascht und gefreut hatte. Ich lief zu ihnen hinüber und er neigte leicht sein Haupt. „Ihr habt euch wirklich verändert“, meinte er und ich erwiderte seine Geste. „Ich danke Euch, ohne Euch und alle anderen hätte ich dies nie geschafft.“ Ich sah zum Meer und in die Ferne, zu der wir nun reisen würden. Ich spürte Legolas' Hand in meiner und sah zu ihm auf. Ich erwiderte seinen Blick und schloss die Augen, als ich für kurze Zeit seine Lippen auf meinen spürte. „Ich liebe dich, Legolas“, hauchte ich leise und erwiderte den Kuss.

13.07 % der User hatten die Auswertung: Rhiannon - Große Königin Ich hatte auf einem Feldbett zwischen vielen anderen Frauen geschlafen, doch als der Tag graute, gab ich es auf, wieder einzuschlafen. Leise zog ich mich an, befestigte mein Schwert an meinen Gürtel und ging zu einem kleinen, überdachten Übungshof. Er trainierte ganz alleine für sich und ich sah ihm, in der Tür stehend, zu. Ich hatte gehofft, ihm erst später über den Weg zu laufen. Ich atmete tief ein. Ich wusste, in einem offenen Kampf hatte ich keine Chance gegen ihn. Es war feige, aber erwartete man von mir, dass ich ehrenvoll handelte? Ich näherte mich ihm von hinten und stand nur noch wenige Armeslängen von ihm entfernt und holte zum Schlag aus. Doch als mein Ziel so in greifbarer Nähe war, zögerte ich. Meine Hände zitterten und mein ganzer Körper wehrte sich gegen meine Bewegung. Mit einem metallischen Geräusch traf sein Schwert auf meines und ich blickte ihm direkt in die Augen. Er lächelte nicht und sah traurig auf mich herab. „Nun ist es also soweit“, sagte er. „Was? Wusstest du etwa die ganze Zeit davon?“ Ich löste mein Schwert und sprang einige Schritte zurück. Er ging in Kampfstellung. „Ich hoffte, du wärst nicht der Feind.“ Er machte keine Anstalten, anzugreifen. Mein Schwert schnellte vorwärts, doch er parierte lässig. „Du hast zwei verschiedene Geschichten erzählt, warum du von den Uruk-hai gefangen wurdest.“ Ich biss die Zähne zusammen. Hatte ich das? Verdammter Mist. Wer wusste noch von meinem Verrat? Einige Male trafen unsere Schwerter aufeinander, bis meines mit einem Klappern zu Boden fiel. Ich ließ mich auf die Knie fallen, und er trat auf mich zu. „Du kämpfst für gewöhnlich besser, willst du mich wirklich umbringen?“ Ich sah auf. „Habe ich eine andere Wahl?“ „Man hat immer die Wahl“, sagte Aragorn und schob das Schwert mit dem Fuß aus meiner Reichweite, als hätte ich noch die Kraft oder den Willen, es wieder aufzunehmen. Er kniete sich neben mich und hob mein Kinn an. „Wer hat dir befohlen, mich umzubringen?“ fragte er ruhig. „War es dein Bruder?“ Ich nickte nur und ein unbändiger Drang, mich zu rechtfertigen, stieg in mir auf. „Wir Südländer werden von euch nur wie Sklaven angesehen. Wir sind Wilde in euren Augen, die nur nach Macht und Bösem streben. Den Kindern werden Gruselgeschichten erzählt über uns und niemand sieht, dass wir auch Menschen sind, die leben wollen.“ Ich sah Aragorn fest in die Augen. Ich hatte Angst. Nicht vor dem, was mir bevor stand, sondern was er nun von mir dachte. Ich wollte nicht, dass er mich so ansah, wie alle anderen Männer Südländerinnen ansahen. „Wer dich kennt, würde niemals auf die Idee kommen, dass Südländer Wilde seien. Ich kenne keine schlauere Frau.“ Er lächelte mich tatsächlich an. Ich lächelte schwach zurück. „Ich bin nicht schlau! Wäre ich das, würde ich hier nicht sitzen. Ich würde mein Volk beschützen und meiner Pflicht als Schwester des Wortführers nachgehen. Ich hätte auf meinen Verstand gehört und dich sofort getötet, bevor ich mich in dich ver...liebt-“ Ich brach ab und sah zur Seite. Daraufhin herrschte erst einmal Stille. Ich schluckte und traute mich erst nach einer ganzen Weile, zu Aragorn zu sehen. Ich hätte alles erwartet, doch keinen lächelnden Aragorn. Er streckte mir seine Hand entgegen und zog mich in eine stehende Position. „Ich überlege gerade, ob du mir helfen könntest“, sagte Aragon. Ich runzelte die Stirn. Er tat einfach so, als hätte er meine Worte nicht gehört. Er führte mich zu einer der steinernen Bänke und setzte sich neben mich. „Ich wollte es dir schon gestern sagen, doch warst du nach der Schlacht zu beschäftigt.“ Er überlegte, wie er weitersprechen sollte. „Wir haben deinen Bruder.“ Ich sah ihn mit aufgerissenen Augen an. „Er lebt, er ist hier?“, stammelte ich. Aragorn nickte. „Es geht ihm gut“, sagte er schnell, als ich ihn besorgt ansah. „Er will nicht mit uns reden. Viele seines Volkes... deines Volkes konnten nach dem Kampf fliehen, doch bin ich mir sicher, dass sie zurückkommen werden, um ihren Anführer zu retten.“ Ich musste lächeln. Das stimmte, man konnte vieles über uns Südländer sagen, aber dass wir einen von uns im Stich ließen, das nicht. „Gondor wird geschwächt sein nach dem Kampf gegen Mordor - wir gehen mal davon aus, dass wir siegen.“ Er klang nicht ganz so überzeugt, wie er wollte und ich nahm automatisch seine Hand. Als wir beide diese Geste bemerkten, wurde ich rot und wollte ihm meine Hände entziehen, doch er hielt sie fest. „Gondor wird geschwächt sein, aber auch dein Volk wird bei einem Kampf schwere Verluste erleiden.“ Er sprach weiter, als sei nichts geschehen, doch hielt er meine Hände fest in seinen. „Ich will als künftiger König einen Waffenstillstand zwischen unser beider Völker verhandeln, doch...“, er lächelte leicht. „... dein Bruder ist ziemlich stur. Er will nicht mit uns sprechen und als ich ihm meinen Vorschlag erzählte, meinte er, dass es zu wenige Absicherungen für sein Volk gäbe und dass es ja vielleicht in Wahrheit nur eine Falle von uns ist, sein Volk gänzlich auszulöschen.“ Ich musste auch etwas lächeln. „Ja, so ist mein Bruder immer, er lässt sich selten beschwichtigen.“ „Aber du kannst es?“, fragte Aragorn. Ich neigte leicht den Kopf. „Meistens gelingt es mir, doch denke ich, dass es hierbei schwer wird. Auch dein Volk wird nicht begeistert sein, über ein Bündnis mit dem Süden. Wir sind das Böse.“ Ich sah ihn wieder traurig an. „Ich habe versucht, dich zu töten, auf Befehl meines Bruders. Ich weiß nicht, ob es Frieden geben kann zwischen uns.“ Aragorn sah mich eine lange Zeit an. „Natürlich wird es Zeit brauchen, um unsere Völker zum Frieden zu bewegen, zu viel Blut ist geflossen. Doch kann ich mir vorstellen, dass mein Volk aufhören wird, zu reden, wenn sie dich besser kennen lernen.“ Ich sah ihn überrascht an. „Ich würde mir wünschen, dass du in Minas Tirith bleibst... bei mir. Das mit dem Attentat weiß ja niemand außer uns beiden und ich werde mich nur an die Worte erinnern, die du danach gesagt hast“. Ich sah in fragend an. „Dass du mich liebst“, sagte er und ich wurde rot und entzog ihm meine Hände jetzt doch. „Sie werden mich hier nicht akzeptieren“, meinte ich ausweichend. „Sie werden es, wenn du ihre Königin bist“, sagte Aragorn und ich erstarrte. „Ich?“, sagte ich überrascht. „Aragorn, nein das kannst du nicht...“, protestierte ich. „Willst du dir den Zorn deines...“, doch ich konnte nicht zu Ende reden, da Aragorn mich schon zu sich gezogen hatte und mich küsste. Obwohl sein Bart etwas kratzte, war der Kuss so zart und weich, dass ich ganz vergaß, wo ich war und dass ich gerade den König küsste, und dass ich eine Südländerin war. Gerade gab es nur mich und Aragorn. Er löste sich von mir und sah mich lächelnd an. „Mir ist es egal, was du bist oder wer du bist. Ich will dich an meiner Seite. Nicht, weil dann ein Bündnis zwischen unseren Völkern ist. Das nehme ich nur als Vorwand. Ich will nur dich, meine Königin!“ Drei Jahre später „Mylady, wir haben Euch schon vor Stunden zurück erwartet.“ Das blonde Mädchen nahm mir meinen Reiseumhang ab. Vor einigen Wochen waren die letzten Elbenschiffe von den grauen Anfurten aufgebrochen und ich war nach dem Abschied von den Gefährten zu meinem Bruder geritten, um bei der Geburt seines Sohnes dabei zu sein. „Ja, die Reise hat etwas gedauert“, meinte ich und fragte dann: „Ist der König noch auf?“. Die Dienstmädchen kicherten „Er hat sich vor einer Stunde in seine Gemächer zurück gezogen“, sagte eine und ich grinste. Aragorn hatte viel zu tun, weshalb ich ihn nur abends sah oder in gestohlenen Stunden, in denen ich ihn allein in seinem Arbeitszimmer besuchte. Die restliche Zeit verbrachte ich oft in der Bibliothek oder im Garten, wo ich las oder den Kindern aus der Stadt das Wissen unserer Völker beibrachte. Leise schlich ich in den Raum, den mein Gemahl und ich als Schlafzimmer nutzten. Er lag im Bett, die Augen geschlossen und schien zu schlafen. Vorsichtig kroch ich zu ihm unter die Decke. Ich hauchte ihm einen Kuss auf die Wange und strich ihm durch die Haare. Er lächelte und zog mich an sich. Ich kicherte und schlang meine Arme um ihn. „Wie war es? Ist alles gut gegangen Hat dein Stamm einen neuen Wortführer?“, fragte mich Aragorn. „Ja, einen noch sehr kleinen und sehr süßen“, sagte ich leise und strich Aragorns Gesichtszüge nach und sah im in die Augen. „Ich will auch einen kleinen Wortführer bekommen!“, sagte ich in Gedanken versunken. Aragorn grinste. „Dann sollten wir wohl nicht länger warten oder?“, sagte er, bevor er sich über mich beugte und mich küsste.

8.71 % der User hatten die Auswertung: Leilani - Himmlische Blume Ich hatte nicht viel geschlafen diese Nacht. Es gab zu viele Verletze. Ich versucht, so vorsichtig wie möglich, in sein Zimmer zu schleichen. Ich stellte das Glas Wasser auf seinen Nachttisch und setzte mich für eine Weile auf seine Bettkante. Er atmete ruhig im Schlaf. Eine Hand lag neben seinem Kopf. Ich strich ihm eine Strähne aus dem Gesicht und fuhr dann mit den Fingern über seine Schläfen, den Kieferknochen und das Schlüsselbein. „Wärst du nur heute gestorben“, flüsterte ich. „Dann wäre alles so einfach.“ Eine vereinzelte Träne fiel auf sein Gesicht. Ich erhob mich und strich noch einmal über seine Haare. Dann wandte ich mich ab. Wenn er morgen aufwachte, würde er das vergiftete Wasser trinken und schnell und qualvoll sterben. Ich würde dann schon weit weg sein. Ich wischte mir die Tränen von der Wange. „Es tut mir Leid. Entschuldige“, flüsterte ich. „Nein, das tue ich nicht“, sagte eine Stimme hinter mir. Faramir hatte sich aufgesetzt und sein Blick hatte das Glas Wasser auf dem Nachttisch erfasst. Er nahm es, dann musste er husten. Der Rauch des Feuers brannte wohl immer noch in seiner Kehle. Er setzte das Glas an die Lippen, er wollte es trinken! Meine Augen weiteten sich. Ich wollte das nicht sehen, ich wollte rennen, fliehen, doch ich konnte es nicht. Stattdessen lief ich auf ihn zu und schlug ihm das Glas aus der Hand. Er sah mich überrascht an, doch dann schien er zu verstehen. Ich atmete stockend ein und aus und mied seinen Blick. Die Tränen flossen jetzt in Strömen über mein Gesicht. Ich hatte gerade das Schicksal meiner kleinen Schwester besiegelt, weil ich so selbstsüchtig war und dem Mann, der mir so viel bedeutete, das Leben gerettet hatte. Ich schluchzte auf und ließ mich auf der Bettkante nieder. "Ich kann es nicht", flüsterte ich in meine Hände. Ich spürte Faramir, wie er sich zu mir vorbeugte. "Ihr solltet mich töten! Wer-?" Faramir brach ab und strich mir durch das Haar. Ich wollte nicht, dass er nett zu mir war. Ich hatte versucht, ihn zu töten, ich hatte es zugelassen, dass Boromir starb. "Ihr solltet Gondor schaden, nehme ich an", sagte Faramir neben mir. "Ich habe... Ich habe Boromir sterben lassen, ich muss Euch töten", schluchzte ich. "Die Hobbits haben mir erzählt, dass ihr gar keine Chance hattet. Ein Uruk hat euch angegriffen während...", er stockte kurz. “Während mein Bruder ermordet wurde, und mir habt Ihr jetzt schon zwei Mal das Leben gerettet." Er legte eine Hand an meine Wange. "Seid Ihr sicher, dass ihr wirklich Sauron dienen wollt?" "Ich kann nicht anders, er hat meine kleine Schwester. Er wird sie töten, wenn ich nicht das tue, was er will.“ Ich wusste, wie jämmerlich es klang. Er würde uns wahrscheinlich beide töten, wenn ich meine Aufgrabe vollendet hatte. Wir hatten dann keinen anderen Nutzen mehr für ihn. "Ich will Euch nicht töten", sagte ich und sah Faramir mit verquollenen Augen an. Faramir sah ernst aus, doch in seinen Augen sah ich das warme Leuchten, was ich so an ihm liebte. "Leilani, ich verspreche Euch, alles in meiner Macht stehende zu tun, damit eure Schwester nicht sterben muss", sagte er und ergriff meine Hand und küsste sie. "Ihr seid ein guter Mensch und ich will Euch nicht mehr weinen sehen. Sagt mir alles, was Ihr wisst. Wohin solltet Ihr gehen, nachdem ihr mich...ermordet habt?. Nachdem ich einmal tief Luft geholt hatte, erzählte ihm, dass ich nach Süden zu einer alten Dorfruine gehen sollte. Dort wurde Elinor gefangen gehalten, mit ein paar anderen Menschen aus Gondor. Bevor ich zu den Gefährten gestoßen war, hatten sie mich dort auch festgehalten. Damals waren nur wenige Wachen da gewesen, da die Gefangenen viel zu ausgehungert und erschöpft waren, um ihren Bewachern gefährlich zu werden. Faramir hörte mir zu und rief dann einige Wachen, die noch in der Stadt geblieben waren. Sie bekamen den Auftrag, zu dem von mir beschriebenen Ort zu reiten und Ausschau zu halten. Ich sah dem allem schweigend zu und wartete die nächsten Stunden in Angst um meine Schwester und meine Freunde, die gegen Mordor kämpften. Faramir war, wie ich, in Minas Tirith geblieben, da seine Wunden zu schwer waren. Ich ging ich ihm aus den Weg (das versuchte ich jedenfalls), doch hatte er das Talent, mich überall zu finden. Nach einigen Fluchtversuchen entdeckte er mich auf einem Balkon, der nach Süden hinausging. Faramir hielt mich fest, bevor ich wieder verschwinden konnte. "Flieht ihr vor mir?", fragte er und ich sah zur Seite. "Ich bringe nur Leid über die Menschen, die mir nahe stehen", sagte ich. "Ich stehe Euch also nah, wollt Ihr mir das damit sagen?", meinte Faramir und ich riskierte einen Blick in sein hübsches Gesicht. "Ja", sagte ich und ein kleines Lächeln huschte kurz über meine Lippen. "Und das nicht nur körperlich." Das stimmte, wir standen wirklich viel zu nahe zusammen. Ich könnte seinen Herzschlag hören und er wahrscheinlich meinen, der gerade ziemlich holperte. "Leilani, bitte sorge dich nicht, du bringst kein Leid. Du bist die Sonne und das Licht hier und ich bin glücklich, dich bei mir zu haben." Er beugte sich zu mir herab. Ich sah in seine Augen, die so sanft waren und mir meine Ängste nahmen. Unsere Gesichter näherten sich und ich hatte die Augen schon halb geschlossen, in Erwartung eines Kusses, als ich das Horn hörte und erschrocken zusammen zuckte. Die Krieger waren wieder da, und ich rannte an das Balkongeländer. Auf einem der Wägen saß eine kleine Gestalt, die mir bekannt vorkam. Ich strahlte Faramir an. „Sie müssen auf dem Rückweg an der Ruine vorbeigekommen sein und sie befreit haben.“ Er lachte, als er sah, wie es mich zu meiner Schwester hin zog. "Keine Angst, Sommerblume, ich merke mir, wo wir stehen geblieben sind. Lauf schon zu ihr herunter.“ Ich warf ihm noch einen Blick zu, den er mit seinem wunderbaren Lächeln erwiderte. Dann rannte ich die vielen Stufen zu meiner kleines Schwester hinunter, um sie nach so langer Zeit in die Arme zu schließen. Drei Jahre später "Beruhige dich", kicherte meine kleine Schwester. Doch half das nicht viel. Nervös und aufgeregt lief ich in dem kleinen Raum auf und ab. Eowyn musste lachen und hielt mich fest, bevor ich noch über mein Kleid stolperte. "Hör auf deine Schwester", sagte Legolas, der den Raum betreten hatte. Ich strahlte ihn an. Es machte mich immer noch traurig, dass er bald Mittelerde verlassen würde, er war mein Lieblingsgefährte, doch heute konnte ich nur daran denken, wie glücklich und dankbar ich war, dass er gekommen war. Da ich schon früh meinen Vater verloren hatte, hatte ich lange überlegt, wer mich zum Altar führen könnte. Legolas war etwas überrascht gewesen, als ich ihn gefragt hatte, doch natürlich hatte seine Antwort 'Ja' geheißen. Ich atmete tief durch und nahm Legolas Arm, den er mir anbot. "Geht das wirklich alles so?", piepste ich. Er nickte und meine Schwester und Eowyn redeten beruhigend auf mich ein, was nicht viel half. Als die Türen aufgingen und ich vor dem langen, roten Teppich und den Hochzeitsgästen stand, war ich nervös wie noch nie in meinem Leben, und natürlich fielen mir jetzt all die schlimmen Sachen ein, die passieren konnten. Ich konnte über mein Kleid stolpern oder etwas noch schlimmeres. Wieso hatte ich mich nur hierauf eingelassen? Als ich aufblickte und ihn am Ende des Teppichs stehen sah, wusste ich, warum ich hier war und meine Nervosität verschwand auf einem Schlag. Faramir hatte eine Hand zu mir ausgestreckt und ich ergriff sie, als ich bei ihm angekommen war. "Du siehst sehr nervös aus" sagte er. Ich lächelte. "Nicht mehr, du bist ja da."

12.06 % der User hatten die Auswertung: Imara- Die willensstarke Das Erste, was ich hörte, als ich aufwachte, waren die Geräusche von vielen schlafenden Menschen. Leise, mit nackten Füßen, schlich ich über den Boden zu dem Vorhang, der mich von den anderen Menschen trennte. Ein Blick zeigte mir, dass ich in einem provisorischen Krankenhaus war. Überall standen Betten, manche verhangen mit Tüchern, andere zeigten, ihre meinst schwer verwundeten Patienten. Ich schlich den Flur entlang durch eine Tür. Eine dunkle Gestalt erwartete mich schon. „Ich weiß jetzt, woher ich dich kenne“, sagte eine mir vertraute Stimme. Ich verschränkte die Arme. „Ach ja?“, sagte ich, leider mit einem kleinen Wackeln in der Stimme. Er löste sich aus dem Schatten. „Ich dachte, du wärst tot.“ Er kam immer näher, ich wich zurück, doch er war schon bei mir und schloss mich in die Arme. „Ich habe dich so vermisst, kleiner Feuerteufel.“ Ich erstarrte und ein unbändiges Verlangen, einfach den Kopf an seine Brust zu legen und alles wie früher werden zu lassen, ergriff Besitz von mir. Doch diese kleine Schwäche verschwand sogleich, als er weitersprach. „Was ist damals passiert, warum bist du damals ohne ein Wort verschwunden?“ Er trat einen Schritt zurück, um mich anzusehen. „Was ist aus Ilian und den anderen geworden?“ Ich musterte ihn, wie ich hoffte, verachtend. „Müsstest du das nicht am besten wissen? Dein Onkel hat sie doch alle umbringen lassen.“ Meine Stimme versagte und die Maske der Gleichgültigkeit und Selbstsicherheit verfloss wie Wasser auf Stein. Mit fahrigen Fingern machte ich das Messer von meinem Gürtel los. Er blickte mich erschrocken an, wie ich da vor ihm stand, zitternd und mit einem Stück Metall in der Hand. Er war unbewaffnet, doch immer noch größer und stärker als ich. Ich kam mir so blöd vor. Mit einem Schluchzen ließ ich mich auf den Boden sinken. „Ich kann es nicht“, flüsterte ich. „Ich bin so dumm.“ Eomer kniete sich neben mich und nahm mir das Messer aus der Hand. „Was ist los Imara?“, sagte er verwirrt und besorgt. Ich sah ihn böse funkelnd an. „Dein Volk hat mein Stamm wie Orks abgeschlachtet, hast du das etwa vergessen?“ Ich befreite meine Hand aus seinem Griff. „An dem Tag, an dem ich das letzte Mal mit euch im Wald gespielt habe. Weißt du nicht mehr, was damals passiert ist?“ Ich wich seinem Blick aus. Ich konnte ihn nicht direkt ansehen, da sonst alte Gefühle hochkommen würden, die ich geschworen hatte, nie mehr zu fühlen. Eomer suchte meinen Blick „Dein Stamm wurde damals..-“, „..ermordet!“, unterbrach ich ihn. „Von euch Forgoil! Ich wusste immer, dass ihr Flachsköpfe uns Dunländer nicht mögt, da wir vor Urzeiten auf Saurons Seite waren“, zischte ich. „Wir haben euch nicht gehasst“, sagte Eomer und fügte leiser hinzu: „Im Gegenteil. Ich habe dich damals geliebt.“ Diese Worte gaben mir einen Stich ins Herz. „Als ich damals nach Hause kam, fand ich nur noch die Leichen meines Stammes, brennend in der Mitte des Dorfplatzes. Dein Volk ist in unser Dorf gekommen und hat sie alle ermordet.“ Ich wollte nicht über seine Worte nachdenken. „Ich war damals ganz alleine, hätte mich nicht ein anderer Stamm aufgenommen, wäre ich wahrscheinlich auch gestorben. Wir sind alle weiter in die Berge oder wo anders hin geflohen. Einen offenen Kampf gegen euch hätten wir nie gewinnen können. Mein neuer Stamm diente Saruman. Er hat uns wenigstens akzeptiert!“ Ich sprang auf. All die Jahre hatte ich auf diese eine Chance gewartet, mich zu rächen. Ich hatte eine gute Kampfausbildung bekommen und Saruman hatte mich unterstützt, doch heute, da ich meinem Ziel so nahe war, wollte ich nur noch weg rennen. Wie damals, als ich in mein Dorf gekommen war und es nicht wahr haben wollte, dass meine Brüder tot waren. „Tu nicht so, als hättest du nichts gewusst“, sagte ich wütend. Eomer war auch aufgestanden. „Wir haben deine Familie nicht umgebracht“, sagte er und hinderte mich am Wegrennen. „Und wer dann?“, schnaubte ich wütend. „Wer denn dann, es war niemand anderes da.“ „Saruman“, sagte Eomer trocken. Ich starrte ihn erst entgeistert an, dann lachte ich spöttisch. „Ja klar, und ich bin ein Ork!“ Ich riss mich los und rannte den Flur entlang. Ich wollte nur weg von hier. In einem Durchgang mit hohen Bogenfenstern blieb ich keuchend stehen. Meine Wunden waren noch frisch und fingen wieder an zu bluten. Eomer hatte mich schnell eingeholt. „Manchmal denke ich wirklich, du bist ein Ork, du bist verdammt stark für eine Frau“, ein Grinsen huschte über sein Gesicht, doch verschwand es augenblicklich wieder und er wurde ernst. „Imara, nach dem Sturz von Saruman habe ich nachgeforscht, du khmst mir gleich so bekannt vor, obwohl du dich stark verändert hast.“ Er sah mich ernst an. „Gandalf hat mir dabei geholfen. Saruman hat die Angst und die Wut eures Volkes seit diesem Attentat ausgenutzt, um euch gegen uns zu hetzen. Es war alles sein Plan.“ Er griff nach meiner Hand und ich ließ es diesmal zu. Ich wusste nicht, was ich glauben sollte, wem ich glauben sollte. Ich machte den Fehler, in seine Augen zu sehen. „Aber es gab Beweise, dass...“ sagte ich leise. Gab es die wirklich, oder hatte ich in meiner blinden Wut einfach alles geglaubt? „Ich hörte erst später von dem Schicksal deines Stammes, als die Männer meines Onkels vier Orks in den Hügeln aufgriffen“, sagte Eomer. „Erst wollten sie nicht reden, doch nach einer Weile der intensiven Befragung spuckten sie ihre Geheimnisse aus. Damals sagten sie, ihr Herr hätte es ihnen befohlen, doch bevor sie uns verraten konnten, wer ihr Meister war und was er mit dieser Tat bezweckte wollte, starben sie auf unerklärliche Weise. Jetzt weiß ich, dass damals Magie im Spiel war.“ „Aber-...“, sagte ich. Ich fühlte mich plötzlich hilflos, planlos und wieder allein. Meine ganze Familie war ausgelöscht... von einem Mann, dem ich geglaubt hatte? Stimmte es, dass Saruman der Mörder meiner Familie war? Hatte ich kein Ziel mehr? War ich wirklich verloren in der Einsamkeit? „Aber...“, sagte ich und mit jedem Wort wurde meine Stimme leiser und höher. „Ich...“, stammelte ich. Eomer zog mich enger an sich und strich mir leicht über die Haare. „Ich denke, dass Saruman dich und alle anderen Dunländer als Waffe gegen uns missbrauchen wollte. Dein Auftrag war es, mich zu töten, damit die Rohirrim keinen Anführer mehr haben, oder?“ Ich erwiderte nichts darauf, doch brauchte er auch keine Antwort. „Bitte glaube mir. Ich würde dich niemals anlügen, kleiner Feuerteufel“, meinte er und ich schnaubte. Ich hatte schon früher diesen Spitznamen gehasst. Ich hörte es eher, als dass ich es sah, dass er schmunzelte. Ich stemmte mich von seiner Brust weg und sah ihm in die Augen. „Ich will alles sehen, was du über diesen Tag und das Attentat herausfinden konntest“, sagte ich mit neuem Ehrgeiz in der Stimme. Wenn schon die letzten Jahre eine Lüge waren, wollte ich alles über diesen Betrug herausfinden. Eomer lächelte. „So kenne ich mein Mädchen.“ Ich zog eine Augenbraue nach oben. „Wer hat gesagt, dass ich dein Mädchen bin?“, meinte ich, doch musste ich grinsen. „Ich“, sagte er nur und ergriff meine Hand und zog mich in die Richtung, aus der ich die Stimmen der anderen Gefährten hörte. Ich brauchte Zeit, um meiner Wut und Trauer Herrin zu werden, doch würde ich es schaffen, und Eomer würde mir dabei helfen. Es war jedenfalls ein guter Anfang, dass er an diesem Tag und an den weiteren meine Hand nicht mehr los lie. (naja manchmal schon, aber selten). Drei Jahre später Es war ungewohnt, die Stadt der Flachsköpfe zu sehen, ohne Hass zu verspüren, sogar das Gegenteil war der Fall. Vorfreude. Ich spornte meine Stute an, schneller zu reiten. Es dämmerte schon und ich wollte nicht erst ankommen, wenn alle schliefen. Ich sah einen Schatten schnell auf mich zu reiten. „Was macht eine Frau so allein in der Riddermark?“, wollte der hochgewachsene Blondschöpf wissen. Ich grinste. Nach der Schlacht am schwarzen Tor war ich viel in Mittelerde herumgereist. War in Tal, hatte Legolas im Düsterwald besucht, und war sogar im Auenland gewesen (aber nur kurz) und jetzt war ich also hier. „Nun, ich wollte eine mir sehr wichtige Person besuchen“, sagte ich. „Nur besuchen oder vielleicht…?“ Der Mann zögerte einen winzigen Moment. „Vielleicht auch bei ihm bleiben?“ Eomer nahm seinen Helm ab und sah mich fragend an. Ich lachte. „Ich sprach von Eowyn, bilde dir ja nichts ein“, sagte ich und gab ihm einen kleinen Klaps, als ich an ihm vorbei ritt. Ich hörte es hinter mir schnauben. Ob es der Mann war oder das Pferd, wusste ich nicht so genau. Auf dem Ritt nach Edoras redeten wir viel über meine Reisen und wie sich die Lage hier gewandelt hatte, seit Eomer König war. Die Zeit verging wie im Flug und wir ritten durch das Tor der Stadt und zu den Ställen. Eomer war auffallend still geworden, erst als ich mein Pferd abgesattelt hatte und in Richtung der Häuser gehen wollte, hielt er mich zurück. „Ich habe das vorhin ernst gemeint“, sagte er. „Das Angebot, dass du bleiben kannst.“ Er sah mir in die Augen. „Ich würde mich freuen!“ Ich blickte zu ihm auf und lächelte. Meine Antwort war schlicht. Ich streckte mich zu ihm hoch und nahm sein Gesicht in die Hände. Dann küsste ich ihn. „Ich dachte, das wäre klar“, meinte ich, als wir uns voneinander lösten. „Ich finde, wir haben schon viel zu lange gewartet, für zwei Leute, die eindeutig die ungeduldigsten Menschen in Mittelerde sind.“ Eomer lachte und ich küsste ihn erneut.