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Harry Potter FF -Mein erstes Jahr

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38 Kapitel - 52.320 Wörter - Erstellt von: Princess Buttercup - Aktualisiert am: 2017-12-17 - Entwickelt am: - 2.530 mal aufgerufen - User-Bewertung: 5 von 5.0 - 6 Stimmen- Die Geschichte ist fertiggestellt - 6 Personen gefällt es

Als Hilary erfährt, dass sie eine Hexe ist, ist sie außer sich vor Freude- und hat gleichzeitig Bedenken. Zu Recht, denn in den nächsten Jahren erlebt sie Liebe, Kummer, Hass und was wahre Freundschaft ausmacht...

Jahr 1- Nehmt euch etwas Zeit, lest mit und erfahrt, in welches Haus sie kommt und was sie erlebt.
(Ach ja: Ich kann es einfach nicht, Geschichten Titel zu geben, und deshalb ist der Titel so unkreativ wie eh und je. ^^)

    1
    Hallo, schön dass du mitliest! Die Geschichte beginnt in Kapitel 2, du kannst das hier auch überspringen. Ich freue mich, wenn du auch in den Kommen
    Hallo, schön dass du mitliest! Die Geschichte beginnt in Kapitel 2, du kannst das hier auch überspringen. Ich freue mich, wenn du auch in den Kommentaren vorbeischaust. Lob und konstruktive Kritik kann ich immer gut gebrauchen! 😃😁😀
    Eure Lily (Princess Buttercup)

    Früher war das hier ja mal eine Art MMFF, und es haben auch viele mitgemacht (am Ende leider zu viele, und darum musste ich das hier stoppen). Hier seht ihr erst, wer alles mal mitgemacht hat, dann die Steckbriefe, Hilarys als ersten, dann die anderen, nach Häusern geordnet. 😃
    Steckbriefe und Häuser ————



    Häuserverteilung

    Hufflepuff
    - Kimi Sunshine❤ Jahrgang: 1
    - Ember Diggory ❤ Jahrgang: 3
    -Lucy Prior ❤ Jahrgang: 1


    Ravenclaw
    - Luna Lovegood ❤ Jahrgang: 1
    - Hilary Shine 👧 Jahrgang: 1
    - Hanna Stewart ❤ Jahrgang: 1
    - Franziska Lovegood ❤ Jahrgang: 1
    - Élodie Jaëlle Rousseau ❤ Jahrgang: 2
    - Johara Hunter ❤ Jahrgang: 1
    -Leeve Wild ❤ Jahrgang: 1




    Slytherin
    - Sarina Lee 😒 Jahrgang: 1
    - Elena Maria O' Mara ❤ Jahrgang: 1
    - Felix Lee 😒 Jahrgang: 1
    - Lea Potter ❤ Jahrgang: 2
    - Marco Mclever 😒 Jahrgang: 3
    - Marisol Snape ❤ Jahrgang: 2
    - Layken Malfoy ❤ Jahrgang: 1
    -Cecilia Smith😒 Jahrgang: 1
    -Leon Malfoy😒 Jahrgang: 1


    Gryffindor
    - Ginny Weasly ❤ Jahrgang: 2
    - Kylie Lentra 😒 Jahrgang: 1
    - Flame Lightwood ❤ Jahrgang: 1
    - Ellie Jacobs❤ Jahrgang: 1
    -Catherine Barnes❤ Jahrgang: 3



    ❤ = Freunde
    😒= Feinde
    👧 = bin ich
    Es ist natürlich nur die Verteilung der erstellten Charaktere ( und Ginny und Luna)
    ------------------

    Steckbriefe



    DIE HAUPTPERSON
    1.
    Erstellt von: Lily Luna/ Princess Buttercup
    Name: Hilary Shine
    Alter: 11
    Geschlecht: weiblich
    Patronus: Delfin
    Jahrgang: 1
    Charakter: freundlich, offen, neugierig, klug, chaotisch
    Aussehen: blonde Haare, klein, Stupsnase und graue Augen
    Blutstatus: Muggelstämmig ( jedenfalls offiziell, aber dazu in der FF mehr. . . )
    Status zu Hilary: DAS BIN ICH.
    Sonstiges:
    - Höhenangst

    DIE ANDEREN RAVENCLAWS
    2.
    Erstellt von: Jean
    Name: Hanna Stewart
    Alter: 11
    Geschlecht: weiblich
    Patronus: Kolibri (Vogel)
    Jahrgang: 1 (Hilarys)
    Haus: Ravenclaw
    Charakter: nett, freundlich, klug, ehrgeizig, eine Quasselstrippe
    Aussehen: schulterlange, dunkelblonde Haare, mittelgroß, grün-braune Augen
    Blutstatus: Reinblut, legt aber keinen Wert darauf.
    Status zu Hilary: Freund
    Sonstiges: ist extrem unordentlich

    3.
    Erstellt von: LunaLovegood2. 0
    Name: Franziska Lovegood
    Alter: 11
    Geschlecht: weiblich
    Patronus: besitze in der 1. Klasse nicht die Fähigkeit dazu (später Eule)
    Jahrgang: 1
    Haus: Ravenclaw
    Charakter: klug, verträumt, humorvoll, manchmal aber sehr unüberlegt
    Aussehen: dunkelbraune Locken, braune Augen
    Blutstatus: Halbblut
    Status zu Hilary: natürlich Freundin
    Sonstiges: kann (ab der 3. Klasse) sehr gut Wahrsagen

    4.
    Erstellt von: Schattengeist
    Name: Élodie Jaëlle Rousseau (Spitznamen: Élle, Jaëlly)
    Alter: 12
    Geschlecht: weiblich
    Patronus: Elster
    Jahrgang: 2
    Haus: Ravenclaw
    Charakter: frech, witzig, humorvoll, wild, unvorsichtig
    Aussehen: Sie mittelgroß und schlank, ihre glatten, schulterlangen, eigentlich schwarzen Haare sind grün gefärbt. Ihre Augen sind graugrün
    Blutstatus: Muggelstämmig
    Status zu Hilary: Freund
    Sonstiges: Ihr Vater kommt aus Frankreich, daher hat sie ihren Namen. Sie spricht aber nicht französisch.

    5.
    Erstellt von: Johara
    Name: Johara Hunter
    Alter: 11
    Geschlecht: w
    Patronus: Wolf
    Jahrgang: im selben wie Hilary
    Haus: Ravenclaw
    Charakter: nett, hilfsbereit, verträumt, schüchtern
    Aussehen: dunkelbraune mittellange Haare, sehr spezielle braune Augen, in denen man sich oft verliert. . .
    Blutstatus: muggelstämmig
    Status zu Hilary: gute Freundin Sonstiges: -hat panische Angst vor der Dunkelheit

    - trägt eine Kette mit einem Mond Anhänger der leuchten kann

    Sieht in Menschen immer das Gute auch wen andere Menschen das nicht sind, hilft des wegen immer allen ob gut oder böse Mensch oder Tier. . .

    6.
    Erstellt von: DerBaumSagtGg
    Name: Leeve Wild
    Alter:11
    Geschlecht: M
    Patronus: Eichhörnchen
    Jahrgang:1
    Haus:: Ravenclaw
    Charakter: Schlau, nett, zielstrebig
    Aussehen: Sportlich, kurze gegelte haare blonde, groß für sein Alter
    Blutstatus: HalbblutStatus zu Hilary: Er ist sehr verliebt in sie und ist ein freund
    Sonstiges: Er ist auch in der Quidditch Mannschaft. (Jäger)



    DIE HUFFLEPUFFS
    7.
    Erstellt von: Sun the hedgehog
    Name: Kimi Sunshine
    Alter:12
    Patronus: Katze
    Jahrgang:1
    Haus: Hufflepuff
    Charakter: Schüchtern, nett, freundlich, verträumt
    Aussehen: Braune kurze haare, grüne Augen.
    Blutstatus: Reinblut
    Status zu Hillary: Freundin
    Sonstiges://

    8.
    Erstellt von: Luilu
    Name: Ember Diggory
    Alter: 13
    Geschlecht: w
    Patronus: Fuchs
    Jahrgang: Fred und George
    Haus: Huffelpuff
    Charakter:
    -hilfsbereit
    -loyal
    -trotzdem intelligent
    Aussehen:
    -Haare: Hellbraun, Schulterlang, lockig
    -Augen: Ein grünes und ein blaues
    -Figur: normal
    -Größe: ziemlich groß
    Blutstatus: Reinblut
    Status zu Hilary: Freund
    Sonstiges: Cedrics jüngere Schwester, beste Freundin von Fred und George, versteht sich relativ gut mit Peeves

    9.
    Erstellt von: Helena Prior
    Name: Lucy Prior
    Alter: 11
    Geschlecht: weiblich
    Patronus: Katze
    Jahrgang: 1
    Haus: Hufflepuff
    Charakter: schüchtern, still, zurückhaltend, loyal
    Aussehen: goldbraune, hüftlange Haare, große blaue Augen
    Blutstatus: muggelstämmig
    Status zu Hilary: Freundin
    Sonstiges: /

    Sorry, dass ich den Stecki selbst ergänzt habe. . . aber du hast mir den Rest einfach nicht geschickt. . . Ich hoffe, der Charakter passt so einigermaßen.
    . . . 🌟
    DIE SLYTHERINS

    10.
    Erstellt von: Ascona
    Name: Sarina Lee
    Alter:11 Jahre
    Geschlecht: W
    Patronus: Einen weißen Wolf
    Jahrgang: Erstklässler
    Haus: Slytherin
    C harakter: Jähzornig, Komandier andere gerne rum
    Aussehen: Normal groß, blaue Augen, lange blonde Haare
    Blutstatus: Reinblut
    Status zu Hilary: Feind
    Sonstiges: kann Hilary nicht leiden

    11.
    Erstellt von: Hija de la Luna
    Name: Elena Maria O'Mara
    Alter:11
    Geschlecht: weiblich
    Pa tronus: ein Fuchs
    Jahrgang:1
    Haus: Slytherin
    Charakter: lustig, sarkastisch, laut, energiereich, nerdig, schnell gelangweilt, energisch, manchmal etwas listig
    Aussehen: schlank, kurze dunkelblonde Haare, grünblaue Augen mit goldenen sprenkeln
    Blutstatus: Halbblut
    Status zu Hilary: (Freund/Feind) Freundin
    Sonstiges: kommt aus Irland hat deshalb einen starken Irischen Akzent.
    12.
    Erstellt von: Ascona
    Name: Felix Lee
    Alter:11
    Geschlecht: M
    Patronus: schwarzer Panther
    Jahrgang: Erstklässler
    Haus: Slytherin
    Charakter: unkonzentriert, laut, nervig
    Aussehen: braune Haare, blaue Augen, normal groß
    Blutstatus: Reinblut
    Status zu Hilary: feind
    Sonstiges: Sarinas Zwillingsbruder

    13.
    Erstellt von: Lea
    Name: Lea Potter
    Alter:12
    Geschlecht: w
    Patronus: Einhorn
    Jahrgang: 2
    Haus: Slytherin
    Charakter: nett, hilfsbereit, etwas verträumt
    Aussehen: polange gellockte schwarze haare, grüne Augen
    Blutstatus: Halbblut Status zu Hilary: Freund
    Sonstiges: Zwillingsschwester von Harry,
    kommt ganz gut mit Draco aus, dafür aber nicht mit
    Hermine, Ron und Harry

    14.
    Erstellt von: Evilyn Malfoy
    Name: Marco McIver
    Alter: 13
    Geschlecht: männlich
    Patronus: Hippogreif
    Jahrgang: 3
    Haus: Slytherin
    Charakter: eingebildet, lustig, nett (wenn man ihn näher kennt)
    Aussehen: attraktiv, dunkelblonde hochgegeelte Haare, braun-grüne Augen
    Blutstatus: Reinblut
    Status zu Hilary: (Freund/Feind) erst Feind, nachher vielleicht mehr als ein Freund? (wenn es okay ist^^🤔😘) (Na ja... mal sehen)

    Sonstiges: ist in Sport sehr talentiert (ein Grund für seine Arroganz), Mädchenschwarm (anderer Grund für seine Arroganz)

    15.
    Erstellt von: Marisol
    Name: Marisol Snape
    Alter: 12
    Geschlecht: Weiblich
    Patron us: Katze
    Jahrgang: 2
    Haus: Slytherin
    Chara kter: Bei Feinden fies, bei Freunden nett, hilfsbereit, freundlich
    Aussehen: Immer anders
    Blutstatus: Halb-Blut
    Status zu Hilary: 💖
    Sonstiges: Metamorphmagus, Animagus

    16.
    Erstellt von: lovetigga
    Name: Layken Malfoy
    Alter: 11
    Geschlecht: weiblich
    Haus: Slytherin
    Charakter: ruhig, in Anwesenheit von ihrem Bruder fies und gemein, aber allein Freundlich und lustig
    Aussehen: blass, sehr hellen blonde Haare, blau graue Augen
    Blutstatus: Reinblut
    Status zu Hilary: in der Öffentlichkeit Feind aber eigentlich Freundin

    17.
    Erstellt von: Miss Slytherin
    Name: Cecilia Smith
    Alter: 11
    Geschlecht: Weiblich
    Patronus: Koala
    Jahrgang: 1
    Haus: Slytherin
    Charakter: Listig, freundlich zu ihren Freunden
    Aussehen: Braune Locken, sehr helle Haut, grau-blaue Augen
    Blutstatus: Reinblut
    Status zu Hilary: Erst Feindin, dann Freundin...
    Sonstiges: /

    18.
    Erstellt von: Luan Hasani
    Name: Leon Malfoy
    Alter:11
    Geschlecht: M
    Patronus: Border Colli (Hund)
    Jahrgang:1
    Haus: Slytherin
    Charakter: Listig, Ehrgeizig, zu seinen Freunden sehr nett, Auf andere wirkt er eher böse und arrogant
    Aussehen: Kurze braune Haare, braune Augen
    Blutstatus: Mutter Hexe, Vater Muggel,
    Status zu Hillary: Feinde
    Besonderheit: Animagus kann sich dementsprechend in einen Border Colli(Hund)verwandeln


    DIE GRYFFINDORS

    19.
    Erstellt von: Rubin
    Name: Kylie Lentra
    Alter: 11
    Geschlecht: W
    Patronus: Friese
    Jahrgang: 1.
    Haus: Gryffindor (auch wenn sie gut nach Slytherin gepasst hätte
    Charakter: naiv, zickig, sehr von sich überzeugt, kann sehr fies werden
    Aussehen: lange Blonde Locken, blaue Augen, schlank, zierlich
    Blutstatus: lupenrein
    Status zu Hilary: (Freund/Feind) beste Feindin (naja, sie zanken oft, aber nicht so wild)
    Sonstiges: verliebt in Felix Lee und macht deshalb öfter bei seinen bescheuerten Aktionen mit. . .

    20.
    Erstellt von: Evilyn Malfoy
    Name: Flame Lightwood
    Alter: 11
    Geschlecht: weiblich
    Patronus: Tiger
    Jahrgang: 1
    Haus: Gryffindor
    Charakter: temperamentvoll, nett, lustig
    Aussehen: groß, schlank, grüne Augen, Kupferfarbene, lange Haare
    Blutstatus: Reinblut
    Status zu Hilary: (Freund/Feind) Freund
    Sonstiges: sie liebt es neues auszuprobieren

    21.
    Erstellt von: Moon
    Name: Ellie Jacobs
    Alter:12
    Geschlecht: Mächen
    Patronus: Eule
    Jahrgang: In Harrys Jahrgang
    Haus: Gryffindor
    Charakter: Mutig, nett, aufgeschlossen
    Aussehen: Lange, braune Haare, Groß, Grüne Augen
    Blutstatus: Halbblut
    Status zu Hilary: Sie versteht sich gut mit ihr
    Sonstiges: Sie ist ein Animagus und kann sich dementsprechend in eine Eule verwandeln

    22.
    Erstellt von: CatBarnes
    Name: Catherine Barnes
    (Spitzname: Cat)
    Alter:13
    Geschlecht: W
    Patronus: Wolf
    Jahrgang:3
    Haus: Gryffindor( Hut hat lange überlegt fast nach Ravenclaw gekommen)
    Charakter: humorvoll, sehr schlau, nett, stark, sehr ehrgeizig, sehr mutig, spielt gerne streiche
    Aussehen: lange braune locken und goldene Augen, lange Wimpern, etwas kleiner als der durchschnitt
    Blutstatus: Muggelstämig
    Statu s zu Hillary:-mag sie sehr gern, sehr gute Freundin😊
    Sonstiges: Spielt Quidditch

    2
    ((fuchsia))1. Kapitel((efuchsia)) Das Sonnenlicht, das durch das große Fenster hineinschien, weckte mich. Ich blinzelte und rieb mir verschlafen die



    1. Kapitel


    Das Sonnenlicht, das durch das große
    Fenster hineinschien, weckte mich. Ich blinzelte und rieb mir verschlafen die Augen. Ah. . . Ferien. Ich wollte mich gerade wieder zurücklehnen, als mir einfiel, das Mum heute Geburtstag hatte. Leise stand ich auf, schlüpfte in meine Pantoffeln und schlich die Treppe hinunter. Im Erdgeschoss warf ich einen Blick auf die Uhr. 7:25. Ich gähnte. Normalerweise schlief ich in den Ferien bis 10:00 Uhr, aber wenn ich heute verschlafen hätte. . . das wäre eine Sache gewesen. Da hatte ich mal wieder Glück gehabt. Passierte sowieso selten genug. Ich ging jetzt leise in die Küche und begann, Frühstück zu machen. Als der Kaffee aufgesetzt war und sonst alles gemacht, schlich ich in den Keller hinunter. Dort stand die Geburtstagstorte, die ich gestern Abend noch gebacken hatte. Ich hob die Platte mit der Torte darauf hoch und trug sie vorsichtig zur Treppe.
    Das fehlte mir gerade noch, das auch der Kuchen hinunterfiel! Aber ich schaffte es, die Torte sicher in die Küche zu tragen. Dort setzte ich die Torte auf der großen Platte ab und schaute zufrieden auf den gedeckten Tisch. Ich wollte gerade meine Eltern wecken, als plötzlich eine Eule auf dem Fensterbrett landete und begann, mit dem Schnabel energisch gegen das verschlossene Fenster zu klopfen. Sie hatte auch einen Brief in den Krallen. Ich blinzelte verwundert. Eulen. . . am Tag? Das konnte doch nicht sein. Hatte ich Halluzinationen? Tock. Tocktock. Die Eule saß immer noch da. Ich schüttelte den Kopf. Die war real. Vollkommen real. Aber. . . Wollte die etwa. . . ins Haus? TOCK. TOCKTOCK. Es schien so, als ob der Eule bald der Geduldsfaden riss. Ich ging zum Fenster und öffnete es. Sofort flatterte die Eule hinein, warf den Brief auf meinen Kopf und hüpfte vergnügt zum Marmeladeglas, in dem sie ihren Schnabel versenkte. Ich zupfte mir den Brief von den Haaren und öffnete ihn. Zwei Bogen Papier fielen heraus. Ich faltete den ersten auseinander und begann zu lesen:

    Sehr geehrte Miss Shine,

    wir freuen uns, Ihnen mitteilen zu können, dass Sie an der Hogwarts-Schule für Hexerei und Zauberei aufgenommen sind. Beigelegt finden Sie eine Liste aller benötigten Bücher und Ausrüstungsgegenstände. Das Schuljahr beginnt am 01. September. Wir erwarten Ihre Eule spätestens am 31. Juli. Da sie eine muggelstämmige Hexe sind, wird im Laufe des Tages noch Information über die neue Schule kommen.

    Mit freundlichen Grüßen
    Minerva Mc Gonagall Stellvertretende Schulleiterin


    Verwirrt lies ich das Blatt sinken. Ich war an einer Schule für. . . Hexerei und Zauberei aufgenommen worden? Magie und Zauberei gab es doch nur in Büchern. Oder etwa nicht? Und was sollte "Muggelstämmig" heißen? " Hilary?" Meine Eltern standen im Türrahmen. "Was macht hier eine EULE am Marmeladentopf?", wollte Dad wissen. "Die hat mir das hier gebracht", erklärte ich und drückte meiner Mutter den Brief in die Hand. Verwirrt begann diese zu lesen. Erwartungsvoll sah ich meine Eltern an. Nachdem beide das Blatt gelesen hatten, ließ Mum es sinken. "Hilary? Soll das ein. . . Scherz sein?" Ich deutete nur stumm auf die zahme Eule. Wie sollte ich denn so eine Eule gefangen und dazu dressiert haben, am Tag herumzufliegen? Das sahen offensichtlich auch meine Eltern ein. Schließlich räusperte sich der Vater. "Du sagst, die Eule hat dir das gebracht?" Ich nickte. " Wenn die schreiben, wir bekommen noch Auskunft. . . dann bekommen wir das hoffentlich auch. Vorausgesetzt, es ist kein wirklich mieser Trick. " Erleichtert atmete ich aus. Wenigstens verdächtigten meine Eltern mich nicht, sie verarscht zu haben. Schule für Hexerei und Zauberei. . . und der letzte Satz: ". . . muggelstämmige Hexe sind. . . "
    Ich war also eine Hexe. Ich wusste nicht, ob ich das positiv oder negativ sehen sollte. Die waren doch immer die Bösen, oder? Egal. Wahrscheinlich war es doch nur ein Werbetrick oder etwas ähnliches. Ich gratulierte erst meiner Mutter, dann setzten wir uns und wir begannen, die Torte zu essen.
    Am Nachmittag laß ich gerade in einem Magazin, als es plötzlich an der Haustür klingelte. Unten öffnete Dad die Tür. Irgendwer kam herein. "Hilary, komm doch bitte!" Ich ging in den Flur. Dort stand ihr Vater in Begleitung einer Frau, die einen grünen Umhang trug und wirkte, als bestände sie zu 95% aus Knochen. Ich gab ihr artig die Hand. Was wollte die hier? War das etwa. . . diese Information? Dann kam auch Mum, und wir setzten uns zusammen in das Wohnzimmer. "Ich bin Professor McGonagall", stellte sich die Frau vor. "Sie haben den Brief bekommen?" Ich wusste nicht, was ich sagen sollte. Wenn das jetzt immer noch ein Witz war, dann musste der Jemand, der das organisierte,
    sehr viel Mühe gemacht haben. Meine Eltern nickten und Professor McGonagall fuhr fort: "Gut, denn Hilary ist eine Hexe, genau wie ich auch und alle anderen Schülerinnen von Hogwarts. Sie wird dort zaubern lernen, und vieles mehr. " Ich starrte wie gebannt auf die Frau. Auch meine Eltern waren sichtlich überrascht, und sahen auch ziemlich stolz aus. Jetzt zog die Frau einen Zauberstab aus ihrer Tasche. Sie richtete ihn auf eine Vase, murmelte irgendetwas und sofort zersprang sie in Tausend Teile. Meine Mutter starrte entsetzt auf die Überreste der Vase am Boden. Die Frau richtete wieder ihren Zauberstab auf die Teile, und sie setzten sich wieder wie von selbst zusammen. Dann ließ sie die Vase durch die Luft schweben, und sie wieder auf dem Schränkchen landen, wo sie auch vorher gestanden hatte. Plötzlich überströmte mich ein unglaubliches Glücksgefühl. Das war Zauberei. Und so etwas würde ich auch bald können. . . Jetzt begann die Frau meinen Eltern viel zu erklären: Wie ich zum Bahnsteig käme, der Ort,
    wo meine Schulsachen besorgt werden sollten,
    und die Zaubererwelt allgemein. Ich hörte bei den meisten Sachen gar nicht mehr zu, sondern lehnte mich im Sofa zurück
    und malte mir meine neue Schule aus. Nach genau 2 Stunden und 34 Minuten beendeten sie endlich das Gespräch. Die Frau nickte mir noch einmal zu, stellte sich dann in die Mitte des Raumes und verschwand einfach mit einem kleinen Knall. Ich war jetzt nicht mehr sehr überrascht und wunderte mich über gar nichts mehr. War ja Magie. Mum lächelte mich an. "Eine Hexe, wow. . . Die Frau hat uns einen Zettel gegeben, der beschreibt, wo wir deine Schulsachen kaufen können.
    Das machen wir morgen, okay?" Ich nickte. Der Tag war sehr schnell vergangen. Professor McGonagall hatte mir auch mitgeteilt, dass ich, da ich schon im Dezember 12 wurde, vielleicht etwas älter wäre, als
    die meisten anderen Kinder. Das machte mir nicht viel aus. Hauptsache, ich durfte überhaupt nach Hogwarts! Das einzige, wovor ich mich fürchtete, war, das ich schlechter war als die anderen Kinder, denn da ich muggelstämmig, also das Kind von nichtmagischen Menschen war, hatte ich ja noch keine magische Erfahrung. Das wird schon, beruhigte ich mich, als ich Abends zu Bett ging. Ich blieb noch etwas wach und dachte über mich und mein neues Leben nach, schlief dann aber auch ein.


    3
    ((fuchsia)) Kapitel 2. ((efuchsia)) Am nächsten Tag fuhren wir nach London. Mum hatte mir erzählt, dass die Zaubererstraße "Winkelgasse"


    Kapitel 2.


    Am nächsten Tag fuhren wir nach London. Mum hatte mir erzählt, dass die Zaubererstraße "Winkelgasse" hieß. Dort kam man aber als gewöhnlicher Mensch nicht einfach so hin, sondern nur auf magische Art und Weise.
    Da ich eine Hexe war, durften meine Eltern auch mitkommen. In London parkten wir das Auto. Erst mussten wir einen Laden namens "Der tropfende Kessel" finden. Es war ein schmieriger, ziemlich alt aussehender Pub. Als wir ihn betraten, sah ich erst gar nichts,
    konnte dann aber nach und nach etwas erkennen. Ein Wirt stand hinter einer Theke und grinste alle freundlich an.
    "Muggelstämmige für die Winkelgasse, was?", sagte er. Meine Elter nickten, ich musste erst einmal meinen Hustenanfall unterdrücken, denn es war ziemlich verraucht. Der Wirt führte uns in einen kleinen Hinterhof, in dem Fässer standen, und begann, Steine mit seinem Zauberstab abzuklopfen. Diese begannen sich jetzt zu verschieben und ein Tor bildete sich. Als ich und meine Eltern hindurchgegangen waren, erblickte ich eng zusammenstehende Geschäfte. Ich staunte. Wow, das war wirklich. . .
    Wahnsinn. Meine Mutter zog jetzt den Zettel mit den Hogwartssachen hervor. "Erst suchen wir die Zaubererbank und wechseln dort unser Geld!", sie blickte auf. "Dort lang!" In der Zaubererbank namens Gringotts bekamen sie von Kobolden das Geld gewechselt. Ich war erleichtert, als wir wieder nach draußen konnten. Die Kobolde hatten nicht gerade freundlich dreingeschaut. Zuerst gingen ich und meine Eltern zu Flourish&Blotts, um dort meine neuen Schulbücher zu kaufen, danach zu Madame Malkins für die Schulumhänge. Es war ehrlich gesagt ziemlich doof, dass alle schwarz sein mussten, denn ich hätte gerne einen lindgrünen gehabt. In Elyops Eulenkaufhaus bekam ich einen Sperlingskauz namens Like. Er war ziemlich klein und zwitscherte fröhlich vor sich hin. Ich strich ihm über den Schnabel. "Na du Süßer?", lachte ich. Er war wirklich zu niedlich. Nachdem wir auch noch die anderen wichtigen Utensilien erstanden hatten (Kessel, Waage, . . . )
    kam das Aufregendste: Der Zauberstab!
    Da meine Eltern draußen auf der Straße mit anderen Muggeleltern redeten, musste ich alleine zu Ollivander gehen. Der Laden war irgendwie unheimlich. Riesige Regale ragten an den Wänden auf. "Ah. . . Miss Shine. . . was kann ich für sie tun?" Ich drehte mich herum. An der Ladentheke stand ein alter Mann. "Ich brauche einen Zauberstab", antwortete ich und setzte ein gezwungenes Lächeln auf.
    Das musste wohl Mr. Ollivander sein. Zauberstäbe seit 6
    382 v. Chr. -so sah er auch aus. Als ob er schon 2382 Jahre lang Zauberstäbe verkaufte. Ein leichter Schauder glitt über meinen Rücken. Ollivander drückte mir jetzt einen Stab in die Hand. "Eiche, 12 Zoll, Phönixfeder, bitte einmal durch die Luft schwingen. " Ich packte den Stab und schwang ihn. Der Kronleuchter, der an der Decke hing und aussah, als wäre er das letzte Mal zur Eröffnung des Ladens benutzt worden, schaukelte gefährlich hin und her. Ich sah besorgt hinauf. Das jetzt gleich eine Staubbombe auf uns hinunter flog, darauf konnte ich verzichten.
    "Der ist es nicht, auf jeden Fall",
    murmelte Mr. Ollivander. "Probier diesen hier. " Ich nahm den Zauberstab und schwang ihn leicht hin und her. Ein warmes Gefühl durchströmte meinen Arm und goldene Funken prasselten auf beide hernieder. "Das ist er! Birke, 11 1/2 Zoll, Einhornhaar. " Ich nickte. Hoffentlich konnte ich jetzt endlich diesen Laden verlassen. Ollivander packte den Stab in eine Box und reichte mir diese. Ich bezahlte und verließ dann den Laden. Ich hörte noch, wie kaum als ich durch den Türrahmen gegangen war, mit lautem Geschepper der Kronleuchter von der Decke stürzte und beschleunigte meine Schritte. Hoffentlich machte Ollivander mich jetzt nicht für den Schaden verantwortlich. Wieder draußen musste ich erst einmal blinzeln, denn das Sonnenlicht kam mir auf einmal viel heller vor. Kein Wunder, in Ollivanders Laden war es auch stockdunkel gewesen. Ich entdeckte meine Eltern und lief zu ihnen, um ihnen meinen Zauberstab zu zeigen. Das polierte Holz glänzte wie Gold im Licht. Jetzt verließ ich mit Mum und Dad die Winkelgasse wieder, vollbeladen mit Schulsachen, und packte sie in das Auto. Dann fuhren wir nach Hause.
    Jetzt konnte Hogwarts jederzeit beginnen!

    4
    ((fuchsia)) Kapitel 3 ((efuchsia)) Heute war der Tag der Abreise gekommen. Ich sollte von einem Gleis 9 3/4 abfahren, jedenfalls stand es so auf meine
    Kapitel 3



    Heute war der Tag der Abreise gekommen. Ich sollte von einem Gleis 9 3/4 abfahren,
    jedenfalls stand es so auf meiner Fahrkarte. Professor McGonagall hatte gesagt,
    ich müsste, um dorthin zu kommen, durch eine Wand laufen. Genauer genommen durch die Wand zwischen Gleis 9 und 10. Ich hatte da so meine Zweifel daran, aber in der magischen Welt war ja im Prinzip alles möglich. Jetzt stand ich mit meiner Mutter inmitten der Menschenmenge am Bahnhof King's Cross.
    Dad hatte sich bereits verabschiedet, da er zur Arbeit musste.
    Ich kämpfte mich hinter meiner Mutter mit dem Wagen durch die Menschenmenge. Ständig rempelten mich hektische Menschen an, meistens ohne sich zu entschuldigen. Ich biss mir ärgerlich auf die Lippen.
    Das machte ich immer, wenn mich etwas aufregte. Endlich standen wir beide,
    ich und meine Mutter, vor dem Gatter zwischen beiden Gleisen. Ich blieb kurz stehen, um zu verschnaufen. "Also. . . da müssen wir jetzt durch, oder?" Zögerlich streckte ich die Hand aus. Mum lächelte mich an. "Das schaffst du schon, Liebling. Wenn du willst, versuche ich es als Erstes. " Ich nickte, und Mum lehnte sich jetzt gegen die Absperrung. Ich blickte sie nervös an. Im nächsten Moment war sie verschwunden. Ich starrte auf die Stelle, wo Mum noch eben gestanden war. Wieso nahm sie das so. . . entspannt? Für sie war das doch auch neu. . . oder nicht? Aber nein, das konnte gar nicht sein. Wie denn auch. Ich verdrängte die Gedanken und trat ein paar Schritte zurück. Dann nahm ich Anlauf und schloss die Augen. Ich lief und lief. Erst als ich jemanden "Hilary" rufen hörte, öffnete ich die Augen und bremste. Meine Mutter stand lachend neben dem Wagen und um uns herum waren viele Zauberer, die sich von ihren Kindern verabschiedeten. Andere Hogwartsschüler. Ich merkte, das ich aufgeregt wurde. Die meisten Schüler waren schon im Zug. Meine Mutter sah mich an. Ich umarmte sie. "Wir sehen uns schon zu Weihnachten wieder!" "‘Schon‘ ist gut", seufzte Mum. "Hör mal, Hilary, vergiss nicht, uns immer eine Eule zu senden, mindestens eine pro Woche, und putz dir immer gut die Zähne, Zahnpflege ist auch in Hogwarts wichtig, lass dich auch nicht auf zu gefährliche Sachen ein, . . . "
    Die Liste der Ermahnungen wollte gar kein Ende nehmen. Ein Blick auf eine Uhr verriet mir, dass es schon 10: 55 war, höchste Zeit um einzusteigen. ". . . und benimm dich und stell nichts an, ich will nicht, das du hinausgeworfen wirst, bitte. " Die letzte Ermahnung hatte etwas anders geklungen. . . mit Nachdruck. Als ob es ihr besonders wichtig wäre. Gleich nach der Tatsache, das man mich nicht in 100 Teilen zurückbringen sollte. Ich verscheuchte die ganzen nervigen Gedanken, holte mein Gepäck vom Wagen und umarmte Mum noch ein letztes Mal, dann stieg ich in den Hogwarts-Express. Es war bereits ziemlich voll, Schüler quetschten sich durch die Gänge, und es herrschte ein enormer Lautstärkepegel. Like quietschte entrüstet in seinem Käfig,
    da dieser nicht gerade sanft behandelt wurde. Endlich entdeckte ich ein freies Abteil und ging hinein. Das Gepäck stellte ich einfach auf den Boden. Das jetzt auf das Gepäckbrett hochzuhieven. . . Nein, danke. Darauf konnte ich verzichten. Nachdem ich die Abteiltür zugezogen hatte, dämpfte sich der Lärm etwas. Erleichtert ließ ich mich auf einen Sitz sinken. Draußen konnte ich meine Mutter sehen. Ich winkte. Sie winkte zurück. Entspannt lehnte ich mich zurück. Auf dem Bahnsteig war jetzt nur noch eine Familie, alle mit leuchtend roten Haaren, die ziemlich hektisch einstiegen. Das einzige Mädchen unter ihnen sah so aus, als ob sie auch eine Erstklässlerin sein könnte. Ich beugte mich vor und starrte noch weiter aus dem Fenster. Irgendetwas schien zu fehlen. Oder irgendjemand. Die Kinder waren zwar alle eingestiegen, aber die Eltern schienen in reinster Panik. Was da wohl los war? Leider konnte ich nicht mehr mehr erfahren, da jetzt irgendjemand pfiff und der Zug sich mit einem Ruck in Bewegung setzte. Ich war mit meinen Gedanken trotzdem immer noch bei der Familie. Was da wohl los war? "Entschuldigung, aber kann ich mich zu dir setzen?" Ich fuhr herum. In der Abteiltür stand ein Mädchen mir dunkelblonden, schulterlangen Haaren und grünbraunen Augen. Verdutzt nickte ich. Die sah recht nett aus. Das Mädchen ließ sich auf den Sitz gegenüber von mir fallen. "Ich bin Hanna. Hanna Stewart. Weißt du, fast überall im Zug ist voll, und in den Abteilen, wo noch was frei ist, da sitzen so unsymphatische Leute drin oder viel Ältere. Da bist du schon viel besser. Du bist auch im ersten Jahr, schätze ich, oder? Ich glaube, das erste Jahr ist das beste Jahr- du wirst eingeteilt und so- der Nachteil ist bloß, du darfst nicht Quidditch spielen- sag mal, kannst du eigentlich auch reden?" Ich verkniff mir die Bemerkung, das Hanna mich gar nicht erst zu Wort kommen lassen hatte. Stattdessen antwortete ich: " Ich bin Hilary Shine und auch im ersten Jahrgang. " Ich sah Hanna an. Sie sah echt nett aus, schien aber eine ziemliche Quasselstrippe zu sein. Über Quidditch hatte ich schon etwas gelesen, wusste aber nichts wirklich genaues. Hanna grinste. "Also kannst du reden. Das ist gut, weil sonst wäre die Zugfahrt wenig unterhaltsam geworden und wir müssen immerhin 6 Stunden fahren. Hast du dich auch so gefreut, als du den Brief bekommen hast? Ich habe mich echt sooo gefreut-endlich Hogwarts!" Ich unterbrach sie: "Ich habe davor nicht einmal von Hogwarts gewusst, aber ich hab mich trotzdem riesig gefreut!"
    " Du bist also muggelstämmig", stellte Hanna fest. "Ich bin zwar ein Reinblut, aber ich mach mir nichts daraus. " "Also sind deine Eltern beide Zauberer?", fragte ich. Hanna nickte. „Und meine Großeltern auch... Und meine Urgroßeltern auch, glaub ich, aber ich weiß ja von denen nicht mal die Namen. Das sind ja ganze 8 Stück...“ Gerade als ich zu einer Antwort ansetzen wollte, wurde die Abteiltür erneut aufgeschoben. Herein schaute das rothaarige Mädchen vom Bahnsteig. "Ist hier noch Platz frei?", fragte sie. "Klar!", antwortete ich und deutete auf einen freien Platz neben mir. "Ich bin Hilary, das ist Hanna, wer bist du?" "Vielleicht Hestia oder irgendetwas anderes mit H?" Hanna schaute das Mädchen erwartungsvoll an. "Ich bin Ginny. Ginny Weasly. " Ginny stellte ihren Koffer neben der Abteiltür ab und setzte sich neben mich. Hanna sah etwas enttäuscht aus. "G. . . egal. In welches Haus wollt ihr eigentlich? ", wechselte sie das Thema. „Also, mir ist es ja egal- alles, bloß nicht Slytherin!“ Ginny wurde eifriger. "Ich hoffe Gryffindor, alle aus meiner Familie waren da und Harry ist da auch und. . . " Sie brach ab und wurde knallrot.
    Hanna begann zu lachen. "Harry Potter, oder?" Sie grinste Ginny an. Ich runzelte die Stirn. Wer war das denn? Wenn ich jetzt schon nichts begriff, wie würde es dann erst im Unterricht werden? "Wer ist das?", fragte ich. Ginny und Hanna begannen beide sofort loszuquasseln. "Todesfluch. . . " ". . . da war Voldemort, den kennst du doch. . . " ". . . der Stein der Weisen letztes Jahr. . . " "Er hat überlebt, Hilary, überlebt, . . . " ". . . er ist sooo tapfer und mutig. . . " Ich hielt mir die Ohren zu, während ich gleichzeitig lachen musste. "Das ist ja nicht zum Aushalten!", stöhnte ich. "Hanna, wärst du so nett und lass Ginny erzählen", bat ich Hanna. Diese brach ab. "Meinetwegen", seufzte Hanna. Ginny begann mir jetzt alles über Harry Potter zu erzählen. Sie schmückte die Geschichte zwar ziemlich aus, aber trotzdem begriff ich, worum es ging. Dieser Harry hatte anscheinend den Todesfluch von Voldemort überlebt. Von diesem hatte ich schon gehört, er sollte einer der dunkelsten Magier der Welt sein. Und so grausam. Aber durch Harry war er verschwunden. Trotzdem hatte Harry letztes Jahr eine Begegnung mit ihm gehabt. Mir lief es eiskalt den Rücken hinunter. Was, wenn er zurückkam? Ich war so mit meinen Gedanken beschäftigt, das ich gar nicht Ginny wahrnahm, die jetzt neben mir zu Weinen anfing. Ich schreckte erst auf, als Hanna, die jetzt auch zu Ginny gelaufen kam, mich versehentlich anstieß. "Ginny. . . was ist denn los?", fragte ich besorgt. "Er. . . er war bei uns, aber beim Hogwartsexpress nicht mehr und. . . " Sie schluchzte auf. "Harry, oder?", fragte Hanna Ginny. Diese nickte. " Er war also bei euch zu Hause, und dann als ihr zum Hogwarts-Express gegangen sind, da ist irgendwas passiert, oder Ginny?", fragte Hanna. Ginny schaute auf. "Was. . . wenn er im Gleis gelandet ist oder gekidnappt oder so?" Ginny schüttelte sich eine ihrer rostroten Haarsträhnen aus dem Gesicht. "Quatsch", erklärte Hanna, "das wird schon nicht passiert sein. Durch den vielen Rauch am Bahnsteig habt ihr bestimmt nicht gesehen, wie sie eingestiegen sind. " Ich legte meinen Arm um Ginny. Sie tat mir leid, aber für mich kam das alles etwas verwirrend. Wieso war der bei Ginny zuhause gewesen? Ich erinnerte mich an die geschockten Eltern auf dem Bahnsteig. Jetzt ging mir ein Licht auf. Ich hatte recht gehabt, irgendwer war verschwunden. Und zwar dieser Harry und Ron. Aber wie konnte das sein? Wahrscheinlich hatte Hanna recht. Ich schaute gedankenverloren aus dem Fenster. Da erregte plötzlich etwas blaues meine Aufmerksamkeit. Ich blinzelte. Das gab es doch nicht! Ein fliegendes Auto. Verdutzt sah ich noch einmal hin. Tatsächlich, ein fliegender Ford Anglia überschlug sich gerade neben den Gleisen. Der Wagen schlenkerte gefährlich hin und her. Entsetzt sah ich auf den Wagen. Den schien eindeutig jemand nicht unter Kontrolle zu haben. Ginny und Hanna kamen jetzt auch ans Fenster. "Was ist da?", fragte Hanna und erblasste, als sie das Auto sah. "Das verstößt gegen sämtliche Geheimhaltungsgesetze vor den Muggel. Meine Güte!" "Was macht Dads Karren da oben?", fragte Ginny. Ich drehte mich geschockt um. "Das Auto gehört-deinen Eltern?" Ginny nickte. Ich und Hanna starrten Ginny entgeistert an. Plötzlich schrie diese auf. Ein Junge war aus dem Wagen gefallen und konnte sich nur noch mit einer Hand am Trittbrett des Wagens festhalten. Der andere versuchte, ihm die Hand zu geben, was ihm gerade nicht gelang. "Harry! Ron! Sie haben den Wagen geklaut! " Ginny hielt sich die Hand vor den Mund. Ron musste wahrscheinlich ihr Bruder sein, jedenfalls hatten beide die selben orange-roten Haare. Jetzt schaffte der Junge im Auto, Ron, Harry hochzuziehen und die Autotür wurde zugeschlagen. Dann drehte der Wagen ab und verschwand aus unserem Sichtfeld. Eine Weile sagte niemand etwas, auch Hanna nicht. Ich spürte den Kloß im Hals. Das hätte tödlich enden können. "Ron ist dein Bruder, oder? ", fragte Hanna nach einer Weile. Ginny nickte. "Ich habe 6 Brüder, ich bin die jüngste von allen und Ron ist der jüngste Sohn. . . " Ich hörte den beiden kaum zu, da ich
    spürte, dass meine Augenlider schwer wurden. Am Fenster flog die Landschaft vorbei, nichts deutete darauf hin, das dort gerade noch jemand in Lebensgefahr gesteckt war.
    Ich lehnte mich zurück, mein Kopf sank mir auf die Schultern, meine Augen schlossen sich, und ich schlief ein.

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    ((fuchsia)) Kapitel 4 ((efuchsia)) Ich wurde von Papiergeraschel geweckt. Verschlafen öffnete ich meine Augen. Vor mir auf dem Tisch stapelten sich S



    Kapitel 4

    Ich wurde von Papiergeraschel geweckt. Verschlafen öffnete ich meine Augen. Vor mir auf dem Tisch stapelten sich Süßigkeiten. "Hey, Ginny, sie ist wieder aufgewacht!", rief Hanna. "Willst du auch was? Schokofrosch? Kaugummi? So ungefähr eine halbe Stunde nachdem du eingeschlafen bist, kam nämlich die Imbisshexe, und", Hanna steckte sich ein Stück Schokolade in den Mund, "ich hatte ein bisschen Geld dabei und habe uns was gekauft. " Sie grinste. Ich setzte mich auf. Nach ein "bisschen" Geld sah das nun wirklich nicht aus. Ginny lächelte mich leicht verlegen von der Seite an. "Das hat alles Hanna gekauft, ich. . . " Sie schwieg. Hanna stöhnte. "Esst doch einfach!" Sie schob mir eine Schachtel hin. "Schokofrosch, musst du probieren, schmeckt nämlich echt lecker. " Ich schob die Schachtel auf. Ein brauner Frosch war darin. Er quakte laut. "Schnell, schnapp ihn dir!" Hanna und Ginny sahen mich erwartungsvoll an. "Aber. . . der lebt doch noch!", stotterte ich. Ich würde ganz bestimmt keinen Frosch aufessen, der noch lebte. Überhaupt- ob Frosch wohl lecker schmeckte, darüber konnte man auch diskutieren. Hanna schnappte sich jetzt mit einer blitzschnellen Bewegung den Frosch, der gerade zum Fenster hinaushüpfen wollte. Sobald er in ihrer Hand war, wurde er auf einmal fest und sah sehr. . . schokoladig und lecker aus. Hanna stopfte ihn sich jetzt in den Mund. Nachdem sie fertig gegessen hatte, grinste sie mich an. "Aber das Beste haben wir extra für dich aufbewahrt- Bertie Botts Bohnen aller Geschmacksrichtungen!" Ich ahnte nichts Gutes, als Ginny eine große Tüte hinter ihrem Rücken hervorzog. Darin waren lauter bunte Bohnen. Da musste doch irgendwo ein Haken an der Sache sein. . . Gerade als Ginny die Tüte aufriss, ging die Abteiltür auf. Im Rahmen stand einer der älteren Schüler. Ein silbernes Vertrauensschülerabzeichen prangte auf seinem schwarz-gelben Umhang. "Wir sind in wenigen Minuten da, also bitte zieht euch jetzt eure Umhänge an und stellt eure Koffer und Taschen bereit!" Hiermit knallte er die Tür wieder zu. Hanna ließ die Tüte enttäuscht in ihre Umhängetasche gleiten. Ich war etwas erleichtert und gleichzeitig auch wieder sehr aufgeregt. Jetzt würden wir ankommen! Aufgeregt zogen wir uns um und standen kurz darauf mit all dem Gepäck auf dem Gang, inmitten von all den anderen Schülern. Der Zug wurde jetzt langsamer und hielt dann an. Die Türen gingen auf und sofort ergoss sich eine Schülerflut über den gerade noch leeren Bahnsteig. Auch Ginny, Hanna und ich stiegen aus. "Wohin jetzt?", fragte ich die beiden. "Zu irgendwelchen Booten!", rief Hanna zurück.
    "Das hat mir Dad jedenfalls erzählt, mit denen wird man dann über einen See gefahren und dann. . . kannst du nicht aufpassen?", fauchte sie wütend einen Schüler an, der sie gerade mies angerempelt hatte. Überrascht drehte sich dieser zu ihr um. Anscheinend war er es nicht gewohnt, angemeckert zu werden und schon gar nicht von einer Erstklässlerin. "Erstklässler zu mir! Erstklässler hierher!" Die Stimme kam von weiter hinten. Hanna funkelte den Schüler noch einmal an. Ich grinste. Das Gesicht von dem war einfach zu komisch. Ich hob mein Gepäck hoch und folgte dann Ginny und Hanna, die schon irgendwo im Chaos verschwunden waren. Als ich dann endlich an den ganzen Schülern vorbei war, kam ich an einen See. Viele Boote schaukelten dort sanft auf den Wellen. Davor stand ein großer,
    bärtiger Mann. "Immer 5 Erstklässler in ein Boot!", brummte er durch seinen Bart und lächelte uns freundlich zu. Wir stiegen in ein Boot, in dem bereits zwei Mädchen saßen. Die eine hatte dunkelbraune Haare, die andere dunkelblonde, etwas zottelige hüftlange Haare und große blaue Augen. Als Hanna, Ginny und ich hineinstiegen, sah das Mädchen mit den braunen Haaren auf. "Hallo", sagte sie und lächelte. Ich lächelte zurück. Eine Weile sagte niemand etwas, dann fragte Hanna: "Wer seid ihr? Ich bin Hanna und das sind Ginny und Hilary. " "Ich bin Luna", sagte jetzt das Mädchen mit den blauen Augen, "Luna Lovegood. Du, "sie deutete auf Ginny, "bist eine Weasly, wegen deiner Haare. " Das Mädchen neben Luna lachte. "Ich bin Franziska und Luna ist meine Cousine. Ihr könnt mich Franzi nennen, wenn ihr wollt. " Ich blickte abwechselnd Luna und Franziska an. Vom Aussehen hatten sie nicht viel gemeinsam, aber vom Charakter her ähnelten sich beide. Außerdem trugen sie beide etwas schräge Klamotten. Irgendwie waren sie mir beide auf Anhieb sympatisch. "Entschuldigt bitte, aber sie muss hier noch rein, die anderen Boote sind schon voll. Na ja, das hier auch, aber bei euch ist noch Platz. " Der bärtige Mann stand vor dem Boot, und vor ihm ein Mädchen mit kurzen braunen Haaren. Sie machte einen ängstlichen Eindruck, als sie zu uns ins Boot stieg. "Klar doch, Hagrid!, antwortete Ginny. Ich rutschte etwas zur Seite, wo sich jetzt das Mädchen hinsetzte. Hagrid starrte Ginny verwirrt an. "Woher. . . " "Mein Bruder, "antwortete Ginny lächelnd, "Ron. " Ich grinste. Hagrids Gesicht war aber auch zu komisch. Er grummelte etwas in seinen Bart, nickte uns zu und ging dann davon, und stieg in ein einzelnes Boot. Jetzt gab es einen kleinen Ruck und die Boote schwammen langsam los. Ich hielt mich etwas an der Kante fest. Da wir zu sechst waren, schaukelte das Boot bedenklich. Ich saß zwischen Franziska und dem anderen Mädchen, das, wie wir erfuhren, Kimi hieß. "Ach ja!", Hanna öffnete ihre Umhängetasche. "Fast hätte ich die Bohnen vergessen. Zu sechst macht es noch mehr Spaß. Weißt du, Hilary, es ist so, das jede Bohne nach etwas schmeckt. . . obwohl es auch welche gibt, die nach nichts schmecken, aber du kannst Erdbeere erwischen oder Kotze- ganz egal. Nehmt schon!"
    Hanna hielt allen die offene Tüte hin. Ginny nahm als erstes eine rote und steckte sie sich in den Mund. "Tomate", sagte sie dann. Luna und Franziska nahmen sich auch jeder eine und auch Kimi griff zu, spuckte ihre aber gleich wieder aus. " Putzmittel. . . ",
    sagte sie. "Also, meine war Erdbeereis", sagte Franziska vergnügt, "die sind nicht immer schlimm, du musst halt Glück haben. "
    Na gut. Ich seufzte und nahm sich eine. Sie war weiß. Wohl war mir bei der Sache nicht. Was wenn das jetzt. . . Babypuder oder so etwas war? Zögerlich steckte ich mir die Bohne in den Mund. Papier. Auf jeden Fall besser als Kotze oder etwas dergleichen. Meine nächste Bohne schmeckte nach Gras und die übernächste nach Kaffee. Bei der 4., die nach Popel schmeckte, verging mir allerdings der Appetit. "Kinder, hört alle mal her!" Das war Hagrid gewesen. Er stand aufrecht im letzten Boot. Ich, Hanna und die anderen wandten ihm sofort die Köpfe zu. "Jetzt werdet ihr zum ersten Mal Hogwarts sehen! Hier ist es!" Mir blieb der Mund offen stehen vor Staunen. Die schwarzen Umrisse hoben sich deutlich vom rotgoldenen Abendhimmel ab, über dem Schloss funkelten die Sterne. Es war das Schönste, was ich je gesehen hatte-atemberaubend. Hanna neben mir lehnte sich weiter vor, um auch Hogwarts zu sehen. Ich wandte mich von dem bombastischen Anblick an und wollte sie noch zurückhalten, aber zu spät: Das Boot begann heftiger zu schwanken als zuvor, da es nicht mehr im Gleich gewicht war. Deshalb stürzten wir uns alle auf die Seite die sich gerade in die Luft erhob, was ein erneuter Fehler war. Ich wollte mein Gewicht wieder auf die andere Seite verlegen, aber zu spät: Das Boot kippte um und wir landeten im Wasser. Ich prustete und rang um Atem, als wieder an die Wasseroberfläche kam. Leider fiel Ginny auf mich, da sie sich noch kurz hatte festklammern können und ich wurde erneut unter Wasser gedrückt.
    Mein Koffer und meine Reisetaschen versanken neben mir im kalten Wasser. Ich tauchte unter Ginny hinweg an die Wasseroberfläche. Neben mir tauchte jetzt Franziska auf, gefolgt von Kimi. "Unser Gepäck!", gurgelte sie. Ich spürte, wie sich meine Kleidung mit Wasser vollsog und mich wieder nach unten zog. Ich strampelte heftig im Wasser. Das war aber auch peinlich! Für die Kinder in den Booten musste es aussehen, als wäre ich Nichtschwimmer. Jetzt tauchten auch Ginny, Hanna und Luna auf. Ich sah, das auch sie es nicht schafften, sich außer strampelnd über Wasser zu halten. Schwimmen war ja einfach, aber mit Klamotten. . . Ich spuckte etwas Wasser aus und blickte zu den anderen. Alle tropfnass und rot im Gesicht. Aber als dann Hanna ein ersticktes "Tschuldigung" hervorbrachte, begannen wir alle wie auf Kommando zu lachen, und lachten und lachten. Und ich wusste, dass ich, obwohl ich noch nicht einmal Hogwarts betreten hatte, Freunde gefunden hatte.

    Das mit den Klamotten habe ich selbst ausprobiert.Wer will, kann es auch versuchen,, aber so besonders schön ist die Erfahrung auch wieder nicht... xD )

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    ((fuchsia)) Kapitel 5 ((efuchsia)) " Hier lang!" Professor Sprout, so hatte sich die rundliche Frau vorgestellt, führte mich und meine neue



    Kapitel 5





    " Hier lang!" Professor Sprout, so hatte sich die rundliche Frau vorgestellt, führte mich und meine neuen Freundinnen eine breite Steintreppe hoch. Wir waren auf dem Weg zur großen Halle, in der die anderen Erstklässler wahrscheinlich schon längst waren. Wegen unserem "Unfall" hatten wir uns erst von einem Lehrer trocken zaubern lassen, und waren deshalb eben erst zu Professor Sprout geführt worden. Jetzt hatte diese mir gerade alles über die Einteilung erzählt, die Häuser und den sprechenden Hut, da wir wahrscheinlich den Großteil der Auswertung sowieso verpasst hatten und ich wegen meiner Muggelherkunft davon nichts wusste. Ginny, Luna, Franzi, Kimi, Hanna und ich waren jetzt vor einer großen Holztüre angelangt. Ich schluckte. Jetzt war es gleich so weit. Jetzt würde die vermutlich wichtigste Zeremonie in meinen ganzen Leben folgen.
    Professor Sprout drückte mit ihren Schultern die Türe auf. Gleißend helles Licht blendete mich. Auch Ginny neben mir zuckte zusammen. "Die Nachzügler, Professor McGonagall", meldete Sprout und schritt in die Halle. Ich und die anderen folgten ihr. Die knochige Frau, die auch bei mir Zuhause gewesen war, stand auf. "Ah. . . ja. Dann kommt mal vor. " Ich trat mit weichen Knie nach vorne. Mir entging auch nicht Ginnys suchender Blick, mit dem sie den rot geschmückten Tisch musterte. "Das ist der Gryffindortisch", flüsterte Hanna mir zu. Ich nickte angespannt. Professor McGonagall stellte sich jetzt neben den Stuhl mit dem Hut. „Die anderen sind bereits fertig“, erklärte sie. „Es geht los“, wisperte Hanna. Ginny flüsterte leise „Gryffindor, Gryffindor“, vor sich hin. In 5 Minuten wäre es auch bei mir vorbei... oder? "Lovegood, Franziska!", rief Professor McGonagall laut. Franziska ging nach vorne und setzte sich auf den Stuhl. Der Hut wurde ihr über das Gesicht gezogen. Jetzt war es in der großen Halle ganz still geworden, eine Weile passierte nichts, aber dann- "Ravenclaw!", rief der Hut. Franziska sprang vom Stuhl und eilte hinüber zum blau geschmückten Tisch, der sie freudig empfing. "Lovegood, Luna!" Luna wirkte etwas entspannter als ihre Cousine. Auch bei ihr rief der Hut: "Ravenclaw!" Luna schlenderte gemütlich zum Ravenclawtisch und insgeheim bewunderte ich sie für ihre Ruhe. "Shine, Hilary!" Was, schon? Ich atmete noch einmal tief aus und ein und lief dann nach vorne, um mich auf den Stuhl zu setzten. Professor McGonagall setzte mir den Hut auf, der mir über die Augen rutschte und oberhalb der Nase stecken blieb, was schön bescheuert aussehen musste. "Ohoh. . . Hilary Shine. Was machen wir mit dir?" Eine piepsige Stimme hatte zu sprechen angefangen. " Da ist Talent und Loyalität. . . und auch Mut. Sollen wir dich nach Gryffindor schicken?" Ich schluckte. Meinetwegen konnte der Hut mich überall hin stecken, bloß nicht nach Slytherin. "Neugierde und Tapferkeit. . . Vielleicht nach Gryffindor wie deine Mutter? Aber lass mich noch mal nachdenken... Wissbegierde und Klugheit ist auch vorhanden, in großen Mengen... ich bin für RAVENCLAW!" Ich riss mir den Hut vom Kopf. Wie meine MUTTER? Die war doch nie in Hogwarts gewesen! Mein Atem ging schnell und stoßweise. Das war unmöglich. Wäre meine Mutter eine Hexe gewesen, hätte sie mir und Dad das erzählt. Nein, das ging nicht. Das war unmöglich. Absolut u-n-m-ö-g-l-i-c-h.
    Irgendwer stupste mich von hinten an. Es war Hanna.
    "Geh schon, Hilary, ich hoffe ich komme auch nach Ravenclaw oder zu Ginny oder Kimi. . . "
    "Shine! Sie stehen hier schon seit Ewigkeiten. Wenn sie hier nicht festgewachsen sind, gehen sie!", blaffte Professor McGonagall. Ich lief zum blau geschmückten Tisch, wo ich auch schon von Luna und Franziska erwartet wurde. Ich setzte mich neben beide und beschloss, meine unsinnigen Gedanken einfach zu vertreiben. Bei Hanna dauerte die Auswahl nicht lange. Schon nach kurzer Zeit rief der Hut: "Ravenclaw!" Hanna vergaß vor Freude sogar, erst den Hut abzusetzen und musste deshalb noch einmal zurück. Jetzt war Kimi an der Reihe. Bei ihr brauchte der Hut sehr lange. Als fast schon eine Minute vorbei war, rief der Hut "Hufflepuff!" Kimi winkte mir, Luna, Hanna und Franziska zu, als sie zum Hufflepufftisch hinüberging. Jetzt war nur noch Ginny daran, die nach Gryffindor kam. Da alle Erstklässler jetzt aufgeteilt worden waren, wurde der Hut weggetragen und Professor Dumbledore, ein älterer Mann mit weißem Bart, stand auf. Er erläuterte kurz die Schulregeln. Man durfte zum Beispiel nicht in den verbotenen Wald. Ich hatte aber ehrlich gesagt auch nicht gerade Lust in einen Wald voll mit gefährlichen Tierwesen zu gehen. Ich war noch nie besonders mutig gewesen. Jedenfalls bislang nicht. Wieso hatte der Hut mir dann auch
    Gryffindor ange- Halt. Daran wollte ich ja gar nicht mehr denken, unterbrach ich mich selbst.
    Ich wandte mich wieder dem Tisch zu. Dieser war jetzt voll mit allen möglichen Essenssachen. Schinken, und Eintopf und Spiegelei und Schnitzel und Pommes und Salate. . . Ich häufte mir von allem etwas auf den Teller und begann zu essen. Plötzlich schrie ein Mädchen gegenüber von mir auf. "Oh. . . oh!"
    Ich blickte entsetzt zu ihr auf. Was war jetzt los? "Schaut mal-da ist Lockhart- Gilderoy Lockhart! " Das Mädchen deutete zum Lehrertisch. "Also, wer mich fragt-der ist doch sowieso nur ein Aufschneider", mischte sich Hanna ein. Die anderen Mädchen starrten sie an. Dann begannen sie zu tuscheln. Ich hörte gar nicht hin. Ich wusste ja nicht mal, wer dieser Gil-irgendwas Lockhart war, und es interessierte mich auch nicht.
    Merkwürdig war aber, das Professor McGonagall zu Professor Dumbledore hinüberging. Sie schien ihm etwas zu sagen, dann standen beide auf und verließen die Halle. Ich konnte einige Wortfetzen aufschnappen, wie "Schulverweis", "Auto" und "Peitschende Weide". Und "Potter" und "Weasley". Ich blickte zu Ginny hinüber, die sich im selben Moment auch zu mir umdrehte. Unsere Blicke trafen sich kurz, und ich konnte erkennen, das Ginny das Gespräch zwar nicht belauscht hatte, aber schon allein durch die Tatsache, das Professor McGonagall mit dem Schulleiter aus der großen Halle gegangen war, Ron und Harry nicht am Gryffindortisch saßen und mit einem Auto verbotener Weise nach Hogwarts geflogen waren, ließ erkennen, dass den beiden nichts positives bevorstand. Plötzlich rannten die zwei exakt gleich aussehenden Jungen, die ich auch schon am Bahnhof gesehen hatte, zum Gryffindortisch und schienen dort etwas sehr Aufregendes zu verkünden, denn auf einmal steckten alle die Köpfe zusammen und zeigten erstaunte Gesichter. Ich hätte zu gerne gewusst, worüber die da redeten, aber der Gryffindortisch
    war zu weit entfernt. Was da wohl los war. . . Ich warf einen Seitenblick auf Hanna. Sie stritt immer noch mit den Lockhart-Fans. "Der verkauft Bücher, in denen eh nur Schrott steht, für ne halbe Million!" Hanna starrte die Gruppe wütend an. "Nur Blödsinn? Er hat alle seine wagemutigen Abenteuer darin aufgeschrieben!" "WAGEMUTIGE ABENTEUER, ICH GLAUBS GLEICH, WIESO SEIT IHR DENN IN RAVENCLAW?", brüllte Hanna. Die Gruppe von Mädchen stand auf. "Wir haben keine Lust, uns weiter von einer Erstklässler beschimpfen zu lassen oder uns ihre Lügen anzuhören!", meinte die eine hochnäsig und alle stolzierten davon. Ich sah ihnen nach. Hoffentlich gab es nicht zu viele von der Sorte. Ich unterdrückte ein Grinsen. Hanna hatte aber auch die besseren Argumente gehabt. Und die Bücher waren wirklich teuer gewesen. In der Zwischenzeit war abgeräumt worden, was mir egal war. Ich war sowieso pappsatt. "Liebe Schüler von Hogwarts!" Ich drehte sah zum Lehrertisch. Dumbledore stand dort. Er war also wieder da. Professor McGonagall auch. Und noch ein Lehrer war dazugekommen. Er hatte fettige, schwarze Haare und dunkle Augen. Ich mochte ihn nicht. Er sah nicht besonders freundlich aus.
    "Singen wir alle die Hogwartshymne, jeder nach seiner Lieblingsmelodie! Los gehts!" Ich war ziemlich überrumpelt, als plötzlich alle Schüler um mich herum zu singen begannen. Da mir nichts besseres einfiel, stimmte ich mit der Melodie von "Feliz Navidad" ein. "Hogwarts, Hogwarts, warzenschweiniges Hogwarts, bring uns was schönes bei. . . " Am Ende sangen nur noch die zwei rothaarigen Zwillinge nach
    einer Opernarie, bei der sie heillos übertrieben und viel zu hoch sangen. Dumbledore dirigierte die beiden mit seinem Zauberstab bis zum Ende. Danach stand er wieder auf. "Ich wünsche euch allen ein tolles neues Schuljahr in Hogwarts!", rief er. "Ihr dürft in eure Gemeinschaftsräume gehen, die Erstklässer werden von den Vertrauensschülern ihres Hauses hingeführt. Gute Nacht!" Er setzte sich wieder. Alle Schüler begannen jetzt, aus der großen Halle zu gehen und es entstand ein großer Tumult. Deshalb blieb ich lieber sitzen und wartete ab, bis die meisten Schüler aus der Halle gegangen waren. Dann ging ich zu dem Vertrauensschüler der Ravenclaws. Auch Hanna, Luna und Franziska waren schon da. Franziska lächelte mich warm an, als ich zu ihnen kam. Die Slytherins waren schon aus der Halle geführt worden, Kimi winkte uns zu, als sie mit den Hufflepuffs die Halle verließ. Ginny konnte man in der Menge der Gryffindors gar nicht erkennen. Jetzt wurden wir aus der großen Halle geführt. Wir mussten erst nach oben in den 5. Stock gehen, dann dort eine Wendeltreppe noch weiter nach oben. Ich spürte, wie sich mein Magen zusammen krampfte. Ich hasste die Höhe, und zwar aus einem besonderen Grund: Ich hatte Höhenangst. Ich wollte gar nicht noch höher, aber ich konnte ja schlecht stehenbleiben. Ich war mir sicher, alle würden mich auslachen, wenn ich ihnen das erzählte. Ich versuchte, gar nicht daran zu denken, das es hier so hoch war. Es gelang mir nicht wirklich, weil wir ja immer höher stiegen. Gut, dass hier keine Fenster waren. Oben angekommen,
    standen wir vor einer hölzernen Türe. Der Vertrauensschüler erklärte uns, dass man nur hineinkam, wenn man die tägliche Frage beantwortete. Und zwar richtig, sonst musste man hier vor der Tür stehen bleiben. Die Frage stellte immer der bronzene Türklopfer in Form eines Adlers, der an der Tür hing. Ich sah ihn gespannt an. Der Vogel öffnete den Schnabel und krähte: "Was geht über das Wasser, funktioniert ohne Magie und wird nicht nass?" "Eine Brücke", antwortete der Vertrauensschüler, und die Tür schwang auf. Wir betraten einen weiten, luftigen Raum. Ich staunte. Der Raum war wunderschön. Bücherregale standen an den Wänden, voll mit Büchern, und Sitzkissen lagen in der Mitte des Raums. Aber auch viele Arbeitsplätze standen zur Verfügung. Die Decke war mit Sternen bedeckt, und in der Mitte stand eine marmorne Statue von Rowena Ravenclaw. "Schau mal, die Aussicht!" Hanna zog mich zu einem der Fenster. Ich sah hinaus. Es war. . . hoch. Sehr hoch. Unglaublich hoch. Mir wurde schwindlig. So hoch. Ich ging ein paar Schritte zurück und ließ mich in einen Sessel fallen. "Was ist?" Hanna drehte sich zu mir um. "Ähm. . . bin nur müde", schwindelte ich. Hanna nickte. Ich merkte, wie sich das Schwindelgefühl langsam legte. Schöne Schei**. Hoffentlich ging es nicht so weiter. " Kommt her!" Das war wieder der Vertrauensschüler gewesen. Er zeigte uns die Wandteppiche, hinter denen die Treppen zu den Schlafsälen lagen. Es waren zum Glück nur 5 Stufen. In dem Schlafsaal der Erstklässler-Mädchen stand sogar schon unser Gepäck. Vermutlich hatte man es aus dem See herausgefischt und ebenfalls trockengezaubert. Ich sah mich nach einem Bett um. "Jippie!" Hanna sprang auf ein Bett und begann zu singen. "Wir sind in Hogwarts, in Hogwarts, in Hogwarts, wir sind in Hogwarts. . . " Sie warf ein Kissen auf mich. Ich duckte mich und warf eines vom nächstbesten Bett ihr gegen das Gesicht. Sofort entstand eine wilde Kissenschlacht. Alle machten mit, auch Luna und Franziska. Nach gut einer halben Stunde war ich zu müde, um weiter mitzumachen und weil ich so erschöpft war, schlief ich auf der Stelle " Hier lang!" Professor Sprout, so hatte sich die rundliche Frau vorgestellt, führte mich und meine neuen Freundinnen eine breite Steintreppe hoch. Wir waren auf dem Weg zur großen Halle, in der die anderen Erstklässler wahrscheinlich schon längst waren. Wegen unserem "Unfall" hatten wir uns erst von einem Lehrer trocken zaubern lassen, und waren deshalb eben erst zu Professor Sprout geführt worden. Jetzt hatte diese mir gerade alles über die Einteilung erzählt, die Häuser und den sprechenden Hut, da wir wahrscheinlich den Großteil der Auswertung sowieso verpasst hatten und ich wegen meiner Muggelherkunft davon nichts wusste. Ginny, Luna, Franzi, Kimi, Hanna und ich waren jetzt vor einer großen Holztüre angelangt. Ich schluckte. Jetzt war es gleich so weit. Jetzt würde die vermutlich wichtigste Zeremonie in meinen ganzen Leben folgen.
    Professor Sprout drückte mit ihren Schultern die Türe auf. Gleißend helles Licht blendete mich. Auch Ginny neben mir zuckte zusammen. "Die Nachzügler, Professor McGonagall", meldete Sprout und schritt in die Halle. Ich und die anderen folgten ihr. Die knochige Frau, die auch bei mir Zuhause gewesen war, stand auf. "Ah. . . ja. Dann kommt mal vor. " Ich trat mit weichen Knie nach vorne. Mir entging auch nicht Ginnys suchender Blick, mit dem sie den rot geschmückten Tisch musterte. "Das ist der Gryffindortisch", flüsterte Hanna mir zu. Ich nickte angespannt. Professor McGonagall stellte sich jetzt neben den Stuhl mit dem Hut. „Die anderen sind bereits fertig“, erklärte sie. „Es geht los“, wisperte Hanna. Ginny flüsterte leise „Gryffindor, Gryffindor“, vor sich hin. In 5 Minuten wäre es auch bei mir vorbei... oder? "Lovegood, Franziska!", rief Professor McGonagall laut. Franziska ging nach vorne und setzte sich auf den Stuhl. Der Hut wurde ihr über das Gesicht gezogen. Jetzt war es in der großen Halle ganz still geworden, eine Weile passierte nichts, aber dann- "Ravenclaw!", rief der Hut. Franziska sprang vom Stuhl und eilte hinüber zum blau geschmückten Tisch, der sie freudig empfing. "Lovegood, Luna!" Luna wirkte etwas entspannter als ihre Cousine. Auch bei ihr rief der Hut: "Ravenclaw!" Luna schlenderte gemütlich zum Ravenclawtisch und insgeheim bewunderte ich sie für ihre Ruhe. "Shine, Hilary!" Was, schon? Ich atmete noch einmal tief aus und ein und lief dann nach vorne, um mich auf den Stuhl zu setzten. Professor McGonagall setzte mir den Hut auf, der mir über die Augen rutschte und oberhalb der Nase stecken blieb, was schön bescheuert aussehen musste. "Ohoh. . . Hilary Shine. Was machen wir mit dir?" Eine piepsige Stimme hatte zu sprechen angefangen. " Da ist Talent und Loyalität. . . und auch Mut. Sollen wir dich nach Gryffindor schicken?" Ich schluckte. Meinetwegen konnte der Hut mich überall hin stecken, bloß nicht nach Slytherin. "Neugierde und Tapferkeit. . . Vielleicht nach Gryffindor wie deine Mutter? Aber lass mich noch mal nachdenken... Wissbegierde und Klugheit ist auch vorhanden, in großen Mengen... ich bin für RAVENCLAW!" Ich riss mir den Hut vom Kopf. Wie meine MUTTER? Die war doch nie in Hogwarts gewesen! Mein Atem ging schnell und stoßweise. Das war unmöglich. Wäre meine Mutter eine Hexe gewesen, hätte sie mir und Dad das erzählt. Nein, das ging nicht. Das war unmöglich. Absolut u-n-m-ö-g-l-i-c-h.
    Irgendwer stupste mich von hinten an. Es war Hanna.
    "Geh schon, Hilary, ich hoffe ich komme auch nach Ravenclaw oder zu Ginny oder Kimi. . . "
    "Shine! Sie stehen hier schon seit Ewigkeiten. Wenn sie hier nicht festgewachsen sind, gehen sie!", blaffte Professor McGonagall. Ich lief zum blau geschmückten Tisch, wo ich auch schon von Luna und Franziska erwartet wurde. Ich setzte mich neben beide und beschloss, meine unsinnigen Gedanken einfach zu vertreiben. Bei Hanna dauerte die Auswahl nicht lange. Schon nach kurzer Zeit rief der Hut: "Ravenclaw!" Hanna vergaß vor Freude sogar, erst den Hut abzusetzen und musste deshalb noch einmal zurück. Jetzt war Kimi an der Reihe. Bei ihr brauchte der Hut sehr lange. Als fast schon eine Minute vorbei war, rief der Hut "Hufflepuff!" Kimi winkte mir, Luna, Hanna und Franziska zu, als sie zum Hufflepufftisch hinüberging. Jetzt war nur noch Ginny daran, die nach Gryffindor kam. Da alle Erstklässler jetzt aufgeteilt worden waren, wurde der Hut weggetragen und Professor Dumbledore, ein älterer Mann mit weißem Bart, stand auf. Er erläuterte kurz die Schulregeln. Man durfte zum Beispiel nicht in den verbotenen Wald. Ich hatte aber ehrlich gesagt auch nicht gerade Lust in einen Wald voll mit gefährlichen Tierwesen zu gehen. Ich war noch nie besonders mutig gewesen. Jedenfalls bislang nicht. Wieso hatte der Hut mir dann auch
    Gryffindor ange- Halt. Daran wollte ich ja gar nicht mehr denken, unterbrach ich mich selbst.
    Ich wandte mich wieder dem Tisch zu. Dieser war jetzt voll mit allen möglichen Essenssachen. Schinken, und Eintopf und Spiegelei und Schnitzel und Pommes und Salate. . . Ich häufte mir von allem etwas auf den Teller und begann zu essen. Plötzlich schrie ein Mädchen gegenüber von mir auf. "Oh. . . oh!"
    Ich blickte entsetzt zu ihr auf. Was war jetzt los? "Schaut mal-da ist Lockhart- Gilderoy Lockhart! " Das Mädchen deutete zum Lehrertisch. "Also, wer mich fragt-der ist doch sowieso nur ein Aufschneider", mischte sich Hanna ein. Die anderen Mädchen starrten sie an. Dann begannen sie zu tuscheln. Ich hörte gar nicht hin. Ich wusste ja nicht mal, wer dieser Gil-irgendwas Lockhart war, und es interessierte mich auch nicht.
    Merkwürdig war aber, das Professor McGonagall zu Professor Dumbledore hinüberging. Sie schien ihm etwas zu sagen, dann standen beide auf und verließen die Halle. Ich konnte einige Wortfetzen aufschnappen, wie "Schulverweis", "Auto" und "Peitschende Weide". Und "Potter" und "Weasley". Ich blickte zu Ginny hinüber, die sich im selben Moment auch zu mir umdrehte. Unsere Blicke trafen sich kurz, und ich konnte erkennen, das Ginny das Gespräch zwar nicht belauscht hatte, aber schon allein durch die Tatsache, das Professor McGonagall mit dem Schulleiter aus der großen Halle gegangen war, Ron und Harry nicht am Gryffindortisch saßen und mit einem Auto verbotener Weise nach Hogwarts geflogen waren, ließ erkennen, dass den beiden nichts positives bevorstand. Plötzlich rannten die zwei exakt gleich aussehenden Jungen, die ich auch schon am Bahnhof gesehen hatte, zum Gryffindortisch und schienen dort etwas sehr Aufregendes zu verkünden, denn auf einmal steckten alle die Köpfe zusammen und zeigten erstaunte Gesichter. Ich hätte zu gerne gewusst, worüber die da redeten, aber der Gryffindortisch
    war zu weit entfernt. Was da wohl los war. . . Ich warf einen Seitenblick auf Hanna. Sie stritt immer noch mit den Lockhart-Fans. "Der verkauft Bücher, in denen eh nur Schrott steht, für ne halbe Million!" Hanna starrte die Gruppe wütend an. "Nur Blödsinn? Er hat alle seine wagemutigen Abenteuer darin aufgeschrieben!" "WAGEMUTIGE ABENTEUER, ICH GLAUBS GLEICH, WIESO SEIT IHR DENN IN RAVENCLAW?", brüllte Hanna. Die Gruppe von Mädchen stand auf. "Wir haben keine Lust, uns weiter von einer Erstklässler beschimpfen zu lassen oder uns ihre Lügen anzuhören!", meinte die eine hochnäsig und alle stolzierten davon. Ich sah ihnen nach. Hoffentlich gab es nicht zu viele von der Sorte. Ich unterdrückte ein Grinsen. Hanna hatte aber auch die besseren Argumente gehabt. Und die Bücher waren wirklich teuer gewesen. In der Zwischenzeit war abgeräumt worden, was mir egal war. Ich war sowieso pappsatt. "Liebe Schüler von Hogwarts!" Ich drehte sah zum Lehrertisch. Dumbledore stand dort. Er war also wieder da. Professor McGonagall auch. Und noch ein Lehrer war dazugekommen. Er hatte fettige, schwarze Haare und dunkle Augen. Ich mochte ihn nicht. Er sah nicht besonders freundlich aus.
    "Singen wir alle die Hogwartshymne, jeder nach seiner Lieblingsmelodie! Los gehts!" Ich war ziemlich überrumpelt, als plötzlich alle Schüler um mich herum zu singen begannen. Da mir nichts besseres einfiel, stimmte ich mit der Melodie von "Feliz Navidad" ein. "Hogwarts, Hogwarts, warzenschweiniges Hogwarts, bring uns was schönes bei. . . " Am Ende sangen nur noch die zwei rothaarigen Zwillinge nach
    einer Opernarie, bei der sie heillos übertrieben und viel zu hoch sangen. Dumbledore dirigierte die beiden mit seinem Zauberstab bis zum Ende. Danach stand er wieder auf. "Ich wünsche euch allen ein tolles neues Schuljahr in Hogwarts!", rief er. "Ihr dürft in eure Gemeinschaftsräume gehen, die Erstklässer werden von den Vertrauensschülern ihres Hauses hingeführt. Gute Nacht!" Er setzte sich wieder. Alle Schüler begannen jetzt, aus der großen Halle zu gehen und es entstand ein großer Tumult. Deshalb blieb ich lieber sitzen und wartete ab, bis die meisten Schüler aus der Halle gegangen waren. Dann ging ich zu dem Vertrauensschüler der Ravenclaws. Auch Hanna, Luna und Franziska waren schon da. Franziska lächelte mich warm an, als ich zu ihnen kam. Die Slytherins waren schon aus der Halle geführt worden, Kimi winkte uns zu, als sie mit den Hufflepuffs die Halle verließ. Ginny konnte man in der Menge der Gryffindors gar nicht erkennen. Jetzt wurden wir aus der großen Halle geführt. Wir mussten erst nach oben in den 5. Stock gehen, dann dort eine Wendeltreppe noch weiter nach oben. Ich spürte, wie sich mein Magen zusammen krampfte. Ich hasste die Höhe, und zwar aus einem besonderen Grund: Ich hatte Höhenangst. Ich wollte gar nicht noch höher, aber ich konnte ja schlecht stehenbleiben. Ich war mir sicher, alle würden mich auslachen, wenn ich ihnen das erzählte. Ich versuchte, gar nicht daran zu denken, das es hier so hoch war. Es gelang mir nicht wirklich, weil wir ja immer höher stiegen. Gut, dass hier keine Fenster waren. Oben angekommen,
    standen wir vor einer hölzernen Türe. Der Vertrauensschüler erklärte uns, dass man nur hineinkam, wenn man die tägliche Frage beantwortete. Und zwar richtig, sonst musste man hier vor der Tür stehen bleiben. Die Frage stellte immer der bronzene Türklopfer in Form eines Adlers, der an der Tür hing. Ich sah ihn gespannt an. Der Vogel öffnete den Schnabel und krähte: "Was geht über das Wasser, funktioniert ohne Magie und wird nicht nass?" "Eine Brücke", antwortete der Vertrauensschüler, und die Tür schwang auf. Wir betraten einen weiten, luftigen Raum. Ich staunte. Der Raum war wunderschön. Bücherregale standen an den Wänden, voll mit Büchern, und Sitzkissen lagen in der Mitte des Raums. Aber auch viele Arbeitsplätze standen zur Verfügung. Die Decke war mit Sternen bedeckt, und in der Mitte stand eine marmorne Statue von Rowena Ravenclaw. "Schau mal, die Aussicht!" Hanna zog mich zu einem der Fenster. Ich sah hinaus. Es war. . . hoch. Sehr hoch. Unglaublich hoch. Mir wurde schwindlig. So hoch. Ich ging ein paar Schritte zurück und ließ mich in einen Sessel fallen. "Was ist?" Hanna drehte sich zu mir um. "Ähm. . . bin nur müde", schwindelte ich. Hanna nickte. Ich merkte, wie sich das Schwindelgefühl langsam legte. Schöne Schei**. Hoffentlich ging es nicht so weiter. " Kommt her!" Das war wieder der Vertrauensschüler gewesen. Er zeigte uns die Wandteppiche, hinter denen die Treppen zu den Schlafsälen lagen. Es waren zum Glück nur 5 Stufen. In dem Schlafsaal der Erstklässler-Mädchen stand sogar schon unser Gepäck. Vermutlich hatte man es aus dem See herausgefischt und ebenfalls trockengezaubert. Ich sah mich nach einem Bett um. "Jippie!" Hanna sprang auf ein Bett und begann zu singen. "Wir sind in Hogwarts, in Hogwarts, in Hogwarts, wir sind in Hogwarts. . . " Sie warf ein Kissen auf mich. Ich duckte mich und warf eines vom nächstbesten Bett ihr gegen das Gesicht. Sofort entstand eine wilde Kissenschlacht. Alle machten mit, auch Luna und Franziska. Nach gut einer halben Stunde war ich zu müde, um weiter mitzumachen und weil ich so erschöpft war, schlief ich auf der Stelle ein...

    7
    ((fuchsia)) Kapitel 6 ((efuchsia)) " HILARY! AUFWACHEN!" Irgendwer rüttelte an mir. Ich schlug die Augen auf und sah Hanna grinsend über m




    Kapitel 6

    " HILARY! AUFWACHEN!"
    Irgendwer rüttelte an mir. Ich schlug die Augen auf und sah Hanna grinsend über mir stehen. Sie trug bereits ihre Uniform und war auch sonst schon fertig. Hatte ich etwa verschlafen? Ich setzte mich ruckartig auf. "Wie spät ist es?", fragte ich. Hanna grinste. "In 10 Minuten gibt es Frühstück, also Beeilung, wenn du nicht schon am ersten Tag zu spät kommen willst. . . " Das war im Moment deshalb wirklich das Allerletzte, was ich wollte, deshalb hüpfte ich aus meinem Bett und begann hektisch, mir meine Klamotten anzuziehen. Hanna sah mir amüsiert zu. "Ich geh dann schon mal vor, okay?" Ich nickte schnell. Sie sollte nicht auch wegen mir zu spät kommen. "Ich sehe dich dann am Tisch!", rief sie mir noch über die Schulter nach und verschwand aus dem Zimmer.
    Ich schlüpfte schnell in meine Klamotten. In der Hektik zog ich sogar zwei verschiedene Socken an, was ich erst bemerkte, als ich mir gerade mein Tintenfass und das Pergament schnappen wollte und ließ die Socken deshalb so, wie sie waren. Als ich die Wendeltreppe hinunterlief, vermied ich es wegen dem gestrigen Ereignis, aus dem Fenster zu blicken. Das wollte ich nicht noch mal erleben müssen. Im 2. Stock traf ich auf Ginny, die gerade die Treppe hinunter hastete. Als sie mich sah, hellte sich ihr Gesicht auf.
    Ich ging zu ihr. "Auch verschlafen?", fragte ich sie. "Ja", antwortete sie. "Aber weißt du, Harry und Ron sind tatsächlich mit dem Auto zur Schule geflogen, aber sie sind in die Peitschende Weide reingeflogen, Dads Auto ist jetzt weg, aber sie sind gesund und unverletzt und nichtrausgeworfen, stell dir vor! Sogar Professor Dumbledore war da! Harry und Ron konnten beide nicht durch die Absperrung, ich dachte, die wären schon im Zug, auf dem Bahnsteig war ja auch so viel Rauch, das man fast nichts gesehen hat. Fred und George waren ja sooo neidisch!" Bis jetzt hatte ich mir das alles schweigen angehört, jetzt ging mir ein Licht auf.
    Das passte zusammen, deshalb war Dumbledore auch mit Professor McGonagall beim Abendessen verschwunden.
    Und der Aufstand bei den Gryffindors war auch klar. Ich schmunzelte. Diese Brüder mussten ja wirklich echte Draufgänger sein. "Und wir haben gestern eben noch Party gemacht und. . . na ja. . . sind jetzt alle etwas unausgeschlafen. " Ginny grinste und zusammen rannten wir die Treppen hinunter. In der großen Halle setzte ich mich neben Franziska an den Ravenclawtisch und schnappte mir schnell eine Schale Müsli, die ich hastig hinunterwürgte. Plötzlich verdunkelte etwas den Eingang. Ich sah auf. Ungefähr hundert Eulen flogen auf die Schüler zu und warfen ihnen Briefe hin. "Ah, Post", sagte Luna verträumt. Bei ihr fiel ein Magazin aus dem Briefumschlag. "Schau, der neue Klitterer ist da!", sagte sie zu Franziska und Luna und sie beugten sich beide über das Heft. Nach den ersten Schockmomenten verstand ich: Das war der übliche Weg für Zauberer, Post zu bekommen.
    Like hatte mir nichts gebracht, sondern pickte desinteressiert im Marmeladentopf herum. Standen eigentlich alle Eulen auf Marmelade? Hanna stieß mich unsanft mit ihrem Ellbogen an. "Bei den Gryffindors hat jemand einen Heuler bekommen, schaut mal!" Ich wollte gerade fragen, was eine Heuler sei, wurde aber dann durch ohrenbetäubendes Geschrei unterbrochen. " RONALD WEASLY! Was hast du dir dabei gedacht, einfach den Wagen zu nehmen? Dein Vater und ich wären fast vor Schreck gestorben, als der Wagen weg war! Dein Vater hat jetzt eine Untersuchungskommision auf dem Hals und das ist NUR DEINE SCHULD! Du und Harry hättet STERBEN KÖNNEN!" Ich hielt mir die Ohren zu. Da war es von Vorteil, Muggeleltern zu haben. Mum und Dad würden mir nie so etwas schicken. Hoffte ich. Wenn du dir noch einmal den kleinsten Fehltritt erlaubst, holen wir dich SOFORT NACH HAUSE! Ach, und Ginny, Liebes, schön das du in Gryffindor bist. Dein Vater und ich sind so stolz. "
    Mit diesen Worten hörte das Geschrei auf. Erst war noch alles still, dann setzte Gemurmel ein. Vereinzelt lachten manche Leute. Ich seufzte. Mir taten Ron und Harry leid. Das musste ja toll sein, vor allen Schülern Hogwarts ausgeschimpft zu werden. Aber die Gespräche wurden von den Hauslehrern unterbrochen, die jetzt die Stundenpläne verteilten. Ich nahm meinen in die Hand. Wir hatten jetzt erst Verwandlung mit den Slytherins, dann Geschichte der Zauberei und dann Zaubertränke mit den Hufflepuffs. Die Schüler und Schülerinnen verließen jetzt langsam die große Halle. Ich ging mit Hanna
    zum Verwandlungsraum, der einfach zu finden war, indem
    wir einfach allen anderen Erstklässlern von Ravenclaw und Slytherin folgten. Hoffentlich waren die Slytherins nicht alle so böse, wie man sagte. . . Im Verwandlungsraum setzte ich mich neben Hanna und legte schon mal mein Pergament und das restliche Schreibzeug auf den Tisch. In Verwandlung sollten wir Professor McGonagall haben, die jetzt auch schon mit festen Schritten den Raum betrat. Nachdem wir uns begrüßt hatten, erklärte sie uns erst einmal die Regeln für den Unterricht. "Ich dulde keine Unterrichtsstörung oder sonstigen Schwachsinn im Unterricht. Wer gegen die Regeln verstößt, handelt sich Nachsitzen ein. Haben wir uns verstanden?" Ihr Blick glitt durch die Klasse. Ein Slytherin-Mädchen mit dunkelblonden Haaren und grünblauen Augen meldete sich. "O'Mara?, was gibt's?", fragte Professor McGonagall säuerlich. "Was, wenn man sich nicht erwischen lässt?", fragte sie und grinste. Sie hatte einen starken irischen Akzent. Vermutlich kam sie aus Irland. Professor McGonagall kniff die Augen zusammen. "Ich fürchte, das werden sie nicht schaffen. Das wird keiner schaffen. " "Werden wir ja sehen", murmelte das Mädchen, aber nur so laut, das es Professor McGonagall nicht mitbekam. Jetzt schrieben wir erst etwas auf, dann bekamen wir die Aufgabe, Streichhölzer in Nadeln zu verwandeln. Nach einer Viertelstunde hatte ich es geschafft, mein Streichholz silbern glänzen zu lassen. Stolz zeigte ich es Hanna. "Na bist jetzt wohl besonders stolz, was?", zischte irgendwer hinter mir. Ich drehte mich um. Dort saß eines der Slytherin-Mädchen. Sie hatte langes, blondes Haar und blaue Augen, die mich hasserfüllt anstarrten. "Merkwürdig, dass du, obwohl du ja muggelstämmig bist, so etwas geschafft hast. " Die schien mich eindeutig zu hassen. Aber wieso? "Tja, im Gegensatz zu dir habe ich jedenfalls etwas geschafft", entgegnete ich kühl und deutete auf ihr Streichholz. Es sah noch ganz wie ein. . . Streichholz aus. " Hast du schon sobald du den Brief bekommen hast, angefangen zu lernen, oder was? Dann ist es ja kein Wunder, warum. . . " "Lass sie in Ruhe, Sarina!" Das war wieder das Mädchen mit dem irischen Akzent gewesen. "Du brauchst dich nicht einmischen, Elena!", zischte Sarina und warf ihre langen blonden Haare nach hinten. "Ich kann dich jedenfalls nicht leiden. Wie kommt es, das alle Muggelstämmigen solche Streber und Klugscheißer sind?" In dem Moment läutete es. Professor McGonagall gab uns als Hausaufgabe auf, den Zauber zu üben. Sarina raffte ihre Sachen zusammen, warf Hanna und mir im Vorbeigehen noch einen abfälligen Blick zu und stolzierte dann aus dem Klassenzimmer. Elena warf mir einen entschuldigenden Blick zu, bevor sie dann auch nach draußen ging. "Was ging den mit der ab?", zischte Hanna. Sie sprach aus, was ich dachte. Hallo? Ich hatte nur Hanna etwas gezeigt, und die behandelte mich sofort, als hätte ich mich auf einen Tisch gestellt und mein Ergebnis mit voller Lautstärke durch Hogwarts gebrüllt. Na super. Es schien so, als hätte ich sogar schon eine Feindin. Ehrlich gesagt, ich hätte noch länger darauf verzichten können. Jetzt hatten wir eine Doppelstunde Geschichte der Zauberei mit den Gryffindors. Der Lehrer für Geschichte der Zauberei war ein Geist, Professor Binns, und wie ich feststellen musste, war sein Unterricht der langweiligste, einschläfernste und ermüdenste Unterricht der Welt. Am Anfang bemühte ich mich, wach zu bleiben und mir sogar alles aufzuschreiben, aber es war sinnlos. Auch ich schlief ein. Pünktlich zum Stundenende wurden wir vom lauten Läuten geweckt und machten auf den Weg in die Kerker, wo Zaubertränke stattfinden sollte. Unterwegs trafen wir Kimi mit einer Schar Hufflepuffs. Sie kam zu uns hinüber. Ginny hatte zu Zauberkunst gemusst, aber Franziska, Luna, Hanna und ich nicht. Kimi lächelte uns wie immer scheu an, dann begann Hanna, sie mit Fragen zu bombardieren. "Wie sind die anderen Hufflepuffs so?", "Sind da auch so dämliche Lockhart-Lieber?", " Mit wem bist du im Schlafsaal?", . . . Kimi antwortete ziemlich ehrlich auf die Fragen. Plötzlich blickte ich auf meine Uhr und erschrak. Wir waren bereits 5 Minuten zu spät. Geschockt sah ich mir an, wo wir hier steckten: Ich wusste es nicht. Auch die anderen hatten gemerkt, das wir uns verirrt haben mussten. Wir begannen loszulaufen. In den Steinfluren hallten unsere Schritte. Wir liefen erst den langen Flur zurück, denn wir eben noch entlang gegangen waren. Dann kamen wir zu einer Abzweigung. Hanna und Kimi bestanden darauf, das wir von links gekommen waren, und wir liefen auch dort hinein. Ich war mir aber sicher, es war doch der rechte gewesen. Langsam bekam ich Panik. Als wir um eine Ecke bogen, hörten wir etwas poltern. "Das ist Peeves", erklärte uns Kimi, "wir hatten gestern schon eine ziemlich unangenehme Begegnung mit dem. Der Poltergeist. " Unangenehme Begegnung? Und wir waren schon, ich warf noch einmal einen Blick auf die Armbanduhr, 7 Minuten zu spät. "Peeves!", hörte ich Hanna nur noch einmal rufen, dann wurden wir schon unter einer Schar von Küchenabfällen begraben. Peeves lachte sich schlapp, als er uns sah. Wie peinlich! Ich schüttelte mir eine Mandarinenschale aus den Haaren und funkelte den Poltergeist wütend an, der jetzt hinter uns einer Ritterrüstung umkippen ließ und begann, uns mit den einzelnen Teilen zu bewerfen. "Lauft!", rief Hanna. Wir begannen zu rennen. Peeves schwebte hinter uns her, und warf auf uns mit den gepanzerten Sachen, die er in die Schale gelegt hatte, in der vorhin noch der Abfall gelegen hatte. Wir befanden uns jetzt nicht mal mehr un den Kerkern, sondern irgendwo im ersten Stock. Während ich lief, betete ich, dass der Zaubertranklehrer nett war. "Ah!" Ich taumelte, denn der ein Teil des Brustpanzers hatte mich am Rücken getroffen. Peeves johlte und warf gleich noch den Ritterhelm hinterher, dem ich jedoch ausweichen konnte. Langsam ging Peeves die Munition aus und er ging stattdessen dazu über, Kronleuchter zu zerschlagen. Die Chance nutzten wir, um wieder in den Keller zu laufen. Jetzt wusste ich auch wo es langging. Dann standen wir endlich vor der Unterrichtstür. Ich war völlig außer Atem. Aber die wichtigere Frage war: Was würde uns erwarten?

    8
    ((fuchsia))7. Kapitel ((efuchsia)) Luna trat jetzt einen Schritt auf die Tür zu, öffnete sie und betrat den Klassenraum, Franziska, Kimi, Hanna und




    7. Kapitel

    Luna trat jetzt einen Schritt auf die Tür zu, öffnete sie und betrat den Klassenraum, Franziska, Kimi, Hanna und ich folgten ihr. "Recht spät dran, oder?" Die Stimme war von dem Lehrer gekommen. Es war der schwarzhaarige mit den dunklen Augen. Erschrocken wich ich zwei Schritte zurück. Wieso hatten wir ihn erwischen müssen? Den Lehrer, bei dem einen schon kalt den Rücken hinunterlief, sah man ihn nur an. Die anderen Schüler und Schülerinnen starrten uns aus dem in schummriges Licht getauchten Raum an. Anscheinend waren sie gerade dabei gewesen, irgendetwas aufzuschreiben. "Setzt euch! 20 Punkte Abzug für Ravenclaw und", er sah zu Kimi, die starr vor Schreck dastand ", 5 für Hufflepuff. Das ust jetzt wirklich nicht viel, also setzt euch und schreibt mit! " Ich atmete erschrocken aus und sah mich um. Es waren nur noch Plätze in der ersten Reihe frei. Ich setzte mich zwischen Kimi und Hanna in die erste Reihe und begann, meine Utensilien herauszuholen. Snape begann uns etwas zu diktieren. Ich kam fast nicht mit. Hanna neben mir ließ einfach reihenweise Abschnitte aus, aber ich schrieb lieber alles mit, bevor der Lehrer uns noch mehr Punkte abzog. Mein Arm begann wehzutun, und meine Hände fühlten sich an, als ob sie gleich abfallen würden. In den letzten zwanzig Minuten durften wir dann aufhören zu schreiben. Professor Snape, so hieß der Lehrer, wollte, das wir einen Zaubertrank brauten, der anscheinend relativ einfach war und man mithilfe der Notizen gut bewältigen können sollte. Ich hatte nicht einmal realisiert, was wir aufgeschrieben hatten, und mein Arm schmerzte. Hanna neben mir sah aus, als ob sie Snape gleich erwürgen wollte. Professor Snape schwang kurz seinen Zauberstab, und schon stand an der Tafel die Trankanleitung. Ich machte mich sofort an die Arbeit. Es war eigentlich ziemlich einfach. "Hily, wie machst du das?", flüsterte
    Kimi mir zu und zeigte mir ihren Trank. Er hatte eine schlammbraune Farbe, ganz so wie Matsch. Ich beugte mich zu ihr hinüber und begann es ihr zu erklären. "Habe ich etwas von Partnerarbeit gesagt?" Snapes eisige Stimme war schneidend. Ich wirbelte herum. Er stand hinter uns und blickte uns hämisch an. Vor Schreck brachte ich kein Wort heraus, sondern starrte nur ihn an. Er packte Kimis Kessel und hob ihn hoch. "Unbrauchbar!" Snape ließ mit seinem Zauberstab die Brühe verschwinden. "Nun zu ihnen", er hob meinen Kessel hoch. Man sah ihm die sichtliche Überraschung an. Ich starrte ihn immer noch unverwandt an. " Trotzdem", Snape ließ den Kessel sinken, "das war keine Partnerarbeit, 10 Punkte Abzug für. . . " Er konnte nicht mehr weiterreden, denn Hannas Trank war mit einem lauten Knall explodiert. Schleimige Masse spritzte überall hin, und gleichzeitig läutete es. Snape war so sehr damit beschäftigt, sich den Schleim wegzuwischen, das er vergaß, uns wegen der "Partnerarbeit" und Hanna wegen dem Trank und überhaupt allen, weil sie einfach so wegliefen, Punkte abzuziehen. Auch Hanna, Kimi, Luna, Franziska und ich räumten schnell unsere Sachen zusammen und verließen den Klassenraum fluchtartig. Für heute hatten wir glücklicherweise keinen Unterricht mehr. Ich bog gerade um eine Ecke, um Kimi und Hanna einzuholen, als ich total in jemanden hineinlief. Luna und Franziska hinter mir konnten noch rechtzeitig bremsen. Ich wurde zurück auf den harten Steinboden geschleudert und blieb dort stöhnend liegen. Alles tat mir jetzt weh. Erst jetzt erkannte ich, in wen ich da gerannt war: Sarina und ein Junge, der ebenfalls in Verwandlung gewesen war, lehnten an der Steinmauer und beobachteten mich, Franziska und Luna grinsend.
    Ich rappelte mich auf. Wieso hatten wir solches Pech und mussten Sarina treffen?
    Wieso? "Na, wieder eine Stunde damit verbracht, anzugeben, und andere bloßzustellen, bloß weil sie keine Streber wie du sind?"
    Ich wich zeitgleich mit Luna und Franziska zurück, doch Sarina und der Junge begannen, uns den Weg abzuschneiden. "Schiss?", höhnte Sarina. "Oder willst du petzten. . . vielleicht bei Professor McGonagall, weil Sarina und Felix ja nicht brav waren?" Ihre leise, zischende Stimme verstummte. Ich konnte ihr spöttisches Grinsen nicht mehr ertragen. "Ich bin keine Streberin, ich weiß sowieso erst seit Sommer von den Zauberern und so. Und ich petzte nicht, lasst uns einfach in Ruhe!", rief ich. Wieso mussten die das machen? Wieso? Ich konnte doch nichts für. . . mein Talent, wenn man es so nennen wollte.
    Sarinas blaue Augen blitzen auf. "Aha, haben wir hier also ein. . .
    muggelstämmiges Kind. " Es klang, als ob sie gerne etwas anderes gesagt hätte. Bloß was? Felix, der bis jetzt gar nichts gesagt hatte, kam näher. Er grinste mich spöttisch an. "Dich in Ruhe lassen? Wieso?" Plötzlich sprangen Luna und Franziska vor und wollten beide, Sarina und Felix von mir wegzerren, denn die beiden hatten mich unbemerkt eingekesselt, so dass ich jetzt mit dem Rücken zur Wand stand. Doch Luna und Franziska hatten nicht mit Sarina und Felix gerechnet. Sarina trat Luna so heftig auf den Fuß, dass diese umknickte und Felix schlug Franziska einmal hart ins Gesicht. "Franzi!", schrie ich mit angsterfülltem Gesicht. Sie kippte um und landete bewusstlos auf den harten Steinstufen. Luna hatte ihre großen Augen weit aufgerissen. Selbst Felix sah kurz leicht überrascht aus. Sarina kam jetzt auf mich zu und beugte sich zu mir. "Hör mal, Shine, Deal: Wir lassen euch in Ruhe und petzten nicht und ihr genauso. Kapiert?" Sie kam mit ihrem Gesicht noch näher an mich heran. Ich konnte ihren Atem auf der Haut spüren. Sie begann wieder zu flüstern. "Denk dran: Sie haben uns als erstes angegriffen, da war unsere Handlung die vernünftige Gegenreaktion. Das sieht Professor Snape, unser Hauslehrer genauso, und deshalb. . . " Ihre eisig blauen Augen schienen mich zu durchbohren. Sarina packte mich jetzt an meinem Sweatshirt und begann, an mir zu rütteln. Irgendwie hatte sie recht. Ich nickte. Sarina verzog noch einmal das Gesicht, dann ließ sie mich mit einem solchen Ruck los, das ich mich nur noch taumelnd auf den Beinen halten konnte und lief mit Felix davon.
    Ich atmete erst einmal tief durch, dann stürzte ich zu Luna und Franziska. Beide waren wieder bei Bewusstsein. Ich kniete mich neben beide. "Alles okay hier?" Ich drehte mich um. Schon allein an der Stimme mit dem irischen Akzent konnte ich erkennen, wer es war-Elena. Sie stand an eine Mauer gelehnt und blickte uns mit zusammengekniffenen Augen an. "Hat das etwas mit den Lee-Twins zu tun, die vorher an mir vorbeigerannt sind als wäre der Teufel hinter ihnen her?" "Felix und Sarina sind Zwillinge?", fragte ich Elena überrascht. Das hatte ich nicht gewusst.
    Ob sie es mochten? Aber gleich fies waren sie ja. Sie nickte. "Also, wenn alles okay ist und die 2 euch nicht. . . gestört haben, gehe ich mal lieber. Ich muss noch einen Kurzaufsatz für Zauberkunst schreiben. " Sie lächelte uns noch einmal zu und verschwand dann in einem Gang. Ich war verwirrt. Erst war sie wieder da. dann wieder weg. Aber sie schien nett zu sein. Wir machten uns jetzt auf den Weg zum Ravenclaw-Gemeinschaftsraum, wo Hanna bereits ungeduldig wartete. Wir erzählten ihr von Sarina und Felix. Erst wollte Hanna zu Professor Dumbledore laufen, unterließ es aber dann doch, weil ich keine Ahnung hatte, was passieren würde, würden wir uns nicht an die Abmachung halten. Eine Zuckerwatte würde Sarina uns garantiert nicht kaufen. Den Nachmittag verbrachten wir damit, Zauberschach zu spielen, so dass der Tag relativ schnell verging.

    9
    ((fuchsia)) Kapitel 8 ((efuchsia)) Am nächsten Tag wachte ich als Allererste auf. Alle anderen Mädchen aus meinem Schlafsaal schliefen noch. Als ich



    Kapitel 8
    Am nächsten Tag wachte ich als Allererste auf. Alle anderen Mädchen aus meinem Schlafsaal schliefen noch. Als ich mich anzog wachte auch Hanna auf und wir gingen zusammen zum Frühstück. Wir waren ziemlich früh dran und deshalb auch die ersten Ravenclaws. Es war komisch, sich an den breiten, großen Tisch zu setzten, wenn die anderen noch nicht da waren. Allmählich füllte sich die große Halle aber. Es gab Porridge mit Zimt. Lecker. . . Ich warf einen Blick zum Gryffindortisch. Ginny war da. Außerdem die Weasly-Zwillinge und ein anderes Mädchen mit hellbraunen, schulterlangen Haaren. Sie saßen beieinander und tuschelten miteinander. Dabei warfen sie auch immer verstohlene Blicke zum Lehrertisch. Was sie wohl ausheckten?
    Es sah nicht nach einem hinterhältigem oder fiesen Plan aus, aber auch nicht nach den Vorbereitungen für ein Referat. Plötzlich begannen alle zu lachen. Ich drehte mich um. Luna und Franziska standen im Eingang zur großen Halle. Und sie waren. . . sehr außergewöhnlich gekleidet. Luna trug eine Kette aus Butterbierkorken und Radieschenohrringe. Ihr beiges Kleid sah aus wie ein Bademantel. Franziska war ähnlich gekleidet, bloß hatte ihr Kleid die Farbe rosa und sie trug kleine Karottensstückchen an den Ohren. Ihre Zauberstäbe hatten beide zur sicheren Aufbewahrung hinter das Ohr geklemmt.
    Die meisten warfen beide komische Blicke zu, aber auch viele lachten einfach drauflos.
    Felixs Lachen übertönte das der anderen. "Wie sehen denn die aus! Hahahaha!" Er prustete vor Lachen. Ich warf ihm einen unglaublich wütenden Blick zu. Oh, wie ich ihn hasste! "Ist schon Fasching?", erkundete sich eine der Lockhart-Fans gegenüber von Hanna. "Das ist ja abartig", erklärte ein Hufflepuff-Junge. "Nicht nur abartig, das ist assozial!"rief Sarina. Jetzt reichte es mir. Was bildeten die sich alle ein! "Hört auf! Hört auf!", rief ich. Alle wandten sich zu mir um. "Was hast du da zu sagen, Shine? Oh, verstehe, die sind ja deine Freundinnen". Das letzte Wort war verächtlich aus Sarinas Mund gekommen. "Wie kann man nur mit solchen befreundet. . . " "Halt die Klappe, Sarina!", schrie ich. "Du darfst dich doch auch anziehen wie du willst, und sie dürfen das auch!" Ich war aufgesprungen und funkelte alle wütend an. Jetzt waren alle still. "Es ist ja okay", stammelte der Hufflepuff von vorhin, "es tut mir echt leid, ich-ich. . . " Er beendete seinen Satz nicht, sondern starrte nur verlegen auf den Boden. Ich begann leicht zu zittern. Ich hatte nie gewusst, dass ich so ausrasten konnte. Es war irgendwie befremdlich. So etwas hatte ich noch nie gemacht. Luna und Franziska hatten sich währenddessen auch gesetzt. Nur noch von den Slytherins kam jetzt teilweise noch höhnisches Gelächter, sonst war es still. Hanna zog mich wieder an meinen Platz. Viele sahen jetzt befremdet zu mir hinüber. Ich schluckte, senkte den Kopf und schaute fragend Hanna an. "Was haben wir jetzt?*, flüsterte ich. Hoffentlich Abwechslung. "VgddK", raunte mir Hanna zu. "Bei Lockhart, das wird was werden. . . " Sie verdrehte die Augen. Ich lächelte. Die anderen Schüler verließen jetzt auch schon die große Halle, Hanna und ich folgten ihnen.
    "Das wird ein Spaß", grummelte Hanna, "VgddK bei dem größten Angeber der Welt. " Ich zuckte mit den Schultern. Hoffentlich war Professor Lockhart nicht wirklich so arrogant, wie Hanna ihn mir beschrieb. Seine Bücher waren jedenfalls nicht billig gewesen. Ich zog eines aus der Tasche hervor. Es hieß "Gammeln mit Ghulen" und erzählte von Lockharts Leistungen gegen Ghule. Ich wusste nicht einmal, was das sein sollte: ein Ghul. Hoffentlich war es keine Voraussetzung, das zu wissen. Jetzt betraten wir den Klassenraum. Alle Erstklässler aus Ravenclaw und Hufflepuff waren bereits da, bis auf Luna und Franziska. Gilderoy Lockhart stand vor dem Lehrerpult und sah uns strahlend an. Im Gegensatz zu Zaubertränke hatten die meisten die Plätze ganz vorne belegt, zumindest die Mädchen. Hanna zog mich nach ganz hinten. Wir fielen so ziemlich unangenehm auf, da wir so ziemlich alleine herumsaßen, aber Hanna bestand darauf, genau hier sitzen bleiben zu müssen. "Ah ja, die Erstklässler! Nun ja, ich bin Professor Gilderoy Lockhart, Merlin Orden dritter Klasse, fünfmahliger Gewinner des Charmantestes-Lächeln-Preis und außerdem der Autor der Bücher:
    -Trips mit Trollen
    -Gammeln mit Ghulen
    -Tanz mit einer Todesfee
    -Ferien mit Vetteln
    -Ein Jahr bei einem Yeti
    -Ratgeber für Schädlinge in Haus und Hof
    -Abstecher mit Vampiren
    -Wanderung mit Werwölfen
    -Zaubrisches Ich,
    die ihr natürlich alle gelesen habt. Und deshalb werden wir jetzt einen kleinen Test schreiben. " Er lächelte und ließ seine weißen Zähne aufblitzen. Ich erschrak. Ich hatte gerade mal einen Blick in Gammeln mit Ghulen geworfen! Professor Lockhart begann jetzt, die Prüfungsblätter zu verteilen.
    Ich blickte auf das Papier. "Was ist Gilderoy Lockharts Lieblingsfarbe?", war die erste Frage. Woher sollte ich das wissen! Ich warf einen Blick auf Gilderoy Lockharts Umhang. Er war rot. Ich schrieb "rot" und wandte mich dann der nächsten Frage zu. "Wie oft gewann Gilderoy Lockhart den Preis für das charmanteste Lächeln?" Moment mal. Das wusste ich! Das hatte er doch vorher gesagt. Fünfmal, wenn ich mich nicht irrte. Die nächste Frage lautete: "Was ist ihrer Meinung nach Gilderoy Lockharts größte Leistung bisher?" Ich überlegte. Was würde Gilderoy Lockhart wohl gerne hören? Was fände er wohl toll? Natürlich alle. Hanna hatte Recht gehabt, Gilderoy Lockhart war ein arroganter Angeber. Ich kritzelte "alle" hin. Und so weiter. Bei der Frage "Was ist Gilderoy Lockharts aktuelles Lieblingsbuch?" riet ich "Trips mit Trollen", und bei den anderen Fragen antwortete ich mit ähnlichen Dingen.
    Den Rest der Stunde verbrachten wir nur damit, im Buch "Zauberisches Ich" zu lesen, aufgrund "unglücklichen Ereignissen mit Kobolden und der 2. Klasse", wie Lockhart sich ausdrückte. Was da wohl passiert war? Ich musste unbedingt einmal einen Zweitklässler treffen. Das Buch war voll mit Selbstlob und erzählte noch einmal von Lockharts Heldentaten. Irgendwie zweifelte ich daran, dass das alles wahr war. Aber wer würde schon lauter Lügen veröffentlichen? Und Lockharts Taten hatten ja auch Menschen beobachtet. Wegen diesen logischen Gründen verwarf ich den Gedanken gleich wieder. Am Ende der Stunde stand Lockhart auf. "Nun-es gibt einige, die meine Bücher noch einmal gründlich lesen sollten. Besonders "Gammeln mit Ghulen" und "Ein Jahr bei einem Yeti" solltet ihr euch noch einmal sehr gut durchlesen. Es gab übrigens nur eine Person, die bei meiner Prüfung alles richtig hatte, und zwar unsere verehrte- Miss Stewart!" Verblüfft sah ich zu Hanna hinüber, die damit gemeint war. Hanna, die absolute Lockhart-Hasserin hatte alles in seinem Test richtig? Sie? Hanna war scharlachrot angelaufen. "Äh. . . ich. . . ", wollte sie beginnen, wurde aber von Lockhart unterbrochen. "Das war brilliant! Miss Stewart, kommen sie nach vorne. Zur Belohnung erhalten sie eine original von mir signierte Autogrammkarte!" Hanna stolperte nach vorne, wo Gilderoy Lockhart bereits eine Karte gezückt hatte. Freudig drückte er sie Hanna in die Hand. "Ich kann verstehen, dass du jetzt vor Rührung nichts sagen kannst - das brauchst du auch nicht. " Lockhart lächelte uns alle an. "Wer immer von euch eine Autogrammkarte will, kann ja mal in meinem Büro vorbeischauen-vielleicht bekommt ihr ja eine. "


    "Ich habe mir bloß deshalb Mühe gegeben, weil ich eine gute Note bekommen wollte! Und die wollte ich nicht, weil ich mich bei Lockhart einschleimen wollte, sondern. . . na ja, wegen der guten Note halt! Und sonst habe ich wirklich nur geraten! Ehrlich!" Hanna knüllte die Autogrammkarte in ihrer Faust zu einem Papierball zusammen. Sie, Kimi und ich gingen einen der Sandwege entlang, um zum Rasen zu kommen, wo unsere Besenflugstunde stattfinden sollte. Das Ereignis in VgddK war wirklich zum totlachen gewesen. Ausgerechnet Hanna! Ich selbst hatte nicht so gut abgeschnitten, denn ich hatte meistens falsch geraten. Aber mir war das egal. "Und dann bekomme ich zur Belohnung eine bescheuerte Karte, meine Güte!" Hanna drehte sich um und warf den Papierball zurück durch ein durch ein offenstehendes Fenster irgendwo ins Schloss. Ich grinste. "WER WAR DAS?" Professor Snape kam auf uns und die anderen Erstklässler zugestürmt. In der Hand hielt er den Papierball. Oh, schei**! Wieso mussten wir solches Pech haben! Ausgerechnet Snape. Hanna war leichenblass geworden, und ich merkte, dass sie zitterte. Kimi neben mir erging es nicht anders. Ich versuchte, möglichst unbeteiligt zu schauen. Das könnte ja im Ernstfall, wenn man dachte, wir hätten das absichtlich gemacht, den Rauswurf bedeuten. So ein Volltreffer. Direkt Snape. Um Snape herum hatte sich jetzt ein Kreis aus Schülern gebildet, die das Geschehen betrachteten. Snape ließ seinen eisigen Blick über uns Erstklässler schweifen. Mir lief es eiskalt den Rücken hinunter. Das war ernst. Ich nahm hinter meinem Rücken Hannas Hand und zerrte sie hinter ein paar Schüler, die, wie ich feststellen musste, die Lees waren. Zum Glück bemerkten sie uns nicht. Ich atmete leicht auf. Hätte Snape Hanna so gesehen, wäre doch alles klar gewesen. Snape faltete jetzt das zerknüllte Autogramm auseinander. "Gilderoy Lockhart. Aha. " Er hob die Augenbrauen kaum merklich. "Welcher Schüler fand es lustig, mich mit einem Autogramm zu bewerfen? Wer war es? Ich warne euch. . . ", Snape starrte durchdringend alle Schüler an, "ich finde es heraus. Lügen zwecklos. " Er machte eine kleine Pause, um uns fordernd anzusehen. Als niemand etwas sagte, fuhr er fort. "Nun?" "Ich weiß es. " Felix Lees Stimme. "Wer?" Snape starrte ihn interessiert an. "Die da. " Er drehte sich mit einem Ruck zu uns um. Sarina riss und schubste Hanna nach vorne. "Ach ja. Stewart. " Snapes Mundwinkel zuckten. "Zeugen?", fragte er. "Ich", antwortete Sarina. "Ich hab es auch gesehen!", rief ein Gryffindor-Mädchen. Ich wusste, dass sie Kylie hieß. Eigentlich hatte sie sich in Geschichte der Zauberei okay benommen. Nicht extrafeindselig oder so. Doch jetzt stieg kochende Wut in mir gegen sie auf. Wie konnte sie nur! Kylie sah selbstzufrieden mit sich aus. " Das genügt. Miss Stewart, sie kommen mit. Die anderen- zum Unterricht! Und 15 Punkte für Slytherin. " Ich starrte Hanna entsetzt an. "Aber. . . was ist mit mir?", versuchte Hanna noch zu protestieren, aber sie wurde schon von Snape weggeschleift. Ich starrte beiden nach, bis sie in Hogwarts verschwunden waren. Kimi stupste mich leicht von hinten an. "Komm", flüsterte sie leise. Betreten drehte ich mich um und marschierte dann schweigend neben Kimi zur Besenflugstunde, wobei ich Kylie die ganze Zeit über wütend anstarrte. Die hatte sie ja nicht mehr alle! Hoffentlich würde die Besenflugstunde besser werden. Jetzt waren wir bei unserer Lehrerin und den anderen Schülern angekommen. Madame Hooch, so stellte sich die Lehrerin vor, würde uns in Besenflug unterrichten. "Alle da? Gut!" Madame Hooch blies einmal kräftig in ihre silberne Trillerpfeife. "Alle stellen sich neben ihren Besen auf!" Sofort rannten alle durcheinander, um einen möglichst gut aussehenden zu erwischen.
    Meiner sah im Gegensatz zu denen mancher anderen noch relativ gut aus. "Jeder stellt sich neben seinen Besen und streckt die Hand darüber aus! O'Mara! Andere Seite vom Besen! Creevy! Nehmen sie einfach ihre blöde Kamara ab und bleiben sie ruhig!" Ich tat, was sie gesagt hatte und blickte zu Colin Creevy hinüber. Er war ganz zappelig. "Dadrüben geht Potter! Sehen sie! Ich muss. . . " Belustigt sah ich zu, wie beide, Colin und Madame Hooch, um die Kamara kämpften. Harry Potter und seine Freunde waren mittlerweile wieder im Gebäude verschwunden, deshalb ließ Colin nach und Madame Hooch gewann die Oberhand.
    Triumphierend riss sie Colin die Kamera aus der Hand und hielt sie hoch.
    "Sie müssen gar nichts, und schon gar nicht in meiner Stunde. Die Kamera bekommen sie nach der Stunde wieder. Und jetzt- AUF DEINEN PLATZ!" Madame Hooch scheuchte den verängstigten Potter-Fan Colin neben seinen Besen. Die Kamera warf sie neben einen Busch, woraufhin Colin laut aufjaulte.
    Ich schüttelte den Kopf. Sooo besonders war Harry Potter jetzt ja auch nicht. Jedenfalls so weit ich das beurteilen konnte. Vielleicht sah ich das auch nur falsch, weil ich muggelstämmig war. Aber ich gehörte sicher nicht zu denen, die Schlange standen, um ihn begaffen zu können. Wie Colin. Und, so leid es mir tat, auch Ginny. Hoffentlich würde sich ihr Fan-Zustand verbessern. Madame Hooch pfiff wieder einmal laut und ich ging sofort wieder in Position. "Jetzt streckt ihr eure Hände über dem Besenstiel aus- ja, so!, und sagt einmal laut und deutlich "Hoch!" Auf drei: Eins, zwei, drei-Hoch!" "Hoch!", rief auch ich. Mein Besen machte eine kleine Bewegung, blieb aber am Boden liegen. Den meisten anderen Erstklässlern ging es genauso. Bloß Kimi hielt ihren Besen schon fest in der Hand. Verblüfft sah ich sie an. "Nochmal-Hoch!" "Hoch!", sagte ich mit fester Stimme. Mein Besen machte wieder einen kleinen Ruck, tat aber sonst nichts. Den anderen erging es besser, nur Luna und ich hielten unsere Besen noch nicht in der Hand. "Hoch. Hoch!", rief ich verzweifelt. Endlich schoss der Besen in die Höhe und in meine Hand. Das Holz war schon nicht mehr glatt, und ich bohrte mir deshalb einen Splitter in die Hand. Autsch. Hoffentlich konnte ich nächste Stunde einen anderen bekommen. "Jetzt schwingt ihr euer Bein über den Besen und stoßt euch vorsichtig ab. Nacheinander, nicht alle auf einmal. Lightwood! Hiergeblieben!" Ein Gryffindor-Mädchen schwebte bereits gut zwei Meter über dem Erdboden. Madame Hooch zerrte sie an ihrem Umhang wieder nach unten. Wir waren ziemlich viele, weil bei den Besenflugstunden immer alle Häuser zusammen unterrichtet wurden, und da ich ziemlich am Ende der Gasse stand, die sich gebildet hatte, schloss ich, ziemlich lang warten zu müssen. Deshalb setzte ich mich in das leicht feuchte Gras. "Aufstehen! Wir sind hier nicht im Kindergarten!", herrschte mich Madame Hooch an. "Wenn sie so faul sind, können sie auch gleich anfangen. " Sie sah mich herausfordernd an. Zögerlich schwang ich ein Bein über den Besenstiel und schluckte. Dann stieß ich mich kräftig ab. Der Wind fuhr durch meine Haare, als ich pfeilschnell nach oben schoss. Es fühlte sich wahnsinnig an. Unglaublich. Ich hatte schon immer vom Fliegen geträumt, schon seit ich klein gewesen war. Und jetzt tat ich es wirklich. Ich flog eine scharfe Linkskurve. Ich flog. Ich konnte fliegen! Ich breitete voller Freude die Arme aus, spürte wie der Wind meinen Umhang aufbauschte. Voller Freude flog ich noch eine Acht. Und noch eine Rechtskurve. Und noch weiter nach oben. Es war unfassbar. Noch vor einem Monat hätte ich von so etwas noch nicht einmal zu träumen gewagt. Ich wendete und sah zum ersten Mal nach unten. Es war tief. Sehr tief. Unglaublich tief. Kimi, Luna, Franziska und die andern waren winzig klein, auch Madame Hooch. Ich spürte wie mir schwindlig wurde, in meinem Bauch machte sich das altbekannte drückende Gefühl bereit. Ich wollte nur noch eins. Hier runter. Oh mein Gott. An meine Höhenangst hatte ich wirklich nicht mehr gedacht. Es war so tief. So unglaublich tief. Die Landschaft verschwamm vor meinen Augen. Ich merkte, wie der Besen zu schlingern begann, meine schwitzigen Hände langsam von dem Stiel rutschten. Ich konnte jetzt nichts mehr erkennen, meine Ohren dröhnten. Wo war oben, wo unten? Ich merkte, dass meine Hände vom Stiel rutschten, ich mich jetzt nur noch mit den Füßen festklammern konnte. Und dann fiel ich. Fiel in das bodenlose Nichts.

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    ((fuchsia)) Kapitel 9 ((efuchsia)) "Weg, alle raus hier! Sie braucht Ruhe! Ruhe!" "Aber Madame Pomfrey, bitte. . . " Hanna. . . Da


    Kapitel 9

    "Weg, alle raus hier! Sie braucht Ruhe! Ruhe!" "Aber Madame Pomfrey, bitte. . . "
    Hanna. . . Das war doch Hannas Stimme. . . Aber wer war Madame Pomfrey? Ich wusste es nicht. . . und jetzt hörte ich auch nichts mehr weiteres, sondern sank zurück in die Dunkelheit. . . doch da waren plötzlich Besen. . . tausend Besen, die mich verfolgten. . . mit eisernen Spitzen am Stiel und mich von dem kleinen, langsamen Besen, auf dem ich saß, hinunterstoßen wollen. Aber unten war nichts. Wenn ich fiel, würde ich unendlich lange fallen. . . ich durfte nicht fallen. Die Besen hatten polierte, scharfe, eiserne Spitzen. Ich sah mich um, versuchte, meinen Besen zur Schnelligkeit zu drängen. . . doch er tat es nicht, blieb langsam wie eh und je. Jetzt fiel mir ein, dass die Spitzen mich vorher, bevor sie mich vom Besen stoßen würden, durchbohren würden. . . Die Besen kamen näher, ich konnte die silbernen Spitzen in der Dunkelheit aufblitzen sehen. Es waren Kampfbesen, Besen, die meinen Tod wollten. Sie kamen jetzt noch näher, waren nur noch etwa zwei Meter von meinem Rücken entfernt und wurden schneller, jetzt, das sie so nah an ihrem Ziel waren. Ich merkte, wie meine schwitzigen Hände abrutschten, ich kopfüber am Besen hing. . . und plötzlich waren alle Besen weg. . . und ich fiel. . . und fiel. . . und fiel. . . und schreckte auf.
    Ich saß aufrecht in einem Bett und zitterte am ganzen Körper, geschockt von den Ereignissen. Es war nur ein Traum, beruhigte ich mich. Ein Alptraum. Aber nicht wirklich, nicht real. Ich lebte immer noch, und war immer noch. . . wo war ich eigentlich? Ich sah mich um. Es war eigentlich ein ganz normaler Raum, wie es in Hogwarts unzählige davon gab, mit Steinboden und Steinfliesen. Aber an den Wänden reihten sich die Betten. Ich lag auch in einem von ihnen. Wie war ich hierhergekommen? Ich wusste es nicht. Ich entdeckte auf dem Nachttisch neben meinem Bett jede Menge Schachteln und Beutel, und ganz unten lag mein Umhang, der aussah wie neu. Jetzt erinnerte ich mich: Ich war vom Besen gefallen wegen meiner Höhenangst. Dieser verfluchten Höhenangst! Ich setzte mich jetzt seitlich auf mein Bett und begann, die Schachteln von meinem Nachtisch zu untersuchen. Sie enthielten Süßigkeiten, welche, die ich schon auf der Fahrt im Hogwartsexpress gegessen hatte, und komplett neue. Irgendwer hatte mir eine riesige Box ohne Aufschrift hingestellt. Ich öffnete sie und stöhnte. Schokofrösche! Na ganz toll. "Krieg ich welche?" Ich zuckte zusammen und drehte mich um. Auf dem Bett neben mir saß ein Mädchen mit grünen Haaren und grinste mich an. "Auch endlich wach?", fragte sie mich und hüpfte von ihrem Bett. "Ich liebe Schokofrösche. Du anscheinend nicht, also schenkst du mir doch sicher gleich die ganze Schachtel. Ach, und übrigens, ich bin Élodie Jaëlle Rousseau. Du kannst mich aber gerne Élle nennen. " "Hey, ich will auch noch was!" Noch jemand? Das braunhaarige Mädchen vom Frühstückstisch kam jetzt auch noch angelaufen. Élodie riss mir die Schachtel aus den Händen und setzte sich neben mich. "Nimm nur", sagte ich. "Élle, du lässt mir auf jeden Fall noch welche übrig! Ich bin Ember Diggory", erklärte Ember mir und setzte sich auch auf das Bett, das eindeutig nicht für drei Personen gebaut worden war. "Ich bin Hilary Shine und vom Besen gefallen", sagte ich. "Na, das ist ja mal eine Begrüßung", sagte Élodie zwinkernd. "Ich hatte einen kleinen Unfall bei Zaubertränke und deshalb bin ich im Krankenflügel gelandet. " Ach, das hier war also der Krankenflügel. " Dein Unfall. . . der war echt krass. Es kommt hier irgendwie nicht oft vor, dass hier Leute vom Besen fallen, außer Harry Potter natürlich. Du bist total auf der Erde gelandet, Madam Hooch war unglaublich verstört, weißt du. . . Sie haben dich dann sofort in den Krankenflügel gebracht, mit Gehirnerschütterung und gebrochenem Arm. Das nichts schlimmeres passiert ist. . . und dann warst du den ganzen restlichen Tag bewusstlos und die Nacht bis. . . jetzt halt. " Élodie sah mich ernst an.
    "Das sah so gefährlich aus. Weißt du, ich habe das vom Fenster hier beobachtet. Du warst richtig hoch oben, und bist richtig gut geflogen, aber dann plötzlich hast du das Gleichgewicht verloren oder so, und bist dann abgerutscht. " Ich hatte mir bis jetzt das alles einfach so angehört, aber jetzt konnte ich mich einfach nicht mehr halten. Ich begann hemmungslos zu schluchzen. Ich hätte sterben können! Élodie legte den Arm um mich. Zu dritt saßen wir eine ganze Weile nebeneinander, Ember, Élodie und ich. "Wieso bin ich eigentlich nicht gestorben?", fragte ich Élodie, nachdem ich mich etwas beruhigt hatte. Élodie stand auf und ging zum Fenster, Ember und ich folgten ihr. Als ich nach draußen blickte, sah ich tatsächlich die Stelle wo gestern unsere Besenflugstunde stattgefunden hatte. "Der Baum da, " Élodie zeigte auf einen Baum, der ein bisschen mitgenommen aussah, "in den bist du reingefallen, und das hat die Geschwindigkeit gebremst, mit der du von da oben runtergefallen bist. " Ich schluckte einmal schwer. Ich verdankte einem Baum-diesem Baum-also mein Leben. "Shine! Rosseau! Diggory! Wieso liegen sie nicht in ihren Betten wo sie eigentlich hingehören! Sie wissen doch, dass sie nicht durch ständiges herumlaufen oder herumalbern gesund werden! Ab-in-die-Betten!" "Madame Pomfrey", flüsterte Ember mir noch zu, dann wurden wir schon von der Krankenpflegerin in die Betten gescheucht und ich musste irgendeine scheußliche Medizin schlucken. Danach schlief ich wieder ein. Als ich das nächste Mal geweckt wurde, standen Hanna, Kimi, Luna, Franziska, das Gryffindor-Mädchen von der Flugstunde und Johara, das Mädchen, das mit Hanna, Luna, Franziska und mir in einem Schlafsaal war, vor dem Bett und redeten wie wild durcheinander, so dass ich erst gar nichts verstand. Lachend setzte ich mich auf. "Wir haben nur fünf Minuten Zeit, weißt du, Madam Pomfrey wollte uns nicht mehr lassen. ", erklärte Hanna. Franziska sah mich mit großen Augen an. "Ich hoffe, es wird besser. . . wie fühlst du dich?", fragte sie. "Ganz okay", antwortete ich. Verlegen, weil mich alle so anstarrten, wandte ich den Kopf ab. Da fiel mir etwas ein. "Was hat Snape eigentlich mit dir gemacht?", fragte ich Hanna. Sie zuckte die Schultern. "Er hat mich erst mal eine halbe Stunde in seinem Büro behalten, dann ist McGonagall gekommen und hat mir Nachsitzen bei Snape heute Abend aufgedonnert. Hätte schlimmer kommen können. " Hanna grinste ihr optimistisches Lächeln. "Ich bin übrigens Flame, Flame Lightwood", stellte sich das Gryffindor-Mädchen vor. "Du bist, also nachdem du da vom Baum gekommen bist, direkt neben sie gefallen, und sie hat dann auch mitgeholfen, dich zum Krankenflügel zu bringen", sagte Kimi. Eisige Stille bereitete sich aus. Niemand sagte mehr etwas. Nachdem ich da vom Baum gekommen war. Es erinnerte jeden schmerzhaft daran, was passieren hätte können, wäre da kein Baum gewesen. Johara unterbrach die Stille. "Hilary wäre nicht tot gewesen. . . Madame Hooch hat doch den Polsterungszauber benutzt-aber du warst halt so hoch oben. " Franziska nickte. "Madam Hooch hat dir auch noch nachgerufen, du sollst runterkommen. " Ich war überrascht. Das hatte ich gar nicht gehört, wahrscheinlich, weil ich so glücklich gewesen war. "Ich wollte dir ja noch nachfliegen, aber da bist du schon gefallen. . . ", sagte Franziska. "Hey, können wir über was anderes reden, "rief Flame. Ich nickte zustimmend. Es gab wirklich schönere Themen.
    "Stimmt, Kimi wollte dir ja noch etwas sagen", lachte Hanna. Kimi wurde rot. Hanna schubste sie leicht nach vorne. "Ich. . also ich. . . ich wurde ins Quidditchteam aufgenommen. Als Jägerin. " Obwohl sie rot wurde, konnte man ihr ansehen, dass sie stolz war. "Das. . . ist ja toll", erwiderte ich. Kimi wurde noch röter vor Freude und biss sich verlegen auf die Lippe. Niemand merkte, dass ich gelogen hatte. Es war nicht toll. Jedenfalls nicht für mich. Ich wusste, dass es fies war. Aber in meinem Inneren fand ich es ganz und gar nicht toll. Ich setzte ein künstliches Lachen auf. "Echt toll! Ich bin schon gespannt. . . auf dein erstes Spiel!" Kimi seufzte. "Na, hoffentlich wird das was", murmelte sie. "Schluss! Ihr seid jetzt schon richtig lange hier. Von wegen fünf Minuten. Alle raus hier!" Madame Pomfrey scheuchte alle aus dem Krankenflügel. Johara blieb als letzte noch zurück. Ihr Mondanhänger an der Kette leuchtete. "Ich weiß, wie du dich fühlst", murmelte sie. Ich sah sie an. Ihre Augen waren braun und wunderschön, Augen, in denen man sich leicht verlieren konnte. Sie nickte mir noch einmal mitfühlend zu und verschwand dann auch. Als alle gegangen waren, ließ ich mich zurückfallen. Wie unfair die Welt doch manchmal war! Ich wusste, dass es dämlich war, so zu denken. Eigentlich sollte ich mich für Kimi freuen. Doch der Gedanke daran, dass sie bald Quidditch spielen würde und ich mich nicht einmal auf einem Besen halten konnte, war bitter. Zu bitter. Aber damit würde ich leben müssen. Ich wollte jetzt auch nicht mehr daran denken, sondern brauchte jetzt Abwechslung. Oder Schlaf, auch wenn ich vor einer guten Viertelstunde erst aufgewacht war. Ich entschied mich für zweiteres und fiel in einen tiefen, traumlosen Schlaf.

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    ((fuchsia)) Kapitel 10 ((efuchsia)) Laut Madam Pomfrey sollte ich noch zwei Tage zur Beobachtung im Krankenflügel bleiben. Das machte mir nichts aus,
    Kapitel 10

    Laut Madam Pomfrey sollte ich noch zwei Tage zur Beobachtung im Krankenflügel bleiben. Das machte mir nichts aus, denn ich freundete mich mit Ember und Élodie an, denn die beiden waren echt nett. Außerdem durfte ich jetzt mehr Besuch bekommen. Flame kam öfter, als ich erwartet hatte, aber auch Luna und Franziska kamen oft. Aber nicht jeder Besuch machte mich glücklich, auch wenn ich das nie zugegeben hätte, denn auch wenn Kimi eigentlich sehr bescheiden war-man sah ihr ihre Freude über ihre Flugkünste jedesmal, wenn sie kam, an. Ich konnte es nicht wirklich verkraften. Wenn ich ehrlich war-ich hätte niemals gedacht, dass ausgerechnet Kimi so gut fliegen würde. Ich hatte vor der Besenflugstunde gar nicht mehr an meine Höhenangst gedacht und auch davor nicht und deshalb gehofft, ich würde eine gute Fliegerin abgeben. Tja. Da hatte ich mich wohl gründlich geirrt. Natürlich wusste ich, dass es zum Großteil nicht Kimis Schuld war, dass sie so gut fliegen konnte, aber alle Versuche, mir das einzureden, waren vergebens. Immer, wenn ich sie sah, merkte ich, wie ich wütend oder traurig wurde-immer verschieden. Zum Glück heiterte Hanna mich mit ihrer Erzählung vom Nachsitzen bei Snape auf, bei dem sie beinahe Snapes Büro in Brand gesteckt hatte (er hatte sie dann mit den Worten "sie sind so eine Niete wie Longbottom" entlassen) und am darauffolgenden Tag durfte ich endlich gehen. Ich hatte sowieso einige Unterrichtsstunden verpasst und machte mich deshalb am Nachmittag auf in die Bibliothek, um einen Aufsatz für Geschichte der Zauberei zu schreiben und auch sonstiges Zeug nachzuholen. Kurz nachdem ich den Gemeinschaftsraum verlassen hatte, traf ich auf Elena und ein paar andere Mädchen aus ihrem Haus und Jahrgang, mit denen sie eine lebhafte Diskussion führte. Mir fiel auf, dass man sie zwar oft mit Slytherinmädchen irgendwo aufhielt, aber nie mit Sarina oder Felix. Oder dieser dämlichen Kylie, obwohl die ja in Gryffindor war. Flame hatte sie als "ätzend" beschrieben. Und so wie sie sich gegenüber Hanna verhalten hatte, fand ich das auch. Petze.
    Ich ging näher an Elena und die Slytherins heran. Anscheinend ging es um die Dekoration des Schlafsaals, ein Thema, das alle außer Elena wohl spannend fanden. Als Elena mich sah, verabschiedete sie sich hastig von den Mädchen, die in Richtung große Halle weitergingen. Elena sah ziemlich froh aus, dieser sinnlosen Streiterei zu entkommen. "Wie geht es dir?", war das Erste, was sie mich fragte, als sie mich erreichte. Ich zuckte mit den Schultern. "Gut, sonst stände ich nicht hier", antwortete ich verschmitzt. Elena sah erleichtert aus. "Da bin ich froh. . . du sahst schlimm aus als du am Boden gelandet bist. Ich wollte dich eigentlich besuchen, aber. . . " Sie brach ab und begann verlegen mit ihrer Kette zu spielen. "Was-aber?", fragte ich neugierig. Elena antwortete nicht sofort. "Komm schon", drängte ich sie grinsend. Elena zuckte mit den Schultern. "Was, wenn Stewart oder Sunshine oder Lightwood gerade dagewesen wären?" Ich brauchte etwas, um zu verstehen, dass sie Hanna, Kimi und Flame meinte. "Ja-und?", fragte ich perplex. Das war doch wirklich das allerletzte Problem! Elena zuckte mit den Schultern. "Wegen. . . na ja, ich bin halt in Slytherin. . . und deshalb. . . deshalb vergleichen sie mich wahrscheinlich mit den Lees oder Malfoy. . . " Ich wusste zwar nicht, wer Malfoy war, aber ich war mir sicher, dass das Flame oder Hanna nie tun würden. "Nein, dass hätten sie nie getan!", sagte ich und schüttelte den Kopf. "Wer weiß? Vielleicht kennst du sie halt einfach nicht besonders gut. " Elenas Gesicht hatte einen leicht arroganten Ausdruck angenommen. "Ist egal, ich muss sowieso weg. Bis irgendwann vielleicht. " Sie drehte sich um und ließ mich einfach stehen. Ich war so verwirrt, das ich nichts sagen konnte. Gleichzeitig spürte ich auch, wie ich zornig wurde. Wie konnte sie es wagen, zu behaupten, ich würde meine eigenen Freundinnen nicht kennen! Sie war doch auch wie alle Slytherins: arrogant und boshaft! "Das würden sie nicht tun!", brüllte ich Elena noch hinterher. "NIE!" Mir stiegen die Tränen in die Augen. Aber ich würde jetzt doch nicht anfangen zu heulen! Auf so eine dämlich Kuh als Freundin konnte ich verzichten. Ich schulterte meine Tasche und lief in die entgegengesetzte Richtung weg. Ich wollte sowieso in die Bibliothek. Daran würde mich der Zwischenfall nicht hindern.
    Ehrlich gesagt, wusste ich nicht genau, wo es zur Bibliothek ging, aber eine nette Vertrauensschülerin aus Hufflepuff gab mir Auskunft. Mir fiel ein, dass ich auch noch einen Brief an Mum und Dad schreiben musste. Das hatte ich ganz vergessen. Ich beschleunigte meine Schritte. Hier auf dem Flur war es ziemlich kalt. Hoffentlich war es in der Bibliothek wärmer. Als ich dort ankam, stellte ich fest, dass nur wenige Schüler da waren: Zwei Zweitklässlerinnen aus Slytherin und-Ginny. Sie saß mit dem Rücken zu mir und schien irgendetwas zu schreiben. Vielleicht auch einen Brief? Ich grinste und begann, mich leise an sie heranzupirschen. Doch auf halbem Weg blieb ich stehen. Mir war etwas eingefallen. Klar, der Gedanke war egoistisch, aber ich konnte mich nicht daran erinnern, dass Ginny mich im Krankenflügel besucht hätte. Aber wahrscheinlich hatte sie es aus logischen Gründen nicht getan. Und nicht wie Elena aus absolut bescheuerten, dämlichen Gründen, die unbegründet waren und nicht existierten. Ich zwang mich dazu, endlich damit aufhören, an Elena zu denken und schlich mich weiter an Ginny heran. Ich konnte jetzt schon erkennen, dass sie in einem schwarzen Buch schrieb, aber ihre karottenfarbigen Haare verdeckten die Sicht auf das, was sie schrieb. Ich tippte ihr auf die Schulter. "Ginny?" Ginny wirbelte zu mir herum und blickte mich erschrocken an. Ich blickte eben so erschrocken zurück. "Darf ich. . . darf ich mich hierhin setzten? Bitte", fügte ich noch hinzu. Ich wusste nicht, was ich sonst sagen sollte. Hatte ich sie bei etwas privatem erwischt? Oder etwas verbotenem, was ja eigentlich nicht sein konnte, denn seit wann war es verboten, etwas in ein Buch zu schreiben? Ginny sah jetzt nicht mehr so panisch aus.
    "Klar", sie nickte und schob mit dem Ellbogen ihr Zeug vom Tusch, inklusive dem Buch. Ich setzte mich. "Ähm. . . also. . . du kannst schon weiterschreiben, weißt du. . . " Ginny riss entsetzt die Augen auf. "Hast du gesehen, was ich geschrieben habe?", fragte sie mich. Ich schüttelte den Kopf und ihr panischer Blick verflüchtigte sich. Während ich meinen Aufsatz schrieb, unterhielten wir uns über alle möglichen Lehrer: Binns, Snape, Dumbledore. Aber das Gespräch war anders. Ganz anders als das, das wir im Zug geführt hatten. So. . . gezwungen. Ich fühlte mich schrecklich und probierte mit abrupten Themenwechseln die Stimmung aufzuheitern. Aber selbst bei Ginnys Lieblingsthemen (Quidditch, ihre nervigen Brüder, Harry) reagierte sie kaum. Sie wirkte etwas fremd, und wenn sie lachte, klang es nicht so lebhaft wie damals im Zug. Deshalb war ich sogar etwas erleichtert, als sie nach knapp einer Viertelstunde verkündete, jetzt gehen zu müssen. Jetzt konnte ich in Ruhe über Ginnys Verhalten nachdenken. Ich hatte absichtlich meinen Unfall nicht erwähnt. Nicht nur aus dem Grund, das es ein völlig bescheuertes Thema war und nicht gerade ruhmreich für mich, sondern auch aus dem Grund, dass Ginny ihn schon vergessen hatte. Aber was sollte es. Das würde sich bestimmt wieder legen. Die Hausaufgaben hatte ich mittlerweile erledigt, jetzt blieb noch der Brief. Ich überlegte ein bisschen und schrieb dann:

    Liebe Mum, lieber Dad,
    ich bin gesund nach Hogwarts gekommen. Im Hogwartsexpress war es lustig. Ich habe Hanna und Ginny kennengelernt, aber die sind nur ein paar meiner neuen Freundinnen. Dann wurde ich vom sprechenden Hut nach Ravenclaw eingeteilt. Es gibt hier nämlich vier Häuser, jedes zeichnet sich durch andere Fähigkeiten aus, Gryffindor zum Beispiel durch Mut und Ravenclaw durch Kreativität und Klugheit. Es ist toll hier und ich bin ganz gut in Verwandlung und so, aber leider nicht gut im Besenflug. Ich bin vom Besen gefallen, aber es ist nicht viel passiert.
    Ich hielt kurz inne. War es richtig, meine Eltern zu belügen? Aber wenn sie wussten, was passiert war, würden sie mich wieder zurückholen. Und das wäre einfach schrecklich.

    Ich freue mich schon auf die Weihnachtsferien, wenn wir uns wiedersehen.
    Ganz liebe Grüße,
    Hilary
    P. S: Ich habe euch eine Schachtel Bertie Botts Bohnen mitgeschickt. Ihr seid dazu gezwungen, alle aufzuessen. Gras schmeckt übrigens gar nicht so schlimm.
    Und Klowasser ist bloß eine Wasserbohne mit etwas verdorbenem Geschmack.
    P. P. S: Tut mir leid, dass ich erst so spät schreibe. Füttert Like gut!

    Ich faltete das Pergament ordentlich zusammen und steckte den Brief in den Umschlag. Außerdem hatte ich wirklich noch ein Päckchen Bohnen, das ich auch noch hineintat. Dann ging ich zur Eulerei hoch. Like war schwer zu entdecken, weil er so klein war. Als ich ihn dann endlich gefunden hatte, war es schwer, ihm den Brief ans Bein zu binden, weil er mich ständig pikste. Ärgerlich gab ich ihm einen kleinen Schubser. "Halt still!", murmelte ich. Endlich hatte ich es geschafft und Like flatterte davon. Zufrieden ging ich wieder nach unten. Weil ich keine Ahnung hatte, wo die anderen steckten, ging ich wieder in die Bibliothek, aber nicht mehr um zu lernen, sondern um einfach zu lesen. Bald fand ich auch ein durchaus interessantes Buch. Es hieß "Die Märchen von Beedle dem Barden". Ich ließ mich in einen Sessel plumpsen und begann zu lesen. Es waren anscheinend Kindermärchen, so wie Mum mir früher welche vorgelesen hatte, aber trotzdem unterhaltsam. Ich las gerade das Märchen "Fini und das Kürbiseis", als es plötzlich einen lauten Knall gab. Ich warf das Buch zur Seite und sprang auf. Eines der Slytherin-Mädchen hatte gerade eben ein kleines Bücherregal umgeworfen und starrte entsetzt auf das von ihr angerichtete Chaos, die andere schüttelte sich vor Lachen. "Lea", keuchte sie, nachdem sie sich beruhigt hatte, "das war absolut deine Bestleistung!" Das am Boden liegende Mädchen rappelte sich auf. "Marisol, Madame Pince wird ja so begeistert sein, wenn sie das sieht. Wir sollten lieber wieder aufräumen. " "Ich kann helfen", erklärte ich. Marisol und Lea sahen mich überrascht an, ich ging mal davon aus, dass sie nicht mal gemerkt hatten, dass ich da war. "Danke", die hochrote Lea nickte mir erleichtert zu. "Ich bin übrigens Lea Potter, und dass ist. . . "" Lea. . . Potter?", fragte ich fassungslos. "Ehrlich?" Lea nickte. "Klar, ich bin nicht so berühmt wie mein Zwillingsbruder. . . Weil Du-weißt-schon-wer hat erst Harry töten wollen, dass hat nicht funktioniert und da ist er auch schon. . . na ja. . . verschwunden, und hat mich nicht einmal angerührt. " Ich nickte. So war das also. "Und du?", ich wandte mich an das andere Mädchen. "Marisol Snape. Snapes Nichte, nicht Tochter", fügte sie hinzu. Ich grinste. Hatte ich doch gerade die Verwandschaft von Snape kennengelernt. Interessant. Trotzdem war ich ziemlich erstaunt. Wenn ich das Hanna erzählen würde. . . Von Lea wusste sie vielleicht schon, aber von Marisol. . . "Lasst uns anfangen!", rief Marisol. Ich nickte und Lea und ich begannen, die Bücher ins Regal zu stapeln. "Haaaalt!" "Was ist denn?", fragte ich Marisol. Wir hatten doch alles richtig gemacht. . . oder? "Die müssen wir doch alle sortieren!" Ich starrte Marisol entsetzt an. Daran hatte ich gar nicht gedacht. Na toll.
    Nach dem Alphabet sortieren war noch nue meine Stärke gewesen. Und schon gar nicht Autorennamen. Nach einer Stunde, die mir vorgekommen war wie die Ewigkeit, waren wir immer noch nicht fertig. "Mir reicht's!" Marisol stand auf, zückte ihren Zauberstab und ließ die Bücher in die Luft flattern. Sie flogen unkontrolliert ziemlich durcheinander und fügten sich gegenseitig Eselsohren und Risse zu. "Was soll das!" Ich packte Marisol am Arm. "Ich ordne die Bücher!" "Lass das!" Marisol ließ den Zauberstab sinken. Ich seufzte. Das war eine gründlich danebengegangene Aktion. Letztendlich entschieden wir uns, sie nach Farben zu ordnen, was natürlich nicht gerade sinnvoll war, aber die einzige Möglichkeit, die Bücher irgendwie zu ordnen. Dafür bestaunten wir jetzt Marisols Fähigkeit, ihr Aussehen zu verändern. "Ich bin nämlich ein Metharmorphagus", erklärte sie. Das waren anscheinend Leute wie Marisol, die sich jederzeit türkise Haare und gelbe Augen machen konnten. Marisol konnte sich sogar so verändern, sodass sie wie ich aussehen konnte. Oder wie Kimi. Oder Professor Sprout in schlank und klein.
    Damit ließ sich unglaublich gut die Zeit vertreiben. Wir gingen erst, als wir von der Bibliothekarin herausgescheucht worden waren. Zum Glück hatte sie nicht mal das "Regenbogen-Regal", wie wir es nannten, bemerkt. Auf dem Weg zu Ravenclawgemeinschaftsraum bemerkte ich, das es draußen gewitterte und beneidete Hanna kein bißchen, als sie erzählte, dass sie die ganze Zeit draußen gestanden war und Kimi beim Quidditchtraining zugeschaut hatte.

    12
    ((fuchsia)) Kapitel 11 ((efuchsia)) In den nächsten Tagen stellte sich heraus, dass ich in allen Fächern eigentlich ziemlich gut war, außer in zwei
    Kapitel 11

    In den nächsten Tagen stellte sich heraus, dass ich in allen Fächern eigentlich ziemlich gut war, außer in zwei: Besenflug und VgddK. Lockharts Stunden bestanden nämlich darin, dass er uns in seinen Büchern lesen ließ und dann der Klasse Szenen aus dem Text nachspielte, meistens mit Hanna in der Rolle des Bösen. Überhaupt war Hanna seine absolute Lieblingsschülerin, seit sie den Test ohne Fehler einwandfrei bestanden hatte. Mich mochte Lockhart nicht besonders, weil ich oft die Stunden damit verbrachte, mit Kimi Tic-Tac-Toe zu spielen. Lockhart schien nicht zu bemerken, dass Hanna seine Stunden verärgert betrat und noch viel ärgerlicher wieder verließ.
    Ich konnte sie ja verstehen: Es aber auch peinlich, vor der ganzen Klasse einen Yeti zu spielen. Johara, Kimi und ich bekamen täglich Lachkrämpfe, wenn wir das sahen. Ich wusste, das es unfair war, aber es ließ sich absolut nicht vermeiden. Zum Glück konnte Hanna uns nie lange böse sein. Außerdem hatte es auch Vorteile: Sie bekam ständig gute Noten und nie Ärger ab.
    Besenflug war für mich das größere Problem, ich hatte bis jetzt schon dreimal geschwänzt, also mich krank gestellt. Und als ich dann doch einmal mitgemacht hatte, war ich so weit unten geflogen wie möglich. Zum Glück dachten die Lehrer, dass ich wegen des Unfalls leicht traumatisiert geworden war, denn ich hatte niemandem von meiner Höhenangst erzählt, da ich Angst hatte, vor dem, was die Lehrer sagen würden. Und vor allem die anderen Erstklässler. Ich würde den spöttischen Sticheleien Kylies, Felixs und Sarinas ausgesetzt sein, jede Menge Leute würden tuscheln, auf mich zeigen. . . Es würde grauenhaft werden. Da war ich mir ganz sicher.
    Aber als Ausgleich gab es ein Fach, in dem ich richtig gut war: Zaubertränke. Hätten wir bloß nicht Snape als Lehrer. . . Immerhin war er zu uns nicht so fies wie zu den Gryffindors. Jedenfalls hatte mir Flame das so erzählt. In den Tagen lernte ich auch Draco Malfoy kennen, ein (meiner Meinung nach) arroganter, eingebildeter Slytherin-Zweitklässler. Begleitet wurde er immer von zwei dümmlich aussehenden anderen Jungen. Ich mochte ihn nicht (was auf Gegenseitigkeit beruhte), aber er hatte zum Glück keine Lust, sich mit Erstklässlern abzugeben. Dafür lernte ich zum ersten Mal richtig Harry, Ron und Hermine kennen. Harry und Ron fanden es sehr witzig, dass Ginny, Hanna und ich sie aus dem Zug heraus beobachtet hatten. Hermine nicht, aber trotzdem mochte ich sie am liebsten von den drei.
    Sie war einfach für mich mehr verstehbar und verständnisvoll. Ich fand sie einfach sehr nett. Allen in allem lernte ich ziemlich viele Leute kennen, was nicht verwunderlich war, weil ich jetzt schon gut einen Monat in Hogwarts war-obwohl, wohl eher schon eineinhalb und bald würde Halloween sein. Draußen war jetzt fast immer schlechtes Wetter, und ich fing an, Kimi doch etwas zu bemitleiden, wenn sie abends immer klatschnass hereinkam, erschöpft vom Quidditchtraining. Außerdem hatte ich es satt, ständig beleidigt zu sein. Es gab wirklich schönere Dinge im Leben. Es war jetzt nur noch ein paar Tage bis zur Halloweenparty. Ich saß gerade im Gemeinschaftsraum in einem Sessel und las den Brief, den Mum mir geschickt hatte. Ich hatte zwar meinen Brief schon vor Wochen geschrieben, aber Like hatte sich verflogen und wegen mangelnder Zeit hatte ich ihn noch nicht lesen können.
    Ich holte ihn aus dem Umschlag und faltete das Papier auseinander.

    Liebe Hilary,
    erst einmal, toll, dass du gesund nach Hogwarts gekommen bist. Es freut mich, dass du schon Freundinnen gefunden hast! Es ist auch genauso toll, dass du in Ravenclaw gelandet bist. In welchen Häusern sind dann eigentlich Ginny und Hanna? Ich hoffe, du hast noch keine Feinde oder so etwas. Falls doch, lass dir von ihnen nichts einreden.
    Ich lies kurz das Papier sinken. Ich würde mir schon nichts von Kylie und Sarina und Draco und Felix einreden lassen. . . da war ich mir ganz sicher! Ich las weiter.
    Was mich noch mehr beunruhigt, ist dein Sturz vom Besen. Hoffentlich gibt es bei euch fähige Ärzte!
    Wenn du dich verbessert, wirst du sicher irgendwann in das Quidditchteam aufgenommen. . . Natürlich nur, wenn du willst. Aber wer weiß? Danke für die Bohnen. Dad hatte tatsächlich Klowasser, und auch Salz, aber nach ranziger Butter wollte er keins mehr. Zu Like: Ich hoffe, der arme Vogel überlebt den Transport dieses Briefes. N
    Leih dir lieber eine Eule. Like ist nicht gerade. . . kräftig.
    Pass auf dich auf!
    Alles Liebe,
    Mum.
    Ich ließ das Blatt sinken und musste lachen. Sie hatte recht, Like war vielleicht nicht ganz praktisch. Aber egal. Ich legte den Brief zur Seite. Ich hatte jetzt keine Lust, ihr zu antworten. Mal sehen, wo Hanna wieder steckte. Sie war so chaotisch, dass sie in fast jeder Stunde etwas vergaß. Heute war Zauberkunst an der Reihe gewesen. Eigentlich wollte Hanna ja nur ihr Buch suchen gehen, aber sie war jetzt schon knapp eine Stunde weg. Ich sprang auf und verließ den Gemeinschaftsraum. Unten in der großen Halle traf ich zwar nicht auf Hanna, aber dafür auf Ginny. Seit dem Zwischenfall in der Bibliothek hatten wir kaum miteinander gesprochen. Heute sah sie aber etwas verärgert aus. "Hi, Ginny!", rief ich und lief auf sie zu. "Hey!", sie lächelte mich schüchtern an. "Wieso siehst du so ärgerlich aus?", fragte ich sie und stoppte abrupt, weil ich beinahe in Professor McGonagall hineingerutscht wäre, die mich jetzt misstrauisch beäugte. Ich wollte mir lieber nicht vorstellen, wie es ausgesehen hätte, wäre es tatsächlich passiert. "Ähm. . . entschuldigung. . . " Professor McGonagall nickte knapp und machte sich auf den Weg davon. Ich ließ mich auf den Stuhl neben Ginny fallen. "Was ist passiert?" "Na ja. . . gestern hab ich Harry, Ron und Hermine auf dem Flur belauscht. Die wollen gar nicht zur Party gehen, sondern eine Gryffindorparty feiern! Ich vermute mal, sie haben alle eingeladen, bloß mich nicht und Flame. Fred und George und Ron haben mich schon immer ausgeschlossen! Das ist so etwas von gemein!" Unglücklich sackte sie auf ihrem Stuhl zusammen. "Hey, wart mal. Ich weiß etwas. " In Windeseile war mir ein toller Plan eingefallen. Ginny richtete sich wieder auf. "Was denn?" "Also", begann ich, "wenn Halloween da ist, gehen wir zwar zu Party, aber wir beobachten immer das goldene Trio. Und wenn sie dann wohin gehen, folgen wir ih nen. Ganz einfach. " "Wer ist wir?", hakte Ginny nach. Ich zuckte die Schultern. "Hanna, Kimi, Franzi, Flame, Johara, würd ich sagen. " "Und wir", ergänzte Ginny. Ich nickte. "Toll. Also. . . danke. Müssen wir nur noch den anderen davon erzählen. " Wie auf Kommando kam Franziska mit Flame herein. Ich winkte sie zu uns herüber. "Was ist?", fragte Franziska neugierig. Auch Hanna kam jetzt mit Johara und Kimi hereingeschneit. Ginny und ich begannen, allen unseren tollen Plan zu erzählen und alle waren begeistert. Wir würden Flame und Ginny helfen! Das war doch einfach nur bescheuert, die beiden so auszuschließen. Aber so was von.
    Jetzt konnte Halloween kommen.
    Nach vier Tagen war es dann tatsächlich so weit: Die Halloweenparty stand an! Johara sollte die erste Überwachungsschicht übernehmen, ich die zweite. Sobald diejenige, die Schicht hatte, gemerkt hatte, dass Ron, Hermine und Harry irgendwohin verschwanden, sollten wir sofort die anderen holen, die in der großen Halle waren. Das war der Plan, und ich wünschte mir wirklich sehr, dass er aufgehen würde. Es war schließlich meine Idee gewesen. Hanna, Franzi und ich setzten uns an den Ravenclawtisch. Er war toll geschmückt. Hanna beugte sich zu mir hinüber. "Wusstest du, dass Dumbledore sogar ein paar tanzen de Skelette engagiert haben soll?" Ich schüttelte den Kopf und schnappte mir lieber ein Kürbiseis, das ich genüsslich lutschte. Von allen Seiten hörte man Gelächter. Am liebsten wäre ich ja das ganze Fest über dagewesen, aber das wäre unfair und gemein gegenüber Ginny gewesen. Nach einer Weile kam Johara zu uns und ich stand auf. Jetzt war ich an der Reihe.

    13
    ((fuchsia)) Kapitel 12 ((efuchsia)) Ich schlenderte durch die Halle. Die Schüler lachten und aßen und tranken. Ich seufzte. Harry, Ron und Hermine w

    Kapitel 12


    Ich schlenderte durch die Halle. Die Schüler lachten und aßen und tranken. Ich seufzte. Harry, Ron und Hermine waren nirgends zu sehen. Vielleicht sollte ich meine Beobachtungen weniger auffällig durchführen, denn bei einem Fest sah es durchaus auffällig aus, wenn man allein irgendwo herumstand. Am Slytherintisch sah ich Elena etwas abseits von den anderen sitzen. Ich sah sie an. Im selben Moment hob auch sie ihren Kopf. Für einen Bruchteil einer Sekunde sahen wir uns in die Augen, dann drehte ich mich um und verließ fast fluchtartig meinen Standort, so dass ich aus ihrem Blickfeld verschwand. Ich lehnte mich an die Wand. Die Slytherins waren jetzt zum Glück nicht mehr zu sehen, dafür jetzt alle anderen. Ich konnte Hanna erkennen, die sich mit Franziska unterhielt, Flame, die sich am Gryffindortisch mit Kylie zankte, Élodie und Ember, die auf mich zukamen. Mist. Das war jetzt ziemlich ungünstig, schliesslich musste ich herausfinden, wohin Harry, Ron und Hermine gingen! "Hi, Hilary!" Élodie kam auf mich zu. "Wieso bist du nicht bei den anderen?" "Ich...na ja..." Was sollte ich jetzt sagen? "Es geht ja das Gerücht um, das Dumbledore als Unterhaltung tanzende Skelette gebucht hat und ich wollte einfach einen besseren Blick darauf haben", schwindelte ich. Elodie sah mich ungläubig an. "Ähm...du weißt schon, dass die Party gerade erst angefangen hat? Die kommen in ungefähr zwei Stunden." "Ach so, ja dann..." "He, schau mal!" Ember zupfte mich am Ärmel. Am Gryffindortisch hatten die Weasly-Zwillinge Fred und George gerade zwei Kürbisse verzaubert, die jetzt zusammen einen atemberaubenden Walzer aufs Parkett legten. Ich mühte mir ein Grinsen ab. "Ich geh rüber, okay?" "Klar!" Ember verschwand zum Gryffindortisch. Ich sah hinüber zum Eingang zur großen Halle und erspähte gerade noch den letzten Rest von Hermines Haaren. "Élodie, ich..."
    Elodie runzelte die Stirn. "Wollen wir zusammen Kürbiseis-Wettlutschen machen?" Ich schüttelte den Kopf. Ich musste ihnen hinterher. "Ich...ich muss..." "Oder Kürbispasteten-Wettessen?" "Nein, tut mir leid, außerdem muss ich aufs KLO!" Élodie sah mich leicht gekränkt an. "Dann geh", sagte sie wiederwillig. "Entschuldigung", murmelte ich und rannte los in Richtung Türe, wo ich dann scharf nach links abbog. Élodie tat mir leid. Andererseits-das konnte jetzt nicht sein. Ich konnte jetzt wieder das Trio sehen und zu meiner Überraschung bogen sie zu den Kerkern ein. Irritiert blieb ich stehen. Okay-eine Gryffindorparty in den Kerkern? Das war doch eigentlich eher Slytherin-Style. Aber egal-vielleicht war ja gerade das die Tarnung. Ich drehte um und lief in zurück zur großen Halle. Franziska, Johara und Hanna warteten schon aufgeregt. Zusammen gingen wir zum Hufflepufftisch, wo Kimi unauffällig mitkam, und dann weiter zum Gryffindortisch. Flame sah uns schon gespannt an. "Okay-los gehts! Wo ist Ginny?", fragte Franziska. Flame sah uns mit großen Augen an. "Keine Ahnung?", sagte sie. "Momentchen...die war ja den ganzen Abend nicht da...glaub ich." Flame schlug die Hände vor dem Mund zusammen. "Sorry, dass tut mir echt leid..." "Suchen wir sie halt einfach, wir werden sie schon finden. Schaut mal, da beim Buffet-okay, da ist sie nicht-was, wenn sie auf dem Klo ist? Das wird es sein. Warten wir einfach hier", rief Hanna munter. Aber Ginny kam nicht. Langsam wurde ich ungeduldig. Wir warteten schon sehr lange, ungefähr zwanzig Minuten. So lange brauchte niemand für das Klo. Weitere zehn Minuten verstrichen, während wir die ganze Halle durchsuchten. "Vielleicht ist sie schon auf der Party?", sagte Kimi. "Gehen wir halt einfach", meinte Flame. "Nur mal schauen-vielleicht wissen die wo Ginny ist oder du hast Recht, Kimi, sie ist schon da-auch wenn das so unfair wäre..." Ich seufzte. Wo war Ginny bloß? Noch einmal ließ ich den Blick durch die große Halle schweifen. Nirgends Ginny. Jetzt war ich fast schon ärgerlich. Was sollte das? "Meinetwegen", murmelte ich und zusammen gingen wir los. Es ging einen schmalen Flur hinunter. Dünne, schmale schwarze Kerzen steckten in Halterungen an der Wand. Mich schauderte es leicht. Am liebsten würde ich umkehren. Sollte das ehrlich eine Gryffindorparty sein? Ganz ehrlich? Ich fiel etwas hinter den anderen zurück, die offenbar noch keine Bedenken hatten. "Hey!", flüsterte eine Stimme hinter mir. "Was macht ihr hier?" Mein Herz setzte für einen kurzen Moment aus. Dann drehte ich mich langsam um. Soweit ich es erkennen konnte, stand hinter mir in dem Gang ein anderes Mädchen. "Was-machst du hier?", brachte ich ängstlich heraus. "Ich bin Ellie Jacobs. Und ich habe euch aus der großen Halle gehen sehen. Was macht ihr hier?" Ich zuckte die Schultern. "Also...eine Freundin von mir glaubt, hier würde eine Party stattfinden. Eine Gryffindorparty." Wir schwiegen beide. Erst jetzt fiel mir auf, was ich gesagt hatte.Wieso hatte ich nicht "wir" gesagt? Weil ich es nicht glaubte. "Aha.Okay. Das will ich aber auch sehen. Davon habe ich nichts mitbekommen. Obwohl ich auch in Gryffindor bin." Das wenige Licht im Gang ließ leichte Schatten auf ihrem Gesicht tanzen. Ich nickte. "Dann komm. Und übrigens, ich bin Hilary." Zusammen liefen wir weiter, bis wir die anderen einholten. "Das ist Ellie Jacobs", erklärte ich. "Sie ist uns gefolgt." Hanna seufzte. "Waren wir sehr auffällig?" Ellie lachte. "Na ja. Nur echt bescheuerte Leute verschwinden ohne Grund von einer Party." Ich lachte, hörte aber gleich wieder auf, denn es hallte unglaublich in den leeren Gängen. Langsam tappten wir vorwärts. Da plötzlich hörten wir etwas, das sich anhörte, als würde irgendjemand mit den Fingernägeln über eine Tischplatte kratzen. Wie auf Kommando hielten wir uns alle die Ohren zu. "Ist das-Musik?", fragte Kimi. Flame zuckte mit den Schultern. "Sieht Fred und George...etwas ähnlich..." Etwas ähnlich. Aha... Jetzt bogen wir um eine Ecke und sahen Licht. "HAB ICH EUCH! WIESO..." Flame brach mitten in ihrem Geschrei ab. Ich zwängte mich an ihr vorbei. Was war das Problem? "Oh...kaum sind die anderen gegangen, kommt auch schon ihr!" Der fast kopflose Nick schwebte vor mir auf und ab. Ich sprang entsetzt ein paar Schritte zurück und warf dabei Franziska um, die wiederum Ellie umwarf. Zusammen landeten wir auf dem Boden. Das sah so was von gar nicht nach einer Gryffindorparty aus. Lauter Geister schwebten vergnügt im Raum herum. Auf einem Banner stand in großen Buchstaben geschrieben: Sir Nicholas de Mimsey-Pompington. Weiter kam ich nicht mit dem Lesen, weil Franziska sich hinter mir aufrichtete. "Eine Todestagsfeier...interessant", erklärte sie. Okay.Definitiv keine Party. Obwohl, schon. Aber Ginny hatte sich geirrt. Was hatten Hermine, Harry und Ron bei einer Todestagsfeier zu suchen?
    Offenbar hatte Ginny da etwas falsch verstanden. Aber jetzt konnte sie uns wahrscheinlich auch nicht mehr so böse sein, weil wir sie nicht mitgenommen hatten. "Uhhh!" Peeves schwebte kreischend auf uns zu. "Willkommen!" Er warf zur Begrüßung gleich ein paar ekelhaft aussehende Dinge auf uns. Ich duckte mich und warf einen Blick nach hinten. Zu spät, um noch wegzukönnen. Denn hinter uns fiel scheppernd die Tür ins Schloss und wir standen mit ungefähr fünfzig Geistern in einem Raum. "Wollt ihr etwas zu essen?" Der fast kopflose Nick hielt Hanna und mir eine Schale pilzüberwucherter Erdnüsse hin. "Nein, danke", sagte ich und versuchte, den in mir aufsteigenden Ekel zu verbergen. Igitt! Wer wollte den so etwas essen. Enttäuscht bot der Geist der hinter uns stehenden Ellie das Zeug an, wobei er die Schale durch uns ihr reichte. Ich sprang schnell zur Seite weg, da es sich anfühlte, als ob eine nasse Dusche in einem wäre. Ein passenderer Vergleich fiel mir im Moment nicht ein. Jetzt setzte auch die wieder ein Musik ein und am anderen Ende des Raumes spielten ein paar Geister mit ihren Köpfen eine Art Ballspiel, obwohl es hier scheinbar darum ging, mit seinem Kopf genau durch die Körpermitte des anderen zu werfen. Ich wollte etwas näher herangehen, aber Flame machte mir Zeichen, dass wir beieinander bleiben sollten. Ich versuchte, nicht unhöflich zu wirken, aber es gelang mir kaum, weil ich nicht wusste, was der fast kopflose Nick als angemessene Beschäftigung für seine Todestagsfeier ansah. Deshalb blieb ich einfach stehen und überlegte, wie wir uns hier möglichst schnell und unauffällig loseisen konnten. Auch die anderen schienen keinen Plan zu haben. "Oh...schau mal, die maulende Myrthe ist auch da", sagte Ellie zu mir und verzog das Gesicht. "Wer ist das?", fragte ich sie. "Na ja...die lebt in einem Klo.Im Mädchenklo im ersten Stock...", sagte sie zögerlich."Und meckert über alles und jedes herum.Bedauert sich selbst...verdammt, sie hat uns gehört." Ellie bemühte sich eine freundliche Miene aufzusetzen. "Hi, Myrthe!", sagte sie zu dem Geist eines Mädchens mit großer Brille zu uns hinüber kam. "Oh...ihr habt über mich gesprochen... Und was für Sachen! Meckert nur herum... ""Nein, Myrthe, nein, du..." "Aber ich bin es ja gewöhnt...ständig sagen die Leute diese Dinge über mich. Maulende Myrthe! Genau so nennt ihr mich! " "Myrthe..." Ellie warf mir einen sehr verzweifelten Blick zu. Ich beschloss, einzugreifen. "Niemand hat dich so genannt, Myrthe. Du bist eigentlich..." "Lügt mich nicht an!", kreischte die maulende Myrthe. "Lügner! So nennt ihr mich!" Die maulende Myrthe warf Ellie und mir einen empörten Blick zu und schwebte davon. Ich atmete auf und beschloss, nie in das Mädchenklo im ersten Stock zu gehen. Nacheinander kamen jetzt auch die anderen Geister und begannen, mit uns alle möglichen Sachen anzustellen, wie zum Beispiel uns mit Fragen zu löchern oder uns zum Tanz aufzufordern (was wir alle ablehnten) oder uns mit Sachen zu bewerfen (Peeves). Andere machten sich einen Spaß daraus, ganz plötzlich durch uns durchzuschweben. Alles in allem war es grässlich. Nach ungefähr einer halben Ewigkeit konnten wir uns endlich davonmachen. Ich war zu dieser Zeit schon so müde, dass ich kaum noch mitbekam, wie. Todmüde fiel ich in mein Bett und schlief sofort ein.

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    ((fuchsia)) Kapitel 13 ((efuchsia)) Am nächsten Morgen schien die Sonne, und es versprach, ein schöner Tag zu werden, auch wenn es die letzten Woche
    Kapitel 13

    Am nächsten Morgen schien die Sonne, und es versprach, ein schöner Tag zu werden, auch wenn es die letzten Wochen eher eisig gewesen war. Gut gelaunt betrat ich die große Halle und sah sofort Ginny, die auf mich zu kam. Sofort machte sich mein Schuldbewusstsein bereit. Okay, es war fies gewesen...Aber zu meiner großen Überraschung sagte Ginny nur ein Wort: "Entschuldigung." Sie hatte geflüstert. Ganz leise, so wie es nicht ihre Art war. Ich wurde rot. "Wir haben dich nicht gefunden. Außerdem war es eh eine Geisterparty." "Ja...entschuldigung, dass ich weg war", antwortete Ginny mir. "Äh...wo warst du? Ehrlich, es tut uns..." "Wenn es ja keine Party war...dann ist es doch meine Schuld...auf jeden Fall tut es mir leid. Ich weiß nicht mal, wo ich... Aber egal.Bis später!", rief sie. "Ginny?" Aber sie war schon davongehastet, und ich merkte erst jetzt, dass sie das schwarze Buch umklammert hatte. Verwirrt ging ich rüber zum Ravenclawtisch, wo mich sofort Hanna mit einem Redeschwall begrüßte. "Hilary, ich weiß schon, was wir heute machen, wir könnten ein bisschen zu Hagrid gehen und ihm helfen. Er hat vorhin gefragt. Kommst du mit? Echt cool, dass heute so gutes Wetter ist und das am Wochenende.Die älteren gehen nach Hogsmeade, so bleibt es auch ruhiger..." Und so weiter und so fort. Ich grinste. Hanna heiterte mich mit ihrer stürmisch-fröhlichen Art immer auf. Erst als ich mir Tee eingoss, fiel mir auf, dass die anderen Schüler aufgewühlt und beunruhigt aussahen. Vielleicht hatten sie Prüfungen oder so etwas. Obwohl es sehr unwahrscheinlich war, dass alle hier auf einmal Prüfungen hatten...Ach, war ich dumm gewesen. Prüfungen gab es doch immer erst am Ende des Schuljahres... Was war es dann? Aus den Mienen von den Schülern konnte man echt nicht schlau werden. Nach dem Essen reihten sich eigentlich alle älteren Schüler in die Hogsmeade-Schlange ein. Luna und Franziska wollten gerne mit uns mitgehen. Fröhlich hüpften wir zu der kleinen Hütte hinunter, die am Waldrand stand. Hagrid war etwas überrascht, uns zu sehen, was mich nicht wunderte, denn ich konnte mir nicht vorstellen, dass oft Schüler zu Besuch kamen. "Hallo", sagte er und grinste. "Hallo, Hagrid", erwiderte ich. "Wir wollen helfen." "Oh...ja, helfen", brummelte Hagrid. "Ja, ja, dann im Schulgarten vielleicht... Kommt halt mal..." Er stapfte voran. "Jaja...schlimm, was gestern passiert ist, nich?" Ich sah ihn verwundert an. Was sollte passiert sein? Hanna dachte offenbar das selbe. "Was ist denn passiert, außer Halloween und so?" Ruckartig blieb er stehen. "Ihr müsst doch von diesen schrecklichen Wandbemalung wissen!" "Was für..." "Die Kammer des Schreckens wurde geöffnet. Feinde des Erbens, nehmt euch in Acht", rezitierte Luna. "Mit Blut haben sie es hingeschrieben." Ich sah, wie Hanna, Franziska und vermutlich auch ich leichenblass wurden. "Der Erbe...wer soll das sein?", fragte Hanna. Hagrid zuckte mit seinen Schultern. "Weiß auch nicht mehr als ihr...'n Erbe, der die Schule bedroht..." "Was bedeutet das für die Schüler jetzt?", fragte ich. "Wie gesagt...keine Ahnung...Filchs Katze hat der Täter daneben aufgehängt...versteinert, wisst ihr...Aber jetzt kommt mit, besser, sich abzulenken, als die ganze Zeit dran zu denken, denk ich." Schweigend trotteten wir hinterher. Die Lust war mir jetzt zwar ehrlich gesagt, vergangen, aber was sollte man machen. Mir kamen die Gesichter der Schüler am Ravenclawtisch wieder in den Sinn-na ja, nicht nur an unserem Tisch. Ich schämte mich jetzt fast für meine mangelnde Intelligenz heute Morgen... Prüfungen-sicher doch. Hagrid bat uns, im Schulgarten zu helfen. Ein Hufflepuff-Mädchen in unserem Jahrgang war auch da. Sie stellte sich als Lucy Prior heraus, aber sie verhielt sich äußerst distanziert und schwieg die meiste Zeit über, was ich ihr jetzt im Prinzip nicht verübeln konnte. Der Gedanke an den Angriff jagte mir kalte Schauer über den Rücken, und ich versuchte, gar nicht daran zu denken. Stattdessen entschuldigte ich mich bei Luna, weil wir sie nicht mitgenommen hatten. Luna lächelte mich bloß an. "Schon in Ordnung", sagte sie. "Ich glaube, es war nicht Absicht." Ich wurde rot. "Nächstes Mal nehmen wir dich bestimmt mit", nuschelte ich. Das Thema war mir irgendwie unangenehm. Nachdem wir damit geworden waren, mit Schneckengift die Pflanzen zu besprühen, verabschiedeten wir uns von Hagrid. Lucy war schon vorher gegangen. "Vielleicht hat sich auch nur irgendjemand einen Spaß daraus gemacht, das an die Wand zu schmieren", meinte Hanna. Ich zuckte bloß mit den Schultern. "Ach kommt schon!", sie sah mich genervt an. "Denkt einfach mal positiv. Und überhaupt-es ist doch viel wichtiger, dass nächste Woche Quidditch ist- Gryffindor gegen Slytherin, ich bin natürlich für Gryffindor, das erste Spiel der Saison, das wird meeeeeeega aufregend!" Ich grinste. Hanna hatte es mal wieder geschafft, mich aufzuheitern. Mein allererstes Quidditchspiel. Ich war schon unglaublich aufgeregt! Ob mir Flame wohl irgend einen Schal leihen konnte, um zu zeigen, dass ich Fan von Gryffindor war? Ich nahm mir vor, sie bei Gelegenheit zu fragen. Ich war so in meine Gedanken vertieft, dass ich gar nicht merkte, wohin ich ging. Erst als ich mit voller Wucht in jemanden hineinlief und hinter mir ein dutzend Schüler zu lachen anfing, sah ich hoch. Oh Shit. Ich war ausgerechnet in eine Gruppe älterer Slytherin-Jungen gelaufen. "Entschuldigung", murmelte ich und wollte mich davonmachen. Aber einer der Slytherins hielt mich fest. Er hatte dunkelblonde, hochgegelte Haare, grün-braune Augen und sah mich ärgerlich an. "Was machst du hier? Erstklässler dürfen doch nicht mal nach Hogsmeade." "Ich...ich war bei Hagrid", erklärte ich. "Hagrid?", fragte der Junge. "Was willst du denn bei DEM? Merk dir eins: Der ist fett, hässlich und stinkt. Such dir lieber andere Leute mit denen du dann deine Zeit vertreibst. Und pass auf, wo du hinrennst." Er grinste mich herablassend an, ließ aber meinen Arm los. "Danke", fauchte ich und rannte davon. Fett und hässlich? Klar, Hagrid war jetzt nicht gerade schön, aber ich hätte ihn definitiv anders beschrieben. Ich rieb mir den Arm. Ehrlich gesagt, wusste ich nicht, was ich von der ganzen Sache halten sollte. Am Ende war er ja noch fast...nett gewesen. Ich schlug mir diesen Gedanken sofort wieder aus dem Kopf: Er war ein arroganter Slytherin! Aber so was von. Und wo waren jetzt die anderen schon wieder?

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    ((fuchsia)) Kapitel 14 ((efuchsia)) Endlich kam der Tag des Quidditchspiels. Flame hatte mir und Hanna nicht nur Schals geliehen, sondern auch speziel


    Kapitel 14

    Endlich kam der Tag des Quidditchspiels. Flame hatte mir und Hanna nicht nur Schals geliehen, sondern auch spezielle magische Ferngläser, um das Geschehen aus nächster Nähe zu sehen. Hanna hatte ursprünglich auch ein solches besessen, aber es war irgendwo in ihrem ganzen Chaos verschwunden. Gemeinsam suchten wir uns einen guten Platz auf der Tribüne. "Hoffentlich gewinnt Gryffindor, die Slytherins habe den Hauspokal jetzt nämlich schon ewig. Das Ravenclawteam ist dieses Jahr so schwach, weißt du-das wird nichts, ich fände es nicht schlimm, sollte Gryffindor gewinnen, aber bloß nicht Slytherin-die sind alle so arrogant da." Ich sah hinüber zu der grün-silbernen Menge, die laut jubelte. Irgendwo am Rand entdeckte ich Elena. Sie saß ziemlich einsam aus, aber sie hatte den Kopf hoch oben und wirkte allgemein ziemlich trotzig. Ich nickte. "Aber nicht alle...die meisten." Hanna grinste und kicherte. "Nee, nicht alle, aber schau-das Spiel beginnt!" Die Quidditchmannschaften flogen unter dem tosenden Jubel der Menge auf das Feld. "Und hier kommen für Gryffindor- Johnson, Bell, Barnes, Weasley, Weasley, Wood und Potter!" Durch das Fernglas konnte ich genau sehen, wie Wood Flint, dem Slytherin-Kapitän die Hand schüttelte und Madam Hooch, die das Spiel anpfiff. Sofort schnappte sich eine der Gryffindor-Jägerinnen den Quaffel und flog unglaublich schnell auf die gegnerischen Torstangen zu. "Barnes im Ballbesitz!", tönte eine laute Stimme über das gesamte Feld. Leider wurde die Jägerin am Torwurf gehindert, was von den Slytherins mit lautem Jubel zur Kenntnis gekommen wurde. Dafür warf einer der Slytherinjäger jetzt ein Tor. Wood verfehlte den Quaffel zwar nur um wenige Zentimeter, aber er das änderte ja nichts daran. Enttäuscht seufzte ich auf und sah wütend zu, wie die Slytherins zu johlen anfingen. Hoffentlich konnten die Gryffindors es ihnen zeigen! Plötzlich verspürte ich große Lust, mitzuspielen...einfach selbst etwas ändern zu können. Aber davon war ich meilenweit entfernt. Nicht nur wegen meiner Höhenangst, sondern auch aus dem Grund, das schlicht und ergreifend ich einfach schlechter war. Und Erstklässler durften ja eigentlich sowieso nicht in die Mannschaft. Außer sie waren einfach besonders gut.Wie Kimi. Ich seufzte und wandte mich wieder dem Spiel zu. Mit meinem Fernglas suchte ich nach Harry Potter. Ich fand ihn zehn Meter über den anderen, mitsamt den Treibern Fred und George Weasley, die ihn offenbar vor einem Klatscher schützen wollten. Würde da nicht einer reichen? Ich sah, wie der linke der beiden Weasleys die auf sie zukommende Kugel mit seinem Schläger aus der Bahn warf...aber diese kehrte wieder um und flog wieder auf sie zu. Wieder gelang es einem Treiber, sie aus der Bahn zu werfen...und wieder kam der Klatscher! Er schien eigentlich an Harry direkt dranzukleben-immer wieder schoss er auf ihn zu. Inzwischen stand es 60: 0 für Slytherin und es begann zu regnen. Ich zog mir meinen Mantel an und wickelte den Schal fester um mich, dann widmete ich mich wieder dem Spiel. Gryffindor hatte eine Auszeit gefordert, und die Spieler landeten unter den lauten BUH-Rufen der Slytherins auf dem Boden. Als die Spieler wieder weiterflogen, schwirrte der Klatscher immer noch hinter Harry her, aber die beiden Treiber beschäftigten sich jetzt mit dem anderen. Offensichtlich hatte Harry ihnen versichert, dass er das "Problem" mit dem Klatscher im Griff habe. Das vermutete ich jedenfalls. Das Spiel ging weiter und die Slytherins steckten noch zwei Tore mehr ein. Der Sucher der Slytherins flog jetzt neben Harry her und soweit ich es erkennen konnte, lachte er ihn aus. Erst jetzt erkannte ich, dass der Sucher der Slytherins DRACO MALFOY war. Es war allgemein bekannt, dass die beiden verfeindet waren und ich war gespannt, wie es weitergehen würde. Aber irgendetwas schien Harry abzulenken. Ich sah, wie die schwarze Kugel auf Harry zuflog, aber ich war nicht die einzige, die das mitgekriegt hatte. "PASS AUF!", hörte ich. von irgendwo-aber es war schon zu spät, der Klatscher knallte mit einer solchen Wucht gegen Harry, das dieser sich nur schwer auf dem Besen halten konnte. Trotzdem flog er noch ein paar Meter-dann senkte sich sein Besen dem Erdboden zu und er fiel hinunter. Erschrocken presste ich mir die Hände auf den Mund- konnte man bei Quidditch sterben? Auch Hanna konnte einen entsetzten Aufschrei nicht unterdrücken. "Er hat den Schnatz! Sieg für Gryffindor!" Ich wusste nicht, wie ich reagieren sollte- Jubel schien mir irgendwie nur mäßig passend... Aber ein Haufen Lehrer war jetzt glücklicherweise schon auf dem Feld, und Harry wurde auf eine Trage gebettet und höchstwahrscheinlich in den Krankenflügel gebracht. Trotz dieses Unfalls hatte Gryffindor gewonnen, und es gab gute Chancen, dass Slytherin einmal nicht den Quidditchpokal gewinnen würde, erklärte mir Hanna später im Gemeinschaftsraum. "Klar, wir sollten für Ravenclaw sein-aber die Mannschaft ist dieses Jahr einfach nur grottenschlecht. Aber vielleicht könnten ja WIR-ich meine, wenn wir üben, dann würde das sicher gehen-im zweiten Schuljahr darf man ja..." Ich wusste schon, was sie meinte und schüttelte schnell den Kopf. "Du schaffst das bestimmt, aber vergiss mich bei der Sache." Hanna sah mich an. "Ja, aber wenn wir üben?", fragte sie. Ich biss mir verlegen auf die Unterlippe. "Na ja", brachte ich schliesslich hervor,"Das geht doch nicht...Ich...ich habe Höhenangst." Kaum war es heraus, wurde ich rot. "Aber bitte sag es niemandem, ja?" "Hily! Das ist doch nicht schlimm-ich helfe dir!" Hanna sah mich mit leuchtenden Augen an. "Das ist doch nicht schlimm-aber ich sage es keinem. Versprochen.Wir brauchen bloß Besen-aber keine Sorge, ich überlege mir was, um welche zu kriegen." Vor Freude umarmte ich sie. "Danke", sagte ich, nachdem ich mich wieder von ihr gelöst hatte. "Kein Problem", sagte sie und grinste mich an.

    In den nächsten Tagen wurde aber meine gute Laune sofort wieder vernichtet, denn ich hatte erfahren, dass jetzt bereits nicht nur Mrs.Norris, sondern auch Colin Creevy versteinert worden war. Eine Menge Schüler verkauften jetzt irgendwelchen Krempel als "Schutzamulette" oder ähnliches. Hanna überlegte, ob sie eines kaufen sollte, aber Flame winkte ab. "Du brauchst doch keins-es werden nur Muggelstämmige angegriffen. Erst nachdem sie weg war, begriff ich, dass sie wohl auch mich damit gemeint hatte.

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    ((fuchsia)) Kapitel 15 ((efuchsia)) Langsam kamen die ersten Dezemberwochen. Inzwischen hatte auch das Spiel Hufflepuff-Ravenclaw stattgefunden. Hanna
    Kapitel 15


    Langsam kamen die ersten Dezemberwochen. Inzwischen hatte auch das Spiel Hufflepuff-Ravenclaw stattgefunden. Hanna hatte Recht gehabt: Die meisten der Ravenclaws spielten wirklich schlecht, bis auf die Sucherin Cho Chang, eine Drittklässlerin, die es geschafft hatte, den Schnatz zu fangen und so das Spiel zu gewinnen. Kimi spielte echt gut- sie hatte gleich fünf Tore geworfen!- und ich hatte mich mittlerweile schon daran gewöhnt, dass das Leben einfach nicht immer fair war. Ich hoffte aber trotzdem immer noch, dass ich es irgendwann schaffen würde, meine Höhenangst zu überwinden. Hanna hatte zwar noch keine Besen bekommen, aber sie hatte probiert, mich möglichst lange aus dem Fenster des Ravenclaw-Turms sehen zu lassen, aber es hatte nicht funktioniert- mir war trotzdem bei jedem Mal wieder übel geworden. Aber Hanna hatte versprochen sich etwas neues auszudenken. Hoffentlich würde es -was auch immer es war- besser und vor allem wirkungsvoller funktionieren. Das musste einfach klappen. Ich träumte in letzter Zeit immer mehr davon, irgendwann in das Quidditchteam aufgenommen zu werden. Am allerbesten als Jägerin, denn das wäre wohl am ehesten mein Ding.
    In der zweiten Dezemberwoche kam dann Professor Flitwick in den Turm, damit sich die Personen, die über Weihnachten nach Hause fahren wollten, in die Listen eintragen sollten.
    Es wollte eigentlich fast jeder, wegen des Angriffs auf Colin, aber ich hatte meine Eltern bereits auf Ostern vertröstet- natürlich hatte ich da gerade nicht an den Angriff gedacht. Sogar Hanna fuhr- ehrlich gesagt hatte sich außer mir von den Ravenclaws nur Johara und noch jemand, den ich nicht kannte, eingetragen. Das war immerhin besser, als ganz alleine zu sein. Und am 17. hatte ich Geburtstag und bekam jede Menge Geschenke. Als ich Kimis Geschenk auspackte, konnte ich es kaum glauben: Ich hatte von ihr eine wunderschöne Kette mit Sternanhänger bekommen. Es war das einzige Geschenk, dass nicht aus Süßigkeiten bestand und ich war unglaublich überrascht. Als ich ihr dann auf dem Flur begegnete, riss ich sie mit meiner Umarmung fast von den Beinen. "Danke!", rief ich. Sie wurde rot. "Gern geschehen!", murmelte sie. "Aber schaut mal lieber auf diesen Aushang." Kimi deutete auf einen Zettel, der an der Wand hing. Ich las es und meine Augen wurden groß. "Ein...Duellierclub?", fragte ich verblüfft. "Da gehen wir doch auf jeden Fall hin, so lange den nicht Lockhart gibt, kann das ja nur gut sein, wenn wir uns zum Beispiel mit dem Erben Slytherins duellieren müssen", grinste Hanna. Ihre Hoffnungen wurde nicht erfüllt: Als wir uns am Nachmittag alle versammelt hatten, betrat Gilderoy Lockhart die große Halle, gefolgt von Snape. Ich stöhnte. Wieso genau die beiden? Konnten es nicht...sagten wir mal...Professor McGonagall und Professor Flitwick sein? Hanna neben mir sank zu Boden. "Nicht der..." "Wie schön, das ihr alle so zahlreich gekommen seid!" Gilderoy Lockhart grinste in die Runde. "Professor Snape hat mir freundlicherweise angeboten, mir bdi der Vorführung zu assistieren." Snape, der Assistent. Hätten Blicke töten können, hätte man morgen Lockhart beerdigen können. "Nun, wir werden euch jetzt mal eine kleine Vorstellung geben!", rief Lockhart munter. "Also aufgepasst!" Er und Professor Snape bauten sich voreinander auf und beide verbeugten sich voreinander.
    Dann hoben sie ihre Zauberstäbe, Snape rief: "Expelliarmus!" und Lockhart wurde nach hinten geschleudert, sein Zauberstab flog in hohem Bogen n das andere Ende der Halle. Ich begann zu kichern. Das hatte Lockhart sicher nicht beabsichtigt. Aber nachdem er sich aufgerappelt hatte, behauptete Lockhart, das es Absicht gewesen sei und er uns einmal allen demonstrieren wollte, wie jemand entwaffnet wurde. Da war wieder Snapes Mörderblick, mit dem er Lockhart bedachte. Aber der grinste immer noch. Ich schüttelte den Kopf. Der hatte Nerven. Jetzt sollten wir zu zweit zusammengehen, und uns entwaffnen. Ich stellte mich sofort zu Hanna. "Drei-zwei-eins-Expelliarmus!" Mein Zauberstab flog im selben Moment wie der von Hanna aus meiner Hand und landete irgendwo in der Halle. "Wow!" Sie klatschte mich ab. Schon beim ersten Versuch hatte es geklappt! Bei Kimi und Lucy Prior hatte es leider gar nicht geklappt, Lucy lag am Boden und Kimi hielt ihren Zauberstab nach wie vor in der Hand. Ich lief schnell zu meinem Zauberstab und holte ihn. Die Lehrer halfen gerade den Schülern auf, die hingefallen waren, und fünf Meter neben uns keilten sich Hermine Granger und Millicent Bulstrode. "Aufhören!", rief Lockhart. "Hmm...wie wäre es, wenn wir mit Abwehrbewegungen beginnen...wollen die uns einmal ein paar Schüler vorführen? Longbottom und Finch-Fletchley?" "Das ist keine gute Idee", mischte sich Snape ein. "Lasst uns lieber... Potter und Mr. Malfoy nehmen!" "Oh, ja, gute Idee!", erklärte Lockhart eilend und führte Harry auf die Bühne. Mir war mulmig zumute, es war allgemein bekannt, dass Harry und Malfoy verfeindet waren. Ob das wohl gut enden würde? Snape gab das Startkommando. "Drei, zwei, eins!" "Serpensortia!", bellte Malfoy und ich schrie auf. Eine lange, schwarze Schlang schoss aus der Spitze seines Zauberstabs hervor. Harry wich entsetzt ein paar Meter zurück. "Ich mache sie weg!" Lockhart drängte sich durch die Menge, hob seinen Zauberstab hoch und ließ die Schlange fünf, sechs Meter über dem Boden schweben, bevor sie (noch angriffslustiger als zuvor) auf den Boden knallte und auf einen Hufflepuff-Schüler zu glitt. Sie bäumte sich vor ihm auf und riss ihr Maul auf - und wich wieder zurück. Ein Zischen war durch den Raum gehallt-und es kam von Harry. Die Schlange glitt zurück und wurde von Snape zum verschwinden gebracht. Neben mir krallte sich an Hanna an mir fest. "Oh nein!", flüsterte sie. "Er spricht Parsel.Die Schlangensprache." "Ja, und?", fragte ich. Was war jetzt los?
    "Das konnten nur sehr dunkle Magier. Auch Salazar Slytherin."

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    ((fuchsia)) Kapitel 16 ((efuchsia)) ((cur)) Komm schon! Das schaffst du!" Ihre Stimme dringt kaum zu mir durch. Ich weiß nicht, ob ich es tun so
    Kapitel 16

    Komm schon! Das schaffst du!" Ihre Stimme dringt kaum zu mir durch. Ich weiß nicht, ob ich es tun soll. Ein erbitterter Kampf tobt in mir."Nicht nach unten sehen.-Aber wenn du wieder fällst?-Einfach nicht nach unten sehen.Stoß dich ab. Das schaffst du. -Nein .- Doch. Nicht nach unten sehen. Nicht nach unten sehen. Abstoßen. Das sind nur drei Meter. -Genug, um dich schwer zu verletzten.- Es wird funktionieren. Glaub daran. Denk an Quidditch. -Du schaffst es doch nie, sieh es ein.- Stoß dich ab! Tu es. Einfach.Jetzt." Mein Atem geht schnell. Ich sehe nach oben. Zum Himmel. "JETZT!" Ich stoße mich mit beiden Beinen vom Boden ab. Steige hoch. Höher. Ein Meter, zwei Meter, drei...Und es überkommt mich wieder dieses Gefühl, einfach zu fliegen. Nur zu fliegen. Frei zu sein, wenn auch nur für kurze Zeit, von allen Problemen der Welt. Ich traue mich nicht, nach unten zu sehen. Aber wohin soll ich dann sehen? Automatisch wandert mein Blick nach unten. Und sie kommt wieder, die Angst. So tief. So tief. "Wenn du fällst, dann bist du TOT. TOT. TOT. Es fühlt sich an, als ob ich in einem Strudel gefangen bin, der mich herumwirbelt, in seine Tiefen hinabzieht. Es gibt keine Chance mehr. Gleich ist alles aus-alles aus... "Hilary! Hilary!" Irgendwer packt meinen Arm, und zieht mich hinaus-nach unten. Langsam erkenne ich Hanna, die neben mir landet. Aber ich jann nur an eines denken: Ich habe es wieder nicht geschafft, ich werde es nie schaffen.

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    ((fuchsia)) Kapitel 17 ((efuchsia)) Ich saß im Gemeinschaftsraum und sah einfach nur aus dem Fenster, zu den dort herumwirbelnden Schneeflocken. Nich
    Kapitel 17

    Ich saß im Gemeinschaftsraum und sah einfach nur aus dem Fenster, zu den dort herumwirbelnden Schneeflocken. Nicht alle kamen am Boden an, viele klatschten gegen das Fenster und wurden mit der Zeit zu Wasser, das die Scheibe hinunterlief wie Tränen. Es sah aus, als ob Hogwarts mit mir weinen würde. Okay, ich weinte nicht. Aber am liebsten hätte ich es getan. Die vorige Woche war die bisher schrecklichste in meinem Leben gewesen. Nicht nur von das wir von allen alltäglichen, unangenehmen Sachen etwas zu viel hatten(Hausaufgaben, Lockhart,...), schlimmer war, dass ich schon wieder versagt hatte, was die Sache mit der Höhenangst anging. Ich hatte es nicht geschafft, so oft nicht. Mir kam es vor, als wäre ich von Mal zu Mal schlechter geworden. Wieso nahm mich das so mit? Ich hätte mich besser damit abfinden sollen, dass ich nicht Fliegen konnte. Punkt. Aus. Schluss. Aber ich konnte nicht. Ich wollte es einfach so gerne können. So fliegen wie die anderen. Die Besenflugstunden hatte ich mittlerweile schon mindestens zehnmal ausfallen lassen und langsam fiel mir nichts mehr Neues ein. Madam Hooch war natürlich schon misstrauisch, und bestimmt war sie auch schon auf Höhenangst gekommen. Hoffentlich unternahm sie nichts. Was würden dann die anderen Schüler von mir denken? Trübsinnig wandte ich den Blick vom Fenster ab und seufzte, als ich den Zauberstab in meiner Hand sah. Über die Ferien sollten wir für Zauberkunst diesen ein Zauber üben... Wenn ich schon nichts besseres zu tun hatte, konnte ich das gleich erledigen. Ich deutete mit dem Zauberstab auf die Statue von Rowena Ravenclaw, die unten etwas verstaubt war. "Ratzeputz!", sagte ich und schwenkte ihn etwas hin und her. Nichts geschah. "Ratzeputz!" Ich versuchte es noch einmal. Wieder nichts. Ärgerlich lehnte ich mich in meinem Sessel zurück. "Aquamenti geht auch!", sagte eine Stimme hinter mir. "Probier's mal so!" Ich drehte mich um. Hinter mir stand ein sehr großer Junge mit kurzen, hochgegelten blonden Haaren, der mich freundlich anlächelte. Er war ziemlich rot im Gesicht. "Aber", fuhr er fort,"es wird alles ziemlich nass.Soll ich es dir zeigen?" Er sah mich erwartungsvoll an. "Ähm...du bist Leeve Wild?", fragte ich erst einmal. Da er in meinem Jahrgang war, kannte ich ihn schon vom Sehen her. Er nickte eifrig. "Hast du mich schon beim Quidditch gesehen?", fragte Leeve. Ich schüttelte den Kopf und er schien offenkundig enttäuscht zu sein. "Ja...weil ich spiele als Jäger", erklärte er. Ich nickte und eine unangenehme Stille breitete sich aus. Leeve brach sie als erstes. "Soll ich dir jetzt den Aquamenti zeigen?", fragte er. "Danke, nein", sagte ich lachend. "Ich brauche noch etwas, woran ich Ratzeputz üben kann." Er grinste ebenfalls. "Okay...dann zeige ich ihn dir irgendwann anders." Er verließ den Gemeinschaftsraum und ließ mich verlegen, aber in besserer Stimmung als zuvor zurück. "Hilary, wollen wir nach draußen gehen?" Johara kam die Treppe von den Mädchenschlafsälen hinunter. Sie hatte sich eine wunderschöne rote Schleife ins Haar gebunden, das sie zu zwei Zöpfen geflochten hatte. Ich sah nach draußen, aus dem Fenster. Es hatte aufgehört zu schneien. Ich konnte die Wiesen sehen, und den zugefrorenen See, der verlassen in der weißen Landschaft dalag. "In Ordnung!", sagte ich und stand auf. Meine Beine fühlten sich vom vielen Sitzen wie Wackelpudding an. Ich ging schnell nach oben in den Schlafsaal und holte meinen Mantel, dann gingen Johara und ich zusammen hinunter zum See. Wir sprachen nicht viel miteinander, aber selbst wenn wir beide schwiegen, kam ich mir nicht seltsam vor, wie es bei Leeve zum Beispiel der Fall gewesen wäre. Als hätte Johara meine Gedanken gelesen, sagte sie: "Ich glaube, er mag dich." "Wer?", fragte ich, obwohl ich mir schon denken konnte, wen sie meinte. "Na, Leeve." Ich sah Johara schräg von der Seite an. "Also...na ja, ist doch klar, oder? Wenn er mich nicht leiden konnte, dann würde er mich behandeln wie Felix Lee.Du weißt doch, der aus Slytherin." Johara lächelte. "Du weißt genau, wie ich es meine.Er mag dich. Das sieht man ihm an." Ich stöhnte. "Okay-sag mal, hast du gelauscht oder so?", fragte ich. Johara schüttelte den Kopf, so dass ihr die Zöpfe um den Kopf flogen. Und unser Gespräch war dafür für sie beendet. Bis wir die Eisfläche erreichten, redete wieder keiner von uns.
    Johara setzte sich am Ufer des Sees unter einen Baum in den Schnee. Ich probierte, das Eis zu betreten. Es gab kein Geräusch von sich, bloß der leichte Schnee knirschte unter meinen Schuhen. Ich schob ihn beiseite und rutschte prompt aus. Das Eis war sehr hart und natürlich tat es ziemlich weh. "Autsch!", stöhnte ich. "Alles okay?", fragte Johara und half mir auf. Ich klopfte mir den Schnee vom Mantel und grinste. "Danke." Dann versuchte ich es noch einmal. Das Eis gab eine wunderbare Eisbahn ab, und ich wünschte, ich hätte Schlittschuhe an. Auf Kufen würde natürlich das Alles besser funktionieren. Aber es machte auch so schon richtig Spaß. Es war nicht wie Fliegen, aber ich hatte schon immer eine Schwäche für das Eislaufen gehabt. Fröhlich schlitterte ich auf dem Eis herum, während Johara mich betrachtete. Nach einer Weile blieb ich vor ihr stehen. "Willst du nicht auch?" "Nein", lächelte sie. Ich sah sie noch einmal prüfend an, zuckte dann mit den Schultern und machte weiter, obwohl ich mir bewusst war, das die Rutscherei trotz allem etwas lächerlich war. Aber es waren ja nur Johara und ich hier. Dachte ich jedenfalls solange, bis mir plötzlich jemand ein Bein stellte. Ich fiel mit dem Gesicht nach vorne auf das kühle Eis und spürte, wie das Blut in meiner Nase nach vorne schoss. Alle Glieder taten mir weh als ich mich mühsam aufrappelte. ''Na, machts Spaß, Shine?", fragte eine spöttische Stimme neben mir. Ich sah hoch und erblickte Sarina und Felix Lee, Draco Malfoy und seine Gorillas und drei andere Erstklässler, die ich genau wie Leeve nur vom Sehen her kannte. Der eine Junge, der neben Felix stand, hatte kurze braune Haare, das Mädchen, das wiederum neben ihm stand, sah eigentlich mit ihrer hellen Haut und ihren blau-grauen Augen sehr freundlich und hübsch aus. Das letzte Mädchen stand im Halbschatten hinter Malfoy.Es war Layken Malfoy, Draco Malfoys kleine Schwester. Die Ähnlichkeit der beiden fiel enorm auf, genau wie Draco hatte sie die selben weißblonden Haare, die selben grauen Augen und blasse Haut, bloß der kühle Eindruck fehlte. Stattdessen wirkte sie ruhiger und klüger. Für einen kurzen Moment sah sie mich direkt an, und ich auch sie, aber in Sekundenschnelle drehte sie sich wieder weg. "Na? Hat es dir die Sprache verschlagen?", höhnte Felix. Wütend sah ich wieder ihn an und ballte meine Hände zu Fäusten. "Was wollt ihr?", fragte ich. "Mmmm...rate mal...Was wollten wir?" Das braungelockte Mädchen sah mich mit gespielter nachdenklicher Miene an. "Cecilia hat recht.Was wir wohl hier wollten?" Das war der braunhaarige Junge gewesen. Leon Malfoy. Jetzt fiel es mir wieder ein. Dieser Cousin von Draco und Layken Malfoy. Damit hatte er in den Zaubertrankstunden ja reichlich angegeben. "Ich meinte bloß...", fing ich schon an, aber ich wurde von Cecilia unterbrochen. "Hey, jetzt mal im Ernst. Wir wollten dich bitten, einfach ein bisschen Platz zu machen. Du rutscht hier kreuz und quer herum." "Du bist muggelstämmig, oder?" Sie wurde von Draco Malfoy unterbrochen. Als ich nickte, sah er mich noch abwertender an als zuvor. "Aha", sagte er und zog eine Grimasse. "Was ist das Problem daran?", fragte ich angriffslustig. Als ob diese Tatsache jetzt eine Rolle spielte! "Du stammst nicht von Zauberern ab. Ganz einfach. Du hast Muggelblut in deinen Adern." Es war das erste Mal, das Layken sprach, und ihre Stimme triefte vor Abscheu. Mir entging nicht, das Leon etwas zusammenzuckte, als Layken sprach. Aber er konnte ja ganz bestimmt nicht muggelstämmig sein. Schließlich war er ja ein, ach so großartiger, Malfoy. "Hilary!", flüsterte jemand in mein Ohr. "Komm mit." Es war Joharas Stimme. Ich warf den ganzen Slytherins noch ejnen letzten Blick zu und ging dann schweigend neben Johara her vom Eis, den Abhang hoch und in das Schloss. Diesen Tag hatten sie mir ruiniert. Ehrlich.

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    ((fuchsia)) Kapitel 18 ((efuchsia)) Am Weihnachtsmorgen wachte ich schon sehr früh auf. Verschlafen setzte ich mich auf und rieb ich mir die Augen. I
    Kapitel 18

    Am Weihnachtsmorgen wachte ich schon sehr früh auf. Verschlafen setzte ich mich auf und rieb ich mir die Augen. Ich hätte gerne noch weitergeschlafen... Tock. Tock. Tock. Ich drehte mich um. Vor dem Fenster saßen zwei Eulen und hämmerten mit ihren Schnäbeln auf das Fensterglas ein. Sofort erinnerte ich mich wieder, was für ein Tag heute war: Weihnachten! Alle Müdigkeit schien vergessen. Vergnügt sprang ich aus dem Bett, lief hinüber zum Fenster und öffnete es. Die erste Eule flatterte sofort hinein und landete auf meinem Bett, wo sie ihr Päckchen ablegte und den Kopf unter meine Bettdecke steckte. Die zweite Eule war Like, und blieb k.o auf dem Fensterbrett liegen. Schuldbewusst erinnerte ich mich daran, dass ich Mum versprochen hatte, ihn nicht mehr auf längere Botenflüge zu schicken... Eine Tatsache, die ich ziemlich missachtet hatte. Ich schloss das Fenster und trug den Kleinen zu meinem Bett hinüber, wo ich ihn absetzte, und begann, in meinem Koffer nach Marmelade zu suchen. Ich fand noch ein letztes fast leeres Glas mit Aprikosenkonfitüre und setzte sie Like vor. Sofort flatterte er hoch und versenkte seinen Kopf in dem Glas. Die andere Eule kam ebenfalls wieder unter der Bettdecke hervor und schien ziemlich beleidigt sein. Sie versuchte Like von dem Topf wegzustoßen, um selbst auch etwas abzubekommen. Im Nu hatte sich eine wilde Streiterei entfacht, und immer mehr Federn landeten auf meinem Bett. Ich runzelte die Stirn. Ehrlich, das wurde mir jetzt doch zu dumm. Ich hatte keine Lust, heute in einem gefiederten Bett schlafen zu müssen. Deshalb griff ich mir das Glas und stellte es an die andere Seite des Raumes. Like kreischte wütend auf und flatterte gemeinsam mit der anderen Eule dort hinüber, wo sie ihren Streit fortsetzten. Ich seufzte und schubste die Federn von meinem Bett, bevor ich mich wieder setze und neugierig die beiden Päckchen beäugte. Das erste war von Mum und Dad. Das zweite war ein wenig unförmiger.Was da wohl darin war? Tock. Tock. Tock. Nein. Nicht noch eine Eule! Ich stöhnte auf und öffnete wieder das Fenster. Es waren sogar drei Eulen. Zwei von ihnen flogen hinüber zu Joharas Bett und ließen dort ihre Päckchen fallen, aber die dritte dagegen kam zu mir und schien als einzige Eule nicht daran interessiert zu sein, bei der Marmeladeschlacht mitzumachen. Sanft ließ sie ihr Päckchen, das ziemlich flach und leicht war, auf mein Bett fallen und flog ohne weiteres wieder davon. Aufgeregt nahm ich alle meine Päckchen und ging hinunter in den Gemeinschaftsraum, wo ich mich an in einen Sessel fallen ließ. Endlich konnte ich meine Geschenke auspacken. Das wurde ja auch Zeit! Langsam nahm ich das Päckchen, das Like gebracht hatte, in die Hand. Von Mum und Dad bekam ich drei Bücher, von denen sich zwei mit der konkreten Haltung einer Eule beschäftigten. Sollte das ihr Ernst sein? Offensichtlich ja. Ich runzelte die Stirn. Da hätten sie sich schon etwas mehr Mühe geben können. Zum Glück klang das letzte Buch interessanter... Das zweite Päckchen war von Hanna. Es enthielt eine Tafel Schokolade, ein Set Filibuster-Feuerwerk und eine wunderschöne silberne Haarspange. Außerdem hatte sie mir geschrieben. Ich lächelte und nahm die Spange in die Hand. Sie war kunstvoll gearbeitet, und funkelte wunderschön. Immer noch lächelnd steckte ich sie mir in das Haar und ging hinüber zum Spiegel. Zweifellos hätte sie besser zu dunklen Haaren gepasst, aber es sah auch so einfach unbeschreiblich schön aus. Ich musste wieder lächeln, als ich an mein Geschenk für sie dachte. Hoffentlich würde es ihr gefallen."Hilary?"Ich sah Johara auf mich zukommen und sprang auf. "Frohe Weihnachten!", rief ich und fiel ihr um den Hals. Sie wurde rot. "Frohe Weihnachten, Hilary. Hier ist das Geschenk für dich." Sie reichte mir ein purpurrotes Päckchen. "Danke!", sagte ich mit roten Wangen und gab ihr mein Geschenk für sie. Es enthielt Schokofrösche, und ich wusste, dass sie diese mochte. "Danke!", sagte Johara. "Kein Problem", winkte ich ab. "Ähm...eine Frage...habe ich dich aufgeweckt?" Johara schüttelte den Kopf. "Nein, aufgeweckt wurde ich von einer Ladung Federn mitten in mein Gesicht.", sagte sie missmutig. "Oh...die Eulen...streiten die sich immer noch?" Johara schüttelte den Kopf. "Ich habe die Marmelade weggeworfen. Jetzt sind sie alle weggeflogen. Und wahrscheinlich nicht gut auf mich zu sprechen." Sie zuckte die Schultern und im nächsten Moment fingen wir beide zu lachen an. "Komm", sagte Johara,"packen wir lieber unsere restlichen Geschenke aus." Ich nickte zustimmend. "Danke!", rief ich, als ich sah, was sie mir geschenkt hatte: Ein sich selbstschwingendes Springseil, das, wenn es schwang, in allen Regenbogenfarben schillerte. Im Vergleich dazu kamen mir meine Schokofrösche plötzlich wertlos und klein vor. "Johara..." "Danke!" Sie sprang auf mich zu und umarmte mich. Ich lächelte leicht. "Ich...es..." Johara schien wieder einmal Gedanken lesen zu können. "Schau mal", sagte sie und sah mir dabei direkt in die Augen. Mit ihren wunderschönen braunen Augen, die etwas tiefgründiges an sich hatten. Schnell senkte ich meinen Blick auf den Boden. "Es kommt nicht auf den Wert an-nicht immer. Wenn du mir jetzt einen goldenen Wasserhahn geschenkt hättest...das hätte mich nicht mehr gefreut, sondern, ganz im Gegenteil- damit kann ich gar nichts anfangen. Verstehst du?" "Ja", sagte ich und nickte. "Also-danke für die Schokofrösche!", rief sie und zwinkerte mir zu. "Kommst du mit nach unten? Ich muss zu meiner Schwester, ihr ihr Geschenk geben." Ich seufzte. "Ich muss noch auspacken." Ich zeigte auf das letzte Geschenk, das flache und schmale, das noch auf meinem Sessel lag. "Oh. Na gut. Dann bis nachher!", rief Johara und ließ mich im Gemeinschaftsraum zurück. Nachdenklich machte ich mich daran, es auszupacken. Das blaue Papier war sehr fest, ungewöhnlich fest, und schwer abzureißen, aber schliesslich gelang es mir doch, ein kleines Loch hineinzubekommen. Aus dem inneren schien etwas zu schimmern,ähnlich der Haarspange, die ich von Hanna bekommen hatte. Aber es hatte irgendetwas anziehendes an sich. Ich vergrößerte das Loch vorsichtig, bis es so groß war, das ich den Inhalt herausnehmen konnte: eine wunderschöne Kette. Sie war silbern und war schon etwas angelaufen, ein Zeichen dafür, dass sie schon älter war. Aber das, was so geschimmert hatte, war etwas anderes gewesen: Der Anhänger. Obwohl es nur eine kleine, weiße Perle war, wirkte sie so unglaublich schön. Langsam öffnete ich den Verschluss und legte sie mir um den Hals. Sie passte perfekt. Langsam ging ich wieder zurück zum Sessel. Von wem war sie jetzt eigentlich? Ich bemerkte einen kleinen Zettel, der offenbar auch noch in dem Geschenk gewesen war und holte ihn hervor. Dort stand in der wunderschönen, geschwungen Schrift, die ich von den beiden kannte:

    Liebe Hilary, Frohe Weihnachten! Die Kette soll gegen Nargel helfen und ich hoffe, sie nützt dir.
    Liebe Grüße und bis bald, Franzi und Luna.


    Franzi und Luna. Lächelnd betrachtete ich die Kette. Sie war wunderschön... Auch wenn ich nicht wirklich an Nargel glaubte, konnte sie mir ja trotzdem nützen- als Glücksbringer oder so. Ich lächelte, wenn ich an meine Freundinnen dachte. Aber sie würden ja bald wieder kommen. Zum Glück. Ich sah aus dem Fenster. Die winterliche Landschaft lud gerade zu dazu ein, nach draußen zu gehen. Da ich überhaupt keinen Hunger hatte, beschloss ich, es zu tun. Ich musste ja nicht wieder auf dem Eis herum rutschen.
    Draußen war es ungewöhnlich warm, jedenfalls dafür, dass Winter war. Der Schnee knirschte unter meinen Stiefeln, als ich über den gefroren Boden auf den See zuging. Die Bäume zu den Seiten des Sees bogen sich nach vorne, beladen mit dem Gewicht des ganzen Schnees, der auf ihnen lastete.Erst als ich schon fast das Ufer erreicht hatte, erkannte ich, das unter einem dieser Bäume jemand saß. Jemand, den ich kannte. Als ich kam, drehte sie sich um. "Oh, hallo", sagte sie mit belegter Stimme. Sie klang nicht bissig, nicht arrogant und auch nicht wütend. Sondern traurig. Einfach nur traurig. Ich sah sie an. Sie sah mich an. Und ich wusste, das wir beide an den Streit dachten. An unseren vollkommen unnötigen Streit. Aber weder Elena noch ich sagten etwas.

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    ((fuchsia)) Kapitel 19 ((efuchsia)) Nach einer Zeit, die mir vorkam wie eine Ewigkeit, schaffte ich es endlich, etwas zu sagen. "Elena..." &
    Kapitel 19

    Nach einer Zeit, die mir vorkam wie eine Ewigkeit, schaffte ich es endlich, etwas zu sagen. "Elena..." "Ja?" Verzweifelt suchte ich nach dem richtigen Ausdruck, um ihr zu sagen, was ich ihr sagen wollte. Elena sah mich nach wie vor immer noch einfach an. Das Schweigen zwischen uns war eisig, so eisig wie die Welt um uns herum. Ich schluckte schwer. "Es tut mir leid. Wirklich... Es tut mir leid, dass ich behauptet habe, sie würden so denken. Meine Freunde aus den anderen Häusern von dir." Zum ersten Mal regte sich etwas in Elenas Gesicht. "Ach...habe ich also Recht behalten?" "Nein", sagte ich kühl und unterdrückte den Zwang, sie anzuschreiben, der mit meiner plötzlich aufkeimenden Wut in mir hochkam. Hatte sie es noch immer nicht verstanden? Oder war sie einfach zu stolz, um es zuzugeben? "Ich will mich einfach wieder mit dir vertragen, dass wir wieder Freundinnen sind, verstehst du?" "Waren wir das denn einmal?", fragte Elena und betrachtete mich aufmerksam. Langsam merkte ich, was sie wollte. Sie wollte mich in die Enge treiben, weil sie zu stolz war, um sich zu entschuldigen. Aber so schnell gab ich nicht auf. "Ja", sagte ich. "Ja, ich bin mir sicher, das wir das einmal waren... Jedenfalls halbwegs-bis wir uns gestritten haben. Wir müssen nicht wieder Freunde sein, aber ich mag es nicht, wenn wir Feinde sind." "Wir sind keine Feinde", sagte Elena. "Das müssen wir nicht sein. Ich glaube, es ist besser, wenn wir uns gar nicht kennen. Wir haben uns nie gekannt." Ich schüttelte den Kopf. "Doch, das haben wir! Wir haben uns gekannt und wir haben uns gestritten, wenn man es so nennen will." "Ach ja? Und wenn man es nicht so nennen will?" Elena sah mich entschlossen an. "Wie willst du es dann nennen?" "Es war einfach eine vollkommen bescheuerte Sache, bei der wir verschiedene Meinungen hatten", sagte ich. "Aha. Okay. Und das war dann für dich kein Streit. Sehr verständlich", sagte sie sarkastisch. "Ja, aber wenn das richtiger Streit wäre, dann würden wir uns jetzt auch streiten", erklärte ich. "Tun wir doch." Ich sah sie an. Ihre Augen, die mich entschlossen anfunkelten. Ihre Haare, die im Winterwind flatterten. Und plötzlich kam sie mir so klein vor. Und ich mir auch. Und ich wusste, dass sie nicht Recht hatte, aber ich auch nicht. Wie damals. "Ich finde dich nett." Ihre Stimme war kaum mehr als ein Windhauch, ein Flüstern, aber es steckte voll mit Wahrheit. Ich hob den Kopf. "Freunde?" "Freunde", sagte Elena. "Und den Rest...vergessen wir einfach lieber." "In Ordnung", sagte ich. Und zusammen gingen wir zurück zum Schloss.

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    ((fuchsia)) Kapitel 20 ((efuchsia)) Da Elena und ich uns wieder vertragen hatten, wurden die Ferien noch vergnüglicher, als sie es sowieso schon ware
    Kapitel 20

    Da Elena und ich uns wieder vertragen hatten, wurden die Ferien noch vergnüglicher, als sie es sowieso schon waren, und schließlich kam auch der erste Schultag nach den Weihnachtsferien. Geweckt wurde ich von Hanna, die versehentlich ihren Koffer mit einem lauten Knall
    Krachen umgeworfen hatte. " Oh Mann!", rief sie erschrocken. " Entschuldigung..." Müde setzte ich mich auf und gähnte. "Schon okay", murmelte ich und stieg aus dem Bett. Meine Beine fühlten sich merkwürdig taub an und nachdem ich ein paar Schritte gegangen war, merkte ich, dass mir mein Kopf brummte. Es fühlte sich an, wie wenn ich mit dem Kopf gegen etwas gestoßen wäre, etwas, was mir leider ziemlich oft gelang. Deshalb wankte ich ein paar Schritte zurück und ließ mich wieder in mein Bett fallen. "Hilary?" Hannas besorgtes Gesicht tauchte über mir auf. "Bist du krank?" Ich schüttelte den Kopf. "Nur ein bisschen...müde..." Meine Augen fielen mir zu und es wurde schwarz um mich herum. Aber sofort wurde ich wieder aufgeschreckt, weil jemand an mir rüttelte. "Hanna! lass mich bitte ein bisschen schlafen!"
    "Du bist gut!" Sie klang empört. "Du musst aufstehen! Du schläfst jetzt schon fast eine..." Ich konnte durch meine halb geöffneten Augen erkennen, das sie auf die Uhr sah,"...Halbe Stunde." "Was?"Ich sprang auf. Ein Blick auf die magische Uhr, die an der Wand hing, verriet mir, dass sie es ernst meinte. "Mir kam es vor wie drei...zwei Sekunden", murmelte ich verlegen und stöhnte. Das seltsame Gefühl war immer noch nicht verschwunden und ich hatte schreckliche Kopfschmerzen. "Alles okay? Vielleicht solltest du zu Madame Pomfrey gehen", sagte Hanna. "Nein, nein, alles okay", log ich. Es war wie ein Instinkt, und ich wusste nicht, wieso ich gelogen hatte. "Ehrlich?" Ich nickte leicht mit dem Kopf. "Ich bin nur ein bisschen müde.Wahrscheinlich wegen der Umgewöhnung Ferien-Schule", sagte ich hastig, während ich mich in Windeseile fertig machte. Ich bemühte mich, meine Schmerzen nicht zu zeigen, aber ich konne Hannas argwöhnische Blicke in meinem Rücken spüren. Grund dazu hatte sie auf jeden Fall... Ich wusste auch nicht, warum ich sie anlog.Ich wusste auch nicht, woher dieses klamme Gefühl in meinem Körper kam. Was war nur los mit mir?
    Als wir dann die Treppe des Ravenclaw-Turms hinabstiegen, sprach keiner von uns beiden. Es war ein unangenehmes Schweigen, eines, das nur darauf wartete, gebrochen zu werden.Aber ich wusste nicht, was ich sagen sollte. Ich war ja wahrscheinlich wirklich nur etwas angeschlagen und müde. Das war ja nun wirklich kein Grund zur Sorge! Aber Hanna war spürbar gekränkt, denn es war merkwürdig, sie nicht ständig plappern zu hören. Ich seufzte leise und unterdrückte ein Stöhnen. Meine Kopfschmerzen... Ich blieb kurz stehen, atmete durch und rannte dann Hanna hinterher, die schon um die nächste Ecke gebogen war. Aber als ich gerade abgebogen war, sah ich etwas auf mich zukommen. Zuerst dachte ich, es wäre die graue Dame, aber sie war es nicht. Es war ein Schatten einer Frau, mit langen Haaren.
    Erschrocken blieb ich stehen. Das konnte doch nicht sein. Die Schattengestalt setzte sich jetzt in Bewegung und kam auf mich zu. Ihre Haare schwangen hin und her. Mein Herz begann, wie wild zu schlagen. Langsam ging ich einen Schritt nach hinten und stieß mit dem Kopf gegen die Wand. Meine Kopfschmerzen setzten mit noch größerer Heftigkeit wie zuvor wieder ein, aber ich bemerkte es kaum. Der Schatten kam noch weiter auf mich zu und streckte die Hände langsam aus. Ich wollte schreien, aber kein Ton kam aus meinem Mund. Ich wollte weglaufen, aber meine Beine standen wie festgewachsen am Boden. Ich war unfähig, auch nur irgendetwas zu tun. Der Schatten kam näher, so nah, dass ich schon fast erwartete, gleich berührt zu werden. "Hilary?" Das war Hannas Stimme. Ich sah, wie sie auf mich zukam, auf mich-und den Schatten. Plötzlich kam Bewegung in mich. Ich sprang mit einem großen Satz nach links und begann zu laufen, vorbei an Hanna, die mich ansah, als wäre ich vollkommen übergeschnappt, bis zur großen Treppe. Da hörte ich zum ersten Mal die Stimme des Schattens. "Ravenclaw-Mädchen-bleib doch stehen! Ach, bleib doch stehen..." Die hohe Stimme war flehend und bettelnd. Das war zu viel für mich. Alles begann sich zu drehen, der Boden unter mir begann zu vibrieren und Hannas Stimme vermischte sich mit der flehenden der Schattengestalt...

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    ((fuchsia)) Kapitel 21 ((efuchsia)) Als ich aufwachte, war es stockdunkel und ich wusste nicht, wo ich war. Ich lag weich, aber mein Kopf dröhnte imm

    Kapitel 21

    Als ich aufwachte, war es stockdunkel und ich wusste nicht, wo ich war. Ich lag weich, aber mein Kopf dröhnte immer noch. Wo war ich? Ich bekam Panik, setzte mich auf und ruderte mit den Armen in der Luft herum. Waren hier noch andere Gegenstände? Mein Arm streifte etwas und ein Klirren ertönte. Zeitgleich stieß ich mit dem Ellenbogen gegen etwas Hartes. Ich schrie leise auf und zog ihn zurück. Mein Kopf! Ich stöhnte. Es fühlte sich an, als würde er gleich zerspringen. „Nicht daran denken“, ermahnte ich mich selbst. Einfach nicht daran denken, lieber sehen, wo ich hier gelandet war. Ich rieb mir die Augen, kniff sie zusammen und riss sie weit auf. Alles schwarz. Eine weitere Panikwelle überkam mich. Mit den Händen tastete ich die Wände neben mir ab, und den Tisch, an den ich vorhin gestoßen war. Langsam würde mir klar, dass ich in einem Bett lag... aber mein eigenes könnte es nicht sein, meines im Turm hatte Vorhänge und roch außerdem ganz anders... Meine Finger ertasteten etwas rundes aus Holz. Mein Zauberstab! Erleichtert griff ich nahm ihm und spürte, wie gut er in der Hand lag. „Lumos“, flüsterte ich und helles, bläulich schimmerndes Licht erfüllte den Raum. Ich erkannte die weißen Betten, den Steinfußboden und den Vorhang am Ende des Raumes. Der Krankenflügel. Natürlich. Warum hatte ich daran nicht schon eher gedacht? Aber warum lag ich hier? Ich begann zu zittern, als es mir wieder einfiel. Der graue Schatten! Was war das für eine Gestalt gewesen? Und dann diese Stimme, diese hohe, seltsame Stimme. „Ravenclaw-Mädchen“, hatte sie mich genannt. Ein Mensch war es nicht gewesen, aber ein Geist? Wie der kopflose Nick, die graue Dame, der fette Mönch... Nein, auch das nicht. Meine Kopfschmerzen kamen wieder, noch heftiger als zuvor. Immer noch drückend, beißend, schmerzend... Ich legte mir meine kalte Hand auf die Stirn. Etwas zum Kühlen wäre gut... Ich sah auf den Nachttisch, aber dort lag nichts. Bloß auf dem Fußboden befanden sich Scherben, das musste das Klirren von vorhin gewesen sein. War ich alleine hier? Nein, fiel es mir ein. Die anderen Betten waren zwar leer, aber hinter dem Vorhang mussten die Versteinerten liegen. Colin Creevy... Ich weigerte mich weiter daran zu denken, und legte mich wieder hin. Meine Augen fielen mir von selbst zu, und ich sank, immer noch mit dem leuchtenden Zauberstab in der Hand, in einen unruhigen Schlaf.
    Als ich am nächsten Morgen aufwachte, hatte ich natürlich nicht damit gerechnet, dass sie immer noch da sein würde. Ich war entlassen worden, obwohl ich mich überhaupt nicht gesund fühlte. Aber
    Madam Pomfrey sah so fertig aus, dass ich es nicht schaffte, ihr zu sagen, wie mies es mir ging. Ich machte mich schnell fertig und ging hinunter zum Frühstück. Als ich um die letzte Ecke vor der großen Halle bog, blieb mir fast das Herz stehen. Die Schattengestalt von gestern war wieder da, doch diesesmal in Begleitung von einer weiteren Gestalt, jemand mit kurzen Haaren und muskulösem Körper, einem Mann vermutlich. Sie sahen mich nicht, aber ich hörte sie miteinander sprechen. Und zu meinem großen Entsetzten erzählte die Schattenfrau dem Schattenmann von mir. Eigentlich wollte ich weglaufen, aber ich war zu entsetzt, um das zu tun. Tausende von Fragen wirbelten in meinem Kopf durcheinander. Wie viele von denen gab es denn hier? Was wollten sie? Und wieso schien nur ich sie zu sehen? Eine Gruppe von Viertklässlern bog um die Ecke, ging den Flur hinunter und in die große Halle hinein. Die Schatten schienen sie nicht zu sehen. Ich drehte mich um und lief davon. Es begann der bis jetzt grauenvollste Tag meines Lebens. Die Gestalten waren überall. Nicht immer die gleichen, aber ab und an erkannte ich jemanden wieder. Fast alle von ihnen sprachen mich an, mit ihren seltsam hohen Stimmen. Einer fragte mich nach meinem Alter, der nächste nach meinen Schulnoten, und die Gestalt beim Mädchenklo im dritten Stock schwebte mir kreischend hinterher. Hanna fragte mich immer wieder, was los sei, aber ich wusste nicht, wie ich es ihr sagen sollte. Sie war enttäuscht und schließlich lief sie einfach zu Franzi und Luna. Ich nahm es ihr nicht übel, denn ich konnte sie gut verstehen.

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    ((fuchsia)) Kapitel 22 ((efuchsia)) Am Abend konnte ich nicht einschlafen. Meine Kopfschmerzen waren schlimmer geworden, mein ganzer Kopf dröhnte. Un


    Kapitel 22

    Am Abend konnte ich nicht einschlafen. Meine Kopfschmerzen waren schlimmer geworden, mein ganzer Kopf dröhnte. Unruhig warf ich mich in meinem Bett hin und her. Mir war schrecklich heiß, und ich schwitzte. Deshalb stand ich auf, tappte hinüber zum Fenster und riss es weit auf. Kühle Luft strömte in den Raum und erleichtert atmete ich auf. Es half ein wenig, zum Glück. Ich atmete tief ein und aus und sah, trotz meines einsetzenden Magenkribbelns, das von der Höhenangst kam, aus dem Fenster. Weit weg konnte ich den verbotenen Wald erkennen, dessen schwarze Konturen sich vom sternenbedeckten Nachthimmel abhoben. Oben am Himmel schimmerte der Mond und warf sein silbernes Licht auf Hagrids Hütte, die von hier oben winzig aussah. Es war ein friedliches Bild. Nie wäre man darauf gekommen, dass sich hier schreckliche Dinge abspielten, versteinerte Schüler, versteinerte Katzen, Kopfschmerzen... Mein altbekanntes Schwindelgefühl setzte ein und ich wollte gerade meinen Kopf zurückziehen, als ich plötzlich eine Bewegung wahrnahm. Am Rande des Waldes waren mehrere Personen aufgetaucht. Wer war um diese Uhrzeit noch am Wald? Ich beugte mich vor, um sie besser zu sehen.
    Und erstarrte. Jetzt erst erkannte ich, dass es sich dabei nicht um Menschen handelte, sondern um die Schatten, die mich verfolgt hatten.
    Was hatten sie dort vor? Ich hörte ihr Gelächter, das schrill und hoch klang. Zu gerne hätte ich gewusst, was die Schatten dort trieben. Ich war heute noch vor diesen Gestalten davongelaufen, aber jetzt war ich fest entschlossen, das Geheimnis der Gestalten zu lüften. Und da mein Schwindelgefühl immer weiter zunahm, blieb mir nur eine Möglichkeit. Ich wusste, dass Filch die Türen von Hogwarts immer zuschloss. Doch ich wusste, wo die Besentruhe war. Dort wurden alte Besen aufbewahrt, und zugeschlossen war die Truhe nie. Wenn ich dann noch ein offenes Fenster im ersten Stock fand... Schnell streifte ich mir ein Sweatshirt über, band meine Haare zurück und lief in den Gemeinschaftsraum. Ich dachte gar nicht daran, was passieren könnte, ich wollte einfach nur, das diese Schatten verschwanden. Und die Kopfschmerzen. Sie waren immer dann heftiger geworden, wenn ein Schatten in der Nähe war. Und hatten sie nicht auch am selben Tag angefangen, an dem ich der gruseligen Frau begegnet war? Ich entriegelte die Tür zur Turmtreppe und lief los. In meiner Eile hatte ich keine Schuhe angezogen, und deshalb war ich jetzt barfuß auf den kalten Steinplatten unterwegs. Obwohl ich nichts sah, wusste ich doch den Weg, da ich ihn schon so oft gegangen war. Zum Glück hatte ich keine Angst im Dunkeln, das war schon immer so gewesen und ich hatte es nur als fairer Ausgleich zu meiner Höhenangst betrachtet. Langsam sprang ich die Treppenstufen hinunter und hoffte, dass Filch schon schlafen würde. Nicht auszudenken, was passieren würde, würde er mich erwischen. Ob ich in Hogwarts bleiben könnte? Mir lief es kalt den Rücken hinunter und ich blieb stehen. War es das wert? Mein Kopf nahm mir die Antwort ab. Die Kopfschmerzen waren unerträglich. Schnell lief ich weiter und nahm bis zu drei Stufen auf einmal. Es war kalt im Treppenhaus und mich schauderte, aber ich lief immer weiter, bis ich endlich unten angekommen war. Dann wandte ich mich nach links und lief, diesmal etwas langsamer und vorsichtiger weiter. Ein Glück, das Mrs. Norris außer Gefecht gesetzt war... In Gedanken schimpfte ich mich selbst aus, so über die arme Katze zu reden. Natürlich war es nicht gut, dass hier eine Menge Leute und Tiere und Geister versteinert wurden. Was, wenn der Urheber dessen auch hier unterwegs war? Ich war schließlich auch muggelstämmig. Ich bekam Angst und sah mehrmals über meine Schulter nach hinten, um mich zu vergewissern, dass niemand anderer mir folgte. Es brachte allerdings fast nichts, denn ich konnte sowieso nichts erkennen. Ich beschleunigte meine Schritte und war froh, als ich endlich die Truhe erreichte. Aus dieser hatten Hanna und ich uns auch die Besen für mein Höhenangst - Training ... ausgeliehen. Es handelte sich dabei um aussortierte Besen, zu den die abgebrochenen Besen, die man eigentlich nur noch als Feuerholz benutzen konnte, sowie diejenigen gehörten, bei denen das einzige Problem war, dass man sich zu leicht Splitter einziehen konnte. Ich nahm mir einen relativ intakten Besen aus der großen Kiste, und lief zum nächsten Fenster. Ich hatte mehr Glück, als ich geglaubt hatte, jedenfalls stand es sperrangelweit offen. Jetzt kam der für mich schwierigste Teil der Sache - die Höhe.
    Ich sah kurz aus dem Fenster. Die Schatten waren mehr geworden, aber sie standen immer noch vor dem Wald. Was taten sie dort? Wenn sie mich entdecken würden, was würden sie tun? Ich nahm all meinen Mut zusammen, stieg auf den Fenstersims und ohne nach unten zu sehen, stieg ich auf den Besen und stieß mich ab. Die Kälte Nachtluft schlug mir entgegen und ließ meine Kopfschmerzen kurz verschwinden. Das herrliche Fluggefühl überkam mich - wie immer, wenn ich flog. Natürlich hielt es nur kurz an- bis ich nach unten sah. Ich war unbeabsichtigt nach oben geflogen, und war jetzt schon auf Höhe des zweiten Stockwerks. Angst überkam mich. Meine klammen Finger krallten sich an dem Besenstiel fest und ich versuchte, nach unten zu fliegen, doch ich hatte zu viel Angst, um den Besenstiel nach unten zu richten. Die entsetzliche Höhe! In der Ferne sah ich den See. Die Baumwipfel lagen unter mir und streiften meine Füße. Entsetzt riss ich die Augen auf. Das war wohl ungefähr die Höhe des dritten Stocks. Verdammt! Was hatte mir dabei gedacht, in der Nacht abzuhauen und das nur, um irgendwelche, vermutlich imaginären Schattengestalten zu belauschen? Und für die Kopfschmerzen gab es sicher auch eine Erklärung- Migräneanfall oder so etwas in der Art. Aber nein- ich konnte sie deutlich erkennen- die Gestalten waren immer noch am Waldrand. War das eine Versammlung? Ich nahm allen meinen Mut zusammen, ignorierte meine Angst, meine Schwindelgefühle und die Kopfschmerzen, packte den Besenstiel und riss in nach unten. Ich flog dem Erdboden mit einer unglaublichen Geschwindigkeit entgegen. Der Wind pfiff mir um die Ohren und die Haare flatterten mir um das Gesicht. Ich hatte gedacht, ich würde furchtbare Angst haben, aber so war es nicht. Meine Angst war weg, einfach verschwunden. Genauso wie das Schwindelgefühl. Es fühlte sich so gut an wie noch nie etwas. Ich riss meinen Mund auf und ein Freudenschrei entfuhr mir. Ich flog! Ich sah nach unten, aber es machte mir keine Angst mehr. Ich flog Bogen und Schlejfen. Plötzlich schien mein Kopf sich an alles zu erinnern, was wir jemals im Flugunterricht gelernt hatten. Wenn Hanna das hier nur sehen könnte! Hanna- mit einem Schlag fiel mir alles wieder ein. Ich ging in den Sinkflug und landete direkt neben einem Schneehaufen. Sobald ich vom Besen gestiegen war, gingen meine Kopfschmerzen wieder los. Ich zitterte und drehte mich um. Die Stelle, an der die Gestalten gestanden waren, war leer. Ich ließ den Besen fallen, sprang auf und rannte dorthin. „Lumos“, flüsterte ich. Erleichtert sah ich wie ein Licht an der Spitze meines Zauberstabs entstand. Es flackerte und wurde immer heller, bis ich den ganzen Weg in den Wald hinein sehen konnte. Am Ende des Weges, wo er eine Kurve machte und endgültig im Wald verschwand, stand eine der Gestalten. „Warte!“, rief ich. Die Gestalt fuhr herum und starrte mich an. Ich hatte sie oft in der Nähe der Huffepuff- Räume gesehen. Ich lief auf die Gestalt zu, doch das war ein Fehler. Sie machte einen Satz, und lief direkt zwischen den Bäumen davon. Ich nahm mir nicht die Zeit, zu überlegen. Ohne nachzudenken, lief ich ihr hinterher. Das war ein Fehler, den ich bereuen sollte.

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    ((fuchsia)) Kapitel 23 ((efuchsia)) Ich war erst wenige Schritte gelaufen, da hatte die Dunkelheit mich schon verschluckt. Nur der Lichtkegel des Zaub

    Kapitel 23


    Ich war erst wenige Schritte gelaufen, da hatte die Dunkelheit mich schon verschluckt. Nur der Lichtkegel des Zauberstabs konnte den Weg etwas erhellen. Es war still, unheimlich still. Hin und wieder knackte ein Zweig, als ich daraufstieg. Weit vor mir auf dem Weg konnte ich die Schattengestalt erkennen. Das gab mir Mut, und ich rannte weiter. „ Warte doch!“, keuchte ich. Die Schattengestalt sah mich an, blieb aber nicht stehen. Das verschaffte mir etwas Zeit. „Geh zurück“, erklang plötzlich die seltsame, hohe Schattenstimme. Ich blieb stehen. „Geh, Geh!“ Die Gestalt, die weit vor mir auf dem Weg stand, fast nicht vom Hintergrund zu unterscheiden, sah mich an. Mein Herz raste wie verrückt, und mein Kopf dröhnte. Ich fror am ganzen Körper. „Wer bist du?”, flüsterte ich, fast tonlos. „Nicht fragen. Laufen. Bitte, Ravenclaw- Mädchen, bitte!“ Das letzte „bitte“ hatte wie ein Schrei geklungen, ein gespenstisch hoher Schrei. Eine halbe Ewigkeit starrten wir uns gegenseitig an, dann machte die Gestalt eine Bewegung und war im Wald verschwunden. Ich wusste, das es keinen Sinn machte, weiterzulaufen. Tränen stiegen in meine Augen, und mir wurde bewusst, da ich gerade mitten in der Nacht im verbotenen Wald stand. Wo, wie ich gelernt hatte, magische Geschöpfe aller Art wohnten. Aller Art. Nicht nur die freundlichen, sondern auch die, die mich für so eine Art nächtliches Barbecue hielten. Eine Spinne krabbelte über mein Bein und ich kreischte ungewollt auf. Schnell schlug ich die Hand auf den Mund, aber ich hatte trotzdem ein ungutes Gefühl. Der Wald kam mir noch stiller vor als zuvor. Ich lief den
    Weg zurück, den ich gekommen war, so schnell wie ich konnte. Ich stolperte mehrmals, und zog mir böse Schürfwunden am Knie zu. Nach einer Weile blieb ich stehen. Hatte es wirklich so lange gedauert, bis ich zu der Gestalt gekommen war? Nein. Ich hatte mich verlaufen. Ich blieb keuchend und nach Atem ringend stehen. Das Mondlicht gelangte hier durch die Bäume, und ich erkannte, dass ich mich am Ufer eines kleinen, vom Mond silbern angeleuchteten, Sees befand. Damit war es klar. An solch einem war ich sicher nicht vorbeigekommen, als ich der Gestalt nachgelaufen war. Ich wusste nicht, wie ich jemals auf die bescheuerte Idee gekommen war, mitten in der Nacht in den Wald zu laufen. Ich machte mir nicht die Mühe, meine Tränen zurückzuhalten. Schluchzend setzte ich mich auf einen Stein, und kauerte mich zusammen, während Tränen von meine Gesicht tropften. Es war umsonst gewesen. Alles umsonst. Panik erfüllte mich. Ich wollte nicht, wollte nicht hier sterben! Ich wischte mir mit dem Ärmel meines sowieso schon verdreckten Sweatshirts die Tränen vom Gesicht, und stand schwankend auf. „Denk logisch, Hilary“, sagte ich mir. Ich sah mich um. Ich schnappte mir ein Stöckchen und versuchte, mich an alle Wegkurven zu erinnern, als ich der Schattengestalt hinterhergelaufen war. Ich war mir dabei ziemlich sicher, schwerer war es, mich daran zu erinnern, wie ich von der Schattengestalt weggelaufen war. Mit dem Stock malte ich den Weg in den weichen Waldboden, und kam zu dem Schluss, dass, wenn ich mich richtig erinnerte, ich nach links musste, wenn ich zum Waldrand wollte. Ungefähr. Ich hoffte sehr, dass ich keinen Fehler gemacht hatte. Wäre ich nur in meinem Bett geblieben. Ich lief los, so schell ich konnte, am See vorbei und einen Abhang hinauf. Von dort oben hatte man eine schöne Sicht auf den glänzenden See, der ca. 8 Meter unterhalb lag. Ich sah kaum hin und rannte weiter. Ich wollte raus hier, bloß raus. Doch ich kam nicht weit. Etwas haariges, langes umfasste mich und zog mich vom Boden. Ich stieß einen Schrei aus und schlug mit Armen und Beinen um sich. Irgendetwas klickte. Gefolgt von weiteren Klicken. Ich starrte entsetzt auf den Waldboden, zwei Meter unter mir. Wer war das, der mich hielt? Ein Monster? Ich schrie wieder, versuchte, mich zu befreien. Vergebens. Mit klammen Fingern versuchte ich meinen noch schwach leuchtenden Zauberstab zu aus der Hosentasche zu ziehen. Ich brauchte mehrere Versuche, und als ich ihn endlich aus der Tasche gefummelt hatte, sah ich, von wem ich entführt wurde. Spinnen. Riesige Spinnen, von der Größe etwa wie eine Kuh oder ein großes Pferd. Sie unterhielten sich mit Klickgeräuschen. Panisch leuchtete ich der Spinne in die acht Augen und - unerwarteter Weise- ließ sie mich fallen. Ich landete auf beiden Beinen und keuchte auf. Ein stechender Schmerz war in meinen Knöchel gefahren, doch ich ignorierte ihn, und versuchte, davonzulaufen. Ich hatte allerdings die Anzahl der Spinnen unterschätzt.
    Zu schnell hatten sie mich eingekesselt. Ich hob den Zauberstab und rief den ersten Zauberspruch, der mir einfiel. „Aquamenti!“ Ein Schwall von Wasser spritzte aus der Spitze meines Zauberstabs und ergoss sich über die Spinnen vor mir. Diese kreischten auf und wichen zurück, aufgeregt klickend. Mit wurde klar, was das bedeutete. Die Spinnen hatten Angst vor dem Wasser! Ein Plan nahm in meinem Kopf Gestalt an. Wenn ich es schaffte, diese Monstertiere bis zu dem kleinen See zurückzutreiben... „AQUAMENTI!“, rief ich so laut ich konnte und rannte nach vorne, so nah wie möglich an die Spinnen heran. Wieder wichen diese zurück, so dass sie eine Gasse für mich bildeten, durch die ich hindurchlaufen konnte. „Aquamenti!“ Die Spinne, die sich vor mir aufgebaut hatte, sprang zur Seite. Jetzt war ich nicht mehr eingekesselt, sondern befand mich vor dem Spinnen, die mir mit ihren acht Augen nachsahen und unruhig klickten. Ich sprintete los, hüpfte über eine riesige Baumwurzel, immer in Richtung des Sees. Zuerst hatte ich einen erheblichen Vorsprung gegenüber diesen massigen Tieren, doch der verringerte sich kontinuierlich. Ich blieb stehen, wirbelte herum und spritzte den Spinnen eine weitere Ladung Wasser entgegen. Weiter und weiter ging es, genau nach diesem Prinzip. Dennoch- die Spinnen schreckten nicht mehr so sehr zurück wie am Anfang und ich bekam wieder Panik. So weit war es doch gar nicht gewesen! Ich lief einen Abhang nach oben, und keuchte erleichtert auf. Unter mir lag der See. Hinter mir hörte ich das immer Näherkommens Klicken der Spinnen. Ich sah zu dem Wasser. Irgendetwas Weißes wirbelte darin umher. Panisch stöhnte ich auf. Igitt! Ich drehte mich um. Hinter mir stand eine der Spinnen, ihre Silhouette hob sich deutlich vom Nachthimmel ab. Ich ließ mir keine Zeit mehr, sondern lief los und sprang in den Abgrund.

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    ((fuchsia)) Kapitel 24 ((efuchsia)) Ich hatte mich verschätzt. Als ich nach unten flog, würde mir klar, dass das definitiv mehr als 8 Meter waren. I

    Kapitel 24

    Ich hatte mich verschätzt. Als ich nach unten flog, würde mir klar, dass das definitiv mehr als 8 Meter waren. Ich stieß einen Schrei aus und breitete instinktiv die Arme aus. Die Wasseroberfläche kam immer näher. Ich hielt die Luft an und machte mich auf das kalte Wasser gefasst. Gleich, gleich, gleich würde ich auftreffen- JETZT. Es spritzte fürchterlich, als ich ins Wasser tauchte. Das Wasser war eiskalt, und meine Klamotten, die sich voll mit Wasser gesaugt hatten, zogen mich nach unten. Ich strampelte mit den Beinen, würgte, und spuckte etwas Wasser aus. Gleichzeitig begann ich zu zittern. Ich sah nach oben. Auf dem Fels, von dem aus ich gesprungen war, standen die Monsterspinnen. Sie sahen auf mich hinunter, und ich konnte sie klicken hören. Mir lief es noch kälter den Rücken hinunter, als mir sowieso schon war. Etwas Schleimiges streifte meinen Fuß und ich konnte nur mit Mühe einen weiteren Schrei unterdrücken.
    War das eines der weißen Dinger gewesen? Ich machte einen panischen Schwimmzug mit meinen halb erfrorenen Armen. Jetzt war mein toller Plan nämlich zu Ende. Ich hatte ab diesem Punkt nicht mehr weitergedacht. Was würde passieren, wenn ich jetzt aus dem Wasser steigen würde? Würden die Spinnen mich in Ruhe lassen, oder mich wieder fangen... Was, wenn ich hier nicht mehr herausfand? Wenn... HÖR AUF! schrie ich mich selbst an. Ich wollte probeweise ein wenig mit den Armen rudern, und bemerkte, dass ich am ganzen Körper zitterte und meine Zähne wie wild klapperten. Die Spinnen... Ich sah nach oben. Sie waren weg. Wahrscheinlich hatten sie begriffen, dass sie mich nicht mehr kriegen konnten. Ich machte einen Schwimmzug zum Ufer hin. Irgendwas verhakte sich an meinem Hals und panisch zerrte ich mich los. War das eine der weißen... Nicht daran denken! Mir war so kalt... Ich paddelte weiter, bis ich mich mit letzter Kraft an Land ziehen konnte- nass, zitternd und verdreckt. Ich schaffte es kaum, aufzustehen, und als ich es geschafft hatte, sank ich sofort wieder in mich zusammen. Mit letzter Kraft kroch ich hinüber zu einem Baum. Ich würde ein wenig warten, bevor ich versuchen würde, den Weg zu finden. Immer noch war ich geschockt, von dem, was ich erlebt hatte. Die Monsterspinnen hätten mich wohl aufgefressen, wenn ich nicht das mit dem Wasser herausgefunden hätte. Das war nur Glück gewesen. Ja, ich hatte bis jetzt sehr viel Glück gehabt. Was für Gestalten hier wohl noch so lauerten... Wenn ich bedachte, was wir in Pflege magischer Geschöpfe über die Anzahl der gefährlichen Wesen in diesem Wald gelernt hatten, hatte ich riesiges Glück gehabt. Doppeltes Glück... eher dreifaches Glück. Was die Schattengestalten trieben? Wegen Ihnen und wegen meiner Kopfschmerzen war ich doch erst hier hergelaufen. Herausgefunden hatte ich gar nichts. Wäre ich nur in meinem Bett geblieben! Dann würde ich jetzt friedlich schlafen- und vor allem in Sicherheit. Obwohl- die Schattengestalten hätten sich ja in mein Zimmer schleichen können und mir etwas antun können. Waren sie dazu in der Lage? Sie wirkten gruselig, und das ich Kopfschmerzen als Begleiterscheinung hatte, war auch gruselig, aber am gruseligsten war, dass außer mir keiner diese Schatten sah oder hörte. Nein, das war nur ich. Außer mir hatte auch keiner diese Kopfschmerzen... Ach ja, und dann noch die Versteinerungen in Hogwarts! Hatten diese Schatten etwas damit zu tun? Hatte Colin Creevy und Mrs. Norris und der kopflose Nick und die anderen Versteinerten auch diese Gestalten gesehen, bevor sie versteinert worden waren? War ich die Nächste? Tausende von Gedanken wirbelten in meinem Kopf herum, immer mehr und mehr. Sie flogen so durcheinander, dass ich keinen mehr bekommen könnte. Sie wurden zu einem Wirbelsturm, und wie als wäre in meinem Kopf ein Abfluss, wurden sie weggesaugt. Sie drehten sich... sie drehten sich... ich drehte mich... sie wurden weiter eingesaugt und eingesaugt, bis sie alle weg waren. Alle waren weg. Und es wurde schwarz.


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    ((fuchsia)) Kapitel 25 ((efuchsia)) ((cur)) „Hilary?“ Diese sanfte Stimme kannte ich. Doch woher? „Hilary...“ Die Stimme war ruhig und weich.

    Kapitel 25

    „Hilary?“ Diese sanfte Stimme kannte ich. Doch woher? „Hilary...“ Die Stimme war ruhig und weich. Im Hintergrund hörte ich Schritte und ein komisches Rauschen. Hier war es weich, und warm. Ich wollte nicht... Irgendetwas warmes streifte mein Gesicht, und zog sich wieder weg. Weich... warm... Ich atmete gleichmäßig. Hier gefiel es mir. Wer waren die Personen um mich herum? Eine Tür öffnete und schloss sich. Wieder das komische Rauschen von eben. Es klang verzweifelt. „Wird sie wieder gesund?“, fragte eine Stimme, die ich ebenfalls kannte. Wen meinte diese Stimme? War jemand verletzt? „Schsch“, machte jemand und ich hörte Schritte, die sich mir zuwandten. Eine zweite Person kam zu mir. Jemand schluchzte neben mir. „Weg hier, weg hier“, sagte eine Stimme, die mir nicht bekannt war. Sie war heiser und rau. „Husch, weg!“ Schritte entfernten sich. Am liebsten wäre ich aufgesprungen, um Ihnen zu sagen, dass sie hier bleiben sollten, aber ich schaffte es nicht. Es war, als ob auf meinen Augen ein schweres Gewicht liegen würde, und ich sie deshalb nicht aufbekam. Etwas quietschte, und eine Tür fiel in das Schloss. Irgendjemand hustete. War das die verletzte Person? Ich wartete ab und lauschte weiterhin, aber es war nichts mehr zu hören. Alles war still, auch das Rauschen war verschwunden. Ich fühlte mich leicht und schwerelos. Es war perfekt. Diese Stille war perfekt.
    Einfach perfekt. Ich würde auf Wellen getragen und die trugen mich weg. Weit weg...



    Ich wachte davon auf, dass irgendwo irgendetwas polterte. Entsetzt riss ich die Augen auf und starrte in das helle Tageslicht, das aus einem großen Fenster an der Wand in das Zimmer hineinfiel. Schnell setzte ich mich auf. Ich saß auf einem Bett, neben dem Bett war ein Sessel. Die Wände waren weiß angestrichen und ohne irgendwelche Bilder oder derartiges. Außerdem roch es heftig nach Desinfektionsmittel. Wo war ich? Ich rieb mir die Augen und mir fiel wieder alles ein: See, Spinnen, Gestalt, Wald. Wieso war ich jetzt hier? Das letzte, woran ich mich erinnern konnte, war, dass ich in diesen See gesprungen war und dort so lange geblieben war, bis diese riesigen Monsterspinnen verschwunden waren... Das war in der Nacht gewesen und ich war mit einem Besen aus dem Schulgebäude entkommen... Das Ganze klang zu unwirklich, um wahr zu sein. Aber es war wahr. Ich dachte an die Spinnenmonster und mich schauderte. Mit den trüben Augen und den riesigen Körpern... Ich würde wochenlang noch Alpträume von diesen Tieren haben. Ach, und Die Schattengestalten. Ich wusste nicht, woran das lag, aber ich konnte mich nur noch schlecht an diese erinnern. Aber das war ja egal. Mir würde es schon wieder einfallen. Spätestens, wenn ich die nächste sehen würde. Mein Blick, der im Zimmer umhergewandert war, blieb an der Uhr hängen, die ungewöhnlicherweise von der Decke hinabging. Es war 14: 37. Waaaaas? Ich hatte bis, äh, Nachmittag geschlafen? Nach dem ersten Schockmoment fiel mir ein, dass ich bis weit nach Mitternacht noch im Wald herumgelaufen war, und irgendwelche irren Sachen gemacht hatte, die ich mir jetzt beim besten Willen nicht mehr vorstellen könnte. Was mich wieder zu der Frage brachte, wie ich hierhergekommen war. Ich warf die Decke weg und sprang vom Bett. Irgendjemand hatte meinen Zauberstab neben mir auf den kleinen Tisch gelegt, zusammen mit meinem klatschnassen Umhang. Ansonsten hätte ich immer noch die Sachen von gestern an, die immer noch leicht feucht waren. Als ich aufstehen wollte, merkte ich zum ersten Mal, dass um mein Bein ein Verband gewickelt war. Ich versuchte aufzutreten, und da es nicht weh tat, stand ich ganz auf und ging zum Fenster, dass ich sperrangelweit aufriss, damit dieser Hygienegeruch verschwinden konnte. Gleichzeitig wurde mir klar, dass ich mich in einem Krankenhaus befand. Der Geruch, die karge Einrichtung... Ich packte den Fenstergriff, doch eine mahnende Stimme wird mich zurecht: „Meine Liebe, du kommst hier nicht raus, Probier es doch erst gar nicht aus!“ Ich verdrehte die Augen. Am Anfang war es ja noch total lustig gewesen, dass hier in der Zaubererwelt alles sprechen konnte, aber langsam nervte das auch nur noch. Ich seufzte und drehte mich um. Vor der Tür waren Schritte zu hören, und Stimmen, die irgendetwas besprachen. Mit sanftem Quietschen ging die Tür auf. Ich erstarrte und sah die Person, die eben das Zimmer betreten hattet, mit großen Augen an. „Mum?“ Sie gab irgendwas zwischen einem Kreischen, Lachen und Schluchzen von sich und stürzte auf mich zu. Als ich sie umarmte, merkte ich, dass ich sie schrecklich vermisst hatte, wir hatten uns fast ein halbes Jahr lang nicht mehr gesehen. Nach einer halben Ewigkeit ließ sie mich los. „Wie geht’s dir? Warum legst du dich nicht in das Bett? Du bist krank, und ...“ „Mum, mir geht es super“, sagte ich und das war nicht gelogen. Seit Wochen hatte ich mich nicht mehr so gut gefühlt. „Wo bin ich hier? Wie bin ich hierher gekommen?“ Ich setzte mich auf das Bett. Sie seufzte. „Das hier ist das St. Mungo Zaubererkrankenhaus.“ Krankenhaus. Ich nickte mit dem Kopf. Mum sah mich verzweifelt an. „Ich weiß nicht, ob du dir darüber im Klaren bist, aber du würdest mir 41 Grad Fieber um 2 Uhr in der Nacht im verbotenen Wald gefunden- mit mehr oder weniger gebrochenem Bein und einer Menge von diesen weißen Dingern da an deinen Beinen.“ Sie dachte wohl, dass ich deswegen schockiert sein würde, aber geschockt war ich nur wegen der „weißen Dingern“. „Was für Dinger?“, fragte ich entsetzt und angeekelt. Sie runzelte die Stirn. „Das weiß ich nicht.“ Ich sah sie an, wie sie mich ansah. In ihrem Blick konnte ich Sorge lesen, und Erleichterung, aber auch noch etwas anderes, was ich nicht definieren konnte. Plötzlich fiel mir etwas ein. Hogwarts. Die Schule. Es war verboten, in den Wald zu gehen. Merkwürdigerweise hatte ich die ganze vergangene Nacht nie an so etwas gedacht. Ich hatte, wenn ich es mir genauer ansah, ein Dutzend Schulregeln gebrochen. Warum hatte ich daran nicht gedacht? Vor Schreck ging ich an zu weinen. Noch nie hatte ich mich so schlecht gefühlt. Schulregeln brechen hieß: Schulverweis. Ich dachte an alle meine Freundinnen in Hogwarts, an die Unterrichtsstunden, an den Gemeinschaftsraum, an meinen Zauberstab, Peeves, Quidditch, an die Halloweenparty, an das Schloss selbst, an Weihnachten, an den Hogwartsexpress. All das würde ich verlassen müssen. Mum setzte sich neben mich auf das Bett und legte den Arm um mich. „Werde ich rausgeworfen?“, fragte ich sie während zwei Schluchzern. Mum seufzte. „Dazu müssen wir wissen, warum du das getan hast.“ Diese Antwort und ihr ernster Blick brachten mich endgültig zur Verzweiflung. „Ich... weiß es... nicht“, schluchzte ich. „Ich weiß es nicht.“ Es entsprach der Wahrheit. Ich konnte nicht mehr nachvollziehen, warum ich das getan hatte. Wenn ich jetzt an die Gestalten dachte, dann wäre ich Ihnen niemals nachgelaufen, und schon gar nicht in den verbotenen Wald gefolgt. „Das haben wir uns schon gedacht, Hilary“, sagte Mum. „Weißt du, deine Freundin hat uns erzählt, dass du vor etwa zwei Wochen umgekippt bist, mitten auf der Treppe, und dann so komisch gewesen wärst.“ Ich hörte auf zu weinen. „Welche Freundin?“, fragte ich. „Blonde Haare, und ihr Name begann mit L oder H.“ „Hanna?“ „Ja, das kann sein. Wie auch immer“, sie seufzte,“ hast du dich gut gefühlt? Damals?“ Ich sah sie an und riss die Augen auf. „Meine Kopfschmerzen!“, rief ich. „Ja,...“, begann Mum, aber ich sah sie eindringlich an. „Sie sind weg!“ Das war der Grund gewesen, weshalb ich mich so gut gefühlt hatte. Die nervigen Kopfschmerzen, die mich die gesamten letzten Wochen begleitet hatten waren weg. Weg, weg, weg. Einfach weg. Verschwunden. Jetzt, wo es mir bewusst wurde, fühlte ich mich noch einmal besser. Viel besser. Mum lächelte. „Ich habe mit Professor McGonagall geredet, und sie fand, dass du eine sehr begabte Hexe bist. Es wäre schade, Dich herauszuwerfen. Aber natürlich kannst du noch nicht nach Hogwarts zurück. Du musst doch erst gut erholen.“ „Ich fühle mich aber schon super“, sagte ich vorsichtig. Mum schüttelte den Kopf. „Bleib schön da! Und- ach ja“, sie holte ein kleines Päckchen aus ihrer Tasche und stand auf. „Das ist für dich.“ „Danke!“, rief ich, aber sie winkte ab. „Nicht von mir. Von Hanna“, sagte Mum. Sie ging zur Tür, und ich sah ihr nach. „Versuch am Besten, zu schlafen“, sagte sie. Dann winkte sie mir noch einmal zu und verschwand dann durch die Türe. Ich blieb alleine, aber glücklich in dem Zimmer zurück.



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    Ich verriet vorerst niemanden von den Gestalten. Während meiner Zeit im St. Mungo sah ich auch keine von ihnen mehr. Trotzdem war ich mir sicher, das
    Ich verriet vorerst niemanden von den Gestalten. Während meiner Zeit im St. Mungo sah ich auch keine von ihnen mehr. Trotzdem war ich mir sicher, dass ich nicht im Fieberwahn in den Wald gerannt war. Sie existierten, oder hatten existiert, und ich hatte sie gesehen. An dem Tag, nachdem Mum mich besucht hatte kam auch Professor McGonagall, die aber kein Wort über meinen nächtlichen Ausflug verlor, sondern nur anordnete, dass ich noch mindestens eine Woche hierbleiben sollte. Das fand ich nicht besonders gut, da ich mich ziemlich langweilte. Ich hatte ein Einzelzimmmer, und Hanna, Franziska, Luna, Kimi und Johara, die mich alle besuchten, dürften nur für maximal eine halbe Stunde bleiben. Ich war froh, dass sich die anderen nicht mehr von mir absonderten, oder mich komisch ansahen. Gründe dazu hätten sie genügend... Die meiste Zeit verbrachte ich damit, zu lernen. Ich hatte sehr viel verpasst, weil ich im Unterricht nicht mehr richtig aufgepasst hätte. Vor allem Verwandlung, Zauberkunst und Kräuterkunde fiel mir schwer. Für mich war Grünzeug Grünzeug, und ich hatte keine Ahnung, wie Professor Sprout die Pflanzen auseinanderhalten konnte, weshalb ich schließlich aufgab. Laut Hanna wäre Professor Snape zur Zeit besonders schlimm, doch das lag vermutlich daran, dass er auf sie nicht mehr besonders gut zu sprechen war, seit sie ihn Anfang Oktober mit einer Autogrammkarte beworfen hatte. Außerdem ließ Hanna ihre Tränke stets explodieren, was Snape zur Weißglut brachte. In einer Woche war sie schon zweimal bei ihm nachgesessen. Die Arme... Ich war in Zaubertränke ganz okay, deshalb beschäftigte ich mich umso intensiver mit Verwandlung und Zauberkunst. Leider funktionierte es nicht ganz so, wie geplant. Wir sollten beispielsweise für Zauberkunst „Ascendio“ üben, einen Zauber, der Gegenstände oder Dinge in die Höhe steigen ließ, aber ich beschwor versehentlich eine Horde von Vögeln herauf, die durch die Tür entkamen, und alle Kranken auf den Station erschrecken ließen. Und als ich „Engorgio“ übte, schwoll mein Kissen so groß an, dass mich plötzlich an die Decke gedrückt wiederfand. Dummerweise fiel mir der Gegenspruch nicht ein. Nach diesen Zwischenfällen beschloss das St. Mungo, dass ich vollständig genesen war, und schickte mich noch am selben Abend nach Hogwarts. Endlich!
    Doch als ich am nächsten Morgen in den Speisesaal trat, erwartete mich die nächste Überraschung. Die Wände waren blassrosa gefärbt und mit Blüten verziert und es regnete Konfetti. Hinter mir keuchte Hanna auf. „Was ist das denn?“, fragte sie mich. Ich zuckte mit den Schultern und sah zum Lehrertisch. Dort stand Lockhart mit einem rosafarben Mantel und wedelte wie wild mit dem Zauberstab herum. Hinter ihm saßen schweigend die anderen Lehrer. Dumbledore hatte die Stirn gerunzelt, Professor McGonagall lächelte säuerlich und Snape funkelte alle wütend an. Hinter mir schlug Hanna die Hände über dem Kopf zusammen. „Ich hätte es mir denken können“, stöhnte sie. „Was hat er jetzt schon wieder gemacht?“ Wir gingen hinüber zu unseren Plätzen, wo Franziska und Johara versuchten, das Konfetti aus dem Orangensaft zu sammeln. „Der spinnt doch!“, schimpfte Hanna. Ich war nur verwundert. Wieso das Ganze? Als Lockhart anfing zu sprechen, würde es mir klar: Heute war Valentinstag! „...und es kommt noch besser!“, rief Lockhart. Zu meinem großen Entsetzen betraten etwa zwanzig mit Flügeln und Harfen ausgestattete griesgrämige Zwerge. „Meine freundlichen Liebesboten!“, trällerte Lockhart. Freundlich? Die Blicke der Zwerge konnte nur noch Snape mit seinem Mörderblick übertreffen. „Sie werden heute durch die Schule streifen und ihre Valentinsgrüße überbringen!“ Eineifriges Getuschel setzte ein. Ich seufzte. Das würde ein großer Spaß werden. Ich schlang schnell mein Brötchen hinunter, und versuchte dann, so schnell wie möglich, die große Halle zu verlassen. Draußen musste ich erst einmal meinen Umhang von dem Konfetti befreien und stolperte fast über einen der Zwerge. „Was soll das denn jetzt! Mal ehrlich- wie bescheuert ist das denn! Zwerge, die Valentinsgrüße überbringen- was soll das denn! Ich meine, wenn ich einen von denen anschaue, wird mir nicht unbedingt romantisch zumute. Und diese Verkleidungen- das ist doch lächerlich“, beschwerte sich Hanna, während wir zu Zauberkunst rannten. „Lockhart hat sie doch nicht mehr alle beisammen!“ Ich grinste bloß. Es war so schön, und so beruhigend, dass wir wieder zusammen waren. Übrigens waren auch die anderen Lehrer Hannas Meinung. Professor McGonagall bekam einen Wutanfall, als der vierte Botschafter die Stunde unterbrach. Professor Snape sah jeden, der ihm über den Weg lief, wütend an, und denjenigen, die gerade von einem Zwerg einen „musikalischen Gruß“ bekommen hatten, brummte er Nachsitzen auf. Professor Sprout verriegelte das Gewächshaus, und ließ die Zwerge draußen an die Glaswände klopfen. Nach dem Mittagessen war ich ziemlich fertig von dem Geschimpfe, das in der Schule herrschte. Als ich die Halle zusammen mit Franziska verließ (Hanna war schon vorgegangen, um ihre Unterlagen für Zaubertränke zu suchen ) stolperte ich über einen der hässlichen Zwerge. Wütend rappelte ich mich auf, um das Weite zu suchen, doch der Zwerg hielt meinen Schuh fest. „Geh da weg“, schimpfte ich, aber der Zwerg hielt sich eisern fest. „Musikalische Darbietung“, quäkte er. Zuerst kapierte ich gar nicht, was er meinte. Dann würde es mir klar. Geschockt riss ich die Augen auf. Ein Valentinsgruß! Begeistert klatschte Franziska neben mir in die Hände. „Süß!“ Ich sah sie ärgerlich an. Das war doch nur megapeinlich! Ich hatte überhaupt nicht damit gerechnet, dass auch ich einen „Gruß“ bekam. Von wem der war? Der Zwerg setzte sich neben mich, und rutschte noch einmal seine Flügel zurecht. Dann hob er die hässliche Harfe und begann zu singen:

    Schöner, als alles, was ich mal sah,
    sie ist die Fee von Ravenclaw.
    Mit ihrem goldblonden Haar
    ist sie wirklich nur wunderbar.
    Weil du nett bist, mag ich dich sehr.
    Jeden Tag und immer mehr.


    Während der Zwerg gesungen hatte, war es still gewesen, jetzt aber begann das laute Lachen. Ich spürte, wie mein Gesicht heiß wurde und mir Tränen in die Augen stiegen. Ich quetschte mich durch die Zuschauer, und rannte davon, so schnell ich konnte. „Warte!“, keuchte jemand hinter mir. Ich hielt erst an, als wir am Klo der maulenden Myrthe angekommen waren. Hinter mir stand Franzi. „Das war doch nicht so schlimm“, versuchte sie mich zu beruhigen. Ich sah zu ihr auf. „Das war so peinlich! Und von wem war das?“ Franzi zuckte mit den Schultern. „Mal ehrlich- keine Ahnung. Aber so schlimm war es doch nicht. Das Gedicht war doch ganz gut gereimt.“ „Sah und -Claw reimt sich nicht besonders gut“, bemerkte ich spitz. „Und die Zeile 1 hat 9 Silben, aber die Zeile 2 nur 8 und die Zeile 3 ...“ „Das ist doch sowas von egal!“, unterbrach mich Franzi. „Ich finde das total süß. Wenn du willst helfe ich dir, herauszubekommen, wer es war. Okay?“ Ich nickte. „Okay.“ „Und jetzt müssen wir laufen, sonst kommen wir zu spät zu Verteidigung“, sagte sie und wir rannten los. Ich konnte vor der Stunde Hanna nicht mehr von dem musikalischen Valentinsgruß erzählen, aber sie erfuhr es trotzdem, da Lockhart alle, die bereits beglückwünscht worden waren, interviewte. Ich stammelte ihm einfach irgendetwas zusammen, da Lockhart dem Aussehen des Zwerges und des Versmaßes auch den genauen Wortlaut wissen wollte. Normalerweise hätte mich das irre gemacht, aber ehrlich gesagt genoss ich es, wieder in Hogwarts zu sein. Als ich am Abend schlafen ging, fiel mir erst auf, dass ich den ganzen Tag lang keiner der Schattengestalten begegnet war. Außerdem konnte ich mich nur noch verschwommen an die erinnern. Merkwürdig... Ich ging zum Fenster und Nächte es auf. Draußen lag der Wald genauso da wie an dem Tag, an dem ich in den Wald gelaufen war. Der Mond ließ die Baumwipfel silbern leuchten und ich ließ meine Haare in der sanften Brise wehen. Es sah schön aus, wunderschön. Aber- auch wenn ich die Schatten nicht mehr sehen konnte... waren sie weg oder... existierten sie vielleicht noch? Waren sie noch hier, am Waldrand? Ich seufzte. Noch etwas, was ich herausfinden wollte. Aber nicht mehr heute. Ich ging zurück zu meinem Bett, und kaum als ich mich in das Bett gelegt hatte, schlief ich auch schon tief und fest.

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    ((fuchsia)) Kapitel 27 ((efuchsia)) Leider hielt das glückliche Gefühl, endlich wieder in Hogwarts zu sein, nicht lange an. Schon nach einer Woche w

    Kapitel 27

    Leider hielt das glückliche Gefühl, endlich wieder in Hogwarts zu sein, nicht lange an. Schon nach einer Woche war ich wieder gestresst vom Schulalltag. Die Lehrer halsten uns doppelt so viele Hausaufgaben auf wie am Schuljahresanfang. Hier ein zwei Pergamentrollen langer Aufsatz, dort die Aufgabe, ein 400 Seiten dickes Buch zu lesen, und dann noch die praktischen Übungen... Ich verbrachte deshalb praktisch den ganzen Tag in der Bibliothek, um irgendwelche hilfreichen Lektüren zu suchen. Außerdem waren da noch die Slytherins. Ich hätte sie fast vergessen, doch als am Samstag Morgen, ich war alleine in der Bibliothek, die Lee- Zwillinge, Leon und Layken Malfoy und Cécilia Smith in die Bibliothek kamen, stöhnte ich auf. Oh nein! Ich beschloss, sie zu ignorieren, und kritzelte weiter auf dem Pergament herum, obwohl es schon ganz beschrieben war. Leider hatte mich das Glück im Stich gelassen. Nachdem sie sich kurz umgesehen hatte, schlenderte Sarina zu meinem Tisch. „Na, Streber- Shine?“, begrüßte sie mich und lehnte sich an die Tischkante. Ich sah ärgerlich auf. „Bisschen lernen würde dir auch nicht schaden, Sarina“, sagte ich kühl. Sarina runzelte die Stirn. „Hab ich schon alles erledigt. Ich schreibe halt keine meterlangen Aufsätze“, sagte sie und grinste.
    „Mit ein wenig Grips kriegt man das viel schneller hin.“ Sie beugte sich zu mir hinunter und flüsterte mir in das Ohr: „Trick 17.“ Jetzt war ich es, der verwirrt war. „Wir sollen aber...“ „Wir sollen aber, wir sollen aber“, äffte Sarina mich nach. „Halt doch die Klappe, das Klugscheißen kannst du dir sparen.“ „Wir sollen aber wirklich...“ „Klappe!“ Leon und Felix waren jetzt auch zu meinem Tisch gekommen, gefolgt von der spöttisch grinsenden Cécilia und der arrogant dreinschauenden Layken. „Wir wissen schon, wie man es macht, und brauchen keine Tipps von...“, Felix musterte mich einmal von Kopf bis Fuß,“... Muggelstämmigen.“ Cécilia setzte sich auf meinen Tisch. Ich fühlte mich immer eingeengter, und sah hilflos zur Tür. Natürlich war niemand da. Gut, dann müsste ich das selbst regeln. „Könnt ihr euch bitte um eueren eigenen Kram kümmern?“, fauchte ich und spürte, wie wütend ich war. „Lasst es einfach. Ihr bildet euch immer ein, ihr wärt so toll, aber das seid ihr nicht. Das, was ihr macht, ist Mobbing, und ich kann zu Professor Flitwick gehen, und es ihm melden!“ Sarina warf den Kopf in den Nacken und lachte sich schlapp, die anderen grinsten, und Layken flüsterte Cécilia irgendetwas in das Ohr. Ich fühlte mich total schlecht. Wieso lachten sie jetzt? „Tja, mal sehen, ob ihr auch noch lacht, wenn ihr aus Hogwarts rausgeschmissen wurdet!“, murmelte ich und packte alle meine Bücher in meine Tasche. Das Lernen konnte ich jetzt sowieso vergessen. „Flitwick?“, keuchte Cécilia. „Der alte Knacker ist so ein Schnarcher, der kapiert das sowieso nicht!“ „Dann eben McGonagall“, erwiderte ich ruhig und drehte mich zu Leon um. „Das endet dann nicht so harmlos wie letzte Stunde!“ Professor McGonagall hatte Leon nämlich Nachsitzen aufgebrummt, nachdem er zum dritten Mal seinen Aufsatz nur halb geschrieben hatte. Leon warf mir einen abschätzigen Blick zu und zog den Zauberstab. „Willst du wirklich?“, grinste er. Ich seufzte. „So handelst du dir nur noch mehr Probleme ein.“ Er verzog das Gesicht zu einer wütenden Grimasse, steckte den Stab aber wieder in seine Hosentasche. „Aaaah! Eine Fliege“, rief Cécilia. Ich drehte mich zu ihr herum. Sie wedelte wie wild mit der Hand in der Luft herum. Ich erkannte die Gefahr. „Stopp!“, kreischte ich. Cécilia wirbelte zu mir herum. Ihr Arm schlug gegen mein Tintenglas und es fiel um. Schwarze Tinte floss auf meinen Aufsatz, und bedeckte die mühevoll erkämpften Sätze. „Nein!“, rief ich und zog das Pergament weg, aber es war zu spät. Das Blatt triefte vor Tinte. Mein Gesicht lief rot an. Verzweifelt knüllte ich das Blatt zusammen und warf es in den Mülleimer. „Ich wollte nur die Fliege verscheuchen!“, sagte Cécilia trotzig.“Ja, klar“, entgegnete ich wütend. „Geht einfach!“ Cécilia rutschte von dem Tisch und wich ein paar Schritte zurück. „Sorry“, sagte sie und sah mich abschätzig an. „Kein Grund zum Ausrasten!“ „Hey, Shine, soll ich mal ehrlich sein?“ Das war Sarina gewesen. Ich zog eine Augenbraue hoch. „Kannst du das denn?“ Sarina ignorierte meine Bemerkung und antwortete: „Ich mag deine Art gar nicht.“ Ich schluckte. Das war verletzend, und ein harter Schlag, obwohl ich das ja schon gewusst hatte. Ich merkte, dass sich meine Augen mit Salzwasser füllten. Ich hasste Sarina. Ich hasste sie alle. So. Sehr. „Ich auch nicht“, sagten Felix und Leon gleichzeitig. Cécilia warf nur die Haare galant nach hinten, was aber in Sarinas Augen für ein „Ich auch“ stand. „Und du, Layken?“ Es wurde still, und alle Köpfe wandten sich Layken zu, die regungslos an der Wand stand. Eine Pause entstand. Gerade als Felix zu sprechen anfangen wollte, sagte sie irgendetwas. „Wie bitte?“, fragte Cécilia ratlos. Layken holte tief Luft und sah zu Boden. Dann warf sie den Kopf hoch. „Schlammblut“, flüsterte sie. Ich wusste nicht, was damit gemeint war, aber es irritierte mich vollkommen, dass Cécilia nach Luft schnappte. Sarina und Felix zwei Schritte zurück machten und Leon nichts sagte. Layken wurde puterrot, begann zu weinen und stürmte nach draußen. Es dauerte nur etwa fünf Sekunden, bis Leon, Cécilia, Sarina und Felix ihr nachliefen, aber es kam mir vor wie die halbe Ewigkeit. Was war das für ein Wort gewesen? Schlammblut. Schlammblut. Schlamm. Blut. Schlammblut. SchlammblutSchlammblutSchlammblutSchlammblutSchlammblut... Das war eine Beleidigung gewesen, da war ich mir sicher. Wieso hassten die Slytherins mich? Na ja, jedenfalls alle außer Elena. Und von den Gryffindors gab es ja Kylie, die ich auch nicht mochte. Deshalb war es nicht wirklich richtig, sie allgemein als „die Slytherins“ abzustempeln. Trotzdem... Ich schluckte schwer und sah zu der Tür, durch die Layken und die anderen verschwunden waren. Schlammblut, und das von Layken, die ich ja eigentlich immer für die Freundlichste gehalten hatte. Obwohl man das ich nicht so gut sagen konnte, da ich ja kaum Kontakt mit ihr hatte. Aber im Gegensatz zu Leon, Sarina, Felix und Cécilia gab sie im Unterricht immer richtige Antworten, und ärgerte die Lehrer nicht. Eigentlich hatte ich sie bisher entweder nur alleine auf dem Flur gesehen, oder mit Sarina und den anderen. Und irgendwie hatte es so ausgesehen, als hätte sie mit dieser Beleidigung Sarina einen besonderen Gefallen tuen wollen. Davor hatte sie nichts gesagt. Sie machte alles nach, was die anderen machten. Für einen kurzen Moment tat sie mir ehrlich leid. Doch ich schüttelte das Gefühl ab. Sie hatte mich beleidigt. Sie war genau wie die anderen: Herablassend, gemein, arrogant. Ich seufzte und wischte mir mit dem Handrücken über das Gesicht. Dann sah ich auf das Chaos, das herrschte. Tinte war überall, auf dem ganzen Tisch und am Boden, der Stuhl war umgekippt, das Tintenglas war- was ich noch gar nicht bemerkt hatte- zerbrochen, und Blätter verknickt. Ein Glück, dass die Bücher verschont worden waren, weil ich sie schon davor in die Tasche geräumt hatte. Ich stellte den Stuhl wieder auf und holte meinen Zauberstab hervor. „Ratzeputz!“, sagte ich deutlich. Ein wenig Tinte vom Tischrand verschwand. „Ratzeputz“, sagte ich noch deutlicher. Wieder verschwand ein wenig Tinte. „Oh nein!“, murmelte ich. Wenn das so weiterging, dann wäre ich in ca. 3 Tagen fertig. „Was ist denn hier passiert?“, fragte mich eine Stimme. Ich drehte mich um. Hinter mir stand Hermine Granger aus dem 2. Jahrgang. „Ähm...“, brachte ich heraus, mehr aber nicht. Sollte ich jetzt die Schuld den Slytherins zuweisen? Es war ja jetzt sowieso schon egal. „Ich bekomme „Ratzeputz“ nicht richtig hin“, gab ich zu. „Ah, ja.“ Hermine stellte ihre Tasche ab, holte ihren Zauberstab und lief zu mir hinüber. „Ratzeputz“, sagte sie und richtete ihren Zauberstab auf den Tisch. Im Nu war die ganze Tischplatte von Tinte befreit. „Ratzeputz“, wiederholte sie und deutete auf den Boden. Die Pfütze, die dort gewesen war, verschwand. Hermine lächelte. „Danke“, sagte ich erleichtert. „Kein Problem“, grinste sie. Mit einem weiteren Zauberspruch hatte sie das Tintenglas wieder zusammengesetzt. Schnell steckte sie ihren Zauberstab wieder in die Tasche und setzte sich auf den Stuhl neben mir. „Okay, aber jetzt musst du mir sagen, was los war.“ Ich sah sie entsetzt an. Wenn Sarina und Felix das rauskriegen würden- obwohl- na ja, vielleicht wusste sie, was ein Schlammblut war. „Weißt du zufällig, was ein Schlammblut ist?“, fragte ich und ärgerte mich über meine Formulierung. „Also, ob das eine schlimme Beleidigung oder so ist!“, fügte ich schnell noch dazu. Hermine riss die Augen auf und schnappte nach Luft. „Wer hat dich so genannt?“, fragte sie mich. „Ähm... Layken Malfoy, Slytherin“, erklärte ich, so knapp ich konnte. Hermine war weiß wie ein Gespenst geworden. „Diese blöde Kuh!“, rief sie und biss sich sofort auf die Lippen. „Tschuldigung...“ Sie sah mich ernst an. „Das ist die schlimmste Beleidigung für Muggelstämmige, die es gibt.“ Oha. Ich dachte an Layken, ihre blonden Haare, und ihr kindliches Gesicht. Das hätte ich ihr niemals zugetraut. „Okay“, sagte ich. Hermine seufzte. „Es gibt Zaubererfamilien - reinblütige Zaubererfamilien - die glauben, dass sie besser sind als Muggelstämmige und dass nur Reinblüter gute Zauberer abgeben. Muggelstämmige sollten ihrer Meinung nach gar nicht in Hogwarts sein. Und die gesamte Familie Malfoy gehört dazu.“ Sie brach ab, und wir beide schwiegen. Dann setzte sie dazu: „Draco, Laykens Bruder, hat mich auch so genannt.“ „Echt?“, fragte ich. Sie nickte. „Der Erbe Slytherins“, murmelte ich aus irgendeinem Grund. „Der ist wahrscheinlich auch reinblütig.“ Hermine hob die Augenbraue. „Ja, wahrscheinlich. Alle glauben, es wäre Harry, aber nur, weil er Parsel sprechen kann. Ich wüsste zu gerne...“ „...wer es wirklich ist?“, fragte ich. Sie nickte. „Klar. Will doch jeder wissen. Und, wer der Urheber der Versteinerungen ist. Du musst aufpassen, er versteinert nur Muggelstämmige.“ „Ja, dann musst du aber auch aufpassen“, konterte ich. Hermine seufzte. „Mach ich schon.“ Sie holte einen Stapel Bücher aus ihrer Tasche, und etwas Pergament. „Ach ja, ich muss ja jetzt den Aufsatz noch einmal schreiben“, stöhnte ich. „Wieso?“, fragte mich Hermine. Ich deutete auf den mit Tinte über und über beschmierten Pergamentball. „Oh, das ist Mist. Es gibt zwar bestimmt einen Zauberspruch, aber ich kenne schonmal keinen“, sagte sie verlegen. „Nicht schlimm“, schwindelte ich. „Darf ich von deiner Tinte abhaben?“ Sie nickte. „Danke.“ Schnell holte ich Neues Pergament aus der Tasche und begann zu schreiben. Zuerst den Aufsatz, dann einen Brief an meine Eltern, in dem ich sie bat, mir neue Tinte zu schicken. Nach eineinhalb Stunden war ich fertig. Zuerst ging ich zur Eulerei, und schickte Like mit dem Brief los, dann ging ich in den Gemeinschaftsraum, um Hanna zu suchen. Sie war nicht da. Genauso wie sämtliche andere Ravenclawschüler. Ich wollte gerade umdrehen und kehrtmachen, da entdeckte ich Luna. Sie saß an einem Tisch neben dem Fenster, durch das die strahlende Sonne hineinschien. Ihre blonden Haare leuchteten golden, was wunderschön aussah. Bloß die Tatsache, dass sie an ihrer Feder kaute, ruinierte das Bild. „Luna?“, fragte ich vorsichtig. Sie drehte sich um und lächelte. „Hi, Lil“, sagte sie. Ich blieb stehen. „Lil? Wie Lily?“, fragte ich sie. Luna grinste. „Nein, wie Hilary. Das ist doch ein ganz schöner Spitzname“, sagte sie ruhig. Ich lachte. „Okay, wenn du meinst... Was machst du gerade?“ Luna schob mir ihr Blatt hin. „Der Aufsatz für Geschichte der Zauberei“, stöhnte sie. „Aber wenn ich den habe, dann bin ich fertig.“ Ich nickte. „Ich bin auch gerade eben erst fertig geworden mit dem Schriftlichen. Fehlt noch das ganze praktische Zeug.“ Ich verdrehte die Augen. „Wo sind die anderen eigentlich alle hin?“, fragte ich Luna. Sie schob den Vorhang zur Seite. „Da draußen. Hanna ist mit Franzi und Flame aus Gryffindor zum See gegangen.“ Tatsächlich herrschte draußen sehr viel Betrieb. Die halbe Schule wollte wohl die erste Frühlingssonne genießen. „Oh. Okay. Ich geh dann auch raus“, sagte ich. „Kommst du mit?“ Luna seufzte. „Der Aufsatz...“ Ich nickte verständnisvoll. Ein Glück, dass ich schon fertig war. „Na dann- bis später“, rief ich und ging zur Tür. „Hat dir eigentlich die Kette nicht so gut gefallen?“, fragte mich Luna, als ich gerade nach draußen gehen wollte. „Welche Kette?“, fragte ich irritiert und wandte mich um. „Die zu Weihnachten gegen die Nargel“, antwortete Luna. Die Kette mit der hübschen Perle! „Doch, ich trage sie jeden Tag!“, rief ich. Zum Beweis wollte ich sie Luna zeigen, doch als ich an meinen Hals griff, spürte ich nichts. Sie war weg. Entsetzt riss ich die Augen auf. „Sie ist weg!“ Luna winkte ab. „Nicht so schlimm. Ich wollte nur nachfragen.“ Ich schluckte. Peinlich, schon das erste Geschenk verloren... Langsam drehte ich mich wieder um. „Tschüss, Luna“, sagte ich langsam. Sie hob die Hand. „Bis später... Lil.“


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    ((fuchsia)) Kapitel 28 ((efuchsia)) Als ich durch die großen Flügeltüren von Hogwarts trat, atmete ich erleichtert auf. Es war sehr schön, wieder
    Kapitel 28

    Als ich durch die großen Flügeltüren von Hogwarts trat, atmete ich erleichtert auf. Es war sehr schön, wieder frische Luft schnappen zu können. Die Sonne war angenehm warm, deshalb zog ich mir die Jacke aus, und band sie mir um. Um mich herum lärmten ein paar Fünftklässler, die irgendein Spiel spielten. Ein paar andere Erstklässler- ich erkannte nur Lucy Prior aus Hufflepuff- spielten Koboldstein. Unter einem großen Baum hatte sich ein Traube Menschen versammelt, in der Mitte standen die Weasley- Zwillinge mit Ember Diggory. Aus dem Baum sprühten rot- grüne Funken und schrille Pfiffgeräusche waren zu hören. Ich sah mich nach Hanna, Flame und Franziska um, aber sie waren nirgends zu sehen. Hatte Luna nicht etwas vom See gesagt? Ich schlenderte gemütlich weiter, Zeit hatte ich jetzt ja genug. Neben dem Weg saßen einige Schüler und lernten, und auf einer steinernen Bank saß unsere Vertrauensschülerin, Penelope Clearwater mit einem der älteren Weasley-Brüder, dessen Name mir momentan nicht einfiel. Paul? Primus? Phillip? Ich winkte Penelope zu, die daraufhin knallrot wurde, und interessiert auf ihre perfekt polierten Schuhe sah. Das musste ich unbedingt Hanna erzählen. Ich lief los, hinunter zum Seeufer. Dort befanden sich nicht wirklich viele Schüler. Ich runzelte die Stirn. Hanna und die Anderen waren nirgendwo zu sehen. Ich hielt erst an, als ich das Seeufer erreicht hatte. Keuchend blieb ich auf dem nassen Kies stehen und sah mich unschlüssig um. Außer den Leuten, die ich vorhin gesehen hatte, und sich als eine Gruppe älterer Hufflepuffs herausstellte, war kein Mensch zu sehen. Ich betrat den morschen Holzsteg vor mir. Die Planken unter mir knirschten leicht. Vorne brach das Holz schon, also blieb ich in der Mitte stehen. Rundum suchte ich das Ufer ab. Nur Bäume und Wasserpflanzen. Ich seufzte. Wahrscheinlich hatte ich sie verpasst. Als ich mich gerade zum Gehen wenden wollte, erblickte ich eine Person einige Meter entfernt von hier, halb verdeckt von Büschen und Bäumen. Ich konnte nicht erkennen, wer genau es war, doch die Person schien zu sitzen. Wer saß schon alleine am Ufer des Sees? Ich beschloss, einfach mal nachzusehen. Schnell ging ich von dem Steg, und am Seeufer entlang. Mich störte es nicht, dass etwas Wasser gegen meine Schuhe schwappte. Irgendwie gefiel es mir. Schnell bückte ich mich unter einem gewaltigen Baum, dessen Äste so gebogen waren, dass die Zweige im Wasser trieben, durch und lief weiter. Jetzt müsste bald die Stelle mit der Person kommen. Ich blieb stehen. War da nicht ein Geräusch gewesen? Ja, ein heftiges Schluchzen war zu hören. Jemand weinte! Ich vergaß alle Vorsicht, umrundete die Bäume und blieb wie angewurzelt stehen. Vor mir, auf dem harten Kies des Seeufers, saß- Layken. Sie hatte ihren Kopf zwischen ihren Beinen vergraben, und ihre weißblonden Haare, die heute Morgen noch so tadellos frisiert gewesen wären, fielen ihr lose über den Rücken, die Spitzen berührten sogar den Kies. Sie hatte mich noch nicht bemerkt, und am Liebsten wäre ich wirklich einfach weggelaufen. Doch ich konnte nicht, weil sie mir leid tat. Ja, das Mädchen, das mich heute Morgen noch Schlammblut genannt hatte, tat mir leid. Ich stand einfach nur da, und sah ihr zu. Ich wusste nicht, warum sie weinte und wie sie reagieren würde, wenn ich sie ansprach. Es wäre besser, zu verschwinden. Ich ging vorsichtig einen Schritt zurück. Und noch einen. Doch als ich den dritten Schritt machte, zerdrückte ich mit meinem Fuß einen Zweig. Es knackste laut und vernehmlich. Layken riss ihren Kopf herum und starrte mich an. Ihre aufgerissenen Augen waren rot und geschwollen, und bildeten einen starken Kontrast zu ihrer blassen Haut. Ich starrte sie ebenfalls an. Blaue Augen in Graue. Graue in Blaue. Dann ging Layken zu schreien an. Zuerst war ich unfähig mich auch nur irgendwie zu bewegen. Dann stürzte ich zu ihr und packte sie am Arm. „Hör auf!“, schrie ich. „Hör bitte auf!“ Ihr Schrei war laut und anhaltend. Es musste jeder gehört haben. „Hör auf“, sagte ich. Sie schloss den Mund und begann zu zittern. Ich setzte mich neben sie. „Tut mir leid, dass ich dich erschreckt habe“, sagte ich zerknirscht. Layken sah auf. „Ich dachte, es wäre... es wäre...“, begann sie und brach ab. „Wer?“, fragte ich. „...mein... Bruder...“, schniefte Layken. Ich war schockiert. „Du hast Angst vor deinem eigenen Bruder?“, fragte ich verwundert. Sie nickte und begann, wieder zu weinen. „Es... tut mir leid“, brachte sie zwischen zwei Schluchzern hervor, „...dass ich... dass ich dich ein Schlammblut genannt habe.“ Ich biss mir auf die Unterlippe und runzelte die Stirn. Ja, sie tat mir leid, aber ich wusste nicht, ob es jetzt richtig war, ihr zu vergeben. Warum konnte sie nicht einfach mal die blöde Heulerei stoppen? Ich
    Als hätte sie meine Gedanken gelesen, setzte Layken sich plötzlich auf. Sie zog ein Taschentuch aus ihrer Tasche und wischte sich die Tränen vom Gesicht. „In meiner Familie sind alle Mitglieder Zauberer. Wir sind alle Reinblüter. Und alle- na ja, bis auf ein paar Ausnahmen- waren in Slytherin.“ Sie sah mich an, und ich nickte. „Deshalb war es klar, dass Draco und ich nach Slytherin kommen. Das ist ja dann auch passiert.“ Sie brach wieder ab und sah mich an. In ihren blaugrauen Augen lag Verzweiflung. „Gefällt es dir da nicht?“, fragte ich sie. „Du musst doch dorthin passen, der sprechende Hut teilt doch schon... nach Eigenschaften und so ein.“ Layken nickte. „Ich finde es auch gut so! Aber meine Eltern erwarten viel von uns... und manchmal glaube ich, dass ich irgendwie... nicht dazupasse... Und ich wollte Ihnen einfach zeigen, dass ich das auch kann. Ich wollte auch so sein wie Sarina, Felix und Cécilia. Draco ist immer so gut, und gefällt allen, aber ich...“ „Alle“, das waren wohl alle aus ihrer Familie. Ich schwieg. Layken hatte es nicht leicht. „Ich weiß nicht, warum die anderen glauben, dass Muggelstämmige wie du schlechter und minderwertiger sind, ich meine, ihr könnt ja auch zaubern, und das mindestens genauso gut. Aber als ich nach Hogwarts gekommen bin, fand ich Cécilia gleich sehr nett- ehrlich, so schlimm ist sie nicht!“, versicherte sie mir, als sie meinen entsetzten Gesichtsausdruck sah. Ich sah das anders, aber eine Diskussion wäre jetzt auch nicht hilfreich, deshalb schwieg ich. „Draco hat mir gleich am Anfang eingeschärft, dass ich NIEMALS mich mit irgendwelchen Schlammblütern sehen lassen soll, denn wir sind etwas Besseres, und ich hatte so Angst, dass die anderen letzten, es ihm sagen, wenn ich zu dir halte... und er es dann Mutter und Vater sagt, deshalb wollte ich etwas ganz besonders Tolles sagen. Aber dann habe ich die anderen gesehen... und ich habe es ja nicht mal so gemeint, und darum bin ich weggelaufen...“ Ich sah ihr an, dass ihr bald wieder die Tränen kommen würden, deshalb unterbrach ich sie. „Okay.“ „Was, okay?“, fragte mich Layken. „Ich hab dir schon verziehen“, versicherte ich ihr. „Ehrlich?“ Sie war ehrlich erstaunt und ich nickte. Obwohl ihre Erklärung sehr verworren gewesen war, hatte ich das Wesentliche kapiert und begriffen, dass ihr die Sache auch ernst war. „Wir können ja Freundinnen sein- im Geheimen“, schlug ich vor. Sie sah mich zweifelnd an. „Äh...“ „Na ja“, lenkte ich ein, „zumindest keine Feinde mehr, jedenfalls inoffiziell. Und in der Öffentlichkeit tust du, und tue ich, als wären wir Feindinnen und so.“ „Wenn es okay ist“, antwortete sie und lächelte. Ich seufzte und stand auf. „Ich muss gehen“, erklärte ich. „Alle anderen fragen sich bestimmt schon, wo ich abgeblieben sind.“ Layken nickte. „Okay. Bis also... irgendwann.“ Sie winkte mir zu, während ich am Ufer zurückging. Jetzt besaß ich noch eine Freundin mehr. Ich sah zu Hogwarts, zum verbotenen Wald, zu den ganzen Schüler und Schülerinnen auf der Wiese und wusste: So fühlte sich Glück an.

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    ((fuchsia)) Kapitel 29((efuchsia)) Während der Osterferien fuhr ich nach Hause. Ich war ganz froh darüber, denn obwohl es noch mehrere Wochen bis zu

    Kapitel 29

    Während der Osterferien fuhr ich nach Hause. Ich war ganz froh darüber, denn obwohl es noch mehrere Wochen bis zu den Prüfungen waren, hatten wir sehr viele Aufgaben zu erledigen. Ich war froh über die Ruhe und dass mich mich entspannen konnte, auch wenn ich wusste, dass ich nach den Ferien umso mehr zu tun hatte. Ich konnte den ganzen Tag im Bett liegen blieben, und machen, was ich wollte. Es waren bestimmt 3/4 aller Kinder gefahren, vor allem Muggelstämmige wie ich, um der Gefahr einer vermeintlichen Versteinerung zu entgehen. Daran hatte ich eigentlich gar nicht gedacht, aber meine Mutter behandelte mich, als wäre ich sterbenskrank und hatte mich fast gezwungen, nach Hause zu kommen. Gegen Ende der Ferien langweilte ich mich natürlich doch, und begann, für Geschichte der Zauberei zu lernen. Eine unglaublich langweilige und öde Sache, doch da ich die Unterrichtsstunden oft verschlafen hatte, war nur etwa ein Drittel des gesamten Stoffs in meinem Kopf hängen geblieben. Es wäre aber schrecklich, wenn ich durchfallen würde, und deshalb... Kräuterkunde war ähnlich schlimm, denn weil ich die Pflanzen nicht wirklich gut unterscheiden konnte, war es beinahe unmöglich, einer von ihnen eindeutig eine heilende Wirkung zuzuordnen. Ich musste deshalb fast jede Pflanze in „Tausend Zauberkräuter und -pilze“ nachschlagen, als ich meine Hausaufgaben machen wollte. Ich war ziemlich froh, als ich alle Hausaufgaben zu Ende gemacht hatte, und wieder nach Hogwarts zurückfuhr, wo mich Hanna schon erwartete. Ich strahlte, als ich sie wiedersah. „Es war ziemlich langweilig hier, ehrlich“, erzählte sie, als wir zusammen zum Abendessen gingen. „Also keine neuen Angriffe oder so, oder?“, fragte ich. Hanna schüttelte den Kopf und ich seufzte erleichtert. Vielleicht war der seltsame Urheber der Versteinerungen ja verschwunden, und wenn Professor Sprouts merkwürdige Alraunen fertig waren, dann würden sie die Versteinerung wieder lösen. Von der langen, langweiligen Zugfahrt war ich sehr erschöpft, und fiel deshalb nach dem Abendessen gleich todmüde in mein Himmelbett - direkt auf etwas Hartes. Ich fuhr hoch und tastete auf der Matratze herum, bis ich den Gegenstand gefunden hatte. Schnell hob ich ihn auf. Es war ein Kettenanhänger in der Form eines Besens, aber in der Mitte durchgebrochen. Ich hielt den hinteren Teil, den Schweif, in meinen Händen, der etwa so groß wie mein Daumennagel war. Nicht sehr groß. Wäre er ganz gewesen, wäre er sicher ein sehr hübsches Schmuckstück gewesen, denn er funkelte in allen Regenbogenfarben. Nachdenklich drehte ich den Besen in der Hand. Wie kam er in mein Bett? Ich klopfte meine Kissen und Decken ab, in der Hoffnung, den zweiten Teil zu finden, aber es war nichts da. Ich seufzte und legte das Teil vorsichtig in meine Tasche. Das Licht fiel dort nicht mehr hinein, und das Stück hörte auf zu funkeln und wurde zu einem normalen silbernen Schmuckanhänger. Ich war mir ganz sicher, dass ich es noch nie an irgendeiner Person gesehen hatte. Aber sie musste eine Ravenclaw sein- Jungs hatten sowieso keinen Zutritt, und Mädchen aus anderen Häusern kamen auch nicht hier hinein. Wem gehörte der Besen? Ich hatte keine Ahnung, doch es könnte jemand aus dem Quidditchteam sein. Der Besen war wahrscheinlich eine Art Glücksbringer. Aber das würde ich morgen erledigen. Jetzt war ich viel zu müde. Ich gähnte, rückte mein Kissen zurecht, und war im nächsten Moment eingeschlafen.

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    ((fuchsia)) Kapitel 30 ((efuchsia)) Ich wurde von einem furchtbaren Krach geweckt und war sofort hellwach. Ich setzte mich auf, rieb mir die Augen und

    Kapitel 30

    Ich wurde von einem furchtbaren Krach geweckt und war sofort hellwach. Ich setzte mich auf, rieb mir die Augen und rief laut: „Hanna?“ „Nicht so laut“, zischte Hanna, die am Boden gekniet hatte. Um sie herum lagen Hefte und Mappen verstreut. „Was ist denn passiert?“, wollte ich wissen. Hanna seufzte. „Wie wärs mit einem „Guten Morgen?“oder so?“, fragte sie. „Guten Morgen, Miss Stewart, wieso knien sie am Boden im Staub und zerknittern ihre Unterrichtsutensilien?“, fragte ich spitz. „Ich suche meinen Schal“, jammerte Hanna. „Jetzt? Am frühen Morgen? Und überhaupt- das Eis schmilzt doch schon“, sagte ich. Sie nickte und deutete zum Fenster. „ Draußen ist es schweinekalt!“, erklärte sie. Ich sah zum Fenster. „Warst du schon draußen?“ Hanna seufzte. „Heute in der Früh- um halb fünf oder so- war Hugo am Fenster und hat wie wild geklopft, ich bin aufgewacht, hingerannt...“ Mit einer Armbewegung deutete sie auf ein graues Ding, das vor dem Fenster lag, und das ich jetzt als Hannas Schleiereule Hugo erkennen konnte. „Also: Ich laufe hin, und er hat einen tonnenschweren Brief dabei. Von meinen Eltern, klar. Die arme Eule. Tja, und dann ist er kollabiert.“ „Ah... oh“, sagte ich und sank zurück in mein Kissen. „Und was hat das mit dem Schal zu tun?“ „Als ich ihn reingeholt habe, hab ich gemerkt, wie kalt es draußen ist, aber ich dachte, wir könnten ja heute mal wieder... ein bisschen Höhenangsttraining machen, oder?“ Mein Magen drehte sich um, aber weil Hanna so aufgeregt war, ließ ich mir nichts anmerken. „Ist okay“, erklärte ich und sah aus dem Fenster. An Schlafen war jetzt nicht mehr zu denken. Schnell stand ich auf, und holte meinen Bademantel aus der Tasche. „Ich gehe ins Bad“, verkündete ich. Hanna nickte nur. „Okay, bis später!“ Ich duschte schnell, zog mich um und kämmte mich ordentlich, dann lief ich wieder zurück in den Schlafsaal, um meine Jacke zu holen. Dabei fiel mir plötzlich wieder ein, wie ich geflogen war, als ich in den Wald gelaufen war. Da hatte ich keine Angst gehabt. Es hatte sich wunderbar angefühlt- frei, ohne etwas, das mich zurückgehalten hätte. War das nur da so gewesen? Ja, das war wahrscheinlich, denn ich wäre jetzt niemals in der Nacht im den Wald gelaufen. Den Gestalten nach. Ein Schauer überlief mich, als ich daran dachte. Die Gestalten... Ich war froh, dass ich sie nie wieder gesehen hatte. Aber... was wäre, wenn sich das Fliegen immer noch so anfühlen würde, wie an diesem Abend? Was, wenn... Hör auf. Wenn du daran denkst, passiert es bestimmt nicht... Ich verjagte den kleinen Hoffnungsschimmer. Das war doch sowieso unwahrscheinlich. Ich schnappte mir meine Mütze, und lief die Treppe zum Gemeinschaftsraum hinunter. Hanna, die in einem der mit dunkelblauem Stoff überzogenen saß, sprang auf. „Endlich!“, seufzte sie. Zusammen liefen wir die Wendeltreppe hinunter, Windung um Windung, vorbei an Potraits berühmter Ravenclaws, bis wir endlich unten waren. Schnell holten wir uns Besen aus der großen Truhe, und liefen nach draußen. Es war wirklich ziemlich kalt, und mich fröstelte, als wir zusammen zum Quidditchfeld liefen. „Übermorgen ist Quidditch, Hufflepuff gegen die Gryffindors“, sagte Hanna. „Gehst du hin?“ Ich zuckte die Schultern. „Ähm... ja, solange es nicht wieder so kalt ist wie heute.“ Meine Zähne klapperten wie wild. „Ich muss mir aber dann noch einen Gryffindorschal besorgen“, seufzte ich. Hanna blieb stehen. „GRYFFINDOR?“ Ich runzelte die Stirn. „Äh... ja?“, fragte ich. Das letzte Mal waren wir doch auch für Gryffindor gewesen, bei Gryffindor gegen Slytherin. „Aber denk doch an Kimi! Bist du nicht für sie?“ Peinlicherweise brachte ich außer „Oh“ nichts zustande. Kimi hatte ich... ganz vergessen. Mist. Hanna schwieg, und lief ein wenig schneller. Ich rannte los. „Tschuldigung, ich hab sie echt... vergessen.“ Hanna zuckte mit den Schultern und warf ihre dunkelblonden Haare zurück. „Ist nicht schlimm. Mir fällt es auch schwer, mich zu entscheiden, ich muss ja auch an Flame denken, aber die spielen halt nicht.“ Ich seufzte. „Wahrscheinlich muss ich eh noch Schulzeug machen. Ich hab in den Ferien nur Geschichte der Zauberei und Kräuterkunde gemacht.“ „Ich bin auch nicht ganz fertig“, sagte Hanna und verdrehte beide Augen. „Aber egal.“ Ihre Augen begannen zu leuchten. „Wer zuerst am Quidditchfeld ist!“ Ich rannte los, so schnell ich konnte. Der Wind schlug mir entgegen, und ließ meine Augen tränen, doch dafür ich kam als Erste an. Keuchend wartete ich auf Hanna und gemeinsam bestiegen wir die Besen. Also. Wie immer. Abstoßen. Nach oben. Ich seufzte und sammelte meinen ganzen Mut. Dann stieß ich mich sanft ab und zog den Besenstiel nach oben. Langsam flog ich nach oben, Hanna folgte. „Diese Höhe könntest du schaffen“, rief sie mir zu. Ich sah nach unten. Der Boden lag nur etwa 5 Meter unter mir. Ich wartete darauf, dass das Schwindelgefühl einsetzen würde- aber es passierte nichts. War das tatsächlich... Aber wie konnte das sein? Ich atmete tief durch, aber dann riss ich den Besenstiel nach oben und flog dem blauen Himmel entgegen. Es war ein atemberaubendes Gefühl. Ich war jetzt schon auf Höhe der Zuschauertribünen. Langsam sah ich nach unten. Zu dem grünen Rasen, und zu der klein wirkenden Hanna, die irgendetwas schrie. Ich konnte sie leider nicht verstehen, konnte mir ihre Worte aber vorstellen. Aber ich ignorierte es. Das Schwindelgefühl, die Übelkeit, all das, was mich in der Höhe immer befallen hatte, war weg . Ich wendete und drehte mich im Kreis, dann senkte ich den Besen und sauste nach unten. Hanna schrie entsetzt auf. Ich natürlich auch. Als ich etwa auf ihrer Höhe war, bremste ich und fiel fast vom Besen. „Hilary!“, schrie Hanna entsetzt und flog auf mich zu. Ich strahlte über beide Wangen. „Ich kann es!“, schrie ich. „Ich hab keine Angst mehr!“ „Ehrlich?“ Hanna sah mich an. Ich konnte ihren Blick nicht gut deuten. Ich nickte, gespannt auf das, was kommen würde. Sie stieß einen Freudenschrei aus, flog auf mich zu und umklammerte mich. Was ziemlich kompliziert war, auf so einem Besen. Ich wusste nicht, wie lange wir noch am Quidditchfeld herumflogen, Loopings übten und durch die Torstangen sausten. Wahrscheinlich waren es ein, zwei Stunden, bis die älteren Schüler kamen, aber mir kam es viel zu kurz vor. Sehnsüchtig sah ich zu, wie die Quidditchteams übten. Ob ich eines Tages auch zu ihnen gehören würde?

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    ((fuchsia)) Kapitel 31 ((efuchsia)) Doch dann erschütterten zwei entsetzliche Ereignisse die ganze Schule. Das von allen lang herbeigesehnte Quidditc

    Kapitel 31

    Doch dann erschütterten zwei entsetzliche Ereignisse die ganze Schule. Das von allen lang herbeigesehnte Quidditchspiel Gryffindor gegen Hufflepuff wurde abgesagt, als wir schon alle in den Zuschauerbänken saßen - und zwar wegen einer neuen Versteinerung . Wieder waren es zwei Opfer. Ich konnte es nicht glauben, als ich es hörte, aber es war tatsächlich so: Penelope Clearwater, unsere Vertrauensschülerin, war versteinert worden- zusammen mit Hermine Granger. Hermine, mit der ich mich vor zweieinhalb Wochen noch unterhalten hatte. Da hatte sie mich gewarnt- und ich sie auch. Aber sie hatte es wohl nicht beachtet. Oder doch? Professor Flitwick hatte uns erzählt, dass neben den Versteinerten ein kleiner Taschenspiegel gefunden worden war. Ich wusste nicht, was ich davon halten sollte. Wahrscheinlich, ja, höchstwahrscheinlich war es nur Zufall. Doch ich hatte Angst, und deshalb brauchte mein Gehirn etwas, worüber es nachdenken konnte. Dieser erste Vorfall hatte zur Folge, dass wir ab jetzt stets von den Lehrern zu unseren Unterrichtsstunden eskortiert wurden. Um 6 Uhr hatten wir alle sofort in unseren Schlafsälen zu sein, abendliche Veranstaltungen und Quidditch waren gestrichen, und niemand durfte alleine in Hogwarts unterwegs sein. Diese Vorsichtsmaßnahmen machten allen Schülern furchtbare Angst. Doch was dann alle endgültig in Panik versetzte, war der zweite Vorfall: Dumbledore verschwand. Von den Lehrern war uns erklärt worden, dass er „ eine wichtige Angelegenheit“ zu erledigen hätte, doch beinahe jeder Schüler ahnte, dass das nicht der wahre Grund für seine Abwesenheit war. Auch ich hatte Angst. Dumbledore galt als der beste Zauberer unserer Zeit. Was war mit ihm passiert? Ich war mir sicher, dass es mit den Versteinerungen zu tun hatte. Die einzigen, die es freute, dass er nicht mehr da war, waren ein paar Slytherins, allen voran Draco Malfoy. Ich hasste es, sein hässliches schadenfrohes Grinsen sehen zu müssen, und ich hasste ihn dafür, dass er dumme Gerüchte über Dumbledore verbreitete. Aber natürlich konnte ich nichts machen- genau wie alle anderen. Drei Tage vor den Prüfungen verkündete uns Professor McGonagall, dass die Alraunen fertig wären, und wir die Versteinerten noch heute Abend wiederbeleben könnten. Genau wie alle anderen begann ich, laut zu jubeln. Wie es wohl für Colin war? Immerhin hatte er jetzt ein halbes Jahr im versteinerten Zustand verbracht. Das musste ein merkwürdiges Gefühl sein... wenn einem so ein großes Stück Lebenszeit fehlte... Hoffentlich würde der Übeltäter noch gefasst werden. Das Frühstück schmeckte mir heute wirklich besser, als an den Tagen davor, und ich begann sogar, als wir uns zu Professor Binns begaben, davon auszugehen, dass es ein schönerer Tag als die letzten werden könnte. Als alle Ravenclaws da waren, trotteten wir los, im Gänsemarsch hinter Binns her. Ich war so in Gedanken versunken, dass ich über eine Treppenstufe stolperte. Meine Tasche fiel mir aus den Händen, und ihr Inhalt entleerte sich über den ganzen Gang. Hanna wollte mir helfen, aber ich winkte ab. Wenn wir beide stehen bleiben würden, würden wir wahrscheinlich noch viel mehr Ärger bekommen. Ich versuchte meine Sachen so schnell wie möglich aufzusammeln, um die Anderen nicht zu verlieren, aber mein Zauberstab war um eine Ecke gerollt. Schnell lief ich hin und hob ihn auf. Es war ihm nichts passiert. Schnell steckte ich ihn ein, und wandte mich zum Gehen, als ich eine Bewegung am anderen Ende des Gangs wahrnahm. Ich lief hinüber. Es war Ginny. Aber sie sah entsetzlich aus. Ihre Augen waren rot und weit aufgerissen, und unter ihnen lagen tiefe Schatten. Außerdem war sie ungekämmt. In ihrer Hand hielt sie das schwarze Buch, mit dem ich sie seit Anfang des Schuljahres immer gesehen hatte. Ihren Umhang zierten rote Flecken. Aber am Schrecklichsten war die Art, wie sie sich bewegte. Als wäre sie nicht ganz bei Bewusstsein. Und als ich langsam näher kam, merkte ich, dass es stimmte. Es war, als wäre sie in einer Art Trance, oder in einem Hypnosezustand. Ein kalter Schauer lief mir über den Rücken. Ich vergaß meine Tasche und die herumliegenden Papierfetzten, und ging langsam den Gang hinunter, in Richtung Ginny, doch als ich nur noch wenige Meter von ihr entfernt war, lief sie plötzlich los. „Ginny!“, wisperte ich. „Ginny!“ Sie schien mich nicht zu hören, denn sie verlangsamte ihre Schritte nicht. Plötzlich war mir ziemlich nach Heulen zumute, aber ich riss mich zusammen. Jetzt zählte alles. Ich lief los, hinter Ginny her. „Ginny!“, rief ich laut. Sie drehte sich nicht um. Panisch lief ich weiter, immer hinter ihr her. Doch schon nach wenigen Schritten machte sie Halt- vor dem Klo der maulenden Myrthe. Ich war total überrascht, als Ginny die Toilette betrat, und nur wiederwillig folgte ich ihr. „Ginny“, sagte ich. „Bitte!“ Ich lief zu ihr, und fasste sie an ihrem Arm an.“ Ginny, was machst du?“ Sie sagte nichts, sondern ging zu einem Waschbecken an der Wand. Ich folgte ihr, aber immer unwilliger. War es nicht schlauer, doch einen Lehrer zu holen? Ich sah zu Ginny, die am Wasserhahn hantierte. „Ginny?“ Sie sah sich um, sah mich an. Ihre braunen Augen schien trüb, das Funkeln, das am Anfang des Jahres in ihren Augen gewesen war, war verschwunden. Ich schluckte, mein Hals war trocken. Jetzt brachte ich nichts mehr heraus. Ginny sah mich an. Dann öffnete sie ihren Mund und ein unheimliches Zischen entfuhr ihr. Schockiert starrte ich sie an. Das konnte doch nicht sein. Ginny sprach Parsel? Ich sah zum Waschbecken. Der Hahn glühte, und langsam bewegte sich das Waschbecken, bis es ganz in der Wand verschwunden war und man dahinter ein relativ breites Rohr erkennen konnte. Was war geschehen? Ich umklammerte Ginnys Hand fester, und sah entsetzt zu, wie sie in das Loch stieg. Ginny wollte dort hinunterrutschen? Ich sah zu der großen schwarzen Öffnung, aus der es modrig roch. Dann betastete ich meine Tasche. Der Zauberstab war da. Und ich konnte Ginny nicht alleine lassen. Langsam kletterte ich auf den Stand des Waschbeckens. Und plötzlich wurde es mir klar. Ich rief mir das Bild an der Wand an Halloween wieder in den Kopf. Die Kammer des Schreckens wurde geöffnet. Das hier war der Eingang zur Kammer. Ich wollte wieder weg hier, und wollte Ginny von der Öffnung wegzerren. Doch Ginny, die bereits halb im Loch saß, stieß sich an. Ich, die ihre Hand umklammert hielt, konnte nicht mehr anders. Ich würde weggerissen, und schlitterte auf dem Bauch in die schwarze Finsternis.

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    ((fuchsia)) Kapitel 32 ((efuchsia)) Es ging in vielen Windungen steil hinunter. Der Boden des Rohrs war schleimig, und es roch muffig. Etwas Wasser tr

    Kapitel 32

    Es ging in vielen Windungen steil hinunter. Der Boden des Rohrs war schleimig, und es roch muffig. Etwas Wasser tropfte mir von oben in den Nacken. Ich lag auf dem Bauch, den Kopf zuerst, und umklammerte Ginnys Hände. Ginny lag auch auf dem Bauch, aber andersrum gekehrt als ich, sodass wir uns, wenn es hell gewesen wäre, in die Augen hätten sehen können. Es war aber nicht hell, sondern stockdunkel, und während wir immer weiter nach unten rutschten, wirbelten die Gedanken in meinen Kopf nur so umher. Die Kammer des Schreckens wurde geöffnet... und ich war auf dem Weg dorthin. In rasender Geschwindigkeit ergänzten sich alle meine Gedanken zu einem riesigen Puzzle: In dieser Kammer wohnte das Monster, dass alle versteinerte. Nicht alle, alle Kinder mit muggelstämmiger Herkunft. Also auch mich. Der Erbe Slytherins war es gewesen, der die Kammer geöffnet hatte- er musste Parsel sprechen können. Ginny- Ginny sprach Parsel, und ich hatte soeben mit eigenen Augen gesehen, wie sie die Kammer geöffnet hatte. Aber ich konnte mir nicht vorstellen, dass sie der Erbe Slytherins war- sie war doch eine Gryffindor, ich war dabei gewesen, als der Hut das ausgerufen hatten. Das konnte doch einfach nicht... Es müsste so sein. Und ich- ich war einfach mit ihr in diese Röhre geklettert, und rutschte jetzt in die Kammer des Schreckens. Vielleicht sogar direkt in die Fänge des Monsters. Und ich konnte mich doch nur kaum wehren! Plötzlich gab es einen Ruck, Ginnys Hände rutschten aus meinen, und ich landete auf kaltem Steinboden. Ich keuchte auf. Wir waren in einem dunklen Tunnel gelandet, direkt in einer großen Pfütze. Meine Klamotten klebten an meinem Körper. Langsam tastete ich an mir hinunter, bis ich den Zauberstab gefunden hatte. „Lumos“, flüsterte ich und ein helles Licht flackerte an der Spitze des Stabs auf. Ich setzte mich auf, und rieb mir die Augen. Ginny huschte mit schnellen Schritten den Gang entlang. Was sollte ich tun? Sollte ich ihr folgen- aber was, wenn sie die Erbin Slytherins war? Ein Schauer glitt mir über den Rücken, und langsam stand ich auf. Nein. So sah nicht der Erbe Slytherins aus. Ich dachte an Ginny, wie wir zusammen im Hogwartsexpress gesessen waren. Sie hatte gelacht- na ja, und auch gezittert, als wir Harry und Ron gesehen hatten- und in ihren Augen war immer ein Funkeln gewesen. Sie war nicht der Erbe Slytherins. Es war eher, als würde Ginny von einer unsichtbaren Macht angezogen werden, oder, als ob jemand sie hypnotisiert hätte. Ich sah zu ihr, wie sie über den Gang huschte. In ihrer rechten Hand hielt sie das schwarze Notizbuch, in dass sie immer hineingeschrieben hatte. Das war es. Dieses Buch... Ich lief los, immer darauf bedacht, nicht auszurutschen. Ich musste aufpassen. Hier war irgendwo das Monster... Langsam folgte ich Ginny, die jetzt auch nicht mehr rannte. Irgendetwas knirschte unter meinen Füßen. Entsetzt leuchtete ich nach unten. Ich war auf Knochen getreten, winzig kleine Knochen, die hier verstreut herumlagen. Ich schluckte. Wahrscheinlich von Ratten.
    Doch was war das große grüne Zeug da vorne? Ich trat langsam näher, bis ich erkennen konnte, was es war: eine riesige, ungefähr sieben Meter lange Schlangenhaut. Das Monster! Ich riss die Augen auf und ein Schauer glitt über meinen Rücken. Es war eine Riesenschlange. Ich berührte mit einem Finger die Haut. Sie war schleimig. Angewidert zog ich den Finger zurück. Eine Riesenschlange, die andere versteinern konnte... Es war gefährlicher, als ich dachte. Ob es sich um eine giftige oder um eine Würgeschlange handeln würde? Hoffentlich um gar nichts... Warum war Ginny hier hinunter gegangen? Ich sah zu ihr. Sie war schon fast nicht mehr zu erkennen und ich musste mich beeilen, um sie wieder aufzuholen. Doch je länger ich ihr durch den schmutzigen Gang folgte, desto mehr Angst bekam ich. Am Liebsten wäre ich sofort wieder umgedreht. Doch plötzlich war der Gang zu Ende. Eine große Wand mit zwei eingemeißelten Schlangen versperrte den Weg. Ginny zischte leise, die Wand begann, sich zu öffnen. Und dann betrat ich hinter ihr die Kammer des Schreckens.

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    ((fuchsia)) Kapitel 33 ((efuchsia)) Ich stand am Anfang einem großen Raumes. Große Säulen ragten bis an die Decke, die grünlich schimmerte. Und ga
    Kapitel 33


    Ich stand am Anfang einem großen Raumes. Große Säulen ragten bis an die Decke, die grünlich schimmerte. Und ganz vorne stand eine gewaltige Statue eines Zauberers. Salazar Slytherin... Ich sah zu Ginny, die durch die Kammer ging. Wo war das Monster? Es musste doch hier irgendwo sein! Ich lauschte, doch außer dem hallenden Geräusch, das Ginnys Schritte verursachten, war nichts zu hören. Zaghaft machte ich einen kleinen Schritt nach vorne. Meinen Zauberstab hatte ich so fest umklammert, dass meine Fingerknöchel weiß hervortraten. Langsam ging ich noch einen Schritt nach vorne, meine Augen weit aufgerissen. Von den Wänden hinunter starrten mich steinerne Schlangen verächtlich an. Mich überlief es kalt. Immer wieder drehte ich mich um, um zu sehen, ob etwas hinter mir war. Es war niemand zu sehen, außer Ginny, und dennoch fühlte ich mich beobachtet. Meine Schritte hallten laut von den Wänden wieder. Ich wagte nicht, nach Ginny zu rufen. Allgemein hatte ich keinen Plan, was ich tun sollte. Ich merkte, dass meine Hände schweißnass waren. Es war ein großer Fehler, hier hinunterzukommen. Ich hatte Angst, große Angst. Was war das für eine Riesenschlange? Am Liebsten wäre mir, sie würde jetzt vor mir stehen, und das bloß, damit ich wüsste, wo genau sie war. Ginny war mittlerweile vorne angekommen, sie kauerte jetzt auf dem nassen Steinboden, in ihren Händen das Notizbuch. Ich lief so schnell ich konnte, zu einer der wuchtigen Säulen, und versteckte mich dahinter, aus Angst, was jetzt kommen würde. Ginny hatte das schwarze Buch fallen lassen. Ich schluckte und grub meine Hände fest in das unregelmäßige Gestein, den Zauberstab trotz allem immer noch umklammernd. Ginny sah einsam und verloren aus, wie sie dort dasaß. Sie hatte Ihre Augen aufgerissen und sah sich schockiert um. Ihre Lippen bewegten sich, aber ich konnte nicht erkennen, was sie sagte. Den Hypnosezustand von vorhin konnte ich an ihr nicht mehr erkennen. Ich wollte gerade zu ihr laufen, als ich plötzlich etwas seltsames wahrnahm. Aus dem Notizbuch, das einsam und verknickt in einer Wasserlache lag, drang ein merkwürdiger nebelartiger Rauch- und als ich schließlich genauer hinsah, konnte ich eine Gestalt erkennen, merkwürdig verschwommen, die neben dem zerfledderten Büchlein stand. Zuerst dachte ich es wäre eine der Schattengestalten- doch als ich mich weiter vorbeugte, sah ich, dass es dir verzerrten Umrisse eines schwarzhaarigen Jungens waren. Ich hielt die Luft an. Ginny hatte die Augen weit aufgerissen und war blass geworden. Ihr Gesicht war zu einer einzigen schockierten Maske worden, und sie wirkte wie eine Marmorstatue. “Tom?“ Ich sah entsetzt zu Ginny. Sie KANNTE diesen Jungen?
    Ich konnte es kaum glauben, doch der Junge verzog das Gesicht. „ Ginny Weasley.“ Seine Mundwinkel hoben sich spöttisch. Ginny schluchzte auf. „Oh, Tom!“ Tränen liefen über ihre Wangen, und am Liebsten wäre ich sofort zu ihr gelaufen. Doch irgendetwas mit diesem Jungen stimmte nicht, also blieb ich stehen, und schielte einfach nur noch hinter meiner Säule hervor. Ginny schien ihm zu vertrauen... Doch da war zu viel, was mich an ihm störte. Diese Art, spöttisch die Mundwinkel zu heben, war alleine schon zu viel. „Tom!“ Ginny schluchzte heftig, aber Tom machte keine Anstalten, sie irgendwie zu beruhigen. „Vertrau ihm nicht“, wisperte ich zu mir selbst. „Bitte...“ Ginny schluchzte laut los. „Tom! Wieso... wieso... bin ich hier? Bitte... Hilfe, Tom!“ Der Junge verzog keine Miene. „Du bist selbst hierher gekommen“, sagte er sanft. Ginny heulte auf. „ Bin ich verrückt? Bitte... sag, dass ich nicht... Ich will nicht...“ Sie stockte, ein seltsam leerer Ausdruck trat in ihr Gesicht, als sie ihren Umhang musterte. „Da ist Farbe!“, sagte sie. „Schon wieder!“ Die Farbe... ja, genau die Farbe, die ich auch an ihr bemerkt hatte. „Tom?“ Sie sah ihn entsetzt an. Tom beugte sich vor. „Vielleicht ist es tatsächlich so... Vielleicht bist du tatsächlich... Wer weiß, Ginny Weasley“, sagte er mit aalglatter Stimme. Ich ballte meine Hände zu Fäusten, und Ginny begann wieder aufzuschluchzen. „Wieso... ich will hier nicht sein! Ich will weg! Bitte, Tom, hol mich hier weg!“ Sie sprach weiter, verschluckte Wörter und Satzteile zwischen einzelnen Schluchzern. „Bitte...bitteeeee... mir ist kalt... ich will nicht... Tom, bitte!“ Der Junge zeigte keine Regung. Sah er nicht, wie sehr sie litt? Wie schlecht es Ginny ging? „Das geht leider nicht“, sagte Tom und gähnte. Ich bemerkte, dass ich seine Umrisse jetzt etwas deutlicher sah, während hingegen Ginny an die Wand gekauert dasaß. Ihr Gesicht war rot und glitzerte vor Tränen. „Aber am Anfang... du warst doch mein Freund! Warum willst du mir nicht helfen! Bitte!“ Riddle kam zum ersten Mal etwas näher auf Ginny zu. „Nun ja... Es ist so, dass du mir sehr geholfen hast. Ja, du hast mir wirklich SEHR geholfen...“ Ginny rutschte zitternd ein Stückchen weiter an der Wand nach unten. „Ich will hier weg!“, kreischte sie. Sie versuchte, aufzustehen, aber sie rutschte auf dem nassen Boden immer wieder weg. Tom betrachtete sie amüsiert. „Willst du die Wahrheit wissen?“, fragte er. „Ich kann sie dir sagen...“ Ginny, die halb am Boden lag, sich halb noch an die Wand gelehnt hatte, schluchzte nur kläglich. Tom ging ein paar Schritte auf sie zu. „Bald wir sein Freund Harry kommen. Ich bin mir sehr sicher, dass er kommen wird.“ „Harry?“, fragte Ginny verdutzt und hörte für einen Moment auf zu weinen. Mir ging es genauso. Ich war verblüfft, aber wenn ich es mir genau überlegte, hatte er natürlich Recht. Besonders seit Hermine versteinert worden war... „ Ja, Miss Weasley... Aber ich frage mich, ob sie es noch mitbekommen werden...“ Dieser eine Satz war zu viel für mich. Ob sie es noch mitbekommen werden... Das konnte nur eine Möglichkeit zulassen. Und die durfte nicht geschehen. Ich tat etwas, was ich unglaublich bereuen würde: Ich schrie. Gleichzeitig stolperte ich und fiel nach vorne auf den harten Steinboden. Tom sah sich um, und zum ersten Mal verzerrte sich sein Gesichtsausdruck: Er wurde panisch. Selbstverständlich nur einen minimalen Moment lang. Dann starrte er mich an. Seine Augen funkelten rot, und eine wütende Falte war in seiner Stirn erschienen. Man konnte ihm ansehen, dass ich das Letzte war, was er erwartet hatte. Ginny schrie auf. „Hilary!“ Mit einem Stöhnen versuchte ich, aufzustehen. Mein Knie blutete und brannte scheußlich. Tom ging mit schnellen Schritten zu mir. „Wie heißt du?“, blaffte er. Ich war so geschockt, dass ich gar nichts herausbrachte. „Wie heißt du?“ Seine Augen flackerten rötlich und huschten in alle Richtungen. „Hilary“, sagte ich, und setzte mich auf, zitternd vor Angst. Jetzt war es zu spät. Ich sah zu Ginny, die wie ein Häufchen Elend zu Füßen der Statue saß... obwohl sie mittlerweile eher lag. Sie schien während ihrer Unterhaltung mit Tom immer schwächer geworden sein... Tom runzelte die Stirn: „Du weißt, dass ich das nicht so gemeint habe. Bist du Reinblütig?“ Ich zuckte zusammen, und schüttelte den Kopf. „Muggelstämmig“, krächzte ich heiser, und stand wackelig auf. Tom nickte und ein kleines, schmales Lächeln erschien auf seinen Lippen. Scheiße... Ich hätte sagen sollen, dass ich Reinblüter wäre... Langsam ging ich einen Schritt rückwärts und hob den Zauberstab. Tom sah mich mitleidig an, und ich wusste, dass es aussichtslos war. Mein Kopf war wie leergefegt, kein einziger nützlicher Zauberspruch fiel mir ein. Die Augen des Jungen glänzten noch röter als zuvor, und ich konnte etwas grün-silbernes an seiner Brust sehen. „Der Erbe Slytherins“, flüsterte ich tonlos. Er nickte. „Schlaues Mädchen.“ Seine Stimme triefte vor Hohn. „Bloß nütz dir die Erkenntnis nicht viel. Er sah mich lauernd an. Ich sah zu Ginny, die am Boden lag, den Kopf in einer der Wasserpfützen. „Ginny!“, schrie ich, so laut ich konnte. Ich stürzte an Tom vorbei zu ihr. Ginny hatte die Augen geschlossen. Ihre Haare trieben im Wasser. Sie bewegte sich nicht. „Ginny!“, schrie ich und rüttelte an ihr. Sie wimmerte irgendetwas, ohne die Augen aufzumachen. „Sie wacht jetzt nicht auf“, sagte Tom und kam näher. „Sie verliert ihre Kraft, je länger sie hier liegt.“ Ich starrte ihn hasserfüllt an. „Und du gewinnst sie dazu“, stellte ich fest. Er hob beide Mundwinkel. „Die kleine, dumme Ginny... Sie hat mir vertraut...“ Tom ging einmal um sie herum und blieb dann vor mir stehen. „Aber auch du bist nicht klüger“, fuhr er fort. „Es war ein Fehler, hierherzukommen.“ Seine Stimme war zu einem leisen Zischen geworden und langsam drehte er sich zur Wand um. Ich starrte entsetzt seinen Rücken an. Was kam jetzt? Was wollte er jetzt noch? Ich sah nach oben, zur Decke, die viele Meter über mir war. Dort irgendwo war Hogwarts. Hatten sie unser Fehlen nicht gemerkt? Sie mussten doch! Es musste doch Hilfe kommen! Ich zitterte am ganzen Körper vor Kälte und Angst. „Hilfe!“, schrie ich panisch. „Hilfeeee!“ Tom lachte laut auf, und sein Lachen hallte von den Wänden wieder. Es klang falsch, blechern, und er hörte schon nach wenigen Sekunden wieder damit auf. Stattdessen zischte er und hob die Arme zur Wand. Er sprach auch Parsel. Jetzt würde die Riesenschlange kommen. Ich sah nach oben, ganz nach oben, wo das steinerne Gesicht der Statue war. der große Mund öffnete sich, und gab eine riesige schwarze Öffnung frei. Und ich hörte ein Knirschen, das aus dem Inneren der Statue kam. Ein hässliches Knacken folgte, und ich hörte ein grauenerregendes Fauchen. Tom drehte sich zu mir um. „Der Basilisk. König der Schlangen.“ Er machte eine bedeutungsvolle Pause. Ein Basilisk. Eine Riesenschlange. Ich starrte nur mit offenem Mund nach oben, wo es raschelte und knackte. „Bekannt für seinen Todesblick.“ Etwas Grünes erschien oben am Rand des Mundes. Gleichzeitig realisierte ich, was Tom gesagt hatte. Bloß nicht in die Augen sehen... Bloß nicht in die Augen sehen... Mit einem gewaltigen Klatscher prallte hinter mir der Basilisk auf den Boden. Ein Zischen war zu hören, das vermutlich von Tom kam. Ich wusste nicht, was genau er gesagt hatte, aber ich konnte es mir vorstellen. Deshalb begann ich zu laufen, so schnell ich konnte. Ich sprintete an den Säulen vorbei. Was konnte ich jetzt noch tun? Der Basilisk hatte meine Verfolgung aufgenommen, ich konnte das Klatschen seines Körpers in den Pfützen hören. Denk nach!, schrie ich mich selbst an. Wenn ich nicht sterben wollte, dann musste mir dringend etwas einfallen. Ich war jetzt beim Eingang der Kammer angekommen, der jedoch wieder verschlossen war. Ich rannte weiter, wieder nach vorne. Hinter mir fauchte der Basilisk, vorne, bei der reglosen Ginny, stand Tom. Er hatte sich gegen die Säule gelehnt, hinter der ich mich versteckt hatte, und betrachtete mit gelangweiltem Blick das Spektakel. Mir musste etwas einfallen, wenn ich nicht sterben wollte. Verzweifelt lief ich zwischen den Säulen hindurch, hinter mir hörte ich den Basilisk auf dem kalten Stein entlang kriechen. Immer wieder und wieder umrundete ich die Säulen. Ich musste etwas tun. Und plötzlich fiel mir etwas ein, ich glaubte selbst nicht daran, dass es funktionieren würde, doch ich konnte nicht mehr weiterlaufen. Ich lief wieder zu den Füßen der Statue von Salazar Slytherin, vor der Ginny reglos lag. Mit einem Schrei nahm ich ihre kalte Hand, kniff die Augen so fest zusammen, wie ich konnte, und sah, dorthin, wo die Pfütze sein musste. Dann riss ich die Augen so weit auf, wie ich konnte, und ließ mich möglichst steif auf den Boden fallen. Mein Kopf schlug mit einer großen Krachen auf dem Stein auf. Dann wurde alles um mich herum schwarz.

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    ((fuchsia)) Kapitel 34 ((efuchsia)) Als ich die Augen aufschlug, sah ich zuerst nur goldenen Nebel, der mich umgab. Er waberte unruhig hin und her. Be

    Kapitel 34

    Als ich die Augen aufschlug, sah ich zuerst nur goldenen Nebel, der mich umgab. Er waberte unruhig hin und her. Beinahe hätte ich gelacht- doch ein stechender Schmerz hielt mich davon ab. Ich keuchte auf, und erkannte, dass der Nebel kein goldener Nebel war- er war grau-grün, doch in der Mitte war ein golden glänzender, hell schimmernder Fleck. Ich versuchte, mich ein bisschen zur Seite zu rollen, doch der Schmerz, wohl in meiner rechten Schulter, wurde unerträglich, als das Schulterblatt den Boden berührte. Ich wimmerte. Der goldene Punkt war immer noch da, doch jetzt umgab ihn eine flammend rote Hülle. Ich blieb regungslos liegen. Der Schmerz ließ nach, und ich entspannte mich. Dann öffnete ich die Augen vollends. Auf meiner rechten Schulter saß ein flammenroter Vogel, mit goldenen Schwanzfedern und Augen. Er sah mich vorwurfsvoll an, und als ich mich aufsetzte, flatterte er davon. Ich sah ihn nach, und schlagartig fiel mir ein, wo ich mich befand- in der Kammer des Schreckens. Der Basilisk! Ich stöhnte leise. „Hilary!“ Irgendjemand stürzte auf mich zu und umklammerte mich. Es war Ginny. „Es tut mir so leid“, schluchzte sie. Ich umarmte sie, immer noch sitzend. „ Das Tagebuch... Er ist da rausgekommen...“, schniefte Ginny. „Ich wollte dich nicht absichtlich mitnehmen!“, schluchzte sie weiter. Ich schluckte und sah mich um. Das Erste, worauf mein Blick fiel, war der Basilisk. Er lag am Boden, und seine gelben Augen waren geöffnet. Ich sah direkt hinein. Aber... hatte „Tom“ nicht gesagt, ich solle der Riesenschlange nicht in die Augen sehen... sonst würde ich sterben? Ich zuckte zusammen. Würde ich jetzt sterben? Aber es geschah nichts. Nur Ginny war zu hören, die hemmungslos weinte.
    Ich sah zu den Säulen und erblickte Harry. Er kniete in einer seltsamen dunkelblauen Pfütze auf dem steinernen, glitschigen Boden. Vor ihm lagen drei Dinge: Das Notizbuch von Ginny, durchbohrt mit irgendetwas blutigem, der sprechende Hut der Schule, und ein seltsam funkelndes Schwert. Ich war total überrascht. „Was...“, sagte ich langsam, und löste Ginnys Arme von mir, „... machen diese Dinger hier?“ Harry blickte auf und sah verlegen drein. „Das hat Dumbledore mir geschickt“, erklärte er. „Und Fawkes ist auch gekommen.“ Ich stand auf, genau wie Ginny, und stützte mich an den steinernen Füßen der riesigen Statue ab. Mein Blick wanderte zu dem rotgoldenen Vogel, der in ein paar Metern Entfernung saß, und dann zu meinem Arm, wo er vorhin gesessen war. Meine Haut war dort etwas rot, und eine dünne Narbe zeichnete sich dort ab. Entsetzt legte ich meinen Finger darauf. „Das war der Basiliskenzahn“, sagte Ginny leise. „Sie sind giftig.“ Ich sah sie verwundert an, was ein Fehler war. Ihre Augen füllten sich sofort wieder mit Tränen. „Ist der Basilisk tot?“, wechselte ich schnell das Thema. Harry nickte. Er hob die Sachen auf, die auf dem Boden lagen. „Gehen wir lieber schnell“, sagte er. Ich nickte. Ich wollte auch nicht länger hier bleiben, mit der Leiche eines Basilisken. Schnell liefen wir zum Ausgang der Kammer. Hinter uns fielen mit einem dumpfen Schlag die Tore zu, und wir standen in der Dunkelheit. Harry ging voraus, ich folgte etwas langsamer und hatte dabei Ginnys Hand fest umklammert. Ginny schluchzte und murmelte etwas davon, dass sie von der Schule geworfen werden würde. Ich schwieg einfach nur, konnte es nicht glauben, dass wir jetzt in Sicherheit waren. Schon nach wenigen Minuten hörte ich das Kratzen von Steinen, und ich konnte einen orangefarbenen Haarschopf zwischen einer Mauer von Steinen erkennen. Es war Ginnys Bruder Ron. Ginny schluchzte noch heftiger als zuvor, und ich konnte sie nur mit Mühe durch den Spalt ziehen. Als ich dann hinter der Barriere stand, wollte ich meinen Augen nicht trauen: Am Ende des Ganges saß, vergnügt grinsend, Gilderoy Lockhart. Ich ging zu ihm hinüber. „Guten Abend, junge Dame“, sagte er. Ich sah ihn verblüfft an. „Wohnen Sie hier?“, fragte mich Lockhart. Ich runzelte die Stirn. „Natürlich nicht, Professor Lockhart“, erklärte ich mit dem größtmöglichen Ernst, den ich aufbieten konnte. Lockhart sah enttäuscht aus. „Nicht? Mit dem rothaarigen Jungen? Nein? Aber wer ist Professor Lockhart?“ Verdattert drehte ich mich um. Ron seufzte. „Vergessenszauber. Er wollte uns damit belegen, aber der Zauber ist nach hinten losgegangen... und tja.“ „Ach so!“, seufzte ich. „Das wird Hanna aber freuen.“ Ron grinste, doch er konnte nicht mehr antworten, da Fawkes zu uns geflogen war. Harry und Ginny waren ebenfalls nachgekommen. „ Wir müssen uns aneinander festhalten“, sagte Harry. „Der Vogel ist stark genug, um uns zu ziehen.“ Ich sah zweifelnd zu den goldenen Schwanzfedern. „ Fawkes ist kein normaler Vogel“, sagte Harry, der meinen Blick bemerkt hatte. „Er ist ein Phönix, er schafft das.“ Ich atmete tief durch und griff nach Ginnys Hand. Ron packte Ginnys zweite Hand und Lockharts Hand, Lockhart hielt Harrys Umhang fest, und dieser umklammerte Fawkes Schwanzfedern. Mit einem Ruck wurde ich in die Luft gehoben, und in das Rohr hineingezogen, durch das wir gekommen waren. In vielen Windungen, und in atemberaubender Geschwindigkeit ging es nach oben. Es fühlte sich toll an, wie Fliegen, für mich vor allem, weil ich das letzte Glied der Kette war. In der Mitte zwischen mir und Ron schluchzte Ginny. Und schneller als wir denken konnten, befanden wir uns wieder im Klo der maulenden Myrthe. Ich hustete und rappelte mich auf, über und über mit Dreck verschmiert. Ekelhaft. Ginny rollten noch immer die Tränen über die Wangen, und ich nahm ihre heiße Hand wieder in meine. Langsam sah ich zu, wie sich der Eingang zum Rohr wieder verschloss. Hoffentlich würden wir nie wieder dort hinunter müssen. Wir traten hinaus auf den Gang, und folgten Fawkes, der uns zu Professor McGonagalls Büro leitete. In dem Raum konnten wir gedämpftes Murmeln hören. Harry klopfte an- und wir traten ein. Zuerst war Stille, dann folgte ein Schrei. Er war von einer kleinen molligen Frau gekommen, mit ebenso orangenen Haaren wie Ron, die ich schon einmal gesehen hatte. Mir war auch klar, wo: Am Gleis 9 3/4... Vor etwas mehr als einem halben Jahr. Es musste Ginnys und Rons Mutter sein. Sie stürzte sich zuerst auf Ginny, dann auf Harry, und auch mich umarmte sie. Da konnte auch ich die Tränen nicht mehr zurückhalten. Ich setzte mich neben Ginny und ihren Eltern auf ein Sofa. Sowohl Ginny als auch ich weinten leise, doch ich hörte auf, als Harry zu erzählen begann. Von Stimmen im Gemäuer, von dem Basilisken und davon, dass er und Ron im Wald gewesen waren, und dort auf Monsterspinnen getroffen waren. Es mussten dieselben sein, die auch ich... Mir lief ein Schauer über den Rücken. Harry erwähnte, wie er die Kammer des Schreckens gefunden hatte, und mit dem Basilisk gekämpft hatte, und Fawkes und der Hut, aus dem er das Schwert gezogen hatte, ihm geholfen hatte. „ Was mich am meisten interessiert ist die Frage, wie Lord Voldemort es geschafft hat, die Ginny zu verzaubern, wo er sich doch laut meinen Kundschaftern gegenwärtig in Albanien aufhält“, überlegte Dumbledore. Ich war total irritiert, genau wie die Weasleys. „Du-weißt-schon-wer?“, keuchte ich. Dumbledore nickte. „Es war sein Tagebuch“, sagte Harry. Dumbledore nahm es ihm aus der Hand. „Brilliant“, sagte er. Ginny schluchzte los. „Ich- ich habe das ganze Jahr darin geschrieben, und er hat zurückgeschrieben... Ich habe erst nicht kapiert, dass... dass... ich es war, aber ich bin dann...“ Sie erzitterte. „Miss Weasley und Miss Shine sollen hochgehen in den Krankenflügel“, unterbrach sie Dumbledore. Ich stand auf, mit weichen Beinen. Dumbledore lächelte uns beruhigend an. „Professor Dumbledore?“, meldete sich Professor McGonagall zu Wort. „Ich habe noch eine Frage an Miss Shine.“ Entsetzt blieb ich stehen. Alle Blicke im Raum waren auf mich gerichtet. „Wie sind sie in die Kammer gelangt?“, fragte mich Professor McGonagall. Ich wurde rot. „Ich bin ihr gefolgt“, gab kch kleinlaut zu. „Ich wusste nicht, was mit Ginny ist, aber da war rote Farbe bei ihr und sie hat sich so komisch bewegt...“ „Schon gut“, sagte Dumbledore und lächelte mich durch seine Halbmondbrille an. „Das war sehr tapfer und mutig. Ich denke, es gibt sicherlich auch einige Hauspunkte für Ravenclaw.“ Ich nickte, und schweigend verließen wir den Raum. Mr und Mrs Weasley begleiteten uns zum Krankenflügel, wo Madam Pomfrey uns sofort in zwei Betten steckte. Und weil ich so müde war, dauerte es nicht lange, da schlief ich auch schon tief und fest.

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    ((fuchsia)) Kapitel 35 ((efuchsia)) Rauchschwaden nebelten den gesamten Bahnsteig ein. Von allen Seiten war Geschrei und Lärm zu hören. Jede Menge S

    Kapitel 35


    Rauchschwaden nebelten den gesamten Bahnsteig ein. Von allen Seiten war Geschrei und Lärm zu hören. Jede Menge Schüler drängten sich an mir vorbei, und stießen mich an. Ich stellte mich auf die Zehenspitzen. Wo war sie nur? Erleichtert atmete ich auf, als ich Ginnys roten Haarschopf in der Menge entdeckte. „Ginny!“, schrie ich und winkte ihr mit meiner freien Hand. Mit der anderen umklammerte ich meinen Koffer und die Reisetaschen. „Ginny, hier sind wir!“ Hanna, die neben mir stand, hustete. „Blöder Rauch“, seufzte sie. Ich ergriff Ginnys Arm und zog sie zu uns. Sie lächelte. „Ich hätte euch fast nicht gesehen“, meinte sie. „Da sind alle Schüler- he, hör auf, du Idiot“, sagte sie und funkelte wütend einen der rothaarigen Weasley-Zwillingsbrüder an, der sich von hinten angeschlichen hatte. „Oh Nein, jetzt sperrt Klein-Ginny uns in der Kammer des Schreckens ein“, grinste er. Jetzt waren wir es alle drei, die ihn wütend ansahen. „Das ist doch nicht lustig“, sagte Hanna und verdrehte die Augen. Ja, da hatte sie Recht. Ginny reagierte immer noch sehr empfindlich auf jede kleinste Erwähnung der Kammer, obwohl ihr sogar von Professor Dumbledore selbst versichert worden war, dass sie definitiv an der Schule bleiben durfte. Man sah ihr auch an, dass das Schuljahr sie sehr mitgenommen hatte, doch immer öfter konnte man ihre Augen wieder funkeln sehen, worüber ich sehr froh war. Denn das war die Ginny, wir ich sie vor einem fast einem Jahr im Hogwartsexpress kennengelernt hatte... Ginny stieß ihrem Bruder gegen das Schienbein. „Hau ab George, deine Witze kannst du woanders reißen“, fauchte sie. Der Junge verzog das Gesicht und verschwand übertrieben humpelnd in der Menschenmenge. „Komm, wenn wir jetzt nicht einsteigen, finden wir keinen guten Platz mehr“, drängte ich. Ginny und Hanna nickten, packten ihre Taschen und folgten mir zu dem scharlachroten, dampfenden Zug. So schnell wie möglich stiegen wir ein. „Luna, Flame und Franzi wollten uns ein Abteil freihalten“, sagte Hanna. Wir mussten einmal durch den ganzen Zug gehen, um sie zu finden, denn die meisten Abteile waren schon randvoll. Erleichtert ließ ich mich neben Ginny auf das bequeme Polster fallen. Flame grinste. „Das hat aber gedauert!“, bemerkte sie. „Ja, weil wir hier, ganz hinten, sitzen müssen“, motzte Hanna. „Da hat man am längsten Sicht auf Hogwarts“, erklärte Franziska. Ich drückte mein Gesicht gegen die kühle Scheibe. Auf dem Hügel thronte Hogwarts, die Schule für Magie und Zauberei, wo ich so viel erlebt hatte dieses Schuljahr. Nicht nur Gutes, trotzdem konnte ich es kaum erwarten, zurückzukommen. Auf dem Bahnsteig befanden sich jetzt kaum noch Personen, nur noch Hagrid, vier Ravenclaw- Jungen aus dem sechsten Jahrgang und zwei Drittklässlerinnen aus Slytherin, doch auch sie beeilten sich, einsteigen. Ein schriller Pfiff ertönte, und ein Ruckeln fuhr durch den Zug, dann setzten wir uns langsam in Bewegung. Zurück blieb nur Hagrid. Auch Hogwarts wurde immer kleiner und kleiner, bis wir um eine Kurve fuhren, und es ganz verschwunden war. Ich ließ mich wieder in den Sitz plumpsen. „Ich hab jetzt schon Sehnsucht nach Hogwarts“, gab ich zu. Flame kicherte. „Ach, Ferien sind doch auch ganz schön. Wir müssen nichts mehr lernen- stellt euch das vor!“ „Ja“, seufzte ich. Mir lag es immer noch schwer im Magen, dass ich umsonst so viele Stunden mit Lernen verbracht hatte- die Prüfungen waren ja abgesagt worden. „Ich überleg mir, was für einen Lehrer wir nächstes Jahr in Verteidigung bekommen“, sagte Hanna. „Wenn es wieder so einer ist wie Lockhart- ich dreh durch, ehrlich.“ „Wusstet ihr schon, dass sie Lucius Malfoy als Schulrat gefeuert haben?“, sagte Flame. Mir ging ein Licht auf. „Darum schaut Draco Malfoy so wütend“, sagte ich. „Ich hab mich schon gewundert.“ Wir lachten. Die nächsten zwei Stunden verbrachten wir damit, Zauberschnippschnapp zu spielen, uns gegenseitig nass zu spritzen, denn es war teilweise sehr heiß und stickig im Abteil oder neue Zaubersprüche vorsichtig auszuprobieren. Leider nicht vorsichtig genug. Franziska färbte meinen Umhang purpurrot, und Hanna und ich standen auf, um einen Vertrauensschüler zu suchen, der uns helfen konnte. Die Gänge waren leider ziemlich leer, und nachdem wir zweimal durch den ganzen Zug gelaufen waren, gaben wir auf. „Komm“, sagte ich, und wollte schon losgehen, aber Hanna rührte sich nicht. „Ich wollte dich schon länger mal etwas fragen“, begann sie. Ich sah sie mit großen Augen an. „Was?“, fragte ich. Hanna seufzte. „Weißt du... Anfang Januar, da warst du ja ein bisschen komisch“, erklärte sie. „Und du hast mir nie gesagt, wieso.“ Das waren die Gestalten gewesen... Ich atmete tief ein und aus. Anfangs hatte ich gewollt, dass es mein Geheimnis blieb. Aber als ich dann mit Ginny im Krankenflügel gelegen war, war sie total verzweifelt gewesen. Da hatte ich es ihr auch erzählt, also hatte Hanna auch ein Recht darauf, es zu erfahren. Ich nickte und setzte mich auf einen freien Sitz. „Also“, setzte ich an. „Ich hatte damals schon länger Kopfschmerzen, und dann, als wir zum Frühstück gehen wollten, da war...“ Sie unterbrach mich. „Das war da, wo du einfach umgekippt bist“, erinnerte sich Hanna. „Das war ein Schock, das kannst du mir glauben!“ „Also, wie auch immer, da habe ich so eine Gestalt gesehen. Und-tja.“ „Eine Gestalt?“, fragte mich Hanna. „Was für eine Gestalt?“ Ich versuchte, mir das Ganze noch einmal in den Kopf zu rufen. „Irgendwie... wie ein Schatten.“ Bei der Erinnerung lief mir ein Schauer über den Rücken. „Nicht wie die Geister. Anders. Gruseliger.“ Ich erzitterte. „Es war kein wirklicher Schatten, weil normale Schatten sind ja immer verzerrt... aber es waren so schwarze Personen. Und sie hatten so eine hohe Stimme-...“ „Also mehrere? Du hast gesagt, es wäre nur einer gewesen“, unterbrach mich Hanna. „Sie haben mich irgendwie verfolgt“, gab ich zu. „Und dazu hatte ich noch die ganze Zeit Kopfschmerzen. Das hat mich irre gemacht, weil sie mich auch immer gerufen haben.“ „Echt?“, fragte mich Hanna mit aufgerissenen Augen. „Wie- gerufen?“ Ich zuckte die Schultern. „Sie haben mich Ravenclaw-Mädchen genannt. Und an dem einen Tag, da habe ich sie am Waldrand gesehen. Ich wollte wissen, was sie da machen. Und- den Rest, kennst du ja.“ „Von wegen“, sagte Hanna. „Wieso bist du in den See gefallen?“ „Ich bin den Schatten nachgegangen, und dann waren da so Monsterspinnen- also, ich hab mich erst verlaufen, und da sind die dann gekommen. Ich hab herausgefunden, dass sie kein Wasser mögen. Deshalb bin ich da reingesprungen.“ Ich sah zu Hanna. Sie sah noch erstaunter aus als Ginny, als ich es ihr erzählt hatte. Ihre Augen waren weit aufgerissen, und sie kaute auf ihrer Lippe herum. „Glaubst du mir das?“, fragte ich sie angsterfüllt. Hanna zuckte die Schultern. „Denk schon... Wieso solltest du dir sowas ausdenken?“ Ich seufzte erleichtert. „Aber erzähl es niemandem weiter!“, beschwor ich sie. Hanna schüttelte den Kopf. „Für wen hältst du mich denn?“ Ich lachte. „Lass uns wieder zu den anderen gehen“, meinte ich und stand auf. Ich fühlte mich sehr viel besser, seit ich Ginny und jetzt auch Hanna von den Gestalten erzählt hatte. Hanna nickte, und zusammen schlenderten wir durch den Gang. „Und, was willst du so machen, nächstes Jahr?“ Sie sah mich gespannt an. Ich runzelte die Stirn. „Was ich machen will? Wie meinst du das?“ Hanna zuckte die Schultern. „Also... ich denke, wir könnten uns ja um einen Platz im Quidditchteam bewerben. Als Zweitklässler darf man ja einen eigenen Besen haben, und da dachte ich mir- das wäre doch total lustig, so zu zweit...“ Ich war völlig überrascht. Wie oft hatte ich nicht den selben Gedanken gehabt... „Fände ich cool“, antwortete ich. „Aber wie wird man sowas?“ „Weißt du das nicht? Das ist eigentlich total einfach. Du musst zu den Auswahlspielen deines Hauses gehen, dich um die Position bewerben, bei der du spielen willst, und zeigen, was du draufhast.“ „Okaay...“ Ich war mir noch etwas unsicher, aber Hanna wirkte so begeistert, also konnte es nicht so schwer sein. „Weißt du“, erklärte Hanna, „ich wollte schon immer Quidditch spielen, schon seit ich klein war. Mein Vater spielt nämlich in der Nationalmannschaft, und darum...“ „Ehrlich?“, unterbrach ich sie. „Das hast du mir noch nie erzählt.“ Hanna lächelte verlegen. „Schon seit ich denken kann, bin ich Fan von den Holyhead Harpies. Die sind einfach die Besten!“ Ihre Augen hatten zu strahlen begonnen, und plötzlich fiel mir etwas ein. „Warte mal!“ Ich begann zu rennen, bis ich an unserem Abteil angekommen war. Mit Wucht riss ich die Tür auf, schnappte mir meine Tasche und entleerte den Inhalt auf meinen Sitz. Die anderen sahen mich nur entgeistert an. Aber tatsächlich fand ich, wonach ich gesucht hatte: Zwischen Pergament, Federkielen, einer Tüte Bertie Botts Bohnen und meinem Tintenfass lag, wonach ich gesucht hatte: Der zerbrochene Besen. Vorsichtig reichte ich das Teil ihr. „Und? Gehört das dir?“ Hanna nickte. „Danke“, flüsterte sie. „Ich hab es ewig gesucht...“ Aus ihrer Tasche holte sie eine dünne Silberkette, an der das 2. Teil baumelte. „Das kann man bestimmt wieder anfügen!“ „Oh, cool!“ Flame schnappte sich von meinem Sitz die Bohnentüte und riss sie auf. „Wer hat Lust?“
    Der Rest der Zugfahrt verging schneller, als erwartet, und schon bald waren wir in Kings Cross angekommen. Als ich auf den Bahnsteig hinaustrat, schlug mir kühle Luft entgegen. Viele Leute warteten schon. Flame winkte uns noch einmal zu und rannte dann zu ihren Eltern, Luna und Franzi wurden von einem älteren Mann abgeholt. Auch Ginnys roten Haarschopf sah ich in der Menge verschwinden. „Hanna!“ Ich konnte nicht erkennen, wer geschrien hatte, doch Hanna lächelte mir noch einmal zu, winkte und verschwand. Ich nahm vorsichtig meine Sachen und ging zu meinen Eltern, die etwas am Rande standen.
    Bald würde ich wiederkommen... bereit für ein neues Schuljahr.

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    ((big))((blue))E((eblue))((maroon))N((emaroon))((teal))D((eteal))((green))E((egreen)) ((ebig)) Doch es sind noch so viele Fragen übrig geblieben... U
    ENDE

    Doch es sind noch so viele Fragen übrig geblieben... Und wenn ihr weiterlesen wollt: Hier ist der Link zum 2. Teil...

    http://www.testedich.de/quiz52/quiz/1513023486/Harry-Potter-FF-Mein-zweites-Jahr


    Und hier noch was: Ich habe vor genau einem Jahr, am 10.12.16 diese FF erstellt, und heute, am 10.12.17 ist sie fertiggeworden... 🎆🎇🎆 Das ist einfach meeega! (Achtung, nicht wundern, ich hab diese FF nämlich am Anfang unter einem anderen Namen erstellt, hab dann aber abgebrochen und habe, als ich weiterschreiben wollte, eine neue Seite erstellt (die hier...)

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    ((bold)) Danksagung ((ebold)) In beinahe jedem Buch steht hinten eine Danksagung- ein Dankeschön an alle Leute, die einen motiviert oder geholfen hab
    Danksagung

    In beinahe jedem Buch steht hinten eine Danksagung- ein Dankeschön an alle Leute, die einen motiviert oder geholfen haben... Und auch, obwohl das (nur) eine FF ist, musste ich das hier auch mal hinschreiben:

    DANKE

    Danke an alle, die sich überhaupt die Zeit genommen haben und das hier gelesen haben...

    ... und ein noch größeres Danke an alle, die ein Kommi hinterlassen haben, egal ob es jetzt Lob oder Kritik war. ❤️❤️❤️❤️❤️❤️❤️❤️❤️

    Danke auch an alle, die hier einen Charakter erstellt haben! Ihr habt mich am Anfang mega motiviert, und es hat mich so gefreut, dass die Story bei euch so gut angekommen ist. ❤️❤️❤️❤️❤️❤️❤️❤️❤️❤️❤️❤️❤️❤️❤️❤️❤️❤️❤️❤️❤️❤️❤️

    Danke an LunaLovegood2.0, die mir die Idee mit der Mitmachfanfiktion gegeben hat... Ich hoffe, du liest das hier irgendwann mal... 🙂❤️❤️❤️

    Danke an DerBaumSagtGg, weil du zusammen mit Jean immer auf mich gewartet hast... ❤️❤️❤️❤️❤️❤️

    Ein riesiges Danke an Jean... Weil du die Erste warst, die die FF gelesen hat... so oft die Erste bist, die das neue Kapi liest... und weil du mit DerBaumSagtGg auf mich gewartet hast... ❤️❤️❤️❤️❤️❤️❤️❤️❤️❤️❤️❤️❤️❤️❤️❤️❤️❤️❤️❤️❤️❤️❤️❤️❤️❤️❤️❤️❤️❤️❤️❤️❤️❤️❤️❤️❤️❤️❤️❤️❤️❤️❤️❤️❤️❤️❤️❤️❤️❤️❤️❤️❤️❤️❤️❤️❤️❤️❤️❤️❤️❤️❤️❤️❤️❤️❤️❤️❤️❤️❤️❤️❤️❤️❤️❤️❤️❤️❤️❤️❤️❤️❤️❤️❤️❤️❤️❤️

    😂😄😃😀😆😋



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1508767733
Harry Potter FF -Mein erstes Jahr
Harry Potter FF -Mein erstes Jahr
Als Hilary erfährt, dass sie eine Hexe ist, ist sie außer sich vor Freude- und hat gleichzeitig Bedenken. Zu Recht, denn in den nächsten Jahren erlebt sie Liebe, Kummer, Hass und was wahre Freundschaft ausmacht... Jahr 1- Nehmt euch etwas Zeit, les...
http://www.testedich.de/quiz51/quiz/1508767733/Harry-Potter-FF-Mein-erstes-Jahr
http://www.testedich.de/quiz51/picture/pic_1508767733_1.png
2017-10-23
402D
Harry Potter

Kommentare (13)

autorenew

Jean (52886)
vor 17 Stunden
He! Du bist gemein!!!!!!
WAS HAST DU MIT HANNA ANGESTELLT??!!*seeeeehr böse guck*😈
(😉)
Princess Buttercup (27728)
vor 24 Stunden
Das würdest du gerne wissen? 😋 Hmmm... Was war das nochmal... (😉)
Jean (52886)
Gestern
So jetzt rück aber mal raus:WAS hast du mit Hanna angestellt??!!*wütend guck*😉
❤❤❤❤❤❤
Lissy Lovegood ( von: Lissy Lovegood)
Gestern
Ja, die Kapitel sind echt gut geworden. Mir hat besonders das Kapitel in der Winkelgasse gefallen, es war sehr anschaulich und bunt? Irgendwie so? Egal, ihr wisst schon was ich meine XD Und natürlich will ich jetzt wieder wissen was mit Hanna ist... -.-
Princess Buttercup (27728)
Gestern
So... Ich habe als „Entschuldigung“ deshalb auch noch das 3. Kapi geschrieben... Hoffe, ihr findet es okay...😀
Jean (49734)
Gestern
Das ist ein wirklich schönes Kapitel geworden! Viel mehr kann ich dazu nicht sagen. Ich finde es toll, wie du diese ganzen Details beschreibst.
Oh je. Ganz ehrlich: ich hab keinen blassen Schimmer. Vielleicht fällt mir was ein, aber ich kann da für nichts garantieren... Es ist schon über ein Jahr her das ich Hanna erfunden habe, dann gabs auch noch ne Pause wo sie überhaupt keine Rolle gespielt hat.... Sie ist mir da ein bisschen entrutscht.. .😐 Ich glaub du bist da mit Hanna vertrauter als ich. Also wenn du ne Idee hast nimm sie ruhig, das wird schon passen.
Ich werd aber auch noch drüber nachdenken, keine Sorge😉
❤❤❤❤❤❤❤❤❤
Princess Buttercup (27728)
Gestern
@ Jean Weißt du mittlerweile, was Hannas Irrwicht ist? Eilt aber nicht... 😉
Princess Buttercup (27728)
Gestern
So... Hier das 2. Kapitel vom 2. Teil. 😃Eigentlich hatte ich auch schon ein Kapitel fertig, doch als ich mir am nächsten Tag das Kapi durchgelesen habe, habe ich mir mal wieder gedacht, was ich bitte für einen Mist zusammengeschrieben habe... Na ja, das hier ist besser geworden. Immerhin.
Princess Buttercup (27728)
vor 3 Tagen
❤️❤️❤️❤️❤️🎇🎇🎇🎇🎆🎆🎆🎆🎆
Jean (65963)
vor 3 Tagen
❤❤❤❤❤❤❤❤❤❤❤❤❤
Jean (65963)
vor 3 Tagen
Hurra!😄🎊🎉🎇🎆🎊😃
Ups, stimmt ja...
Da müssen wir uns wohl nal wieder an die Arbeit machen😉
Princess Buttercup (27728)
vor 3 Tagen
Augenommen! 🎆🎇🎇 Und Testedich hat auch noch die anderen Teile der Geschichte verlinkt... 👍🏻 Und die Kommentare gelöscht. 😕
@LostHope Danke! 😊
lost_hope ( von: lost_hope)
vor 3 Tagen
Du wirst mit jedem weiteren Kapitel immer besser!!! Dein Schreibstil ist einfach nur mega,die Spannung ist die ganze Zeit über da und ich bin wirklich schon gespannt auf das nächste Kapitel!!;)