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Schatten

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2 Kapitel - 4.975 Wörter - Erstellt von: Mirror - Aktualisiert am: 2017-10-27 - Entwickelt am: - 604 mal aufgerufen - User-Bewertung: 5 von 5.0 - 18 Stimmen- Die Geschichte ist fertiggestellt - 13 Personen gefällt es

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Es war eine seltsame Begebenheit.
Ist schon etwas her... Ein paar Jahre... Etwa fünf davon.
Doch ich erinnere mich daran, wie als wäre es gestern gewesen. Vielleicht ist es die Angst, die noch in meinen Knochen steckt. Vielleicht ist es auch etwas anderes. Vielleicht ist es das Unverständnis oder auch die Erklärungsnot.
Rational betrachtet, werde ich mir das alles wohl eingebildet haben... Vielleicht war auch die damalige Situation schuld, das Wetter oder... Die Temperatur. Ich persönlich... Hab meine Entscheidung getroffen. Ich hab für mich selbst entschieden zu sagen, was es ist und wie ich damit umgehe. Doch von meiner Meinung solltet ihr euch nicht beeinflussen lassen, deswegen behalte ich sie für mich.
Aber... So wie ich das hier erkläre, muss wohl jeder direkt an eine gruselige Geschichte aus seiner Kindheit denken, an die Monster unterm Bett oder an eines im Schrank. Ich weiß nicht. Möglich ist es.
Ich hab, wie eben schon erwähnt, meine Entscheidung getroffen. Diesen Luxus hab ich mir erlaubt, jetzt nachdem das alles vorbei ist und ich, zumindest in meinen Augen, genug Abstand zwischen die Ereignisse von damals und mir gebracht habe.
Aber... Da fällt mir ein... Ich sollte jetzt vielleicht anfangen zu reden... Nein, erzählen ist in diesem Fall wohl das bessere Wort.
In meinen Augen reden die Menschen zu viel, über alles mögliche... So wie ich jetzt... Aber wer nimmt sich die Zeit etwas zu erzählen? Ich kann nicht erklären, warum ich so einen... Wie soll ich sagen... Abstand zwischen den beiden Worten sehen.
Und dann fällt mir auf, daß ich wieder nur rede und rede, aber nicht erzähle. Ich sollte nun erzählen und versuchen... Auch wenn es nicht einfach für mich ist... Bei der Sache zu bleiben. Außerdem hoffe ich, werdet ihr es mir verzeihen, wenn ich abschweife. Was damals passiert ist... Ist irgendwie... Seltsam... Unfassbar? Keine Ahnung... Mir fehlen die Worte. Vielleicht sollte ich auch einfach nicht mehr darüber reden und jetzt bereits aufhören zu erzählen, bevor ich angefangen habe zu erzählen.
Ihr könnt jeder Zeit aufhören mir zuzuhören. Wobei... Die Ereignisse schreibe ich gerade nieder. Also eher könnte ihr aufhören zu lesen, wenn ihr wollt. Für mich damals... Für uns damals... Gab es... Keine, zumindest anfangs nicht, Lösung und keinen Ausweg.
Vielleicht hätten wir auf die Menschen in unserer Umgebung hören sollen. Vielleicht ja... Vielleicht nein... Schließlich haben wir so eine Erfahrung gemacht, die sonst nur wenige Menschen in ihrem Leben haben... Oder dieses Erlebnis, diese Erfahrung verleugnen...
Ich hab schon ziemlich oft vielleicht gesagt. Ist vielleicht nicht ein komisches Wort? Darin steckt das Wort "Viel" und das Wort "Leicht". Woher kommt das Wort eigentlich? Und was bedeutete es ursprünglich? Heute... So denke ich... Benutzt jeder das Wort, wenn er sich einer Sache unsicher ist... Denke ich zumindest. Aber könnte es nicht sein, dass das Wort heißen könnte, das Vielen etwas leicht fällt... Oder Vieles leichter ist, als gedacht?
Ich schweife schon wieder ab. Tut mir Leid... Aber die Erinnerungen an damals. Ich kann und möchte nicht leugnen, dass ich immer noch Angst habe und es mir immer noch kalt den Rücken herunter läuft und ja, manchmal kann ich des Nachts nicht schlafen.
Aber jetzt sollte ich wirklich meine Augen schließlich und einmal tief durchatmen. Vielleicht hilft es ja. Wieder ein Vielleicht...
Aber ich möchte mich auch entschuldigen. Was damals passiert ist... Das werde ich versuchen euch zu erzählen. Langsam und in dem Tempo, wie ich es kann. Ob meine... Unsere Gefühle so gut herüber kommen... Ich weiß es nicht. Ich versuche es und gebe mir Mühe. Aber mehr als Mühe geben kann ich mir nicht. Ich bin ein einfacher Mann. Ich sehe nicht besonders aus. Hab keine besonderen Eltern, wobei meine Eltern wirklich die Besten sind. Ich bin Einzelkind, hatte also keine Geschwister gegen die ich mich behaupten musste.
In meiner Erinnerung war damals, kurz bevor es passierte, eine glückliche Zeit für mich. Ich hatte seit einige Jahren eine Freundin. Eine wundervolle Freundin, einen Engel auf Erden. Oh ja... Sie war wirklich der Wahnsinn. Ihre Augen.... Wunderbare Augen in der Farbe braun, so klar und sanft und diese Liebe und Fürsorge, die sich darin spiegelten.
Wir hatten uns kurz nach meinem Abschluss kennen gelernt. Es waren Ferien und warm. Mit ein paar Freunden war ich zum Ferien an den See gefahren. Wer die Party schmiss weiß ich nicht mehr, ist aber auch egal. An dem See war alles schön gemacht. Die Sonne war längst untergegangen. Es gab einen DJ, eine kleine Bar und eine Tanzfläche. Etwas abseits, so zumindest in meiner Erinnerung, gab es noch einige Plätze und ein Feuer. Ich muss gestehen, damals kannte ich sie nicht und ich war nicht so von ihr angetan, dass jetzt gesagt hätte, die muss ich haben. Sie war hübsch, wirklich hübsch, hatte aber auch einen Freund. Ihren Typen damals hab ich nicht kennen gelernt. Vielleicht doch? Ich weiß es nicht mehr. Ist ja auch egal. Bin nämlich schon wieder vom Thema abgekommen.
Tut mir Leid... Es passiert... Öfter... Seitdem.
Worauf ich eigentlich wollte. Die junge Frau und ich bleiben in Kontakt und irgendwann waren wir zusammen.
Die Geschichte wie und warum... Ich denke... Die erzähle ich ein anderes Mal, vielleicht... Wieder ein vielleicht.
Mein Leben war damals wirklich toll. Wir waren bald... 3 Jahre zusammen. Nach meinem Studium bekam ich ein ziemlich guten Job, genauso wie sie. Jede freie Zeit verbrachten wir zusammen. Allerdings... Gab es ein Problem. Wir waren zusammen... Aber... Wohnten nicht zusammen...
Und dann... Fing es an... Nicht direkt... Erstmal... Erstmal suchten wir eine Wohnung. Aber keine der Wohnungen gefiel uns richtig. Wir wollten eine schöne Wohnung haben... Eine große Küche um gemeinsam zu kochen... Ein Badezimmer, am besten mit Badewanne... Um mal nach harten Tagen entweder zusammen, oder auch getrennt entspannen... Außerdem natürlich ein großes Wohnzimmer... Sie wünschte sich viele Fenster und viel Licht... Dann ein schönes Schlafzimmer und ein Zimmer für Kinder... Wir wollten beide Kinder haben. Irgendwie... Waren wir ganz fasziniert von der Idee, ein Kind zu haben.
Allerdings gefiel uns keine Wohnung richtig... Mal war die Küche zu klein, oder gar im Wohnzimmer... Es war nicht hell genug... Oder es gab kein Kinderzimmer und wir wollten uns nicht, wenn das Kind in ihrem Bauch wuchs, eine neue Wohnung suchen.
Wir... Weiteten... Uns aus... Statt Wohnungen entschieden wir uns... Auch nach Häusern zu gucken... Und dann fanden wir es... Und damit fing dann alles an...

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