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Viele Blattwechsel später - das Ende des KiefernClans

Meine lieben Monde, hier ist das letzte Kapitel des Lebens meines Charas Schattenstern. Vielleicht erinnert euch diese Kurzgeschichte noch an unsere Gemeinsame Zeit...

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    Leise wie eine Eule schlich sie den ausgetretenen Pfad hinauf. Sie wollte nicht die wunderschöne und zugleich traurige Stille durchbrechen. Alles sch
    Leise wie eine Eule schlich sie den ausgetretenen Pfad hinauf. Sie wollte nicht die wunderschöne und zugleich traurige Stille durchbrechen. Alles schien zu schweigen, nicht einmal der sonst über die Ebene hinwegfegende Wind war zu hören.
    Mit einem geschmeidigen Sprung erklomm Schattenstern den letzten Felsen, und fand sich auf dem ihr nur allzu vertrauten Felsvorsatz wieder. Die Nacht war klar und hell, sodass selbst zu Mondhoch die Silhouetten der hohen Berge zu erkennen waren.
    Die rabenschwarze Kätzin setzte sich und schlang den Schwanz um die Pfoten. Ein paar kleine Steinchen kamen bei der Bewegung ins Kullern, rollten über den Absatz und fielen in die Tiefe. Erst zahlreiche Herzschläge später hörte man das zarte Klacken des Aufpralls. Die Klippe war tief, dies wusste Schattenstern bereits. Diese unendlich große Steilwand war genaugenommen auch der Grund, aus dem die Anführerin den Ort aufsuchte. Doch anstatt hinab zu blicken wendete sie ihr Gesicht zum Himmelszelt. Die Sterne leuchteten immer noch, so wie sie es schon zu ihrer Geburt getan hatten. Als hätte sich nichts verändert. Als wäre sie ein verspieltes Junges, dass Schmetterlinge jagt und das Lager erkundet. Und, dachte sie bitter, ein Junges mit einer Schwester.
    Sie waren immer zu zweit gewesen. Schatten und Schnee, Stern und Himmel. Unzertrennbar und unsterblich. Zumindest hatte sich letzteres so angefühlt.
    Aber nun wusste Schattenstern es besser. Schneehimmel war fort. Ihr Körper lag irgendwo unter einer dicken Eisschicht, und ihre Schnurrhaare würden nie wieder zucken. Schneehimmel hätte neben Schattenstern sitzen sollen. Hier war ihr geheimer Fleck. Ihr kleiner sicherer Ort, der nur durch das Zusammensein seinen Wert bekommen hatte. Von dem „Zusammen“ war kein Fellhaar mehr übrig. Auf einmal wirkte die Nacht nicht mehr klar, sondern kalt und furchteinflößend, und Schattenstern war ihr allein ausgeliefert. Nie hatte sie sich sehnlicher einen vertrauten Pelz an ihrer Seite gewünscht.
    Der Wunsch blieb ein Wunsch. Sie waren tot – oder fort und zerstreut, eins von beiden. Sie allesamt. Sie hatten sich zerteilt in Felsen, Kiefern und Himmels Clan, nachdem Schattenstern sie ins Unglück geführt hatte. Das schlimmste war, das jene, die der Anführerin am nähesten standen, in keinem der neuen Clans, sondern im Sternen Clan wandern.

    Die Kätzin schloss die Augen. Sie erwartete keine Vision. Ihre Ahnen hatten sie schon lange nicht mehr besucht. Sie wollte eher mehr einen Augenblick lang in sich kehren.
    Umso verwunderter war sie, als der Boden sich plötzlich zu drehen schien, und sie sich bald darauf am Funkelsee wiederfand. Sie wollte einige Schritte am Ufer entlang gehen, doch ihre Pfoten waren wie verwurzelt. Sie war gelähmt, konnte nichts tun, außer zu beobachten. Auf der gegenüber liegenden Seite des Sees erkannte sie neun Katzen. Ihre mageren Gestalten ließen auf Monde des Hungerns schließen. Und dennoch strahlte von den Wanderern eine unbezwingbare Kraft aus.
    An der Spitze der Gruppe lief eine zarte, golden getigerte Kätzin mit leuchtend grünen Augen. Ihr strammer Schritt strahlte Sicherheit und Entschlossenheit aus.
    „Und jetzt, Sonnenfell?“, miaute eine ihrer Gefährtinnen. Die vordere Kätzin drehte sich mit zuckenden Ohren um, dann sprach sie mit lauter Stimme: „Wir haben den Funkelsee erreicht, meine Freunde. Wir sind die wahren Krieger des Kiefern Clans. Und wir retten unser Erbe“

    Schattenstern schlug die Augen auf.
    Die Welt würde immer weiter laufen. Es würden neue Generationen kommen, neue Schüler, neue Krieger, und neue Clanführer. Sie hatte ihren Beitrag zu der Welt geleistet. Nun wollte sie mit ihrer Schwester, ihrer zweiten Hälfte vereint sein. Ihr letzter Gedanke galt den neun Schülern der Vision. Sie wusste, sie ließ den Kiefern Clan in guten Pfoten zurück. Diese Schüler würden in ferner Zukunft den Clan neue Wege leiten. Und sie würde ihnen mit einem Schnurren von den Sternen aus zusehen.
    Schattenstern drückte sich ab und sprang.

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