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Herr der Ringe: Nairas Schicksal

Hi, in dieser Herr der Ringe Fanfiktion, geht es um die Düsterwaldelbin Naira. Ihre Eltern sind bei einem Orkangriff ums Leben gekommen, deshalb muss sie sich nun alleine durchschlagen, aber sie ist eine gute Kämpferin und es ist kein Problem für sie.
Als sie vom Ringrat zu hören bekommt will sie unbedingt dabei sein und macht sich deshalb auf den Weg zu Thranduils Hallen. Bei ihrem unagemeldetem Besuch dort, gerät sie in Schwierigkeiten. Die Palastwache wird ihr hinterher geschickt. Wird sie es irgendwie doch noch schaffen zum Ringrat zu kommen? Das werdet ihr hier erfahren.
Warnhinweis, sie ist nicht fertig, ich füge zwischendurch immer wieder ein Kapitel hinzu, wenn ich dazu komme!

    1
    Flucht

    Ich rannte über den Waldboden, die gesamte Palastwache des Düsterwaldes hinter mir her, natürlich versuchte ich sie abzuhängen. Was hatte ich mir auch dabei gedacht. Eine niedere Düsterwaldelbin wie ich es war durfte nicht einfach in den Palast spazieren und den König ansprechen. Thranduil hatte mich überhaupt nicht beachtet, dabei hatte ich nur darum gebeten nach Bruchtal zu Reisen. Ich war eine gute Kämpferin und war mir ziemlich sicher, dass sie mich beim Ringrat gebrauchen könnten und mich vielleicht mit dem Ringträger mitschicken. Thranduil hatte mir nicht zugehört. Frustriert rannte ich weiter.
    Ach ja mein Name ist Naira und bedeutet in der normalen Sprache Flammenherz.Ich habe bisher ein normales Leben am Rande der Gesellschaft des Düsterwaldes geführt. Ich war schon, seit ich denken konnte, eine exzellente Bogenschützin und konnte einen Vogel mit meinem Pfeil aus 20 Meter Entfernung treffen, auch mit den Elbenmessern, die meinem Vater gehört hatten, konnte ich super umgehen. Als ich dann vom einen Ring hörte und vom Ringrat, wollte ich unbedingt dabei sein und genau dieser Punkt hatte mich jetzt in diese Situation gebracht.

    Ich rannte weiter, blendete alles um mich aus, dachte nach, rannte weiter. Ich rannte einem Elb aus der Wache direkt vor die Füße.
    „Ich habe sie Tauriel“, rief er einer rothaarigen Elbin zu,
    „sie ist gut ausgerüstet für eine einfache Waldelbin. Sie trägt Elbenmesser und Pfeile und Bogen an sich“.
    „Ich könnte dich damit umbringen, wenn ich wollte",
    flüsterte ich ihm bedrohlich zu.
    „Das würde ich an deiner Stelle nicht wagen“, die rothaarige Elbin bedrohte mich von hinten mit einem Elbenmesser.
    „Schon gut“, sagte ich,
    „Ich wollte eigentlich gar nichts machen, ich wollte eine Frage an Thranduil stellen. Ja mag sein, dass ich eine niedere Elbin bin, aber mein Kampfgeschick ist groß. Ich wollte fragen, ob ich mit zum Ringrat kommen darf“.
    Ein belustigtes Funkeln trat in die Augen des Elben, der mir den Weg abgeschnitten hatte.
    „Irgendwie kann ich das nachvollziehen“, sagte er, „wie heißt du"?
    „Naira und wer bist du, wenn ich fragen darf?“

    Der Elb lächelte schelmisch: „Mein Name ist Legolas, ich bin Thranduils Sohn und Erbe".
    „Ich habe dich nicht erkannt“, erstaunt musterte ich den Elben und bemerkte es, wirklich, es war Legolas Thrandulion, der Prinz des Düsterwaldes, der da vor mir stand.
    Er sah zu der rothaarigen Elbin hinüber:
    „Tauriel, erstatte meinem Vater Bericht, es scheint als muss er jetzt eine Menge Entscheidungen treffen, ich komme mit Naira hinterher“, er drehte sich zu mir um,
    „mein Vater will, dass ich den Eindringling mitbringe, eigentlich würde er dich einsperren, aber wenn dein Kampfgeschick wirklich so groß ist, wie du behauptest, dann lässt sich vielleicht etwas für deinen Wunsch, den Ringrat zu besuchen, tun“.
    „Ich werde mitkommen“, erklärte ich stolz.
    „Gibst du mir deine Waffen“, fragte Legolas, „keine bewaffneten Elben, außer die Bewohner der Hallen und die Palastwache dürfen
    Waffen in Thranduils Hallen tragen“.
    Widerstrebend gab ich ihm meinen Bogen und die Elbenmesser.
    Er nahm sie entgegen: „Danke“.
    Wir liefen weiter, mich hatte er vor sich genommen und lief hinter mir her.





    2
    Ein Kampf für die Freiheit

    Wir waren in Thranduils Hallen angekommen, das edle Bauwerk im Inneren eines Baumes verschlug mir immer noch die Sprache. Legolas führte mich vor Thranduil. Dieser hob die Augenbrauen
    „Ist dies die Elbin, die uns so viele Probleme bereitet hat Legolas?", fragte er seinen Sohn.
    „Ja Vater", antwortete dieser.
    „Was wolltest du hier“, fragte er mich mit eiserner Stimme,
    „du weist doch sicherlich was die Strafe für unbefugtes Eindringen in meine Hallen“.
    Eigentlich war es unter meiner würde klein bei zu geben,
    aber ich wusste, dass meine Freiheit eventuell in Gefahr war,
    also sagte ich: „Es tut mir Herr Thranduil, ich weiß mein Verhalten war mehr als unbedacht und ich weiß es scheint jetzt umso verwegener zu fragen ob ich beim Ringrat dabei sein darf, aber ich frage, ich weiß ganz genau, das ihr mich einsperren könnte für mein törichtes Verhalten, aber bitte gebt mir eine Chance mein können unter Beweis zu stellen“.

    „Nein“, meinte Thranduil, „ Legolas bring sie in eine Zelle“.
    „Findest du das nicht ein bisschen zu hart Herr“, fragte Tauriel.
    „Vater ich bürge für diese Elbin“, erklärte Legolas, „bitte gib ihr eine Chance sich zu Beweisen“.
    „Nun gut“, Thranduil schaute mich an, „alles oder nichts wie heißt du“.
    „Naira Herr“.
    „Also Naira, solltest du nicht gut genug kämpfen, werde ich dich einsperren, doch wenn du wahrlich eine so Erfolgreiche Kämpferin bist, wie du behauptest, schicke ich dich mit zum Ringrat und vielleicht darfst du ebenfalls bis zum Aufbruch zum Ringrat Palastwache sein, das werden wir sehen“.
    Damit gab er seinem Sohn ein Zeichen.


    Legolas stellte sich gegenüber von mir auf und gab mir meine Elbenmesser, so wie meinen Köcher mit den Pfeilen und meinem Bogen zurück.
    „Nun denn”, Thranduil schaute mir direkt in die Augen und stolz erwiderte ich seinen kalten Blick, „kämpft“.

    Ich sah Legolas in die Augen und studierte meinen Gegner. Er sah nicht so aus, als würde er mich groß schonen wollen, gut so, denn ich würde ihn auch nicht schonen.
    Ich zögerte nicht weiter, damit Legolas keine Zeit mehr hatte mich zu studieren, ich zog meinen Bogen und schoss.Wenn Legolas den Pfeil nicht mit seinem Elbenmesser abgewehrt hätte, hätte ich ihn getroffen. Er griff nun seinerseits mit einem Schuss an. Ich wehrte ihn meinerseits mit einem meiner Elbenmesser ab.
    Dann ging es richtig los. Wir wirbelten beide herum Griffen an parierten, bald hatten wir beide jeweils eine blutende Wunde am Arm. Ich lachte, da stand ein würdiger
    Gegner vor mir. Auch er grinste immer breiter beim Kampf. Er versuchte die Oberhand zu gewinnen, schaffte es allerdings nicht.Es war so ausgeglichen.
    Federleicht tänzelte ich umher, wehrte Pfeile ab und griff an.

    „Das reicht", keuchte Legolas nach einer Weile.
    Wir beide hatten uns sämtliche Wunden, Kratzer und blaue Flecken eingehandelt.
    Ich sah ihm belustigt in die Augen und gab zurück: „Hast du etwa Angst gegen eine Elbin zu verlieren, wenn wir weiter kämpfen“.
    „Nein“, er schüttelte den Kopf, aber seine Mundwinkel zuckten und wurden zu einem lächeln, „das heißt, vielleicht ein bisschen“.
    Dann sah er erwartungsvoll zu seinem Vater.
    „Sie ist besser als so manche anderen Elben Ada, sie ist mir ebenbürtig“, erklärte er.
    „Ich habe es selbst gesehen“, meinte Thranduil und ich meinte eine Spur von Respekt in seinem Blick erkennen zu können, „du darfst zum Ringrat Naira“, murmelte er, „und ich möchte das du dich bis zu deiner Abreise der Palastwache anschließt“.
    „Danke, ich nehme diese Angebot mit Ehrerbietung an", erklärte ich und neigte meinen Kopf.
    In Legolas Blick spiegelte sich echter Respekt.
    „Ich zolle dir meinen Respekt Naira“, murmelte er auf Elbisch, „es gibt selten ein Elb oder eine Elbin, die mir ebenbürtig ist“.
    Tauriel nickte und wirkte fast traurig.
    „Ich würde auch gerne mitkommen", erklärte sie, „aber leider habe ich hier meine Pflichten”.
    Vorsichtig legte ich ihr die Hand auf die Schulter.„Ich werde dafür sorgen, dass wenigstens eine fähige Elbin mitkommt", sagte ich.


    „Tauriel, zeig ihr wo die Palastwache untergebracht wird", wies nun Thranduil sie an.
    Tauriel nickte und zog mich hinter sich her.






    3


    Eine Elbengeneralin

    Durch einen Gang, der von dem Hauptbaum abzweigte und uns in einen Nebenbaum brachte, führte eine Wendeltreppe in diesem Baum nach oben.
    „Hier sind unsere besten Kämpfer untergebracht“, erklärte sie, „es gibt noch zwei weitere Bäume, dort sind die etwas schlechteren Kämpfer untergebracht, aber du hat einen Platz im ersten Baum verdient. Es gibt weiter oben ein freies Zimmmer.“ Sie zog mich die Wendeltreppe hoch. Bis zu einer unscheinbaren Tür im Stamm mehrere Elbisch Runen waren darauf zu erkennen, dort stand: „Detor“, das ist Elbisch und bedeutet Adler.
    „Was soll das heißen“, fragte ich Tauriel.
    „Die Ranghöhen haben Tiernamen, bei der Palastwache, auch das hängt von deiner Kampfkunst ab, welche Ranghöhe du hast. Legolas ist der Anführer der Palastwache, also der Drache. Ich bin die Zweite Anführerin der Wolf, du bist die Generalin geworden der Adler, der dritthöchste Rang, im Kampf bist du Legolas und mir ja sogar ebenbürtig.“
    „So einen hohen Rang belege ich“, fragte ich erstaunt.
    „Ja, die Nachricht ist schon durch die Palastwache gegangen und gerade rücken alle ein Zimmer nach hinten“, antwortete Tauriel, „jetzt berühre die Schriftzeichen, mach schon“.
    „Wow“, ich berührte die verschlungenen goldenen Schriftzeichen.
    Ein wunderschönes Abbild von einem Adler erschien auf der Tür und weitere elbische Schriftzeichen, dort stand:
    „Nenne deinen Namen neue Generalin und berühre die Tür“
    „Naira“, rief ich laut und deutlich und legte dabei meine Handfläche auf das Holz.
    Die Tür glitt zur Seite und gab den Blick auf ein wunderschönes geräumiges Zimmer frei.
    „Übermorgen brechen die Elben zum Ringrat auf“, erklärte Tauriel, „bis dahin halte dich an den Plan, der über dem Bett hängt“.
    Ich nickte ihr zu und sie ließ mich alleine zurück.

    Ich hatte mein neues Zimmer genauer begutachtet. Es war wirklich sehr schön. Das Bett war sehr großzügig und durch die durchsichtige Decke über dem Bett konnte man die Baumkronen sehen. Der Plan über meinen Bett sagte mir, dass ich morgen einen Trupp Elben anführen sollte, der die Grenzen von Thranduils Reich kontrollierte.

    Ich saß auf dem Bett und beobachtete, wie es dunkler würde. Einen Sonnenuntergang konnte man im Düsterwald nicht sehen. Die Baumkronen bildeten ein Blätterdach, durch die man die Sonne selbst nicht erblicken konnte. Ich persönlich hatte mich schon etliche Male auf die Spitze eines Baumes gewagt, um den Himmel zu sehen.

    Es klopfte, ich öffnete und Legolas stand hinter der Tür.
    „Legolas", rief ich aus, „was für einen Ehre”.
    Er schmunzelte und wir führten eine Unterhaltung im Elbischen. Es ging darum, dass ich jetzt Generalin war und einen hohen Rang belegte und es deshalb gar keine wirkliche Ehre war, wenn Legolas mich als Anführer der Palastwache besuchte.
    Dann sprachen wir noch über die Pflichten, die ich morgen zu erledigen hatte und über den Ringrat.„ Ach, ja und Naira", sagte er, als er sich halb schon zum Gehen abgewandt hatte, „du warst heute echt genial im Kampf. Du wirst eine exzellente Palastwache sein, selten hat mir ein Kampf so viel Spaß gemacht wie mit dir als Gegnerin, außer vielleicht mit Tauriel, du bist eine würdige Gegnerin".
    „Danke für dein Kompliment, ich nehme an von einem Elbenprinzen hört man so etwas nicht alle Tage", sagte ich auf Elbisch und lächelte.
    Er grinste zurück dann murmelte er eine elbische:„Gute Nacht " und ließ mich allein.
    Ich ließ mich aufs Bett fallen und sah durch die Decke in die Bäume hinauf, wenig später war ich eingeschlafen.

    Die Sonnenstrahlen bahnten sich gerade einen Weg durchs Blätterdach, als ich erwachte. Müde blinzelte ich ins Tageslicht.
    Der Adler an der Wand, der den Sonnenstand anzeigte war gerade von der Nachtlinie auf die Taglinie gewechselt und stieg jetzt stetig höher.
    Kurz bevor er seinen höchsten Punkt erreicht hatte musste ich die Truppe vor dem Palast treffen und anführen.
    Tauriel hatte mir erklärt das einem das Essen, wenn man da war morgens, mittags und abends gebracht wurde.

    Wenig später tauchte ein Elb mit einem Teller vor meiner Tür auf. Ich bedankte mich auf Elbisch bei ihm und nahm den Teller entgegen.

    Ein Stück Lembas Brot lag auf dem Teller zusammen mit einem ganz normalen Frühstück.
    Ich aß mein Frühstück, wobei ich mir das Lembas Brot für später aufbewahrte und dann war es schon soweit die Truppe müsste geführt werden.

    Mit Vergnügen widmete ich mich der Aufgabe, so ging der Tag schnell herum.
    Zwerge waren durch unser Gebiet gezogen, aber Thranduil meinte sie wären nur auf dem Weg zum Ringrat. Ein besonders grimmiger Zwerg fiel mir direkt auf. Die anderen Zwerge hatten ihn Gimli genannt.

    Nun als ich mein Abendbrot zu mir nahm besuchte Legolas mich erneut.
    „Naira. Gut das du da bist", kam er gleich zur Sache, „Morgen geht es ja zum Ringrat. Wir werden bei Sonnenaufgang aufbrechen. Ich hole dich ab und wir reiten mit ein paar anderen Elben los. Ich nickte und sagte: „Gut, danke für die Information. Ich werde Bereit sein, wenn du mich 
    abholst".
    Er lächelte verabschiedete sich und ging, unmittelbar nachdem er das Zimmer verlassen hatte klopfte es schon wieder, diesmal war es Tauriel.
    „Hallo, Tauriel", begrüßte ich sie überrascht auf Elbisch, „was verschlägt dich hierher".„Naja", erklärte sie, „Falls du für eine Reise ausgewählt wirst, sehe ich dich vermutlich lange nicht mehr oder gar nicht mehr weil einer von uns oder beide Draufgehen, deshalb habe ich noch ein kleines Geschenk für dich".
    Sie lächelte und reichte mir ein Päckchen mit Lembas, dann zog sie noch etwas anderes hervor und sagte: „Du musst auf dem Ringrat etwas anständiges tragen".
    Damit zog sie ein wunderschönes Elbenkleid aus Seidigen dunkel, hellgrünem Stoff hervor.
    „Es ist wunderschön", murmelte ich staunend, „ das kann ich doch gar nicht annehmen".
    „ Kannst du wohl", erklärte Tauriel und drückte mir das Kleid in die Hände.
    Danach umarmte sie mich und sagte: „Namarie Mi Mellon", also „Lebwohl meine Freundin". Sie lächelte mir noch einmal zu und verließ mein Zimmer.






    4
    Aufbruch

    Es war früher morgen als ich erwachte die Sonne war noch nicht aufgegangen. Genug Zeit um noch ein paar Sachen zu packen. Ich legte das Elbenkleid, sowie das Päckchen mit den Lembas in eine Satteltasche, die Legolas mir für meine Sachen gegeben hatte.
    Ich hatte sogar noch Zeit für ein kleines Frühstück.

    Ich hatte gerade den letzten Bissen verzerrt. Da klopfte es auch schon.
    Sofort packte ich die Satteltaschen mit ein paar weiteren Kleidungsstücken und einer Flasche Wasser voll, weiterer Proviant kam auch dazu. Außerdem legte ich mir nun meinen Köcher und meinen Bogen über die Schulter und steckte mir die Elbenmesser an meinem Gürtel.Ich öffnete Legolas die Tür
    „Hallo", begrüßte er mich, auf elbisch, freundlich und anscheinend Gut gelaunt, „bist du bereit Naira".

    Ich nickte und er führte mich daraufhin zu den Ställen.„Entscheide dich für eins dieser vier Pferde", sagte er und zeigte auf vier aneinandergereihte Boxen in denen jeweils ein Pferd stand.
    Das erste war komplett weiß und hieß „Sternenlicht",
    das zweite war eine Fuchsstute und ihr Name war „Morgendämmerung",
    das dritte war ein schwarzer Henst mit Helleren Blessuren er hieß „Nachtschimmer"
    und das letzte war eine braune Stute mit dem Namen „Baumfell".

    Nach kurzem zögern nahm ich Nachtschimmer. Er wirkte wild und schnell, fast stark, ein wenig rebellisch, aber doch zuverlässig und Legolas versicherte mir das er eine gute Wahl war. Nachdem ich mir mein Pferd gesattelt und die Satteltaschen angelegt hatte kam Legolas mit seinem Pferd Sternenlicht her und führte mich zum Treffpunkt.
    Tauriel und Thranduil warteten dort, bei ihnen warteten zwei Elben, unsere Reisegefährten für die reise zum Ringrat sie hießen Aldon(Baum) und Nimloth(Weissblüte) und waren beide in der Palatwache wie ich.
    Tauriel verabschiedete sich von mir und Legolas
    „Namarie“, flüsterte sie uns auf Elbisch mit Tränen in den Augen zu,
    „ihr seid meine Freunde und ich hätte dich gerne besser kennengelernt Naira, dein Name bedeutet ja Flammenherz, mach diesem Namen Ehre ja, habe ein starkes Herz und lasse dich nicht von dem bösen beeinflussen und du Legolas, sie wendete sich an den Elbenprinzen, sei so wendig und geschickt wie ein grünes Blatt im Wind, dann wird kein Ork dich verletzen können. Wehe ihr sterbt“.
    Dann trat Thranduil zu uns „Legolas“, er sah seinen Sohn an, „ich will dich nicht verlieren, denn du bist mein Licht, meine Liebe“.
    Er nickte mir zu „Pass auf meinen Sohn auf Naira“, sagte er auf Elbisch, dann brachen wir auf.


    Legolas und ich ritten an der Spitze, so machten wir uns auf den Weg nach Bruchtal.
    „Warst du schon Mal in Bruchtal?", fragte mich Legolas auf dem Weg.
    „Nein noch nie, aber ich habe viel darüber gehört", antwortete ich.
    „Du solltest dich freuen es kennenzulernen. Es ist eine wunderbare Elbenstadt, auch wenn sie es nicht mit der Schönheit von Lothlorien oder Thranduils Hallen aufnehmen kann", erklärte er, „ und jetzt komm, das Nebelgebirge überquert sich nicht von selbst", und er galloppierte los, auf die dunklen Berge am Horizont zu.
    „Los Nachtschimmer, das lassen wir uns nicht gefallen", murmelte ich meinem Pferd daraufhin zu und er preschte Legolas Pferd hinterher.

    So lieferten wir uns ein Wettrennen zum Gebirge, die anderen beiden Elben hingen hinterher.
    Ich kam als erstes an „Ich habe gewonnen", rief Legolas, der Neben mir zum stehen kam.
    „Gar nicht war", entgegnete ich, „ich war zuerst hier".
    Vorsichtig ritten wir nun nebeneinander den steilen Pass ins Nebelgebirge hinauf.

    Erst verlief die Reise ruhig doch dann griffen uns Orks an, ich schätzte die Zahl auf ungefähr 45 Orks.
    Ich beruhigte Nachtschimmer als er sich Aufbäumen wollte, dann stellte ich mich auf seinen Rücken, zog meinen Bogen hervor und schoss los. Ich tötete insgesamt 20 Orks.
    Legolas hatte nur 15 geschafft.
    „Nächstes Mal bin ich besser als du", schwor er. „Versuchs doch", rief ich.

    Danach ritten wir weiter, es war Mittag. Ich schob mir ein Stück Lembas in den Mund, es sättigte mich. Außerdem ließ ich mich zu der anderen Elbin in unserer Reisegruppe Nimloth zurückfallen und unterhielt mich eine Weile mit ihr und auch mit ihrem Bruder Aldon.
    Endlich kamen wir hinunter vom Gebirge und in der Ferne wurden die Häuser von Bruchtal sichtbar.

    Sofort fing Legolas wieder an über die Ebene zu galloppieren, ich folgte ihm lachend. Nimloth und Aldon hinter uns fluchten leise, weil wir so schnell waren.


    5
    Ankunft

    Als ich am Eingang von Bruchtal ankam war Legolas schon da und ich musste mir eine Niederlage eingestehen.
    Zwei Elben begrüßten uns am Tor: „Mae govannen Legolas! Wer ist deine Begleitung".
    „Ich bin in Begleitung von 4 anderen Elben meines Volkes",
    antwortete Legolas, „diese Elbin neben mir heißt Naira und das sind die Elbengeschwister Nimloth und Aldon“.
    Die Elben nickten „Gut, dann Willkommen in Bruchtal, der Ringrat findet morgen Nachmittag statt. Elrond wird euch eure Gästezimmer mitteilen, er ist oben in der Haupthalle".
    Wir passierten das Tor und ich sah Bruchtal in seiner ganzen Pracht vor mir.
    „Wow”, murmelte ich staunend.
    „Wie schön Elbenstädte doch sind. Nicht wahr Naira?", fragte Legolas.
    „Ja in der Tat, wunderschön", antwortete ich.

    Wir liefen Weiter bis wir, in einen Pavillon traten. Dort saß Elrond. Auch er begrüßte uns mit dem elbischen, Willkommensworten „Mae govannen" und fragte Legolas nach seiner Begleitung. Mir kam es fast so vor als ob er mich besonders gründlich in Augenschein nahm. Dann sagte er uns wo unsere Zimmer waren.

    Nachdem ich mir mein Zimmer angesehen hatte, zog ich los, um Bruchtal zu erkunden.
    Ich traf auf einen Zwerg, der ebenfalls in der Stadt unterwegs war und erkannte ihn sofort wieder, es war der grimmige Zwerg von meinem Tag als Palastwache.
    „Hallo", grüßte er mich, schien sich aber nicht sonderlich darüber zu freuen mich zu sehen.
    „Hallo Zwerg", grüßte ich ihn also ebenso stumpf.
    „Mein Name ist Gimli, Gloins Sohn, nicht Zwerg", schimpfte er.
    „Oh, tut mir leid das wusste ich nicht", sagte ich und versuchte mich dabei so Schuld bewusst wie möglich anzuhören.
    Er blinzelte mich grimmig an.
    „Wer, bist du Elbin, ich weiß, du gehörst zur Palastwache des Düsterwaldes, aber anscheinend gehst du auch mit zum Ringrat".
    „Ich heiße eben so wenig Elbin, wie du Zwerg heißt", erklärte ich ihm, „mein Name ist Naira“.
    „Mmmpf“, brummte der Zwerg grimmig, „Okay Naira“.


    „Nun gut, wir werden uns sehen, Gimli Gloins Sohn.", verabschiedete ich mich und lief weiter.
    Ich kam in eine größere Halle mit einer Treppe. Oberhalb der Treppe standen zwei Männer an einer Brüstung, einer hatte schwarzes etwas über das Kinn reichendes Haar und der andere rotbraunes Kinnlanges Haar. Als sie mich hörten drehten sie sich langsam zu mir um.
    „Oh ich wollte nicht stören", murmelte nicht.
    „Alles gut du störst nicht", erklärte der schwarzhaarige Mann, „ bist du das erste Mal in Bruchtal“.
    Ich nickte, er lächelte freundlich „Dann gehst du bestimmt auch zum Ringrat".
    „Richtig, ich gehöre zu Legolas”, erklärte ich stolz.
    „Ah, also zu den Düsterwaldelben“, sagte der rotbraunhaarige.
    „Genau“, stimmte ich zu.
    „Darf ich fragen wer ihr seid?", fragte der schwarzhaarige dann in einem flüssigen Elbisch.
    Ich lächelte und antwortete ihm dann auch Elbisch: „ Mein Name ist Naira und wie heißt ihr. Jedenfalls besitzt ihr gute Sprachkenntnisse".
    „ Ich habe viele Namen", antwortete er geheimnisvoll, „ In der Wildnis werde ich Streicher genannt, mein richtiger Name ist jedoch Aragorn, Arathorns Sohn", nach kurzem zögern fügte er immer noch im elbischen hinzu, als wollte er nicht das der andere Mensch ihn verstand, „ich bin Ilsidurs Erbe".
    „Wow", ich staunte in diesem Mann steckte weitaus mehr als man von außen erkennen konnte.
    „ Wer seid ihr“, fragte ich den ich sah den anderen Mann nun wieder in der gemeinsamen Sprache. „Ich bin Boromir, Sohn von Denethor des Truchsees von Gondor", antwortete dieser.
    „Dann sehen wir uns morgen", sagte ich und ließ die beiden alleine zurück.

    Es war soweit die letzten Sonnenstrahlen verschwanden und der Abend senkte sich über Bruchtal.
    Morgen würde es soweit sein und ich würde dabei sein können.
    Vorsichtig kuschelte ich mich in mein Bett und lauschte noch lange den Abendlichen Geräuschen Bruchtals bis ich einschlief.

    6
    Der Ringrat


    Ich wurde früh am Morgen von einem pochen an meiner Tür geweckt. Schnell machte ich mich fertig und zog das Kleid über, welches Tauriel mir geschenkt hatte, dann öffnete ich ddie Tür.
    Es war Legolas er sagte: „Es ist soweit Naira, bist du bereit?“.
    „Ja“, antwortete ich.
    Er lächelte und zog mich mit sich.
    Wir kamen auf einen Platz. Dort waren schon viele versammelt.

    Ich sah Zwerge unter ihnen dieser Gimli.
    Unsere Waldelben und andere Waldelben. Außerdem Hochelben aus Bruchtal und Halbelben.
    Und ein paar Menschen waren auch da.
    Außerdem der Zauberer Gandalf und ein Halbling.
    Elrond begann den Rat: „Fremde aus fernen Ländern, Freunde und Bekannte. Ihr seid hergerufen worden, um auf die Bedrohung Mordors zu reagieren“.
    Er erzählte uns von dem einen Ring.
    „Dann ist es also war“, fragte Boromir.
    Elrond nickte.
    Boromir stand auf und berichtete uns von einem Traum und das er den Ring für Gondor haben wollte, um ihn gegen den Feind einzusetzen. Er wollte ihn Berühren, aber Gandalf hielt ihn davon.
    „Der Ring muss zerstört werden", erklärte Elrond.
    Aragorn bestärkte diese Aussage noch einmal.
    „Was weiß schon ein einfacher Waldläufer davon", murmelte Boromir grimmig.
    Legolas mischte sich daraufhin ein.
    „Das ist kein einfacher Waldläufer “, erklärte er Boromir erbost, „das ist Aragorn Arathorns Sohn er ist Ilsidurs Erbe. Du bist ihm zur treue Verpflichtet“.
    „Setze dich Legolas", murmelte Aragorn auf Elbisch, als wäre ihm die Sache peinlich.
    „Aragorn also“, murmelte Boromir, dann schimpfte er,
    „Man kann nicht einfach einfach nach Mordor spazieren, nicht mit tausend Mann könnt ihr das schaffen“.
    Daraufhin stand Legolas auf und rief: „Hast du Herrn Elrond nicht gehört. Der Ring muss zerstört werden“.
    Daraufhin mischte sich Gimli ins Gespräch ein: „Und du denkst wohl, das du das machst, eher Sterbe ich als den Ring in den Händen eines Elben zu sehen“.
    Da mischten sich plötzlich alle ein.
    Ich blieb sitzen, weil es sowieso nichts brachte, wenn noch mehr mit stritten.Der Halbling schien etwas sagen zu wollen und stand deshalb ebenfalls auf.
    „Ich nehme den Ring”, sagte er leise.
    Als ihn keiner hörte rief er noch einmal lauter: „Ich nehme den Ring”.
    Alle drehten sich zu ihm um.
    Ich sah ihn aufmunternd an und er fügte leiser hinzu: „ obwohl ich den Weg nicht weiß”.
    „Ich werde dir helfen diese Bürde zu tragen Frodo", erklärte Gandalf und stellte sich zu ihm.
    „Ich werde dir Beistehen”,
    sagte Aragorn daraufhin und kniete sich vor Frodo, „Du hast mein Schwert".
    Legolas stand auf: „Und meinen Bogen”, fügte er hinzu.
    Ich stellte mich dazu: „Ebenso wie meinen Bogen".
    „Und meine Axt", erklärte Gimli.
    „Auch ich stehe dir zur Verfügung Halbling", sagte Boromir zuletzt.

    Plötzlich kam ein. weitere Halbling mit blonden Haaren hinter einer Säule hervor.
    „Ohne mich geht Herr Frodo nirgendwo hin".
    Elrond lächelte „fürwahr“, murmelte er, „du gehst ja auch zu einer Versammlung, zu der, er eingeladen und du nicht”.

    „Wir kommen auch mit", zwei weitere Halblinge kamen hervor,
    „oder ihr werdet uns in einem Sack verschnürt heimschicken müssen”.

    Nun standen wir zu Zehnt da. Frodo und die anderen drei Halblinge Sam, Merry und Pippin, Gandalf, Boromir, Aragorn, Gimli, Legolas und die ich.
    „Zehn Gefährten", sagte Elrond zufrieden. Danach sah er mich komisch an ich blickte zurück. Er sah so aus, als hätte er gerade ein Geist in mir gesehen, aber er sagte nichts.

    7
    Von Stärken und Schwächen


    Als es am nächsten Tag losgehen sollte . Hielt Elrond mich fest
    „Ich habe darüber nachgedacht ob du mitgehen solltest Naira“, murmelte er auf elbisch und sah vielsagend auf einen Punkt an meinem Fußknöchel.
    Ich erschrak, deshalb, hatte er mich gestern so komisch angesehen. Legolas war stehen geblieben und hörte uns zu.
    Ich fluchte, ich hatte versucht zu verdrängen, was meine Eltern, mir gesagt hatten kurz bevor sie gestorben waren, aber ich hatte es nie vergessen, meine Eltern waren bei einem Orkangriff ums Leben gekommen. Ich war jung gewesen. Ja 250, das mag für viele viel klingen, aber bei uns Elben galt man mit 250 noch als Kind. Kurz vor ihrem Tot hatten meine Eltern mir erzählt das bei meiner Geburt Galadriel, eine mächtige Elbin aus Lothlorien aufgetaucht wäre und ihnen gesagt hätte ich wäre dazu bestimmt Mittelerde eines Tages zu retten und das ich zwar im Kampf verletzt werden konnte, aber nie getötet, das sie aber auch gesagt hätte das, dies für einen Punkt meines Körpers nicht galt, meine Schwachstelle an meinem Knöchel. Meine Eltern meinten sie hätten damals noch so viele Fragen an Galadriel gehabt aber sie wäre einfach verschwunden.Damals beim Orkangriff bin ich tödlich verwundet worden, eine Wunde von einer Orkklinge, die über meinen ganzen Oberarm ging, allerdings bin ich damals nicht gestorben obwohl ich zu viel Blut verloren hatte. Nach, wie ich später erfuhr 10 Tagen Bewusstlosigkeit sah man nur noch eine lange Narbe auf meinem Arm.

    Legolas sah mich an.
    „Du weißt nicht wer deine Freundin hier ist, noch was sie kann oder Legolas?“, fragte Elrond.
    „Nein“, murmelte Legolas und Elrond erzählte von Galadriels Besuch bei meiner Geburt als wäre er selber dabei gewesen.
    „Lass mich mitgehen Herr Elrond bitte“, bat ich auf elbisch, „wie soll ich sonst mein Schicksal erfüllen“.
    Doch Elrond schüttelte den Kopf und sagte streng auf elbisch: „Ich werde nicht zu sehen, wie unsere einzige Hoffnung sich unötig in Gefahr begibt“.
    „Nein“, rief ich zurück weiterhin elbisch, „ ich werde mitgehen“.
    Doch Elrond schüttelte den Kopf.
    Legolas sah mich an und erklärte: „Vielleicht ist es schwer zu verstehen Naira, aber Herr Elrond hat recht, du solltest dich nicht in Gefahr begeben. In Bruchtal bist du sicher, deshalb“, und er sah mich entschuldigend an, „befehle ich dir als dein Prinz in Bruchtal zu bleiben“.
    Ich wurde wütend und fluchte auf Elbisch und beschimpfte Legolas auf Elbisch.
    Dann brachen die jetzt noch Neun Gefährten auf, aber in Gedanken fasste ich einen Plan, ich war noch nie gut darin befehlen zu gehorchen. Ich würde den Gefährten folgen.

    8
    Nächtliche Flucht

    Ich wachte auf. Es war Nacht, sofort hatte ich nur einen Satz im Kopf.
    „Folge den Gefährten Naira“.
    Ihnen zu folgen würde schwerer werden als gedacht. Elrond schien genau zu wissen, dass ich versuchen würde der Gemeinschaft zu folgen und hatte Wachen vor meinem Zimmer postiert, als ich in voller Montur heraustrat, wiesen sie mich an zurück in mein Zimmer zu gehen, aber ich dachte nicht daran, ich legte einen Sprint hin und rannte zu den Ställen Bruchtals um Nachtschimmer zu holen Bald waren mir mehr Elben auf den Fersen, bis ich bei den Ställen abgefangen wurde.
    „Nachtschimmer“, rief ich auf Elbisch und wusste mein Pferd würde kommen, die Elben mussten mich tragen und da ich zappelte und mich wehrte brauchte es Zeit. Ich rief immer wieder nach Nachtschimmer und dann hörte ich das splittern von Holz. Ein Pferd trabte aus dem Stall und wieherte. Ich riss mich mit einem einzigen gezielten Ruck aus dem Griff der Elben und schwang mich auf mein Pferd. Die Elben warfen Seile und versuchten uns auf diese Weise wieder einzufangen, aber ich wich mit Nachtschimmer den Seilen aus.

    Die Elben verfolgten uns noch lange nachdem wir Bruchtal verlassen hatten, aber schienen unsere Spur irgendwann zu verlieren. Erst dann wagte ich eine Rast und überlegte wie es weitergehen sollte, die Gemeinschaft wollte nach Süden reisen das wusste ich und sie wollten übers Nebelgebirge, aber es gab viele Wege. Ich beschloss morgen Richtung Pass des Cahadras zu reiten und hoffte ihnen ab da Folgen zu können.

    9
    Der Pass des Cahadras


    Die Gefährten fand ich nicht, aber Spuren von ihnen, allerdings führten sie hin und wieder zurück und ergaben keinen Sinn, die Hälfte der Spuren war auch schon wieder im Schnee verschwunden.
    Ich hoffte die Gefährten nach dem Pass finden zu können und nahm den Weg.

    Ich ging schon eine Weile da vernahm ich Geräusche Orks waren im Anmarsch und wenn mich meine Elbensinne nicht täuschten, waren es nicht gerade wenige. Furcht packte mich, da hörte ich die Stimme meiner Mutter in meinem Kopf, es war etwas, was sie mir mal gesagt hatte: „Gib nie auf Naira, auch wenn ein Kampf Hoffnungslos erscheint. Es gibt immer Hoffnung“.
    Dann hörte ich etwas, was mein Vater mal zu mir gesagt hatte: „Naira, meine Tochter, solltest du je auf einen Gegner treffen, den du nicht schlagen kannst, dann merke dir, Verzweifeln bringt in der tiefsten Zwickmühle nichts. Kämpfen dafür umso mehr“.
    Ich sah Nachtschimmer, ich wollte nicht das der stolze Hengst meinetwegen starb.
    „Lauf, Nachtschimmer“, rief ich auf Elbisch, „laufe und finde die Freiheit“.
    Er hörte auf mich, dann drehte ich mich grimmig um und zog meinen Bogen.
    Das was mich erwartete übertraf meine Befürchtungen weit. Wie sollte ich alleine so viele Orks töten? Ich konnte nicht wissen wie viele es waren, aber mindestens 50.

    Ich gab trotzdem nicht auf, stattdessen schoss ich drauflos. Pfeil für Pfeil, die Orks waren zum Glück noch weit entfernt. Eine perfekte Schussweite. Ich tötete 15 Orks, ehe sie mich erreicht hatten. Dann griffen mich die ersten an. Ein Orkpfeil traf mich, ich wirbelte mit meinen Elbenmessern herum, köpfte Orks und tötete sie. Ich spürte, dass meine Kräfte nicht ewig reichen würden, zumal ich stark blutete und ein Pfeil in meinem Körper stecken hatte. Ich achtete darauf, dass die Orks meinen Knöchel nicht trafen, was sie aber nie taten, da normalerweise der Knöchel ja nicht zu den Dingen gehörten, die ein Ork gern treffen würde.


    Ich war am Ende meiner Kräfte und die Zahl der Orks schien einfach nicht schrumpfen zu wollen, da tauchte aus dem Nichts eine Frau auf ich wusste nicht, wo sie hergekommen war, aber sie hatte braunes Haar, lederne Armschützer sowie einen ledernen Brustpanzer und einen schwarzen Umhang. Ich hätte sie für eine Waldläuferin gehalten, aber soweit im Süden Mittelerdes trieben Waldläufer sich eigentlich nicht herum. Ihre bevorzugte Waffe schien ein Schwert zu sein aber sie trug auch einen Bogen, sowie einen Köcher mit Pfeilen bei sich. Ich kämpfte nach Kräften weiter, aber irgendwann wurde ich bewusstlos.

    Als ich erwachte lag ich in einem Bett, das in einer Höhle stand, die Frau beugte sich über mich.
    „Was macht eine Elbin wie du ganz allein hier?“, fragte sie in einem guten Elbisch.
    „Das geht dich nichts an“, erklärte ich Müde und ihre Augen funkelten belustigt auf.
    „Deine Wunden heilen schnell, sogar für die einer Elbin und bei den vielen Wunden, hättet ihr sterben können“, meinte sie ruhig und redete dabei weiter auf elbisch.
    „Ihr könnt Westron sprechen“, erklärte ich ihr und redete dabei selber in dieser Sprache.
    „Gut wie heißt du wenn ich fragen darf“, fragte sie mich.
    „Mein Name ist Naira und ich komme aus dem Düsterwald“, beantwortete ich ihre Frage,
    „Und wie heißt du“?
    Sie lächelte „ Mein Name ist Enja, ich bin eine Waldläuferin“.
    „Danke, dass du mich vor den Orks gerettet hast Enja“, sagte ich auf elbisch.
    „Naja“, meinte diese, „ ich habe eigentlich drauf gehofft, dass hier eine Gruppe von Leuten aller freien Völker vorbeikommt und ich meinen Bruder in dieser Gruppe sehe.
    Er hat mir verboten mit zu einem Rat zu gehen“.
    Ich wusste sofort welchen Rat sie meinte und erzählte ihr von meinen Erlebnissen der letzten Woche und sogar von meinem Schicksal.
    „Wenn dein Bruder, dabei war kann nur einer aus der Gruppe dein Bruder sein.Es ist Aragorn. Nicht Wahr“?
    Sie nickte dann fragte sie: „Wollen wir zusammen die Gemeinschaft suchen“?
    „Ja“, rief ich, „ich bin froh eine Reisegefährtin zu haben“.
    Wir wanderten nun den Rest des Passes hinunter und in der Ferne erstreckte sich der goldene Wald und direkt auf ihn zu steuerte eine kleine Gruppe von Leuten.
    „Wir haben sie gefunden“, rief Enja freudig.
    Ich nickte und sagte: „Ich wette sie wollen dort eine Rast machen, das werden wir auch tun und hoffen das sie nicht merken das wir auch in Lothlorien sind“.
    „Und Galadriel uns nicht verrät“, ergänzte Enja.
    Die Gemeinschaft war mittlerweile im Wald verschwunden, sodass wir ihnen einfach folgen konnten. Wir liefen bis zum Waldrand und machten dort eine Pause.






    10
    Lothlorien

    Gegen Abend liefen Enja und ich erst weiter, da wir Angst hatten sonst der Gemeinschaft zu nahe zu kommen. Ich fand den Wald wunderschön, er übertraf die Schönheit aller Wälder die ich bisher gesehen hatte, er war geradezu wunderbar. Leise summte ich die Melodie eines elbischen Liedes, das ich vor langer Zeit von meinen Eltern gelernt hatte, es zeugte von Sehnsucht.
    „Was summst du da Naira“, fragte Enja.
    „Das Lied von Nimrodel“, antwortete ich schlicht, „es geht um den Fluss Nimrodel und der Elbin nach dem er benannt ist“.
    „Kannst du es mir vorsingen“
    „Ja, ich werde es versuchen“, meinte ich vorsichtig.

    Ich sang und mein Herz sang mit mir.
    Als die letzten elbischen Worte verklungen waren, fing Enja an zu weinen und auch ich war den Tränen nahe, das Lied war so emotional, das man nicht anders konnte.
    „Enja, jetzt hör aber auf zu weinen“, bat ich.
    „Ich kann nicht“, schluchzte Enja, „du singst so schön Naira, deine Stimme hat mein Herz berührt“.
    „Ach Enja“, murmelte da eine fremde Stimme auf elbisch, „witzig, dass du bei uns aufgewachsen bist, aber nichts von den vielen elbischen Liedern und Gedichten kennst“.
    Enja drehte sich zu dem fremden Elb um der hinter uns stand und auch ich drehte mich um.
    „Haldir“, rief Enja überrascht.
    „Du bist doch nicht allen ernstes überrascht mich zu sehen“, entgegnete er.
    Ich begrüßte den Elb höflich auf Elbisch und sein Blick wurde Ernst.
    „Du hat ein schweres Schicksal zu tragen Naira“, murmelte er auf elbisch, „du bist Galadriel bekannt, doch sollte Legolas dich nicht sehen und auch der Rest der Gefährten, sollte nichts davon erfahren, dass du ihnen folgst. Was für ein seltsamer Zufall das gerade du und Enja euch getroffen habt. Ihr habt beide eure Hilfe im Bezug auf den Ring angeboten und sie wurde abgelehnt zwar aus verschiedenen Gründen, aber abgelehnt. Nun Galadriel hat gewusst das ihr kommt und sie will mit euch reden.Mein Auftrag ist es euch, ohne dass die Gefährten es bemerken, nach Caras Caladhon zu bringen, also kommt“.
    Damit führte er uns ins Herz des Waldes.
    „Du bist hier aufgewachsen“, fragte ich Enja.
    Sie nickte und erklärte: „Während mein Bruder, nach dem Tot unserer Eltern in Bruchtal aufgewachsen ist, lebte ich in Lorien“.
    „Wieso nicht auch in Bruchtal“, wunderte ich mich.
    „Das wurde mir nie verraten“, erklärte Enja.

    Schweigend liefen wir weiter, am Eingang von Caras Caladhon stand ein fremder Elb, er schien den Wachjob, nicht besonders gern zu machen, schien mehr Aktion zu wollen, seine leuchtend grünen Augen hatten einen gelangweilten Ausdruck, er hatte blonde Haare, die wie ich fand recht kurz für Elbenhaare waren und die er offen ohne irgendwelche geflochtenen Strähnen trug. Außerdem trug er Elbenmesser und Pfeile und Bogen bei sich. Seine Ausstrahlung, kam mir irgendwie sehr bekannt vor, aber ich wusste nicht woher.
    Haldir begrüßte den Elb auf elbisch: „Hallo, Xeon, bringst du die beiden Mädchen hier zur Herrin Galadriel, ohne das die Gemeinschaft sie bemerkt am besten“.
    Der Elb wirkte regelrecht begeistert nicht mehr herumstehen zu müssen und sagte: „Natürlich, sehr gerne Haldir, aber nur unter einer Bedingung“.
    „Und die wäre“, fragte Haldir.
    „Du löst mich hier am Tor ab“, erklärte Xeon und Belustigung funkelte in seinen Augen.Ich kannte diese Art von Humor. Er erinnerte mich definitiv an einen Elb den ich kannte nur an wen?
    Da fiel es mir ein, plötzlich wusste ich an welchen Elb, mich dieser Elb erinnerte, sein Verhalten war dem von Legolas ähnlich.
    Während Xeon uns führte erkundigte mich auf elbisch bei ihm: „Du erinnerst mich an einen Elben den ich kenne. Kann es sein das du mit Legolas verwandt bist“.
    Er lächelte und antwortete: „ Du hast ein gutes geistiges Auge, junge Elbin. In der Tat ich bin mit dem Elbenprinzen verwandt, er ist mein Cousin“.
    „Ah deshalb die Ähnlichkeit“, freute ich mich, „ihr seid euch vom Charakter wirklich ähnlich“.
    Er nickte und erklärte mir auf elbisch, dass er dies oft zu hören bekäme und auch das Legolas ihm etwas über mich erzählt hätte und gemeint hätte ich wäre eine gute Kämpferin.
    Ich lächelte und meinte: „Nun ja ich hab ihn halt beeindruckt“.
    „Er war regelrecht begeistert von dir“, erzählte Xeon, „seine Augen haben seltsam gefunkelt, als er an dich dachte, ich habe ihn so noch nie von jemandem reden gehört, nicht mal von Tauriel, deshalb habe ich ihn damit gestichelt, dass er verliebt ist und er ist rot geworden, glaub mir Naira, mein Cousin hat mehr als nur freundschaftliche Gefühle für dich. Er ist eindeutig verliebt“.
    Schlagartig wurde ich rot und Xeon brach in schallendes Gelächter aus.
    „Du bist ja auch verliebt“, kicherte er.
    „Gar nicht war“, entgegnete ich mürrisch während Xeon grinste und lachte, „keiner kann Gefühle vor mir verstecken“, erklärte er immer noch grinsend und auf elbisch, „schon gar nicht mein Cousin und du auch nicht wirklich“.

    Enja stand lachend neben mir und meinte: „Ich könnte mir euch auch gut als Paar vorstellen“.
    Da stieß ich ihr so fest in die Seite, dass sie verdutzt aufschrie und schimpfte: „Jetzt fang du nicht auch noch an“.
    Dann wandte ich mich an Xeon und verlangte, dass er uns jetzt zur Herrin brachte. Er nickte, grinste aber immer noch schelmisch.
    Dann führte er uns zu dem Haus von ihr und ihrem Gatten Celeborn und erklomm mit uns die Treppe die in das Baumhaus führte.

    11
    Herrin Galadriel


    Wir traten ein und die Herrin empfing uns freundlich lächelnd und mit einem Blick, der einem das Gefühl gab, dass sie alles über dich weiß.
    „Ich freue mich euch hier begrüßen zu dürfen Naira und Enja“, begrüßte sie uns, „ich weiß, wieso ihr hier seid und bin nicht wütend, auch wenn es Leute gab, die euch verboten haben herzukommen. Denn immer wenn ihr eurem Herz folgt, folgt ihr dem Schicksal, welches euch vorherbestimmt ist.
    Naira, Elrond und Legolas haben beide versucht dich vor deinem Schicksal zu verstecken und doch hat es dich hinter der Gemeinschaft hergezogen, was vollkommen richtig ist, denn du kennst dein Schicksal. Du bist wichtig für die Rettung von ganz Mittelerde. Enja auch du hast dich gegen die Anweisungen deines Bruders gesträubt. Während er zum Ringrat aufgebrochen ist, wurde dir verboten teilzunehmen und doch stehst du jetzt hier. Bei dir bin ich mir auch sicher, dass du eine Rolle zu spielen hast, im Schicksal Mittelerdes“.
    Ich dankte der Elbinherrin auf elbisch, für ihre Worte, sie machten mir den Mut, dass alles gut war, was ich tat.
    Auch Enja schien ermutigt und fragte: „Heißt das, wir sollen den Gefährten weiter folgen“.
    „Ja“, antwortete Galadriel, „ aber versucht unentdeckt zu bleiben, die Gefährten werden sicher nicht begeistert sein, wenn sie euch bemerken, vor allem Aragorn und Legolas“.
    „Ja, das werden wir Herrin“, erklärte ich und freute mich.
    „Xeon wird euch in vorübergehende Wohnungen bringen, bis die Gefährten weiterziehen“, erklärte Galadriel weiter.

    Xeon nickte, verbeugte sich vor seiner Herrin und zeigte uns mit einer Geste, dass wir ihm folgen sollen. Wir folgten ihm, er lächelte uns an.
    „Oh, ihr habt ein Schicksal“, machte er Galadriel nach, „ihr seid so wichtig und spielt eine Rolle bei der Rettung Mittelerdes“.
    „Hör auf“, schimpfte Enja.
    „Nie darf ich meinen Spaß haben“, schimpfte Xeon, sah aber nicht wütend aus, sondern eher belustigt.
    Dann führte er uns zu einem unbewohnten Flett, Baumhaus oder Talan wie es die Elben nannten und ließ uns allein.

    12
    Schwestern


    Früh morgens wurde ich von lauten Geräuschen einer Auseinandersetzung geweckt. Zwei Elben diskutierten laut in ihre Sprache miteinander. Ich sah aus dem Fenster, zwei mir bekannte Elben standen sich gegenüber, beide sahen erregt aus, es waren Legolas und sein Cousin Xeon.
    Legolas sagte gerade: „Xeon, ich möchte nicht, dass du mitkommst, es ist nicht möglich, ich habe Angst dich zu verlieren“.
    „Ich darf selber entscheiden“, schleuderte Xeon zurück, „du kannst nicht entscheiden, was ich zu tun oder zu lassen habe und ich kann mindestens so gut kämpfen wie du, also bilde dir bloß nicht ein, dass du besser bist. Ich habe die Erlaubnis von Galadriel erhalten mit euch zu kommen und ich will mit euch kommen.“
    Legolas sah gequält aus.
    „Bitte, bleib hier, wo ich dich in Sicherheit weiß“, bat er auf elbisch.
    Doch Xeon schüttelte den Kopf und meinte wütend: „Ich habe das gleiche recht wie du, mit auf diese Reise zu gehen. Ich kämpfe so gut wie du und außerdem, wenn du dich um mich sorgst, habe ich doch das gleiche Recht mich um dich zu sorgen. Legolas, ich will nicht hier sein, während du dein Leben auf Spiel setzt, ich sorge mich auch um dich und dann höre ich, dass du gefallen bist. Nein, das will ich nicht. Ich kämpfe an deiner Seite, du warst schon immer mein Prinz, aber auch mein Cousin. Ich möchte dich lebendig wissen, an meiner Seite, mich kannst du nicht versuchen zu beschützen, wie deine kleine Elbin Naira. Ich werde mit dir in die Schlacht ziehen und für meinen Prinzen kämpfen“, er lächelte und fügte hinzu, „und für meinen Cousin den ich lieb habe“.
    Legolas hatte keine Mine verzogen und schleuderte seinem Cousin Verwünschungen entgegen, die dieser ohne mit den Wimpern zu zucken aufnahm. Ich war bei Xeons Worten zusammengezuckt und Enja war neben mich ans Fenster getreten.
    „Da scheint ja richtiger Streit zu herrschen“, stellte sie fest.
    Ich nickte und schaute gebannt weiter nach unten. Zwischen den Cousins war tiefes Schweigen eingetreten.
    Xeon blickte seinem Cousin in die Augen und die beiden schienen einen stummen Blickkampf auszufechten.
    Dann ließ Xeon überraschend nach.
    „Also gut“, murmelte er frustriert, „du hast gewonnen Legolas“.
    Er schien wirklich sauer zu sein, denn jetzt würdigte er seinem Cousin nicht einen Blick.

    Legolas schien erleichtert und verließ den Platz, kaum war er weg, kam eine Elbin mit schwarzen Haaren hinter einem Gebüsch hervor, sie wirkte recht mysteriös auf mich und hatte eine bestimmte Anmut und trotzdem hatte ich das Gefühl sie zu kennen, obwohl ich mir sicher war sie noch nie gesehen zu haben.
    „Ich hätte an deiner Stelle nicht so schnell aufgegeben Xeon“, murmelte sie.
    „Ach hör doch auf Zaida“, schimpfte er.
    „Was ich sag nur meine Meinung“, gab die Elbin zurück, das hätte ich Xeon auch gesagt, dachte ich bei mir.
    Ihre durchdringend grünen Augen funkelten und sie lächelte. Ich wollte mich nun einschalten und lief nach unten. Die leicht verdutzte Enja folgte mir. Dann kam ich unten auf dem Platz.
    „Ah“, meinte die fremde Elbin, „Galadriels Gäste, die von den Gefährten nicht gesehen werden dürfen.Hallo Enja, Tochter Aragorns und Naira, die anscheinend ein schweres Schicksal zu tragen hat. Mein Name ist Zaida ich bin die Tochter von Sirilja und Terohir“.
    In dem Moment als sie diese beiden Namen sagte, drehten sich meine Gedanken und warum sie mir so vertraut vorkam, obwohl ich sie nicht kannte. Ihre Eltern waren dieselben wie meine, das hieß sie war meine Schwester, ich dachte ich hätte meine ganze Familie für immer verloren, aber diese Elbin war meine Schwester. Tränen stiegen mir in die Augen und ehe sie wusste was ihr geschah viel ich meiner Schwester um den Hals, die ein verdutztes Gesicht machte.
    „Du bist meine Schwester“, schluchzte ich und sah ihr in ihre Augen, die wie meine eigenen grün waren.
    „Was“, fragte Zaida ungläubig, „wieso habe ich denn gar nicht von unseren Eltern erfahren, dass du geboren bist. Wieso habe ich dich nie kennengelernt“.
    „Ich weiß es selber nicht“, erwiderte ich, „ich weiß auch nur, dass wir Schwestern sind weil ich die gleichen Eltern haben“.
    „Zaida sah zu Xeon und Enja hinüber und fragte: „Könnt ihr uns beide kurz alleine lassen. Wir brauchen Zeit um in Ruhe miteinander zu reden und das alles zu verdauen“.
    Xeon nickte und meinte zu Enja: „Komm wir lassen die beiden Schwestern mal alleine“.


    Zaida sah mich nun richtig an: „Haben dir unsere Eltern irgendwann mal von mir erzählt“.
    Ich schüttelte den Kopf: „Kein Wort, deshalb bin ich ja so erstaunt und glücklich darüber. Ich dachte ich wäre seid dem tot unserer Eltern alleine, aber jetzt habe ich dich“.
    „Was unsere Eltern sind gestorben? Wie?“, fragte Zaida und ich sah wie eine Träne an ihrer Wange herunterlief.
    Ich nahm meine Schwester in den Arm und meinte: „Ja sie sind gestorben Leider“.
    Ich spürte wie die Trauer auch mir bei der Erinnerung an den Tag die Feuchtigkeit in die Augen lief.
    „Es war ein schrecklicher Tag berichtete ich. Ich war gerade mal 250. Orks griffen unser Haus an. Unsere Eltern und auch ich haben gekämpft, aber es war eine unfaire Schlacht, von da an wusste ich was mal mein Schicksal sein würde“.
    Zaida, war dadurch, aber nicht wirklich zu trösten, trotzdem wischte sie sich die Tränen ab.
    „Es bringt unsere Eltern nicht zurück, wenn ich lange weine“, erklärte sie Tapfer.
    Dann sah sie mich an und meinte: „Und du solltest auch schleunigst wieder aufhören Trübsal zu blasen. Ich habe da nämlich ein paar fragen an dich“.
    Ich fing an zu Grinsen irgendwie schaffte es meine Schwester mich aufzumuntern.
    „Solange wir uns haben, werde ich nicht so schnell wieder Trauern“, meinte ich dann, „ich finde es sehr seltsam, dass meine Eltern mir nie erzählt haben, dass ich eine ältere Schwester habe“.
    „Ja“, fügte Zaida hinzu, „ich habe auch nie eine Nachricht von ihnen bekommen, dass ich eine Schwester habe und vor allem, war Frau Galadriel ja auch da, um von deinem Schicksal zu berichten. Irgendwas muss sie davon abgehalten haben mir zu erzählen, das ich eine kleine Schwester habe“.
    Sie blickte mir entschlossen in die Augen und meinte: „Wir werden der Sache auf Grund gehen Schwester und Frau Galadriel so lange damit nerven, bis sie mit der Wahrheit rausrückt“.
    Ich blickte entschlossen zurück und wir beide klatschten uns ab.
    „Am liebsten würde ich dir jetzt noch ungefähr 1000 fragen stellen“, erklärte ich dann, „aber ich fürchte Xeon und Enja währen nicht gerade begeistert davon“.
    Zaida nickte und sagte: „Wir werden, denke ich mal, noch genug Zeit haben uns alle Fragen zu stellen, die es zu beantworten gibt“.





    13
    Die Schicksalsreiter

    Enja und Xeon tauchten auf einmal wieder auf.
    „Braucht ihr noch lange“, fragte Xeon genervt.
    „Na hört mal“, schimpfte ich zu den beiden gewandt, „wir nun mal viele Fragen aneinander. Schließlich haben wir beide gerade erst erfahren, dass wir Schwestern sind. Wir mussten miteinander reden, außerdem Vermutungen anstellen, warum unsere Eltern, mir nie etwas von Zaida erzählt erzählt haben und über Interessen reden“.
    Zaida nickte zustimmend und meinte schnippisch: „Wie würdet ihr reagieren, wenn ihr plötzlich erfahrt, das ihr eine Schwester, oder meinetwegen, auch einen Bruder habt und eure Eltern euch keinerlei Nachricht über die Geburt dieser Schwester oder des Bruders geschickt haben. Es euch also anscheinend komplett verheimlicht haben, dass ihr ein Geschwisterkind bekommen habt, als wollten sie, das ihr euch nie trefft“.
    „Ja gut, wenn man es so betrachtet“, gab Enja uns recht, „tut mir leid, dass ich so genervt war, das ihr so lange braucht, um das Schwesternding abzuhaken“.
    „Anderes Thema“, wechselte Zaida nun das Thema und blickte zu Xeon, dieser nickte ihr zu.
    Dann sahen Zaida und Xeon zu Enja und mir.
    „Ihr habt doch vor den Gefährten zu folgen oder?“, fragte Zaida uns dann.
    „Ja“, antwortete Enja, „ ich möchte meinem Bruder nicht die ganzen Orks überlassen“.
    „Genau“, fügte ich hinzu, „und ich möchte Legolas nicht alle Orks überlassen“.
    „Habt ihr vielleicht noch Platz, für zwei Elben in der Truppe“, fragte Zaida.
    Ich nickte und meinte: „Ja, gut möglich“.
    „Gut“, klinkte Xeon sich ins Gespräch ein, „denn ich möchte meinem Cousin nicht alle Orks überlassen und meine liebe Zaida hier“.
    „ Ja, deine liebe Zaida hier kann selber reden“, erklärte Zaida belustigt, „ich würde so eine Reise als Chance sehen, erstens würde ich unsere Eltern rechen können und dich besser kennenlernen Naira“.
    Ich lächelte sie verschmitzt an und sie grinste zurück und fügte noch hinzu: „Ich werde nämlich meinem lieben Schwesterherz nicht alle Orks überlassen“.
    Wir lachten alle und Enja erklärte: „Dann, seid ihr bei uns richtig“.
    „Gut also nehmt ihr uns“, fragte Xeon.
    „Ja oder Enja“, fragte ich meine Freundin.
    Diese lächelte und entgegnete: „Aber Naira, wo denkst du denn hin, so ein freundliches Hilfsangebot, darf man doch nicht ablehnen“.
    Wieder brachen wir vier in Gelächter aus.
    „Wir brauchen aber noch einen Namen für unsere Trupppe“, sagte Xeon.
    „In der Tat“, meinte Zaida, „ohne Namen geht gar nichts“.
    „Gut, dann überlegen wir uns einen Namen“, erklärte Enja überzeugt und fing direkt an mit einem Vorschlag, „Nairas Truppe“.
    „Nein“, schimpfte ich, „die Gruppe wird um Himmels willen nicht nach mir benannt. Wir sind doch ein Team“.
    „Gut, dann nicht“, sagte Xeon, „wie wäre es stattdessen mit Schicksalstruppe“.
    „Ne, langweilig“, murmelte Zaida, „die bessere Gemeinschaft, wäre cool“.
    „Mmh, gar keine schlechte Idee“, meinte Xeon dazu, „aber ich finde es muss epischer klingen“.
    „Die Schicksalsreiter“, schlug ich vor.
    Bei den anderen fingen die Augen an zu Glänzen.
    „Ja“, riefen die anderen drei voller Begeisterung.
    „Wer ist mutiger als die Gefährten?“, fragte Xeon.
    „Wer trotzt allen Gefahren?“ fragte Enja, nach ihm, mit einem Lächeln im Gesicht in die Runde.
    „Wer tötet Orks im Sturm? “, fügte Zaida mit glänzenden Augen eine Frage hinzu
    „Und wer rettet Mittelerde?“, beendete ich den Spruch mit einer abschließenden Frage.
    Ich bemerkte das jeder seine Hand, bei seinem Teil des Spruchs in die Mitte gelegt hatte und legte meine nun Obendrauf und wie auf eine geheimes Zeichen riefen wir alle gleichzeitig: „ Die Schicksalsreiter“.
    Wir lachten, es war schon ein geheimes Einverständnis das in dieser Gruppe herrschte. Kein Wunder!
    Enja kannte Xeon und Zaida schon, seit ihrer Kindheit und war eine meiner besten Freunde geworden. Zaida war meine Schwester und mit Xeon verstand ich mich fast so gut wie mit Legolas, wenn auch nur fast. Denn da war ein Funke zwischen Legolas und mir den es zwischen Xeon und mir nicht gab. Wir alle schienen uns schon lange zu kennen, obwohl es nicht stimmte.

    14
    Feierstimmung und Trauerstimmung

    Abends saßen wir in dem Wohnhaus von mir und Enja. Wir feierten unsere Zusammenkunft, aßen, tranken, lachten miteinander und hatten einfach mal eine Pause. Ich wusste, dass uns noch viel bevorstand und wollte mir heute mal den Kopf von meinen Sorgen befreien. Ich hatte eine starke Truppe gefunden, da war ich mir sicher. Wer wusste schon, ob wir vielleicht noch Mitglieder fanden. Jedenfalls hatte ich keine Lust mir jetzt darüber den Kopf zu zerbrechen. Ich hatte eine Schwester gefunden und mit ihrem guten Freund Xeon, der jetzt auch ein guter Freund von mir war, hatten Enja und ich zwei neue Reisegefährten gefunden.

    „He, Naira“, fragte Enja und der Rest der Truppe grinste mich an.
    „Was habt ihr jetzt schon wieder ausgeheckt“, fragte ich lachend.
    „Na, ja“, meinte Zaida, „wir haben überlegt, ob wir zu den Zelten der Gefährten laufen, um sie eine Weile auszuspionieren“.
    „Ich bin dabei“, antwortete ich schnell.

    Wir rannten die Treppe hinunter und zum mittigsten Baum in Caras Caladhon, in dem auch Celeborn und Galadriel wohnten, denn unter diesen Baum, hatten die Elben Zelte für die Gefährten aufgebaut. Kaum kamen wir in die Nähe des Baums, klang Gesang zu uns herüber. Als ich hörte, worüber die Elben da sangen, wusste ich, dass einer der Gefährten gefallen war, und zwar der alte graue Zauberer Gandalf. Ich kannte ihn nur vom Sehen her und hatte kein Wort mit ihm gewechselt. Ich sah die anderen aus der Truppe an. Meine Schwester sah aus, als könnte sie jeden Moment in Tränen ausbrechen. Xeon wirkte ähnlich traurig und Enja liefen Tränen über die Wange. Ich legte meiner Freundin einen Arm um die Schulter und fragte vorsichtig: „Hast du ihn gut gekannt?“.
    Enja nickte und murmelte: „Er war oft in Lorien zu Besuch und hat mir Neuigkeiten von meinem Bruder und aus ganz Mittelerde gebracht.“
    „Durch Gandalf haben mein Bruder und ich uns gegenseitig Nachrichten geschrieben.
    Er war immer freundlich zu mir, es gab keine Frage, die mir Gandalf nicht beantworten konnte, keine Information, die er mir nicht geben konnte. Ich würde fast sagen, er war wie ein Opa für mich. Auch war er der erste, der mir erzählt hat, dass Isildur unser Ahnenherr ist und mein Bruder einmal König von Gondor werden würde.“
    „Ihr scheint eine wirklich enge Bindung gehabt zu haben“, sagte ich mitfühlend.
    Sie nickte.
    Ich lief weiter zu Zaida. Sie sah nicht mal mehr halb so glücklich aus wie sie es vor ein paar Sekunden noch gewesen war und nahm sie ohne Worte in den Arm. Es schien sie in dem Moment nicht zu interessieren, dass sie eigentlich die ältere war und mich in den Arm nehmen müsste, sie ließ sich in meine Arme fallen fallen und murmelte nun auch ein paar Worte für Gandalf in der alten Elbensprache der Lieder und Gedichte, im Quenya: „Oh Gandalf, mein Freund, Elbenfreund, mächtiger, weiser Zauberer. Meine Trauer um dich geht solange ich Lebe. Ewig währte dein Licht, dein Tot wird nicht vergeblich sein. Mittelerde wird nicht fallen solange ich lebe, verlass dich drauf. Möge dein Licht weiter in meinem Herz leuchten“.
    Ich fügte auf elbisch murmelnd hinzu: „Möge Illuvátar ewig, an unsere Seite stehen“.

    Ich sah zu Xeon und Enja, beide hatten uns gebannt zugehört, aber nun lag eine dichte Trauer zwischen uns.
    „Wir sehen uns morgen bei Galadriel Schwester“, erinnerte mich Zaida als sie uns verließ.
    „Wir sehen uns“, meinte Xeon und verschwand ebenfalls und auch Enja und ich lagen Bald in unseren Betten.

    15
    Von Liebesstimmungen und magischen Orten

    „Naira, wach auf“, Enja schüttelte mich.
    „Geh, weg“, murmelte ich, noch halb im Schlaf und schlug nach der Waldläuferin, traf sie aber nicht.
    „Zaida und Xeon warten aber mit dem Frühstück auf uns“, erklärte Enja, „Zaida kam gerade her und hat gefragt ob wir mit ihnen Frühstücken wollen in ihrer Wohnung“.
    Sofort wandelte sich meine Stimmung. Ich war hellwach und sagte: „Ich bin in ein paar Minuten unten“.
    „Super“, zufrieden verließ Enja das Zimmer und ich fing an in meinen Klamotten zu kramen, zufällig stieß ich auf das Kleid von Tauriel und zog es über. Der seidige Stoff glänzte, ich wusch meine dunkelblonde Haarpracht und kämmte sie, alles in ein paar Minuten, dann flechtete ich mir ein paar Strähnen und verließ mein Zimmer, da ich nie ohne mindestens eine Waffe losging, steckte ich mir eins meiner Elbenmesser in eine zierliche Handtasche aus silber- blauem Stoff, die mal meiner Mutter gehört hatte und packte noch ein Geschenk für Zaida hinein, dann schritt ich die Treppe hinab.
    „Enja“, ich starrte meine Freundin sprachlos an.
    Sie trug ein Kleid aus fließendem blauem und hellblauen Stoff, als ob es aus Wasser bestände, ihre sonst so wilden Haare hatte sie ordentlich gekämmt und sie trug diese offen.
    „Es ist doch nur ein Frühstück“, meinte ich und sah an ihr herab.
    „Für ein Frühstück, bist du aber auch sehr schick gekleidet“, entgegnete Enja, „komm“.
    Erst gingen wir einen breiten Pfad entlang, dann bog Enja aber in einen kleinen unscheinbaren Pfad ein weniger Baumhäuser waren an diesem Pfad.
    „Galadriel persönlich hat den beiden dieses Haus über lassen“, erklärte sie während wir liefen.
    „Sie wohnen gemeinsam in einem Haus“, fragte ich.
    Enja nickte und antwortete: „Ja, beide stammen ursprünglich aus dem Düsterwald. Galadriel hatte gedacht das sie die beiden dann gut zusammentun kann. Als ich alt genug war, haben die beiden mich oft eingeladen. Xeon war wie ein älterer Bruder für mich. Deine Schwester hat fast noch mehr für mich getan. Sie liebe ich wie eine sehr enge Schwester oder fast noch mehr als eine Schwester ich würde für beide mein Leben geben, aber Zaida…“.
    „Schenkst du dein Herz“, ergänzte ich, „du liebst meine Schwester oder?“.
    „Ja“, seufzte Enja, „ und das schon sehr lange, erst dachte ich meine Gefühle währen nur so weil wir uns sehr nah stehen, aber, mittlerweile weiß ich was ich für Zaida empfinde Naira“.
    Ich sah Enja an sie wirkte aufrichtig.
    „Meine Schwester, mag dich auch mehr, als sie zugeben würde, dass spüre ich. Ich werde ihr aber nicht erzählen, dass du sie liebst, das musst du schön selber tun Enja“.
    „Ich weiß“, meinte Enja, „aber jedes mal, wenn ich es versuche. Macht mein Herz einen Aussetzer und ich schaffe es doch nicht“.
    Ich sah sie verständnisvoll an und sagte: „Ich verstehe dich Enja, ich weiß wie sich Liebe anfühlt. Sie ist ein funkelndes Licht im Herzen, so hell wie das Licht von Elendils Stern“.
    „Du bist selber verliebt, oder warst es zu mindestens schon mal“, stellte Enja fest, klang aber nicht überrascht.
    „Ja, du hast recht Enja, ich bin selber verliebt“, meinte ich.
    „Wer ist es, der dein Herz getroffen hat?“, fragte Enja.
    „Das darf bei mir bleiben, liebe Enja. Ich werde nicht darüber reden“.
    „Ich glaube ich weiß es sowieso“, erklärte Enja.
    Ich lächelte geheimnisvoll und wir liefen den unscheinbaren Pfad weiter entlang. Wir verloren kein Wort mehr über das Thema Liebe.

    Es dauerte nicht Lange da blieb Enja stehen, der Pfad endete in einer Sackgasse aus dichten Farnen und Schlingpflanzen.
    „War das schon immer so?“, fragte ich und schaute verblüfft auf die dichte Wand aus Farnen.
    „Sei, doch nicht so ungeduldig Naira“, murmelte Enja leise.
    Damit streckte sie ihre Hand in die Wand aus Pflanzen, einen kleinen Moment später wickelten sich dich Pflanzen um ihre Beine und sie lehnte sich hinein. Blieb ruhig, dann zogen die Schlingpflanzen Enja nach vorne in die Pflanzenwand. Bis die Wand sie verschluckt hatte.
    „Enja?“, rief ich.
    „Ich bin hier“, hörte ich die Stimme von Enja dumpf hinter der Wand, „tu einfach das, was ich gerade gemacht habe“.
    „Okay“, gab ich verunsichert zurück.
    Der Gedanke von den Pflanzen verschluckt zu werden machte mir schon ein bisschen Angst, aber da Enja sicher auf der anderen Seite angekommen war. Streckte ich meine Hand in die Pflanzen. Schon spürte ich wie die Pflanzen mich packten.
    „Lehne, dich in die Pflanzen. Sie lassen dich nicht Fallen“, erklärte Enja.
    Ich fasste mir ein Herz und ließ mich in die Pflanzen fallen, sie hielten mich tatsächlich und zogen mich nun direkt auf die Pflanzenwand zu. Als ich kurz davor war, schloss ich meine Augen und holte tief Luft. Dann spürte ich nur noch Pflanzen um mich herum, bis die Pflanzen mich losließen. Ich plumpste auf weiches Gras, Enja gab mir ihre Hand und zog mich auf die Beine. Danach erblickte ich das unglaubliche. Da lag eine Lichtung vor uns, die Sonne schien kräftig, auf das saftig grüne Gras, auf dem Blumen in allen möglichen Farben wuchsen. Schmetterlinge flogen herum und ein scheues Kaninchen hoppelte über die Wiese. Ich blickte fasziniert von der Schönheit über die Lichtung. Sie war komplett von den silbrig glänzenden Mallorn-Bäumen umringt, aber das beste kam noch. Ein riesiger, einzelner Mallorn-Baum stand in der Mitte der Lichtung und brachte mit seinem Blätterdach ein wenig Schatte und in seinen Zweigen thronte das schönste Flett das ich je gesehen hatte. Für mich machte es einen noch schöneren Eindruck, als das Flett das Herr Celeborn und Herrin Galadriel bewohnten. Königlich war es oben in den Ästen und dort schimmerten die silber- grünen Blätter der Mallorn-Bäume, die sich langsam herbstlich golden verfärbten und anfingen das goldene Blätterdach zu bilden, wegen dem dieser Wald auch goldener Wald genannt wird.
    „Wow“, stieß ich hervor, „es ist wunderschön Enja“.
    „Ich wusste das es dir gefällt“, meinte diese, „aber jetzt komm, wir wollen Frühstücken“.

    Damit zog sie mich mit sich zu dem großen Mallorn- Baum hin.
    Wo eine Strickleiter aus silbernen Sprossen und goldenen Seilen herabgelassen war.
    Wir beide kletterten hintereinander hoch und zogen uns durch das Loch nach oben, dort blickten wir auf einen reich gedeckten Tisch an dem ein Elb und eine Elbin lächelnd saßen und uns in empfingen.




    16
    Frühstücksleckereien und eine Menge Erklärungen

    „Nah, wie gefällt dir unser bescheidenes Heim Naira?“, fragte mich Zaida lächelnd.
    „Es ist wunderschön hier“, meinte ich, während ich das innere des Baumhauses inspizierte.
    Das Holz glänzte in einem schönen kräftigem braun. Sowohl auf dem Boden als auch an den Wänden waren silberne Muster und verschnörkelte Linien zu sehen. Durch ein rundes Fenster kam das Sonnenlicht herein. Silberne Gardinen waren an den Seiten, schlicht aber schön und besonders um das Fenster herum waren noch einmal verschnörkelte Linien die silbern glänzten. Es war das einzige Fenster in diesem Raum. An dem Fenster stand der Tisch, der ebenfalls mit Mustern verziert war, genauso wie die Stühle, die Lampen waren auch silbern, über dem Herd, der beiden war so eine befestigt, ebenso über dem Tisch. Eine war an und verströmte ein Licht, wie das der Sterne. Viele würden das Sternenlicht als kalt bezeichnen, aber ich fand es schön. In diesem Licht erblickte ich stets meine schönsten Erinnerungen und durchlebte sie noch einmal.Der Eingang, durch den Enja und ich gekommen waren war mit einer Falltür verdeckt und so ziemlich in der Mitte des Raumes, wenn man hoch kam erblickte man zuerst den Tisch, der dann vor einem Stand, hinter einem war dann die Küche. Jetzt war die Falltür zu und ich stand immer noch in der Mitte des Raumes. Auf der Linken Seite war eine Tür auf der in verschnörkelter, silberner und eleganter Schrift Zaida stand. Das Zimmer meiner Schwester und rechts von mir war Xeons Zimmer im gleichen Stil.

    „Setzt euch“, forderte Xeon uns auf.
    Ich setzte mich neben Zaida und Enja nahm neben Xeon Platz.
    Dann begannen wir zu Essen. Es war echt lecker, unsere beiden Freunde hatten an alles gedacht.
    Ein Korb mit Lembas, Athelas Tee, Weißbrötchen, Brotaufstriche und Früchte.
    „Irgendwelche Pläne für heute?“, fragte Enja.
    Zaida und ich nickten und sowohl Xeon als auch Enja waren verblüfft.
    Ich erklärte ihnen: „Zaida und ich wollen gerne bei Galadriel in Erfahrung bringen, wieso wir nie etwas voneinander erfahren haben. Danach dachten wir, dass wir etwas mit euch machen. Durch den Wald streifen oder schon mal eine Route für morgen heraussuchen. Wir wissen ja das die Gefährten mit Booten den Anduin runter wollen. Wir können uns überlegen wie wir ihnen folgen“.
    Zaida nickte und Xeon meinte: „Gute Idee Naira. Ich habe auch schon darüber nachgedacht und ich denke. Wir könnten erst eine Weile an den Ausläufern des Nebelgebirges entlanglaufen und dann bei Amon Hen nach den Gefährten Ausschau halten“.
    „Super Plan“, stimmte Enja ihm zu, „wir können sie dann ja genauer planen, wenn ihr wieder da seid“.
    Sie blickte zu mir und meiner Schwester, wir nickten beide zustimmend.
    Wir klatschten uns ab und riefen Synchron: „Schicksalsreiter“.

    Nach dem Essen, beschlossen Enja und Xeon ein bisschen im Wald spazieren zu gehen, während Zaida und ich bei Galadriel und Celeborn waren. Danach wollten wir uns wieder im Flett von Zaida und Xeon treffen. Zaida und ich waren auf dem Weg, durch die Pflanzenwand, über den unscheinbaren Pfad. Am Zeltlager der Gefährten vorbei schleichen und wir standen beim Mittelpunkt von Lothlorien. Das prächtige Wohnflett von Galadriel und Celeborn thronte auf einem riesigen Mallorn Baum in ca. 15 m Höhe. Eine prächtige Wendeltreppe führte am Baum entlang zum von goldfarben funkelnden Mallorn- Blättern umgebenen Flett. Wir erklommen gerade die Wendeltreppe, da fragte Zaida: „Sag, mal Schwesterherz. Wie war denn eigentlich deine Kindheit so?“.
    Ich lächelte und antwortete: „Prima, Vater hat mich relativ schnell das kämpfen mit Bogen und Elbenmessern gelehrt, er meinte damals ich müsste mich zu verteidigen wissen. Die Lehrstunden haben mir sehr viel Spaß gemacht und bald gehörte das kämpfen zu einer meiner größten Leidenschaften. Neben dem Lesen und Geschichten, Lieder oder Gedichte schreiben natürlich. Bald stellten Vater und ich extra stumpfe Pfeile her um uns beim Kampftraining nicht zu verletzen und stumpfe Schoner, die wir quasi beim üben über unsere Elbenmesser gestülpt haben“.
    „Solche hat er mit mir auch gemacht“, rief Zaida, „mir hat das Kämpfen nämlich, auch großen Spaß gemacht. Bald war ich besser als unserer Vater. Mit Mondglut auszureiten und einfach loszuziehen um Abenteuer zu erleben hat mir aber auch Spaß gemacht“.
    „Wer ist Mondglut“, fragte ich verwirrt.
    „Meine treue Freundin und mein Reittier und eine Begleiterin“, erklärte Enja, „ich habe sie als ich 10 war als Wolfsjunges im Wald gefunden und aufgepäppelt, seid dem sind wir Freunde. Sie streift immer irgendwo im goldenem Wald herum, aber wenn ich sie rufe kommt sie“.
    „Wow“, meinte ich, „solche Geschichten habe ich nicht zu erzählen, aber auch ich wurde irgendwann besser im kämpfen als Vater“, erzählte ich.
    „Mit wie viel Jahren hast du zu kämpfen begonnen?“, fragte Zaida neugierig, „ich war erst 15, als ich meine ersten Kampfzüge lernte“.
    „Hey, ich auch“, rief ich verdutzt, „und ich war 25, als ich Ada das erste mal geschlagen habe“:
    „Ja ich auch“, Zaidas Augen glühten vor Freudigkeit auf und ich hatte das Gefühl, dass meine ebenso glühten.

    Dann waren wir oben angekommen.
    „Wir müssen mehr Zeit finden uns gegenseitig kennenzulernen“, stellte Zaida fest.
    Ich nickte zustimmend: „Und ob mehrere Stunden, wie wäre es mit der Reise“.
    Zaida lächelte mich an, ich lächelte breit zurück, dann erklärte Zaida: „Ja wir werden auf der Reise Zeit haben“.
    Sie umarmte mich noch einmal, dann standen wir vor der Tür zum Flett. Wir lösten unsere Umarmung und fragten die Elbenwachen höflich auf elbisch, ob wir eine Audienz bei Galadriel haben dürften. Sie baten uns zu warten und einer ging hinein. Ich benutzte das elbische Wort für Schwester, um Zaida zu zeigen wie sehr ich sie ins Herz geschlossen hatte: „nîth“.
    Sie lächelte mich ein weiteres mal an und erwiderte: „ nin nethig“, also „mein Schwesterchen“.
    Dann kam die Wache zurück und erklärte auf elbisch, dass Galadriel uns empfangen würde.
    Zaida drehte sich zu mir um und fragte: „Bist du bereit“.
    Ich nickte und erwiderte: „Bereit wenn du es bist Schwesterherz“.
    Damit traten wir ein.

    Galadriel und Celeborn saßen nebeneinander auf ihren Thronen und Galadriel lächelte uns mild an.
    „Herrin Galadriel“, begann Zaida, „wir sind hier weil…“.
    „Ich weiß wieso ihr hier seid“, unterbrach die Elbinherrin meine Schwester, wir sprachen die ganze Zeit elbisch und kein einziges Wort Westron, „ihr wollt wissen wieso ihr nichts voneinander erfahren habt“, sie blieb vollkommen ruhig.
    „Ja, Herrin“, gab ich zu, „das würden wir gerne wissen“.
    „Es täte euch gut es nicht zu erfahren“, sprach nun Celeborn, „aber doch habt ihr ein Recht es zu wissen, aber wollt ihr das überhaupt? Es hat einen düsteren Hintergrund“.
    „Auf jeden Fall“, meinten wir gleichzeitig.
    Galadriel nickte: „Nun gut. Eure Eltern stammen aus beide jeweils aus einer alten Elbenfamilie und es hat geheißen, wenn diese beiden Elbenfamilie vereint werde, könnten mächtige Kinder daraus hervorträten, die zum einen starke Kämpfer werden, die aber auch Magie besäßen würden. Diese Kräfte würden erst hervortreten, wenn zwei Kinder geboren würden und sich treffen. Wir wollten es nie verhindern, dass ihr euch trefft, damals wussten wir noch nicht, dass der eine Ring wieder auftauchen würden und Sauron zurückkehrt, also erwarteten wir großen Elbenherrscher euch voller Freude, aber als die erstgeborene Zaida du, geboren wurde hatte ich eine Vision von Sauron, damals wusste ich noch nicht wie ich das einzuordnen hatten und wollte euch vorsichtshalber erst mal voneinander trennen, kurz vor deiner Geburt Naira, arrangierten wir das Zaida zu uns nach Lorien kam und deine Eltern hielten es Aufgrund der Vision auch für sicherer euch fernzuhalten. Als ich kurz vor deiner Geburt die Vision hattest, das du Mittelerde retten würdest und schon jetzt Kräfte der Unsterblichkeit besitzt, berichtete ich deinen Eltern davon. Wir hielten es trotzdem erst mal für sicherer euch getrennt zu lassen, da wir immer noch keine genaue Ahnung hatten, wie das mit euch zusammenhing“.
    „Angsthasen, das seid ihr meiner Meinung nach“, viel Zaida ihnen wütend zu. Ihr wolltet gar nichts, aber auch gar nichts riskieren, bis klar war das es ungefährlich ist uns zusammen zu bringen. Jetzt musste ich gerade verdauen, dass unsere Eltern tot sind und das ich eine Schwester habe“.
    Die beiden Herrscher von Lorien blieben ruhig und meinten: „Wir wollten damit nicht nur uns schützen. Es war eine Maßnahme ganz Mittelerde zu schützen“.
    Da mischte ich mich ein: „Aber jetzt wisst ihr doch schon länger, dass wir nicht gefährlich sind. Wieso hast du Zaida immer noch nichts gesagt Herrin Galadriel und mir hätte man es auch irgendwie mitteilen können“.
    „Wir hielten es für weiser zu warten bis ihr euch ohne unser zu tun begegnet“, erklärte Celeborn ruhig.
    „Ich verstehe gar nichts mehr“, meinte ich, „ich habe selber bei Thranduil gestanden im Glauben unsere Familie hat keinen Rang im Düsterwald, wir lebten am Rand der Gesellschaft. Meine Schwester hat ihm, aber einige Jahre gedient. Thranduil kannte uns aber genau nach deiner Geschichte: War das alles um zu verdecken das ich eine Schwester habe. Er hat so getan, als spielte er mit dem Gedanken mich einzusperren“.
    Galadriel nickte: „Ja das war alles um zu vertuschen, dass du eine Schwester hast“.
    Dann fiel mir noch etwas ein „Hat Legolas von alledem gewusst, bis zu dem Zeitpunkt als Elrond ihn aufgeklärt hat, über meine Schicksal“.
    Celeborn schüttelte den Kopf und erklärte: „Nein, der junge Elbenprinz hielt dich wahrscheinlich wirklich für eine einfache Waldelbin. Er kannte zwar deine Schwester ganz gut, aber wie hätte er sie mit dir in Verbindung bringen sollen. Thranduil hat ihm nichts erzählt“.
    Ich war zufrieden, einer weniger der mir etwas verheimlicht hatte.
    „Mein Leben war eine Lüge“, schluchzte Zaida, „ich habe eine Schwester. Meine Eltern sind Tot und so viele haben mich belogen“.
    Ich legte ihr beruhigend einen Arm um die Schulter.
    „Mein Leben doch genauso nîth“, meinte ich zu ihr, „aber es gibt Leute die ebenso wie du nichts davon wussten, deine Freunde nämlich und natürlich Ich. Denk doch mal an Xeon und Enja mmh“.
    Sie nickte: „Du hast ja Recht Schwester“.
    Dann drehte sie sich zu Galadriel und Celeborn um und sagte zu ihnen: „Aber glaubt nicht, das ich diese Lügen verzeihen werde“.
    Dann sah sie zu mir und meinte: „Komm wir gehen nething. Hier haben wir alles geklärt. Lass uns zu unseren Mellyn gehen und mit ihnen Route planen“.
    „Ich komm gleich“, erklärte ich und drehte mich zu Galadriel und Celeborn, „wann wollen die Gefährten morgen los“.
    „Mit dem ersten Morgengrauen“, gab diese uns Auskunft, „wenn ihr heute eure Route plant und sie fertig habt, schickt vorher noch einmal einen von euch rüber es können auch Xeon oder Enja sein. Ich verstehe ja, dass ihr mich heute nicht mehr sehen wollt. Nur brauche ich Auskunft welche Route ihr nehmt“.
    „Wieso?“, fragte ich.
    Galadriel setzte wieder ihr geheimnisvolles lächeln auf und meinte nur: „Das verrate ich nicht“.
    Also gingen wir.







    17
    Planen und Schicksals-Begegnung

    Zaida und ich kehrten zu ihrem Flett zurück. Zaida war immer noch sehr wütend, meine Wut beschränkte sich ein bisschen. Im inneren war ich kurz vorm ausbrechen, aber äußerlich merkte man mir nicht an das ich sauer war.
    „Bist du denn überhaupt nicht Wütend?“, fragte mich meine Schwester irgendwann auf dem Rückweg.
    „Klar bin ich wütend“, meinte ich daraufhin, „aber Schwesterherz, es gibt Leute, die ihre Wut zu verbergen wissen und es hilft ja auch nicht wütend zu sein, ändern lässt sich jetzt ja sowieso nichts mehr oder?“.
    „Du hast echt ein paar weise Ratschläge auf Lager nething“, erklärte sie und lächelte wieder.
    „Na siehst du, lächeln geht doch bei dir“, lachte ich.
    Ihr lächeln verwandelte sich in ein breites Grinsen und dann in ein Lachen.
    „Nîth du bist jemand der alle immer wieder aufmuntert. Dein Charakter möchte man haben, dein Selbstbewusstsein und trotzdem hast du auch eine Seite auf der du zart wie eine Blüte bist, verträumt. Dein Talent dich in andere hinein zu versetzen ist einfach großartig. Hör nicht auf das was andere dir sagen. Du bist eine tolle Elbin“.
    Ich sah meine Schwester an dann fing sie an zu lachen und ich fiel mit ein dann sagte ich: „Aber nur wenn du mir versprichst, so zu bleiben wie du bist“.
    Wieder lachten wir, dann nickte sie mir zu: „Darauf kannst du dich verlassen Naira“.

    Wir waren so weit schon gegangen, dass wir nun wieder vor der Pflanzenwand standen. Zaida trat hinein und ließ sich von den Ranken mitziehen, kaum war sie verschwunden tat ich es ihr nach, überholte sie und rief ihr zu: „Ich bin zuerst oben“.
    „Hey“, schimpfte sie, „das war unfair“.
    Dabei legte sie noch einen Zahn zu, aber keine Chance. Ich war zuerst bei der Strickleiter und fing an so schnell zu klettern, wie ich nur konnte. Ich blickte nach unten, in der Erwartung meine Schwester zu sehen, aber sie stand dort nicht mehr. Ich sah wie sich die Falltür öffne und Zaida schaute heraus.
    „Wie?“, fragte ich verdattert,
    während sie fragte, „kommst du auch noch nach oben nething“.
    Ich erklomm die Letzten Sprossen der Strickleiter und zog mich nach oben.
    „Jetzt musst du mir aber erklären, wie du so schnell hier nach oben gekommen bist“, meinte ich.
    „Nein“, widersprach Zaida, „das bleibt mein Geheimnis“.
    „Du erklärst es mir auf der Stelle sonst…“, murrte ich auf elbisch.
    „Sonst was…?“, fragte Zaida schnippisch.
    „Pöh“, ich drehte mich von ihr weg, „ich muss es ja nicht wissen“.
    „Uhh der erste Streit zwischen Schwestern“, fing Xeon an zu witzeln.
    „Sei du mal leise“, fauchten Zaida und ich genau Synchron.
    Xeon hob die Hände: „Schon gut, ich höre ja auf. Enja und ich haben schon mal eine Karte besorgt und natürlich abgeräumt“.

    Sofort war unser Interesse, wo anders. Zaida nahm neben Enja platz und ich setzte mich neben Xeon, zusammen schauten wir auf die Karte, die in der Mitte des Tisches lag“.
    „Ach, einer von uns soll heute übrigens zu Galadriel und ihr unsere Route erklären“, fiel mir ein.
    „Ach, jaa. Wie war es eigentlich bei ihr?“, fragte Enja.
    „Wir hätten nicht hingehen sollen“, erklärte Zaida, während ich schnell erzählte, was passiert war.
    „Echt, eine Super, Schwestern Power sozusagen?“, fragte Xeon als ich das mit den Kräften erläuterte.
    „Ich schätzte schon“, meinte Zaida, „aber ich habe seit wir zusammen sind eigentlich nichts gespürt was auf Schwestern Power hindeuten würde“.
    „Ich auch nicht“, erklärte ich und damit war das Thema abgehakt, stattdessen widmeten wir uns der Karte.
    „Da fließt der Anduin“, sagte Enja und zeigte auf einen langen Fluss auf der Karte.
    „Okay und hier sind die Ausläufer des Nebelgebirges“, meinte ich und zeigte auf die Berge.
    „Mmh“, überlegte Enja, „wir könnten wohl am Nebelgebirge entlang, aber irgendwo müssten wir auch eine Übersicht haben, wie die Gefährten weiterwandern“.
    „Wie wärs wenn wir bei Amon Hen sehen wo sie mit den Booten weiterfahren, oder auch weiterwandern?“, fragte Zaida.
    „Gute Idee“, gab Xeon ihr Recht, „aber woher sollen wir wissen, ob sie schon dort vorbei sind, wenn wir da sind oder noch nicht da waren“.
    „Ein bisschen Mut können wir schon haben, es ein wenig dem Zufall zu überlassen, Oder?“, stellte ich klar und lächelte in die Runde.
    „Oh jaa“, stimmte Enja mit ein, „wir sind schließlich Schicksalsreiter“.
    „Stimmt, ihr habt recht“, fügte Zaida auch grinsend an.
    Xeon sagte nichts, aber nickte und sah aus als würde er gleich einen Lachanfall bekommen.
    Dann legte er seine Hand mittig auf den Tisch und Fragte: „Wer ist mutiger, als die Gefährten?“.
    Enja fiel lachend mit ein und stellte ihre Frage: „Wer trotzt allen Gefahren?“, dabei legte sie ihre Hand auf Xeons.
    Zaida fragte nun herausfordernd ihre Frage: „Wer tötet Orks im Sturm?“.
    Dabei knallte sie ihre Hand so fest auf Enjas, dass diese ein schmerzverzerrtes Gesicht machte.
    Schnell beendete ich den Spruch mit: „Und wer rettet Mittelerde?“.
    Gemeinsam schrien wir unser: „Die Schicksalsreiter“, hinaus in die Welt und hoben die Hände.
    Danach lachten wir herzhaft und klatschten uns gegenseitig ab.
    Enja murmelte einen Satz auf elbisch der soviel bedeutete wie: „Möge Illuvátar unser Schicksal leiten und ewig auf unserer Seite stehen“.
    Wir wiederholten den Satz bedächtig.
    Dann machte sich Xeon auf den Weg zu Galadriel und Celeborn, um ihnen zu sagen wo es für uns weitergehen würde.

    Zaida, Enja und ich saßen alleine an dem Tisch, niemand schien zu wissen, was er sagen sollte.
    Ich sagte den beiden, dass ich einen kleinen Spaziergang allein machen wollte.
    Sie nickten und ich verließ das Baumhaus.

    Schon stand ich auf der Lichtung, die letzten Sonnenstrahlen des Tages bahnten sich einen Weg durch das goldene Blätterdach. Gedankenverloren ließ ich mich durch die Pflanzenwand auf den Weg führen. Ich sah eine Gestalt etwas Abseits durch die Bäume spazieren.
    Es war ein Elb mit blonden Haaren der auf seinem Rücken zwei Elbenmesser und einen Bogen trug, wie es für Elben typisch war.
    Als ich einen seitlichen Blick auf sein Gesicht erhaschen konnte, erkannte ich das es Legolas war.
    Er sah mich zum Glück nicht.
    Ich folgte ihm vorsichtig, ich wollte wissen was er tat.
    Es ging so lange gut bis er sich schlagartig umdrehte, schnell sprang ich hinter einen Baum.
    Hatte er mich gesehen?
    Er sah einen Moment verwirrt aus, dann lief er zurück, schnell versuchte ich, mich immer auf einer Seite des Baumes höher zu hangeln und kletterte im Schutz des Baumes über die Baumkronen. Dort sah ich in den Himmel. Die Sonne war untergegangen, ich sah mir die Sterne an während ich hoffte, dass Legolas mich nicht gesehen hatte und mir gefolgt war.
    „Wer bist du“, hörte ich seine Stimme unter mir.
    Er hatte mich bemerkt, aber anscheinend nur von hinten gesehen, sodass er mich nicht erkannt hatte.
    „Wieso wandelst du im Schatten“, fügte er hinzu.
    Ich riskierte es nicht irgendwas zu erwidern, ich hatte Angst das er meine Stimme erkannte.Dann merkte ich ein leichtes wackeln im Baum.
    Legolas kam nach oben. Ich sprang zehn Baumkronen weiter und wagte es nicht mich umzudrehen.
    „Lauf nicht weg“, hörte ich seine Stimme hinter mir.
    Mit großen Sprüngen hechtete ich von Baum zu Baum, dann spürte ich seine Hand, die mein Handgelenk packte. Ich drehte mich nicht zu ihm um, aber er war längst vor mich getreten.
    „Naira?“, fragte er auf elbisch, er klang ungläubig, aber auch wütend.
    „Du bist uns die ganze Zeit hinterher, von Bruchtal bis Lorien. Nicht wahr?“, nun klang er richtig wütend.
    „Ja nicht die ganze Zeit direkt hinter euch her, aber man kann es schon sagen“, gab ich zu.
    Seine Augen funkelten voller Wut
    „Das hätte ich nicht von dir gedacht Naira“, murmelte er weiterhin elbisch.
    „Was hätte ich denn sonst tun sollen?“, fragte ich verzweifelt, „ich möchte mein Schicksal erfüllen. Galadriel hat zugestimmt, das es meine Bestimmung ist Legolas und egal was du tust. Ich werde euch weiter folgen“.
    „Du solltest nach Bruchtal zurückkehren“, schimpfte Legolas, „du solltest nicht hier sein Naira“.
    „Ich muss mein Schicksal erfüllen“, gab ich zurück, „und das kann ich nicht, wenn ich in Bruchtal festsitze. Frau Galadriel hat das gewusst“.
    „Naira, du verstehst das nicht“, mit einem mal war die Wut aus seiner Stimme gewichen und etwas anderes was beschützendes und flehentliches lag darin, „kehre um“.
    Ich schüttelte den Kopf und blickte dem Elbenprinzen direkt in seine Augen. In seinem Blick lag auch etwas flehendes, aber ich konnte noch etwas anderes darin erkennen in seinen blauen Augen war Angst. Ja er hatte Angst um mich, ja es war ganz klar in seinem Blick.
    „Du hast Angst ich könnte sterben“, stellte ich fest.
    Er schien sich ertappt zu fühlen und wich meinem Blick aus, er blickte in die Sterne.
    „Heute Nacht ist das Licht der Sterne besonders hell Naira“, murmelte er dann als nächstes Geistesabwesend auf elbisch, „ja, ich habe Angst um dich Naira. Seit unserem Kampf in den Hallen meines Vaters, kann ich nicht mehr aufhören an dich zu denken. Naira ich habe mich in dich verliebt“.
    Er sah mich an und ich blickte zurück in seine blauen Augen, die mich gefangen hielten, sodass ich nicht wegschauen konnte“.
    Erst dann brachte ich heraus: „Ich habe mich auch verliebt Legolas, in einen Elbenprinzen, der hier vor mir sitzt und der so ein guter Kämpfer ist und genau so humorvoll wie ich selber. Seit dem habe ich das Gefühl, dass es kein anderer für mich sein kann“.
    „Wirklich“, voller liebe blickte er mir in die Augen ich erwiderte den Blick, wir rückten näher zusammen, so nah das ich seinen Atem auf meinem Gesicht spürte, dann berührten sich unsere Lippen und sie verschmolzen in einem langem, zärtlichem Kuss. Nach einer Weile lösten wir uns wieder voneinander und betrachteten noch eine Weile gemeinsam die Sterne.

    Dann erklärte er mir das er jetzt schlaf für morgen bräuchte ich nickte.
    Wir kletterten zusammen nach unten. Er sah mir noch ein letztes mal liebend in die Augen dann murmelte er elbisch: „Pass auf dich auf, wenn du uns folgst Naira, bitte, ich habe nicht vor dich direkt wieder zu verlieren, also lass dich nicht von einem Ork am Fuß erwischen ja“.
    Ich nickte: „Ich gebe mein bestes“.
    Dann verschwand er zwischen den Bäumen und auch ich machte mich auf den Weg zu Zaidas und Xeons Haus.






    18
    Abendliche Beziehungsgespräche und Abschied von Lorien

    Ich kletterte die letzten Sprossen der Strickleiter hinauf und schob die Falltür auf, lautlos zog ich mich ins innere des Baumhauses. Dort erwartete mich ein höchst interessanter Anblick. Xeon stand neben der Falltür als er mich sah, legte er einen Finger an die Lippen und zeigte auf Enja und Zaida. Die beiden saßen am Küchentisch, hielten sich aber eng Arm in Arm und küssten sich gerade. Als sie uns bemerkten lösten sie sich peinlich berührt voneinander.
    „Wie lange steht ihr schon da?“, wollte Zaida wissen.
    „Ich kam rein und ihr wart gerade so miteinander ins Gespräch vertieft, dass ihr mich nicht bemerkt habt und Naira kam gerade rein als ihr euch geküsst habt“, erklärte Xeon.
    „Ach so“, meinte Zaida schnippisch, „und du hättest dich nicht bemerkbar machen können Xeon“.
    „Nein, denn sonst hätte euer Gespräch ja nicht so einen schönen lauf genommen“, erwiderte Xeon.
    „Ich freue mich für euch“, sagte ich lächelnd, „endlich habt ihr verstanden, dass ihr beide etwas füreinander empfindet“.
    Die beiden lächelten zurück und Zaida meinte zu mir: „Ohne dich hätten wir das vielleicht nicht geschafft nething“.
    „Nein“, gab ich zurück, „mag sein das ich ein bisschen aufgeklärt habe, aber ihr seid doch ganz von selbst zusammen gekommen“.
    Enja aber widersprach: „Nein Naira, du hast mir den Schups gegeben den ich gebraucht habe“.
    Daraufhin überlegte ich kurz ob ich ihnen von mir und Legolas erzählen sollte ließ es dann aber doch, stattdessen verabschiedete ich mich von Xeon und Zaida und wir machten noch kurz aus, dass wir morgen bei Sonnenaufgang aufbrechen wollten. Dann lief ich zu Enjas und meinem Gästeflett, machte mich bettfertig und schlüpfte in mein Bett, sofort übermannte mich die Müdigkeit und ich schlief ein.

    Noch vor Sonnenaufgang wachte ich auf, ich weckte zuerst Enja, dann zog ich mich an, packte meine Sachen zusammen und machte das Bett. Enja hatte das gleiche bei ihr gemacht. Nun saßen wir gemeinsam am Esstisch und aßen ein kleines Frühstück, stopften ordentlich viele Lembas für die Reise in uns rein und wanderten zum ausgemachten Treffpunkt. Dort hatten wir noch ein wenig Zeit, denn Zaida und Xeon waren noch nicht da.
    Ich dachte an Nachtschimmer, meine hübsche Stute, die mir seid dem Düsterwald treu zur Seite gestanden hatte die ich aber bei Cahadras frei gelassen hatte, da ich nicht wollte das sie starb, jetzt überlegte ich, ob wir den Weg nicht reitend überwältigen konnten.
    Von Zaida wusste ich das sie und Xeon beide einen Wolf als Reittier besaßen und ich konnte einfach mit Enja auf Nachtschimmer reiten, vorausgesetzt sie war nicht all zu weit entfernt.
    Direkt pfiff ich und rief ihren Namen.
    „Was machst du da?“, fragte Enja.
    „Ich rufe mein Pferd“, erklärte ich ihr und erläuterte meinen Gedankengang zu reiten, statt zu wandern. Enja hielt es für eine prima Idee. Ich rief weiter, bis ich schwarzes Fell zwischen den Bäumen schimmern sah.
    „Nachtschimmer“, rief ich dem Pferd, das zum Vorschein kam erfreut zu.
    Ihr Fell glänzte wunderschön, obwohl es ein bisschen zerzaust war. Sie stieß zur Begrüßung ihre Schnauze gegen meine Brust und wieherte erfreut.
    Ich lächelte und beruhigte sie: „Ist ja gut meine Süße“.
    Vorsichtig strich ich durch ihr Fell, dann kamen Zaida und Xeon an.
    „Ich dachte wir wandern“, merkte Zaida schmunzelt an, „aber wir können auch reiten“.
    „Ja, es geht schneller“, meinte Xeon und pfiff sofort. Ein großer Wolf kam angerannt mit einem treuherzigem Blick schaute er Xeon an. Dieser kraulte seinem Freund das Nackenfell.
    Während Zaida nach ihrer Wölfin Mondglut pfiff, stellte er uns seinen Wolf vor: „Leute, das ist mein Begleiter und Reittier Isilhâd“.
    „Okay“, meinte ich, dann stellte ich den anderen mein Pferd vor, „das ist Nachtschimmer, sie ist mir bisher immer treu geblieben, obwohl sie frei hätte sein können“.
    Dann kam Mondglut und Zaida stellte uns ihre Wölfin auch kurz vor.
    „Enja wo reitest du mit?“, fragte ich meine Freundin.
    „Ich reite abwechselnd immer bei jedem von euch mit“, erklärte sie.
    „Okay“, Zaida kletterte auf Mondglut, hinter ihr wollte Enja gerade aufsteigen, da trat Galadriel zwischen den Bäumen hervor.

    „Wartet“, sagte sie, mit ihrer ruhigen Stimme, „ich bin froh euch noch erwischt zu haben, ich will jedem von euch noch etwas bestimmtes Schenken und allgemein euch allen etwas“.
    Zuerst stellte sie sich vor Zaida und legte ihr zuerst einen Umhang um, diesen verschloss sie mit einer, grün silbernen Blattförmigen Brosche, dabei sagte sie: „Ich wünsche dir alles gute Zaida, euer kleines Team wird weitere Mitglieder erhalten“.
    Sie gab ihr zusätzlich ein Päckchen mit Lembas und sprach: „Verwende sie sparsam und esse nicht zu viel“.
    Dann war ihr persönliches Geschenk dran.
    „Zaida, dir schenke dieses Amulett“, sie gab ihr ein Amulett in Form eines Blattes, es ließ sich öffnen. Zaida öffnete es. Eine glatte Oberfläche war zu erkennen und spielte kleine Filmchen ab, ich erkannte unsere Mutter, unseren Vater, aber auch Enja und andere fremde Elben, die ich nicht kannte.
    „Möge es dir in jeder Situation Trost spenden und Hoffnung geben“, erklärte Frau Galadriel, Zaida bedankte und verbeugte sich.

    Frau Galadriel trat weiter, vor Enja, auch ihr legte sie den selben Umhang wie Zaida um und gab ihr mit den Worten: „Verwende sie sparsam und esse nicht zu viel“, ein Päckchen mit Lembas.
    Dann ließ sie sich von zwei Elben etwas reichen, etwas längliches, dass in ein prunkvolles, grünes Samt Tuch gehüllt war. Sie schlug das Tuch zurück und darunter kam ein Schwert zum Vorschein. Es war zierlich aber sah doch sehr stabil aus. Es glänzte scharf und blank und der Griff war mit Diamanten verziert.
    „Es ist wunderschön“, hauchte Enja.
    „Nimm es“, forderte Galadriel sie auf, „mögest du damit ebenso ruhmreiche taten vollbringen, wie dein Bruder“.
    Ehrfürchtig nahm Enja es entgegen: „Es ist leicht wie eine Feder, aber trotzdem so stark. Danke Frau Galadriel“.
    Auch sie verbeugte sich vor der Herrin des alten Waldes und zog ihr altes Schwert aus der Scheide, damit sie ihr neues hinein stecken konnte.
    Das alte nahm ihr einer von Galadriels Diener wieder ab.
    „Es wird auf dem Friedhof der Waffen einen Platz bekommen Enja“, erklärte Galadriel, „solltest du dieses Schwert wiedersehen wollen, kannst du es dort jederzeit sehen und auch auf Wunsch entnehmen, um es zu dir mitzunehmen. Wenn es ein nach dem Krieg gibt. Denn das Schicksal Mittelerdes ist ungewiss und eure Reise und auch die der Gefährten spielt eine wichtige Rolle um dieses Schicksal zum guten zu wenden“.
    Nun ging Galadriel hinüber zu Xeon und gab ihm wie den beiden zuvor, einen Umhang mit Blattbrosche und ein Päckchen Lembas. Dann kam sie zu seinem Geschenk, es war ein Dolch in einer Dolchscheide, den sie ihm in die Hand drückte. Die Dolcheide trug das Wappen Loriens und war mit wunderschönen verschlungenen silbrigen Linien, sowie mit grünen Smaragden verziert.
    „Möge dieser Doch dir beistehen, wenn du schnell eine Waffe ziehen musst“, sprach Galadriel, als sie ihm den Dolch samt Scheide übergab. Der Griff des Dolches, bestand aus einfachem Leder, auf dem das Wappen von Lorien ein zweites Mal zu sehen war. Zudem sah es so aus, als würde eine Pflanze mit silbrigen Ranken, über das Leder wachsen. Dann zog er den Dolch, das glänzen von dem blanken, silbrig aufpolierten Metall verschlug mir den Atem. Die Seitenränder des Dolches, schienen schärfer als alles was ich zuvor gesehen hatte.
    „Achtung“, warnte Gladriel Xeon, „pass mit diesem Dolch gut auf, denn er kann Haut und Knochen trennen, wie eine Schere Papier und Stein, wie ein Messer durch Butter durch Butter schneidet, wenn du nicht damit kämpfst, behalte den Dolch immer in seiner Scheide, er wird nie stumpf werden und seine Scheide ist vermutlich die einzige Materie die er nicht durchtrennen kann, außer den einen Ring, den kann er auch nicht zerstören“.
    Xeon nickte verneigte sich und sagte: „Ich fühle mich gehrt Träger dieses Dolches zu sein“.
    Nun kam Galadriel zu mir, sie legte mir den Umhang, mit der Blattbrosche um, dann drückte sie mir mit den gleichen Worten, wie bei den anderen ein Päckchen Lembas in die Hand.
    „Nun Naira“, sagte sie auf Elbisch, „ich habe zwei Dinge für dich. Sorge eben dafür, dass dein rechter Knöchel frei liegt Naira“.
    Ich rollte meine Hose zurück und meine Socke, dann lag meine größte Schwachstelle frei.
    „Du musst sie besser schützen, sie sollte unauffällig geschützt, aber dennoch geschützt sein Naira, aber wir haben etwas für dich angefertigt. Sie zog etwas Ledernes hervor, es hatte ungefähr die Fläche, um meinen Knöchel zu Decken und Lederbänder, um es an meinem Fuß zu fixieren. Die Lederbänder waren silbern gefärbt. Das Leder selber grün, ein goldenes Mallorn- Blatt war auf dem Leder zu sehen.
    Galadriel befestigte es so dass es den Knöchel bedeckte und sagte: „Keine normale Klinge, kann durch dieses Leder dringen Naira. Hüte dich vor Morgul- Klingen, denn diese vermögen es das Leder zu durchdringen“.
    Dann ließ sie sich von ihren Wachen einen wunderschönen Bogen geben.
    „Ein Lorien Bogen“, erklärte sie, „seine Sehne ist stark, sein Holz biegsam“.
    Ich sah mir den Bogen an, er bestand aus silbernem Holz, wobei ich auf das Holz eines Mallorn- Baums tippte, auf ihm war das goldene Mallorn- Blatt, welches für Lorien stand zu sehen, weitere goldene Ranken, oder so etwas in der Art, schienen sich um den Bogen zu schlingen.
    „Wow“, hauchte ich und gab meinen alten Bogen, ab, „Danke, für eure großartigen Gaben Frau Galadriel“.
    Diese lächelte und sagte: „Ich tue alles um Mittelerde zu retten und jetzt, geht auf eure Reise, findet vielleicht neue Reisegefährten und rettet vor allem Mittelerde.
    Wir alle nickten und verneigten uns noch ein letztes mal vor der Herrin von Lorien, dann verschwand diese wieder zwischen den Bäumen.

    Wir blickten ihr hinterher, dann machten wir unseren „Die Schicksalsreiter“ Spruch. Zaida stieg auf Mondglut, Enja stieg hinter ihr auf, während ich mich auf Nachtschimmer schwang und Xeon sich auf Isilhâd, dann ritten wir los.

    19
    Kampf und Schwestern-Kräfte

    Schnell hatten wir Lorien hinter uns gelassen und das Nebelgebirge kam immer näher. Adrenalin ließ meinen ganzen Körper erzittern, ich war aufgeregt, diese Reise würde das Schicksal von Mittelerde bestimmen. Ich sah meine Freunde an. Xeon hatte ein breites Grinsen auf dem Gesicht. Enja hatte einen nachdenklichen Gesichtsausdruck und Zaida wirkte ebenso aufgeregt wie ich.
    „Last uns mal ein bisschen langsamer reiten, wir haben Zeit“, rief ich ihnen zu und alle reduzierten das Tempo. Gemächlich ritten wir nebeneinander her.
    „Es könnten jederzeit Orks auftauchen“, meinte Enja und deutete dabei auf die Berge, die rechts von uns aufragten.
    „Hat uns das je aufgehalten?“, entgegnete ich.
    „Nö“, sagte Xeon, „nicht wirklich“.
    „Siehst du?“, ich sah Enja wieder an, diese lächelte
    „Du hast ja recht“, stimmte sie mir dann zu.

    Plötzlich hörte ich Geräusche von bröckelnden Steinen dann eine Stimme, stoppte Nachtschimmer und legte einen Finger an die Lippen, alle waren leise.
    Irgendjemand fluchte laut auf Zwergisch vor sich hin, ich konnte kein Zwergisch musste es aber auch nicht können um zu verstehen, dass da geflucht wurde.
    Dann wurde auf Westron gesprochen: „Was ist los Moira?“.
    „Orks“, antwortete die andere Stimme auf Westron, „hinter dem Felsen dort, wird Zeit das wir das Nebelgebirge endlich verlassen Rowan“.
    Dann tauchten zwei Gestalten zwischen den letzten Ausläufern des Nebelgebirges auf. Die eine war eine Zwergin mit rotblonden Haaren, die wie ich fand erstaunlich gut gepflegt waren, für eine Zwergin, sie trug eine Axt auf ihrem Rücken und ein Kurzschwert an ihrer Seite. Neben ihr lief ein Hobbit mit schwarzen lockigen Haaren eine Narbe lief ihm quer über die Nase er hatte ein freches Grinsen auf dem Gesicht und wirkte neben der relativ groß gewachsenen Zwergin eher klein.
    Die beiden rannten, dann brüllte die Zwergin: „Jeeetzt“, und sie und der Hobbit drehten sich gleichzeitig um. Hinter ihnen kam eine Horde Orks, zwischen den Ausläufern in Sicht. Die Zwergin zog darauf ihre Axt, der Hobbit zog ein kleines, hübsches Messer. Als der erste Ork sie erreichte schwang die Zwergin ihre Axt und schaltete damit sofort die ersten Orks aus. Der Hobbit sah schwächer aus als er war, er stach zu und ich musste zugeben, dass er mit seinem Messer ziemlich gut umgehen konnte.
    „Wollen wir ihr Schicksal ein bisschen wenden?“, fragte ich die anderen.
    „Mit Vergnügen“, erklärte Xeon, „ich möchte unbedingt diesen Dolch ausprobieren“.
    „Nagut, dann los“, sagte ich.
    Und wir rannten los auf die Orks zu und auf die Zwergin und den Hobbit noch im lauf zog ich meinen Bogen und schoss auf einen Ork den die Zwergin gerade mit ihrer Axt töten wollte. Sie drehte sie zu mir um dann funkelten ihre Augen kriegerisch auf: „Den hätte ich selber töten können“.
    Ich lächelte ihr nur zu und meinte: „Wir wollen helfen“.
    Die Zwergin brummte, aber nickte mir zu: „ Dann zeig mir mal was du so kannst“.
    Dabei schwang sie ihre Axt einem Ork entgegen und tötete ihn. Ich zog mich nach hinten zurück und schoss mit meinen Pfeilen auf die Orks. Zaida stand neben mir und ließ ihre Pfeile durch die Luft sausen. Enja war mitten im Getümmel und schwang ihr neues Schwert, während Xeon neben ihr Orks mit seinem neuem Dolch köpfte, als durchschnitte er nichts härteres als Butter, dabei grinste er breit.
    Der junge Hobbit, den die Zwergin Rowan genannt hatte, tänzelte mit seinem Messer am Rande des Getümmels entlang und schlitzte munter Orks auf. Wir kämpften alle wirklich gut trotzdem waren wir viel zu wenige um die Orks zu besiegen.
    Oder doch?
    Ich wusste es nicht, irgendwann mussten auch Zaida und ich unsere Nahkampfwaffen zücken. Wir wurden von den Orks zusammengedrängt bis wir alle sechs Rücken an Rücken standen und unsere Waffen waren das einzige, was uns die Orks vom Leib hielt.

    Ich sah das der Hobbit nicht mehr lange durchhielt. Schweiß tropfte an seiner Stirn herab und sein Gesicht war rot. Mitten im Kampf rief er nach jemandem.
    „Lakota“, hörte ich ihn rufen, es dauerte nicht lange da kam ein Hirsch an die Orks heran geprescht, sein Fell glänzte und mit seinem großen Geweih sah er geradezu edel aus. Er stieß die Orks mit seinem Geweih zur Seite, bis er sich zu Rowan durchgekämpft hatte, dieser schwang sich auf den Rücken des Hirsches und kämpfte Seite an Seite mit seinem tierischen Freund.
    „Gute Idee ausnahmsweise mal“, brüllte die Zwergin ihm durch die Kampflautstärke zu und pfiff. Es dauerte nicht lange da kam ein Wildschwein durch die Orks zu ihr gerannt. Die Zwergin sprang auf dessen Rücken und tötete die Orks dort weiter, die Tiere halfen sehr gut, die kräftigen Hauer des Wildschweins und das starke Geweih des Esel waren eine große Hilfe, aber da immer mehr Orks aus den Bergen hervor strömten, sah es noch immer hoffnungslos für uns aus. Ich spielte mit den Gedanken nach Nachtschimmer zu rufen, er stand noch immer mit Isilhâd und Mondglut dort wo ich und die anderen sie zurückgelassen hatte. Da sah ich wie die drei näher preschten, sie wollten doch nicht, das konnte nicht. Doch sie würden für uns kämpfen. Isilhâd stürzte sich entschlossen zwischen die Orks und biss und schlug mit seinen Krallen um sich, ebenso wie Mondglut die sich entschlossen einem Ork entgegen stellte. Dann war da noch Nachtschimmer, als er ankam bäumte er sich entschlossen auf und trat mit seinen Vorderhufen nach den Orks. Unsere tierischen Begleiter kamen uns zur Hilfe und kämpften wie wir mit wilder Entschlossenheit. Ich war davon so abgelenkt, dass mich die Klinge eines Orks an der Seite erwischte, direkt drehte ich mich zu ihm um und rammte ihm eins meiner Elbenmesser in den Leib. Blut schoss aus meiner Wunde, der Schmerz erfasste mich sofort und ließ mich aufschreien. Ich kämpfte trotzdem weiter.
    Zaida versuchte sich zu mir durchzukämpfen
    „Naira“, rief sie verzweifelt.
    „Mach dir keine Sorgen um mich nîth. Ich werde nicht Sterben“, schrie ich zurück.
    „Du bist die einzige die mir noch bleibt“, meinte Zaida entschlossen, „ich werde nicht zulassen, dass du mir auch noch genommen wirst nething“.
    Dann versuchte sie sich weiter zu mir zu kämpfen und plötzlich geschah alles furchtbar schnell. Eine Orkklinge traf sie heftig an der Schulter, Blut schoss aus der Wunde und sie schien überwältigt, nach einem kurzen schmerzverzerrtem Ausdruck im Gesicht und einem Aufschrei, fasste sie sich aber wieder und stach mit ihrer Klinge nach dem Ork. Sie streckte ihre Hand nach mir aus.
    „Nîth“, rief ich gequält auf Elbisch nach ihr, aus ihrer Schulter quoll Blut und rann über ihren Arm, sie schien gekonnt den Schmerz zu ignorieren. Während ich mich meinerseits zu ihr zu kämpfen versuchte, sah ich an meiner eigenen Wunde herunter und schaute direkt wieder weg, meine komplette Seite war blutverschmiert und weiteres Blut rann daran herunter. Wie konnte so viel Blut aus mir herauskommen ohne das ich verblutete?
    Ich wusste die Lösung, ich konnte nicht so einfach sterben, aber Zaida schon.
    Das würde ich nicht zulassen, auf gar keinen Fall, sie war eins mit mir, irgendwie.
    Und dann passierte es, in dem Moment als ich diesen Gedanken zu Ende gedacht hatte, schien es als wären ich und meine Schwester ein und dieselbe Person, ihre Gedanken waren in meinen, sie hatte Angst um mich. Als wir ineinander verschmolzen und zu einem wurden, schwand diese Angst und auch meine Angst war auf einmal wie weggewischt. Wir wollten nur nach die dämlichen Orks bekämpfen, wir waren zwei verschiedene Personen, aber es schien als ständen wir gerade direkt nebeneinander und unsere Gedanken waren wie synchronisiert. Gleichzeitig stachen wir mit unseren Elbenmessern zu, bis wir zueinander kamen und dann schneller als alle anderen durch die Orkmenge jagten und mehr Orks töteten als es je einer von uns alleine fertig gebracht hätte, geschweige denn ohne unseren Modus. Die Orkklingen prallten an unseren Körpern ab wie auf Stein und wir waren nur noch unschlagbar, schließlich Namen die Orks reiß aus, unsere Gedanken trennten sich wieder voneinander. Zaida sank zu Boden, ängstlich sah ich mir ihre Schulterwunde an, aus der immer noch Blut quoll, meine eigene aufgerissene Seite, beachtete ich dabei gar nicht, aber alle anderen starrten darauf.
    „Versorgt erst alle anderen, ehe ihr mich versorgt“, bat ich, „ich werde von dieser Wunde nicht umkommen, ihr könnt aber sterben“.
    Die Zwergin schien gar nichts mehr zu kapieren: „Wie du kannst nicht sterben“.
    Ich wollte gerade zu einer längeren Antwort ansetzen, da übermannte mich die Schwäche mein Blickfeld vernebelte sich“.


















































    20
    Rowan Tuk und Moira aus den Eisenbergen



    Müde blinzelte ich ins helle Sonnenlicht und rieb mir die Augen. Ich lag auf weichem Gras und jemand hatte mir etwas unter den Kopf geschoben, damit dieser weicher lag. Enja kniete neben mir und behandelte meine Seite mit einer Paste, die dem Geruch nach zu urteilen aus Athelas bestand und wickelte danach einen Verband drum.
    „Enja“, sagte ich und legte meine Hand auf ihre.
    „Naira, endlich bist du wach, ich habe mir solche Sorgen gemacht“, reif Enja sichtlich erfreut.
    Ich grinste sie an: „Keine Sorge so leicht werde ich nicht draufgehen. Wie gehst den anderen?“.
    „Sie sind alle wohl auf“, antwortete Enja, „willst du mit uns Essen“.
    Ich nickte, stand auf und folgte ihr, nicht weit war eine Decke ausgebreitet auf der Zaida und Xeon saßen und sich mit der Zwergin und dem Hobbit unterhielten, während sie Lembas und anderes Essen zu sich nahmen. Zaidas Schulter war dick verbunden, sie schien aber wohl auf, ich näherte mich ihr von hinten und legte einen Finger an die Lippen, um den anderen zu signalisieren, dass sie leise sein sollten, dann packte ich ihre heile Schulter von hinten und spürte wie sie zusammenzuckte, sie drehte sich zu mit um und fing an zu lachen, sie stand auf und fiel mir in die arme.
    Ich spürte wie Tränen in meinen Augen aufstiegen und zog sie fest an mich.
    „Ich habe mir Sorgen um dich gemacht nething“, flüsterte ich ihr zu.
    „Und du glaubst ich habe mir keine um dich gemacht?“, gab Zaida zurück und blinzelte sich ihre Tränen aus den Augen.
    „Natürlich hast du dir auch Sorgen um mich gemacht“, meinte ich und löste mich vorsichtig von ihr.
    Sie lächelte: „Ich war du Naira“.
    Ich grinste zurück: „Und ich du, ich denke das ist die Macht von der Herrin Galadriel gesprochen hat, wir waren ja unglaublich. Die Waffen der Orks sind an uns abgeprallt, dass war eine spannende Erfahrung.
    „Ja ihr ward wirklich unglaublich“, stimmte die Zwergin zu, „und ehm Danke übrigens, ich denke ohne euch wäre es für Rowan und mich nicht so gut ausgegangen.
    „Wir waren übrigens einer Gruppe auf dem Fersen, nur Männer, alle hielten sich für die stärksten und haben nicht sonderlich viel von Frauen gehalten, zu neunt waren sie unterwegs. Vier Hobbits, ein Elb, ein Zwerg, zwei Menschen und ein Zauberer“.
    „Die Gefährten“, sagte Enja erstaunt, „ja die kennen wir, wir folgen ihnen auch, aus ganz verschiedenen Gründen und ein bisschen alle aus dem gleichen. Wir wollen die Gefährten unterstützen und ihnen nicht alle Orks überlassen, außerdem spielt Naira hier eine große Rolle was das Schicksal Mittelerdes betrifft“.
    Enja erläuterte mit der Hilfe von uns anderen, welches Schicksal ich hatte und was wir taten, dann erklärte ich: „Ich will mein Schicksal erfüllen deshalb bin ich dabei, meine Schwester Zaida möchte mich nicht verlieren und will gerne ihre Freunde unterstützen. Enjas Bruder ist bei den Gefährten, sie möchte ihn unterstützen und Xeon ist hier weil der Elb aus der Gemeinschaft sein Cousin ist. Ja und deshalb sind wir hier. Wir folgen ihnen und wenden das Schicksal Mittelerdes zum Guten. Wir nennen uns „die Schicksalsreiter“, ihr könnt gerne zusammen mit uns die Gefährten verfolgen. Weshalb folgt ihr ihnen denn?“.

    „Tja“, meinte der Hobbit, der bisher relativ schweigsam gewesen war, „dies ist eine Interessante Geschichte, aber fangen wir von vorne an. Ich bin Rowan Tuk, der Bruder von einem der Hobbits in der Gemeinschaft und nun ja, ich habe natürlich einiges mitbekommen, es wurde ein viel Wirbel gemacht um einen Freund meines Bruders, er war auch mein Freund müsst ihr wissen. Frodo, mein Bruder hat natürlich aus allem ein großes Geheimnis gemacht und dann sollte Frodo plötzlich umziehen von dem wunderschönem Beutelsend, so hieß sein Haus. In eine Hütte in Krickloch, am Rande des Auenlands. Da wusste ich das etwas faul an der Sache ist, sie wollten mich natürlich nicht einweihen, ich bin jünger als sie, aber als dann Frodo mit Sam, dass ist Frodos Gärtner und bester Freund und meinem Bruder nach Krickloch los ist, folgte ich ihnen. Najaa dann irgendwann auf der Strecke wurde ich von ihnen erwischt und über den einen Ring eingeweiht, zusammen reisten wir weiter nach Krickloch, dabei gab es zwar einige Gefahren, aber das zu erläutern würde jetzt eindeutig zu lange dauern. Najaa und was soll ich sagen, dort wartete Merry auf uns, der beste Freund meines Bruders und dann erfuhr ich das die vier ohne mich, dem König aller Hobbit Abenteurer, tatsächlich auf ein Abenteuer gehen wollten, dass hat mich sehr sauer gemacht. Dann passierten mehrere Dinge auf einmal und ob ihr es glaubt oder nicht, die vier verlangten tatsächlich von mir das ich da bleibe. Da haben sie aber nicht mit mir gerechnet. Klammheimlich bin ich ihnen hinterher. Bis zum alten Wald, ich gebe es nicht gern zu, aber dieser Wald, hat mir schon immer Angst gemacht. Ich bin drum herum, dabei bin ich auf eine Gruppe Orks gestoßen, bin ich ein recht passabler Kämpfer, aber es waren schon so viele, dass man sie alleine nicht bezwingen konnte und dann kam plötzlich Moira mit ihrer Axt hinter einem Gebüsch hervorgesprungen, seit dem Reisen wir zusammen“,

    Moira brummte: „So ungefähr und ein bisschen anders war es, ich erzähle jetzt mal meine Version der Geschehnisse. Also ich lebe eigentlich im Einsamen Berg, geboren bin ich in den Eisenbergen, aber das tut jetzt eigentlich nicht zur Sache. Nun kam es dazu, dass ein paar Zwerge aufbrachen um einen Rat bei dem weisen Elrond einzuholen, darunter auch ein junger angeberischer Zwerg namens Gimli. Nun ja Tatsache ist das die Männer mal wieder gedacht haben sie können alles besser. Ich habe natürlich protestiert. Mir lag nämlich auch etwas daran mit zum Ringrat zu kommen, alleine um diesen Frauen verachtenden Machos zu zeigen was Frauen drauf haben können. Ich habe wütend gebrüllt, dass der ganze Berg erzitterte, aber der ganz liebreizende König Dain hat es mir dennoch verboten. Ihr müsst wissen ich war so wütend, dass ich fast meine Axt gezogen und in den Boden des Thronsaals gerammt hätte, stattdessen habe ich ihn mit Schimpftiraden auf Zwergisch überschüttet bis ich heiser war und dann bin ich trotzdem Weg, ich habe mir Proviant und mein treues Wildschwein hier genommen und bin los. Ich hatte keine Ahnung von Bruchtal und wo es lag, aber trotzdem bin ich aus reiner Rebellion los geritten. Tja und dann bin ich auf den jungen Tuk gestoßen und habe ihn mit den Orks geholfen. Wir haben uns dann recht schnell angefreundet. Ich mag die freche, draufgängerische Art des kleinen Burschen, auch dass er Frauen nicht für schwach hält wie sonst manch andere vom Männerpack. Zusammen sind wir dann zügig weiter, was für ein Glück, dass der junge Hobbit hier, eine Karte mit“.
    Sie zeigte dem Hobbit mit einer Geste, dass er weiterreden sollte.

    Rowan lächelte und erzählte weiter: „Wir sind also Richtung Bree, denn dort wollten meine Freunde den Zauberer Gandalf treffen, um dann weiter nach Bruchtal zu reisen. Wir kamen tief in der Nacht in Bree an, trotzdem schien ganz Bree wach zu sein, sie waren alle in wilder Aufruhr. Wir erfuhren auch direkt warum. Die Ringgeister waren in Bree, im tänzelnden Pony. Instinktiv machte ich mir Sorgen um meinen Bruder, Merry, Sam und Frodo. So liefen ich und Moira zum Gasthaus, der Wirt wollte uns zuerst nichts erzählen. Als ich dann Frodos Namen nannte, verriet er uns aber, dass die Hobbits, sich in dem Zimmer eines mysteriösen Waldläufers Namens Streicher, vor den Ringgeistern versteckt hatten und zeigte uns sogar wo es war. Ich wollte anklopfen, aber da öffnete Moira einfach direkt die Tür. Es passierten mehrere Dinge gleichzeitig, ein Schwert sauste auf sie herab, Moira wich dem Schwert geschickt aus und ich rief, dass wir ihnen nichts tun sollten. Als sie mich erkannten, gaben die Hobbits Entwarnung. Ich musterte den Waldläufer genauer, er traute uns nicht, hielt das Schwert immer noch auf hab – acht Stellung und beobachtete uns genau. Natürlich hatte mein Bruder kein Verständnis dafür, dass ich mit wollte, er bat mich immer noch darum umzukehren. Ich sah Moira und flüsterte ihr ins Ohr, dass wir ihnen weiter folgen würden, dann zerrte ich sie aus dem Zimmer“.
    Er machte eine Gäste die sagte, dass Moira wieder mit erzählen dran war.

    „Ich war wütend darüber, dass die anderen Hobbits meinen jungen Freund derart unterschätzten“, meinte diese, „wir standen vor dem Zimmer und ich wollte gerade wieder hinein laufen, da hielt mich mein junger Freund am Arm fest und meinte es wäre nicht nötig sich mehr darüber aufzuregen und schlug stattdessen vor ihnen einfach weiter zu folgen. Ich lächelte ihn an, aber sagte dann im Flüsterton damit die Männer im Zimmer es nicht mitbekamen: „Es ist auch eine Sache meiner Ehre junger Freund, ich musste mich in meinem Leben oft gegen Männer durchsetzen. Ich fand die Benachteiligung gegenüber Frauen schon immer recht unfair. Schon als meine vielen Brüder, ich war die einzige Zwergin, bis auf meine Mutter, dass kämpfen erlernten und mein vater es mir verboten hat, fühlte ich mich benachteiligt. Zum Glück war da mein älterer Bruder, er war schon immer mein Lieblingsbruder, er behandelte mich wie jeden Mann und hatte sich auch bei meinem Vater für mich eingesetzt. Als er es trotzdem weiterhin verbiet, lehrte er mich das kämpfen. Ich wurde zur Zwergenkriegerin. Jetzt ruft mich mein Pflichtgefühl, diesen Frauen verachtenden Machos, wie es die meisten Männer sind, du und mein Bruder sind eine Ausnahme, meine Meinung zu pauken, wie ich es immer tue“. Najaa und dann kam der Waldläufer hinaus und erklärte mir das er mich gut gehört hätte und meinte er wüsste gut, dass Frauen auch was drauf haben. Er erzählte von seiner eigenen Schwester, wobei ich mal ganz stark auf Enja tippe. Stimmt das?“.
    Enja nickte: „Ja Aragorn ist mein Bruder. Was hat er denn über mich erzählt?“

    „Oh so einiges“, erzählte Moira weiter, sie räusperte sich, dann zitierte sie, „Er sagte: Ich weiß durchaus das es starke Frauen gibt, Moira richtig. Ich habe selber eine Schwester, die viele Talente hat, sie heißt Enja. Sie ist mutig, bedächtig, kann ebenso gut mit dem Schwert umgehen wie ich selbst, kennt sich mit Heilkräutern aus und ist sowohl in elbisch als auch in Zwergisch weit bewandert. Sie hat mich gefragt ob sie mich begleiten darf. Ich habe es verneint Moira, aber nicht weil ich Enja für zu schwach hielt. Ich habe ihr erklärt, dass ich mir nie verzeihen würden, wenn ihr etwas zustoßen würde, sie hat es natürlich nicht verstanden. Sie hat mir stattdessen in drei verschiedenen Sprachen Flüche zugestoßen. Wie auch immer, hast du schon mal darüber nachgedacht, dass wir euch nicht mitnehmen, weil wir uns Sorgen um euch machen“.
    „Na klar“, habe ich gebrummt, „aber was gibt euch das Recht in die Schlacht zu ziehen und es den Frauen aus Sorge ihnen könnte etwas zustoßen zu verbieten, wenn diese Frauen sich mindestens genau so große Sorgen um euch Männer machen, aber nein ihr Männer müsst ja wieder die Helden spielen, um die armen, schutzlosen Frauen zu beschützen, sag mal geht es eigentlich noch, was ist denn so schwer daran zu verstehen, dass es durchaus Frauen gibt die ebenso wie ihr Männer in die Schlacht ziehen können, genauso gut kämpfen können, sag mir Herr Waldläufer ist das so ein großer unterschied“.
    Da stand er vielleicht sprachlos vor mir ich nickte ihm zu und fügte noch an: „ und ich habe diesen jungen Hobbit kämpfen gesehen und sage euch Herr Waldläufer, ihr hättet gut daran getan ihn mitzunehmen, aber jetzt ist es zu spät. Ich verrate euch etwas, wir werden jetzt zu zweit weiterziehen und glaube mir wenn ich sage: Dies wird nicht das letzte Mal sein das sich unsere Wege kreuzen“.

    „Das ist „Wow“, meinte Enja, „ich wusste gar nicht das mein Bruder so eine große Meinung von mir hat“.
    „Er hat, aber genau so wie Moira gerade zitiert hat über dich geredet“, meinte Rowan lächelnd.
    „Das reicht an Hintergrund- Informationen“, erklärte Zaida lächelnd, „aber Hey die Schicksalsreiter könnten Verstärkung gebrauchen, wollt ihr euch anschließen?“.
    Wir erzählten Moira und Rowan von unseren Erfahrungen und ich erläuterte, was es mit meiner „Unverwundbarkeit“ auf sich hatte und auch Galadriels Prophezeiung über Zaida und mich erklärte ich ich ihnen, damit sie verstanden wieso Zaida und ich gerade so viele Orks auf einmal bekämpfen konnten.
    Sie stimmten zu sich uns anzuschließen und in einer Stunde standen wir alle mit zusammengepackten Sachen und unseren Reittieren zum Aufbruch bereit.
    „Auf nach Amon Hen“, rief ich meinen Freunden zu und wollte mich auf Nachtschimmer schwingen.
    „Stop“, rief Xeon da plötzlich, „wir müssen Moira und Rowan noch in unseren Spruch einführen. Also
    wer ist mutiger als die Gefährten?“.
    Enja verstand und machte weiter: „Wer trotzt allen Gefahren?“.
    „Wer tötet Orks im Sturm?“, fügte Zaida grinsend hinzu.
    Moira und Rowan schauten sich fragend an und blickten auf die Hände meiner Freunde, die schon in der Mitte lagen, dann schien Moira zu begreifen.
    „ Wer zeigt allen was wir so drauf haben?“, fragte sie darauf nämlich.
    Rowan grinste und murmelte durch zwei Lachanfälle: „Wer ist dabei noch mutig?“.
    Ich lächelte legte meine Hand in die Mitte und fragte in die Runde: „Und wer rettet Mittelerde?“.
    „Die Schicksalsreiter“, riefen wir sechs voller Elan.


    21
    Der Wald von Amon Hen



    Wir brauchten einen halben Tagesritt nach Amon Hen, aber es kam mir viel kürzer vor. Wir redeten viel miteinander, alberten herum und hatten kurz gesagt sehr viel Spaß. Rowan erzählte uns viel über Hobbits und das Auenland in dem er lebte und wir hörten interessiert zu und fragten vieles nach.

    Dann waren wir da und kaum waren wir ein bisschen durch den Wald geritten hörten wir Stimmen. Ich legte einen Finger an die Lippen und stieg von Nachtschimmer ab. Die anderen stiegen ebenfalls von ihren Reittieren, zwischen den Bäumen konnten wir bald zwei Personen ausmachen, ein Hobbit und ein Mensch.
    „Frodo und Boromir“, flüsterte ich meinen Freunden zu.
    Sie nickten, Boromir hatte Feuerholz in der Hand, er redete auf Frodo ein.
    „Gondor kann ihn zu Gunsten von Mittelerde einsetzen“, sagte Boromir gerade.
    „Man kann den Ring nicht einsetzen“, hielt Frodo dagegen, „er ist zu mächtig, er wird dich nur zerstören“.
    Boromir lies wütend das Feuerholz fallen: „Die Menschen in Gondor setzen jeden Tag ihr leben aufs Spiel um Mordor entgegen zu treten, wenn wir den Ring benutzen können wir dem ein Ende setzen“.
    „Vielleicht schon“, sagte Frodo ruhig, „aber wie ich eben schon sagte, der Ring ist einfach zu mächtig“.
    Frodo wich Boromir dabei immer wieder aus, dann wollte Boromir ihn packen und Frodo fing an zu rennen.
    „Tag für Tag, sterben Soldaten Gondors im Kampf gegen Mordor und ich bin nicht da, um ihnen zu helfen, ich kann nicht weiter mit diesen Gefühlen leben“, brüllte er Frodo an.
    „Der Ring wird dir nicht helfen“, rief Frodo zurück.
    „Überlasse mir den Ring“, forderte Boromir wütend und warf sich auf Frodo, die beiden rangelten auf dem Boden miteinander, bis Frodo plötzlich verschwand und Boromir zurück lies, dieser lies sich auf den Boden fallen und weinte.
    Fassungslos standen wir sechs hinter den Bäumen und konnten noch immer nicht verdauen, was da gerade passiert war. Ich wollte nun nicht mehr tatenlos zu sehen.Ich rannte zu Boromir, gefolgt von meinen Freunden. Dieser blickte auf als er uns kommen hörte und starrte unsere seltsame Truppe verwirrt an. Als er mich erkannte weiteten sich seine Augen.
    „Naira“, fragte er, „bist du es, aber du solltest doch in Bruchtal sein, in Sicherheit“.
    „Ich gehorche nicht so gerne Boromir“, sagte ich, „schon in der ersten Nacht, folgte ich eurer Spur“.
    „Ich wollte Frodo den Ring abnehmen“, schluchzte er dann wieder, „ich war zu schwach“.
    „Boromir, ich weiß du bist ein guter Mann“, erklärte ich, „es war der Ring, er ist böse und Frodo hat recht damit, dass er sich nicht einsetzen lässt“.
    Kaum hatte ich das ausgesprochen hörten wir Hilfeschreie.
    „Merry und Pippin“, sagte Rowan und spurtete los.
    Sofort rappelte Boromir sich auf und rannte Rowan hinterher, dicht gefolgt von Moira, Xeon und Zaida. Schnell lief ich mit Enja auch hinter ihnen her, dann sahen wir es, überall waren Orks und sie bedrohten Merry und Pippin. Boromir war schon mitten im Kampfgeschehen, während Rowan, der seinem Bruder wirklich sehr ähnlich war, wenn man sie so beieinander sah, obwohl Pippins eher braune Locken, von Rowans schwarzen Locken sehr gut zu unterscheiden waren, sehr geschickt mit seinem Messer umhersprang und es immer so gut in die Orks hineinbohrte das sie starben. Trotzdem sah man wie angestrengt er war. Er schien noch vom letzten Kampf geschwächt, er drehte sich zu mir und Zaida um, wir standen mit unseren Bögen nebeneinander und schossen Pfeil für Pfeil ab.
    „Jetzt könnten wir eure Schwestern-Power gut gebrauchen“, rief Rowan uns zu, während er einen weiteren Ork zum Fall brachte. Dann hörte ich einen Schmerzensaufschrei aus Boromirs Richtung, ein Orkpfeil steckte in seiner Brust ein wenig unterhalb der Schulter, jetzt atmete er schwer.
    „Boromir“, sagte Pippin er sah geschockt aus, doch nach dem er sich einmal gefangen hatte, kämpfte Boromir weiter als wäre nichts gewesen. Wir waren doch so viele und trotzdem wurden wir noch von den Orks überrannt, aber waren das überhaupt Orks, diese Orks waren stärker, als die die ich vorher gekannt hatte, schwerer zu Fall zu bringen, außerdem hatten sie eine weiße Hand auf ihrem Gesicht, sich selbst hatten sie Uruk-Hai genannt, ich wollte mir aber auch nicht weiter den Kopf darüber zerbrechen. Orks waren nun mal Orks, ob sie nun stärker gerüstet waren und sich anders nannten war egal.
    Ich zielte mit meinem Pfeil auf einen der Uruk-Hai und scannte mit meinen Augen seine Rüstung auf eine Schwachstelle, ohne Erfolg, wütend zielte ich direkt auf den Kopf des Orks, der Pfeil saß und brachte den Ork zum Fall, neben diesem fiel ein weiterer Ork durch Zaidas Pfeil. Auf der anderen Seite schwang Moira mit wilder Entschlossenheit ihre Axt, während Enja zu Boromir gerannt war zum ihm zu Helfen. Xeon verteidigte mit seinem Dolch von Galadriel Merry und Pippin, er musste gar nicht erst nach Schwachstellen suchen, sein Dolch durchdrang die Rüstung der Uruk-Hai mit einer Leichtigkeit als wäre es gar nichts. Da traf ein weiterer Pfeil Boromir, diesmal in den Bauch.
    „Jetzt ist es aus“, dachte ich schon als dieser sich auf die Knie fallen lies, und röchelnd Luft holte, aber nein, er richtete sich wieder auf und kämpfte weiter. Enja stürzte sich währenddessen mit voller Wut auf den Ork der den Pfeil abgeschossen hatte und tötete ihn innerhalb weniger Sekunden. Boromir blies in sein Horn, dann blickte er uns entschlossen an und keuchte: „Gleich werden wahrscheinlich Aragorn, Legolas und Gimli hier auftauchen, ich denke es wäre besser, wenn sie euch nicht entdecken Naira, versteckt euch“, wir taten was er verlangte, während Boromir weiter kämpfte, die Bogenschützen von uns, also Zaida, Xeon, Enja und ich schossen aus dem Dickicht weiter Pfeile ab, um Boromir zu unterstützen. Merry und Pippin warfen Steine nach den Orks. Da traf plötzlich ein dritter Pfeil auf Boromir, denn konnte er nicht mehr aushalten, geschlagen sackte er an einen Baum.
    „Neeeeein“, schrie Pippin und auch Merry sah aus, als würde er gleich losheulen, ich unterdrückte Tränen, aber ich war gedrängt wieder aus dem versteckt zu schlüpfen. Was hatte ich schon zu verlieren? Merry und Pippin brauchten Hilfe und Legolas wusste das ich ihnen folgte, auch wenn er nicht zufrieden damit war. Ich sah meine Truppe an und wusste, dass wir zur Hilfe eilen mussten.
    „Jetzt brüllte ich“, als die Orks gerade dabei waren Merry und Pippin einzukreisen und schoss einen Pfeil. Danach sprang ich mit meinen Elbenmessern aus dem Dickicht und fing an die Orks nacheinander niederzumetzeln. Dann tauchte Aragorn auf, alles an ihm erstarrte kurz als er uns erblickte, fassungslos sah er uns an. Dann sah er Enja und der Moment der Starre verflog, er tötete mit uns die letzten Orks, dann lief er erst mal zu Boromir hinüber.

    In dem Moment tauchten Legolas und Gimli auf Legolas erstarrte, als er Boromir so daliegen sah, dann sah er zu mir herüber und in seinem Blick lag so viel, ein Vorwurf, wieso ich Boromir nicht hatte retten können, aber auch noch mehr Liebe und ein: „Zum Glück ist dir nichts passiert Naira“.
    Ich bedeute meiner Truppe den Rückzug, ich wollte keine Diskussionen mit Aragorn, so liefen wir bis zum Anduin, wo die Boote der Gefährten lagen.
    „Wie geht es jetzt weiter“, fragte Enja, „die Gemeinschaft ist zerschlagen, wem sollen wir folgen?“.
    Ich war tief in Gedanken versunken, mir wurde plötzlich klar, dass Orks an jeder Ecke lauern konnte, es gab kaum Orte in Mittelerde, wo man jetzt noch sicher war und ich kannte Mittelerde ja nicht mal gut. Ich holte eine Karte hervor und sagte: „Frodo und Sam sind nach Mordor unterwegs. Sie sind vermutlich mit einem der Boote auf die andere Seite des Anduins gefahren. Die anderen fünf also Legolas, Aragorn, Gimli, Merry und Pippin sind gerade hier, wir wissen nicht, ob sie den beiden folgen werden, am besten warten wir ihre Entscheidung ab“.
    Kaum hatte ich das gesagt, hörte ich Schritte.
    „Verstecken“, flüsterte ich meinen Freunden zu, „ich will keine Diskussionen mit Aragorn führen, oder mit deinen Freunden Merry und Pippin“, fügte ich zu Rowan gewandt hinzu“.
    Wir versteckten uns, dann traten die fünf auch schon aus dem Wald Legolas, Aragorn und Gimli, trugen Boromirs Leichnam in eins der übrig gebliebenen Boote Aragorn hatte Boromirs lederne Armschützer an sich genommen und sie hatten die Pfeile aus Boromirs Leib entfernt, fast schlafend wirkte er so das Schwert ruhte auf seiner Brust, zusammen ließen sie das Boot in den Fluss und es trieb den Anduin hinunter bis es bei den Raurosfällen abrupt hinunter fiel, abwechselnd sagen Legolas und Aragorn nun ein Lied, erst sang Aragorn etwas über den Westwind, dann erzählte Legolas mit seiner wunderschönen Stimme etwas vom Nordwind, danach kam Aragorn wieder an die Reihe, diesmal mit dem Südwind.
    „Den Ostwind, habt ihr mir überlassen“, brummte Gimli, „ich möchte aber nichts über ihn sagen“.
    „So soll es auch sein“, erklärte Aragorn dem Zwerg, „die Menschen Gondors fragen nicht nach den Nachrichten des Ostwindes, sie akzeptieren ihn, aber Fragen nicht nach ihm“.

    „Kommt“, sagte nun Legolas, „wir müssen Frodo und Sam folgen“.
    Er fing an ein Boot ins Wasser zu schieben, doch Aragorn blieb auf dem Stein sitzen, während Merry und Pippin einfach nur still dastanden und noch ganz überrumpelt. Gimli war der einzige der Legolas zum Boot gefolgt war.
    Legolas blickte zu Aragorn und fragte: „Du hast nicht vor ihnen zu folgen oder?“.
    Aragorn schüttelte den Kopf: „Frodo und Sam sind auf sich gestellt, wir können sie nicht mehr erreichen, außerdem hat Frodo selber gewollt das er sich von uns trennt“.
    „Was machen wir denn dann“, brummte Gimli.
    „Wir kämpfen an einer anderen Front gegen Mordor“, meinte Aragorn, „wir fünf ziehen Richtung Rohan, aber vorher habe ich noch etwas zu klären, die sechs Leute die gerade beim Kampf dabei waren. Die drei Elben, der Hobbit, die Waldläuferin und die Zwergin“.
    „Was ist dir an ihnen so wichtig, willst du sie suchen, nur um dich bei ihnen zu bedanken?“, fragte Gimli.
    „Du weißt ganz genau das Naira eigentlich nicht hier sein dürfte Gimli“, erklärte Aragorn, „außerdem ist die Waldläuferin meine Schwester“.
    „Der Hobbit in der Gruppe ist mein Bruder“, ergriff Pippin das Wort, „und Merry kennt ihn gut, aber wir beide Wissen jetzt das er zurecht kommt, er hat die anderen Fünf an seiner Seite. Außerdem war er eigentlich schon immer der stärkste Kämpfer von uns. Das hat man auch eben schon wieder gemerkt, er ist geschickt im Umgang mit dem Messer, also sie kommen zurecht Aragorn, hab doch einfach mal ein bisschen vertrauen“.
    Hilfesuchend sah Aragorn zu Legolas und hielt dagegen: „aber Naira hat ein Schicksal…“
    „Was sie nicht erfüllen kann, wenn sie in Bruchtal sitzt“, fiel Legolas ihm ins Wort, „Aragorn, sie hielten sich zum selben Zeitpunkt wie wir in Lorien auf. Ich habe Naira gesehen, wir haben ein Gespräch geführt, aber ich Stimme Pippin zu, es stimmt das sie alle fähig sind auf sich selbst aufzupassen“.
    „Ich würde mir nie verzeihen können, wenn meiner Schwester was zustößt“, erklärte Aragorn.
    „Denke mal andersherum“, grummelte Gimli.
    Aragorn seufzte tief: „Es ist schwer für mich, dass zu verstehen. Die Zwergin in der Gruppe und der Hobbit, als ich und die Hobbits im tänzelnden Pony waren, sind sie uns schon einmal begegnet, die Zwergin hat genau das gesagt, nur etwas weiter ausgeführt und eigentlich hat sie Recht“.
    Legolas legte seinem Freund eine Hand auf die Schulter und sagte: „Ich weiß wie schwer es ist die Personen die man liebt ziehen zu lassen Aragorn, in der Gruppe ist nicht nur Naira, auch mein Cousin Xeon ist da, aber ich weiß das sie auf sich selbst aufpassen können, trotzdem habe ich Angst um sie und will sie eigentlich in Sicherheit wissen, aber weißt du wie egoistisch das eigentlich von uns ist, von unseren liebsten zu verlangen, dass sie in Sicherheit bleiben, während wir in den Kampf ziehen, darüber habe ich nachgedacht und ich will nicht egoistisch sein“.
    „Du hast ja Recht“, sagte Aragorn seufzend, dann blickte er seine Freunde an, „wir gehen jetzt nach Rohan und kämpfen an dieser Front gegen das Böse, da ist noch Isengard zum Beispiel und Saruman muss auch besiegt werden“.












    22
    Rohan, das Land der Pferdeherren



    Die Ansage, dass es nach Rohan gehen sollte reichte für uns, schnell machten wir uns aus dem Staub und nahmen uns noch die Zeit, kurz eine Route herauszusuchen, aber das ging schnell und es dauerte nicht lange da saßen wir wieder alle auf unseren Reittieren. Wir waren nicht in schlechtester Laune, aber gerade auch nicht sehr redselig, was vielleicht am noch nicht lang zurückliegendem Tot von Boromir lag.
    Nach einer Weile brach Enja das Schweigen: „Was machen wir in Rohan, zu Fuß sind die anderen doch bestimmt langsamer, das heißt, was sollen wir tun, wenn wir erst mal in Rohan sind“.
    „Da habe ich auch schon drüber nachgedacht“, brummelte Moira und schaute erwartungsvoll
    zu mir.
    „Ihr könnt nicht immer erwarten, dass ich einen Plan habe“, schimpfte ich in einem belustigten Tonfall mit ihnen, „ich weiß es nämlich selber nicht, schlagt ihr doch etwas vor“.
    „Ich habe wohl eine Idee“, meinte Zaida, „wie wärs wenn wir zur Hauptstadt von Rohan reisen nach Edoras, dort können wir vielleicht unterkommen und falls Saruman zum Entschluss kommt sie anzugreifen können wir bei der Verteidigung helfen“.
    „Ich finde die Idee großartig“, erklärte Xeon sofort, alle anderen mich eingeschlossen stimmten Zaida ebenfalls zu, also ritten wir nun mit einem richtigem Plan weiter, gegen Abend waren wir dann in den weiten Ebenen von Rohan unterwegs, ständig benötigten wir eine Karte, um uns in dieser weiten Ebene zurechtzufinden.

    Nach einiger Zeit in Rohan, spürte ich Müdigkeit, nicht nur bei mir, auch meine Freunde wirkten sichtlich erschöpft von den Ereignissen des Tages, dem Kampf in Amon Hen und dem langen Ritt. Also schlug ich meinen Freunden vor eine Runde zu schlafen, keiner protestierte und wir fanden eine geschützte Stelle am Rande des Fangorns, dort errichteten wir ein Lager für die Nacht, da wir keine Orks anlocken wollten, verzichteten wir auf ein Feuer, wir tranken Wasser, wovon wir alle reichlich mit hatten und aßen Lembas und Gemüse, das Rowan aus seiner Heimat dem Auenland mitgenommen hatte. Moira hatte gemeint das er seine halbe Tasche nur mit Proviant gefüllt hatte, aber das konnte ich nicht so ganz glauben. Jedenfalls war der Proviant nicht zu knapp. Die Nacht teilten wir uns in Schichten auf, wir bekamen alle genug Schlaf. Wir bestanden alle darauf das Rowan die Nacht durchschlafen sollte. Dieser protestierte zwar dagegen, er wolle auch seinen Teil er Nachtwache erfüllen, aber da selbst Moira ihm widersprach gab er es irgendwann auf. Er wirkte von uns allen am stärksten geschwächt, beim Ritt war er schon einmal eingedöst. Wir beschlossen auch, dass es zu fünft keinen Sinn machte mit der Nachtwache, noch einer von uns würde aussetzen müssen.
    „Also, ich finde Naira braucht eine Pause“, meinte Enja und sah vielsagend auf meine Seite, da die anderen zustimmten, musste ich den Vorschlag widerwillig annehmen. Enja folgte mir zu meinem Schlafplatz, die erste Wache würde Xeon übernehmen, dann wechselte er mit Moira, diese wiederum mit Zaida, die letzte Schicht bis zum Aufbruch nach Edoras, würde Enja übernehmen.
    „Zeig mal“, sagte Enja zu mir und deutet auf die Wunde an meiner Seite vom gestrigen Kampf.
    Ich nickte und legte mich auf die heile Seite, damit Enja nach der Wunde sehen konnte, sie wickelte den Verband ab uns schüttelte den Kopf: „Naira, deine Selbstheilungskräfte haben mich schon damals überrascht, aber das ist einfach unglaublich“.
    Ich drehte meine Kopf und staunte über mich selbst, die Wunde von gestern existierte nicht mehr, oder, war zu mindestens nicht mehr offen, denn dort wo sie gewesen war, zog sich jetzt eine dünne weißliche Narbe über meine Seite.
    Enja lächelte und meinte: „Genieße die Nacht Ruhe Naira, du brauchst keinen neuen Verband, aber ich empfehle dir dringend Schlaf, den brauchst du nämlich ganz sicher“.
    Ich nickte: „Danke Enja“.
    „Immer“, entgegnete diese daraufhin.
    „Mae Fuin Naira“, sprach sie dann auf elbisch.
    Ich ging natürlich auch direkt ins elbische über und wünschte ihr ebenfalls eine gute Nacht.
    Dann ließ ich mich erschöpft auf meinen Schlafplatz zurückfallen, wünschte den anderen noch eine Gute Nacht und Xeon gutes aushalten für die Wache. Nach weiteren 10 Minuten war ich dann auch schon eingeschlafen.

    Morgens wachte ich auf und staunte nicht schlecht, ich hatte tatsächlich ausgeschlafen, alle anderen waren schon wach, Xeon und Enja packten gerade ihre Sachen, während Moira, Rowan und Zaida gemeinsam Frühstückten ich setzte mich zu ihnen.
    „Guten Morgen“, grüßte ich sie, sie nickten mir zu, jeder hatte eine Schüssel, aus der ein angenehmer Geruch aufstieg und ein Feuer war auch entzündet, über dem eine weitere Schüssel hing.
    „Willst du auch eine Schüssel Porridge“, fragte Rowan, „wir machen gerade sowieso noch eine“.
    Ich nickte: „Gerne, aber wollten wir nicht eigentlich keine Feuer machen, damit wir keine Orks anlocken“.
    „Enja hat Feuer gemacht und angefangen darüber Porridge zu kochen“, brummte Moira.
    „Ja“, mischte Enja sich ein, während sie meinen Schlafplatz aufräumte, „ich habe überlegt, dass wir alle mal eine warme Mahlzeit benötigen, die uns wieder etwas Wärme schenkt“.
    „Nagut“, stimmte ich zu und sah dabei in die glücklichen Gesichter meiner Freunde, das warme Essen schien sie glücklicher zu machen und wenn sie glücklicher waren, hatten sie auch mehr Energie, also konnte ich einfach nichts dagegen haben, außerdem wenn ich ehrlich war hatte ich seid Lorien nichts warmes mehr gegessen also nahm ich nun die Schüssel Porridge von Rowan dankbar entgegen und genoss den warmen Haferbrei.
































    23
    Die Rohirrim

    Als ich fertig mit Essen war, half ich den anderen noch den Rest zusammen zu packen und schon waren wir wieder unterwegs, nach einiger Zeit waren wir beim Entwasser und überquerten den Fluss gerade, als wir eine Gruppe Reiter auf Pferden entdeckten, die in unsere Richtung steuerte.
    „Was tun wir jetzt?“, fragte Moira, „warten?“.
    „Wir wollen doch nichts böses“, meinte Enja, „wie wäre es wenn wir ihnen entgegen kommen und ihnen unsere Absichten erklären“.
    „Das ist keine schlechte Idee“, stimmte ich der Zwergin lächelnd zu, „also los“.
    Wir spornten unsere Tiere an und ritten auf die Gruppe Rohirrim zu, diese ritten weiter auf uns zu, als wir uns trafen stoppten ich und meine Freunde unsere Tiere und stiegen sogar höflicherweise ab.
    Die Rohirrim unterdessen umkreisten uns und richteten ihre Speere auf uns ihr Anführer ritt vor.
    „Was wollt ihr hier in der Riddermark?“, verlangte er von uns zu wissen, „sprecht Rasch“.
    Er hatte eine silbern glänzende Rüstung, mit goldenen Anteilen an und trug einen Helm unter dem
    blondes Haar, dass für Eorlingas typisch war hervor lugte.
    „Wir wollen nach Edoras, um dort bei der Verteidigung, gegen Mordor und Isengard zu helfen“, erklärte ich ruhig.
    „Was können ein paar Weiber, mit nur zwei Männern im Bunde und einer ist auch noch ein Kind ausrichten“.
    „Wir sind nicht nur ein paar schwache Weiber“, brummte Moira, „du solltest Angst vor uns haben Pferdeherr“.
    „Und, ich bin keine Kind mehr“, beschwerte sich Rowan aufgebracht, „ich bin schon volljährig“.
    Der Pferderr, wirkte fast ungläubig, doch man sah ihm an, dass Moira seinen stolz getroffen hatte, deshalb sagte er in ihre Richtung: „Pass auf, was du da behauptest Frau Zwergin, ihr seid noch deutlich in der Unterzahl und gerade bin ich versucht euch den Kopf vom Körper zu trennen. Flinker als ich gucken konnte hatten Zaida und Xeon ihre Bögen gespannt und Zaida drohte: „Wenn du auch nur daran denkst, dein Schwert gegen unsere Gefährtin zu erheben Pferdeherr, dann stirbst du ehe du auch nur deinen Schwertgriff erreichst“.
    Ich spürte wie angespannt die Situation war und entspannte die Situation in dem ich dem Pferdeherrn sagte: „Wir wissen selber, um unser eigenes Kampfvermögen Pferdeherr und wollen Rohan unterstützen. Mein Name ist Naira, dass ist meine Schwester Zaida, die Zwergin heißt Moira, der Halbling hier, in seiner Gegend werden sie übrigens Hobbits genannt heißt Rowan. Das ist ist Enja und der Elb neben ihr heißt Xeon. Wir haben gute Absichten und wollen beim Kampf gegen die Orks helfen“.
    „Ihr seht nun wirklich nicht aus wie unterstützter der Feinde, entschuldigt meine zuvor harsche art, in diesen Zeiten ist man sehr schnell misstrauisch. Mein Name ist Eomer, ich bin der dritte Marschall der Mark. Wir lassen euch passieren. Nur würde ich euch nicht raten nach Edoras zu reiten, unser König Theoden ist nicht mehr bei klarem verstand. Seid dieser neue Diener Grima Schlangenzunge im böses einflüstert. Mich und meine Rohirrim hat er schon allesamt aus Edoras verbannt, seid dem reiten wir durch die Mark und halten Orks von Rohan fern, aber ich mache euch ein Angebot: Reitet ein paar Tage mit uns, dann könnt ihr mir gegebenenfalls auch zeigen was ihr so drauf habt, danach könnt ihr immer noch nach Edoras weiterreisen“.
    Ich sah meine Freunde an sie nickten zustimmend und schienen es für eine fantastische Idee zu halten, also nahm ich Eomers Angebot an. Wenig später trafen zwei Späher ein, die meldeten, dass eine Gruppe Orks die Ostgrenze Rohans überschritten hatte.
    „Diese Orks waren aber eine neue Sorte Orks, sie wirkten stärker als normale Orks“, berichteten die Späher außer Atems.
    „Die kämpfenden Uruk-Hais Sarumans, nennen sie sich selber“, erklärte Enja, „oder auch die Soldaten der weißen Hand Sarumans. Wir sind ihnen auf unserer Reise begegnet und sie sind tatsächlich ein wenig stärker als normale Orks, aber sonst unterscheiden sie sich wenig von normalen Orks, obwohl sie sich selbst natürlich für was besseres halten“.
    „Interessante Info“, meinte Eomer, „ich glaube wir werden den Orks entgegen reiten, oder was meint ihr?“.
    Wir nickten alle zustimmend und auch die anderen Rohirrim waren mit uns einer Meinung, also wurde das Entwasser ein zweites Mal von uns überquert und wir ritten Richtung Osten. Meine Freunde und ich mischten uns währenddessen mitten unter die Schar der Rohirrim. Wir integrierten uns wirklich gut und die Rohirrim unterhielten sich gerne mit uns, es dauerte nicht lange, da redeten sie mit uns, als wären wir schon immer in der Gruppe gewesen. Eins lernten wir direkt, das reiten mit den Rohirrim wurde nie langweilig, sie unterhielten sich viel und gerne beim reiten und wir erfuhren viel über die verschiedenen Männer in der Gruppe. Nur Moira war ein wenig unzufrieden.
    „Die haben gar keine Frauen in ihrem Männertrupp“, beschwerte sie sich irgendwann, „gibt es in Rohan keine Frauen, die kämpfen können oder ist es wie überall sonst und die Männer halten sich für was besseres“.
    Das sagte sie so laut, dass alle es hören konnten, ein unbehagliches schweigen breitete sich unter de Rohirrim aus. Dann räusperte sich Eomer: „Unsere Frauen haben nicht so ein großes Kampfbestreben wie ihr, sie kümmern sich lieber, um unsere Kinder. Ich kenne nur eine Frau, die ein großes Kampfbestreben hat, meine Schwester Eowyn. Um sie mache ich mir am meisten Sorgen, sie ist noch bei Theoden und diesem Schlangenzunge, er umwirbt sie und sie wehrt sich die ganze Zeit, aber wenn Grima unserem Onkel weiter Dinge einflüstert, könnte sie bald in Grimas Hände fallen, dass war der Grund, weshalb ich nicht schon vor der Verbannung gegangen bin, der einzige Grund weshalb sie nicht mitgehen wollte ist, dass sie sich um unseren Onkel kümmern will und sie ist die einzige die seit dem Tot unseres Cousins noch in seinem Herz ist und es vielleicht schafft ihn aufzuwecken. Ich habe sie schweren Herzens zurückgelassen, aber ich weiß um ihre Kampfkunst und wie gut sie sich im Falle, eines Falles gegen Grima wehren kann“.
    „Diese Eowyn, würde ich gerne mal kennenlernen“, brummte Moira, „wenn sogar, solche wie ihr, ihre Kampfkunst zu sehen scheint, muss sie was drauf haben“.
    „Oh, ja, ich glaube du könntest dich gut mit ihr verstehen“, stimmte Eomer zu.
    Sie ist wirklich die klügste, lieb reizendste und gleichzeitig stärkste Frau die ich kenne.
    „Du scheinst deine Schwester ja wirklich gerne zu haben“, meinte ich.
    „Ich könnte mir nicht verzeihen, wenn ihr etwas zustoßen würde“, erklärte er.
    Ich nickte verständnisvoll und sagte dann: „aber wenn sie jemals verlangt mitzukämpfen, lass sie mitkämpfen Eomer, denn es ist egoistisch selber in den Kampf zu ziehen, während du von deinen liebsten erwartest, dass sie in Sicherheit bleiben, denn du musst immer bedenken, dass sie sich genau so große Sorgen, um dich machen, wie du dir Sorgen um sie machst“.
    „Das sind echt weise Worte“, pflichtete Eomer mir bei, „es wird schwer für mich sein, sie kämpfen zu lassen, aber du hast recht, sie nicht kämpfen zu lassen, weil ich mir Sorgen um sie mache, wäre in der Tat egoistisch. Ich werde mir deinen Rat merken Naira“.
    „Gut“, ich war zufrieden.

    Wir unterhielten uns noch weiter mit den Rohirrim, bis plötzlich die Gespräche eingestellt wurden. In der ferne erblickten wir Orks, sie waren noch recht weit weg, aber trotzdem schon gut als Orks zu erkennen.
    „Okay“, sagte Eomer ruhig, „formieren“.
    Die Rohirrim bildeten eine Angriffsformation, als diese gebildet war blickte Eomer uns sechs fest an.
    „Ihr seid die Vorhut“, erklärte er dann ruhig, „enttäuscht mich nicht. Eure Aufgabe wird darin bestehen die Laufformation der Orks zu zerstören, ungeordnet, können wir sie besser angreifen. Schafft ihr das?“
    „Natürlich, das ist doch einfach“, brummte Moira, während sie ihre Axt aus dem Gürtel zog.
    „Das kriegen wir hin“, stimmte ich Moira zu.
    „Gut“, sagte Eomer zufrieden, „dann los“.
    Bevor ich irgendwas weiteres mit meinen Freunden klären konnte, war Moira schon auf ihrem Wildschwein voran geprescht.
    „Okay, kommt“, meinte ich also zu den anderen und wir folgten Moira in Richtung der Orks.
    Ich zog im Ritt meine Elbenmesser, als wir bei den Orks waren, war Moira schon dabei mit ihrer Axt Orks zu töten.
    „Na?“, fragte ich sie, „hast du gezählt?“.
    „Wieso?“, fragte diese zurück, „zufällig, Ja“.
    „Wie viele?“
    „Zehn“, gab diese zurück.
    „Kriege ich hin“, meinte ich nur und damit sprang ich in einer halben Drehung von Nachtschimmer. Meine Elbenmesser drehte ich dabei mit und köpfte so schon bevor ich überhaupt wieder Boden unter den Füßen hatte drei Orks, dann wirbelte ich mit den Elbenmessern durch die Menge.
    „Adas berühmte Kreiseltechnik“, erkannte Zaida, die mit einem mal neben mir stand.
    Ich nickte lächelnd und hielt nach Moira Ausschau, als ich sie zwischen den Orks ausmachte, kämpfte ich mich zu ihr durch, nur um ihr mit meinen bereits getöteten Orks, ich hoffte das es mehr als ihre waren, auf die nerven zu gehen. Die Zeit hatte ich nur nicht mehr, denn Eomer blies ins Horn, das hieß die Rohirrim, würden gleich eintreffen und unsere Arbeit war weitesgehend getan, wir mussten gelich nur noch helfen, aber erstmal schwang ich mich wieder auf Nachtschimmer und wir fingen an ein Kreis von außen um die Orks zu ziehen, zu sechst klappte es nicht zu gut.
    Doch dann trafen die Rohirrim ein und nach weiteren 10 Minuten waren alle Orks Tot nach dem Kampf wurden alle Orks verbrannt.

    Ich trat zu Moira, die gerade auf einem Felsen Platz genommen hatte und ein Schluck Wasser trank.
    Als ich zu ihr kam, blickte sie auf: „Ah Naira“.
    „Ich habe 35 Orks getötet, in diesem Kampf und du?“, fragte ich erwartungsvoll.
    Moiras, eben noch gute Laune nahm ein wenig ab.
    „33“, grummelte sie dann.
    Die anderen vier hatten uns interessiert zugehört.
    „Ihr habt einen Wettbewerb angefangen“, fragte Xeon dann und versuchte eindeutig ein wenig beleidigt zu klingen, „ohne uns!“.
    „Naira, hat einen Wettbewerb draus gemacht“, berichtigte Moira ihn.
    „Nun du solltest dich nicht grämen Moira“, meinte Rowan, „es sind doch nur zwei Orks weniger als Nairas, ich habe im Gegensatz dazu nur 25 geschafft“.
    „Ich habe genauso viel, wie Naira geschafft“, meinte Zaida, „aber mal sehen was ich noch in den nächsten Kämpfen schaffe“.
    „Ich habe einen Ork mehr als ihr beide“, frohlockte Xeon dann, „einen großartigen Stand von 36 Orks“.
    „Ihr seid ja alle nicht schlecht“, erklärte Enja, die bisher gar nichts gesagt hatte, „aber ich habe 40 geschafft“.
    „Der Entstand steht noch nicht fest“, meinte ich nur dazu.
    „Wir werden ja sehen“, brummte Moira noch, damit war das Gespräch beendet.


















    24
    Lied und Begegnung mit den Gefährten


    Die Rohirrim hatten etwas abseits vom Scheiterhaufen ein Lager errichtet, ich hatte mich auf dem Gras niedergelassen und summte leise ein Lied auf elbisch vor mich hin.
    Mit einem mal ließ sich meine Schwester neben mir nieder.
    „Was singst du da“, fragte Zaida mich.
    „Ein Lied, was ich selber geschrieben habe“, erklärte ich.
    „Fang mal von vorne an“, verlangte meine Schwester okay.
    Ich holte tief Luft und ließ meine Stimme dann auf Sindarin erklingen:

    Ich sitze auf meinem Baum, langsam wird es Nacht,
    die Dämmerung sehe ich am Himmel in all ihren Farben und Formen,
    ich weiß diese Welt ist keineswegs friedlich, irgendwo da draußen lauern Orks
    und doch sitze ich hier auf meinem Baum und das alles erscheint mir wie ein ferner Traum

    Oh Dämmerung, lass das Sternenlicht erleuchten,
    So ferne am Himmel, so voller Gedanken,
    lass mich die Hüterin der Sterne sein,
    lass mich ihren Glanz doch sehen, ich strecke mich nach ihnen
    sehne mich nach Frieden

    Die Nacht bricht langsam herein die Sterne gehen auf in ihrem Schein,
    ich entschließe mich die ganze Nacht zu sitzen
    fern von Leid, fern von Orks
    nur die Stille der Nacht um mich

    Wie gern würde ich kämpfen für das Sternenlicht,
    Sternenkämpferin sein, mein Schicksal muss doch kommen
    was hält es für mich bereit, trete ich mutig ihm entgegen,
    in meiner Einsamkeit

    Oh Sternenlicht, so voller Erinnerung,
    hilfst du mir für dich zu kämpfen und mutig zu sein,
    meinem Schicksal will ich entgegen treten,
    mich ihm mutig stellen,
    alleine will ich nicht sein, nicht für alle Zeit

    Die letzten Worte des Liedes waren in der Nacht verschwunden, Zaida hatte gelauscht und sang nun etwas:

    Du stehst nicht mehr allein in deinem Schicksalskampf,
    kämpfst nicht nur alleine für die Sterne,
    ich werde immer bei dir sein,
    ich lass dich nicht im Stich, denn du bist meine Schwester
    und zusammen sind wir großartig

    Da ließ ich mich in ihre Arme gleiten und erklärte ihr: „Das habe ich gesungen, nachdem unsere Eltern gestorben sind, ich fühlte mich so einsam und alleine gelassen mit meinem Schicksal, dass ich gerade erst erfahren hatte“.
    „Nething“, meinte sie, „du wirst nie mehr alleine stehen“.
    „Ich weiß“, sagte ich, „deine Nähe tut mir so gut Nîth“.
    „Deine mir ebenso“, gab sie lächelnd zurück.
    Noch lange saßen wir so Arm in Arm und sahen in die Sterne, dann lösten wir uns voneinander.
    „Mae fuin Nething“, sagte Zaida.
    „Mae fuin“, wiederholte ich und wir gingen zu unseren Schlafplätzen.
    Ich schlief sofort ein.

    Früh am morgen, waren die Rohirrim schon wieder in Aufbruchstimmung. Ich packte meine Sachen schnell zusammen. Eomer organisierte alles zuverlässig, alle die aufwachten, durften in der Mitte des Lagers ein schnelles Frühstück zu sich nehmen und mussten dann beim packen helfen.
    Schließlich waren wir wieder unterwegs und ritten in einem straffen Tempo über die weite Ebene.
    „Wollt ihr nach Eodoras“, fragte Eomer nach einer weile.
    „Mal sehen“, meinte ich, „wir wissen es noch nicht genau“.
    „Alles klar“, sagte er, „da hinten ist eine sonderbare Gruppe unterwegs, Zwei Hobbits, ein Elb, ein Mensch und ein Zwerg“.
    „Lass mich sehen“, verlangte ich und Eomer zeigte mir wo. Ich sah dort Legolas, Aragorn, Gimli, Merry und Pippin über die weite Ebene wandern.
    Da erzählte ich Eomer ein wenig über diese Gruppe und das sie wahrscheinlich auch nach Edoras wollten.
    „Ihr wisst ja wie wir euch eingekreist haben“, erklärte Eomer, „wir gucken mal wie das klappt“.
    Schon ging es los, ich und die anderen sechs hatten den Auftrag uns im Hintergrund zu halten.
    „Was gibt es neues ihr Reiter von Rohan“, hörte ich Aragorn rufen..
    Eomer führte seine Schar Rohirrim wie bei uns, sodass wir alle um sie herum standen.
    „Was treibt solche wie ihr in die Riddermark, sprecht“, fragte Eomer mit stolzer Stimme und zwinkerte in unsere Richtung.
    „Wir wollen Edoras im Kampf gegen die Dunkelheit unterstützen“, erklärte Aragorn ruhig.
    Eomer tat so als ob er überlegen würde, dann sagte er: „Da seid ihr nicht die einzigen.Mit unserem König ist zwar momentan nicht vernünftig zu reden, denn er wurde durch Worte vergiftet, aber vielleicht vermögt ihr es ihn aufzuwecken. Vor einem Tag kamen hier eine ungefähr genauso gemischte wie ihr es seid vorbei, sie wollte dasselbe wie ihr, wir haben sie dazu überzeugen können noch eine weile mit uns zu reisen“.
    Damit gaben die Reiter den Blick auf uns frei Aragorns Augen weiteten sich.
    „Du bist doch nicht überrascht uns zu sehen Bruder, oder?“, fragte Enja.
    „Nicht wirklich“, meinte Aragorn und unausgesprochene Vorwürfe lagen zwischen den Geschwistern in der Luft.
    Legolas suchte meinen Blick, ich blickte voller liebe zurück, auch zwischen uns lag viel unausgesprochenes.
    „Wir wollten sowieso gern weiter nach Edoras“, brach ich das Schweigen, „wie wäre es wenn wir zusammen dorthin reisen“.

    Wenig später hatten wir uns von den Rohirrim getrennt, nachdem wir Eomer das Versprechen abgenommen hatten, dass wir uns wiedersehen würden. Zusammen mit Aragorn, Legolas, Gimli und Merry und Pippin ritten wir Richtung Edoras, die Rohirrim hatten ihnen zwei Pferde abgegeben.
    Die drei Hobbits erzählten sich Gegenseitig jede Menge Scherze und alberten herum. Legolas, Xeon und ich brachten Gimli, der hinter Legolas saß, auf die Palme, indem wir uns auf elbisch unterhielten, während Aragorn eine Diskussion mit Enja und Zaida führte.
    Wir waren gut beschäftigt, als plötzlich vor uns eine Gestalt, die in ein gleißendes, weißes Licht gehüllt war auftauchte.






    25
    Gandalf der weiße und die Heilung König Theodens


    „Saruman“, dachte ich bei der weißen Gestalt, „das kann nur Saruman sein“.
    Meine Treaktion und die meiner Freunde war blitzschnell. Bögen wurden gespannt, Pfeile abgeschossen. Äxte, Schwerter und Dolche geschwungen und Steine geworfen, aber die Pfeile uns Steine prallten von der Aura des weißen Zauberers ab. Die Schwerter und Dolche begannen zu glühen und so heiß zu werden, dass sie losgelassen werden mussten, nichts verletzte den Zauberer.
    Doch dann passierte etwas, was wir alle nicht erwarteten, der weiße Nebel lichtete sich und dahinter
    kam nicht Saruman zum Vorschein, sondern Gandalf.
    „Das ist unmöglich“, stieß Aragorn hervor, „du bist gefallen“.
    Da waren Merry und Pippin dem Zauberer schon um den Hals gefallen. Enja, Zaida und Xeon weinten Tränen der Freude und liefen ebenfalls auf ihn zu, genau wie Rowan.
    Gimli und Legolas hatten eine beinahe demütige Haltung eingenommen.
    Ich stand einfach nur überrumpelt da und wusste nicht was zu tun war.
    „Gandalf“, hauchte Aragorn.
    Er nickte: „Gandalf, so hat man mich früher genannt, Gandalf der Graue“.
    Legolas und Gimli hatten sich wieder erhoben und nun stieß auch Gimli ein: „Gandalf“, hervor.
    „Ich bin Gandalf der Weiße“, erläuterte er.
    Legolas lächelte sein stilles, warmherziges lächeln, welches mir mal wieder mein Herz zum schmelzen brachte.
    „und ich kehre zurück zu euch, am Wendepunkt der Gezeiten“, fügte Gandalf noch hinzu, „ich werde mit euch nach Eodoras ziehen, doch vorher müssen sich hier zwei Hobbits verabschieden. Merry und Pippin, in den tiefen des Fangornwalds wohnen Baumartige Kreaturen: die Ents.
    Der mächtigste unter ihnen ist Baumbart. Er erwartet euch am Rand, ich habe ihm den Auftrag gegeben auf euch aufzupassen, aber in Wahrheit, sollt ihr die Ents dazu bringen zu kämpfen, versucht sie dazu zu bringen, sonst haben wir wenig Hoffnung“.
    Merry und Pippin sahen Gandalf mit großen Augen an und dieser lächelte zurück.
    „Es ist die euch zugedachte Aufgabe, des Schicksals“, meinte Gandalf und hob die beiden auf sein Pferd
    Schattenfell, flüsterte diesem etwas ins Ohr und es galoppierte mit den beiden auf dem Rücken Richtung Fangorn. Nach einer Weile kehrte ohne die beiden wieder zurück und Gandalf schaute uns an.
    „Jetzt befreien wir König Theoden von Sarumans Bann“.

    Wir standen vor dem Eingang der goldenen Halle der Könige, ich konnte mich zwar nicht satt sehen an Edoras, aber hatte im Kopf auch noch die Pracht Lothloriens und Bruchtals und damit konnte sich Edoras eben nicht messen.
    Gandalf hatte sich einen grauen Umhang, über seinen weißen Mantel gelegt.
    Der Wächter sprach: „So bewaffnet darf ich euch nicht zum König vorlassen, Gandalf Graurock. Auf geheiß von Grima Schlangenzunge“.
    Somit gaben wir alle unsere Waffen ab, voller Widerwille gab ich auch meinen kleinsten Dolch ab.
    „Den Stab“, bemerkte der Wächter noch.
    „Oh“, sagte Gandalf und spielte den alten Mann, „ihr wollt einem altem Mann, doch nicht etwa seine Stütze nehmen“.
    Dabei zwinkerte er uns zu und wir durften eintreten, dort saß der König und neben ihm sein Diener, der ihm die ganze Zeit Dinge ins Ohr flüsterte, der König wirkte alt und schwach.
    „Diese Hallen haben an Glanz verloren“, bemerkte Gandalf, „wo bleibt die Gastfreundschaft?“.
    „Wieso sollte ich euch in meinen Hallen willkommen heißen Gandalf Graurock“.
    „Du solltest dich vor deinem Diener und seiner gespaltenen Zunge hüten“, erklärte Gandalf, „ich werde dich jetzt befreien und Sarumans Geist aus dir herausjagen“.
    Damit zog er seinen, bisher verborgenen Stab hervor.
    „Habe ich nicht gesagt ihr sollt ihm seinen Stab abnehmen“, schimpfte Grima und lief zu Gandalf, wurde aber von Gimli aufgehalten und plötzlich brannte ein Kampf in der Halle los. Gandalf kämpfte gegen Saruman im Körper des Königs.
    Alle anderen hatten mit den Eorlingas, die natürlich ihrem König helfen wollten zu tun, auch ich kämpfte gerade gegen einen von ihnen, es war eine Art Handgemenge konnte man fast sagen.
    Gandalf war immer noch beschäftigt, mittlerweile hatte er den grauen Umhang abgestreift.
    Dann kam eine blonde, junge Frau herein, als sie entsetzt: „Onkel“ rief und zu Gandalf rennen wollte, um dem König zu helfen, wurde mir klar, dass es Eomers Schwester sein musste: Eowyn.
    Aragorn hielt sie am Handgelenk fest: „Wartet“.
    Alle starrten gebannt auf die Szene die sich gerade vor unseren Augen abspielte.
    Gandalf schien es zu schaffen den Geist zu vertreiben und der König rannte auf Eowyn zu, dann sah man wie er förmlich zurück alterte und seine Augen klarer wurden bis er den Namen von Eowyn sagte.
    Dann sah er Gandalf und dankte ihm.

    Legolas winkte mich zu sich, er stand etwas abseits. Ich lächelte ihm zu und lief zu ihm.
    „Naira“, sagte er mit seiner sanften Stimme.
    „Legolas“, nannte ich seinen Namen und es tat so gut ihm in seine eisblauen und doch so warmen Augen zu schauen, die mich gefangen hielten, keine Worte schienen mehr nötig zwischen uns, nur die Nähe zueinander. Wortlos zog Legolas mich in seine Arme, für einen kurzen Augenblick schien die Welt stillzustehen und es gab nur noch ihn und mich. Dann küsste er mich und ich küsste voller Leidenschaft zurück, wir verharrten eng ineinander verschlungen, seine Lippen auf meinen, meine auf seinen. Ganz langsam lösten wir uns wieder voneinander.
    „Du sollst nicht sterben“, erklärte Legolas.
    „Das habe ich auch nicht vor“, gab ich zurück, „ich will dich schließlich noch etwas länger haben“.
    Aus dem Augenwinkel bemerkte ich meine Freunde und meinte: „Ich muss ganz kurz“.
    Legolas nickte doch ich konnte ihn nicht aus den Augen verlieren, dieses Lächeln war einzigartig.
    Xeon schoss sofort los: „Ich wusste doch, das wird noch was“.
    Sie schienen allesamt nicht überrascht.
    „Wieso hast du nicht schon früher was gesagt“, beschwerte sich Zaida bei mir, „das sah überhaupt nicht nach dem ersten mal aus“.
    „War es auch nicht“, gestand ich, „in Lorien, an dem Abend als du mit Enja zusammen gekommen bist, haben wir uns schon einmal geküsst“.
    „Und wieso haben wir davon kein Sterbenswort erfahren?“, verlangte Enja zu wissen.
    „Ihr müsst ja nicht alles direkt wissen“, erklärte ich.
    „Achso, na dann ist ja alles gut“, sagte Zaida wieder und rammte mir aber ihren Ellbogen heftig in die Seite.
    „Ausch“, schimpfte ich; „das tat weh“.
    „das hast du aber verdient“, erklärte Zaida.
    „Nagut vielleicht ein wenig“, gab ich zu.

    Dann blickte Gandalf zu mir, „Naira“, sagte er, „auf ein Wort“.
    Was wollte er bloß von mir, meine Gedanken spielten verrückt, aber ich trat zu ihm und er zog mich mit ins freie.









    26
    Eine ernste Aufforderung und ein Aufbruch ins Ungewisse


    „Was willst du von mir Gandalf?“, fragte ich, „ich kann mich nicht entsinnen, dass wir mal viel miteinander zu tun hatten“.
    „Naira, wir brauchen nicht viel miteinander zu tun haben, damit ich mich mit dir unterhalte“, erklärte Gandalf.
    Genervt verdrehte ich darauf meine Augen: „Mir ist klar was das Schicksal von mir will und wohin es mich leitet“.
    „Daran zweifle ich nicht Naira“, meinte Gandalf, „du bist mutig, klug, kriegerisch, einfühlsam und hast noch viele weitere positive Eigenschaften, aber dein Herz ist nicht auf deine Bestimmung und dein Schicksal konzentrierst, dein Herz hat sich ablenken lassen. Ich zweifle nicht daran, dass du deine Aufgabe erfüllen wirst Naira, die das Schicksal dir zugedacht hataber das geht nicht wenn dein Herz von etwas anderem erfüllt ist. Ich gebe dir jetzt eine Botschaft von Galadriel, die sie mir aufgetragen hat dir zu bringen Naira, es ist nicht meine Meinung der Dinge aber lese einfach selbst, ich rollte das Papier auseinander und las:

    Naira,
    ich weiß das, das was ich dir jetzt sage dir nicht gefallen wird,
    aber es ist wichtig das du dich nicht ablenken lässt.
    Dein Schicksal hat es nicht vorherbestimmt das dein Herz dem Elbenprinzen
    des Düsterwaldes gehört.
    Dein Herz muss aber deinem Schicksal, deiner Aufgabe gehören.
    Es darf nicht Legolas gehören, es darf aber auch nicht deinen Freunden gehören, du musst dich immer zuerst auf deine Aufgabe konzentrieren, das was dein Herz will muss zweitrangig für dich sein. Ich verlange jetzt etwas schweres von dir, aber du kannst es nicht ändern.
    Du musst deine Freunde zurücklassen, sie werden zurechtkommen und alle ihren Teil zur Rettung Mittelerdes beitragen, aber du musst Richtung Schicksalsberg nach Mordor aufbrechen, denn dort wartet deine Bestimmung.
    Ich weiß es ist sehr viel verlangt und schwer für dich,
    trotzdem Herzlichst,
    Herrin Galadriel


    Sprachlos, traurig und wütend stand ich da mit dem Blatt in der Hand und wusste nicht mehr ob ich jetzt weinen oder wütend sein sollte.
    „Wenn das so ist will ich diese Bestimmung vielleicht gar nicht“, brachte ich nur heraus.
    Gandalf sah mich sanft an: „Naira, du stehst auf dem Pfad deiner Bestimmung gerade vor einer wichtigen Entscheidung, eine Wegzweigung, der eine Weg ist klar zu erkennen und voller Freundschaft und Liebe, aber er wird dich wahrscheinlich in den Tot führen, der andere ist vernebelt und undeutlich, außerdem voller Misstrauen und Einsamkeit, aber er wird dich am Ende wahrscheinlich in den Sieg und den Triumph gegen das Böse führen, aber welchen Weg du nimmst, das ist immer noch deine Entscheidung. Dein Name bedeutet Flammenherz und du trägst wirklich eine loderne Flamme in deinem Herzen Naira, egal welchen Weg du nehmen solltest, du musst dir immer die möglichen Folgen deiner Entscheidung vor Augen rufen, das ist wichtig“.
    Ich nickte vorsichtig: „Danke, das hat mir sehr geholfen“.
    Gandalf lächelte: „Der richtige Weg ist nicht immer der einfachste, oft ist er sogar der schwerste, merk dir das Naira“.
    Wieder brachte ich ein nicken zustande.
    Gandalf ging zurück in die Halle, ich blieb nachdenklich auf den Stufen sitzen.
    So viel schoss mir durch den Kopf und keinen dieser Gedanken konnte zu fassen kriegen. Es war ein Wirbelsturm aus Gedanken, der meinem Kopf zum tosen brachte.
    Dann fasste ich einen Entschluss: Wenn es Nacht war würde ich unbemerkt verschwinden.

    Ich trat wieder ein und der König bot uns Zimmer an die wir dankend annahmen, ich sah das Moira und Eowyn nebeneinander standen und sich angeregt unterhielten. Xeon hielt Zwiesprache mit seinem Cousin, Enja und Zaida waren nicht zu sehen und Rowan unterhielt sich mit Aragorn, Gimli und Gandalf.
    Ich nahm mir meine Waffen wieder, sowie mein Gepäck und schleppte die Sachen in das Zimmer das mir zugeteilt war, ich packte kaum etwas aus, da ich wusste, das es sich sowieso nicht lohnte. Nachdem ich ein wenig zu Essen zu mir genommen hatte, ging die Sonne gerade unter.
    Es klopfte und Legolas trat in den Raum.
    „Kommst du raus Naira?“, fragte er, „du musst dir diesen Sonnenuntergang angucken“.
    Ich wollte noch ein letztes mal, bevor ich mich auf den Weg machte Zeit mit ihm verbringen, also stimmte ich zu, er nahm meine Hand und zog mich durch einen langen Gang und die Halle zum Ausgang, dort liefen wir zum Rand von Edoras, wir setzten uns auf weiche Gras und beobachteten die Sonne die sich langsam immer tiefer sengte, er legte seinen Arm um meine Schulter und ich ließ meinen Kopf auf seine Fallen.
    Diese Sicherheit diese Geborgenheit, würde ich bald nicht mehr haben können, Feuchtigkeit trat in meine Augen, ich weinte.
    „Warum weinst du Naira?“, fragte Legolas.
    „Weil dieser Moment mit dir hier zu sein gerade so schön ist“, log ich.
    Er lächelte, wie lange würde ich dieses Lächeln wohl nicht mehr sehen können?
    Vielleicht würde ich Legolas, wenn alles vorbei war verloren haben, dieser Gedanke ihn zu verlieren machte mir riesig Angst und ich verbannte ihn sofort wieder, aber das brachte nicht so viel er schlich sich immer wieder aufs neue ein.
    „Alles wird gut“, dachte ich mir, um diesen Gedanken zu bekämpfen, „wir werden siegen“!
    Darauf beruhigte meine Angst sich wieder.
    Als die Sonne ganz weg war erhoben wir uns wieder vom Gras und liefen wieder hinein. Legolas wünschte mir eine gute Nacht und verschwand in seinem Zimmer.

    Ich saß auf meinem Bett und wartete bis Stille eingekehrt war, dann schlich ich los.
    Durch die Halle, dann stieß ich gegen etwas, oder viel mehr gegen jemanden.
    Kopfschüttelnd stand Zaida vor mir.
    „Egal ob ich dich nun ablenke von deinem Schicksal oder nicht“, erklärte sie mir, „mich wirst du nicht mehr los nething“.
    „Okay komm meinetwegen mit“, gab ich mich geschlagen und hoffte das es okay war, dann stand plötzlich Enja neben Zaida.
    „Ohne mich gehst du auch nicht Naira“, meinte sie.
    Ich seufzte geschlagen: „Meinetwegen“.
    Gemeinsam setzten wir unseren weg fort, da kamen Xeon, Rowan und Moira, kurz bevor wir die Halle verließen. Mit verschränkten Armen und einem Kopfschütteln standen sie dort.
    „Du musst uns alle mitnehmen Naira“, erklärte Xeon.
    Da ging mir auf das sie das alle geplant haben mussten: „Ihr habt alle gelauscht oder?“, fragte ich.
    „Wir wussten das du gehen würdest“, erklärte Rowan.
    „aber wir werden dich nicht allein lassen“, fügte Zaida hinzu, „niemals, die Schicksalsreiter bleiben zusammen bis zum Ende“.
    Die fünf blickten mich alle mit grimmiger Entschlossenheit an und ich wusste ich konnte sie nicht davon abbringen mitzukommen, also seufzte ich noch einmal.
    „Gut“, sagte ich, „dann kommt ihr mit“.
    Alle blickten mich ernst an, dann lies sich meine Schwester auf die Knie sinken vor mir: „Ich Schicksalsreiterin Zaida, schwöre dir treue Naira, ich werde dir beistehen solange mein Herz schlägt und solange Blut in meinen Adern fließt, nimmst du meinen Schwur an?“.
    Sie hielt mir ihre Hand hin und zog einen Dolch hervor mit den sie sich kurzerhand einen Riss in die Hand machte der blutetet, dann reichte sie mir den Dolch.
    Ich sah meine Freunde an: „Was wird das?“.
    „Wir schwören dir treue Naira“, erklärte Xeon, „und jetzt komm schon, denk dir was aus und nehme den Schwur an, damit wir fortfahren können“.
    „Ich nehme deinen Schwur an Zaida“, sagte ich und schnitt mich ebenfalls mit dem Dolch. Danach rieb ich meine Handfläche an ihre und schnappte mir mein Elbenmesser.
    Ich legte es feierlich auf ihre rechte Schulter dann auf ihre linke und am Ende auf ihren Kopf und sagte: „Hiermit bist du offiziell an mein Schicksal gebunden, erhebe dich meine Kriegerin“.
    Meine Stimme zitterte ein wenig, als ich das sagte.
    „Jetzt gibt es kein zurück mehr“, erklärte ich meiner Schwester.
    Sie nickte: „Ich habe mir das mit dem Schwur gut überlegt, ebenso wie die anderen“.
    Als nächstes kniete Enja nieder, wir wiederholten das ganze, bis alle mir geschworen hatten, wir stellten uns noch einmal im Kreis auf und schworen einander ewige treue.
    „Gut“, sagte ich, „nun haben wir lange genug verweilt. Auf nach Mordor“.
    Meine Freunde griffen den Ruf auf, weil wir noch in Edoras waren leise, aber vernehmbar, auch unseren Schicksalsreiter-Spruch sagten wir noch einmal, dann holten wir unsere Reittiere und waren unterwegs Richtung Süden.



    27
    Gondor, ein seltsamer Traum und Begegnungen in Osgiliath


    Seite an Seite ritten wir an den Ered Nimrais entlang, denn nach unserer Nachforschung, war dieser Weg der schnellste und einfachste. Der Morgen graute nun schon und in der ferne plätscherte ein kleiner Strom.
    „Der Grenzstrom“, freute sich Enja, „wir passieren gleich die Grenze nach Gondor“.
    Obwohl sie recht fröhlich klang, schienen ihre Gefühle recht gemischt zu sein, ich konnte mir denken warum. Gondor war das Land ihrer Ahnen, sie war sich bestimmt unsicher wie sie sich hier verhalten sollte, sie war ein Gast dieses Landes, aber gleichzeitig war sie auch Bewohnerin und Erbin, obwohl ihrem Bruder das Erbrecht zu fiel, hätte sie hier einen hohen Rang. Außerdem schien sie auch ein wenig ängstlich.
    „Was bedrückt dich Enja?“, fragte Zaida, bevor ich danach fragen konnte, sie schien wie ich bemerkt zu haben, das sie mit ihren Gefühlen kämpfte.
    „Wenn wir auf Gondorianer treffen, ich weiß nicht was ich dann tun soll“.
    „Ich würde mich vielleicht nicht direkt als Nachfahrin Isildurs zu erkennen geben“, meinte ich dazu, „das müssen sie ja nicht wissen und du bist ja auch nicht Isildurs Erbin, sondern dein Bruder ist sein Erbe“.
    „Ihr habt Recht“, stimmte Enja uns lächelnd zu, „ich bin nur sehr nervös, jetzt wo ich das Land meiner Ahnen kennenlerne“.
    „Das brauchst du nicht sein“, erklärte Zaida, „und jetzt überqueren wir diesen Strom und schauen was uns auf der anderen Seite erwartet“.
    Wir stiegen ab und führten unsere Tiere durch den Strom, er war weder tief noch reißend und wir konnten alle Problemlos hindurch laufen.
    „Okay, wir laufen an Minas Tirith und Osgiliath vorbei, vielleicht haben wir Glück und begegnen Frodo und Sam“, sagte ich.
    Alle stimmten mir zu, deshalb schlugen wir den Weg ein, wir ritten, bis es wieder Abend war. Minas Tirith war nun schon sehr nah. Enjas Augen hatten einen verdächtig feuchten Glanz beim Anblick der statt. Zaida legte den Arm um sie, dann umarmte sie ihre Freundin fest.
    „Was ist denn so traurig an der Sache Enja?“, fragte sie.
    „Nichts“, erwiderte diese, „nur, ich hätte es nie zu träumen gewagt mal hier zu sein“.
    „Nun hör, aber auf zu weinen“, brummte Moira, „jeder sieht wie gut du hier hin passt Enja“.
    Enja lächelte die Zwergin an, dann sah sie uns andere der Reihe nach fest an.
    „Moira, du hast Recht“, sagte sie dann mit fester Stimme, „und jetzt lasst uns eine Pause machen. Wir wollen morgen ja gestärkt weiter“.

    Wir stimmten Enja einstimmig zu und bei der Nachtwache entschieden wir, dass sie und Zaida heute mal Pause machten, weil sie sich freiwillig dazu bereit erklärten. Meine Schwester sah tatsächlich übermüdet aus und Enja war auch nicht mehr die wachste, also passte das ganz gut.
    Wir aßen alle etwas, dann ging ich gemeinsam mit den anderen ins Bett, bis auf Moira die, die erste Wache übernahm, ich würde Xeon ablösen, der als zweites dran sein würde, ich selber würde dann von Rowan abgelöst werden.
    Nachdem ich ihnen eine Gute Nacht gewünscht hatte, legte ich mich hin und wollte einschlafen.

    Irgendwie fand ich keine Ruhe und als ich einschlief hatte ich beängstigende Alpträume in denen Galadriel einer mit einer fremden Elbin über mich sprach und flüsterte: „In Mordor muss Naira vorsichtig sein. Es wird etwas passieren, das sie nicht erwartet hat. Danach wird ihre Spur sie nach Norden führen, wo sie etwas ungeheuerliches erwartet“.
    Schweißgebadet wachte ich auf und wurde von fragen gequält, wieso hatte ich diesen Traum bekommen, es schien mir nicht wie ein Zufall, als hätte jemand gewollt das ich weiß, was Galadriel erzählt. Ich ging nicht davon aus das Galadriel selber mir diesen Traum geschickt hatte, dann vielleicht die andere Elbin die da gewesen war. Ich meinte sie noch nie gesehen zu haben, sie sah Galadriel recht ähnlich hatte lange goldblonde Haare, war recht groß und schlank. Wenn ich hätte raten müssen, dann hätte ich gesagt das die beiden Tochter und Mutter sind. Außerdem hatte sich die fremde Elbin am Ende des Traumes umgeblickt und mich mit ihren blauen Augen angesehen, dann hatte ich eine Stimme in meinem Kopf gehört: „Pass auf dich auf Naira!“, hatte sie leise gehaucht, dann war der Traum verblasst. Nun saß ich aufrecht in meinem Schlafsack, es musste einen Wachen-Wechsel gegeben haben, während ich geschlafen hatte, denn Xeon saß Abseits da und wachte über das Lager. Ich stand auf und setzte mich zu ihm, er schaute auf.
    „Naira, du bist noch gar nicht dran, ich habe gerade erst Moira abgelöst“, sagte er.
    „Ich weiß“, sagte ich, „ich kann nur nicht schlafen, hatte einen seltsamen Traum“.
    „Erzähl“, ich hatte Xeons Neugierde geweckt, ich erzählte also was ich gesehen hatte und er hörte interessiert zu.
    „Das klingt nicht gerade verlockend“, meinte er, „du hast aber recht mit der anderen Elbin, deiner Beschreibung nach zu urteilen ist es ganz klar Galadriels Tochter“.
    „Ich wusste gar nicht das Galadriel eine Tochter hat“, sagte ich erstaunt.
    „Doch, schon“, erklärte Xeon, „aber ich hatte auch noch nicht so viel mit ihr zu tun, obwohl ich schon echt lange in Lorien gewohnt habe. Sie ist mir nur einige Male über den Weg gelaufen“.
    „Okay“, ich versuchte nicht enttäuscht zu klingen, weil ich gerne noch mehr über sie gewusst hätte, „aber meinst du, sie wollte das ich den Traum bekomme“.
    Er nickte: „Einfach so, hättest du diesen Traum nicht erhalten Naira, da bin ich mir Sicher“.
    Eine Weile saßen wir schweigend da, dann erhob Xeon sich und sah mich an: „Ich gehe jetzt schlafen, übernehme du doch bitte die Wache“.
    „Mache ich gerne“, erklärte ich ihm.
    Er ging und verschwand in seinem Schlafsack, ich lauschte in die Stille, man hörte ruhige Atemzüge und ein lautes schnarchen aus Moiras Richtung. Außerdem nächtliche Geräusche, dann hörte ich Schritte und mehrere Stimmen.
    „Was ist da?“, fragte eine, „ein Lager für die Nacht, von einer höchst interessanten Gruppe, schau es dir einfach selber an“.
    Es waren keine Orks, ich atmete tief ein und stand dann auf und lief auf die andere Seite des Lagers, wo vier Männer standen, die alle den weißen Baum Gondors auf ihrer Kleidung trugen.
    „Was wollt ihr in Gondor?“, fragte einer von ihnen.
    „Wir sind nur auf der Durchreise“, beantwortete ich ihre Fragen.
    „Was sagt uns, dass ihr keine Unterstützer Saurons seid“, erhob ein anderer der Männer seine Stimme.
    „Nein wir wollen ihn vernichten, wir werden ihn nie unterstützen“, erklärte ich.
    Darauf flüsterten die Männer miteinander, dank meinen guten Ohren, konnte ich allerdings jedes Wort klar und deutlich verstehen.
    „Wir nehmen sie nach Osgiliath mit“, hörte ich den einen reden, „dort kann Faramir entscheiden“.
    Die anderen murmelten zustimmend.
    „Okay“, brummte einer von ihnen in meine Richtung, „wecke deine Freunde, wir wollen das ihr mit kommt“.
    „Nagut“, seufzte ich, weckte sie und erklärte ihnen was los war, als sie hörten, dass wir nach Osgiliath mussten, fanden sie das okay.
    „Es liegt ja sowieso auf dem Weg“, meinte Zaida.

    Ein wenig später hatten wir alles gepackt, da die Männer keine Pferde hatten, mussten wir leider zu Fuß gehen, unsere Tiere hatten damit kein Problem, sie trotteten entweder langsam neben uns her oder preschten voraus. Wir liefen an Minas Tirith vorbei und schon waren wir in Osgiliath.
    „Faramir“, sagten die Männer, „wir haben dieses Grüppchen aufgegabelt, sie sagen sie wollen Sauron vernichten“.
    Da kam ein Mann hinter einem Mäuerchen hervor
    „Schnell“, sagte er, „ich bin gerade noch mit den Halblingen und der anderen Kreatur beschäftigt“.
    Das hieß Frodo und Sam waren hier, wir hatten sie gefunden, dann sah ich wie der Mann unser durchaus seltsames Grüppchen in Augenschein nahm, bis sie an Rowan hängen blieben. Mir viel eine Ähnlichkeit zu Boromir auf, seine Haare waren allerdings ein wenig dunkler und nicht so Glatt wie Boromirs.
    „Noch ein Halbling“, murmelte er nachdenklich.
    „Ich glaube nicht, dass sie den Feind unterstützen“, entschied er dann und wendete sich an Rowan, „weißt du das zwei andere deiner Art auch gerade hier sind“.
    „Ja, wir sind gekommen um ihnen zu helfen“, erklärte Rowan.
    „Rowan?“, hörte ich dann eine fragende Stimme, die nach meinen Vermutungen Sam gehörte, dieser trat auch hervor.
    „Sam“, hörte ich Rowan erfreut sagen, doch die frohe Stimmung wurde abrupt unterbrochen, als ein Nazgul, einer der Ringgeister auftauchte und Frodo hervor kam und zu ihm lief. Sam schien sofort alarmiert und rannte zu ihm. Es ging alles so schnell, als Sam Frodo weggerissen hatte, bedrohte dieser ihn. Dann als Sam vorwurfsvoll sagte: „Erkennst du deinen Sam nicht mehr“, ließ Frodo von ihm ab und sah geschockt aus.
    „Ich kann das nicht Sam“, keuchte er dann.
    Dann ermunterte Sam ihn mit den weisesten Worten, die ich je gehört hatte, mit einem Vergleich zu großen Geschichten und das es immer etwas gutes in der Welt gibt, dann tauchte ein Geschöpf auf .
    „Wir müssen weiter“, sagte es.
    Frodo und Sam sahen zu Faramir, er schien zu überlegen und sagte dann aber: „Ihr dürft weiter“.
    Kurz bevor wir die Stadt verließen, beobachte ich, dass er dem Geschöpf drohte, ich erfuhr von Enja das es Gollum hieß und dem Ring verfallen war.
    „Ist es dann nicht Riskant mit ihm zu laufen“, hatte ich sie gefragt und sie hatte genickt und entgegnet: „Aber wir passen schon auf die Hobbits auf“.

    28
    Gollum, Smeagol und die gewundene Treppe


    Als wir etwas Abseits von der Stadt waren stellten wir uns erstmal einander vor. Ich sah das Gollum das ganze Missfiel, dass wir jetzt so viele Leute waren, aber Frodo wollte das wir mit ihnen zogen. Also machten wir uns auf den Weg. Gollum sollte unsere Führer sein, was ich sehr seltsam fand. Ich hatte Frodo auf mein Pferd vor mich genommen und fragte ihn: „Wieso vertraust du dieser Kreatur“.
    „Ich habe Mitleid“, erklärte dieser, „er hat auf den einen Ring geschworen, ich vertraue einfach darauf das er ihn nicht verraten wird“.
    „Das Spiel, das du spielst ist Riskant“, meinte ich nur.
    Er nickte: „Ich bin mir bewusst welches Risiko ich eingehe Naira, aber welcher Held hat je ohne volles Risiko gewonnen? Eben keiner“.
    „Du bist schlau Frodo, nur lass dich nicht von Gollum in die Irre führen“.
    „Er hat auch noch ein anderen Namen, er nennt sich Smeagol“.
    „Ist doch egal wie er sich nennt“, entgegnete ich.
    „Nein, das ist es nicht“, widersprach Frodo, „Smeagol ist sein früheres ich, er hat es zurück befördert. Er hat zwei Persönlichkeiten und Smeagol ist die bessere von beiden. Nur ist es leider so das Gollum immer noch da ist und ihm Dinge einflüstert“.
    „Eben deshalb musst du vorsichtig sein“, erklärte ich ihm.
    „Und wenn nicht habe ich immer noch euch und Sam, ich weiß nicht was ich ohne ihn machen würde“, sagte Frodo.
    Ich blickte zu dem treuen, blonden Hobbit, der hinter Xeon auf Isilhâd saß und sich von ihm gerade versuchte elbisch beibringen zu lassen.
    „Ja Frodo, egal was du tust. Ich spüre das du Sam brauchst“.
    Er nickte: „Ebenso wie ich ihn brauche“.

    Langsam wurde es Abend und ebenso näher kam Mordor, in meinem Kopf spuckte der erste Teil von Galadriels Worten herum, die sie in meinem Traum gesagt hatte: „In Mordor muss Naira vorsichtig sein.Es wird etwas passieren, was sie nicht erwartet hat“.
    Wieder brachte es mich dazu näher darüber nachzudenken und wieder scheiterte ich daran dieses Rätsel zu lösen.
    „Wir sollten gleich eine Pause machen“, empfahl Enja.
    „Du hast Recht“, erklärte Frodo und rief Gollum zu sich.
    „Gibt es hier in der Nähe einen Ort an dem wir uns ausruhen können Smeagol?“, fragte er das Geschöpf.
    „Ja nette Hobbits und garstige Elbse, Menschen und Zwergse benötigen eine Pause“, sagte Gollum oder Smeagol, wie Frodo meine, „es gibt eine Stelle am Wasser, ganz in der nähe, da kann Smeagol auch einen saftigen, rohen Fisch auf den Tisch bekommen“.
    „Danke, Smeagol“, sagte Frodo, „führe uns hin, aber sei bitte ein wenig netter zu meinen Freunden“.
    „Elbse sind garstig wir mögen Elbse nicht mein Schatz“, erklärte dieser und sah Zaida, Xeon und mich mit einer Mischung aus Furcht und Wut an, „waren garstig zu uns“.
    Frodo sah uns entschuldigend an, als wir den Platz erreicht hatten, rannte Gollum zum Wasser und verschwand darin, wir teilten unseren Proviant mit den beiden Hobbits und bewahrten den neuen Proviant, mit dem Faramir uns versorgt hatte noch auf.
    Ich sah zu wie Ruhe im Lager einkehrte und Enja, die heute die erste Nachtwache übernahm, Gollum angewidert betrachtete wie er in einen noch zappelnden Fisch hinein biss, der ganz sicher noch lebendig war und auch noch schwach zuckte nachdem Gollum hinein gebissen hatte. Ich sollte mich ausruhen, auch Frodo und Sam würden schlafen gehen, ebenso wie Xeon, der sich heute ausruhen verdient hatte.
    Ich fragte mich ob die fremde Elbin mich jetzt öfter in meinen Träumen, sollte ich heimsuchen sagen. Nein das war nicht das richtige Wort sie wollte mir ja helfen, eher ob sie sich noch einmal in meine Träume schleichen würde, um mich vor irgendetwas zu warnen. Ich ging zu meinem Schlafsack und rollte zog ihn fest an mich dann schlief ich ein.

    Am Morgen wachte ich auf, viele waren schon wieder auf den Beinen. Viele waren gerade beim Frühstück, nach dem ich mich kurz fertig gemacht hatte setzte ich mich zu ihnen. Gerade saßen dort Rowan, Enja, Xeon, Zaida und Gollum der allerdings nicht aß sondern nur um sie herum hüpfte und vor sich hin murmelte: „Wir wollen nette Hobbitse noch nicht wecken, brauchen Ruhe mein Schatz“, hörte ich heraus. Ich blickte mich um Frodo und Sam schliefen noch, ebenso wie Moira.
    Ich setzte mich zu ihnen und Enja erzählte gerade, etwas von Gollum, der sich wohl in dieser Nacht mit Smeagol gestritten hatte und das Gollum wohl irgendetwas hinterhältiges plante, etwas gegen Frodo und das er versuchen würde uns loszuwerden.
    „Uns wird er nicht so schnell wieder los“, meinte ich dazu während ich ein Stück Lembas aß und damit erstmal satt war.
    „Da hast du so was von Recht Naira“, stimmte mir meine Schwester zu und die anderen nickten zustimmend.
    Als nächstes wachte Moira auf und begrüßte uns mit einem knappen: „Morgen, was gibt es zum Frühstück“?
    „Rowan zeigte auf die Decke, wo ein paar Karotten, Gurken und anderes Gemüse, sowie Käse lagen, außerdem ein paar Brote Lembas.
    „Das hängt mir zum Hals raus“, beschwerte sich Moira, „immer dasselbe Gemüse, Lembas oder etwas mit Getreide. Esst ihr Elben nicht auch mal was mit Fleisch“?
    „Najaa“, hob Zaida gedehnt zu einer Antwort an.
    „Jaa, komm zum Punkt“, knurrte Moira.
    „Wir essen schon Fleisch, aber es kommt eher seltener auf den Tisch, im Waldlandreich wird es zum Beispiel bei Festen gereicht und als Reisemahl oder zum Frühstück schon mal gar nicht. Und ich habe mich dazu entschieden komplett auf Fleisch zu verzichten, wie viele andere Elben auch“.
    „So ist es“, sagte Xeon.
    „Aha“, brummte Moira, „ich komme nicht gern ohne Fleisch aus, aber wenn es nichts anderes gibt, sie griff nach einem der Lembas und schnappte sich dazu eine Paprika und ein Stück Käse, binnen von Sekunden war alles verschwunden. Dann schnappte sie sich noch die Wasserflasche und trank drei ordentliche Schlucke.
    „Die müssen wir hier noch einmal auffüllen, bevor wir nach Mordor gehen“, meinte Rowan und schien sich verantwortlich zu fühlen, weil er anfing alle Flaschen darauf zu überprüfen wie voll sie noch waren.
    „Warte Rowan“, stoppte ich ihn.
    „Frodo und Sam hatten noch nichts, dann kannst du es ausfüllen.
    „Stimmt, gut das du daran gedacht hast“, gab er mir Recht und legte die Flaschen zurück.
    Dann wachte Sam auf und ein paar Minuten später auch Frodo, erfreut aßen und tranken die beiden, dann packten wir alles und ließen uns von Gollum weiterführen.

    „So“, sagte Gollum, „wir sind da, willkommen bei der gewundenen Treppe, ja mein Schatz, jetzt müssen wir nur noch rauf, rauf rauf immer schön die Treppe rauf und dann kommen wir schon zum Tunnel mein Schatz, dann kommen nette Leute nach Mordor, oh mein Schatz. Mordor ist kein Ort für nette Hobbitse, Elbse, Zwergse und Menschen in Mordor sind nur die garstigen Orkse“.
    „Ich weiß aber wir müssen“, meinte Frodo entschlossen.
    „Na dann rauf“, erklärte Gollum, „das Hufgetier muss aber hier bleiben, die Treppe ist zu hoch für solches Getier“.
    Sam schien mehr als nur misstrauisch: „Was ist in dem Tunnel?“.
    „Garstiger Hobbit, er stellt zu viele Fragen“, brummelte Gollum.
    „Was ist da?“, wiederholte Sam seine Frage und schien nur noch misstrauischer, er packte Gollum und drückte ihn an die Steinwand.
    „Gar nichts ist da“, sagte Gollum panisch, „wir wollen netten Hobbitsen ja nichts tun“.
    „Sam lass ihn sofort gehen“, verlangte Frodo.
    „Er wartet nur auf den richtigen Augenblick Herr Frodo siehst du das nicht?“, fragte Sam.
    Während Gollum uns immer höher führte, ich blickte mich noch ein letztes mal zu Nachtschimmer um, unten standen auch noch die zwei Pferde aus von denen Enja gerade Abschied nahm und Moira murmelte ihrem Wildschwein irgendetwas auf Zwergisch zu, während Rowan letzte Worte mit seinem Hirsch Lakota wechselte. Ich rannte noch einmal hinunter, umarmte Nachtschimmer und flüsterte ihm ins Ohr: „Namarie a Noro lim“.
    So rannte Nachtschimmer davon und wir begannen den Anstieg.

    29
    Galadriels Tochter und der Einfluss des Rings und Gollums auf Frodo



    Gollum kletterte die gewundene Treppe schneller hoch als wir es konnten und trieb uns die ganze Zeit zur Eile an.
    „Ich traue ihm nicht“, murmelte Enja durch zusammen gebissene Zähne.
    „Wir doch auch nicht“, erklärte ich ihr, „Wir passen auf“.
    „Er wird uns versuchen wollen loszuwerden, dass sehe ich in seinem Blick“, zischte Enja während sie den nächsten Stein packte um sich daran hochzuziehen.
    „Er will uns schon loswerden, seit wir zu ihnen gestoßen sind“, bemerkte Moira trocken.
    „Ich weiß“, sagte Enja, „aber ich glaube wenn wir hier eine geeignete Stelle zur Nacht finden, dann wird er uns in der Nacht loswerden“.
    „Wir passen auf“, wiederholte ich, während ich nach dem nächsten Stein griff.
    „Kommt, kommt, rauf, rauf“, rief Gollum und trieb uns damit wieder weiter voran.
    Meine Arme schmerzten und ich fragte mich wie lange wir jetzt schon die „Treppe“ erklommen.
    „Nicht ausruhen mein Schatz“, zischte Gollum zu sich selber, „morgen kommen wir zum Tunnel, dann hat sich alles erledigt“.
    „Was hat er vor“, fragte ich mich, während ich in die letzten Strahlen der untergehenden Sonne blickte, dann schweiften meine Gedanken ab.

    Geistesabwesend kletterte ich immer weiter, während ich mich fragte wie es Legolas wohl gerade ging. Keine Minute war vergangen in der ich nicht an ihn gedacht hatte und ich vermisste ihn irgendwie, dieses schelmische Lächeln und seine liebevolle Art. Jetzt gerade dachte ich an ihn, ob sie schon gegen Saruman gesiegt hatten und ob es ihm gut ging. Ich dachte bei mir, dass ich es wohl gespürt hätte wenn ihm etwas zugestoßen wäre oder nicht?
    Zweifel regten sich in meinem inneren, was wenn er schon längst tot war im Kampf gefallen?
    „Ihm geht es gut“, sagte die Gegenseite entschlossen und war schon dabei meine Zweifel zu bekämpfen.
    „Darfst du überhaupt an ihm denken, er gehört schließlich nicht zu deinem Schicksal?“, fragte mich eine andere Stimme in meinem inneren leise.
    Plötzlich fing ich an zu weinen ich wusste selbst nicht genau warum, als ich dumpf Gollum hörte der sagte: „Hier können nette Leute sich ausruhen“.
    Ich versuchte aufzuhören zu weinen, doch irgendwie konnte ich nicht.
    „Naira, was ist los?“, hörte ich die sorgenvolle Stimme meiner Schwester, „warum weinst du“?
    Ich versuchte zu antworten und brachte ein: „Ich weiß es nicht“, heraus.
    Ich spürte wie meine Schwester ihre Arme um mich legte und ließ mich einfach in ihre Umarmung gleiten, ich atmete tief ein und aus bis ich aufhörte zu weinen.
    „Ruhe dich in dieser Nacht aus Naira“, meinte Zaida, „Moira wird auch eine Pause machen“.
    „Auch wenn es ihr nicht unbedingt gefällt“, brummte Moira mürrisch, während sie es sich in ihrem Schlafsack bequem machte. Ich versuchte dieses mal gar nicht zu widersprechen, weil ich sehr Müde und immer noch überfordert war mit der ganzen Situation und kaum hatte ich mich in meinem Schlafsack verkrochen, war ich auch schon eingeschlafen.

    „Naira“, hörte ich ihm Traum eine Stimme die mich rief, „Naira“.
    Dann stand ich plötzlich in einem Zimmer von einem Flett, meine Träume hatten mich also mal wieder nach Caras Galadon geführt.
    „Naira, da bist du ja ich habe dich schon erwartet, komm ich will jetzt vernünftig mit dir reden. Setz dich“, forderte die Elbin die mit mir im Zimmer stand mich auf.
    Es war die fremde Elbin vom letzten mal Galadriels Tochter.
    „Wir haben nicht viel Zeit“, meinte sie und zeigte auf einen Stuhl.
    Ich setzte mich erstmal und sah sie an, sie hatte sich ebenfalls auf einen der Stühle gesetzt und sah mich nun ebenfalls an.
    „Vielleicht sollte ich mich jetzt erstmal vernünftig vorstellen, also wie du schon herausgefunden hast bin ich Galadriels Tochter. Mein Name ist Lith und es freut mich dich kennenzulernen“.
    „Ich freue mich auch“, erwiderte ich, „ich bin Naira, aber das weißt du ja anscheinend schon da du ja meinen Namen gesagt hast“.
    Sie lächelte freundlich und fing dann an zu erzählen: „Hör mir jetzt genau zu, letztes mal hätte Nana mich fast erwischt als ich dir einen Traum geschickt habe und weitere Träume zu schicken ist immer noch Riskant und ich weiß nicht was passiert, wenn sie mich erwischt, wie ich dir helfe, sie sagt du musst deinen eigenen Weg gehen. Ich will dir aber helfen, denn ich weiß dein Schicksal ist alles andere als einfach. Ich kann dir aber schon mal einiges mitgeben für deine weitere Reise, ich gehe davon aus das wir uns noch öfters sprechen werden, ich werde jedenfalls weiter unauffällig versuchen dir zu helfen, indem ich Nana über dein Schicksal frage. Was ich jetzt schon weiß ist: Dein Schicksal fängt erst mit der Vernichtung des einen Ringes an Naira. Danach wird Mittelerde vor einer dunkleren Macht, als Sauron stehen, erst dann wirst du dein Schicksal spielen. Mehr weiß ich leider Momentan noch nicht und das war schon schwer. Du hast ja keine Ahnung wie es ist Nanas rätselhafte Worte richtig zu deuten“.
    „Also ein wenig weiß ich schon wie schwer das ist“, meinte ich zu ihr.
    „Ja okay“, gab sie nach, „aber mit jemandem unter einem Dach zu leben der fast die ganze Zeit in Rätseln spricht ist schon sehr anstrengend, was ich dir noch sagen kann ist. Das Gollum euch Morgen erfolgreich schaffen wird loszuwerden. Ihr dürft Frodo aber nicht aus den Augen lassen ja“.
    Ich nickte und fragte noch: „Spricht Galdriel wirklich immer in Rätseln“.
    Sie nickte und verdrehte die Augen: „Beinahe immer“.
    „Okay, ich glaube ich kann verstehen das, das anstrengend ist“.
    „Warte kurz“, befahl sie und lauschte in die Stille, „ich muss Schluss machen, sonst erwischt Nana mich noch, ich kontaktiere dich wieder durch einen Traum, wenn ich etwas neues weiß. Ja?“.
    Ich nickte und der Traum brach ab.

    Ich wachte auf und sah, dass es schon wieder hell war, alle anderen waren schon da und in eine Auseinandersetzung verstrickt.
    „Du musst den fetten Hobbit loswerden und die anderen, sie wollen alle nur den Schatz“, zischte Gollum Frodo ins Ohr und dieser nestelte an dem Ring um seinen Hals herum, der ihn zusammen mit Gollum ziemlich stark zu beeinflussen schien denn er sagte zu Sam ein harsches: „Verschwinde, ich brauche dich nicht und euch andere auch nicht“.
    „Das war die richtige Entscheidung für den Schatz“, zischte Gollum Frodo zu.
    „Verschwindet“, sagte Frodo noch einmal zu.
    „Seht ihr ich habe es gewusst“, triumphierte Enja.
    „Ja du hattest recht wir geben es alle zu“, brummte Moira.
    „Kommt mit mir“, ich sah alle einschließlich Sam an, „wir sind hier ja alle anscheinend nicht mehr erwünscht, ich führte sie nur hinter die nächste Ecke. Dann sah ich Sam an, der Hobbit wirkte völlig durch den Wind.
    „Es war nicht Frodo der da gesprochen hat“, tröstete ich ihn und Rowan der natürlich auch zu seinem Freund gekommen war nickte heftig und fügte hinzu: „Er wurde von Gollum und dem einen Ring beeinflusst“.
    „Ich weiß“, sagte Sam, „aber es tut so sehr weh von ihm abgewiesen zu werden“.
    „Er braucht unsere Hilfe“, erklärte ich meinen Freunden fest, der Ort wo Gollum uns durchführen wollte. Ja der Tunnel ist ein geheimer Weg nach Mordor, aber er wird nicht umsonst Cirith Ungol genannt, das bedeutet nämlich Spinnenspalte.
    Sam sprang direkt wieder auf und wollte los, ich hielt in fest.
    „Wir essen jetzt erstmal in Ruhe etwas“, sagte ich zu ihm, „dann sind wir nämlich stärker und danach folgen wir den beiden“.
    Sam nickte widerwillig, er schien sofort los zu wollen, aber schien einzusehen, das wir Energie brauchten.
    Wir packten unseren Proviant aus und und aßen.
    Danach machten wir uns wieder auf den Weg.


    30
    Cirith Ungol



    Wir kletterten also wieder höher, wir sahen Gollum und Frodo nicht mehr, wahrscheinlich waren sie bei unserer kleinen Pause, in der wir etwas gegessen hatten schon zu weit gekommen. So hatten wir es leicht weiter zu kommen, bald kam es mir schon wieder, wie eine ganze Weile klettern vor, die Sonne stand jedenfalls schon ziemlich hoch. Kaum hatte ich das zu Ende gebracht, erblickte ich den Tunnel, der mich eher an eine schwarzes Loch erinnerte das immer schwärzer wurde, je tiefer man hinein starrte.
    „Das ist ziemlich düster“, bemerkte Zaida.
    Ich nickte: „Ja das wird eine Herausforderung“.
    „Worauf warten wir noch?“, fragte Sam ungeduldig, „wir müssen Herr Frodo retten“.
    Damit verschwand er ohne zu zögern in der Dunkelheit.
    „Na dann mal los“, sagte Rowan und stürmte seinem Freund hinterher, Moira folgte ihm.
    „Haben wir eine Wahl?“, fragte Xeon.
    „Ich fürchte nicht“, antwortete ich ihm und lief auf das dunkle zu, bis es mich verschluckte, komplette Dunkelheit umfing mich.
    „Moira“, rief ich.
    „Hier“, brummte eine Stimme in der Nähe, „knote das hier an dir fest Naira, das ist Sams Idee, damit wir uns nicht verlieren“.
    „Das ist ein super Idee“, meinte ich, nahm das Seil von Moira entgegen und knotete mich fest.
    Plötzlich stieß jemand an mich: „Naira“, hörte ich Zaidas Stimme neben mir.
    „Ja“, flüsterte ich und gab das Seil an sie weiter, „knote das an dir fest, so verlieren wir uns nicht, es ist auch mit den anderen verbunden“.
    „Okay“, sagte sie und nahm mir das Seil ab, dann ging ein Ruck durchs Seil und ich hörte Sam fragen: „Sind schon alle am Seil fest“.
    „Nein“, rief ich zurück, „Xeon und Enja fehlen“.
    „Nagut, dann warten wir noch“, meinte Sam.
    Dann spürte ich ein Ruck hinter mir, Zaida war auf den Boden gestürzt, weil Xeon sie umgerannt hatte.
    „Oh Entschuldigung Zaida“, sagte Xeon und dann tauchte auch Enja auf, die beiden knoteten sich ans
    Seil und dann liefen wir los.
    Es fühlte sich grauenvoll an nicht mal die Hand vor Augen sehen zu können, so als hätte man die ganze Zeit seine Augen geschlossen.

    Irgendwann wusste ich nicht mehr wie lange wir schon unterwegs waren oder wie spät es war, ich hatte jegliches Zeitgefühl verloren, doch dann hörten wir einen Schrei.
    „Das ist Herr Frodo“, hörte ich Sam und augenblicklich ging ein starker Ruck durchs Seil, wir liefen alle schneller und dann sahen wir es. Frodo kämpfte gerade mit einem riesigem Ungetüm von Spinne, in der einen Hand hatte eine Phiole in der helles Sternenlicht funkelte, als wäre es Earendils Stern, er hielt es dem Monster entgegen, es schien Angst vor dem Licht zu haben. In der anderen Hand trug Frodo ein eine Art Dolch, der von Elbenhand gefertigt worden war.
    Sam hatte schon eine Art Dolch gezogen, sich vom Seil getrennt und kämpfte nun Seite an Seite mit Frodo. Xeon hatte ein Grinsen aufgesetzt, als er seinen Dolch zog und sich ebenfalls vom Seil löste . Er sprang damit auf den Rücken der Spinne und rammte seinen Dolch hinein. Sie machte ein kreischendes Geräusch und schüttelte sich um Xeon loszuwerden, dieser konnte das Gleichgewicht nicht länger halten und kippte von der Spinne. Xeon hatte sie von den Hobbits abgelenkt. Dank ihm trug sie nun eine Wunde auf dem Rücken, sie wendete sich bedrohlich zu dem noch ziemlich vom Sturz benommenen Xeon. Ich und Zaida spannten gleichzeitig unsere Bögen und schossen sie auf die Bestie, sie prallten jedoch ab, ohne Schaden anzurichten, gleichzeitig hatte Rowan das Seil gelöst und stand nun neben Sam und Frodo, die mit ihren Dolchen die Beine der Spinne von ihrem Körper lösten. Enja, die sich ebenfalls vom Seil abgebunden hatte rannte nun Richtung Xeon, um ihm zu helfen. Zaida und ich lösten nun ebenfalls das Seil, es viel zu Boden, gemeinsam umringten wir die Spinne, die jetzt, nur noch auf vier Beinen unterwegs war. Ich hatte meine Elbenmesser zur Hand und stach es der Spinne in den Bauch, während Xeon, der seine Benommenheit wieder abgeschüttelt hatte erneut auf den Rücken der Spinne geklettert war und dort mit seinem Dolch Schaden anrichtete. Schließlich starb die Spinne und blieb zappelnd auf dem Boden liegen. Frodo umarmte Sam und sah uns alle reumütig an: „Es tut mir leid, dass ich euch weggeschickt habe, ich weiß nicht was da in mich gefahren ist“.
    „Ist schon gut Herr Frodo“, sagte Sam, „lass uns weiter gehen“.
    „Du hattest die ganze Zeit recht mit Gollum“, meinte Frodo zu Sam, „hätte ich bloß auf dich gehört“.
    „Jetzt ist es zu spät dafür“, erklärte Sam, „los lass uns weiter nach Mordor gehen“.
    Frodo nickte: „Gut, ich habe das Licht, folgt mir einfach“.
    Wir folgten ihm ich sah mich um und bemerkte Gollum, der bei meinem Blick flüchtete, ich hoffte er würde uns keine Probleme mehr bereiten und ging weiter.
    Nach einer Weile hörte ich Frodos Stimme: „Ich glaube ich sehe einen Ausgang“.
    Ich rannte zu ihm nach vorne und tatsächlich war hinten ein Tunnelende zu erkennen also bestätigte ich den anderen: „Ja da ist ein Ausgang“.
    Alle fingen an schneller zu laufen und schließlich kamen wir zum Ausgang und blickten auf Mordor hinab.
    Karg und felsig lag es vor uns und ein Schaudern durchzog meinen kompletten Körper.
    „Okay“, sagte ich entschlossen, „dann mal los, wir müssen zum Schicksalsberg“.
    „Ich brauche etwas zu trinken“, erklärte Frodo, „der Ring ist wie ein Stein, er wird immer schwerer“.
    „Klar“, sagte ich und gab dem Hobbit eine der Wasserflaschen, dieser trank gierig und gab sie weiter, nachdem alle einen Schluck getrunken hatten nahm ich sie wieder entgegen.
    „Wir steigen wieder hinunter und dann machen wir eine Pause, ich würde hier in Mordor zwei Nachtwachen aufstellen“.
    Die anderen stimmten zu und wir überlegten uns schon mal Schichten, in denen wir den Dienst machen wollten, es kam heraus, dass als erstes Moira und Rowan Wache halten würden, dann würde Enja Rowan ablösen und danach Moira von mir abgelöst werden. Als nächstes würde Xeon Enja ablösen und Zaida mich, damit war die Nacht gedeckt und Frodo und Sam würden schlafen können.

    Kaum waren wir unten, bauten wir noch im Schutz der Berge ein unser Lager auf, hungrig verschlang Frodo ein ganzes Lemba, genau wie Sam. Mir reichte eine Hälfte, die andere bekam Zaida. Rowan aß ein ganzes, Moira begnügte sich mit Gemüse und wir anderen aßen jeweils nur eine Hälfte Lembas, dann tranken wir alle noch etwas und schlüpften in unsere Schlafsäcke und Moira und Rowan setzten sich zur Wache hin. Ich wünschte allen eine gute Nacht und war verdammt erschöpft von den Geschehnissen des Tages, deshalb hatte ich keine Schwierigkeiten einzuschlafen.
    Plötzlich wurde heftig an mir gerüttelt, es war Moira.
    „Orks“, rief sie und ich sah sie auf uns zu rennen, schnell half ich Moira die anderen zu wecken und wir machten uns zum Kampf bereit, dann waren die Orks auch schon da, es waren nur zehn oder zwanzig von der Zahl her, sie fingen an uns anzugreifen.

    31
    Ein unerwarteter Schlag, Frodos Entscheidung und ein Adler


    Ich zog meinen Bogen und schoss direkt auf einen der Orks ab, gleichzeitig sausten zwei weitere Pfeile durch die Luft, einer kam von Xeon, den anderen hatte Zaida abgeschossen, wie sich herausstellte, hatten wir alle den selben Ork anvisiert, dieser starb dann auch.
    „Das ist meiner“, sagte Xeon schnell.
    „Ich habe meinen Pfeil zuerst abgeschossen, also ist das ganz klar meiner“, widersprach ich.
    „Mein Pfeil hat ihn aber zuerst getroffen“, meinte Zaida, „also ist es wohl meiner“.
    „Egal“, sagte ich schnell, zog eine Elbenmesser und beeilte mich weitere Orks zu töten, bevor die andere alle wegschnappten. Als fast alle Orks tot waren, rannte einer der letzten auf mich zu, ich tötete ihn, doch er kippte auf meine Beine und sein Bein traf meinen Knöchel mit voller Wucht, so verlor ich das Bewusstsein.

    „Naira, bitte wach auf“, hörte ich Zaidas ängstliche Stimme und öffnete die Augen in meinem Kopf drehte sich alles. Ich konnte mich nicht mehr erinnern was genau passiert war, wir hatten gegen Orks gekämpft und dann, ich wusste noch, ich hatte mit den Orks von diesem Kampf jetzt 40 Orks auf meiner Rechnung.
    „Mir geht es gut“, sagte ich, „wieso bin ich bewusstlos geworden“?
    „Ein Ork ist auf deinen Knöchel gefallen“, erklärte Enja besorgt.
    „Naja anscheinend, hat er ihn nicht verletzt sonst wäre ich jetzt Tot“, meinte ich optimistisch.
    „Ich habe ihn erstmal mit Athelas eingecremt“, sagte Enja, „es scheint geholfen zu haben, jetzt habe ich den Schutz wieder drüber gemacht“.
    „Ich bin froh, dass es dir gut geht nîth“, Zaida umarmte mich.
    Ich richtete mich auf und merkte, dass die Sonne schon am Himmel stand.
    „Wie lange war ich bewusstlos?“, fragte ich vorsichtig nach und blickte mich um. Als nächstes bemerkte ich das Frodo und Sam gar nicht da waren.
    „Und wo sind Frodo und Sam?“.
    „Du warst ganze zwei Tage bewusstlos“, erklärte Moira.
    „und Frodo und Sam, sind weiter gezogen“, fügte Rowan hinzu.
    „Was?“, mit einem mal war ich wieder hellwach, „wir müssen los, kommt. Ich fing an schnell alles zusammenzupacken was noch ausgepackt war“.
    „Naira“, Enja trat zu mir und hielt mich fest, „du brauchst ganz eindeutig noch eine Pause und außerdem wollte Frodo nicht, dass wir hinterher kommen. Wir machen zu sechst in Mordor einfach zu viel Aufmerksamkeit, esse und trinke erstmal vernünftig etwas. Ja? Dann können wir überlegen was wir jetzt tun“.
    Ich beruhigte mich wieder und nickte: „In Ordnung“.
    Nach einer Weile saßen wir beisammen und ich trank eine ganze Flasche Wasser und aß eine ganze Menge dafür, dass ich sonst eigentlich nicht so viel aß.
    Dann zerbrach ich mir den Kopf darüber wie es jetzt weitergehen sollte, während ich und die anderen die Sachen zusammenpackten.
    „Was machen wir jetzt?“, fragte ich sie.
    „Gestern sind hier über 10.000 Orks lang marschiert, alle Richtung schwarzes Tor“, erzählte Xeon.
    Ich sah zu Enja, in ihrem Kopf schien gerade einiges vorzugehen.
    „Enja?“, fragte ich.
    Sie sagte nur: „Lasst mich mal ganz kurz nachdenken“.
    Stille!
    Plötzlich schien Enja eine Idee zu haben, den sie Sprang auf: „Wir müssen auch dorthin, wir folgen den Orks“.
    „Das ist die bescheuertste Idee, die ich je gehört habe“, brummte Moira, „lass uns den Orks folgen, genauso gut hättest du sagen können. Lass uns in den Tot laufen“.
    „Nein“, sagte Zaida, „das ist schlau“:
    Enja nickte: „Ich kenne meinen Bruder und ich wette er reitet gerade mit den letzten Streitkräften die er bieten kann zum schwarzen Tor, um Sauron von Frodo und Sam abzulenken“.
    „Enja du bist ein Genie“, meinte ich begeistert, „wir müssen dahin“.
    „Ja gut brummte Moira, den Tot als Gewissheit und geringe Aussicht auf Erfolg. Wir sollten auf jeden Fall den Orks folgen, jetzt kommt“.
    Sie richtete sich auf und schien bereit, wir anderen richteten uns nun ebenfalls auf und einen Moment später waren wir zum schwarzen Tor unterwegs.

    „Was ist eigentlich der neueste Stand bei euch, wie viele Orks habt ihr erwischt. Es waren ja wirklich nicht viele“, fragte Zaida neugierig, „ich habe jetzt mit den 38 Orks“.
    „Du hast in dem Kampf, also drei Orks getötet“, bohrte Moira nach, Zaida nickte.
    „Mmpf, es waren gar nicht so viele Orks da, nur eine kleine Gruppe eben. Ich habe nur zwei Orks getötet, deshalb lautet mein Stand jetzt 35 Orks“.
    „Ich habe einen Ork hingekriegt“, meinte Rowan, „und damit jetzt 26 Orks“.
    „Ich habe dieses mal leider auch nur einen geschafft und jetzt 41 Orks“, informierte uns Enja.
    „Ich kriege dich noch Enja“, erklärte ich lächelnd, „ich habe ganze 5 Orks geschafft und damit jetzt 40, dass heißt nur einen weniger als du“.
    „Barad“, fluchte Xeon auf elbisch, „mein neuer stand ist 38 Orks, genau so viel wie Zaida. Ach man, jetzt hast du mich übertroffen“.
    „Es ist ja alles noch nicht vorbei“, sagte Zaida, „der Stand, den wir am Ende haben, zählt“.
    Xeon schmollte nun trotzdem ein wenig und murmelte und fluchte auf elbisch: „Barad Yrch, Barad Naira“.
    Bis ich ihm die Hand auf die Schulter legte und sagte: „Xeon es wird dir nicht helfen, wenn du alles verfluchst. Bei den Orks stimme ich dir zu bei mir eher nicht“.
    „Du hast ja Recht“, meinte Xeon, aber ich hörte ihn danach trotzdem noch leise vor sich hin fluchen.

    Am Abend sahen wir die Ork Armeen die in Massen zum schwarzen Tor marschierten.
    „Wie sollen wir da bloß dran vorbeikommen“, fragte Rowan und starrte entgeistert auf die riesigen Mengen, seine Miene war ernst geworden, obwohl er noch immer eine freche Ausstrahlung hatte.
    „Manchmal ist das Schicksal dein engster verbündeter junger Hobbit“, sagte jemand oberhalb von uns. Ein riesiger Adler saß auf einem der Felsen, mit gewaltigen Schwingen. Verblüfft und erstaunt zu gleich schauten wir alle zu ihm rauf.
    „ Ich bin Gwaihir, Fürst der Adler und Herr der Winde. Gandalf schickt mich, sie sind auf dem Weg zum schwarzen Tor und sie benötigen jede Hilfe die sie kriegen können. Ich bringe euch gleich zu ihnen, ich kann drei von euch auf einmal transportieren und brauche nicht lange, also los“.
    „Schicksalsreiter eben“, sagte Xeon, doch er war stiller geworden, als er die Armee erblickte hatte.
    Ich kletterte ohne zu zögern auf Gwaihirs Rücken und zog Rowan vor mich, dieser schwang sich darauf in den Himmel und packte mit seinen Krallen noch Moira, er flog mit uns weit über das Gebirge hinweg, eine Armee näherte sich zügig dem schwarzen Tor. Vorne ritt Aragorn, Legolas, mit Gimli, der hinter ihm saß, Gandalf der Pippin vor sich aufs Pferd genommen hatte und Eomer mit Merry hinter ihm auf dem Pferd. Dann sah ich eine Gruppe Tiere ohne Reiter und registrierte, dass es nicht irgendwelche waren, darunter waren zwei Wölfe, ein Hirsch und ein Wildschwein, außerdem ein Pferd mit einem schwarzen Fell, dass ich überall wieder erkennen würde. Gwaihir ging in den Sinkflug, Rowan ließ sich von seinem Rücken auf seinen Hirsch rutschen, danach ließ Gwaihir Moira auf ihr Wildschwein fallen und mich auf Nachtschimmer rutschen. Ich flüsterte ihr auf elbisch zu: „Schön dich wieder zu sehnen“.
    Ich lenkte sie Richtung Armeespitze und sie galoppierte nach vorne.
    „Naira“, hörte ich Legolas voller Freude rufen.
    „Nin meleth uireb“, rief ich auf elbisch zu ihm und es brachte ihn zum Strahlen.
    „Verlass mich nie wieder“, verlangte er immer noch auf elbisch, „ich hatte Angst um dich“.
    „Es gab keine Minute, in der ich nicht an dich gedacht und um dich gefürchtet habe“, gab ich zurück.
    Mittlerweile waren auch Enja, Zaida und Xeon angekommen und zu uns geritten.
    Es fühlte sich richtig und vertraut an, neben Legolas zu reiten, mit ihm auf elbisch über Liebe zu sprechen und einfach für ein Moment alle Sorgen vergessen zu könnne.

    Doch dieser Moment verstrich schnell und wir blickten auf zum schwarzen Tor Mordors und alles war Still.
    „Die Ruhe vor dem Sturm“, brummte Moira, während wir zusammen mit Aragorn nach vorne ritten.

    32
    Die Schlacht am schwarzen Tor

    Am schwarzen Tor forderte Aragorn, dass Sauron seine Streitkräfte auflösen sollte. Darauf sahen wir alle zu wie sich das schwarze Tor langsam öffnete und ein ekelerregender Ork auf einem Tier, ich wusste nicht ob es ein Pony war, das Tier auf dem er ritt, erinnerte mich aber an eins heraus geritten kam. Der Ork kam langsam und bedrohlich auf uns zugeritten. Ich packte instinktiv den Griff meines Elbenmessers. Blut lief dem Ork aus einem Mundwinkel, alle sahen ein wenig angeekelt aus und sagte das uns sein Gebieter Sauron Willkommen heißen würde, keiner von uns schenkte ihm Glauben.
    „Ist irgendeiner hier, der ermächtigt ist mit mir zu verhandeln“, fragte er.
    „Wir sind nicht gekommen um zu verhandeln, Sauron soll seine Streitkräfte auflösen und dieses Land verlassen“, gab Gandalf zurück.
    Der Ork fing an sich über Gandalf lustig zu machen und nannte ihn den: „Alten Graurock“.
    Es dauerte nicht lange da wurde es Aragorn zu viel und er hieb dem Ork den Kopf ab, von Gimli hörte man ein: „Damit währen die Verhandlungen wohl abgeschlossen“.
    Dann öffnete sich das Tor ganz, eine riesige Zahl an Orks stand zum Kampf bereit dahinter, wir ritten zurück zu den anderen wo Aragorn vor ihnen hin und her ritt und ihnen klarmachte wer sie waren und warum sie hier kämpften.
    Legolas sah sich währenddessen zu mir um und flüsterte mir auf elbisch zu: „Wenn das, das Ende sein sollte erleben wir es zusammen Naira“.
    Ich umfasste entschlossen meinen Schwertgriff und meinte zu Legolas: „Dies wird nicht das Ende sein“. In dem Moment hatte Aragorn seine Schlachtrede beendet und die Orks uns umringt, wir waren eine Insel in einem Meer aus Orks. Aragorn drehte sich noch einmal zu uns um und sagte: „Für Frodo“.
    Dann lief er los auf die Orks zu, gefolgt von den Hobbits und dann kam der Rest.

    Ich war rundherum von Orks umgeben, Blut rann aus sämtlichen Wunden und ich hatte den Überblick verloren, wo meine Freunde waren. Ich machte mir Sorgen um sie, wenn sie gestorben wären, hätte ich das ja gar nicht bemerkt, wütend schob ich meine Sorgen zur Seite.
    „Du solltest lieber darauf achten, das du nicht stirbst“, dachte ich grimmig, während ich 5 Orks köpfte, die Lücke aber sofort wieder gefüllt wurde.
    „Komm schon Frodo“, knurrte ich leise, „langsam wird es brenzlig“.
    Es passierte nichts, ich spürte wie ich an Kraft verlor, jeden Moment konnte es soweit sein, ich ich drehte und wirbelte dabei meine Elbenmesser um mich herum, man merkte kaum das ich gerade ein ganze Reihe Feinde um mich herum ausgelöscht hatte. Es rückten direkt Orks hinterher, ich versuchte Zaida auszumachen, vielleicht war es uns dann möglich unsere Kräfte wieder zu vereinen, doch ich konnte sie nicht finden, verzweifelt kämpfte ich weiter und rief Zaidas Namen.
    „Naira“, hörte ich meine Schwester dann gar nicht weit von mir ebenso verzweifelt wie ich hauchen
    Ich blickte in die Richtung aus der die Stimme kam und machte dann ihr schwarzes Haar unter den Orks aus. Ich fing an mich entschlossen in ihre Richtung zu kämpfen, während die Schwäche auch gleichzeitig kurz davor war mich zu zermalmen. Mit einem mal stand Legolas neben mir, er lächelte, obwohl ich sah, das er ebenso wie ich am Ende meiner Kräfte war. Ich blickte ihm in seine Augen und als nächstes fand ich mich mitten in einem Kuss wieder.
    „Unpassendster Moment überhaupt für Gefühlsausbrüche“, holte Moira uns wieder zurück, während sie ihre Axt durch die Orks schwang .
    „Zusammen“, flüsterte Legolas mir auf elbisch zu, ich wiederholte es und wir stellten uns zu dritt, sodass wir Rücken an Rücken standen und kämpften uns so recht zügig zu Zaida durchkamen. Neben ihr war auch Rowan, der aber aussah, als würde er jeden Moment zusammenbrechen.
    „Gebe mir Rückendeckung Nîth“, rief ich meiner Schwester zu, dann holte ich meinen Bogen hervor und half Rowan, der mir dankbar zu grinste. Sein draufgängerisches Grinsen im Ernst der Lage, brachte mich zum lächeln und gab mir ein wenig Kraft. Ich legte vier Pfeile gleichzeitig in den Bogen und tötet somit auf vier Orks.
    „Das nützt ja richtig viel“, brummte Moira ironisch.
    „Vier Orks mehr auf meiner Rechnung“, meinte ich.
    „Und wie viele hast du schon“, fragte Legolas interessiert, ich schoss vier weitere Pfeile, drei davon brachten drei Orks jeweils den Tot.
    „Mit den dreien jetzt 71“, sagte ich während ich weitere vier Pfeile schoss und wieder zwei Orks den Tot brachte, „jetzt 73“, verbesserte ich.
    Moira nickte köpfte drei Orks und brummte dann: „Ich habe jetzt auch gerade genau 73“.
    „Ich habe 74“, meinte Zaida und verbesserte sich einen Moment darauf wieder.
    „Ich habe 55“, gab Rowan kund.
    „Witzig, dass ihr sie gezählt habt“, meinte Legolas, „haben Gimli und ich nämlich auch gemacht“.
    „Ja wir haben eine Art Wettbewerb am laufen“, erklärte ich.
    „Ich einen mit Gimli“, sagte Legolas, „ich führe bisher“.
    „Wie viele?“, fragte ich.
    „79“, triumphierte Legolas.
    „Okay, ich beeile mich“, beeilte ich mich zu sagen und ärgerte mich ein wenig, das er mehr hatte als ich und trotz des Wettbewerbes, ergänzten wir uns als Team.

    Ich spürte deutlich wie mir meine unzähligen Wunden zu schaffen machten, wenn mich nicht irgendwas wach gehalten hätte, wäre ich auf der Stelle umgekippt. Dann gaben meine Beine unter mir nach und mein Blick traf mit einem mal auf Zaida. Plötzlich durchflutete mich eine Energiewoge, ich hatte mich mit Zaida vereint. Es fühlte sich an wie das erste mal, ich fühlte mich unglaublich stark und voller Energie und Zaida und ich töteten zusammen sicher über hundert Orks bis wir zu einer langsamen aber immer noch starken Kriegerin wurden. Dann verließ uns die Kraft und wir fielen nebeneinander auf den Boden, die anderen waren uns gefolgt und nun deckten sie uns beide. Ich versuchte mich aufzurichten, aber meine Beine wollten mir nicht gehorchen. Dann sah ich aus dem Augenwinkel wie das Auge Saurons zerplatzte und die Orks wurden von dieser Zerstörung erfasst. Ich wollte gerade aufatmen, da spürte ich plötzlich einen stechenden Schmerz.
    „Nein, das darf nicht sein“, hörte ich dumpf durch den stechenden Schmerz, der von meinem Knöchel ausging Zaidas keuchen.
    Ich krampfte mich zusammen, noch nie hatte ich so einen Schmerz gespürt, aber nicht nur mein Knöchel. Nein mein ganzer Körper war vor Schmerz gelähmt. Ich sah verschwommen Legolas der mir ins Gesicht sah.
    „Naira geh nicht“, hörte ich seine Stimme dumpf die sich vor Schmerzen zu verzerren schien.
    „Ohne, dich kann ich doch nicht“, fügte er weiter an und ich sah, das Tränen in seinen Augen schimmerten, „ich liebe dich doch“.
    „Ich liebe dich auch, ewig“, keuchte ich durch meine Schmerzen hindurch.
    „Ich habe dir gesagt das du mich nicht verlassen sollst“, hörte ich von Legolas und ein Schluchzen kam aus seiner Kehle. Ich sammelte meine letzte Kraft und zog seinen Kopf zu mir und als nächstes waren seine Lippen auf meinen ich entspannte mich und Legolas Tränen liefen auf mein Gesicht. Als nächstes überkam mich Finsternis.















    33
    Erstaunliche und schöne Ereignisse

    Dunkelheit umfing mich, eigentlich wusste ich genau ich würde sterben. Der stechende Schmerz der von meinem Knöchel aus durch meinen Körper vibrierte, ließ keine Zweifel zu.
    „Naira, dein Schicksal ist noch nicht erfüllt“, hörte ich eine sanfte Stimme und Galadriel tauchte vor meinem inneren Auge auf, wieder musste ich mich wegen der Schmerzen verkrampfen.
    „Bewege dich nicht“, sagte Galadriel und ich spürte ihre Hand auf meinem Knöchel. Ich atmete tief ein und aus.
    „Du wirst leben“, meinte Gladriel, „Mittelerde braucht dich“.
    Der Schmerz in meinem Knöchel nahm langsam ab und die Dunkelheit umfing mich ein erneutes mal.
    Als nächstes verlor ich jegliches Zeitgefühl, es war als würde ich schlafen, tief und fest.

    Ich schlug meine Augen auf und lag in einem Bett, sämtliche Sinne kehrten auf einmal zu mir zurück, der Geruch von Kräutern lag frisch über allem hier. Ich wollte mich aufrichten, aber mein Körper wollte mir nicht gehorchen.
    „Wo bin ich?“, fragte ich, meine Stimme hörte sich heiser an.
    „Naira?“, fragte eine hoffnungsvolle Stimme, „bist du das“.
    Es war Zaida die da gesprochen hatte und sie trat in den Raum, ehe ich mit ja antworten konnte war sie mir um den Hals gefallen.
    „Pass doch auf“, krächzte ich, „ich fühle mich grauenhaft“.
    „Du lebst“, sagte Zaida, „das ist das wichtigste“.
    Freudentränen blitzten in ihren Augen auf, während sie mich noch einmal heftig drückte.
    „Wie lang war ich nicht da“, fragte ich.
    „10 Tage“, antwortete sie, „ein Wunder das du nicht Tot bist.
    Als nächstes bemerkte ich, das ich Durst hatte und verlangte nach Wasser.
    Zaida reichte mir ein Flasche, die auf einem Tischchen neben meinem Bett stand, die Flüssigkeit darin war kein Wasser.
    „Was ist das?“, ich blickte meine Schwester fragend an.
    „Miruvor“, antworte Zaida lächelnd, „es wird dich stärken“.
    Zusätzlich gab sie mir aber auch normales Wasser, ich Trank fünf Schlucke von dem stärkendem Elbentrunk und dann Wasser. Dann hatte ich die Kraft mich im Bett aufzusetzen.
    In dem Moment trat Gandalf ins Zimmer und lächelte als er sah, dass ich wohlauf im Bett saß.
    „Da wird sich ein gewisser Elbenprinz aber freuen“, meinte er schmunzelnd.
    „Soll ich es ihr sagen oder willst du“, fragte Gandalf dann an Zaida gerichtet.
    „Ach, jaa“, Zaida sah mich an, „Naira wie es aussieht hast du deine Unverwundbarkeit verloren, du bist jetzt verwundbar, und zwar überall“.
    „Wie?“, fragte ich.
    „Das können wir dir selber nicht erklären“, meinte Gandalf, „wir können ja nicht mal erklären, warum du überhaupt überlebt hast. Nur das es uns alle unglaublich gefreut hat, das du überlebst“.
    „Naira“, hörte ich dann Legolas ausrufen und schon stand er da.
    „Ich dachte ich würde dich verlieren“, hauchte er und sah mich mit seinen eisblauen Augen an, in denen Freudentränen funkelten, „und ich hätte das nicht verkraften können.
    Er drückte mir einen leidenschaftlichen Kuss auf die Lippen und im nächsten Moment standen sie alle da und umarmten und drückten mich.
    Enja, Moira, Xeon und Rowan, sie standen alle lächelnd im Raum und sogar Moira hatte mich in eine Umarmung geschlossen die zwar sehr flüchtig, aber klar war. Alle begrüßten mich.
    „Willkommen zurück Naira“, sagte Xeon und ein lächeln umspielte seine Lippen.
    Enja haute mich als erstes einmal fest.
    „AU“, ich rieb mir die Stelle“, wofür war das denn jetzt.
    „Dafür das du uns allen einen riesigen Schrecken eingejagt hast“, meinte Enja, dann umarmte sie mich und fügte hinzu: „Und das dafür, dass du nicht gestorben bist“.
    Als nächstes kam Rowan auf mich zu geschlendert.
    „Oh große Schicksalselbin“, schwafelte er mit einer übertriebenen Verbeugung, aber mit einem Grinsen auf dem Gesicht, das sich kurz darauf in ein prusten und dann in lautes Gelächter verwandelte. Dabei fiel er mir in die Arme worauf ich den jungen Hobbit kurz an mich drückte. Bei Moira war es eine flüchtige Umarmung und ein freundlicher Wortaustausch.

    Ein wenig später war ich mit Legolas alleine, er lächelte mich an dann sagte er:“Ich weiß wirklich nicht, was ich gemacht hätte wenn du gestorben wärst“.
    „Bin ich ja nicht“, sagte ich und lächelte ihn an, als nächstes küssten wir uns.
    „Ich habe etwas für dich“, meinte er danach und holte etwas hervor. Es war eine Kette, sie war in einem schönen Bronze, bis auf den Anhänger, der ein goldenes Her darstellte, in dessen Mitte mehrere Flammen aus orangenen, roten und gelben Edelsteinen dargestellt waren.
    „Wow“, sagte ich, „das ist wunderschön“.
    „Es steht zum einen für deinen Namen Naira“, erklärte Legolas, „aber es steht auch für meine Liebe zu dir, die wie eine brennende Flamme lodert und daran soll dich diese Kette immer erinnern“.
    Ich schloss ihn fest in meine Arme und hielt ihn fest und wünschte mir in dem Augenblick nur ihn nie wieder loslassen zu müssen, auch er schien nicht daran zu denken die Umarmung zu lösen die sich nach ein paar Minuten in einen erneuten Kuss verwandelte. Als er sich dann doch von mir löste deutete er auf meinen Knöchel.
    „Zeig mal“, verlangte er, ich holte ihn hervor und zuckte vor Schmerz zusammen, als ich ihn bewegte, ein nach Athelas, und anderen Kräutern riechender Verband lag darüber. Vorsichtig wickelte Legolas ihn von meinem Knöchel, der intensive Geruch der Kräuterpaste stieg in den Raum. Die Wunde auf meinem Knöchel war ein Schwertstich, ich vermutete von einer Morgul-Klinge, da andere den Schutz, der über meinem Knöchel gewesen war nicht durchdrungen hätten. Ein schlimm aussehender schwarzer Rand, hatte sich um die Stichstelle gebildet. Legolas schien plötzlich von Angst erfüllt.
    „Die Gefahr scheint noch nicht vorüber Naira“, murmelte er beunruhigt auf elbisch.
    „Enja wird alles tun, was sie kann, um mich zu retten“, beruhigte ich in sanft in derselben Sprache, „außerdem geht es mir gut, ich lebe noch und du weißt Enja kann hervorragend mit Kräutern umgehen“.
    Legolas schien das aber nicht zu beruhigen: „Und wenn das nicht reicht“?
    „Weißt du was meine Theorie ist, weshalb ich noch am Leben bin“?, fragte ich ihn dann.
    Er schüttelte den Kopf und sah mich fordernd an: „Was ist es für eine Theorie“?
    „Galadriel hat gemeint, mein Schicksal würde erst mit der Vernichtung des Rings anfangen. Also gehe ich davon aus, dass es irgendwie zu meinem Schicksal gehörte am Knöchel getroffen zu werden und dadurch Verwundbar zu werden. Galadriel hat auch gesagt, dass in Mordor etwas passieren wird, was ich nicht erwartet hätte und ob es jetzt bei oder in Mordor ist, würde ich nicht so genau nehmen. Jedenfalls habe ich nicht erwartet, das ich den Stich in den Knöchel überleben werde“, erläuterte ich meine Vermutungen.
    „Hat sie dir das alles in Lorien gesagt“, erkundigte sich Legolas daraufhin.
    „Nein, sie wollte nicht, dass ich es weiß. Jemand anderes hat mir Informationen darüber gegeben, ich bin ihr jetzt schon sehr dankbar dafür“, meinte ich daraufhin, „auf jeden Fall würde ich sagen, dass es so sein sollte und dass du dir keine Sorgen zu machen brauchst, wenn der Stich mich hätte töten sollen, dann säße ich jetzt nicht lebendig hier“.
    Daraufhin schien er sich ein bisschen besser zu fühlen und nicht mehr so viel Angst um mich zu haben, aber er ließ nicht locker: „Wer steht Galadriel, so nah, um an solche Informationen heran zu kommen“?
    „Das ist nicht wichtig“, sagte ich, „nur das diese Informationen sehr wichtig sind“.
    Er nickte: „Ist gut“.
    Ich lächelte und bemerkte dann, dass ich müde war: „Ich glaube ich brauche jetzt eine Pause“.
    „Verstehe ich“, er wickelte den Verband wieder um meinen Knöchel und erhob sich danach, er schenkte mir noch sein warmes Lächeln und verschwand dann, ich war unglaublich Müde und es dauerte nicht lange, bis ich einschlief.

    Ich schlief nicht gut, ständig zuckte ein stechender Schmerz meinen Knöchel entlang, aber je länger ich schlief, desto besser wurde es und irgendwann war ich in einem tiefen, entspannten Schlaf und als ich aufwachte war es schon früh am nächsten Tag. Ich streckte mich müde und setzte mich in meinem Bett auf, jemand hatte mir etwas zu Essen hingestellt, dass ich sofort verschlang.
    „Du warst aber hungrig nething“, sagte da jemand auf elbisch, ich sah Zaida, die an die Wand gelehnt lächelnd da stand.
    „Du hast mir Essen gemacht?“, fragte ich, sie nickte lächelnd.
    „Du bist wirklich die beste nîth“, meinte ich.
    „Oh, meine Patientin ist wach“, hörte ich da noch eine andere Stimme und Enja am herein, „zeig mal deinen Knöchel her“.
    Ich holte meinen Knöchel hervor und sie inspizierte den schwarzen Rand um die Stichstelle, der im Vergleich zu gestern nicht mehr ganz so schlimm aussah.
    „Ja, es wird besser“, beurteilte Enja und erneuerte den Verband.
    „Danke Enja, ich weiß nicht was ich ohne euch und die anderen tun würde“, sagte ich.
    „Vermutlich wärst du schon längst drauf gegangen“, mutmaßte Zaida scherzhaft.
    Das brachte uns drei alle zum lachen und ich meinte: „Das stimmt vermutlich“.
    „Du musst dich heute mal bewegen“, erklärte Enja mir dann, „dann kommt das Gelenk an deinem Knöchel wieder zur Funktion und auch wenn es weh tut, es muss sein“.
    Ich nickte: „Ich werde mir wohl mal Minas Tirith genauer anschauen“.
    Damit war Enja zufrieden und Zaida sagte: „Dann kannst du mit mir einen Gang durch Minas Tirith machen“.
    „Gute Idee“, stimmte ich ihr zu und sie grinste.
    „Ich habe nur gute Ideen“, erklärte sie dann lachend.
    „Oh, da wäre ich mir nicht so sicher“, gab ich zurück und Zaida versuchte daraufhin ein empörtes Gesicht zu machen, was ihr nicht so wirklich gelang.

    Ein wenig später spazierten wir gemeinsam durch Minas Tirith, mein Knöchel schmerzte zwar bei jedem einzelnen Schritt, aber das schaffte ich gekonnt zu ignorieren, irgendwann war es auch nicht mehr so schlimm und ich genoss die frische Luft und das wunderschöne Wetter. Da bemerkte Zaida die Kette und blickte mich fragend an: „Von wem ist die“.
    „Legolas hat sie mir geschenkt“, erklärte ich ihr.
    „Sie ist sehr schön Naira“, meinte Zaida, „und die Symbolik dieser Kette, passt auch so gut zu dir“.
    „Danke“, meinte ich lächelnd, „ich mag die Kette auch sehr gerne“.
    „Du bist ja schon wieder auf den Beinen Naira“, hörte ich da Xeons Stimme.
    „Ja es wird langsam besser“, erklärte ich.
    „Das freut mich zu hören“, gab Xeon grinsend zurück, „eigentlich wollte ich gerade zu euch, um zu erzählen das König Elessar uns zum Abendessen im Palast eingeladen hat und ich habe die Einladung im Namen der Schicksalsreiter angenommen“.
    „Das ist wunderbar“, freute sich Zaida, „wann sollen wir da sein“?
    „Gegen Sonnenuntergang“, erklärte Xeon.
    „Super“, stimmte ich zu, „sag den anderen doch auch Bescheid Xeon“.
    „Da war ich gerade dabei“, erklärte er.
    So ging er wieder und ich beschloss mich noch ein bisschen auszuruhen, bevor es essen gab. Damit ich dann wieder genug Energie hatte.






    34
    Ein Abendessen mit dem König und Abreise aus Minas Tirith


    Als die Sonne kurz vor dem untergehen war, machte ich mich soweit fertig. Ich zog das grüne Kleid an und flocht mir meine Haare zu einer Flechtfrisur, dann kam Legolas auch schon.
    „Du siehst wundervoll aus Naira“, bemerkte er liebevoll.
    „Danke, du aber auch“, gab ich zurück.
    Seine Haare waren geflochten und er hatte ein schlichtes, weißes Gewand an.
    „Das ist nichts besonderes“, meinte Legolas, „es ist ein einfaches Gewand, aber dieses Kleid, das ist besonders“.
    „Das habe ich von Tauriel zu meiner Abreise geschenkt bekommen“, erklärte ich ihm, „das wirkt alles schon so weit entfernt. Ich hoffe es geht ihr gut“.
    Legolas nickte heftig: „Sie ist wohlauf“.
    „War sie in den letzten Tagen hier oder woher weiß du das?“, fragte ich.
    „Das habe ich von meinem Vater erfahren“, erklärte Legolas, „er war nämlich hier, bei der Krönung“.
    „Das sind großartige Nachrichten“, jetzt konnte mir nichts mehr verdorben werden, doch da sah ich wie Legolas Gesicht einen leicht weiger glücklicher wurde.
    „Was ist los?“, wunderte ich mich, „es ist doch alles super“.
    „Bis auf das Ada meine Liebe zu dir missbilligt. Ja!“, murmelte er, „er meinte, es wäre nicht im Sinne deines Schicksals. Ich habe ihm gesagt, dass sich nichts zwischen uns stellen kann“.
    „Ich habe auch so etwas gesagt bekommen“, erklärte ich ihm, „Galadriel hat es mir in einem Brief geschildert“.
    Legolas schien das nicht im geringsten zu überraschen, ich sah ihn fest an und spürte wieder den Schwall von Gefühlen, den er in mir auslöste. Nein ich konnte und wollte ihn nicht loslassen müssen, nur wegen einem Schicksal, um das ich nie gebeten hatte.
    „Ich werde ebenso wie du nicht zulassen, dass irgendetwas zwischen uns kommt“, erklärte ich.
    Er lächelte: „Dann wäre das geklärt“.
    Dann bot er mir seinen Arm an: „Wollen wir“!
    Ich hackte mich bei ihm ein und wir liefen los, da ich ihn eine Zeit lang nicht bewegt hatte, tat mein Knöchel erstmal weh, bis es langsam besser wurde, aber Legolas hatte natürlich mein anfängliches humpeln bemerkt.
    „Dein Knöchel macht dir noch Probleme nicht wahr?“, fragte er.
    Ich nickte: „Aber wenn ich ein wenig laufe, dann wird es besser, nur habe ich ihn das letzte mal heute Nachmittag ungefähr bewegt“.

    Nach einer Weile gesellten sich Zaida und Enja zu uns.
    „Du siehst mal wieder wundervoll aus nething“, merkte Zaida auf elbisch an.
    „Danke, du aber auch nîth“, Zaida hatte ein Türkises Kleid an, das in sanften Übergängen zwischen grün und blau Tönen wechselte, eine einzelne geflochtene Strähne war in ihren schwarzen Haaren und ging von der einen Seite zur anderen hinüber.
    Auch Zaida bedankte für das Kompliment, ich nahm Enja in Augenschein, sie trug wieder ihr Kleid aus dem fließenden hellblauen Stoff, welches sie schon einmal in Lothlorien getragen. Ihre Haare lagen gekämmt auf dem Rücken.
    „Du siehst auch mal wieder super aus Enja“, sagte ich zu ihr.
    Sie lächelte: „Dasselbe gilt für dich“.
    Als nächstes trafen Xeon, Moira und Rowan zu uns. Xeon grinste uns an, er war in ein weißes Gewand mit goldenen Ornamenten gehüllt. Rowans Bauch knurrte laut und wir drehten uns alle zu dem Hobbit um.
    „Ich habe halt Hunger“, meinte dieser, worauf wir anderen herzhaft lachten.
    Rowan trug einfach eine saubere gräuliche Hose mit einem sauberen grünen Hemd darüber. Moira hatte einfach ein Kettenhemd an, das ihr zu groß war und deshalb einem Kleid aus Metallringen ähnelte, allerdings waren ihre rotblonden Haare gut gekämmt und gepflegt und sie hatte einen dunkelblauen Umhang angezogen.
    „Gut sind wir dann soweit“, grummelte sie, „ich möchte feiern“.
    „Ja wir sind soweit“, meinte ich, „oder“?
    Ich sah Legolas an und dieser meinte: „Noch nicht ganz, der zweite Zwerg fehlt, der ist nämlich auch noch eingeladen“.
    „Gimli?“, bohrte ich nach.
    „Kennst du noch einen anderen Zwerg der gemeint sein könnte?“, fragte Legolas, „natürlich Gimli“!
    „Redet ihr von mir“, hörten wir dann die Stimme des Zwerges.
    „Wenn man vom Teufel spricht“, wisperte Zaida mir zu.
    „Ja, wir haben uns gefragt, wo du bleibst Herr Zwerg“, erklärte ich dann zu ihm gewandt.
    „Ja, hier bin ich“, brummelte dieser, „und mein Name ist immer noch Gimli, Frau Elbin und das weißt du auch“.
    „Tut mir leid ganz vergessen Gimli“, erklärte ich ihm, „dann kannst du mich aber auch Naira nennen.
    „Gut das versuche ich mir zu merken“, murmelte Gimli.
    „Lass uns gehen“, mischte sich Legolas ein, „wir wollen doch den König nicht warten lassen“!
    „Gute Idee“, meinte Enja und wir liefen Richtung Palast.
    Wir traten in den Speisesaal dort saß schon Aragorn mit Arwen an seiner Seite, außerdem Eomer, Eowyn, Faramir, Gandalf, Frodo, Sam, Merry und Pippin.
    „Schön das ihr hier seid“, begrüßte uns Aragorn, „setzt euch und genießt das gemeinsame mal“.
    Wir setzten uns und Rowan fiel augenblicklich über das Essen, als Moira ihn mit einem Blick bedachte hielt er inne und entschuldigte sich kleinlaut. Aragorn schien es nicht im geringsten gestört zu haben, er lächelte nur verschmitzt.
    Er sah uns alle der Reihe nach an: „Ich will euch nicht weiter vom Essen abhalten, esst“!
    Wir aßen und unterhielten uns angeregt, da viel mir etwas ein und ich wand mich an die anderen Schicksalsreiter am Tisch: „Was ist eigentlich euer Endstand an Orks“.
    „Als du bewusstlos warst, haben wir unsere schon mal ausgezählt“, meinte Enja, „nach der belegen Zaida und ich gemeinsam mit einem Endstand von jeweils 110 Orks den ersten Platz. Danach folgt uns Xeon mit 101 Orks und knapp dahinter Moira mit genau 100 Orks und unser mutiger, kleiner Kämpfer Rowan hat den letzten Platz mit 89 Orks. Wie viele hast du“?
    „Scheint so als wäre ich nicht allein der erste Platz“, murmelte ich, „ich teile ihn mir mit dir und Zaida Enja, denn meine Zahl beträgt auch 110 Orks“.
    Legolas und Gimli schienen dem Gespräch interessiert gelauscht zu haben.
    „Wie viele hast du eigentlich jetzt“?, fragte Gimli dann an Legolas gewandt, dieser grinste mich siegessicher an und teilte dem Zwerg dann seinen Endstand mit: „112 Orks“.
    Am amüsantesten fand ich aber Gimlis Reaktion darauf, der wütend mit der Faust auf den Tisch schlug, sodass dieser wackelte und alle anderen am Tisch zusammenzuckten.
    „100 Orks“, grummelte Gimli dann und schlug abermals auf den Tisch.
    „Kannst du dich bitte wieder beruhigen Gimli“?, fragte Aragorn.
    Gimli schien sich darauf langsam wieder einzukriegen, murmelte aber irgendwas auf Zwergisch, wobei ich auf Flüche tippte, was sich dann auch bestätigte.
    „Gimli, könntest du solche Worte egal in welcher Sprache, vielleicht am Tisch unterlassen“, verlangte Aragorn nämlich, worauf Gimli verstummte. Ich schmunzelte vor mich hin.
    „Gibt es irgendwelche Neuigkeiten“?, fragte der König dann in der Runde.
    „Wir treten unsere Heimreise zurück ins Auenland an“, erklärte Frodo, worauf Sam, Merry und Pippin zustimmend nickten.
    „Dort werde ich wohl mitkommen“, sagte Rowan.
    Gandalf räusperte sich: „Ich werde sie begleiten, wer weiß wie viele vereinzelte Orks da draußen noch herumlaufen“.
    „Mit denen werden wir fertig“, meinte Rowan und mit einem frechen Hauch in seiner Stimme fügte er hinzu: „Dazu brauchen wir keinen alten Mann“.
    „Närrisch wie dein Bruder“, brummte Gandalf nur, „ich werde euch begleiten“.
    Rowan wollte wieder etwas sagen doch als Gandalf ihn mit einem strengen Blick bedachte hielt er doch lieber den Mund.
    „Ich muss zurück nach Rohan“, meinte Eomer, „mein Land braucht mich“.
    „Das verstehe ich“, Aragorn lächelte den neuen noch ungekrönten König Rohans mitfühlend an.
    „Legolas und ich kommen mit, um unsere Versprechen einzulösen, die wir einander gegeben haben, ich verbringe einen Tag mit ihm im Fangorn-Wald und er mit mir in die Glitzernden Höhlen hinter Helms Klamm“, brummte Gimli.
    „Ich sah Legolas vorwurfsvoll an: „Ich dachte du willst mich nicht mehr verlieren“.
    „Will ich auch nicht“erklärte Legolas und sah mir voller Liebe in die Augen, „ich würde dich nie freiwillig verlassen.Ich habe Gimli gesagt, dass er damit leben muss, dass du mitkommst“.
    Gimli brummelte irgendetwas unverständliches, was sich aber stark nach einem: „Leider“ anhörte.
    „Die Chance mir diese Höhlen anzusehen, lasse ich mir nicht entgehen, egal was ihr sagt, ihr müsst mich mitnehmen Naira“, warf Moira ein.
    „Mit der Zwergin kann ich leben“, meinte Gimli.
    „Das will ich auch hoffen“, brummte Moira.
    „Ich will aber auch den Fangorn sehen“, protestierte Xeon dann.
    Keiner widersprach ihm, es gab ein wenig Gebrummel von Gimli, aber er schien nichts dagegen zu haben. „Gut“, sagte Aragorn, „ich finde es schade, dass ihr mich verlassen wollt“.
    „Mellon“, Legolas sah ihn an, „ich werde dich immer besuchen, wenn ich kann“.
    „Davon gehe ich aus“, er sah uns alle der Reihe nach an, „wenn ich keinen Besuch kriege, dann schicke ich Späher aus Gondor durch ganz Mittelerde, die euch dann daran erinnern“.
    Nachdem er das gesagt hatte breitete sich allgemeine Erheiterung im Speisesaal aus.
    „Ich bleibe zusammen mit Zaida noch ein wenig hier Bruder“, meinte Enja, „und ich will mich mitt dir im Schwertkampf messen, wenn ich schon mal bei dir bin, mal sehen, ob ich dich immer noch besiege, wie früher“.
    „Du hast keine Chance mehr Schwester“, gab Aragorn zurück.
    „Das werden wir noch sehen“, Enja funkelte ihren Bruder an.
    Aragorn richtete das Wort wieder an uns alle: „Dann werden wir morgen erstmal voneinander Abschied nehmen“.
    Er wendete sich an Eowyn und Faramir: „Bleibt ihr hier“.
    Die beiden nickten.
    „Ich lade euch alle zu meiner Krönung ein“, erklärte Eomer, „sie findet in 10 Tagen statt, spätestens dort sollten wir uns wiedersehen“.
    „Okay Planänderung“, meinte Frodo, „wir reisen erst nach Eomers Krönung zurück“.
    Die anderen Hobbits nickten.
    „Gut“, Aragorn lächelte uns an, „wenn das geklärt wäre lasst uns weiter Feiern“.

    Bis tief in die Nacht redeten lachten und feierten wir zusammen, hörten und sängerische Darbietungen von den Hobbits und Aragorn an. Ich wurde auch dazu gezwungen eines meiner Lieder vorzusingen, wobei ich mich für eines meiner Meinung nach feier-tauglichsten entschied, außerdem tanzten wir viel, was zu meinem eigenen erstaunen ganz gut funktionierte, obwohl mein Knöchel dabei wehtat. Nachts schleppte ich mich Müde ins Bett und war innerhalb weniger Minuten eingeschlafen.
    Morgens wurde ich von der Sonne geweckt, die durch ein Fenster ins Zimmer schien, ich streckte mich und gähnte ausgiebig, dann stand ich auf und streifte mir meine Klamotten über, natürlich die praktischen. Ich konnte und wollte beim Reisen kein Kleid tragen, als Frühstück nahm ich Lembas zu mir. Als nächstes klopfte Enja bei mir an und versorgte die Stichwunde an meinem Knöchel.
    „Du musst sie jeden Morgen mit einer Paste aus Athelas bestreichen und einen Verband drum wickeln“, trug sie mir auf, „ich schaue bei Eomers Krönung noch einmal drauf, wahrscheinlich darfst du dann den Verband ablassen“.
    Ich nickte: „Verstanden“.
    Enja ging mit mir bis zum Tor von Minas Tirith, wo sich schon viele versammelt hatten, ich verabschiedete mich, obwohl wir uns schon bei Eomers Krönung wiedersehen würden, vor allem Zaida drückte ich an mich. Dann ritt ich ihm nächsten Moment aus dem Tor, an meiner Seite jagte Legolas mit seinem Pferd über die Ebene, hinter ihm saß Gimli, Xeon saß auf Isilhâd und Moira auf ihrem Wildschwein, bei uns ritt auch noch Eomer auf seinem Pferd, er hatte das Ziel Edoras, wir wollten zu den Glitzernden Höhlen. Ich sah zu Legolas, dieser hatte meinen Blick bemerkt und lächelte mich an.
    „Ab jetzt werden wir immer zusammen sein“, hörte ich ihn auf elbisch sagen. Doch etwas in mir störte dies schönen Worte.
    „Dein Schicksal ist noch nicht erfüllt“, hörte ich eine leise Stimme in mir flüstern und Galdriels Worte: „Ihre Spur wird sie nach Norden führen, wo sie etwas ungeheuerliches erwartet. Ich schob sie zur Seite, ich wollte jetzt sorgenfrei sein, ich wusste nicht was mich noch erwartete, aber wenn ich etwas gelernt hatte, dass mein Schicksal mir schon den rechten Weg weisen würde und jetzt würde ich erstmal die Momente genieße, über das konnte ich mir auch noch wann anders Gedanken machen.

    35
    Ganz kurz bevor der Spaß beginnt und das nächste Kapitel kommt. Ich sage jetzt einfach mal ein großes Hannon (Danke). Seid ich diese Fanfiktion schreibe, kommen nach jedem Kapitel immer so tolle Kommentare. Die einfach ultra liebevoll und süß sind und ich danach immer versuche mich mindestens genau so lieb zu bedanken, es aber irgendwie nicht wirklich auf die Reihe kriege. Aber ich hoffe ihr fühlt euch genug bedankt von mir. Ich hoffe natürlich das euch das nächste Kapitel wieder gefällt. Ach und fals ihr Ideen Inspirationen und Einfälle habt, die diese Fanfiktion toll machen, gerne auch selbstausgedachte Charaktere, die ich noch einbauen könnte. Immer her damit! Ich möchte diese Fanfiktion gut und gerne noch weiterführen...so jetzt habe ich euch aber wirklich genug aufgehalten. Das nächste Kapitel...











    Kiano

    Die Reise verlief relativ ruhig, wir waren alle recht schweigsam, aber wenn wir mal ein paar Worte miteinander wechselten, führte das zur Erheiterung in der Reisegruppe und brachte uns alle zum Lachen. So ging der Tag herum, gegen Abend überquerten wir den Grenzstrom und waren in Rohan, in einer Kuhle zwischen mehreren Hügeln errichteten wir ein Lager. Dort setzte ich mich auf einen Felsen und merkte wie Müde ich war, trotzdem verfolgte ich weiter das Gespräch, das sich gerade zwischen meinen Reisegefährten entwickelte.
    „Vielleicht sollten wir Nachtwache einteilen“, schlug Legolas vor, „es könnten immer noch Orks oder Uruks geben, die überlebt haben“.
    Alle hielten das für eine gute und sichere Idee. Ich meldete mich für die letzte Schicht, damit ich erstmal lange schlafen konnte. Eomer übernahm die erste Schicht, danach sollte Xeon ihn ablösen.Als nächstes kam Moira, dahinter Gimli und dann Legolas, den Abschluss machte ich. Es dauerte nicht lange und Ruhe kehrte im Lager ein.Alle, außer Eomer, der ja die erste Nachtwache übernahm, hatten sich hingelegt. Auch ich hatte mich augenblicklich fallen lassen und lag nun, es dauerte nicht lange da wurden meine Augenlider immer schwerer und schwerer, bis ich schließlich einschlief.

    „Naira“, sanft rüttelte jemand an meiner Schulter, ich schlug die Augen auf und blickte in Legolas Gesicht: „Du bist dran mit Wache halten“.
    Ich nickte und erhob mich, ich packte meine Decke und nahm sie mit an den Rand des Lagers, dort setzte ich mich ins Gras.
    Ich wünschte Legolas auf elbisch eine gute Nacht, doch er schien gar nicht daran zu denken ins Bett zu gehen.
    „Ich bin nicht müde“, erklärte er lächelnd, „ich möchte mit dir Wache halten meleth uireb“.
    Die letzten beide Worte brachten mich auch zum Lächeln: „Wenn du meinst“.
    Er setzte sich neben mich und nach einiger Zeit saßen wir Arm in Arm da und starrten in den klaren Sternenhimmel. Wieder einmal kreuzten sich unsere Blicke und ich genoss den Moment in vollen Zügen.
    „Ich könnte ewig in deine Augen schauen“, flüsterte ich ihm meinen Gedanken zu.
    Er lächelte und ich wusste, dass ich nie ein wärmeres Lächeln zu Gesicht bekommen würde.
    „Dein Lächeln ist so warm, dass sogar die Sonne nicht mithalten kann“, hauchte ich ihm zu und merkte fast gar nicht, dass ich dabei elbisch gesprochen hatte.
    „Und deine Worte sind süßer, als alles was ich je geschmeckt habe“, hauchte er in derselben Sprache liebevoll zurück. Unser liebevoller Wortaustausch wurde Abrupt beendet, als wir einen lauten Schrei über die Ebene hallen hörten.
    Sofort strengten wir beide aufmerksam unser Gehör an, während Xeon und Eomer aus dem Schlaf fuhren. Ein erneutes mal hallte der Schrei durch die Luft und ich hörte genau hin, es war ein: „Hiiilfee“, panisch, gellend und klar, wurde der Ruf zu uns getragen. Noch bevor Legolas, oder einer der anderen reagieren konnte, hatte ich mich schon auf Nachtschimmer gezogen und trieb sie in die Richtung des Schreis. Ein weiterer, diesmal ein erstickter Schrei war zu hören und Nachtschimmer wurde noch schneller.Hinter dem nächsten Hügel erblickte ich denjenigen der geschrien hatte, es war ein Junge, ein Mensch höchsten zehn.Er hatte schulterlanges blondes Haar und trug einen dunkelvioletten Mantel und dazu passende Stiefel.Die Ursache dafür, dass der Junge geschrien hatte, waren fünf Orks, einer von ihnen hatte sich den Jungen gepackt und versuchte seine schreie zu ersticken. Ich ritt näher und schoss mit meinem Bogen Pfeile ab ich zielte einmal auf jeden Ork, außer auf den der den Jungen trug.Klar war ich selbstsicher und wusste das ich den Ork, ohne den Jungen zu verletzen, töten konnte. Aber falls doch mal etwas schiefging, konnte ich den Jungen ganz leicht treffen und das Risiko wollte ich nicht eingehen, vor allem weil ich noch ziemlich weit weg war.Der Ork rannte los, ich ritt im Galopp hinter ihm her, eines meiner Messer fest in der Hand, um zuzustechen, wenn ich nah genug war.Der Junge hing schlapp über der Schulter des Orks, ich vermutete, dass die Orks ihn bewusstlos geschlagen hatten.
    „Naira“, ich drehte mich zu der Stimme um, knapp hinter mir ritt Legolas.
    Er holte zu mir auf und rief mir im vorbeireiten zu: „Töte du den Ork“. Ich nickte und trieb Nachtschimmer an noch schneller zu reiten, so jagte ich über die Ebene und hatte den rennenden Ork schnell eingeholt. Sofort stach ich mit meinem Messer zu, ehe der Ork zu seiner Waffe greifen konnte. Legolas packte den Jungen und setzte ihn aufrecht vor ihm aufs Pferd, dann ritten wir gemeinsam zum Lager zurück. Die anderen waren mittlerweile hellwach, ich erklärte ihnen alles kurz. In kurzer Zeit hatten wir eine Liegefläche für den Jungen geschaffen und ihn dorthin gebettet. Legolas flößte ihm Wasser mit ein wenig Athelas ein, damit er aufwachte, was er auch tat.
    „Wo bin ich?“, fragte er sofort.
    „In Sicherheit“, erklärte Legolas beruhigend, „wir haben deinen Schrei gehört und dich vor den Orks gerettet“.
    Jetzt wo ich den Jungen näher betrachten konnte, wirkte er seltsam auf mich seine Augen wirkten undurchdringlich und verwirrend.Die genaue Augenfarbe konnte ich nicht sagen, aber am ehesten war es ein dunkles blau mit helleren vielen grünen Punkten und noch dunklere braune, fast schwarze Punkte. Wenn ich dem Jungen in die Augen sah, hatte ich das Gefühl jemand älterem in die Augen zu sehen.Der Junge wirkte schwach und war recht schmächtig, aber trotz diesem äußeren, fühlte ich in seiner Nähe etwas altes und mächtiges, so als ob der schmächtige Junge nur die Hülle für ein weitaus älteres Wesen wäre.
    Der Junge blickte von mir zu Legolas, bis er schließlich ein: „Danke“, hervor brachte.
    Dabei wanderten seine Augen durch das Lager.
    „Wer seid ihr“?, war die nächste Frage, darauf folgte, „und kann ich vielleicht etwas zu essen kriegen, ich habe seit Ewigkeiten nicht mehr richtig gegessen“.
    Ich reichte ihm unsere Tasche mit dem Proviant,
    er nahm sie entgegen und hatte direkt den Mund voll, erst danach schien ihm einzufallen, dass er es vernachlässigt hatte sich zu bedanken und nuschelte: „Danke“.
    „Gern geschehen“, meinte ich lächelnd, „ich fange mal an mich vorzustellen.Ich bin eine Elbin und mein Name ist Naira, ich bin im Düsterwald geboren“.
    „Ich bin auch ein Elb und heiße Legolas, ich komme genau wie Naira aus dem Düsterwald“, erklärte Legolas.
    „Ich bin eine Zwergin und heiße Moira“, brummte Moira.
    „Ist sie immer so“?, fragte der Junge gleich und wir nickten, während Moira irgendetwas auf Zwergisch vor sich hin murmelte. Was anscheinend so lustig war, dass Gimli in lautes Gelächter ausbrach, aber Moira funkelte ihn böse an, worauf Gimli noch lauter lachen musste und dem Jungen etwas ins Ohr flüsterte, was ihm zum grinsen brachte.Beleidigt grummelnd wendete Moira sich ab.
    „Also ich bin Gimli und auch ein Zwerg“, meinte Gimli und zwinkerte dem Jungen zu, der immer noch grinste.
    „Eomer aus Rohan“, stellte Eomer sich knapp vor.
    „Gut“, der Junge lächelte immer noch, „ich bin Kiano und denke mal, dass ich ein Mensch bin.“.
    „Wo kommst du her und wo sind deine Eltern?“, erkundigte ich mich vorsichtig.
    Ein Schatten legte sich auf Kianos Gesicht dann antwortete er: „Ich habe weder Eltern noch ein Zuhause“.
    „Aber du musst doch irgendwo gelebt haben!“, rief Eomer aus.
    „Wenn seit klein auf Unfreiwillig festgehalten zu werden auch als leben zählt, dann ja“, erwiderte Kiano und der Schatten auf seinem Gesicht verschwand nicht.
    „Was willst du uns damit sagen“?, mischte sich Legolas leise ein.
    „Ich habe lange nichts anderes gesehen, als den Turm von Isengard. Ich bin noch nicht lange frei“, erläuterte Kiano, „ich bin dort aufgewachsen. Irgendwie war mir immer klar, dass Saruman ganz sicher nicht mein Vater ist, er hat mich auch nie wirklich wie einen Sohn behandelt. Immer stand für ihn auf erster Stelle mich zu drillen, für ihn war ich nichts weiter, als einer seiner Diener, eine weitere Schachfigur in seinem Krieg gegen Rohan, aber kein Bauer wie ein Ork, sondern so etwas wie ein Bauer oder ein Turm. Drei Tage habe ich nichts zu Essen bekommen, wenn ich mich geweigert habe einen seiner Befehle auszuführen und das alles nur wegen seinem Fluch“.
    Schweigen breitete sich aus. Das was Kiano da erzähle war einfach schrecklich.
    „Saruman, man könnte ihm alle Flüche aller Sprachen der Welt auf den Hals hetzen und trotzdem gibt es nichts was seine Schandtaten beschreiben würde, was für ein Glück das er nicht mehr am Leben ist“, knurrte Gimli, „aber was meinst du mit Fluch“.
    Kiano stieß ein Seufzen aus: „Saruman hat mich zu einer Art Zauberer-Krieger gemacht. Er hat gemeint, meine Fähigkeiten stammen nicht von ihm. Ich weiß es nicht, aber ich habe immer angenommen, dass er sie mir gegeben hat und sie waren ein Fluch für mich, denn nur durch diese Kräfte hat Saruman mich zu einer Kampfmaschine machen wollen. Aber ich konnte auch dank ihnen entkommen. Ich sollte in den Krieg ziehen, zusammen mit einer riesigen Armee von Orks gegen Rohan. Die Orks haben auf mich aufgepasst.
    „Das er sicher kämpft und nicht abhaut“, hat Saruman mit einem Lächeln auf dem Gesicht zu den Orks gesagt und mich triumphierend mit seinem „Denke nicht einmal daran abzuhauen“ Gesicht angesehen. Doch dank meiner Fähigkeiten, auf die Saruman mich schließlich jahrelang trainiert hat, konnte ich trotzdem entkommen. Danach habe ich mir geschworen sie erst wieder einzusetzen, wenn ich weiß woher sie kommen und wenn sie Sarumans Werk sind werde ich sie nie wieder einsetzen“.
    „Was für Fähigkeiten, wenn ich fragen darf“, in Moiras Augen glomm Interesse, „bist du ein Zauberer“?
    „Haben die nicht Stäbe“?, meinte Xeon und wirkte verwirrt.
    „Also ich kann die Ströme der Luft kontrollieren“, erklärte Kiano, „ich kann kleinere Windstöße erzeugen, aber auch Stürme und Wirbelstürme erschaffen soweit ich weiß“.
    „Wow, so eine Kraft sollte man doch nutzen egal woher sie kommt“, warf Eomer ein.
    „Du weißt nicht wie sich das anfühlt“, meinte Kiano kläglich.
    „Und bis du nun ein Zauberer“?, wiederholte Gimli Moiras Frage.
    „Nun, wenn man Sarumans Worten glauben schenken kann, dann schon. Denn er meint, ich bin ein Istari und das ist ja nur ein anderes Wort dafür“.
    „Hast du auch so etwas, wie einen Stab“?, fragte Moira wieder.
    „Nein, aber ich habe etwas anderes“, Kiano zog den Ärmel seiner Robe, die ihn schon wie ein junger Zauberer aussehen ließ zurück und auf seinem Handgelenk war ein Symbol zu sehen. Es war ein Kreis und darin war ein Wirbelsturm abgebildet und über diesem Wirbelsturm waren zwei Flügel abgebildet“.
    „Ich kann den Wind mit meinen Gedanken bewegen“, erklärte er, „aber damit ich das kann, müssen meine Finger das Symbol berühren, sonst funktioniert es nicht“. Er berührte mit den Fingern das Symbol und es fing an weiß aufzuglühen, bis es in einem weißen Licht strahlte und auch seine Augen glühten weiß, er nahm seine Hand wieder herunter und das glühen erlosch.
    Es war totenstill im Lager und wir tauschten ein paar vielsagende Blicke miteinander.
    „Wir müssen dich bei Gelegenheit Gandalf vorstellen, er wird wissen was zu tun ist“, brachte ich schließlich hervor.
    „Wer ist das“?, wollte Kiano augenblicklich wissen.
    „Ein Zauberer“, erklärte ich ihm knapp.
    „Wird er mir mehr über den Ursprung meiner Kräfte sagen können“?
    „Vermutlich“.
    In seinen Augen spiegelte sich Neugier.
    „Wenn einer weiß, dann er“, bestätigte Xeon.
    „Und jetzt“?, Kiano blickte uns der Reihe nach fragend an.
    Ich erzählte ihm von den glitzernden Höhlen und vom Fangorn.
    „Denkt daran zu meiner Krönung zu kommen“, warf Eomer ein.
    „Dort können wir Gandalf treffen“, erklärte ich an Kiano gewandt, der nickte.
    „Ich werde solange mit euch kommen“, beschloss er darauf.
    Da der Morgen graute, lösten wir unser Lager auf und kurz darauf ritten wir schon wieder über die weite Ebene Rohans.








    36
    Die glitzernden Höhlen und Sniefur

    Je länger wir ritten, desto wohler schien sich Kiano in unserer Gesellschaft zu fühlen, nach einiger Zeit war es so, als ritte er schon ewig mit uns. Am besten verstand er sich mit Gimli. Ich ritt neben ihm und Legolas. Während ich mit Legolas ein Gespräch auf elbisch führte, unterhielt Kiano sich mit Gimli, der ihn zum Lachen zu bringen schien. Nach einer Weile, versuchte Gimli sogar Kiano ein wenig zwergisch beizubringen, was aber anscheinend nicht ganz so gut klappte, so ließen die beiden es wieder. Nach einiger Zeit, verabschiedete sich Eomer von uns und bog Richtung Edoras ab. Wir ritten weiter, bis schließlich Helms klamm vor uns aufragte. Der Wall war allerdings zerstört.
    „Was ist hier passiert?“, fragte ich.
    „Sarumans Armee“, antwortete Legolas schlicht und einfach.
    „Verstehe“.
    Kianos Gesicht war düsterer geworden.
    „Saruman ist tot Kiano und Rohan hat überlebt“, beruhigte Gimli ihn.
    Er nickte nur geistesabwesend.
    „Die Schönheit dieser Höhlen wird dich wieder aufmuntern, das verspreche ich dir“, meinte Gimli. Worauf Kiano schon wieder lächeln musste.
    „Na dann los“, sagte Legolas, „schauen wir uns diese Höhlen an“.
    Gimli lief voran durch die Trümmer des Walls und zielstrebig ins innere von der zerstörten Festung. Wir anderen liefen hinter ihm her. Gimli schien den Weg in die glitzernden Höhlen genau zu kenne, denn er lief die ganze Zeit zielstrebig weiter. Irgendwann lief er einen Steintreppe nach unten und je tiefer wir kamen, desto mulmiger wurde mir zumute. Schon seit ich denke konnte hatte ich Angst, wenn ich unter der Erde war. Ich wusste auch nicht warum, es war einfach so. Ich packte Legolas Hand. Er schien kein Problem mit der Höhle zu haben, aber sagte auch nichts. Je tiefer wir kamen, desto fester drückte ich Legolas Hand. Er hielt meine fest.
    „Dir passiert nichts“, murmelte er mir beruhigend auf elbisch zu und es wirkte auch genauso auf mich. Ich lockerte meinen Griff um seine Hand ein wenig. Vorne hatte sich Kiano zu Gimli gesellt und auch Moira war dort vorne. Während Xeon neben uns her lief.
    „Na, hat unsere Schicksalselbin etwa Angst vor Höhlen“, fragte er frech.
    Er bekam einen vernichtenden Blick von mir zu geworfen und ein elbisches: „Auta miquula Orch“.
    Augenblicklich verstummte er und ich war zufrieden mit mir. Dann war die Treppe zu Ende und das was mich erwartete verschlug mir den Atem und ließ mich meine Angst fast vergessen. Es war eine Tropfsteinhöhle mit unzähligen Arten von Tropfsteinen, die von der Decke hingen und von Boden nach Oben ragten. Einige waren durchsichtig, andere Farbig. Es gab welche die hingen Fächerartig von der Seite und andere sahen aus wie Vorhänge. Das war aber noch nicht das schönste, den an Wänden, an der Decke und an dem Boden wuchsen Kristalle. Die alles noch viel schöner machten. Es war ein einziges glitzerndes Wunder. Vor allem, weil es sich alles noch im glasklarem Wasser, der kleinen unterirdischen Teiche hier spiegelte.
    „Zu schön um wahr zu sein“, murmelte Legolas neben mir, während wir die Höhle betraten. Meine Angst schien angesichts dieser Schönheit wie verflogen.
    „Aglarond“, murmelte ich staunend den elbischen Namen der Höhle und konnte mich nicht satt sehen. Den anderen schien es genau so zu gehen.
    „Wow“, hauchte Kiano.
    Xeon sah sich nur mit großen Augen um. Moira schien schier überwältigt und auch Gimli starrte nur bewundernd durch die Höhle, während wir langsam mit umherschweifenden Blicken tiefer in die Höhlen hinein gingen.

    Wir waren schon eine weile in den Höhlen unterwegs und trotz der Schönheit, der vielen Teiche, der glitzernen Kristalle und den einzigartigen Tropfsteinen, hatte ich Angst und drückte fest Legolas Hand.
    „Du zerquetscht meine Hand ja noch“, meinte er leise zu mir.
    „Tut mir leid“, flüsterte ich zurück, „ich mag es unter der Erde nur nicht. Ich meine die Höhle ist atemberaubend schön, aber trotzdem, je tiefer wir gehen desto mehr Angst kriege ich“.
    „Solange ich bei dir bin hast du nichts zu befürchten“, beruhigte er und ein Blick in seine Augen, war wie ein Hafen für mich, in den ich meine Angst wie ein Boot hineinlegen und festmachen konnte.
    Auf einmal sprang jedoch hinter einem besonders riesigem und sogar mit einem Kristall besetztem Tropfstein ein riesiger Wolf, nach genauerem hinsehen, war es eine Wölfin, hervor. Mein Herz sprang in die Höhe und ich presste Legolas Hand zusammen. Die Wölfin hatte schneeweißes Fell, bis auf einen einzigen hellgrauen Fleck auf der Stirn, dessen Form an eine Schneeflocke erinnerte und sie knurrte bedrohlich.
    „Wer seid ihr und was wollt ihr so tief in diesen Höhlen“, knurrte sie auf Westron, aber mit einem Akzent den ich vorher noch gehört hatte.
    Xeon sah sie an und antwortete dann: „ Wir wollen uns diese Höhlen ansehen“.
    Ich meinte, das die Augen der Wölfin neugierig funkelten.
    Dann veränderte sich ihr aussehen. Das Fell verschwand, stattdessen trug die Wölfin Kleidung, ihre Hinterbeine wurden zu menschlichen Beinen. Ihre Vorderpfoten zu Händen und die Vorderbeine zu Armen. Ihre Ohren verschwanden und ihr Gesicht wurde zu einem menschlichen. Das Mädchen, das nun an ihrer Stelle stand erhob sich. Ihre Haare hatten einen silbrigen Glanz. Ihre Haut war einem Weiß sehr ähnlich. Die meerblauen Augen, die auch die Wölfin gehabt hatte, musterten uns neugierig. Sie trug einen dunkelblauen Kapuzenmantel und dazu einen hellblauen Gürtel und schwarze Stiefel, über ihrer Schulter lag ein Bogen aus hellem Holz, mit silbern glänzenden Schriftzügen einer fremdartigen Sprache darauf. Die Sehne des Bogens war kaum zu erkennen nur eine hauchdünne silbrige Spur zeigte das der Bogen überhaupt eine hatte. Natürlich hatte sie auch einen Köcher mit Pfeilen auf dem Rücken, er war weiß mit silbrigen Schneeflocken darauf und darin steckten Pfeile, die Befiederung jedes Pfeils war aus Adlerfedern und sie waren aus dem gleichen hellen Holz, wie der Bogen. In einer silbernen Dolchscheide an ihrem Gürtel, steckte ein Dolch mit einem schlichten Griff aus dunklem Holz. Sie musterte uns mit einer Mischung aus Neugierde und misstrauen. Doch nach kurzem zögern reichte sie uns die Hand.
    „Sniefur, Hautwechslerin“, stellte sie sich knapp vor, „ich kann euch die schönsten Plätze dieser Höhlen zeige, denn ich lebe hier schon relativ lange“.
    „Danke“, meinte ich erstaunt und Sniefur lächelte. Ihr Name klang ebenso fremdartig wie ihr Akzent.
    „Du bist nicht von hier oder?“, fragte Xeon.
    „Die Sprache der Wolfshautwechsler, also auch meine Sprache, wird nur an einem Ort gesprochen. Ich komme von einer Insel im Nordwesten Mittelerdes“, erklärte sie knapp, während sie ihre Haare zu einen Zopf zusammenband.
    „Kommt“, meinte sie dann und lief in einem schnellen Tempo voraus, wir beeilten uns hinterher zu kommen und nach einer Weile liefen wir hinterher, überall glitzerten tausende von Diamanten und Edelsteinen an den Wenden und im Gestein und die Höhlenwände schimmerten in blau und grün-tönen. Ein kleines plätschern von Wasser war zu hören, während Sniefur uns immer weiter in das innere der Höhle führte. Nach einer Weile packte ich wieder Legolas Hand und beobachtete sein Lächeln, als meine Hand in seiner lag.
    „Sniefur, sind Wölfe nicht eigentlich immer in Rudeln unterwegs?“, fragte Xeon sie währenddessen.
    Sniefur lenkte vom Thema weg: „Ich bin nicht hier um über mich zu sprechen, sondern über diese Höhlen“.
    Sie lief weiter vor und ich hielt es für schlauer nicht weiter nach zu fragen. Wir folgten Sniefur in eine Grotte mit einem riesigen unterirdischen See, der fast unnatürlich Türkis aussah, überall an den Höhlenwänden glitzerten die Edelsteine, aber hier gab es welche in allen Farben. Weiße Edelsteine, blaue rote und ein unterirdischer Wasserfall ergoss sich in den See. Durch die vielen Wasserspieglungen, wirkte selbst die Luft farbig.
    „Ich nenne diesen Teil der Höhle Regenbogengrotte“, erklärte Sniefur.
    „Das ist einzigartig“, murmelte Gimli und strich über die bunten Höhlenwände, als wären diese zerbrechlich wie Glas. Moira reagierte ähnlich, während ich einfach nur an den Regenbogenfarbigen Edelsteinen entlang blickte und staunte. Das einzige, was ich tat war mit offenem Mund da zu stehen und meinen Blick schweifen zu lassen.
    „Dieser Anblick, war all die Angst wert“!, meinte ich dann flüsternd zu Legolas, der daraufhin lächelte. „
    „Auch, dass du mir fast meine Hand abgequetscht hast“?, fragte er dann mit seinem typischen Anflug von Humor. Ich grinste ihn nur an, er sah mich einfach nur an.
    „Ich bin froh dass du bei mir bist Naira“, hauchte er dann und fügte noch hinzu, „ich würde dich jetzt Küssen“.
    Ich zuckte mit den Schultern und küsste ihn danach voller Leidenschaft und genoss, wie er den Kuss sanft erwiderte.
    „Seht doch! Ein Gefühlsausbruch von unserem süßen Pärchen“, bemerkte Moira trocken.
    „Barad naugol“!, warf Legolas ihr augenblicklich an den Kopf, worauf sie die Augen verdrehte und einen Satz auf zwergisch murmelte, was wiederum Gimli zum lachen brachte, der es Kiano ins Ohr flüsterte, der dann auch lachte und auch Sniefur grinste.
    Sniefur führte uns noch eine weile zu ein paar wunderschönen Plätzen, es gab eine Grotte die komplett in eine blaues Glitzern gehüllt war und auch eine, die fast wie pures Licht glitzerte. Eine weitere in grüntönen und mehrere mit einfarbigen Edelsteinen. Alles war einfach zu schön um war zu sein. Am Ende führte sie uns zum Ausgang.
    „Ich hatte lange nicht mehr so viel Spaß, wie mit euch“, meinte sie am Ende ihrer Führung, „wäre es vielleicht möglich, dass ich mich euch anschließen könnte“?
    Ich lächelte und blickte die anderen fragend an, Xeon nickte langsam, Legolas auch. Gimli grinste und nickte dabei und auch Moira wirkte einverstanden. Kiano lächelte nur zaghaft, aber schien auch nichts gegen die Wolfshautwechselerin zu haben.
    „Ja, komm gerne mit uns, du bist sehr willkommen“!, beantwortete ich darauf ihre Frage und sie lächelte.
    „Na dann“, sie wurde zu einer schneeweißen Wölfen und lief zu Isilhâd, die beiden schienen sich zu verstehen. Wir schlugen ein Lager in der halb zerstörten Festung auf und teilten Nachtwache ein. Die Nacht ging friedlich vorüber und am nächsten Tag waren wir in Begleitung von Sniefur auf dem Weg zum Fangorn-Wald.

    37
    Der Fangorn und seine Hüter


    Wir ritten gen Fangorn. Sniefur fegte in ihre Wolfsgestalt vorneweg. Dicht gefolgt von Xeon, der auf seinem Wolf Isilhâd saß. Moira saß auf ihrem Wildschwein und ritt eher gemächlich. Ich ritt auf Nachtschimmer, zusammen mit Kiano. Legolas ritt zusammen mit Gimli neben mir her und regte sich darüber auf, dass Legolas und ich mal wieder auf Elbisch miteinander sprachen.
    „Ich mag Wälder“, gab Sniefur fröhlich kund und Isilhâd brummte zustimmend.
    „Hmpff, geht“, meinte Gimli und fast meinte ich einen Hauch von Angst hinter seiner Missbilligung zu hören, aber vielleicht bildete ich mir das auch nur ein.
    „Höre ich da etwa Angst Herr Zwerg?“, fragte Legolas darauf auch schon.
    „Diese Bäume sind mir einfach nicht geheuer“, erklärte Gimli, „und die Ents erst“!
    „Was sind Ents?“, wollte Kiano sofort wissen.
    „Du kannst sie dir vorstellen wie Bäume, die aber laufen können, also Arme und Beine haben, sprechen können und auch Gesichter besitzen. Sie beschützen die Bäume des Fangorn“, erläuterte Legolas.
    „Wenn wir so welchen begegnen, wird das ein echt spannender Ausflug“, Kiano war die Aufregung deutlich anzuhören.
    „Der Meinung bin ich auch“, hörte ich Sniefur voller wilder Erregung in ihrer Stimme.
    „Ich werde mir jeden einzelnen Baum ansehen“, hauchte Legolas.
    „Nur damit du das weißt“, brummte Gimli ihm zu, „ich mache das ausschließlich wegen unserer Abmachung“.
    Das brachte Legolas zum Lächeln und er murmelte: „Ich weiß mein Freund, ich weiß“.
    Bei den Wort „Freund“, schlich sich ein gutmütiges Lächeln auf Gimlis Gesicht, er sagte aber weiter nichts. Doch konnte auch ein Blinder erkennen, wie stark die Freundschaft der beiden in der langen Zeit seit dem Ringrat, wo sie noch lauthals miteinander gestritten hatte, geworden war.

    Als der Himmel sich langsam rot färbte, ragte der Fangorn am Horizont auf und er war riesig. Nicht ganz so groß, wie der Düsterwald, aber doch von beachtlicher Größe und die Blätter der Bäume leuchteten fast, von so einem satten grün waren sie. Legolas lächelte, als er den Wald sah.
    „Gegen den goldenen Wald ist das hier langweilig“, grummelte Gimli vor sich hin.
    „Der goldene Wald mag einer der schönsten Wälder Ardas sein Gimli“, sagte Legolas zu ihm, „aber seine Bäume haben weniger Tage gesehen, als die des Fangorns“.
    „Was soll an einem alten Wald, denn schon interessant sein“, fragte Moira.
    „Diese Bäume haben Geschichten zu erzählen“, erklärte Legolas, während wir näher kamen, „Geschichten aus Zeiten, die auch ich nicht kenne“.
    „Ich bin ja echt gespannt auf diesen Wald“, meinte ich zu ihm, „aber trotzdem glaube ich, das es klüger wäre, jetzt ein Nachtlager zu errichten und dann morgen zu Fuß den Wald zu erkunden“.
    Xeon nickte: „Ich würde den Wald auch am liebsten sofort ansehen, aber ein wenig Schlaf kann uns allen wohl kaum schaden“.

    In wenigen Augenblicken hatten wir mit ein paar geübten Handgriffen unser Lager errichtet. Es brauchte auch nicht lange und wir hatten eine Wachschicht für die Nacht eingeteilt. Ich brauchte lange um einzuschlafen, aber ich wusste nicht woran das lag, ich fühlte mich vollkommen sicher in meiner Umgebung. Alles war ruhig und die Sterne funkelten wie immer wunderschön am Himmel. Als ich dann schließlich doch einschlief sah ich mal wieder Galadriel vor mir. Sie stand mit Lith in einem Flett, die beiden schienen zu diskutieren. Worum es ging konnte ich nicht verstehen. Dann wurde es plötzlich deutlicher.
    „Wieso verheimlichst du ständig irgendwelche Dinge?“, hörte ich Lith fragen, „sag mir endlich was los ist. Der eine Ring wurde doch zerstört oder etwa nicht?“.
    „Mittelerde ist aber noch nicht frei von bösem“, murmelte Galadriel.
    „Rede endlich Klartext“, verlangte Lith, „was ist das Böse“.
    „Das wird sich zeigen“, flüsterte Galadriel.
    Lith sah ihre Mutter mit zusammengekniffenen Augen an: „Du weißt mehr!“.
    Galadriel seufzte und wollte gerade zu einer Erklärung ansetzen. Da sah ich einen Ausdruck der Verwirrung auf ihrem Gesicht, sie schaute fiel ihr Blick auf Lith, ihr Blick schien die Augen ihrer Tochter zu durchbohren. Dann schien sie mich direkt anzusehen und schlagartig war der Traum verschwunden.
    „Barad“, fluchte ich, ich war so kurz davor gewesen mehr zu erfahren, aber Galadriel hatte etwas gemerkt.
    Ich setzte mich auf und sah der Sonne beim aufgehen zu.
    „Guten Morgen Arien“, flüsterte ich.
    Die anderen hatten Feuer gemacht und machten darüber Haferbrei. Ich ging zu ihnen hinüber, das Lager war schon fast wieder weg und ich packte die letzten Dinge zusammen, während die anderen sich ums Frühstück kümmerten. Beim Frühstück hatten wir eine Karte vom Fangorn in unserer Mitte ausgebreitet und planten unseren Weg, wir wollten eine kleine Runde durch den ältesten Teil des Waldes machen. Es würden den Wald gegen Sonnenuntergang wieder verlassen.

    Dann war es endlich soweit und wir wanderten in den Wald, nach einiger Zeit hatten die Bäume den Ausgang schon komplett verschluckt und nur leichtes Tageslicht drang durch das dichte Blätterdach. Ich wollte durch die Bäume tanzen so wild, wie die kleine Elbin die mit zerzausten Haaren durch den Düsterwald geeilt war, unbekümmert, unbesorgt. Die Erinnerung daran jagte Glücksgefühle durch meinen Körper. Ich hörten dem leisen flüstern der Bäume zu, wie sie miteinander tuschelten und sich fast über uns aufregten. Ich sah Legolas, der jeden einzelnen Baum bewunderte und grinste, als ich Gimlis ängstlichen Blick sah. Mein Blick schweifte über Moiras neutralen Blick und Kianos neugierigen.
    Das flüstern der Bäume nahm zu je tiefer wir in den Wald gingen. Dann bewegte sich einer der Bäume, es war ein junger Ent der uns neugierig musterte.
    „Was sucht ihr so tief in diesem Wald und was sollen die Äxte“, er starrte Gimli und Moira mit unverholenem Misstrauen an und er sprach langsam. In seiner Stimme lag viel Misstrauen, aber auch ein Hauch von Neugier.
    „Wir sind nur hier um zu erforschen“, meinte Legolas, „wir erforschen die Wunder dieses Waldes“.
    „Und die Äxte sind nur für Orks“, ergänzte Moira vorsichtig.
    „Hum, wir würden uns wohler fühlen, wenn ihr die Äxte ab jetzt ablegt“, der Ent der dieses mal gesprochen hatte sprach noch ein ganzes Stück langsamer als der erste und schien älter zu sein.
    Er sah auf Xeon, Legolas und mich: „Elben und Bäume sind Freunde, aber könnt ihr für eure Freunde bürgen“?
    „Das können wir“, meinte ich, „sie werden ihre Äxte kein einziges mal in diesem Wald schwingen“.
    „Nagut“, willigte der Ent langsam ein, „ich bin Baumbart, hum, und er hastige Ent ist Flinkbaum, er, hum, wird euch beide begleiten, um festzustellen, ob es auch stimmt, was ihr sagt“.
    Flinkbaum nickte und kam hinter uns her. Er schien nicht ganz so schwerfällig wie der andere Ent und konnte unserem Tempo ganz gut folgen. Wir alle bewunderten den Wald auf unsere eigene Weise. Gimli und Moira schauten nur ab und zu mal, wenn die Bäume besonders alt und mystisch aussahen. Legolas sah jeden Baum an, als wäre jeder ein wunderschönes Kunstwerk. Xeon blickte sich mit Begeisterung um und ich lies mich von meinen Sinnen trage. Ich hörte das Geflüster der Bäume, schmeckte den Wald auf meiner Zunge, befühlte die raue Rinde und das feuchte Moos der Bäume, roch den Geruch von nassem Moos und uralten Bäumen und sah die Baumkronen mit den satten dunkelgrünen Blättern. Ich überließ meinen Gedanken die Kontrolle und sie brachten mich in meine Vergangenheit in den Düsterwald.

    Eine junge Elbin rannte ungestüm durch das Unterholz
    „Ich töte dich du Ork“, murmelte sie und machte mit ihren Zwillingsklingen einem unsichtbaren Ork den gar aus, bevor sie diese wieder an ihren Gürtel steckte.
    „He, nin sell, hatte ich dir nicht gesagt, das solche Klingen kein Spielzeug sind“, hörte sie da die Stimme ihres Vaters, der kurz darauf aus den Bäumen vor sie. Schuldbewusst schaute Naira zu ihrem Vater hoch.
    „Ja Ada“, murmelte sie dann und drohte unter dem Blick ihres Vaters zu zerbrechen.
    Er gab ihr zwei hölzerne Schoner, die sie über ihre Klingen Stülpen konnte und murmelte ihr dann sanft ins Ohr: „Die hast du vergessen“.
    Naira kicherte befreit und stülpte die Schoner über ihre Klingen. Aus dem Augenwinkel bemerkte sie eine Bewegung ihres Vaters. Er brachte seine eigene ebenfalls geschonte Klinge in ihre Richtung, im letzten Moment zog sie ihre eigene gegen seine und federte voran um anzugreifen. Nach einer weile hatte ihr Vater sie entwaffnet. Frustriert schrie Naira auf, die Stellen, wo ihr Vater sie mit seinen Klingen getroffen hatte schmerzten.
    „Das war doch gar nicht mal so schlecht nin sell“, lobte ihr Vater. Stolz steig in ihr auf und sie grinste und rannte dann wieder los.

    Ich kehrte aus meiner Erinnerung zurück und seufzte, wie sehr wünschte ich mir die Zeit der Unbeschwertheit zurück. In der ich einfach nur ich sein durfte, in der ich die Bürde meines Schicksals noch nicht gekannt hatte.
    Ein Arm legte sich auf meine Schulter.
    Legolas lächelte mich an: „Aufhören“!, befahl er.
    Ich sah in fragend an und er wiederholte: „Aufhören“!
    „Womit“?
    „Dir ständig über irgendetwas Sorgen zu machen“:
    Ich nickte nur und der Rest des Tages war relativ sorgenfrei, ich schwelgte in weiteren Kindheitserinnerungen und genoss den Schatten des Waldes. Gegen Nachmittag machten wir eine Pause und Picknickten im Wald.
    „Ich hätte nicht gedacht, das es so gut wird“, gab Gimli zu und sogar Moira stimmte zu. Nach dem Picknick machten wir uns auf den Rückweg. Als wir wieder bei unseren Tieren ankamen ging die Sonne gerade unter, wir errichteten erneut das Lager.
    „Morgen geht es nach Edoras“, erklärte Legolas Sniefur, „wir sind zur Krönung des neuen Königs dort.
    „Ich werde mich benehmen können“, meinte sie, aber ihre Augen funkelten wild, „allerdings weiß ich nicht ob ich mich zurückhalten kann ein paar Leute zu erschrecken“.
    Ich versuchte sie mit einem strengen Blick anzusehen, doch das schien allem Anschein nach, so bescheuert auszusehen, das alle anfingen zu lachen. Nachdem wir alle gelacht hatten zogen wir uns jeweils zurück und ich schlief nach einiger Zeit ein.




    38
    Krönungsfeier

    „Naira, jetzt wach doch endlich auf, du Schlafmütze“, vor mir stand eine wütende Moira. Vollkommen überrumpelt stand ich auf und packte meine Sachen.
    „Du hast echt lang geschlafen“, brummte Gimli mürrisch.
    Als ich fertig mit packen war ritten wir schon los und ich frühstückte nur ein kleinen bissen Lembas auf Nachtschimmers rücken.
    „Es wird sowieso noch genug zu Essen bei der Krönung geben“, meinte Moira und wirkte dabei überglücklich.
    „Und Bier“, bekräftigte Gimli, „bis zum umkippen“!
    Dabei zwinkerte er Legolas zu, der dann seine Augen verdrehte.

    Als wir in Edoras ankamen herrschte sehr reges treiben und mittendrin ein überforderter Eomer, der wild Leute herumkommandierte.
    „Diese Bank muss dahin. Nein! Nicht da! Da!“.
    „Naira“, als nächstes fiel mir meine Schwester um den Hals, „ich dachte schon ihr kommt nicht mehr“.
    Sie lächelte: „Du hast mir gefehlt“!
    Ich grinste zurück: „Du mir auch nin nething. Glaube mir, du hättest mitkommen sollen“!
    „Oh ich habe auch viel erlebt in Minas Tirith“, gab Zaida lächelnd zurück.
    Dann wendete sie sich dem Rest von uns zu und begrüßte Legolas, Xeon, Moira und Gimli. Dann bemerkte sie Sniefur, die gerade in ihrer menschlichen Gestalt war und Kiano, der sich an Gimli drückte.
    „Und wer seid ihr“?
    „Ich bin Sniefur, eine Wolfshautwechslerin“, erklärte Sniefur und verwandelte sich, um es zu demonstrieren.
    „Cool“, befand Zaida, dann blickte sie zu Kiano, „und du“?
    „Kiano“, sagte er freundlich.
    „Okay, Eowyn“!, rief Zaida und sie tauchte aus der Menge auf hinter ihr lief Faramir.
    „Hallo“, begrüßte sie uns allesamt und es folgte eine erneute Vorstellung von Sniefur und Kiano.
    „Eomer hat mir leider einen öden Job gegeben. Zimmer Aufteilung“, meinte sie resigniert und blickte auf eine Liste in ihrer Hand.
    „Ach, die Zimmer sind übrigens nummeriert“, sie vertiefte sich wieder in die Liste, dann hob sie den Kopf.
    „Naira Zimmer 11, Legolas Zimmer 12, Gimli 13, Moira 14., Xeon 15, Ähm Sniefur und Kiano ihr könnt die Zimmer 19 und 20 haben“.
    „Ich bringe euch hin“, bot Zaida an, „ich habe übrigens Zimmer 10, Enja 9, Aragorn und Arwen haben 8, Rowan ist mit Merry und Pippin in Zimmer 7 untergebracht, Frodo und Sam haben Zimmer 6 und Gandalf 5 und in Zimmer 4 wartet jemand auf euch beide Legolas und Naira“, sie lächelte geheimnisvoll, als sie uns zu den Zimmern führte.

    Ich ging zur Nummer 11 und packte schnell meine Sachen aus, dann lief ich zu Zimmer 4 herunter. Legolas hatte dort auf mich gewartet und nun klopfte er.
    „Herein“, hörte ich eine vertraute Stimme und stürmte ins Zimmer, auf dem Bett saß Tauriel, die sich erhob, als sie mich kommen sah und dann in eine stürmische Umarmung schloss.
    „Naira, Legolas, wie schön es ist euch endlich wieder zu sehen“, sie lächelte uns beide strahlend an und ging dann zu Legolas, um ihn ebenfalls zu umarmen.
    „Ich wollte euch beide endlich mal sehen und dann hat Thranduil mir angeboten Eomers Krönung beizuwohnen und ich habe angenommen. Ich habe gehört ihr seid ein jetzt ein Paar. Stimmt es“!
    „Womöglich“, meinte Legolas grinsend.
    „Na dann Glückwunsch“, sagte sie und umarmte uns beide ein weiteres mal.
    Mir flüsterte sie dabei ins Ohr: „Komm gleich noch einmal vorbei, dann machen wir uns gemeinsam für die Feier hübsch. Das Legolas auch ordentlich mit dir tanzt“.
    Ich grinste sie an und nickte unauffällig.
    Als wir aus Tauriels Zimmer kamen überrumpelte uns eine lächelnde Enja.
    „Na“, sagte sie.
    „Hey“, gab ich zurück.
    „Ratet mal wer den König von Gondor im Schwertkampf besiegt hat“?, befahl sie uns dann.
    „Du, denke ich jetzt mal“, erklärte ich ihr.
    „Genau“, Enja strahlte, „ich war schon immer besser als er, er hat es nur nie zugegeben,
    jetzt haben Eowyn und Faramir zugeschaut und er kann es nicht mehr abstreiten“!
    Aragorn kam dazu: „Das war aber sehr knapp Enja“.
    Diese sah ihren Bruder an: „Ach, ja“.
    „Ziemlich knapp“, meinte dieser, „musst du eigentlich über all erzählen, das du deinen großen Bruder besiegt hast“.
    „Oh ja“, gab Enja mit glänzenden Augen zurück und Aragorn seufzte resigniert und ging kopfschüttelnd weiter.

    Legolas und ich halfen nun beim Aufbau und ließen uns von Eomer herumkommandieren. Wir trugen gerade eine der schweren Bänke durch die Gegend, da trat Gandalf zu uns.
    „Einen talentierten jungen Mann habt ihr da mitgebracht“, meinte er, „der junge Zauberer war bei mir“.
    „Kannst du ihm helfen“?, fragte ich.
    Gandalf nickte nachdenklich: „Seine Gabe kommt auch nicht von Saruman. Ich frage mich nur…“.
    „Was“?
    „Wieso er gerade jetzt auftaucht, wo alles vorbei ist..Jeder Istari hat eine Aufgabe zu erfüllen. Ich frage mich, was seine ist“, erklärte Gandalf, „ich werde seine Kräfte bilden. Du musst jemanden finden der ihn das Kämpfen lehrt, wenn er das möchte“.
    „Ich habe jemanden“, erklärte ich, „ehrlich gesagt zwei..Legolas wird ihn gemeinsam mit Gimli ausbilden“.
    Legolas neben mir sah mich intensiv an und wollte gerade etwas einwerfen, da kam Gandalf ihm schon dazwischen: „Das ist keine schlechte Idee“.
    „Nagut“, stimmte Legolas zu, „aber du gehst zum Zwerg Naira und erklärst es ihm, ich habe keine Lust mich mit Flüchen auf zwergisch überschütten zu lassen“!
    „Gimli mag Kiano doch“!, warf ich ein, „er wird nichts dagegen haben“.
    Legolas zuckte die Schultern: „Wenn du meinst“.
    Wir trugen die Bank an den richtigen Ort und Gandalf verschwand wieder in der Menge. Im nächsten Augenblick stand Gimli neben uns und wendete sich an mich: „Ich soll also zusammen mit dem Elben den Zauberer ausbilden, im Kampf“?
    „Ja, das wäre gut“, ich sah Gimli freundlich an.
    Dieser zuckte einfach mit den Schultern: „Warum denn nicht“!
    Ich seufzte erleichtert: „Danke“!
    Gimli stapfte direkt wieder davon und ließ Legolas und mich wieder alleine.
    „Wir sollten uns für die Feier bereit machen“, meinte Legolas.
    Ich nickte und lief schnell in die Richtung von Tauriels Zimmer.

    Ich klopfte an und Tauriel öffnete die Tür, sie lächelte und winkte mich sofort herein. Hinter uns schloss sie die Tür sorgfältig ab.
    Dann drehte sie sich zu mir um: „Ich habe dir ein neues Kleid mitgebracht“.
    „Tauriel, wieso schenkst du mir bloß immer Kleider“.
    Sie lächelte: „Ja das scheint zur Angewohnheit geworden sein, aber dieses Kleid hat so verdammt gut zu dir gepasst“.
    Damit nahm sie ein Kleid aus ihrem Schrank und hielt es mir hin, als ich es sah verschlug es mir den Atem. Der Bereich Oberhalb von der Taille schien komplett aus herbstlich bunten Blättern zu bestehen und das Kleid besaß nur zwei kleine Träger aus rotem Samt. Außerdem ein Band für eine seitliche Schleife um die Taille, welches aus gelber Seide bestand. Der Bereich unterhalb von der Taille war es aber, der das ganze komplett machte. Rote, gelbe und orangene Seide waren so angeordnet, das es aussah als züngelten tausend kleine Flammen an dem Kleid herunter. Das Kleid musste ungefähr zum Boden herunter reichen und außerdem besaß es noch eine seidige Schleppe die ebenso auch so aussah als würden Seideflammen darüber züngeln.
    „Das“, hauchte ich, „ist atemberaubend. Nimm du es Tauriel…“.
    „Sag mal bist du eigentlich bescheuert“?, fragte sie darauf auf elbisch und drückte mir das Kleid in die Hand.
    „Meine roten Haare passen zu sehr zu dem Kleid“, meinte sie, „zu viel Ton in Ton, ich habe ein viel besseres“.
    Sie zog grinsend ein weiteres Kleid aus dem Schrank und es stand dem ersten in nichts nach, die dünnen Träger bestanden hier aus dunkelgrünem Samt. Der obere teil von Tauriels Kleid schien ebenso wie bei meinem Kleid komplett aus Blättern zu bestehen. Nur, das ihre in den sommerlichsten grüntönen leuchteten . Auch bei ihr konnte man eine seitliche Schleife um die Taille machen, mit Hilfe eines hellgrünen Seidebands. Der untere Teil ihres Kleides bestand komplett aus dunkelgrüner Seide und vereinzelte Blüten saßen darauf. Blüten in allen Farben, die es gab. Blau, lila, gelb, rot, der untere Teil ihres Kleids, glich einer farbenfrohen Blumenwiese. Allerdings waren die Blüten nicht ganz so viele Blüten, wie es auf einer Blumenwiese gegeben hätte, sondern ein paar weniger. Eine dunkelgrüne Schleppe machte alles komplett.
    „Das ist ebenso atemberaubend“, ich konnte mich nicht satt sehen.
    „Lass uns die Kleider anziehen“, sagte Tauriel und fing an sich umzuziehen, auch ich machte mich daran und schließlich standen wir in unseren Kleidern voreinander.
    Wir stellten uns vor den Spiegel und machten uns gegenseitig Komplimente, bevor wir weiter machten.
    „Schmuck, kommt als nächstes dran“, entschied Tauriel und holte einen Kasten hervor.
    Ich behielt Legolas Kette, denn Tauriel befand, das sie sehr gut zum Kleid passte, dazu entschied ich mich schlichte Ohrstecker zu tragen, die, die Form eines Blattes hatten, welches herbstlich gefärbt war, der Rest der Stecker war golden. Tauriel hatte sich für die gleichen, nur mit sommerlichen Farben entschieden und trug eine silberne Kette mit einer weißen Blüte als Anhänger, in deren Mitte ein Kristall glitzerte.
    „Jetzt sollte wir unsere Haare noch gegenseitig frisieren“, meinte ich.
    Tauriel nickte und ich durfte zuerst, als Tauriel mit meinen Haaren fertig war, gingen von den Seiten zwei geflochtene Zöpfe in die Mitte und trafen sich dort in einer Art geflochtenem Feuer aus drei Flammen bestehend. In jede Flamme hatte Tauriel einen Edelstein gesteckt, einer rot, der zweite orange und der dritte gelb. Dann wendete ich meine ganze Flechtkunst darauf an, vier geflochtene Strähnen bei Tauriel gleichzeitig in die Mitte zu bringen um sie dort in eine große Blume zu flechten, in die ich noch viele kleine Blüten hinein steckte.
    „Jetzt sind wir sowasvon bereit für diese Feier, unser Aussehen wird alle Männer innerhalb von Sekunden umhauen“, rief Tauriel begeistert.
    Dann gab sie mir noch schlicht rote Sandalen und zog sich welche in dunkelgrün an und wir verließen das Zimmer. Danach machten wir uns schnell auf den Weg in die goldene Halle, wo sich gerade alle versammelten, um der Krönungszeremonie zu lauschen.

    Ich ließ meinen Blick suchend durch die Halle schweifen, bis ich Legolas entdeckte. Neben ihm entdeckte ich auch die anderen und bahnte mir einen Weg durch die Menge zu ihnen. Ich erkannte sie alle fast gar nicht, bis auf die 5 Hobbits, Kiano, Gimli und Moira, die alle ziemlich normal gekleidet waren. Legolas starrte mich zehn Sekunden einfach nur fassungslos an bevor er auf elbisch murmelte: „Du bist das allerschönste, was ich in meinem Leben gesehen habe“, und mich sanft in seine Arme schloss. Er selbst hatte sich diesmal für ein dunkelgrünes Gewand entschieden, silberne Muster verliefen darüber und vereinzelte sommerlich zartgrüne Blätter waren daran festgemacht. Dazu hatte er dunkelbraune Stiefel an, die ebenfalls mit silbernen Mustern darauf waren. Seine Haare hatten zwei kleine seitliche geflochtene Zöpfe und mittig ein etwas größerer von beiden Seiten geflochtener Zopf, in jedem der Drei Zöpfe waren Lianen mit eingeflochten.
    Ich grinste ihn an: „Danke, aber du hast dir aber auch viel Mühe gegeben“.
    Xeons Gewandt war dem von Legolas recht ähnlich, nur hatte er keine Blätter darauf sondern Blumen, satt Blätter und in seine Flechtfrisur waren ebenfalls Blüten mit eingeflochten. Gerade beobachtete ich mitleidig, wie er versuchte mit Tauriel zu flirten, diese ihn aber einfach abblitzen ließ. Ich sah Legolas fragend an und er flüsterte: „ Lange Geschichte, mit tragischem Ende. Frag sie, wenn du mehr wissen willst. Es ist nicht meine Aufgabe, es dir zu erklären“.
    Xeon versuchte sein Glück nun bei Sniefur, was nicht ganz so erfolglos war, wie ich gedacht hatte. Sniefur ging auf seine Annäherungsversuche ein und flirtete sogar ein wenig zurück, am Ende gingen die beiden Hand in Hand. Sniefur hatte sich bei ihrem Outfit allerdings auch viel Mühe gegeben. Ihr silberweißes Haar trug sie offen und hatte sich silberne Schneeflockenohrringe angezogen. Dazu trug sie ein wunderschönes, weißes und eng anliegendes Kleid, auf dem unzählige silbern, glitzernde Schneeflocken zu erkennen waren. Das Kleid verlieh Sniefur etwas elegantes, wildes und leicht kühles.
    „Ich hätte nicht gedacht das Sniefur Leute so an sich heranlässt“, flüsterte Zaida mir zu, die ebenfalls großartig Aussah. Allerdings etwas schlichter, ein Kleid aus leichtem Stoff, es war ziemlich weit und die Ärmel liefen spitz zu, unten lief das Kleid ebenfalls in Zacken aus und ging nicht llänger als etwas über Knielänge. Das Kleid war von einem Nachthimmelblau und war mit unzähligen weißen Edelsteinen besetzt, sodass es aussah, wie ein Sternenhimmel. Ihre pechschwarzen Haare hatte Zaida offen gelassen, allerdings irgendwie weiße Edelsteine darin festgemacht, sodass es ihrem Kleid glich.
    „Ich dachte auch, sie wäre eher, die „einsame Wölfin“, aber ich habe mich wohl geirrt“, meinte ich zu ihr.
    „Tja, so kann man sich irren“, erklärte Enja und trat neben Zaida. Ihr Kleid war ähnlich wie Enjas konzipiert, jedenfalls von der Länge her, es war ebenfalls weit und hatte spitz zulaufende Ärmel. Jedoch bestand es aus Meerblauer Seide. In ihren Haaren war ein einziges meerblaues Seidenband festgemacht, sonst hatte Enja nichts getan.
    Plötzlich verstummten alle Gespräche im Raum und ein Weg zum Thron wurde freigemacht. Dort stand Eowyn mit einem Kissen auf dem die Krone lag und Aragorn, der Eomer dann krönen würde. Als d er Weg zum Thron frei war schritt Eomer durch den Eingang der goldenen Halle in Richtung des Throns. Vor dem Thron neigte er den Kopf und Aragorn krönte ihn, danach klatschten alle. Eomer wirkte wie der glücklichste Mensch aller Zeiten und eröffnete das Party Buffet. Nach dem ich etwa gegessen hatte wurde ich schon von Legolas auf die Tanzfläche gezogen. Nachdem wir zehn Stücke getanzt hatten gingen wir zu den anderen.
    „Legolas ich möchte wieder ein Trinkspiel gegen dich machen“, forderte Gimli, „ich habe noch keine Revanche gehabt“.
    Legolas verdrehte die Augen: „Gimli…“
    „Komm schon“, bat Gimli, „oder hast du Angst“?
    „Dann bist du für den Rest des Abends weg“, argumentierte Legolas.
    „Wer sagt denn, das ich verliere“?, hielt Gimli dagegen.
    Legolas seufzte: „Zum Teufel mit den Zwergen und ihrer Halsstarrigkeit“.
    Die beiden wollte gerade anfangen, da tönte ein lautes Hornsignal durch ganz Edoras.
    Ein Bote kam hereingestürmt: „Eine Orkarmee, sie stürmt auf Edoras zu, ohne Halt“!
    Abrupt war Stille im Saal eingebrochen, ängstliches Schweigen breitete sich aus.
    „Wie viele“, fragte Eomer ernst alles Lächeln aus seinem Gesicht gewischt.
    „20.000 oder mehr, sie marschieren genau auf uns zu"!

    39
    Die Schlacht von Edoras


    „Verrammelt das Tor“!, befahl Eomer, „und bewaffnet jeden, der kämpfen kann. Die Frauen und Kinder bringt ihr in Halle“!
    „Das ist unmöglich, der eine Ring wurde zerstört und mit ihm auch Sauron und die meisten Orks“, murmelte Aragorn.
    „Trotzdem stehen da eine Armee von Orks vor Edoras“!, sagte ich.
    Ausgerüstete Männer rannten Richtung Tor und Frauen stürmten in die Halle.
    Ich rannte in die Richtung von meinem Zimmer, dort entledigte ich mich des Kleides und rüstete mich. Ich zog die ledernen Arm- und Beinschützer über und legte mir meine gute Lederrüstung an, dann stürmte ich Richtung Tor.
    „Naira“, es war Galadriel, sie stand vor mir und schaute mich mit ihrem durchdringenden Blick an.
    „Galadriel“, ich sah sie verwundert an, sie bedachte mich mit ihrem wissende Blick.
    „Du wusstest, das es passiert“, kam mir dann siedend heiß die Eingebung.
    „Eine Vorahnung“, murmelte Galadriel, „Saurons Körper war ein Gefängnis. Durch seine Zerstörung, konnte der Gefangene freikommen. Er beherrscht die Orks jetzt und hat Mächte, über dessen Ausmaß, selbst ich nicht weiß, wie groß es ist“.
    Als sie das sagte beschlich mich schon ein seltsames Gefühl.
    „Naira, sag hast du schon mal von den Morneldar gehört“?, fragte Galadriel.
    Der Name lies einen Schauder über meinen Rücken jagen und doch hatte ich ihn vorher noch nie gehört, deshalb schüttelte ich den Kopf.
    „Dachte ich mir“, Galadriel blieb erstaunlich ruhig, „ Morneldar sind finstere Gestalten. Sie haben das Ziel Mittelerde in Dunkelheit zu stürzen, mittlerweile gibt es nur noch vereinzelt welche von ihrer Art, doch jetzt ist ihr Anführer zurückgekehrt. Der erste und mächtigste Morneldar, sein Name ist Lumind, er ist jetzt unser größter Feind. Es ist dein Schicksal ihn zu vernichten. Das sollte dir helfen“!
    Als nächstes sah ich nur noch ihr Haar zwischen der Menschenmenge verschwinden. Ich begann jetzt erst richtig zu begreifen, was los war. Wir waren von einem, in den nächsten Krieg gerutscht.
    „Eowyn, was denkst du hier draußen zu tun“, hörte ich Eomers Stimme.
    Ich war zum Tor gekommen, es war kurz vor dem zerbersten.
    „Für Rohan kämpfen“!, hörte ich Eowyn ihrem Bruder entgegnen rufen.
    „Hört auf zu diskutieren“, unterbrach ich die beiden rasch und ehe Eomer sich versah hatte ich Eowyn mit mir in die Menge gezogen.
    „Bögen aufs Tor richten“, hörte ich Eomer angespannt rufen.
    Im ersten Moment zielte ich noch aufs Tor und im nächsten Moment wurde Edoras von Orks überflutet.
    „Schützt die Halle“, brüllte Eomer.
    Dann wurde er auch schon von einem Ork niedergerungen.
    Ich ließ mich nicht mehr ablenken und kletterte stattdessen auf das Dach der goldenen Halle, von dort aus ließ sich gut schießen und ich hatte einen Überblick. Ein Ring aus Menschen hatte sich um die Halle gebildet und hielten die Orks nur schwach auf Abstand.
    „Naira“, Zaida kam aufs Dach, dicht gefolgt von Enja, Legolas, Xeon und Rowan.
    Ich lächelte sie an: „Ich glaube ich war noch nie so glücklich eure Gesichter zu sehen“.
    Viel zu schnell wieder ernst: „Sie können die goldene Halle nicht halten.“
    „Ich weiß“, murmelte Legolas und seufzte, „deswegen sind wir hier, wir müssen Leibgarde spielen. Die Frauen müssen aus Edoras hinaus. Wir haben den Auftrag von Eomer erhalten, der Rest der Garde wartet unten“!
    Ich nickte und kam nach unten, vor dem Tor der Halle warteten Moira, Gimli, Aragorn, Sniefur und Kiano und Gandalf, außerdem Frodo, Sam, Merry und Pippin. Kiano drückte seine rechte Hand gegen sein linkes Handgelenk. Gandalf redete die ganze Zeit auf ihn ein und schien ihm etwas zu erklären, während er seine Kraft nutzte und Orks, die versuchten der Halle von dieser Seite nahe zu kommen mit Hilfe einer Barriere, die er wahrscheinlich mit Hilfe der Luftströmung gebildet hatte zurückschleuderte. Sniefur sah Kiano mit einem Misstrauen im Blick an, das komplett neu war. Moira tippte Kiano auf die Schulter, als wir uns unten zu ihnen durchkämpften. Er nickte und er schleuderte uns eine Schneise, mithilfe seiner Kräfte. Wir rannten zu ihnen und brachten uns so hinter Kianos Barriere in Sicherheit.
    „Ich weiß nicht, wie lange ich es noch halten kann“, murmelte er zwischen zusammengebissenen Zähnen hindurch.
    „Du musst uns helfen einen Weg durch die Orks freizumachen, damit wir rauskommen“, erklärte ich ihm.
    „Gut“, murmelte er und sah Gandalf fragend an, der ihm darauf etwas zuflüsterte.
    Kiano nickte: „Das kann ich schaffen“!
    „Gut“, ich entriegelte das Tor und rief: „Öffnet, wir bringen euch hier heraus“.
    „Wer seid ihr“?, hörte ich eine misstrauische Frauenstimme aus dem inneren der Halle, „ich bin Naira, meine Freunde und ich handeln auf Befehl von Eomer“!
    „Ein Rumpeln erklang und das Tor öffnete sich langsam, eine verängstigte Frau trat heraus, ein schreiendes Baby eng an ihre Brust gepresst: „Wie wollt ihr das schaffen“?
    Ich deutete auf Kiano: „ Er wird uns helfen, zusammen mit Gandalf. So werden wir es schaffen und außerdem ist es eure einzige Hoffnung auf Überleben“.
    Langsam nickte die Frau, hinter ihr schritt eine andere Gestalt durchs Tor, diesmal kein Mensch, sondern eine Elbin. Ihre blauen Augen wanderten über unsere kleine Gruppe, während sie Zwillingsklingen hervor zog.
    „Ihr werdet Hilfe gebrauchen“, sie lächelte uns an.
    „Lith“?, fragte ich ungläubig, doch eigentlich gab es kein Zweifel, denn sie war es eindeutig.
    Gandalf sah sie aus zusammengekniffenen Augen an: „Du hier“?
    Sie nickte: „Ja, ich bin es. Nana hat mich mit auf diese Krönung genommen.
    Ich denke letztendlich bin ich ganz glücklich, dass ich mitgekommen bin, es war meine Hoffnung, dich mal nicht im Traum zu sehen“, die letzten Worte hatte sie an mich gerichtet.
    Gandalf nickte langsam, doch dann schien es ihn auch nicht weiter zu stören und er wendete sich wieder Kiano zu.
    Ich antwortete Lith: „Ja wir können im Moment jede Hilfe gebrauchen, die wir kriegen können“.
    „Das wollte ich hören“, sie stellte sich neben uns, ihre Klingen bereit, um jederzeit anzugreifen. Kiano weitete seine Barriere immer mehr aus, während sie sich mit Frauen und Kinder aus der Halle füllte.
    „Sind alle draußen“?, fragte Aragorn von vorne.
    Er bildete die Vorhut zusammen mit Kiano, Gimli und Gandalf, etwas weiter hinter den beiden waren Sniefur und Xeon postiert, die Mitte flankierte ich zusammen mit Lith und Legolas. Hinter uns kamen Moira und Rowan und noch etwas weiter dahinter schützten Enja und Zaida.
    „Ja“, antwortete eine Stimme von ganz hinten Aragorn, es war Pippin, der mit Merry, Frodo und Sam das Schlusslicht bildete.
    „Kiano, los“!, hörte ich Gandalfs Anweisung und er brachte das Schild in Bewegung.
    So bewegten wir uns langsam durch die Orks, wir waren fast aus Edoras draußen, als Kiano brüllte: „Ich kann das Schild nicht länger halten, es bricht“!
    Kaum hatte er das gesagt spürte man auch schon, wie sich der Luftwiderstand gegen die Orks löste.
    „Ruhe bewahren“, befahl Aragorn, „bleibt alle ganz ruhig, wir bringen euch sicher hier hinaus“.
    Ich hatte meine Messer meinen Bogen gezogen und schützte so die Menge, während wir weiter Richtung Ausgang hasteten.
    „Wir werden den Schutz nicht lange halten können“, murmelte Lith mir ins Ohr, „kannst du nicht irgendwas mit deiner Schwester. Nana sagte so etwas…“.
    „Schon“, gab ich ihr recht, „aber es passiert nie, wenn wir es wollen, eher zufällig“.
    „Ach, Barad“, schimpfte sie, während sie gleichzeitig eine ihrer Klingen einem Ork entgegen rammte.
    „Das brauchst du mir nicht zu sagen“, murmelte ich, „das weiß ich“.
    Sie nickte: „Das weiß ich auch, ist aber trotzdem nicht weniger frustrierend“.
    „Stimmt“, ich nickte zustimmend.
    „Naira, pass auf“!, Legolas zog mich gerade noch rechtzeitig zur Seite und ein Pfeil sauste haarscharf an mir vorbei.
    „Puh, danke nin meleth“, sagte ich.
    „Du musst besser aufpassen“, schimpfte er, dein Knöchel kann dich nicht mehr schützen, du bist jetzt genauso verwundbar, wie ich.
    „Ich weiß“, gab ich gereizt zurück.
    „Dann Kämpfe auch so“, schlug Legolas vor und rettete mich direkt ein erneutes mal vor einem Pfeil.
    „Gibt es da ein Beziehungsproblem“?, fragte Lith.
    Ich schüttelte den Kopf: „Nein, er macht sich nur Sorgen, um mich“.
    „Die nicht ganz unbegründet sind“, fügte Legolas hinzu.
    Diesmal duckte ich mich von alleine unter einem Pfeil hinweg.
    „Geht doch“, Legolas schien zufrieden.
    „Natürlich“, ich funkelte ihn wütend an, worauf er seine Miene zu einem amüsierten Lächeln verzog.
    „Nagut, aber ich habe schon 24“, erklärte er triumphierend.
    „Ich bin bei 30“, erwiderte ich und lächelte ihn süßlich an.
    „Nicht euer Ernst“, Lith verdrehte genervt die Augen, „die Nummer schon wieder...nun ich denke ich habe dich bisher um einen übertroffen Naira 31“.
    Sie ließ ihr Klingen kreisen, es dauerte noch einen Moment des Kampfes und wir kamen hinaus aus Edoras, die letzte Frau, die hinaus lief, drehte sich noch einmal zu uns um: „Wir danken euch“.
    „Gerne“, ich lächelte sie an, dann verschwand auch sie aus Edoras.
    „Na wie waren wir“?, fragte Rowan in die Runde.
    „Super, aber wir haben ein Problem“, stellte Legolas fest.
    Das Meer aus Orks umschloss uns und ich fühlte mich mittlerweile wie in die Schlacht am schwarzen Tor zurückversetzt, doch diesmal schien die Hoffnung auf Rettung in weiter ferne zu liegen.
    „Zaida“, rief ich und im inneren bat ich: „Bitte lass es klappen“.
    Ich wollte noch ein zweites mal rufen, da stand meine Schwester schon neben mir.
    „Lass es uns versuchen“, meinte sie entschlossen und sah mir in die Augen, ich dachte an sie und visualisierte alles, was uns beide verband.
    Zaida zog ein Amulett hervor, ich erinnerte mich, das Galadriel es ihr gegeben hatte.
    „Jetzt verstehe ich“, murmelte sie, „es dient zur Kontrolle“.
    „Legolas kannst du uns kurz decken“, bat ich.
    Legolas nickte und hielt die Orks von uns fern, währen wir beide ins Amulett blickten und Bilder aus Zaidas Vergangenheit betrachteten. Ich sah sie, wie sie unbändig durch den Wald lief, wie sie ein Wolfsjunges fütterte und wie sie mit unserem Vater einen Übungskampf austrug und plötzlich entstand die Verbindung zwischen uns einfach so. Wir steckten das Amulett weg und rasten durch die Orks.

    Ich spürte, dass sich unsere Verbindung langsam löste. Ich versuchte sie zu halten doch sie entglitt uns immer mehr. Wir wurden immer schwächer und ich fühlte mich den Orks hilflos ausgeliefert. Mit einem mal fühlte sich selbst mein Messer schwer in meiner Hand an, dann lösten wir uns von einander. Ich fühlte mich ans schwarze Tor erinnert, genauso war es diesmal auch, ich konnte nichts mehr tun.
    „Naira“, hörte ich irgendwo aus der Menge von Orks Legolas rufen, „duck dich“.
    Ich reagierte und riss meinen Kopf nach unten, doch anscheinend zu langsam, denn etwas schweres traf mich von hinten, mir wurde schwindelig und ein dunkler Schleier legte sich über meine Augen, dann war ich nicht mehr bei vollem Bewusstsein.













    40
    Gefangen

    Ich wachte mit einem Schwindelgefühl auf, mein Hinterkopf pocherte Schmerzhaft und ich sah kaum die eigene Hand vor Augen, alles war düster. Ein modriger Geruch hing in der Luft zusammen mit dem intensiven Geruch nach verwestem Fleisch und Orks. Ich wollte mich aufrichten stieß jedoch mit dem Kopf an die Decke des Raumes, in dem ich anscheinend war. Sofort ergriff mich Furcht und erst dann merkte ich, das sich kalte Metallringe die mit schweren Eisenketten verbunden waren um meine Handgelenke schmiegten, ich tastete mich an die Decke, dort erwartet mich kühler, feuchter Stein. Danach tastete ich mich an einer der Eisenketten entlang zur Wand des Raumes, wo sie beide jeweils aus einem Loch in der Wand kamen. An der Decke dort, spürte ich Holz. Eine Falltür! Ich drückte, doch sie war, wie erwartet verriegelt. Vorsichtig tastete mich weiter an der Wand des Raumes entlang, das leise Klirren der Ketten folgte meinen Bewegungen. Es war ein runder Raum und er besaß maximal 20 Fuß Durchmesser, wie ich herausfand. Nach der Erkundung krabbelte ich zurück zur Falltür und lehnte mich daneben an die Wand.

    Langsam wuchs meine Langeweile, mehrere Stunden saß ich nun schon in diesem Raum und bisher war nichts passiert. Gerade wollte ich mich hinlegen und versuchen ein wenig zu schlafen. Doch auf einmal wurden die Ketten durch die Löcher in der Wand hineingezogen und meine Handgelenke zur Wand gezerrt bis sie über den Löchern lagen, die Ketten wurden so stramm gezogen, bis ich hätte aufschreien können vor Schmerz. Blut rann von meinem Handgelenk unter dem Ring, den Arm herunter. Die Falltür öffnete sich mit einem Knarzen, schummriges licht fiel in den Raum und erhellte ihn, wenn auch nur ein wenig. Jemand ließ sich in den Raum gleiten, hinter ihm krachte die Falltür ins Schloss, wenig später entzündete die Gestalt eine Fackel und ihr Feuriger Schein erhellte den Raum.

    Vor mir stand ein Elb, überrascht schnappte ich nach Luft. Er sah tatsächlich aus wie ein ganz normaler Elb, seine Haare waren pechschwarz und reichten ihm bis knapp über die Schultern, seine Augenfarbe war gemischt. Ein graublau, wenn man genau hinsah schienen Funken darin zu tanzen, aber vielleicht lag das auch am Licht der Fackel. Er steckte in einem schwarzen Kapuzenmantel, er hatte die Kapuze allerdings heruntergeklappt und vorne auf dem Mantel prangte ein Symbol, ein Feuer und in der Mitte des Feuers, war silbern die Silhouette eines Elben abgebildet.
    Er musterte mich: „So, so du sollst also eine Gefahr für mich sein. Ich hätte gedacht du wärst irgendwie stärker“.
    Sein Tonfall war stark herablassend, während er mich kühl musterte.
    „Ihr solltet aufhören mich, wie ein Feigling zu verhöhnen und selber herausfinden, wie stark ich bin“, giftete ich zurück und funkelte ihn an, während ich an den Ketten riss.
    „Oh tut mir leid, meine Höflichkeit scheint deutlich nachgelassen zu haben. Ich habe mich noch gar nicht vorgestellt“, er konnte in dem Raum nicht aufrecht stehen, aber er deutete im sitzen eine Verbeugung an, „ich bin Lumind, der Anführer der Morneldar. Wer du bist weiß ich..“.
    Er sah mich ein wenig gelangweilt an: „Ich muss sagen, ich hätte mehr von dir erwartet Flammenherz. Schließlich heißt es überall, dass du diejenige sein wirst, die mich ein für alle mal tötet“!
    „Das werde ich noch früh genug tun“, meinte ich zu ihm und trat mit meinen Füßen nach ihm.
    „Nicht doch“, säuselte er, „jetzt sei brav und tu, was ich dir sag. Dann hast du vielleicht die geringste Chance das hier zu überleben“.
    „Ich werde dir nicht gehorchen“, erklärte ich ihm entschlossen, „da brauchst du schon mehr als deine Drohungen“.
    „Als die große Galadriel dir von mir erzählt hat, hat sie offenbar einiges vergessen“, spottete er darauf, „ich bin mächtig, sehr viel mächtiger, als sie weiß. Früher oder später wirst du mir schon unterliegen Naira, egal wie stark dein Wille ist. Ich habe es bisher geschafft jeden dazu zu bringen, was ich will. Ruhe dich gut aus, denn wenn ich wieder komme, wirst du es lange nicht mehr können“, damit öffnete er die Falltür und kletterte aus dem Raum, hinter ihm fiel die Falltür mit einem lauten Knall zu und ein Riegel wurde von außen vorgeschoben. Ein lautes rattern war zu hören, als die Kette, die meine Hände festgehalten hatte wieder heraus kam. Ich tastete mich ans andere Ende des Raumes und legte mich dort auf den kalten Boden. Da ich zu Müde war um wach zu bleiben schlief ich ein.

    Ein stechender Schmerz durchfuhr meinen Körper, ich schlug die Augen auf und verkrampfte mich da es so stach, es war wie als würde ich allen Schmerz der Welt auf einmal Spüren.
    „Ah, du bist wach geworden“, hörte ich Luminds Stimme direkt neben mir. Für einen Moment hörte der Schmerz auf, ich setzte mich auf. Lumind saß direkt vor mir seinen Mund zu einem hässlichen Grinsen verzerrt.
    „Was willst du von mir“?, fragte ich.
    „Das hatte ich dir schon gesagt“, meinte er und lächelte, „also bist du heute soweit mir zu gehorchen“.
    Ich sprang los: „Das ist meine Antwort“!
    Diesmal waren Meine Hände nicht über meinem Kopf festgehalten und ich wollte ihn attackieren.
    Lumind hob seinen Arm gerade vor sich und machte seine Hand zur Faust. Der Schmerz kehrte zurück und zwang mich auf den Boden, wieder krampfte sich mein Körper zusammen.
    „Ich kann ewig so weiter machen“, erklärte Lumind und presste seine Faust noch fester zusammen, der Schmerz kam in noch heftigeren Attacken über mich.
    Irgendwann verlor ich das Zeitgefühl und kämpfte nur gegen den Schmerz an und als auch das nicht half schrie ich, ich konnte nicht mehr anders ich schrie auf um es loszuwerden. Mit jeder Minute schien es schmerzhafter zu werden. Ich nahm nur noch verschwommene Umrisse von Luminds, von Genugtuung triefendes Gesicht war. Ich wusste nicht zu welchem Zeitpunkt das verschwommene ins schwarze hinüberglitt, aber später wachte ich woanders wieder auf. Er hatte mich wohl in einen anderen Raum gebracht.

    Es war heller als im vorigen Raum, durch mehrere Fenster, die in den rohen Fels gehauen war drang schummriges Licht und an den Wänden waren Fackeln befestigt. Der Raum war Turmartig hoch mindestens 30 Meter und ich war auf einem Felsvorsprung unter der Decke fest gekettet worden, sonst war der Raum leer, ich sah nicht mal eine Tür. Die Ketten erlaubten es mir, bis an den Rand meines Vorsprungs. Diesmal waren auch welche um meine Fußgelenke gewunden.
    „Lumind“, schrie ich.
    „Du hast nach mir verlangt“, er schwebte vor mir in der Luft, „willst du dich mir jetzt ergeben“?
    Ich schüttelte den Kopf und seine Augen wurden dunkel.
    „Dann hast du mich hergerufen, weil du anscheinend noch nicht genug hast“, er streckte seine Hand aus und presste sie erneut zu einer Faust zusammen. Der Schmerz nahm mir meine Sicht und ließ mich abermals verschwommen sehen. Ich schrie und doch wollte mein Bewusstsein mich diesmal nicht verlassen. Irgendwas hielt mich bei Bewusstsein und der Schmerz wollte nicht.
    „Ach komm schon“, durchdrang Luminds Stimme meine Schmerzensschreie, „so ein wenig Schmerz kann doch kaum Schlimm sein“.
    Von Minute zu Minute schien die Zeit noch langsamer zu verrinnen und der Schmerz fühlte sich jedes mal an, als würde jemand mich tausendmal gleichzeitig erdolchen.
    Irgendwann war ich kaum mehr bei Sinnen und flehte Lumind an, er solle aufhören.
    Lumind nickte:„Du musst nur einen Satz sagen: „Ich werde dir in Zukunft gehorchen Herr Lumind“.
    Doch so weit bei Sinne war ich noch, ich schüttelte den Kopf und murmelte mit meiner vom schreien ganz dünnen Stimme: „Eher sterbe ich“.
    Und er machte weiter Stunden, Tage, ich wusste es nicht Ewigkeiten oder doch nur Minuten verstrichen. Irgendwann verschwand Lumind einfach. Ich fühlte meinen Schmerz jeder einzigen Faser meines Körpers. Ich war nicht in der Lage mich zu bewegen. Mein Körper fühlte sich an wie zerschmettert tausendmal gegen eine Felswand geschmissen oder gefallen. Etwas in mir sorgte jedoch dafür, dass ich keinen Schlaf bekam, kein ausruhen.
    „Bestimmt hat Lumind auch das bewirkt“, dachte ich, während ich langsam aufhörte gegen den Schmerz anzuschreien, da ich keine Kraft mehr dafür hatte. Das schummrige Licht, das durch die Fenster fiel verschwand langsam, nur das sagte mir, das es jetzt Abend war. Wie viele Tage ich schon hier war, konnte ich nicht genau sagen. Ich wünschte mir eines, Schlaf, es wurde dunkel und das Bedürfnis zu schlafen raubte mir all meine Kraft, ich zweifelte daran das ich genug Kraft haben würde einer weiteren Folter von Lumind standzuhalten. Auch dies war ein Teil seiner Taktik mich ihm zu unterwerfen. Irgendwie konnte er dafür sorgen, dass ich wach blieb und meinen Schlaf nicht bekam.
    Mehrere Tage verstrichen, quälend lange Tage die sich Ewigkeiten zogen. Mein Zustand hatte sich nicht verbessert, keiner der Schmerzen war verschwunden und langsam zweifelte ich daran, das ich je wieder ohne Schmerzen sein würde. Wenigstens hatte ich mich nach der ersten Nacht wieder bewegen können, aber der Schlaf und etwas zu essen oder zu trinken war mir verweigert geblieben.

    Da spürte ich eine Veränderung, die Ketten öffneten sich einfach so und ließen mich frei. Ich setzte mich auf, mein ganzer Körper zog sich bei dieser großen Bewegung zusammen vor Schmerz und fast hätte ich aufgeschrien, aber das ließ ich.
    „Reiß dich mal zusammen“, ermahnte ich mich selbst, während ich die glatten Wände des Turms inspizierte. Ich suchte nach Einkerbungen im Gestein, ich musste nur bis zum Fenster kommen, dort konnte ich Problemlos durchklettern.
    „Dir ist aber schon klar das die Wände dir keinen halt bieten werden“, erschrocken fuhr ich zusammen, es war nicht Lumind der da gesprochen hatte.
    „Man wird ja mal drüber nachdenken dürfen“, murmelte ich, während ich mich zu dem Besitzer der Stimme umwand. Er schwebte in der Luft ungefähr an der Stelle, wo Lumind vor ein paar Tagen geschwebt war. Auch er schien zu den Morneldar zu gehören. Er trug den gleichen schwarzen Umhang mit dem Symbol, das mir schon bei Lumind aufgefallen war der Elb im Feuer. Mittlerweile war ich mir sicher, das es das Markenzeichen der Morneldar war. Jedoch war auch seine Kapuze zurückgeschlagen. Er hatte bleiche Haut und Augen von einem giftgrün, wie bei Lumind schienen auch in ihnen Fünkchen zu tanzen. Seine Haare fielen ihm auf dem Mantel und bildeten ein weißes Gegenstück zu dem Schwarz.
    Er musterte mich amüsiert: „Ja, das heißt solange du es nicht ausprobierst“!
    Ich sah ihn herausfordernd an: „Was würdest du denn dagegen tun, das ich es nicht Probiere“.
    Ich stand auf, was mir mehr Kraft abverlangte als ich dachte. Mir wurde schwindelig und schlecht und der Schmerz setzte mir höllisch zu. Vor Schmerz die Luft einziehend setzte ich mich wieder.
    Er grinste: „Ich muss doch gar nichts tun“!
    Wütend sah ich ihn an: „Bist du etwa hier um dich über mich lustig zu machen“.
    Ernst schüttelte er den Kopf: „Ich wurde hergeschickt“.

    „Wer bist du“?, fragte ich ihn nach einer Weile des Schweigens.
    Für eine Weile sah er mich einfach nur an: „Das könnte ich dich genauso gut fragen Naira. Lumind hegt keinen Groll gegen dich, obwohl es seit Jahren in den Sternen geschrieben steht, dass du ihn töten wirst. Er hat Hoffnungen, dass du dich uns anschließt, weißt du, selbst die Sterne können sich ändern“.
    „Weiß du wie sehr er mich in den letzten Tagen gequält hat, einfach nur, weil er mich dazu bringen möchte mich euch anzuschließen“, fauchte ich ihm darauf entgegen.
    „Er lässt dich Schmerzen spüren und sorgt dafür, dass du keinen Schlaf bekommst“, zählte er auf, „ich weiß ziemlich genau, was Lumind für Methoden an den Tag legt“.
    „Weswegen hat er dich her geschickt“?, wollte ich wissen.
    „Luminds Methoden mögen gut sein aber ewig kann er sie nicht durchziehen“, sagte er lächelnd, „mein Name ist Morfirion und ich bin ein Profi“.
    Er landete auf der Klippe und setzte sich neben mich, seine Beine ließ er über den Rand baumeln.
    „Ich bin überzeugt davon, dass ich das schaffen werde, was Lumind nicht geschafft hat“, erklärte Morfirion. Er reichte mir etwas Brot, misstrauisch nahm ich es entgegen und betrachtete es eingehend.
    Morfirion seufzte: „Du wirst noch verhungern, jetzt iss, wenn wir dich hätten vergiften wollen, hätten wir es schon längst getan“.
    Ich nahm einen bissen, wartete ab, nahm noch einen und dann verschlang ich das Brot. Als ich es gegessen hatte, reichte Morfirion mir eine Wasserflasche.
    „Wieso“?, fragte ich während ich trank.
    „Es wäre wohl nicht von Vorteil, wenn du uns hier verdurstest“, meinte Morfirion sanft, „und jetzt Ruhe dich eine Weile aus“.
    Er berührte meine Stirn und sofort fiel angenehme Müdigkeit über mich her.
    Ich gab mich ihr hin und schloss die Augen.







    41
    Morfirions Methoden

    Ich wachte auf, mein Kopf lag auf einem weichen Kissen und unter mir war es bequem und weich. Mein Blick schweifte umher ich lag in einem Bett. Das Bett stand in einem geräumigen Zimmer, es gab zwei Fenster durch die Licht in das Zimmer fiel. Gegenüber des Bettes sah ich einen Kleiderschrank aus dunklem Holz. Ich öffnete die Tür des Schranks und zog mir daraus wahllos Kleidung heraus, um mich neu zu kleiden. Mir fiel dabei ein Umhang in die Hand, ich hielt inne und betrachte den schwarzen Kapuzenmantel länger in meiner Hand. Auf seiner Vorderseite prangte das Symbol der Morneldar. Ich zog mir die herausgesuchten Klamotten an. Ein knielanges dunkelgrünes Kleid das mir aber viel Bewegungsfreiheit ließ und zusätzlich mit Leder verstärkt war, dazu eine braune eng anliegende und elastische Hose mit passenden Stiefeln die das Symbol der Morneldar trugen.
    „Besser als nichts“, dachte ich, „und die perfekte Tarnung, falls ich abhauen will“!
    Zur Krönung schnappte ich mir den zuerst vorschnell bei Seite geworfenen Umhang und zog ihn über, die Kapuze tief ins Gesicht. Da entdeckte ich noch etwas im Kleiderschrank.

    Es machte mich misstrauisch, sie hatten mich einfach so in diesem Zimmer zurück gelassen. Ich griff nach dem Bogen, der einfach im Schrank lag. Der Köcher trug wie die meisten Dinge hier, das Symbol der Morneldar, ich legte mir ihn an und hängte den Bogen über. Dahinter standen noch zwei verstaubte Elbenklingen, an den Griffen das mittlerweile bekannte Symbol, ich steckte sie in die Vorrichtung bei dem Köcher, dann drehte ich mich zu Tür um und schrak zurück.
    An der Tür lehnte Morfirion: „Hast du etwa gedacht, wir lassen dich einfach so mit diesen Waffen hier zurück“, er grinste.
    „Du siehst aus wie eine echte Morneldar“, er musterte mich zufrieden.
    „Geh zur Seite“, befahl ich und bedrohte ihn mit einer der Klingen.
    Er lächelte und zog eine vom aussehen her ziemlich identische Klinge hervor. Mein Blick wanderte kurz zu einem der Fenster.
    „Da kommst du nicht raus“, erklärte Morfirion, während er seine Klinge gegen mich führte, ich parierte seinen Schlag und rannte zum Fenster, ich öffnete es und sah das es mindestens 20 Meter runter ging. Da spürte ich ein Klinge im Rücken. Blitzschnell, schlug ich sie mit meiner eigenen zur Seite und drehte mich zu Morfirion um.
    „Nicht schlecht“, meinte er und grinste scheinheilig.
    „Was hast du vor“?, fragte ich.
    „Das ist meine Methode“, meinte Morfirion schulterzuckend, „komm schon, du siehst bereits wie eine Morneldar raus, lass mich dir zeigen, dass wir gar nicht so schlimm sind wie du denkst“.
    Er reichte mir seine Hand: „Komm Naira“.
    „Du bist gut“, murmelte ich, aber nahm seine Hand natürlich nicht, „aber es braucht mehr um mich dazu zu bringen“.
    Morfirion lächelte: „Hatte ich dir schon gesagt, dass ich noch nie versagt habe“.
    Ich schüttelte den Kopf: „Aber dann wird es wohl jetzt dein erstes mal“, ich hechtete zur Tür und drückte die Klinke herunter.
    Überrascht schnappte ich nach Luft, als sie sich öffnete und ich hechtete los die Tür führte in einen langen Gang, die einzige Tür weit und breit. Ich konnte in beiden Richtungen des Ganges kein Ende ausmachen. Ich rannte nach rechts, dann spürte ich eine Hand, die sich um mein Handgelenk schloss.
    „Wo wollen wir denn hin“, flüsterte Morfirion in mein Ohr.
    Ich zog an meiner Hand doch er hielt sie fest: „Ich zeig dir den Ausgang, alleine findest du hier nicht raus“.
    Er nutzte den Moment in dem ich verwirrt war aus und zog mich mit sich zurück. Er legte seine Hand gegenüber der Tür zum Zimmer auf den Fels und murmelte ein paar Worte, in einer Art von Elbisch, die mir komplett fremd war. Es war noch elbisch, aber trotzdem verstand ich nicht, was Morfirion sagte.
    Jedenfalls zeichnete sich eine Tür aus massiven Stein in der Wand ab und auf der Tür das Symbol der Morneldar. Morfirion legte seine Hand auf die Silhouette des Elbs und die Tür öffnete sich. Das erste mal sah ich das Quartier der Morneldar. Überall liefen sie herum in ihren Umhängen mit dem Symbol, dieses war auch überall zu sehen, jegliche Türen waren damit verziert. Ich drehte mich zur Tür und sah, dass sie von außen deutlich zu sehen war und in einen Fels hinein führte oberhalb sah ich das Fenster des Zimmers, indem ich gewesen war. Auf dem Fels stand ein riesiger Turm, der geradezu aus dem Fels gehauen schien, dort war ich auch kurz drin gewesen. Im Lager standen viele riesige schwarze Zelte und es gab noch ein Gebäude. Auf Säulen, die mit Prunkvollen Mustern verziert waren stand ein Prächtiges schwarzes Gebäude auf dessen Dach riesig, das Symbol der Morneldar zu sehen war.
    „Und beeindruckt“?, Morfirion lächelte.
    „Kein bisschen“, log ich.
    Doch musste ich mich schon zusammenreißen, nicht darüber zu staunen.
    „Du lügst“, flüsterte Morfirion mir ins Ohr.
    „Sag mal, bist du nur gut darin Gedanken zu erraten oder kannst du so etwas wie Gedankenlesen“?, fragte ich ihn.
    „Das behalte ich lieber für mich“, erklärte Morfirion und schob mich nach vorn in Richtung des großen Gebäude. Ich blickte mich im Lager um, eine Mauer umschloss das ganze, und das Tor war weit offen.
    „Denk nicht mal daran“, murmelte Morfirion, „damit reizt du Lumind nur und dann kann ich dir garantieren, dass er dich mindestens einen Tag dafür leiden lässt.
    Mir wurde fast übel bei dem Gedanken es wieder ertragen zu müssen. Also ging ich neben Morfirion her, trotzdem ließ ich das Tor nicht aus den Augen, vielleicht konnte ich ja hindurch schlüpfen...
    „Hör damit auf, dieses Lager ist zu sicher, du würdest nicht mal bis zum Tor kommen“, erklärte Morfirion, „selbst mit dieser Kleidung“.

    Er führte mich unter das Gebäude, dort waren 100 Falltüren, das wusste ich weil sie alle sorgfältig nummeriert waren, in den Boden eingelassen, jede hatte einen Riegel zum davorschieben und neben jeder war ein Hebel.
    „Unsere Kerkeranlage“, Morfirion machte eine ausladende Geste.
    „Die kenne ich schon, Danke“!, knurrte ich ihm zu.
    „Ich weiß, ich dachte nur, dich würde es interessieren einen von unseren Gefangenen zu sehen“, klärte er mich auf, „wir haben da momentan einen sehr wertvollen in Kerker drei gefangen“.
    Er schob mich zur Falltür, mir schwante nichts gutes und ich schob den Riegel der Falltür bei Seite.
    Kurz zögerte ich noch, dann ließ ich mich in die Zelle fallen, ich wollte mich gerade ducken um rein zu kriechen, da rief Morfirion: „Warte, da unten ist es stockfinster, erinnerst du dich“, er nahm eine der Fackeln, die neben der Falltür lagen, entzündete sie und drückte sie mir in die Hand.
    Ich traute ihm kein Stück, wahrscheinlich gehörte es auch zu seinem Plan, mich dazu zu bringen, sich anzuschließen, irgendwie, aber trotzdem hatte ich dieses Gefühl, das ich den Gefangenen sehen wollte.
    Ich war mir sicher, das ich ihn kennen würde.
    „Bitte lass meine Befürchtung nicht wahr sein“, murmelte ich, dann duckte ich mich in die Zelle.

    Ketten klirrten, als jemand auf mich zu sprang, ich hielt die Fackel hoch und sah in Legolas Gesicht, meine Befürchtung war wahr geworden.
    Er schien mich mit der Kapuze, die ich tief ins Gesicht gezogen hatte allerdings nicht zu erkennen.
    Denn er war auf mich losgegangen, ich stieß ihn vorsichtig weg von mir und zog dann die Kapuze herunter.
    „Naira“, fassungslos starrte Legolas mich an, bevor er mir um den Hals fiel und mich an sich presste. Ich küsste ihn vorsichtig, er erwiderte den Kuss, danach steckte ich die Fackel in eine Halterung an der Kerkerwand und erzählte Legolas, was mir in den letzten Tagen passiert war. Er hörte zu und als ich fertig war erzählte er.
    „Nun, die Orks haben dir ja einen Schlag verpasst, weil du nicht aufgepasst hast. Danach hat ein Ork dich gepackt und mit ein paar anderen Edoras einfach so verlassen, als ob du ihr einziges Ziel gewesen wärst. Die anderen Orks sind da geblieben und haben dafür gesorgt, dass keiner von uns das Dorf verlassen hat. Irgendwann sind sie nach und nach auch gegangen. Ich und deine Schicksalsreiter und noch ein paar andere haben uns auf die Suche nach dir gemacht. Ich habe mich in den Überresten Mordors auf die Suche gemacht und den Rest kannst du dir vermutlich denken“.
    „Allerdings“, murmelte ich, dann sah ich ihm fest in die Augen, „ich finde eine Möglichkeit für uns hier raus zu kommen, darauf kannst du dich verlassen“, erklärte ich ihm und schloss ihn noch einmal in meine Arme, bevor ich die Fackel nahm und wieder zur Falltür zurück krabbelte.
    „Naira“, sagte Legolas, die Ketten klirrten als er zu mir rüber kam, „pass auf dich auf, ja“.
    „Das tue ich“, ich erwiderte seinen besorgten Blick und lächelte ihm noch einmal zu, bevor ich die Falltür Anhob und mich hinaus schob.
    Morfirion verschloss die Falltür wieder und sah mich an: „Hatte ich recht, er war doch interessant für dich“.
    „Ich kannte ihn nicht“, wagte ich dem Versuch ihn anzulügen.
    Er hob die Augenbrauen: „Dafür warst du zu lange da drin, er ist doch der Prinz des Waldlandreichs, soweit ich weiß und dort hast du gewohnt. Außerdem...solltest du nicht mittlerweile kapiert haben, dass du mich nicht anlügen kannst“.
    „Ein Versuch war es wert“, ich schenkte ihm ein unschuldiges Lächeln.
    „Wie nah stehst du ihm“?, bohrte Morfirion weiter nach.
    Diesmal schwieg ich, er würde es merken, wenn ich ihn diesbezüglich anlog und wenn ich es ihm sagen würde, dann würden er und Lumind es vermutlich gegen mich verwenden.
    „Das reicht mir“, Morfirion grinste, „ich habe den passenden Schlüssel gefunden“.
    Er brachte mich zurück in das Zimmer und ließ mich dort alleine. Ich hängte den Umhang zur Seite und schmiss mich dann aufs Bett. Ich stellte mich ans Fenster, der Fels würde mir schon genügend halt geben, dann sah ich durch das andere Fenster, der Wall verlief dort am Felsen entlang. Plötzlich hörte ich, wie meine Zimmertür sich öffneten. Morfirion trat ein und brachte mir Essen und Trinken.
    Er sah mich fragend: „Guckst du einfach nur gern aus dem Fenster oder versuchst du Fluchtpläne zu entwickeln. Ich ging einfach nicht näher auf die Frage ein und nahm ihm stattdessen die Sachen ab. Dann aß ich und trank, als er immer noch da war, wirbelte ich zu ihm herum: „Könntest du bitte gehen“!
    „Erst, wenn du mir eine Antwort gibst“, erklärte Morfirion, „du entwickelst Fluchtpläne, deine Gedanken verraten dich“.
    „Also kannst du doch Gedankenlesen“, dachte ich und sah ihn herausfordernd an.
    Er lächelte: „In der Tat“.
    Er stand auf und ging zur Tür: „Versuchs nicht, selbst wenn du es schaffen würdest heil runter zu klettern, würden spätestens die Wachposten dich erwischen und dann..“, er sah mich vielsagend an, „wird Lumind dich für den Fluchtversuch bestrafen“.
    Morfirion verließ das Zimmer, ich aß alles auf, was er mir gebracht hatte und ließ mich dann aufs Bett fallen, nach einer Weile, war ich eingeschlafen.















    42
    Einwilligung

    Früh morgens durchzuckte mich wieder mal ein stechender Schmerz, und ich fuhr aus dem Schlaf hoch.
    „Geht doch“, hörte ich Luminds Stimme, der Schmerz verschwand so schnell, wie er gekommen war
    Ich seufzte und setzte mich im Bett auf: „Ich muss nicht fragen, was du hier willst, ich weiß es sowieso und ich sage Nein“.
    „Urteile darüber nicht so schnell Naira“, nun trat Morfirion neben Lumind.
    Lumind nickte ihm zu: „Wir sehen uns dann“, er ging.
    Morfirion sah mich an und reichte mir dann den Umhang: „Los, wir haben etwas vor“.
    „Ach ja“?, fragte ich provokant, „ich habe nichts vor“.
    Damit ließ ich mich zurück ins Bett sinken und hörte ein seufzen von Morfirion: „Sei spätestens in 10 Minuten bereit“.
    Er ging, ich seufzte bereits zum zweiten mal, zog mich aber dann doch an und legte sogar den Umhang über. Die Schuhe ließ ich aber noch aus und setzte mich aufs Bett, nach einer weile trat Morfirion wieder ein und schien seinen Augen nicht trauen zu können, doch dann grinste er.
    „Sei dir deiner Sache nicht zu sicher“, erklärte ich ihm.
    „Es ist ein Fortschritt“, meinte er jedoch, „jetzt komm“.
    „Nein“, entschied ich.
    „Zieh dir deine Stiefel an und komm“, befahl Morfirion und blickte mich diesmal Eindringlich an. Ich hielt seinem Blick stand und blieb auf dem Bett sitzen.
    „So leicht werde ich es dir nicht machen“, dachte ich und lächelte ihn dabei an.
    „Leider“, fügte Morfirion an.
    Ich zog die Stiefel an, schnappte mir aber auch die Waffen.
    Morfirion kniff die Augen zusammen: „Du hast was vor“.
    Ich nickte und schwang mich dann aus dem offenen Fenster und klammerte mich an einen Felsvorsprung.
    Morfirion schaute aus dem Fenster und seufzte, dann streckte er seinen Arm aus und schloss seine Hand zu einer Faust zusammen. Schmerz zwang mich dazu loszulassen und mit einem mal lag ich wieder auf dem Bett im Zimmer.
    „Ich werd Lumind nichts davon sagen, dass du es versucht hast“, erklärte Morfirion, „du kannst mir später danken“.
    Dann packte er mich am Handgelenk und zerrte mich aus dem Zimmer.
    „Lass mich los“!, schrie ich mit meinen Gedanken zu ihm herüber.
    Er fuhr zu mir herum: „Hör auf hier so herum zu schreien. Gedanken können weithin hörbar sein und du weißt nicht wer dich sonst noch hört“!
    Ich trat heftig nach ihm und führte meine Klinge gegen ihn. Er hielt mich weiterhin mit einer Hand gepackt und in der anderen hatte er seine Klinge mit der er meinen Schlag parierte und dann auch noch schnell nach meinem anderen Handgelenk griff. Er hob seine Hand und die Klinge in meiner Hand machte sich selbstständig, doch auch die, die noch in der Vorrichtung steckte, schwebte auf einmal in der Luft.
    „Hör zu, diese Waffen wurden für Morneldar gemacht und die können über sie gebieten“, er ließ beide Klingen in die Vorrichtung zurück fallen, „ich nehme sie dir Weg, wenn du dich jetzt weiter wehrst“.
    Er zerrte mich zum Ausgang, murmelte die Worte und zog mich dann über den Platz. Ich wagte es nicht mich zu widersetzten. Denn durch die Waffen hatte ich das Gefühl mich verteidigen zu können. Morfirion brachte mich zu einem der Zelte hin und rief dann: „Clya“!
    Aus dem Zelt kam eine Morneldar, sie hatte die Kapuze ihres Mantels zurückgeschlagen. Ihre Haare waren rot und ihre Augen dunkelblau. Wie bei allen Morneldar, die ich bis jetzt aus der Nähe gesehen hatte, schienen darin Funken zu tanzen.
    „Morfirion“, stieß sie seufzend aus, „Lumind hat deinen Besuch angekündigt“.
    „Komm rein“, sie winkte ihn ins Zelt und er zog mich mit hinein, ich blickte mich um. Es war ziemlich einfach eingerichtet, an der einen Zeltwand stand ein Bett und ein Tisch mit allerlei Zetteln in der Mitte. Ein paar Waffen lagen in einer Ecke des Zeltes und in einer anderen ein Haufen von gleich aussehenden Kapuzenmänteln.
    „Bist du fertig Clya“?, fragte Morfirion.
    Sie nickte, dann fiel ihr Blick auf mich: „Ist sie das“.
    Morfirion nickte: „Ja das ist Naira“.
    Sie nickte mir zu: „Hallo, ich bin Raclya, aber die meisten nennen mich Clya“.
    Danach drehte sie sich um und drückte Morfirion einen der Umhänge von dem Haufen in die Hand: „Der Auftrag“.
    „Naira, leg den andere Mantel mal ab und nimm den hier“, Morfirion warf mir den neun zu, ich musterte ihn und entdeckte dann, dass darauf statt dem Symbol der Morneldar ein in Flammen stehendes Herz zu sehen war.
    „Was soll das“?, fragte ich Morfirion und dachte es aber nur und sprach es nicht laut aus. Trotzdem antwortete Raclya an seiner Stelle: „So bist du besser zu erkennen und alle wissen sofort auf einen Blick wer du bist“.
    „Zieh ihn an“, drängte Morfirion, langsam legte ich den jetzigen Mantel ab und die Waffen die darüber hingen.
    Danach zog ich den jetzigen an und nahm die Waffen wieder darüber.
    „Zufrieden“, murmelte ich genervt.
    „Ich hätte mit mehr Widerstand gerechnet“, wunderte sich Raclya.
    „Clya, man braucht nur die richtigen Mittel“, erklärte Morfirion.
    „Wie du das immer wieder schaffst ist mir schleierhaft“, meinte Clya, „aber ihr habt doch noch was vor, also raus“.
    „Ja, ja schon gut“, Morfirion sah verdrehte die Augen und zeigte auf Raclya.
    „Morfirion, unterlasse das sofort“, verlangte Raclya spitz.
    „Schon gut, bin ja schon weg, war mir wie immer eine Freude Clya“, erklärte Morfirion und zog mich aus dem Zelt.
    Wieder wanderte mein Blick zum offen stehendem Tor des Lagers.
    Morfirion sah mich nur an und schüttelte dann den Kopf. Er brachte mich wieder zu den Falltüren und langsam wurde mir klar, was er vor hatte.
    Morfirion steuerte mich Richtung Nummer drei.
    „Bitte nicht“, dachte ich.
    „Es geht ja nicht anders“, antwortet Morfirion, während er die Falltür öffnete, „Lumind besteht drauf“.
    „Wag es nicht dich selbst zu verteidigen. Du hängst da doch mit drin, in der Sache“, dachte ich wieder und funkelte ihn wütend an, um der ganzen Sache Nachdruck zu verleihen. Er sah mich entschuldigend an, dann gab er mir einen kleinen Stoß und ich fiel durch die offene Falltür.

    Ich rappelte mich schnell wieder auf. Der Raum war hell erleuchtet, mehrere Morneldar standen mit dem Rücken zu mir. Zwei packten mich ehe ich reagieren konnte und nahmen mir die Waffen ab. Ich wehrte mich gegen sie und zappelte heftig. Da trat Lumind hervor und drückte einmal seine Hand zur Faust. Der Schmerz überrumpelte mich und als er wieder aufhörte, hatten die Morneldar mich an der Wand fest gekettet, dass ich mich gar nicht bewegen konnte, sogar meinen Kopf konnte ich nicht drehen so dass ich geradeaus sehen musste. Lumind lächelte mich teuflisch an und trat dann zur Seite. Mein Herz setzte einen Schlag aus. Am anderen Ende des Raumes war Legolas fest gemacht.
    „Naira, bist du bereit dich uns anzuschließen“?, fragte Lumind.
    Ich schüttelte den Kopf.
    „Also gut, du hast es nicht anders gewollt“, er presste seine Hand zur Faust zusammen.

    Ich hätte nie gedacht, dass es noch schlimmer kommen konnte. Aber mein eigener Schmerz den ich verspürt hatte, war nichts im Vergleich, wie zuzusehen, wie Legolas litt.
    „Lasst das, tut das mit mir, aber lasst ihn in Ruhe“, schrie ich, während Legolas Schreie durch den Raum hallten. Ich hatte ihn noch nie schreien gehört. Es war das schlimmste, was es gab.
    „Naira“, hörte ich Legolas zwischendurch schreien, er schien all seine Kraft zusammen zu nehmen und sah mich an, „für dich halte ich allen Schmerz aus, den es gibt. In seinen blauen Augen blitzten Tränen und dann Schrie er weiter und Lumind sah mich weiter fordernd an, während er seine Faust weiter zusammen presste. Ich zog an meinen Ketten bis meine Hand und Fußgelenke heftig bluteten und irgendwann konnte ich mir es einfach nicht weiter ansehen.
    „Hört auf“, brüllte ich, „Lumind ich werde ab jetzt gehorchen“.
    Sofort öffnete Lumind seine Faust und Legolas sackte zusammen.
    „Er wird sich wieder erholen“, beruhigte mich Lumind, „aber sag es noch einmal“.
    Ich schluckte, aber ich fasste einen Entschluss, ich würde keine Minute länger mehr mitansehen, wie Legolas litt: „Ich werde dir in Zukunft gehorchen Lumind“, rief ich durch den Raum, dass es von den Wänden widerhallte.
    „Das reicht mir fürs erste“, meinte Lumind.
    Die Ketten, mit denen sie mich gehalten hatten lösten sich und ich wollte mich aufrichten. Meine Beine gehorchten mir aber nicht mehr, ich sackte auf den Boden.
    „Lasst sie allein“, befahl Lumind und mit einem Mal war der Raum nur noch mit einer Fackel erleuchtet und ich war mit Legolas alleine.
    „Naira, dass hättest du nicht tun dürfen“, keuchte Legolas.
    „Ich konnte nicht tatenlos zusehen“!, erklärte ich mit Ausdruck.
    Ich kam zu ihm und küsste ihn sanft dann hauchte ich ihm leise ins Ohr: „Le melin“.
    Seine Mundwinkel verzogen sich zu einem leichten Lächeln und dann hauchte er leise, kaum hörbar: „Nin meleth uireb“.
    „Meinst du immer noch, das wir einen Weg finden“?, fragte er mich dann leise.
    Ich sah ihn entschlossen an: „Wenn ich je entschlossener war mein Schicksal zu erfüllen, dann jetzt. Ich hasse Lumind“!
    Damit ging ich zur Falltür zurück und kam wieder hinaus. Ich blickte mich um konnte aber weder Morfirion, noch Lumind entdecken. Die Waffen hatte ich wieder, ich lief durchs Lager. Die Morneldar sahen das Symbol auf meinem Umhang und redeten dann über mich. Gerade war ich wütend auf jeden in diesem verdammten Lager.
    „Naira“, jemand tippte mir auf die Schulter, ich fuhr zu Morfirion herum, feuerte ihm einen bösen Blick zu und lief ziellos woanders hin.
    „Du bist an allem Schuld“, dachte ich ich, weil ich genau wusste, dass er immer noch hinter mir stand.
    „Es ist meine Aufgabe“, versuchte Morfirion sich zu verteidigen.
    Danach packte er mich am Handgelenk: „Naira hör mir zu“.
    „Nein“, schrie ich und riss mich los.
    „Lass mich dir wenigstens eben dein Zelt zeigen“, verlangte Morfirion.
    „Na schön“!, seufzend folgte ich ihm in eine stille Ecke des Lagers, dort stand ein schwarzes Zelt. Ich ging hinein und setzte mich auf das Bett dort.
    „Naira, es tut mir leid“, hörte ich Morfirions Stimme von draußen.
    „Tut es gar nicht“, rief ich zurück, „aber du kannst glücklich sein, du hast dein Ziel erreicht“.
    Er schwieg oder war weg gegangen, ich wusste es nicht, seufzend legte ich den Umhang und die Waffen in eine Ecke des Zelts und legte mich dann hin.





    43
    Ein Traum, eine Geschichte und eine Forderung

    „Naira“, hörte ich eine wohlbekannte Stimme.
    „Lith“?, fragte ich.
    „Ja, ich weiß nicht wie sicher diese Verbindung ist. Wo wurdest du hin gebracht. Weißt du das“?
    „Ja, irgendwo in den Überresten von Mordor“, erklärte ich, „Legolas ist auch hier“.
    „Ich wusste es“, fluchte Lith, „es waren die Morneldar, richtig“.
    „Ja“.
    „Gut hör zu, du darfst Lumind unter keinen Umständen sagen, dass du ihm gehorchen wirst, egal was er tut“!
    „Was, wenn ich das schon getan habe“?, fragte ich.
    „Hast du nicht oder“?
    „Doch“, flüsterte ich leise.
    „Wieso“?, hauchte Lith.
    „Ich konnte nicht weiter zusehen, wie sie Legolas…“, ich brach ab.
    Doch ich musste auch nicht weiterreden, Lith schien verstanden zu haben: „Das haben sie nicht wirklich gewagt“?
    Ich brauchte zum Glück keine weiteren Erklärungen.
    „Keiner sollte andere so leiden lassen“!, regte sie sich auf, „keine Sorge Naira, wir holen euch beide da raus“.
    Der Traum verschwand so schnell wie er gekommen war, obwohl ich gern noch eine Weile länger mit Lith geredet hätte.

    Ich wachte auf und schrak direkt vor einer Gestalt in meinem Zelt zurück. Bis diese eine Fackel entzündete.
    „Morfirion, du hast mich erschreckt“, beschwerte ich mich, „warum bist du hier“?
    „Ich soll aufpassen, dass du uns nicht abhaust“, erklärte er, „ach und, deine Freunde sollten sich nicht auf die Suche nach dir machen. Sag ihnen, dass sie nicht kommen sollten, es bewirkt nur, dass sie auch noch gefangen werden und das willst du doch nicht“!
    „Selbst wenn ich ihnen das sagen würde“, ich seufzte tief, „würden sie sich trotzdem auf den Weg machen“.
    Morfirion lächelte: „Dann hast du da mutige Freunde, aber dumme“.
    „Ich würde mein Leben geben um sie zu beschützen“, dachte ich, „und sie würden dasselbe für mich tun. Das ist Freundschaft wert“.
    Morfirion hob die Augenbrauen: „Ich tue mal so als hätte ich das nicht gehört und das solltest du auf keinen Fall, irgendwem anderes erzählen“.
    „Wieso bist du hier“?, fragte ich leise.
    „Darüber rede ich nicht“, erklärte er mir flüsternd.
    „Schade“, dachte ich, „hätte mich nämlich interessiert. Du besitzt nämlich wenigstens noch einen Funken von, ich weiß nicht was es ist“.
    Morfirion schwieg, nach einer Weile sagte er: „Du solltest mir nicht vertrauen, du kennst mich nicht“.
    „Ich vertraue dir auch nicht“, entgegnete ich, „aber ich hasse dich nicht“.
    „Hilf mir und Legolas hier raus zu kommen“, dachte ich mit voller Absicht.
    „Ich tue mal so, als hätte ich das nicht gehört“, murmelte Morfirion mir schon das zweite mal an diesem Morgen zu.
    „Also bist du nicht bereit mir zu helfen“, wieder sprach ich den Gedanken nicht aus.
    „Du solltest mir nicht vertrauen“, wiederholte er, „schließlich gehöre ich doch zu den Morneldar“.
    „Aber wieso“?, fragte ich.
    „Das geht dich nichts an“, murmelte er.
    Damit verließ er das Zelt, wenig später kam er mit Essen wieder.
    „Wenn du fertig mit Essen bist will Lumind dich sehen“, murmelte er stumpf, „du solltest das ernst nehmen. Du hast ihm schließlich etwas gesagt“.
    Ich nickte und dachte: „Keine Sorge, ich will schließlich nicht noch einmal zusehen, wie er..Legolas...“, ich schluckte schwer.
    „Du stehst ihm noch näher, als ich gedacht hätte“, meinte Morfirion.
    „Ja“, ließ ich meine Gedanken sagen, „ich liebe ihn“!
    Morfirion sah mich eine Weile einfach nur an, ich aß weiter und war schließlich fertig.
    „Ich sollte Lumind nicht warten lassen“, murmelte ich ihm zu und trat nach draußen.
    Der Himmel war grau und Wolken behangen an diesem Morgen.
    „Es wird bestimmt noch regnen“, dachte ich trübsinnig, während ich mich auf dem Weg zum Hauptgebäude machte.

    Ich stieg die Treppen nach oben und klopfte an die große Flügeltür aus Ebenholz.
    „Herein“, hörte ich jemanden sagen, es war jedoch nicht Lumind.
    Ich stieß die Tür auf und schlüpfte ins Gebäude, ich fand mich in einem großen Saal wieder, am Ende des Saals stand ein Thron aus schwarzem Marmor. Mit rötlichen Edelsteinen an der Lehne, die zusammen mit weißen Diamanten das Symbol der Morneldar bildeten.
    Alles war schwarz, der Boden dunkles fast schwarzes Holz, der Raum wurde durch Fackeln erleuchtet, es gab auf der rechten Seite eine kleine Tür und auf der linken gegenüber dieser Tür eine identische. Gegenüber von der Flügeltür aus der ich getreten war, ganz am anderen Ende des Raumes, hinterm Thron war auch eine Flügeltür. An der Tür aus der ich gekommen war, stand eine Morneldar, sie war jung, ich schätzte sie unter 40 Jahren ein. Sie hatte schwarzes Haar mit silbernen Strähnen darin und aufmerksam grüne Augen, in denen kleine Fünkchen tanzten. Sie trug ein schwarzes, eher praktisches als hübsches Kleid, dass mit Leder verstärkt war. Auf dem Kleid prangte das Symbol, zu dem Kleid trug sie eine hübsche dunkelgrüne Hose und schwarze Stiefel, wieder mit dem Symbol der Morneldar. Sie musterte mich kurz.
    „Du musst wohl Naira sein“, murmelte sie fast wie in Gedanken versunken und blickte mir aber in die Augen, als ob sie mich durchleuchten wollte.
    „Mein Vater kommt gleich, setz dich doch solange“, plötzlich bot sie mir ein Stuhl an, der vorher nicht dagewesen war.
    Ich setzte mich und fragte: „Du bist Luminds Tochter“?
    Sie nickte: „Ja er ist wie ein Vater für mich, ich bin aber eigentlich Waise“.
    Kaum hatte sie das gesagt öffnete sich eine der seitlichen Türen und Lumind trat heraus: „Ah Naira du bist ja schon hier“.
    „Uialiel kannst du uns vielleicht allein lassen“?, fragte er seine vermeintliche Tochter
    „Du findest mich auf den Trainingsplatz, falls du mich suchst“, meinte sie und verließ das Gebäude durch die Flügeltür hinterm Thron. Ich blickte ihr hinter her und überlegte, wie es wohl war, als Morneldar aufzuwachsen.

    Lumind wartete kurz bis die Türen ins Schloss fielen, dann wendete er sich mir zu.
    „Gehts dir gut“, fragte er mich scheinbar besorgt.
    „Das interessiert dich doch gar nicht“, gab ich ruhig zurück.
    „Natürlich interessiert es mich, ob es meiner neuen Rekrutin gut geht“, erwiderte Lumind und lächelte mich mit diesem lächeln an. Das schlimmste Lächeln, das es geben konnte, indem nicht die geringste Wärme lag sondern nur dieses abschätzige etwas.
    „Ich blickte zur Tür hinter der Uialiel verschwunden war. Ist sie das für dich, eine Rekrutin“?
    „Lass Uialiel daraus“, befahl Lumind kühl.
    „Du bist ein Monster Lumind“, erklärte ich und sah ihn wütend an.
    „Ich tue was getan werden muss“, verbesserte Lumind uns sah mich bestimmt an.
    „Ach ja“?, fragte ich und sah ihn herausfordernd an.
    Er nickte: „Ja wirklich, hör zu, ich erzähle dir jetzt eine Geschichte, meine Geschichte. Ich wurde im ersten Zeitalter geboren, mein Vater, ein Valar namens Melkor, meine Mutter eine Elbin aus dem Volk der Avari, soviel hat mein Vater mir damals gesagt, aber ich bin ohne sie aufgewachsen. Da war nur Melkor und von dem möchte man nicht behaupten, dass er ein guter Vater war. Er nannte mich jedenfalls Lumind, was ja soviel heißt wie Schattenherz. Ich sollte ihm danken, es ist seine Macht, der ich meine Macht zu verdanken habe. Diese Macht wurde an mich weitergegeben, jedenfalls hat er mich zu dem gemacht, der ich heute bin und er hat mich so gut trainiert, wie es kein anderer vermocht hätte. Doch dann kam Sauron ins Spiel, er hat sich meinem Vater als Diener nützlich gemacht. Mich hat Melkor dabei komplett vergessen, ich habe immer gegen Sauron gewetteifert und tief im inneren wusste ich, das ich besser war als er, viel besser. Sauron war auch alles wofür ich ihn gehalten hatte, denn als wir in den Krieg zogen und eine Niederlage in Sicht war, versteckte er sich, zu Feige sich zu stellen. Das war das Ende meines Vaters. Unsere Gegner kämpften noch gegen mich, sie suchten nach einer Möglichkeit mich zu zerstören und wenn sie eine vernünftige gefunden hätten, dann wärt ihr jetzt besser dran. Jetzt kommt nämlich der Teil der Geschichte, der immer ausgelassen wird, denn ich scharte Elben, um mich. Erst habe ich die willigen ausgewählt, die die tief im inneren Dunkelheit hatten, wie ich, ich gab ihnen die Möglichkeit Macht zu bekommen, sie haben danach gegriffen und ich übertrug einen klitzekleinen Teil meiner Macht auf jeden, der mir schwor zu dienen. Denn bevor Melkor für immer verschwand übertrug er seine gesamte Macht auf mich, so konnte ich geringe Mengen an meine neuen Rekruten abgeben. Die Morneldar nannte ich uns nach einiger Zeit und ich arbeitete daran immer mehr zu rekrutieren, ich suchte irgendwann gar nicht mehr nach innerer Dunkelheit, wenn sie sich mir nicht unterordneten, sorgte ich anders dafür“, er sah mich vielsagend an mich erfasste auf einmal eine rasende Wut auf Lumind: „Du hast unschuldige Elben zu so etwas wie Sklaven gemacht“.
    „Ach komm schon Naira, am Ende war es doch ihre Entscheidung sich anzuschließen oder etwa nicht“?
    Ich schwieg, wie viele Elben in diesem Lager, waren wohl Opfer seiner Folter geworden.
    „Wie viele sind nicht freiwillig hier“, dachte ich.
    „Nun eines Tages tauchte jedenfalls Sauron bei mir auf“, erzählte Lumind weiter, „und er fragte mich, ob ich mit ihm zusammenarbeiten würde, ich ging darauf ein, denn er hatte einen guten Plan. Das Schmieden der Ringe war gerade im Gange und Sauron erzählte von seiner Idee vom Meisterring. Es lief alles ziemlich gut und wir waren fast am Ziel unseres Plans. Als das letzte Bündnis uns a<griff, von den Morneldar wird zwar nie was erzählt, aber sie haben an Saurons Seite gestanden, bis zum Schluss und als dann Isildur Sauron den Ring vom Finger schnitt, wurde ich von der Machtwelle die Saurons Zerstörung auslöste mitgezogen. Alle wähnten sich in Sicherheit uns beide zerstört. Jahrelang war alles woran ich mich erinnerte tiefste schwärze. Bis ich irgendwann neue Kraft spürte. Meine Macht war zurückgekehrt, doch nutzlos. Denn ich war gefangen, ich drängte dagegen an, doch es war nur schwärze. Doch es drang Licht in die Schwärze und indem Moment, als Sauron durch den Ring zerstört wurde kam ich frei, mächtiger als zuvor, da nun auch der Rest von Saurons Kräften in mir ist“, er beendete seinen Redefluss, „nun und jetzt, jetzt bin ich hier. Denn jetzt ist meine Zeit gekommen, endlich“!
    Er sah mich mit einem irren Funkeln in den Augen an.
    „Was willst du jetzt von mir“?, fragte ich.
    „Na du sollst dich mir als Rekrutin anschließen. Jetzt kommt der Punkt an dem du mir die treue schwören wirst und dich den Morneldar anschließt“, er lächelte mich an.
    Ich schnappte nach Luft: „Das kannst du nicht von mir verlangen“.
    „Das tue ich gerade“, erwiderte Lumind.
    „Ich muss darüber nachdenken“, erklärte ich, nur um es herauszuzögern.
    „Gut, ich gebe dir einen Tag Zeit“, entschied Lumind.
    „Besser als nichts“, dachte ich.
    „Du kannst gehen“, entließ mich Lumind.
    Ich verließ das große Gebäude durch die Tür, durch die ich auch gekommen war. Danach lief ich um das Gebäude herum, der Lagerwall lief ziemlich direkt an der hinteren Treppe des Gebäudes entlang, nur ein kleiner Abstand war da. Doch es gab an der Stelle auch eine Tür im Wall. Ich überlegte wo die Tür hinführen könnte und lief auf die hintere Treppe des Gebäudes zu, durch die Lücke zwischen Hintertreppe und Wall, neugierig drückte ich die Klinke der Tür im Wall nach unten, sie öffnete sich und ich trat auf den Dahinter liegenden Platz.

    Pfeile zischten über den, ebenfalls von einem Wall umgebenen Platz, durch die Luft und trafen auf Zielscheiben oder daneben. Sämtliche Morneldar übten sich im Schwertkampf oder droschen auf Strohgegner ein. Eine Weile beobachtete ich einfach nur das rege treiben auf dem Platz, bis jemand mich antippte.
    „Wolltest du nur rumstehen´“?, fragte Uialiel, „ich könnte dir auch einen Gegner suchen, wenn du willst, es ist bestimmt jemand für einen Trainingskampf frei...“
    „Iali“, rief jemand und eine Elbin in Uialiels Alter kam neben ihr zum stehen, „ich habe dich gesucht“.
    „Oh Ywi wie du siehst bin ich hier. Ich suche Naira hier“, Ualilel deutete auf mich, „gerade einen passenden Gegner für einen Trainingskampf, möchtest du mir helfen“.
    „Natürlich“, willigte die andere Elbin sofort ein, ihr Haar war blond und ihre Augen braun mit den typischen roten Funken, sie trug ein Kleid, das haargenau so aussah, wie das Kleid, das Uialiel trug.
    In dem Moment öffnete sich die Tür zum Trainingsplatz und Morfirion trat ein. Uialiel drehte sich um und als sie sah, wer da durch das Tor kam, fingen ihre Augen an zu glänzen. Sie blickte zu ihrer Freunde und diese nickte eifrig, ich wurde von beiden gepackt und Richtung Morfirion gezogen.
    Morfirion sah beobachtete das ganze amüsiert, worauf ich ihn wütend an funkelte.
    „Uialiel und Nywien, habt ihr beide etwa schon wieder etwas ausgeheckt“?, fragte Morfirion die beiden jungen Elbinnen darauf hin.
    Nywien forderte darauf: „Wir wollen das du einen Trainingskampf machst, gegen Naira“!
    „Genau“, bekräftigte Uialiel.
    „Tja ich fürchte dann habe ich keine Wahl“, meinte Morfirion schmunzelnd.
    „Dahinten ist noch viel Platz“, erklärte Ualiel und deutete auf eine noch freie Fläche auf dem Platz.
    „Gut dann dort“, Morfirion machte sich auf den Weg dort hin.
    Ich gab mich geschlagen und folgte ihnen zu der freien Stelle.









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