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Jasmin’s letzte Hoffnung

Jasmin wird in der Schule gemobbt. Sie droht daran emotional zu zerbrechen und sieht den Tod als ihren einzigen Ausweg.

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    Steckbrief:

    Name: Jasmin Ruprecht

    Alter: 14 Jahre

    Familie: eine Stiefmutter und ein Stiefvater, keine Geschwister

    Charakter: lieb, still, introvertiert, selbstlos

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    Kapitel1: Attron

    Ich warf mir meinen Ranzen über, öffnete die Haustür und stürmte hinaus. Ich war mal wieder spät dran. So schnell ich konnte eilte ich zur Bushaltestelle, jedoch kam ich zu spät: mein Bus mit der Nummer 36 fuhr gerade weg. „Na toll!”, fluchte ich im Stillen. Ich hetzte noch einmal nach Hause, um mein Fahrrad zu holen. Ich schwang mich auf den Sitz und radelte los.

    Ich klopfte an die Tür des Klassenzimmers, der Schule, die ich seit zwei Wochen neu besuchte. „Herein!”, ertönte Frau Engels schrille Stimme. Zögerlich öffnete ich sie und betrat den Raum mit gesenktem Blick. „Oh, Jasmin, schon wieder verschlafen?”, fragte sie und die ganze Klasse begann über mich zu lachen. „Entschuldigung für die Verspätung.”, sagte ich leise und setzte mich auf meinen Platz. „Hast Du Deinen Wecker mal wieder nicht gehört, hm?”, säuselte Veronika, meine Sitznachbarin. Sie war die Klassenzicke und hatte sie extra neben mich gesetzt, um mich fertig zu machen. Keine Ahnung, wieso sie einen solchen Hass auf mich hegte. Ich hatte ihr nie ein Haar gekrümmt, schließlich kann ich kann ich keiner Fliege etwas zuleide tun, wirklich! Ich ignorierte sie, da mir nichts einfiel, wie ich sie kontern konnte. Es hätte sowieso nichts gebracht, wenn ich mich verteidigt hätte. Das Mobbing ward sonst noch schlimmer. Ich war eh schon kurz davor, daran emotional zu zerbrechen. Ich hatte niemanden, der mir half, im Gegenteil: sogar meine Eltern (eigentlich Stiefeltern, aber egal, sie können mich ja alle nicht leiden!) hatten sich gegen mich verschworen. Manchmal dachte ich, es wäre besser zu sterben, um meinem Leid zu entkommen. Ich war schon des Öfteren kurz davor, Suizid zu begehen, doch irgendetwas hatte mich immer daran gehindert. „Heute nicht!”, beschloss ich im Stillen, „heute wird mich nichts mehr aufhalten!” Ich packte meinen Mini-Laptop aus und wollte das, was am Smartboard stand, darauf übertragen, aber Veronika entriss ihn mir. Böse grinste sie mich an und tat so, als ob sie ihn aus dem geöffneten Fenster werfen wollte. Dort unten befand sich der Schulgarten mit einem Teich. Also wenn sie ihn fallen ließe, Prost Mahlzeit! Meine Eltern mussten ihn dann bezahlen, denn ich bekam schließlich kein Taschengeld und das bedeutete für mich wahrscheinlich eine Tracht Prügel. „Nein!”, schrie ich; ich konnte mich nicht beherrschen. Frau Engel drehte sich von der Tafel um. Bevor unsere Lehrerin Veronika in flagranti erwischen konnte, dass sie meinen Laptop weggenommen hatte, ließ sie ihn in letzter Sekunde aus dem Fenster fallen. Schockiert starrte ich meine Klassenkameradin an. Sie setzte eine unschuldige Visage auf und begann weiter an ihrem Laptop zu schreiben. Frau Engel starrte mich nun mit bohrendem Blick an. „ZUR DIREKTORIN MIT DIR, AUF DER STELLE!“, donnerte sie und deutete mit ihrem knorrigen Finger zur Tür. Gehorsam und mit gesenktem Kopf verließ ich den Raum. Ich ging jedoch nicht zur Schulleiterin. Ich machte mich auf den Weg zur Toilette. Ich wusste zwar, dass überall - abgesehen von den Toilettenkabinen - Überwachungskameras installiert waren, doch es interessierte mich nicht im geringsten. Ich wollte es endlich vollenden. Jetzt war meiner Meinung nach der passende Zeitpunkt hierfür. Jetzt oder nie! Ich wollte am Büro von Frau Wiesel, der Direktorin vorbeilaufen, jedoch öffnete sich plötzlich automatisch die Tür und schubste mich um. „Na, wo wollen wir denn hin?“, ertönte Frau Wiesels Stimme. Ich rappelte mich auf und rannte in Richtung Toilette. Ich wollte die Tür öffnen, der Riegel saß fest. Ich stieß einen traurigen Seufzer aus. Mit gesenktem Blick kehrte ich zum Büro der Schulleiterin zurück und betrat dieses. „WO SIND DEINE MANIEREN! ERST STÖRST DU DEN UNTERRICHT, DANN WILLST DU AUCH NOCH SCHWÄNZEN! DAS WIRD BITTERE KONSEQUENZEN NACH SICH ZIEHEN!“, herrschte die junge Frau mich an. Sie besaß kurzes dunkles Haar, braune Augen, trug einen schwarzen Anzug mit roter Fliege und schwarze Ohrringe. „I-I-Ich wollte nicht-“ „SPAR DIR DEINE AUSFLÜCHTE!”, herrschte sie mich an. „Jawohl.”, erwiderte ich leise und gehorsam. „Du willst Dich wohl bei mir ein schleimen, was?”, meinte sie und tippte etwas an ihrem Laptop. Ich fiel urplötzlich und ohne jeglichen Grund der Länge nach hin. Ein Seil erschien aus dem Nichts und fesselte meine Hände und Füße in der Mitte meines Rückens zusammen. Ich konnte nichts dagegen ausrichten. Ich schwebte in die Luft und raste mit dem Kopf voran auf das geschlossene Fenster zu. Instinktiv schloss ich meine ultramarinblauen Augen. „Nein, nein, nein! Oh, bitte, bitte nicht!”, flehte ich und wimmerte vor Angst. Frau Wiesel stieß ein sadistisches Lachen aus. Ich knallte mit dem Kopf gegen das Fenster und hörte wie das Glast zerbarst. Dann wurde ich bewusstlos.

    Schweißgebadet schreckte ich auf meiner Matratze hoch. Wieder einer meiner Alpträume! Ich schaltete meine Nachttischlampe ein, um erkennen zu können, welche Uhrzeit mein Wecker anzeigte: 3.15 Uhr. Ich setzte mich auf. Ich wollte nicht mehr schlafen, obwohl ich hundemüde war. Ich hätte es wahrscheinlich auch nicht gekonnt. Tränen rannen mir über beide Wangen. Ich wollte nicht schon wieder ans Mobbing erinnert werden. Allein der Gedanke bereitete mir Bauchschmerzen. „In ein paar Stunden muss ich in die Schule!”, fiel mir schlagartig ein. „Das Mobbing geht ja dann weiter!”, realisierte ich.

    Als ich neu in die Klasse kam, war ich etwas still und schüchtern, da mir die Leute fremd waren. Deshalb fand mich Veronika uncool und fing an mich etwas zu sticheln, außerdem lästerte sie auch mit den Anderen. Irgendwann fingen Emilia, Yasmin und Hedwig ebenfalls noch damit an, bis die ganze Klasse beteiligt war. Bei Veronika wehrte ich mich noch, nur leider brachte es rein gar nichts, im Gegenteil: wenn ich irgendetwas sagte, machte sich sich einfach über mich lustig. Darum gab ich es nach kurzer Zeit auf, aber dann fingen meine Mitschüler an mich als Opfer zu bezeichnen. In der zweiten Woche wurde es härter: wenn ich den Klassenraum verlassen wollte, stellte man mir ein Bein, selbst an der Treppe. Einmal kam es sogar so weit, dass ich diese hinunter stürzte und bewusstlos wurde. Im Schulkrankenhaus erwachte ich etwas später mit einer Gehirnerschütterung und vielerlei Prellungen.

    Eigentlich wollte ich überhaupt nicht daran denken, aber dieser blöde Traum hatte mich an all die schrecklichen Erlebnisse erinnert, obwohl ich mir solche Mühe gab alles, was möglich war, zu verdrängen.
    Meinen Eltern - eigentlich Stiefeltern; meine leiblichen sind tot - konnte ich es sowieso nicht erzählen, da es ihnen eh egal war. „Alles, was mich betrifft, interessiert sie nicht!” Dieser Gedanke ließ mein Herz in tausend Stücke zerspringen. „Warum bin ich Euch nur so egal?”, heulte ich, „warum bin ich fast jedem egal?” Ich stand auf. Ich wollte nicht mehr leben - seit Ewigkeiten gefühlt! Ich konnte das Alles nicht mehr ertragen! Jetzt war doch ein geeigneter Zeitpunkt, um alles zu beenden. Ich ging zu meinem Stapel Bekleidung - ich besaß keinen Kleiderschrank - nahm mir meine Jeans und zog ein Taschenmesser aus der Hosentasche. Ich ließ es aufschnappen. Nachdenklich betrachtete ich die Klinge, dann die Stelle meines Arms, an der sich die Pulsschlagader befinden musste. Ich erhob die Klinge und war bereit zuzustechen. In diesem Moment knallte etwas gegen meine Fensterscheibe. Vor Schreck ließ ich das Messer fallen. Langsam ging ich zum Fenster und blickte hinaus. In der Finsternis war es schwierig überhaupt etwas zu erkennen, aber ich sah das Etwas, das sich abmühte, sich am Rand der Fensterbank festzuhalten. Schnell öffnete ich das Fenster, streckte meine Hand aus nahm das kleine Geschöpf vorsichtig und behutsam. Es war ungefähr so groß wie ein Chihuahua, besaß blau-lilafarbenes Fell, zwei kleine wolfs- ähnliche
    Ohren, einen Schwanz, der ein bisschen an einen Waschbären erinnerte und süße Knopfaugen. Es war ein Fetris! Fetris (Aussprache: Fee-riss) sind eine außerputalianische (Aussprache: außer-putal-lianisch) Lebensform, die auf dem Planeten Mordint (Aussprache: Morr-diehn) beheimatet sind. Putalia ist der Planet, auf dem ich lebe und ähnelt stark der Erde, die seit vielen Jahren unbewohnt ist, da der Klimawandel sie in eine komplette Wüste verwandelt hat. Das kleine Ding zitterte etwas in meinen Händen. Ich streichelte es zur Beruhigung.
    Es wollte jedoch nicht damit aufhören und schien irgendetwas auf Mordintisch zu berichten, was ich natürlich in keiner Weise verstand. Ich deutete an, dass es warten solle und wühlte wieder zwischen meinen Bekleidungsstücken herum. In der Tasche eines schwarzen Hoodies fand ich nun jenes, was ich suchte. Es war lila und erinnerte an eine Tablette, jedoch war es nichts zum Einnehmen. Ich nahm es in die Hand und drückte es. Ich spürte ein Kribbeln in meinem gesamten Körper. Es hielt aber nicht lange an. Ich drehte mich nun um. Ob es geklappt hat?, fragte ich mich im Stillen. "Was wolltest Du mir sagen?", erkundigte ich mich nun.

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