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Harry Potter Fanfiktion - Mein erstes Jahr in Hogwarts

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6 Kapitel - 9.951 Wörter - Erstellt von: - Aktualisiert am: - Entwickelt am: - 3.900 mal aufgerufen - User-Bewertung: 3.93 von 5.0 - 54 Stimmen- Die Geschichte ist noch in Arbeit - 10 Personen gefällt es

Flora Lynch wächst bei ihren Eltern in einem Haus in London auf. Sie geht dort zur Schule, tut alles, was man als elfjähriges Mädchen sonst noch macht - kurzum, sie führt ein ganz normales Leben... bis auf einmal der Tag kommt, an dem sich alles verändert. Sie erhält einen mysteriösen Brief - ein Brief aus Hogwarts, der Schule für Hexerei und Zauberei. Und damit beginnt das größte Abenteuer ihres Lebens...

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    ((blue))Hallo an alle, die hier vorbeischauen!((eblue)) Wie schon erwähnt, schreibe ich eine Harry Potter- Fanfiktion. Meine Geschichte spielt in der
    Hallo an alle, die hier vorbeischauen!
    Wie schon erwähnt, schreibe ich eine Harry Potter- Fanfiktion.

    Meine Geschichte spielt in der nächsten Generation, das heißt, im achten Teil (Das verwunschene Kind) Das wiederum heißt, die Kinder von Harry, Ginny, Hermine, Ron usw. sind jetzt auf Hogwarts. Von dem Rest könnt ihr euch einfach überraschen lassen!

    (Da ich nicht viele Informationen über die Lehrer und Schüler im Hogwarts der next Generation habe, habe ich mir einfach welche ausgedacht. Wenn hier irgendwas nicht stimmt, dann sorry.)

    1. Kapitel:
    Ein Tag voller Missgeschicke


    Ich flog durch die Luft. Eine kühle Brise strich mir die Haare aus dem Gesicht.
    Unter mir wurden die Häuser und Straßen immer kleiner….
    „Flora? Bitte wiederhole, was ich gesagt habe!“
    Ich erwachte aus meinen Tagträumen und blinzelte. Die ganze Klasse starrte mich an.
    „Ja?“, forderte meine Lehrerin, Mrs. Lee, mich auf und fummelte an ihrem Kaffeebecher herum.
    „Ähm...“ Die vielen Blicke machten mich echt nervös. Ich kam mir vor wie auf einem Verhör.
    Mrs. Lee seufzte. „Ich vermute, du hast wieder mal geschlafen. Celina, wiederhole bitte, was ich gesagt habe.“
    Ich wandte mich meiner Klassenkameradin zu. Celina Warren war fast ein Jahr älter als ich und die wohl beliebteste Schülerin an der London West Primary School.
    (Diese Schule gibt es nicht, nur so zur Information)
    Leider aber auch die zickigste.
    „Wenn zwei Erdplatten aufeinanderstoßen, wie es zum Beispiel in Japan der Fall ist, verschieben sie sich gegeneinander, oder eine Platte taucht unter der anderen ab. Dadurch entsteht Vulkanismus und es kommt zu Erdbeben“, rasselte Celina herunter.
    „Korrekt.“
    Ich musste mich bemühen, nicht wieder abzuschweifen. Celina drehte sich um, warf mir einen hämischen Blick zu und zischte: „Tja, es wundert mich nicht, dass dich niemand mag...“
    Wütend ballte ich die Fäuste. Jeder aus meiner Klasse wusste, dass Celina und ich seit unserem ersten Schultag verfeindet waren.
    Celina Warren war selbstbewusst, schlau und trug immer die neuesten Markenklamotten. Sie sah zu jedem Anlass toll aus, das konnte selbst ich nicht leugnen. Dazu kam noch, dass sie äußerst hübsch war mit ihren glatten blonden Haaren, den blauen Augen und dem bezaubernden Lächeln.
    Ich dagegen war das genaue Gegenteil. Ich hatte einfache, dunkelbraune, lockige Haare und trug meist langweilige Jeans. Alle hielten mich für seltsam und unnormal. Und wenn ich darüber nachdachte.. eigentlich stimmte das ja auch.
    Trotzdem wollte ich mich nicht von Celina einschüchtern lassen.
    Ich erwiderte ihren Blick und antwortete: „Wenn du wirklich so schlau wärst, wie du angeblich bist, dann wüsstest du, was gut für dich ist und was nicht!“
    „Was soll das denn wieder heißen, Lynch?“
    „Das soll heißen, dass du mich endlich in Ruhe lassen sollst!“, giftete ich zurück.
    Celina grinste hochmütig, warf ihre Haare nach hinten und drehte sich wieder um.
    Ich wusste jetzt schon, dass sie sich rächen würde. Aber aufgeben würde ich nicht.

    Den restlichen Unterricht blieb ich still, doch Celinas Worte trieben mir immer wieder in den Sinn.
    Es wundert mich nicht, dass dich niemand mag…
    Es gongte. Ich packte meine Sachen zusammen und wollte hinausgehen, doch Celina stellte sich mir in den Weg. Sie war allein.
    „Was ist denn jetzt schon wieder los?“, wollte ich wissen.
    Celina gab mir einen kräftigen Stoß, sodass ich das Gleichgewicht verlor und mit dem Kopf gegen die Wand hinter mir krachte.
    „Ich sag dir gleich, was jetzt schon wieder los ist!“, spuckte Celina mir ins Gesicht.
    „Ach ja?“ Meine Wut, in den letzten Tagen immer kurz vor dem Siedepunkt, kochte wieder hoch.
    Celina ging auf mich zu und starrte mir mit einem hasserfüllten Blick in die Augen.
    Ich nutzte die Chance und versetzte ihr einen kräftigen Tritt.
    „Du kleine, widerliche...“ Celina presste mich an die Wand, holte mit der Hand aus, als sie plötzlich zu Boden stürzte und sich mit schmerzverzerrtem Gesicht den Fuß hielt.
    Ich starrte sie an und sie starrte zurück. Dann rappelte Celina sich auf, musste sich jedoch am Kartenständer festhalten.
    „Das wird ein Nachspiel haben, Lynch!“ Damit humpelte sie nach draußen.
    Ich blinzelte. War mein Verstand mal wieder mit mir durchgegangen?
    Draußen kreischte ein Vogel und ich bemerkte, dass die Schule schon längst verlassen war.
    Ich nahm meinen Ranzen und wollte wieder zur Tür gehen, als ich auf einmal stolperte. Und zwar über meine Schnürsenkel. Ich schaffte es gerade noch, mich am Lehrertisch festzuhalten... dann machte es schwapp und irgendetwas Heißes ergoss sich über meine Schuhe. So wie es roch, war es der Kaffee von Mrs. Lee. Oh, echt jetzt! Das war ja wohl der Höhepunkt des Tages.
    Ich zog meine Schuhe aus, schüttete den Kaffee raus und zog sie wieder an. Dann band ich mir wieder ordentlich die Schnürsenkel zu, und rannte, sorgfältig drauf bedacht, keine weiteren Fehler zu machen, so schnell ich konnte, nach Hause.

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    ((bold))((maroon))((unli))2. Kapitel:((eunli))((emaroon)) Eine seltsame Nachricht((ebold)) Am nächsten Morgen riss mich ein lautes Klingeln aus dem S
    2. Kapitel:
    Eine seltsame Nachricht


    Am nächsten Morgen riss mich ein lautes Klingeln aus dem Schlaf. Stöhnend tastete ich nach meinem Wecker, um ihn auszuschalten. Dann wälzte ich mich auf den Rücken, um aufzustehen und mich für die Schule fertigzumachen. Auf einmal dämmerte etwas in meinem Gedächtnis. Was war es bloß? Während ich mich aufsetzte und meine Socken anzog, fiel es mir wieder ein. Heute war der 2. Juli - und somit der erste Ferientag. Und ich Schussel hatte natürlich gestern vergessen, meinen Wecker auszustellen. Na toll.
    Aber jetzt war ich wach, daran war nichts zu ändern, also konnte ich genauso gut gleich runtergehen und Frühstück vorbereiten.
    Ich öffnete meine Zimmertür, schlich ganz leise den Flur entlang, tapste die Treppe runter und trat in die Küche.

    Ich wäre auf alles vorbereitet gewesen, das ich dort gefunden hätte, aber auf das, was ich sah, ganz sicher nicht.

    Auf dem Küchentisch saß eine große, weiße Schleiereule und machte sich an der Himbeermarmelade zu schaffen.
    Ich schloss die Augen und öffnete sie wieder. Auf - zu.
    Doch wie es schien, war es keine Halluzination gewesen, denn die Eule war immer noch da und futterte munter die Marmelade auf. Dann zog sie ihren Schnabel aus dem Glas und schaute mich mit ihren goldenen Augen aufmerksam an.
    Erst jetzt fiel mir auf, dass neben der Eule ein dicker Brief auf dem Boden lag.
    Ich ging hin, hob ihn auf und musterte ihn. Es sah nicht aus wie eine normale Stromrechnung oder so was in der Art.
    Der Brief war aus dickem, gelblichem Papier und verschlossen mit einem roten Wachssiegel - ein großesH und drumherum ein Löwe, ein Dachs, ein Adler und eine Schlange.
    Auf der anderen Seite fand ich die Adresse.

    Miss Flora Lynch
    Das grüne Schlafzimmer im ersten Stock
    King's Road 26
    London

    ( Falls jemand versuch, diese Adresse zu finden, die hab ich mir nur ausgedacht )

    Hinter mir quietschte plötzlich die Tür. Ich fuhr herum und sah meine Eltern im Türrahmen stehen. Beide starrten auf den Tisch.
    "Flora? Was ist hier los und was macht eine Eule auf dem Küchentisch?", fragte meine Mutter.
    "Und was hast du da in der Hand?", fügte mein Vater hinzu.
    "Ich habe gestern vergessen, meinen Wecker auszustellen und bin davon aufgewacht", fing ich an.
    "Also bin ich schon mal runter in die Küche gegangen. Und auf dem Tisch saß diese Eule", ich deutete auf den besagten Vogel, "und futterte die Marmelade auf. Das hier habe ich übrigens auf dem Boden gefunden."
    Ich hielt den Brief hoch. Meine Mutter warf einen Blick drauf.
    "Das grüne Schlafzimmer... seltsam. Nun, ich schlage vor, du machst ihn einfach auf."
    Ich fummelte am Siegel herum, schlitzte den Brief auf und zog ein paar Bögen Pergament heraus.
    "Was steht denn nun da?", erkundigte sich mein Vater neugierig. Ich begann, laut vorzulesen.

    "Sehr geehrte Miss Lynch,
    wir freuen uns, Ihnen mitteilen zu können, dass Sie an der Hogwarts-Schule für Hexerei und Zauberei aufgenommen sind. Beigelegt finden Sie eine Liste alles benötigten Bücher und Ausrüstungsgegenstände. Das Schuljahr beginnt am 1. September. Wir erwarten Ihre Eule spätestens am 31. Juli.
    Da Sie muggelstämmig sind, wird später einer unserer Lehrkräfte vorbeikommen und ihre Fragen beantworten. Mit freundlichen Grüßen - Filius Flitwick, Stellvertretender Schulleiter."


    Ich ließ den Brief sinken, während mein Kopf schwirrte. Hogwarts-Schule? Hexerei und Zauberei? Was sollte das bedeuten?
    Meine Mutter sprach aus, was wir alle dachten.
    "Ist das ein Scherz? Aber wer würde so etwas tun? Nach meinem Wissen gibt es keine Zauberei."
    Mein Dad ging an uns anderen beiden vorbei und nahm die Eule unter die Lupe.
    "Was mich interessiert, was macht die Eule hier? Eulen sind eigentlich doch nachtaktiv."
    "Weißt du, Dad, das ist mir auch klar. Ich glaube, die Eule hat den Brief gebracht", verkündete ich. Dad schaute mich ungläubig an.
    "Hör mal, Flora, das ist ja wirklich alles ziemlich merkwürdig, aber Eulen sind keine Briefträger!"
    Jaja, schon klar Dad. Wir wissen alle, dass du Vogelkundler bist, aber ich wette mit dir um mein ganzes Taschengeld, diese Eule ist absolut nicht normal.
    Ich sprach meine Gedanken nicht laut aus. Mein Vater hielt mich wahrscheinlich sowieso schon für verrückt.
    Wir entschieden uns dafür, abzuwarten, ließen die Schleiereule erstmal in Ruhe und frühstückten. Als ich mir gerade Erdbeermarmelade auf mein Brötchen schmierte(die Himbeermarmelade war leider alle), flatterte die Eule mit den Flügeln und hüpfte aus dem Fenster, das, wie ich erst jetzt bemerkte, einen Spalt weit offen stand. Die Eule landete auf auf dem Fensterbrett und flog dann davon. Ich winkte ihr hinterher.

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    ((bold))((teal))((unli))3. Kapitel:((eunli))((eteal)) Zaubererwelt((ebold)) Am frühen Nachmittag, ich saß gerade auf meinem Bett und las, klingelte

    3. Kapitel:
    Zaubererwelt


    Am frühen Nachmittag, ich saß gerade auf meinem Bett und las, klingelte es an der Haustür.
    "Flora, Liebes, wärst du so nett und machst die Tür auf? Das ist wahrscheinlich der Postbote", rief meine Mutter von irgendwoher.
    Ich sprang die Treppe runter und öffnete die Tür.
    "Hall-", ich brach ab. Hier war ja gar keiner! Ich blickte mich gründlich um, sah aber niemanden. Ich wollte die Haustür gerade wieder schließen, da-
    "Hier unten, Miss", ertönte eine quietschige Stimme.
    Ich schaute nach unten und erblickte das seltsamste Wesen, das ich je gesehen hatte.
    Tennisballgroße braune Augen starrten mich an. Das Wesen hatte riesige, fledermausartige Ohren und eine spitze Schnauze. Es trug eine Art Rock mit genau dem gleichen Wappen, das auf dem Siegel meines Briefs abgebildet war, und einen Hut, der Löcher für die Ohren hatte.
    Ich brauchte erstmal Zeit, um mich an den Anblick zu gewöhnen.
    Der Postbote war das nämlich auf jeden Fall nicht. Dafür war dieses Wesen viel zu klein. Und es war mir auch ein Rätsel, wie es überhaupt an die Klingel gekommen war.
    "Wer... wer bist du denn?", bekam ich heraus.
    "Winky, Miss. Winky, die Hauselfe. Es ist mir eine Ehre, Sie kennenzulernen!", bekam ich als Antwort.
    "Entschuldigung, aber was ist eine Hauselfe?", fragte ich verdutzt.
    Die Hauselfe verbeugte sich.
    "Winky arbeitet in Hogwarts mit den anderen Hauselfen, Miss, wir sind für die Reinigung, Instandhaltung und das Essen zuständig."
    "Aber in meinem Brief stand, dass eine Lehrkraft vorbeikommen würde...", bemerkte ich.
    "Ja, Miss, aber in Hogwarts ist leider eine Krankheit ausgebrochen..."
    "Eine Krankheit?", fragte ich entsetzt.
    Winky seufzte. "Ja, aber es ist nur ein harmloser Fall. Allerdings sind einige Lehrer ausgefallen und so wurde Winky geschickt, um Miss Lynch abzuholen."
    "Das bin bin zufällig ich", bemerkte ich.
    Winky strahlte.
    "Wäre Miss Lynch dann so nett und würde ihre Eltern holen?"
    Ich war es gar nicht gewöhnt, so angesprochen zu werden, dennoch nickte ich der Hauselfe zu und rannte zurück ins Haus.
    Dad war gerade dabei, das Geschirr abzuwaschen.
    Ich tippte ihn an der Schulter an.
    "Dad? Kannst du Mal kommen? Da ist eine Hauselfe vor der Tür..." "Bitte, was?"
    "Schau doch einfach mal selbst!" Ich schob Dad zur Tür und holte Mum. Als wir zurückkehrten, unterhielten sich Das und Winky bereits angeregt.
    "Das war also kein Witz? Es gibt wirklich Zauberei?", erkundigte sich Dad gerade. Winky nickte lebhaft.
    "Oh ja, Sir! Miss Lynch ist eine Hexe und sie wird bald nach Hogwarts gehen, der besten Schule für Hexerei und Zauberei auf der Welt!"
    "Das ist doch Unsinn", unterbrach Mum. "Es gibt so etwas nicht!"
    Winky drehte sich um.
    "Natürlich, Mrs Lynch, Winky kann es zeigen!"
    Die Hauselfe deutete mit einem Finger auf die Glasscheibe in unserer Haustür und schnippte. Die Glasscheibe brach auseinander.
    "Moment, was denken Sie sich dabei-" "Das müssen Sie reparieren", meine Eltern quatschen wild durcheinander. Winky zeigte auf die kaputte Glasscheibe und auf einmal wurde sie wie von Zauberhand wieder heil.
    Ich bekam meinen Mund gar nicht mehr zu.

    Schließlich zog Winky einen kleinen Beutel aus der Rocktasche und übergab ihn mir.
    Sie erklärte: "Das ist Flohpulver. Da Sie eine Hexe sind, hat das Zaubereiministerium Ihren Kamin an das Flohnetzwerk angeschlossen.
    In Ihrem Brief befindet sich eine Liste mit allen benötigten Materialien, die Sie in der Winkelgasse finden können.
    Dazu werfen Sie einfach etwas von diesem Pulver in ihren Kamin - der muss natürlich an sein -, treten sie ins Feuer und sagen sie 'Winkelgasse!'. Sie werden im Tropfenden Kessel landen, ein Pub in der Nähe der Winkelgasse. Die Wirtin wird Ihnen erklären, wie man von da aus zur Winkelgasse kommt.
    In Ihrem Brief ist auch eine Fahrkarte für den Schulzug."
    Winky schaute auf eine Uhr an ihrem Handgelenk. Zumindest glaubte ich, dass es eine Uhr war. Sie hatte statt Zeigern kleine Planeten, die sich um das Ziffernblatt bewegten.
    "Oh, es ist schon spät, Winky muss wieder zurück nach Hogwarts", rief die Hauselfe.
    "Auf Wiedersehen, Miss Lynch!"
    Und mit einem lauten Knall war Winky verschwunden.

    Die nächsten sechs Tage verbrachte ich unentwegt damit, meine Eltern anzubetteln.
    Ich wollte unbedingt auf diese Zauberschule. Erstens wäre ich Celina dann für immer los, was an sich schon eine herrliche Vorstellung war. Zweitens würde ich zaubern lernen. Wenn das nicht die absolute Sensation war. Drittens würde ich dort vielleicht Freunde finden, die genauso waren wie ich. Und ich hatte in meinem ganzen Leben noch nie Freunde gehabt.
    Doch es gab einen Haken an der Sache, und der war, dass meine Eltern auf keinen Fall wollten, dass ich an eine wildfremde Schule ging, dazu noch eine für Zauberei.
    Ich fand diese Schule jetzt schon toll, meine Eltern fanden sie jetzt schon schrecklich.
    Sie erlaubten mir noch nicht einmal, das Flohpulver zu benutzen, was Winky mir gegeben hatte, um in die Winkelgasse zu kommen.
    Am Abend des sechsten Tages hielt ich es nicht mehr aus. Ich wartete, bis meine Eltern schliefen und schlich mich dann nach unten ins Wohnzimmer. Leider wusste ich nicht, wo das Flohpulver war, und ich brauchte gefühlte acht Stunden, bis ich es endlich in einer kleinen Laterne oben auf einem Schrank fand. Das wurde jetzt aber auch mal Zeit.
    Ich schaute auf meine Armbanduhr. Drei Uhr morgens.
    Irgendwo in mir drin meldete sich mein Verstand. Oder so was in der Richtung.
    Du kannst doch nicht um drei Uhr morgens irgendwo in London herumschleichen!
    Aber ich war fest entschlossen. Niemand würde mich aufhalten können.
    Ich fummelte eine Streichholzschachtel aus der Tasche, warf ein bisschen Holz in den Kamin, holte tief Luft und zündete das Holz an.
    Es knisterte laut und ich schaute automatisch zur Decke und lauschte. Es bewegte sich nichts. Gut.
    Also nahm ich den kleinen Beutel mit dem Flohpulver, griff hinein und holte ein Handvoll glitzerndes Pulver heraus. Das war anscheinend das magische Flohpulver, das mich zu einer magischen Einkaufsstraße für Hexen und Zauberer führen würde. Ich konnte es gar nicht glauben.
    Apropos Einkauf. Vielleicht sollte ich ein wenig Geld mitnehmen….
    Schnell lief ich in mein Zimmer, wühlte in meinem Schrank und fischte ein paar Münzen heraus.
    Im Vorbeigehen schnappte ich mir noch schnell meinen Hogwarts-Brief. Winky zufolge war da schließlich eine Einkaufsliste drin. Oder wie man das in der Zaubererwelt eben nannte.
    Zwei Minuten später stand ich wieder im Wohnzimmer vorm Kamin, die Hand mit dem Flohpulver vor mir ausgestreckt.
    Tief Luft holen, dachte ich mir. Es wird schon funktionieren.
    Ich warf das pulvrige Zeug in die Flammen, die sofort smaragdgrün wurden und prasselnd in die Höhe schossen.
    Ich konnte mir einen Entsetzensschrei gerade noch verkneifen. Das konnte ja was werden.
    Zitternd trat ich ins Feuer und bereitete mich innerlich auf alle möglichen Dinge vor, die jetzt passieren konnten. Aber es fühlte sich angenehm warm an und ich schien auch nicht zu verbrennen.
    Trotzdem war es mir nicht ganz geheuer, in einem brennenden Kamin herumzustehen, also öffnete ich schnell meinen Mund und rief: „Winkelgasse!“
    Es war in etwa so, als würde ich in ein Rohr eingesaugt werden. Alles verschwamm vor meinen Augen und ich drehte mich rasend schnell um mich selbst. Hilfe, was war das denn für eine mordsgefährliche Aktion?
    Irgendwann wurde ich ein wenig langsamer, bis plötzlich das saugende Gefühl verschwand und ich hart auf einem Steinfußboden landete.

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    ((bold))((green))((unli))4. Kapitel:((eunli))((egreen)) Die Winkelgasse((ebold)) Ich rappelte mich auf, klopfte den Staub von meinen Sachen und sah mi
    4. Kapitel:
    Die Winkelgasse


    Ich rappelte mich auf, klopfte den Staub von meinen Sachen und sah mich um.
    Es war ziemlich düster hier, meine Augen brauchten etwas Zeit, um sich an das trübe Dämmerlich zu gewöhnen.
    Ich war offenbar in einem altmodischen kleinen und unscheinbaren Pub gelandet.
    Durch eines der Fenster konnte ich eine ausgestorbene Straße erkennen. Das wunderte mich nicht, es war halb vier morgens und alle vernünftigen Leute schliefen noch.
    Auch der Pub, in dem ich stand, war leer. Also begann ich, ihn erstmal gründlich zu untersuchen. Auf der Theke standen einige leere Gläser und in einer Ecke fand ich eine kleine Tafel, auf der ich ein paar Buchstaben erahnen konnte. Anscheinend war es so etwas wie eine Speisekarte.
    Hinter mir ertönte ein Poltern und ich zuckte zusammen.
    "Herzlich Willkommen im Tropfenden Kessel. Kann ich ihnen behilflich sein?"
    Ich wirbelte herum und sah eine freundlich aussehende, blonde Frau in der Tür stehen.
    „Ich bin Hannah Longbottom, Wirtin des Tropfenden Kessels. Was machst du so früh hier?“
    (Für alle, die es nicht wissen, Hannah Abbott, Haus Hufflepuff, Harrys Jahrgang, heiratet Neville Longbottom und übernimmt den Tropfenden Kessel)
    „Ähm… ich bin mit Flohpulver hergereist und möchte in die Winkelgasse“, erklärte ich. „Können Sie mir vielleicht den Weg dahin zeigen?“
    Hannah Longbottom nickte mir zu und führte mich durch den Pub zu einer Art Hintereingang.
    Dort standen ein paar säuberlich aufgestellte Mülltonnen vor einer roten Backsteinwand. Die Frau zog einen langen, dünnen Stab hervor, den ich neugierig beäugte, und klopfte damit auf einen Stein oberhalb der Mülltonnen.
    Der Stein begann zu wackeln und drehte sich dann um sich selbst. Die anderen Steine fingen ebenfalls an, zu ruckeln, und rutschten auseinander. Im Nu formte sich ein großer Bogen, der hinaus auf eine Straße führte. Mrs. Longbottom schob mich hindurch.
    „Wenn ich dir einen kleinen Tipp geben darf, verlauf dich nicht und geh auf keinen Fall in die Nokturngasse. Viel Spaß!“
    „Verlaufen? Nokturngasse?“, fragte ich. Aber Die Wirtin war bereits im Pub verschwunden.
    Die Steine schoben sich an ihren alten Platz zurück und der Eingang verschloss sich wieder.
    Also sah ich mich erstmal um.
    Ich befand mich auf einer kleinen Straße, die über und über mit Läden und Geschäften gesäumt war.
    Gegenüber von mir war eine Apotheke, ich glaubte jedenfalls, dass es eine war. Eine ganze Menge Fässer stand davor herum und laut Schild waren darin Käferaugen, die wohl gerade im Angebot waren.
    Ich kramte in meiner Hosentasche und holte den Hogwarts-Brief hervor. Im Innern fand ich neben meinem eigentlichen Brief noch eine Liste, auf der es hieß:
    Hogwarts-Schule für Hexerei und Zauberei – Benötigte Ausrüstung
    Darunter las ich etwas von Uniformen und Lehrbüchern.
    Ich beschloss, diese Gegend ein wenig auszukundschaften und gleichzeitig nach meinen Schulmaterialien Ausschau zu halten.
    Am Ende der Straße konnte ich ein hohes weißes Gebäude erkennen, auf dem in Goldbuchstaben stand: GRINGOTTS. Ich steuerte darauf zu.
    Die Türen öffneten sich automatisch, als ich mich ihnen näherte. Gleich darauf kam noch eine Tür. Die musste ich allerdings selbst aufschieben.
    Ich landete in einer riesigen Eingangshalle aus Marmor. Große Kerzenleuchter hingen an der Decke und tauchten alles in goldenes Licht. Beeindruckt blieb ich stehen. An beiden Seiten der Halle zogen sich lange Schalter entlang. Und vor diesen Schaltern saßen…. Wesen. Mal wieder hatte ich kein anderes Wort parat. Ich wollte mir diese Wesen genauer ansehen, als -
    „Was glotzen Sie denn so? Noch nie einen Kobold gesehen?“
    Eins der Wesen kam gerade auf mich zu. Es schob einen kleinen Karren vor sich her, in dem sich stapelweise Goldbarren befanden.
    „Wollen Sie Geld abholen?“, fragte der Kobold nun.
    Aha, das hier war also eine Bank.
    „Nein, das nicht. Aber könnten Sie mir sagen, wo ich diese Sachen herbekomme?“ Ich zeigte ihm meine Liste.
    „Sie sind offenbar muggelstämmig. Haben Sie das richtige Geld?“
    Ich holte ein paar Pfund aus der Tasche.
    „Das ist Muggelgeld. Tauschen Sie das am besten dort gleich ein.“ Der Kobold deutete auf einen anderen Kobold, der auf einem Hocker saß und Münzen zählte.
    „Also dann. Auf Wiedersehen.“ Und damit schob der Kobold sein Wägelchen davon. Ich verkniff mir die Bemerkung, dass er mir gar nicht gesagt hatte, wo ich was bekommen konnte und
    rannte zu dem anderen Kobold. Ich musste mich bemühen, auf dem glatten Boden nicht auszurutschen. Der Kobold sah auf.
    „Hallo… ich möchte bitte Muggelgeld tauschen“, verkündete ich und legte mein Taschengeld auf den Tisch.
    Der Kobold nahm es ohne ein Wort entgegen und begann, zu zählen. Derweil schaute ich mir die anderen Kobolde an. Einer von ihnen wog gerade faustgroße Smaragde ab, ein zweiter kritzelte etwas in ein Buch. Hinter mir klackerte es und ich drehte mich wieder um. Der Kobold war fertig, öffnete eine Schublade und reichte mir ein paar Handvoll Münzen.
    „Die goldenen nennt man Galleonen, die silbernen sind Sickel und und die bronzenen Knuts“, sagte er noch, dann wandte er sich wieder seiner Arbeit zu.
    Wohl kein so gesprächiger Typ.
    Mit meinem neuen Geld machte ich mich auf nach draußen, um meine Sachen einzukaufen. Die meisten Geschäfte hatten jetzt glücklicherweise geöffnet.
    Nach einem Blick auf meine Liste beschloss ich, mit den Büchern anzufangen.
    Wo würde ich hier wohl Bücher finden?
    Vermutlich nicht bei Qualität für Quidditch, was auch immer das war, und auch nicht in Eeylops Eulenkaufhaus, das sagte der Name ja schon. Ich stöberte weiter, schaute in die Läden und begutachtete deren Inhalt.
    Bei einem Geschäft namens Flourish&Blotts wurde ich schließlich fündig. Im Schaufenster waren bergeweise Bücher ausgestellt, alte, staubige und neue, glänzende und auch solche, bei denen sich das Bild auf dem Buchdeckel bewegte.
    Ich drückte die Tür auf. Ein Glöckchen klingelte über meinem Kopf und der Geruch muffiger Bücher umfing mich.
    Von innen sah der Laden genauso aus wie das Schaufenster und es gab nur ein Wort, was mir hierzu einfiel. Bücher.
    Bücher stapelten sich bis an die Decke, lagen auf Tischen und in Ecken herum, standen in den Schränken. Wie sollte ich hier bloß durchsehen?
    Am besten jemanden fragen.
    Ich streckte mich und klingelte an dem Glöckchen über der Tür.
    Von hinten hörte man Schritte und ein älterer, grauhaariger Herr eilte herbei.
    „Ja? Was kann ich für Sie tun?“
    „Ich hätte gerne diese Bücher hier“, sagte ich und hielt ihm meine Bücherliste vor die Nase.
    „Gut, warten Sie einen Moment. Bin gleich wieder da.“
    Ich blätterte ein Buch auf und erschrak. Ein gruseliges aussehendes Tier war dort abgebildet. Es hatte graues Fell, gelbe Augen und heulte den Mond an. Schnell schlug ich das Buch wieder zu und las den Titel. Werwölfe – so schaurig, wie sie aussehen?
    „Ah, Sie haben unser neues Sortiment entdeckt – und das Buch würde ich an Ihrer Stelle nicht aufschlagen.“ Der Verkäufer war wieder da.
    „Zu spät“, sagte ich mehr zu mir selbst, nahm meine Bücher an mich und gab ihm ein paar Münzen.
    „Ach ja – können Sie mir sagen, wo ich Umhänge kaufen kann?“, fiel mir noch ein.
    „Umhänge?“, der Verkäufer kratzte sich an seinem Stoppelbart, „bei Madam Malkins. Bisschen weiter geradeaus, dann sehen Sie es schon rechts.“
    Ich bedankte mich und ging zum besagten Laden.
    Drinnen fand ich eine Frau vor, die mich sogleich begrüßte.
    „Hogwarts?“
    Ich nickte.
    „Gut, dann...“ Die Frau verschwand und kehrte mit einem Arm voller Umhänge zurück.
    Ich probierte sie an, bezahlte und fuhr mit meinem Einkauf fort.
    In der Apotheke kaufte ich eine ganze Kiste voll irgendwelcher seltsamer Zutaten, die man wohl für Zaubertränke brauchte, in einem anderen Laden erhielt ich einen Kessel, eine Waage und ein Sortiment an Glasflaschen.
    Schließlich blieb nur noch der Zauberstab übrig.
    Gespannt betrat ich Ollivanders – Gute Zauberstäbe seit 382 v. Chr. Eine Staubwolke wirbelte auf, als ich den Laden betrat.
    Hinter dem Ladentisch sah – und hörte – ich zwei Männer, die sich offenbar gerade über etwas unterhielten.
    „Ich bin ja immer noch dafür, Hippogreiffedern als Zauberstabkerne zu verwenden. Die eignen sich doch perfekt!“, meinte der eine, ein Junge mit verstrubbelten braunen Haaren.
    „Pff“, sagte der andere, ein alter Mann mit grauen Haaren, der Klamotten trug, wie sie vor zwanzig Jahren modern gewesen waren.
    „Ich bleibe bei Phönixfedern, Drachenherzfasern und Einhornhaaren. Wenn du diesen Laden irgendwann mal übernimmst, kannst du entscheiden, was du in die Zauberstäbe einbaust.
    Außerdem -“
    „Wenn du mal aufhörst mit Quatschen, würdest du vielleicht merken, dass wir einen Kunden haben“, unterbrach ihn der Junge. Er lief um ein paar Hocker herum, kam auf mich zu und sagte gut gelaunt: „Hi! Ich bin Liam Ollivander und das ist mein Ur – ur – ur - keine Ahnung wie viel – Großvater, Garrick Ollivander. Wer bist du eigentlich? Wusstest du übrigens, dass du aussiehst, als ob du eine Woche lang nicht geschlafen hättest? Willst du einen Zauberstab kaufen?“
    Ziemlich überrumpelt blieb ich stehen. „Ja, ich will einen Zauberstab kaufen. Ich heiße übrigens Flora – Flora Lynch. Und dass ich so aussehe, könnte daran liegen, dass ich diese Nacht tatsächlich nicht geschlafen habe.“
    Nun mischte sich auch der alte Mann ein.
    „Liam, du bist hier nicht zum Quatschen da und die Kunden auch nicht. Wenn ich mich recht erinnere, solltest du eigentlich die Regale putzen.“
    Liam schaute enttäuscht, wandte sich aber um und lief davon.
    Mr. Ollivander holte ein Maßband hervor und musterte es. Dann fragte er mich: „Sind Sie Rechts- oder Linkshänder?“
    „Linkshänder.“
    „Dann strecken Sie den linken Arm nach vorne.“
    Ich tat, was er sagte. Das Maßband rollte sich von allein aus, flog nach oben und legte sich auf meinen Arm. Mr. Ollivander las die Zahl ab und das Bandmaß schwebte zu meinem Kopf und maß den Abstand zwischen meinen Ohren und die Länge meiner Haare. Ich beobachtete es fasziniert.
    „Hm… ja… und die hier vielleicht.“
    Mr. Ollivander hob ein paar verstaubte Schachteln von den Regalen. Das Maßband machte auf einmal ein seltsames Geräusch, dass wie die Spülung einer Toilette klang, und landete mit einem Klappern auf dem Boden.
    „Diese Technik von heute“, schimpfte der Zauberstabmacher. „Die reinste Katastrophe. Aber das sollte genügen.“ Er öffnete eine von seinen Schachtel und nahm einen schwarzen Zauberstab heraus, genau so einen, wie die Wirtin des Tropfenden Kessels ihn gehabt hatte.
    „Buche, 11 Zoll, Drachenherzfaser. Nehmen Sie ihn einfach mal in die Hand und schwingen Sie ihn ein wenig.“
    Ich nahm den Zauberstab und wedelte damit herum. Die kleine Lampe auf dem Schreibtisch knirschte gefährlich. Oh je, hoffentlich brach jetzt nicht irgendwas zusammen oder es gab einen Stromausfall. Wenn diese Zaubererwelt überhaupt Strom kannte. Ich bezweifelte es.
    „Der ist es auf jeden Fall nicht“, verkündete Mr. Ollivander. „Vielleicht der hier…. Keine Ahnung… einen Versuch ist es wert.“ Er gab mir den nächsten Stab, diesmal einen aus sehr hellem Holz mit dunkler Spitze.
    „Apfelholz, 12 ¾ Zoll, Einhornhaar“, erklärte er.
    Ich ergriff den Zauberstab und ein warmes Gefühl schoss durch mich hindurch, als ich ihn schwang.
    Weiße Funken prasselten aus der Spitze. Begeistert nickte Ollivander.
    „Das ist ihr Zauberstab. Ich packe ihn ein.“

    Kurz darauf stand ich wieder vor dem Kamin im Tropfenden Kessel, bereit zur Heimreise.
    Wird schon schiefgehen, dachte ich mir, warf etwas Flohpulver in die Flammen und stellte mich hinein. Zum Glück hatte ich von meiner ersten Reise gelernt, kniff die Augen fest zusammen und presste die Arme dicht an meinen Körper. Die Welt begann sich zu drehen und alles verschwamm vor meinen Augen. Mir wurde mal wieder ziemlich übel. Allerdings hatte ich jetzt andere Sorgen. Bitte, bitte, mach, dass Mum und Dad noch schlafen, betete ich, als ich langsam zum Stillstand kam und aus dem Kamin purzelte.



    5
    ((navy))((bold))((unli))5. Kapitel:((eunli))((enavy)) Ärger, mehr Ärger und noch mehr Ärger((ebold)) Ich packte den Kaminsims und zog mich wieder a
    5. Kapitel:
    Ärger, mehr Ärger und noch mehr Ärger


    Ich packte den Kaminsims und zog mich wieder auf die Füße. Eins war klar, ich würde Flohpulver nie wieder benutzen.
    Ich richtete mich auf.
    Und blickte genau in zwei Paar Augen.
    Meine Eltern.
    Sekunden später brach das Donnerwetter los.
    So fühlte es sich jedenfalls an.
    Natürlich hatte ich schon erwartet, dass ich richtig Ärger bekommen würde. Schließlich war ich die halbe Nacht quer durch London gereist. So was war eigentlich gar nicht meine Art.
    Mum baute sich vor mir auf, die Hände in die Hüfte gestemmt.
    "Was hast du dir dabei gedacht, mitten in der Nacht, während wir tief schlafen, das Haus zu verlassen? Wolltest wohl einfach mal ein kleines Abenteuer erleben, oder was! Falls es dir schon mal aufgefallen ist, es ist fünf Uhr morgens!"
    Normalerweise wurde ich unter diesem Blick ungefähr zehn Zentimeter kleiner. Normalerweise hätte ich eine Entschuldigung gemurmelt und mich schnell in mein Zimmer verzogen. Oder ich hätte den Hagel von Beschimpfungen über mich ergehen lassen und wäre dann abgehauen.
    Aber heute wurde ich aus einem Grund, den nicht mal ich selbst wusste, wütend.
    "Ich hab dieses Pulver geschenkt bekommen! Ich sollte es dazu benutzen, um in die Winkelgasse zu gelangen! Ich dachte, man soll immer schön das tun, was einem befohlen wird? Und ich bin elf Jahre alt und kann auch mal zwei Stunden lang allein auskommen!", schoss ich zurück. Mit Erfolg, denn meine Eltern waren für einen Moment etwas überrumpelt. Die Chance nutzte ich, schnappte mir meine Sachen und verschwand schnell aus dem Zimmer, rannte die Treppe hoch und schlüpfte zurück in meine eigenen vier Wände. Erschöpft sank ich aufs Bett.
    Der nächtliche Ausflug würde Ärger bringen, das wusste ich. Aber er war es wert.
    Neugierig betrachtete ich meine neuen Schulsachen. Ein Buch mit dem Titel Phantastische Tierwesen und wo sie zu finden sind lag ganz oben. Ich blätterte es durch. Bilder, Zeichnungen und Steckbriefe von Tieren, von denen ich noch nie gehört hatte. Was zum Teufel war ein Niffler? Oder ein Murtlap?
    Würde ich so etwas in dieser Schule lernen?
    Unter dem Buch fand ich eine längliche Kiste, in der sich mein Zauberstab befand. Ich nahm ihn heraus. Das glatte Holz fühlte sich unter meinen Fingern angenehm kühl an. Ich griff nach dem nächstbesten Buch, das Lehrbuch der Zaubersprüche - Band eins, und schlug es auf.
    Als Überschrift stand auf der Seite groß "Alohomora". Ich überflog den Text darunter.
    Alohomora war dem Buch zufolge ein Öffnungszauber, der verschlossene Türen, Fenster und dergleichen öffnete.
    Schnell nahm ich meinen Zauberstab, ging zu Tür und schloss sie ab. Dann deutete ich mit dem Zauberstab auf das Schloss und sagte: "Alohomora!"
    Nichts passierte. Ich versuchte es noch einmal. Und wieder.
    Beim vierten Mal klickte das Schloss und die Tür sprang auf.
    "Wow!" Ich war begeistert. Meine Tür war aufgegangen! Von alleine! Na ja, ich hatte etwas nachgeholfen.
    Ob das wohl noch einmal funktionieren würde? Ich schloss die Tür erneut ab, richtete den Zauberstab darauf und sprach die Zauberformel.
    "Alohomora!"
    Diesmal klappte es gleich beim ersten Versuch.
    Ich schnappte mir mein Buch und suchte darin nach einem Schließzauber. Tatsächlich fand ich einen.
    Ich schnippte mit meinem Stab und flüsterte: "Colloportus!" Nichts. Aber wie beim ersten Mal versuchte ich es mehrmals. Leider passierte überhaupt nichts. Allerdings war ich ja noch ein totaler Anfänger.
    Ich zog eine Schublade unter meinem Bett auf und stopfte mein ganzes Zeug dort rein. Und ehe ich mich's versah, war ich auch schon eingeschlafen.

    Geweckt wurde ich von einem lauten Grummeln. Es dauerte eine Weile, bis mir auffiel, dass es mein Magen war.
    Oh.
    Meinem Wecker nach war es elf Uhr morgens. Ups.
    Hatte ich jetzt echt den ganzen Vormittag verschlafen?
    Sah so aus. Müde war ich jedenfalls nicht mehr. Und da ich in allen meinen Klamotten eingeschlafen war, musste ich mich jetzt auch nicht mehr anziehen.
    Praktisch.
    Schnell hüpfte ich aus dem Bett und rannte nach unten. Meine Eltern waren nicht da. Wahrscheinlich arbeiteten sie gerade. Mum und Dad waren nämlich Leiter einer Firma, die Getränke herstellte und verkaufte und dabei eine Menge Gewinn machte. Deshalb war es für meine Eltern auch so wichtig, arbeiten zu gehen.
    Ich holte mir Müsli aus dem Schrank und Obst aus dem Kühlschrank.
    Essen fertig.
    Im selben Moment knallte die Haustür. Oh nein.....
    Natürlich bemerkten Mum und Dad sofort, dass ich wieder wach war. Mum wollte schon wieder mit einer ihrer Standpauken anfangen, aber die Waschmaschine, die plötzlich anfing zu rattern und zu piepen. Meine Zauberkräfte waren wohl mal wieder am Start.
    Den Nachmittag über saß ich in meinem Zimmer herum, nachdem ich mir eine lange Beschwerde von meinem Dad anhören musste, weil ich es anscheinend irgendwie geschafft hatte, die Waschmaschine zu ruinieren.
    Den nächsten Tag verbrachte ich auch auf meinem Zimmer.
    Den übernächsten auch.
    Und den Rest der Woche auch.

    Inzwischen hatte die dritte Ferienwoche begonnen.
    Ich war es langsam leid, dauernd angemeckert zu werden. Denn meine Eltern wollten mich AUF KEINEN FALL nach Hogwarts gehen lassen. Ich verstand das überhaupt nicht. Was war denn so Schlimmes dabei?
    Aber Mum und Dad behagte die Vorstellung, eine unnormale Tochter zu haben, offenbar gar nicht. Einer der Nachteile für mich.
    Wenigstens durfte ich meine Schulsachen im Zimmer behalten. Mir war oft ziemlich langweilig, und so verbrachte ich viel Zeit damit, zu lesen und Zaubersprüche auszuprobieren. Inzwischen schaffte ich sogar Colloportus, worauf ich sehr stolz war.
    Damit verschloss ich dann meist meine Tür, falls Mum oder Dad versuchten, reinzukommen. Es klappte auch prima.

    Wenn ihr wissen wollt, wie meine vierte und fünfte Ferienwoche war, schaut mal im letzten Abschnitt, also der über diesem hier, und lest das Wort nach 'ziemlich'.
    Ich versuchte mich an neuen Zaubensprüchen, aber erst in der sechsten Ferienwoche gelang es mir, mein ehemals hellbraunes Paar Schuhe blau zu färben. Eigentlich hätte ich mich darüber gefreut, dass mir der Zauber gelungen war, aber in Wahrheit hate ich die Formel gemurmelt, mit der Dinge sich grün färbten. Das versetze meiner Freude einen klitzekleinen Dämpfer.

    6
    ((bold))((fuchsia))((unli))6. Kapitel:((eunli))((efuchsia)) Rose Granger-Weasley((ebold)) Am Anfang dieses Kapitels möchte ich mich einfach mal bei a
    6. Kapitel:
    Rose Granger-Weasley


    Am Anfang dieses Kapitels möchte ich mich einfach mal bei allen bedanken, die diese Geschichte gelesen und vielleicht auch einen Kommentar hinterlassen haben. Besonderen Dank an Tigerin und Koala-Girl, die meine Geschichte auch weiterlesen und mir viele tolle Tipps und Verbesserungsvorschläge geben. Danke! 🤗💛


    Lautes Geschrei drang durch mein (wohl bemerkt: geschlossenes!) Fenster. Genervt rollte ich in meinem Bett hin und her und hielt mir die Ohren zu.
    „Wie weit noch?“ - „Ein kleines Stück!“ - „Wir sind aber schon durch die halbe Stadt gewandert!“ - „Na und?“
    Ich stand auf und schaute nach draußen, um die Quelle des Lärms ausfindig zu machen. Es waren – meine Klassenkameraden. Angeführt von Celina Warren, marschierten sie im Gänsemarsch auf der Straße lang. Was hatten sie vor?
    Jedenfalls nervten sie.
    Mit einem heimtückischen Grinsen auf dem Gesicht zückte ich meinen Zauberstab und schwang ihn in Richtung der Kinderschar. Wenig später hörte ich einen Aufschrei.
    „Iiiiihhh! Meine Handtasche hat sich gelb gefärbt!“
    Ich prustete los vor Lachen.

    Am nächsten Tag musste ich wieder früh aufstehen. Montag. Ferien vorbei. Schule.
    Ich wusste, dass morgen, am Dienstag, der erste September war. Dann würde der Hogwarts-Express abfahren.
    Ich hatte mir bereits einen Plan zurechtgemacht.
    Aber diesen Tag musste ich erstmal überstehen.

    Zum Glück war er nicht so schrecklich wie gedacht. Ich musste nämlich die Schule wechseln, da die „Grundschule“ jetzt vorbei war. Aber wir hatten früh Schluss. Ich fuhr mit der Tube nach Hause, da die neue Schule viel weiter entfernt von meinem Zuhause lag.
    ( die Tube ist so eine Art Untergrundbahn unter den Straßen von London )
    In meinem Zimmer zog ich einen Koffer unter dem Bett hervor. Ich hatte die letzte Woche gepackt.
    Aufgeregt kontrollierte ich noch einmal alles. Kessel – drin. Umhänge und Unterwäsche – drin. Bücher und Zaubertrankzutaten – abgehakt. Zauberstab – nicht da!
    Ach so, den hatte ich ja gestern Abend benutzt. Ich packte ihn ein.

    Es war ein großer Vorteil, dass meine Eltern schon früh zur Arbeit mussten.
    Ich schrieb einen Zettel und legte ihn auf den Nachttisch meiner Mutter.
    Bin in Hogwarts. Meldet mich wenn möglich von der neuen Schule ab. Ich wusste zwar, dass da nicht so einfach ging, aber was Besseres fiel mir im Moment nicht ein.
    Dann holte ich meinen Koffer runter, was leichter gesagt als getan war. Ich brauchte total lange und wurde langsam panisch, aber ich hatte noch genug Zeit. Der Zug nach Hogwarts fuhr elf Uhr ab, so wie ich es in Erinnerung hatte. Es war gerade halb neun.
    „Drei, zwei, eins!“, feuerte ich mich selbst an und wuchtete den Koffer fünf Stufen tiefer.
    Zwanzig Minuten später stand ich mit meinem Gepäck an der Haustür. Und hatte, ehrlich gesagt, kein Plan, wie ich dieses ganze Zeug eigentlich zur Tube schaffen sollte.
    Aber da fiel mir das Einkaufszentrum ein, was eine Straße weiter war. Ich lief dort hin und holte mir einen Einkaufswagen. Den Koffer stellte ich darauf und fuhr dann mit dem Einkaufswagen zur nächsten Haltestelle der Tube. Die Leute auf den Straßen glotzten mich verdutzt an, aber ich ignorierte sie und ging schnell weiter.
    Ich musste an der Haltestelle nicht lange warten.
    Mit der Bahn fuhr ich zum Piccadilly Circus und stieg dort um.
    Schließlich, es war inzwischen halb elf (unglaublich, wie die Zeit vergeht!) stand ich am Bahnhof King‘s Cross – mit einem mulmigen Gefühl im Bauch.
    Ich war gerade dabei, mit dem Zug irgendwo hinzufahren, in eine komische Schule, wo man zaubern lernte, und obendrein wusste ich noch nicht mal, wo diese Schule war.
    Ich verdrängte das Gefühl und holte meine Fahrkarte heraus.
    Bahnhof King‘s Cross, elf Uhr, Gleis neundreiviertel. Okay.
    Ähm, Moment mal – Gleis neundreiviertel!
    Ich sah mich um. Da war Gleis acht….. Gleis neun….. Gleis zehn. Dazwischen ein Pfeiler aus Beton. Ein Gleis neundreiviertel war nicht in Sicht.
    „Äh...hallo. Wissen sie, wo ich Gleis neundreiviertel finde?“, erkundigte ich mich bei einem Typen mit Uniform und einer seltsamen Mütze.
    „Gleis neundreiviertel? Was soll der Quatsch? Hör auf mit dem Blödsinn, nirgendwo auf dieser Welt gibt es ein Gleis neundreiviertel.“
    Er ging davon.
    Ich starrte ihm hinterher. Was war, wenn ich meinen Zug verpasste?
    Ich schob meinen Einkaufswagen zu dem Pfeiler und legte die Hand darauf. Na ja, ich wollte sie darauflegen, aber sie verschwand einfach in der Wand. Hä?
    Ich trat einen Schritt zurück und meine Hand tauchte wieder auf. Dann versuchte ich es mit meinem Fuß. Es passierte genau das Gleiche.
    Darauf achtend, dass der Typ von eben mich nicht sah, ging ich langsam mit dem Einkaufswagen auf den Pfeiler zu. Noch ein Schritt. Und noch einer. Ich machte die Augen zu und ging weiter. Aber es passierte nichts. Obwohl ich jetzt eigentlich schon hätte dagegenstoßen müssen. Seltsam…..
    Ich öffnete die Augen und fand mich auf einem belebten Gleis wieder. Eltern brachten ihre Kinder zu einem knallroten Zug, der dort stand.
    Gleis neundreiviertel, stand auf einem Schild über mir.
    Ich war endlich angekommen.

    Ich hievte den Koffer vom Einkaufswagen in den Zug und suchte mir ein leeres Abteil, das nicht so weit vom Eingang entfernt war, damit ich nicht so viel schleppen musste.
    Dort stellte ich meinen Koffer ab und setzte mich auf eine Bank, um zu warten, bis der Zug losfuhr.
    Ich beobachtete derweil die Leute, die sich draußen von ihren Kindern verabschiedeten. Eine rothaarige Frau, die neben einem Mann mit runder Brille stand, nickte einem Jungen mit schwarzen Haaren zu, der daraufhin zum Zug lief. Ein Mann mit weißblonden Haaren klopfte einem Jungen mit einem Koffer - der fast so groß war wie der Junge selbst - auf die Schulter. Ich lehnte mich zurück.
    Es dauerte noch acht Minuten, dann gellte ein Pfiff durch die Luft und der Zug machte einen Ruck.
    Die letzten Nachzügler rannten eilig zur Tür.
    Dann fuhr der Zug an. Aufgeregt guckte ich aus dem Fenster und sah die vielen Eltern, die ihren Kindern zuwinkten. Jetzt war ich wirklich unterwegs……
    Die Abteiltür schob sich auf und ein Mädchen in meinem Alter mit roten Haaren und vielen Sommersprossen schaute hinein. Es zeigte auf den Sitz gegenüber von mir.
    „Kann ich mich zu dir setzen? Der restliche Zug ist komplett voll und ich hab keine Lust, die ganze Fahrt zu stehen.“
    Ich antwortete: „Klar, gerne“, und das Mädchen setzte sich.
    Eine Weile sahen wir beide aus dem Fenster, keiner wusste, was er sagen sollte. Schließlich meldete sich das Mädchen zu Wort.
    „Ich bin übrigens Rose Granger-Weasley. Und wie heißt du?“
    Neugierig schaute es mich an.
    „Ich heiße Flora.“
    „Und mit Nachnamen?“
    „Lynch.“
    Das Mädchen reichte mir die Hand. „Schön, dich kennenzulernen.“
    Ich schüttelte sie und schaute dann wieder aus dem Fenster. Inzwischen waren wir aus dem Bahnhof herausgefahren. Ein paar einzelne Häuschen zogen vorbei.
    Rose setzte sich mir gegenüber auf die Bank und plapperte sofort drauf los. Meine Teilnahmslosigkeit schien sie nicht zu stören „Hast du dich gefreut, als du deinen Brief bekommen hast?“, erkundigte sie sich. „Ich habe ja immer befürchtet, ich wäre ein Squib. Und wie steht‘s bei dir? Weißt du übrigens schon, in welches Haus du kommst? Ich glaube, ich komme nach Gryffindor. Oder Ravenclaw. Hauptsache nicht Slytherin, dann würde ich mich sofort beim Sprechenden Hut beschweren und ihn dazu zwingen, mich in ein anderes Haus zu stecken. Möchtest du ein paar Schokofrösche? Was ist eigentlich deine Lieblings-Quidditch-Mannschaft?“
    Ich brachte nicht mehr heraus als ein verdutztes „Äh...“ Das ging mir alles viel .Dann riss ich mich zusammen. „Noch mal von vorne bitte. Was ist ein Squib? Und was ist Gryffindor? Was sind Schokofrösche? Und von Quidditch hab ich auch noch nie was gehört.“
    Rose runzelte die Stirn. „Bist du muggelstämmig? Also...deine Eltern sind keine Zauberer?“
    „Ähm, ja, sind sie nicht“, erwiderte ich. „Bevor ich den Brief bekommen habe, wusste ich gar nicht, dass ich eine Hexe bin. Es sind mir zwar manchmal ein paar komische Dinge passiert, aber...“ Im selben Moment öffnete sich die Abteiltür und eine ältere Hexe schob einen Süßigkeitenwagen in unser Abteil. „Was Kleines vom Wagen gefällig, meine Lieben?“
    Rose sprang sofort auf, kramte in ihrer Tasche und holte ein paar Münzen hervor, genau die gleichen, mit denen ich meine Schulsachen gekauft hatte. „Sechs Schokofrösche, viermal Bubbels Bester Blaskaugummi und….. eine Tüte Bertie Botts Bohnen aller Geschmacksrichtungen….und zwei Flaschen Kürbissaft und…...von dem anderen Zeug am besten auch was“, bestellte sie. Nachdem die Einkaufswagen-Hexe weg war, ließ sich Rose wieder auf den Sitz fallen und bemerkte: „Die Imbisshexe kam heute ganz schön früh. Na ja, umso besser.“ Sie wühlte in dem Haufen Süßigkeiten, holte eine kleine Schachtel heraus und öffnete sie. „Das ist ein Schokofrosch.“ Sie hielt einen braunen Frosch in die Luft, der heftig zappelte. „Ist der echt?“, fragte ich erschrocken. „Quatsch“, grinste Rose, „der ist aus Schokolade.“ Sie steckte sich den Frosch in den Mund und kaute genüsslich. Ich starrte sie an. „Hast du den jetzt ernsthaft gegessen?“ Rose murmelte mit vollem Mund etwas, das nicht zu verstehen war. Dann hielt sie mir einen Frosch entgegen und bedeutete mir, ich solle auch mal probieren. Zögernd nahm ich ihn. „Schmeckt gar nicht mal so schlecht“, fand ich. Meine neue Freundin, die gerade aufgessen hatte, drehte ihre Schachtel um. „Och schade, ich hab schon wieder Dilys Derwent. Die habe ich jetzt schon gefühlt achthundert Mal.“ Sie steckte sich die Karte in die Tasche und erklärte mir: „Zu jedem Schokofrosch gibt‘s eine Sammelkarte von einem berühmten Zauberer. Schau mal, was bei dir drauf ist.“, schlug sie vor und widmete sich wieder ihren Süßigkeiten. Ich fand in meiner Schachtel ebenfalls eine Karte und nahm sie heraus. Darauf abgebildet war ein Mann mit runder Brille, schwarzen Haaren und grünen Augen. Irgendwas klingelte bei mir im Gehirn. Moment….den hatte ich doch auf dem Bahnsteig gesehen! Rose beugte sich kauend zu mir herüber und versuchte, sich meine Karte anzuschauen. Ich drehte sie um, damit Rose besser sehen konnte. „Ich bin mir zu 99 Prozent sicher, dass ich diesen Mann auf dem Bahnsteig gesehen habe!“, verkündete ich und hielt die Karte hoch. Rose riss die Augen auf und verschluckte sich. „Es kann gut sein, dass du ihn gesehen hast“, meinte sie. „Das ist Harry Potter!
    Sie schien meinen verwirrten Blick zu bemerken, denn sie fügte hinzu: "Das ist der berühmteste Zauberer der Welt. Jedenfalls aus Großbritannien. Er hat jemanden besiegt und jetzt ist er der Held der Zaubererwelt. Ha, das reimt sich sogar."
    Ich kapierte überhaupt nichts.
    "Vielleicht sollte ich mal von vorne anfangen", bemerkte Rose gelassen und nahm einen Schluck aus einer Flasche mit der Aufschrift: "Kürbissaft".
    "Also, früher gab es mal einen richtig dunklen Zauberer. Sein Name war - Voldemort. Aber die meisten sagen Du-weißt-schon-wer oder Er,-dessen-Name-nicht-genannt-werden-darf. Naja, dieser Magier wollte über die Zaubererwelt herrschen. Er hatte ganz viele Anhänger, die auch so versessen auf Macht waren, und versetzte damit alle in Angst und Schrecken. Er hat Leute erpresst und gefoltert....Kinder getötet, um die Eltern zu zwingen, sich ihm anzuschließen.... Aber eines Tages....gab es da eine Prophezeiung." Rose' Gesicht wurde ernst.
    "Die besagte, dass...wie war es noch einmal? - Dass jemand kommen würde, der den "Dunklen Lord", wie Voldemort sich selbst nannte, besiegen könne. Dieser meinte, es wäre Harry Potter, und ging also schnurstracks zu dem Haus, wo er - damals noch ein Baby - und seine Eltern wohnten. Tja, dann hat er Harrys Eltern umgebracht. Und eigentlich wollte er ja Harry töten, und das hat er auch versucht. Aber er hat's nicht geschafft! Und er hat vorher schon wirklich viele Leute ermordet. Der Fluch prallte auf Voldemort zurück und er verschwand. Weg! Puff, wie vom Erdboden verschluckt! Deshalb ist Harry Potter auch so berühmt. Er hat es einfach als Baby geschafft, ihn verschwinden zu lassen! Harry wurde dann von seinem Onkel und seiner Tante aufgenommen. Hat den Brief für Hogwarts bekommen.....aber dann, in seinem vierten Jahr, sah er, wie Voldemort wiederkam! Das wollte ihm erst niemand glauben, aber dann wurde er gesehen und....ja. In Harrys siebten Jahr, war die Schlacht in Hogwarts. Da hat Harry Potter Voldemort dann richtig besiegt. Offenbar standen sich beide so gegenüber und riefen ihre Zaubersprüche und dann war Voldemort tot und Harry wurde noch berühmter", endete sie. "Er ist übrigens mein Onkel", fügte sie dann noch wie nebenbei hinzu.
    Ich wusste nicht so genau, ob ich jetzt begeistert, schockiert oder verblüfft sein sollte.
    "Aber....wozu gibt's denn Zauberer? Ihr hättet diesen.... Voldemort doch einfach verschwinden lassen können?" Rose stöhnte. "Schön wär's. Aber wie willst du jemanden wegzaubern, wenn du nicht weißt, wo er steckt? Und er kann auch selbst zaubern, weißt du? Ich muss auf Klo." Sie schob die Abteiltür auf und verschwand.
    Ich dachte noch etwas darüber nach, was sie gesagt hatte. um Eltern zu zwingen, sich ihm anzuschließen.... Moment mal....Eltern! Meine Eltern! Ich sah auf meine Armbanduhr. Kurz vor eins. Oh je, gleich würde meine Mutter von der Arbeit kommen und den Zettel auf dem Tisch entdecken.... Vielleicht sollte ich sie anrufen?
    Schnell öffnete ich meine Tasche und versuchte, mein Handy zu finden. Doch es war nicht da. Schau in der Seitentasche nach, da ist es bestimmt, beruhigte ich mich selbst. Aber auch da fand ich es nicht. Langsam spürte ich, wie Panik in mir hochstieg. Oh nein, oh nein....
    Ich musste es zuhause liegen gelassen haben. Okay. Dann musst du Rose fragen, wie man in der Zaubererwelt Nachrichten verschickt. Denn ich glaubte nicht, dass Zauberer und Hexen Handys hatten, ich hatte nämlich nirgendwo eins gesehen.
    Die Tür ging wieder auf und Rose kam herein.
    Ich platzte sofort mit meiner Frage los. "Wie kann ich meine Eltern kontaktieren? Ich hab mein Handy vergessen und...."
    Das rothaarige Mädchen legte den Kopf schief. "Was war noch mal ein Handy? Ach ja, diese kleinen Dinger der Muggel, wo man so drauf rumtippt. Nee, die funktionieren in Hogwarts leider nicht. Aber du kannst eine Eulenpost schicken. So hast du doch auch deinen Brief bekommen, oder?"
    Stimmt, ich konnte mich noch gut daran erinnern, wie diese Eule auf dem Tisch saß und unser Frühstück futterte... Mir fiel ein, dass in dem Brief auch gestanden hatte Wir erwarten ihre Eule spätestens am 31. Juli. Ups. Aber woher hätte ich auch so eine Eule nehmen sollen? Gut, ich hätte die Eule, die mir den Brief gebracht hatte, nehmen können....aber es war so schnell gegangen...und außerdem hatte Winky das bestimmt erledigt und der Schule Bescheid gesagt.
    "Wo bekomme ich denn eine Eule her?"
    Rose stützte den Kopf auf ihre Hände. "Du weiß ja wirklich gar nichts! In Hogwarts gibt es einen Eulenturm. Da wohnen die Schuleulen. Du kannst dir einfach eine ausleihen."
    Ich war begeistert, wie viel Rose über Hogwarts wusste, und fing an, sie auszufragen. "Was ist denn nun eigentlich Quidditch und was sind....Slytherin und...das andere Ding?", begann ich.
    "Also, Quidditch ist ein Sport. Hochgefährlich. Gespielt auf fliegenden Besen und mit vier Bällen. Ziemlich kompliziert. Und Slytherin ist eins der vier Schulhäuser, Gryffindor, Ravenclaw, Hufflepuff und eben Slytherin. Du wirst am Anfang in ein Haus eingeteilt. Die Mutigen kommen nach Gryffindor, die Klugen nach Ravenclaw, die freundlichen und hilfsbereiten nach Hufflepuff und die Hinterlistigen und Schlauen nach Slytherin. Voldemort war in Slytherin", fügte Rose hinzu. "Meine Eltern waren beide in Gryffindor."
    Ich fragte noch mehr und wunderte mich insgeheim, woher Rose das alles wusste, während diese sich wohl fragte, warum ich das alles nicht wusste.
    "Hogwarts wurde von Godric Gryffindor, Rowena Ravenclaw, Helga Hufflepuff und Salazar Slytherin gegründet, nach denen auch die vier Häuser benannt sind. Heute ist die Schulleiterin Minerva McGonagall. Hogwarts hat viel umliegendes Land, darunter der Verbotene Wald und der See", berichtete Rose. "Steht alles in der Geschichte von Hogwarts. Hast du deine Schulbücher nicht gelesen?"
    Ich versuchte, nicht sonderlich verblüfft auszusehen. Es war schwer zu glauben, dass diese fröhliche Plaudertasche auch ruhig an einem Tisch sitzen konnte, um ein Buch zu lesen und sich das, was darin stand, in den Kopf zu prügeln.
    Aber das erwähnte ich natürlich nicht.
    Im Laufe des Nachmittags bekamen wir noch ein paar Mal Besuch.
    Einmal von einem schüchtern aussehenden Mädchen, das uns nervös fragte, ob wir eins ihrer Bücher gesehen hätten("Sag uns doch erstmal, wie es aussieht", forderte Rose, worauf das Mädchen es uns beschrieb und wie ihre Frage leider verneinen mussten), und einmal von einem hochnäsig wirkenden Jungen mit einer gelb-schwarzen Krawatte, der uns mit sehr lauter Stimme erklärte, dass er Vertrauensschüler sei und die Anweisung habe, in den Gängen herumzulaufen und aufzupassen, damit auch ja niemand Unsinn anstellte("Als ob wir gerade mal ein Jahr alt wären", beschwerte ich mich und Rose nickte beifällig).
    Es wurde langsam dunkel draußen, und auf dem Gang gingen Lichter an.
    Ich schaute mal wieder aus dem Fenster und sah zu, wie der Mond am Himmel aufging. Voller Vorfreude zogen wir schon mal unsere Umhänge an. Ich setzte mich wieder auf die Sitzbank und machte kurz die Augen zu.

    Ich musste wohl eingeschlafen sein, denn etwa eine halbe Stunde später hallten laute Stimmen durch den Zug und ich schreckte auf.
    "Was zum-..."
    Irgendjemand rüttelte an meinen Schultern und dann tauchte Rose' Gesicht vor meinen Augen auf.
    "Aufwachen! Du willst doch nicht etwa das Ziel verpassen?"
    Ich sprang sofort auf die Füße. "Ziel?"
    Rose zog die Augenbrauen hoch.
    "Hast du es noch nicht bemerkt?"
    Sie zeigte aus dem Fenster, wo man in der Dunkelheit die Silhouetten von ein paar Häuschen ausmachen konnte.
    "Wir sind da."

    Bitte wundert euch nicht, warum so lange nichts kam, ich schreibe schon weiter, aber das nächste Kapitel gefällt mir nicht, ich ändere es dauernd um und werde nicht fertig.....

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Kommentare (108)

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vor 458 Tagen flag
Wenn ich der Sprechende Hut wäre, dann wäre jeder zweite Schüler eine Hutklemme!
vor 458 Tagen flag
Ja, es ist keine leichte Entscheidung, in welches Haus ein Schüler kommen soll. Deswegen neigt man wahrscheinlich dazu, zu viel darüber nachzudenken.
vor 459 Tagen flag
Ich kann sie sowieso nicht nach Slytherin stecken, weil...na ja, ich habe mir schon ein bisschen was überlegt und das geht dann halt nicht......
vor 463 Tagen flag
Also, ich finde es super, dass du nicht so eine Story schreiben willst, wie es sie schon tausendfach gibt, wo die zentrale Figur erfährt, dass sie in Wahrheit Voldemorts Tochter ist oder so einen Quatsch.

Aber Slytherin würde ich jetzt trotzdem nicht ausschließen. Jedenfalls nicht wegen der Abstammung. Wie Koala meinte, es gibt auch Muggelgeborene in Slytherin. Wenn es für dich aus anderen Gründen nicht passt, dann ist das natürlich etwas anderes. Wie gesagt, ich finde, dass alle Häuser gut passen würden. 😀
vor 463 Tagen flag
Das ist aus der Willkommensansprache von Vertrauensschülerin Gemma Farley, von Pottermore.
vor 463 Tagen flag
Firstly, let's dispel a few myths. You might have heard rumours about Slytherin house – that we’re all into the Dark Arts, and will only talk to you if your great-grandfather was a famous wizard, and rubbish like that. Well, you don't want to believe everything you hear from competing houses. I'm not denying that we’ve produced our share of Dark wizards, but so have the other three houses – they just don't like admitting it. And yes, we have traditionally tended to take students who come from long lines of witches and wizards, but nowadays you'll find plenty of people in Slytherin house who have at least one Muggle parent.
vor 463 Tagen flag
Hä??? Wieso soll sie denn bitte nicht nach Slytherin kommen, nur weil sie muggelstämmig ist? Kapiere ich nicht...
vor 464 Tagen flag
Na ja, Slytherin kommt ja eigentlich nicht in Frage, weil sie ja komplett muggelstämmig ist. Und sie ist WIRKLICH muggelstämmig und entdeckt nicht im Laufe ihres Lebens, dass ihre Eltern gar nicht ihre Eltern sind oder so. Ich überleg's mir.......
vor 465 Tagen flag
Also, ich würde zwischen Gryffindor und Slytherin schwanken, wenn ich mich entscheiden müsste... Kommt auch ein wenig darauf an, wie es weitergeht. Wie sich ihre Beziehung zu Rose beispielsweise entwickelt. Ist vielleicht auch ganz cool, zu zeigen, dass Löwe und Schlange Freunde sein können. Und dass Slytherin nicht gleich reinblütig, reich und unausstehlich arrogant heißt.
vor 467 Tagen flag
Ähm, ja. Super, das war richtig nützlich für mich! Das hat mir echt weitergeholfen. *applaudiert*
vor 469 Tagen flag
Und das, meine sehr verehrten Damen und Herren, war mein Beitrag zum Thema: "Kommentare, die nicht weiterhelfen". Ich bedanke mich für den Applaus und stehe für Autogramme zur Verfügung!
vor 469 Tagen flag
Also, tough genug für Gryffindor ist sie allemal. Loyalität, Hingabe, Toleranz? Häckchen, Häckchen, Häckchen. Hufflepuff passt also auch. Sie mag nicht die Klassenbeste gewesen sein, aber clever ist sie durchaus auch. Ravenclaw? Dann hat sie diese gewisse Dickköpfigkeit und diese Art, Regeln und Vorschriften eher als Hindernisse zu betrachten. Das schreit ganz klar Slytherin. Das sind ja auch Harrys Eigenschaften, die den Hut bewogen haben, ihn vielleicht nach Slytherin zu schicken.
vor 480 Tagen flag
Danke 😀😀😀
Ich überlege gerade, in welches Haus ich sie stecke......
vor 481 Tagen flag
Richtig gut geschrieben. Bin gespannt, in welches Haus sie kommt. Ich liebe sie ja alle, aber ich selbst bin eine Hufflepuff.

❤💛💙💚
vor 486 Tagen flag
Echt? Es gibt eine Allergie gegen schlafende Menschen? 😮 Da bin ich aber froh, wenn es nicht so schlimm ist 😁
vor 487 Tagen flag
Oh jeh, ich bin ja leicht allergisch gegen diese Narkoleptiker, die auf der ersten Fahrt nach Hogwarts im Zug pennen...

Aber abgesehen davon bin ich immer noch begeistert. Und sie macht ja auch noch mehr im Zug, außer schlafen. Also bin ich geneigt, darüber hinwegzusehen. 😉
vor 490 Tagen flag
Danke 😊
vor 491 Tagen flag
Voll gute Geschichte.
vor 493 Tagen flag
Ja, sie ist weg 😀 Das war echt schrecklich, mir ist rein gar nichts eingefallen!
Aber dann ging's irgendwie wieder.

Ich wollte Rose übrigens eigentlich ungefähr(interessante Wortwahl😁) so wie Hermine machen, aber das wäre dann irgendwie langweilig. Also ist sie jetzt etwas....zappelig geworden 😁
vor 495 Tagen flag
Oh, wie schön, die Schreibblockade ist überwunden! Und ich hätte es fast nicht mitbekommen, weil die Geschichte nicht wie sonst mit der Aktualisierung wieder nach vorne gerückt ist...

Naja, glücklicherweise schaue ich auch so vorbei, wenn ich auf TD unterwegs bin.

Das Kapitel geht gewohnt gut weiter. Rose mag ich immer noch sehr gern, Flora reagiert weiter ganz authentisch. Gekonnt ist eben gekonnt, was, Fliederblüte? 😀