Springe zu den Kommentaren

Rache

star goldstar goldstar goldstar goldstar greyFemaleMale
1 Kapitel - 3.595 Wörter - Erstellt von: - Entwickelt am: - 575 mal aufgerufen- Die Geschichte ist fertiggestellt

Lily, Alice und Frank wollen sich bei James und Sirius rächen. Was das mit der Maulenden Myrte, Selbstmord Versuchen und Gehirnerschütterungen zutun hat? Lest selbst:

    1
    Rache
    ____________________

    „NEIN!“
    „Komm schon, Lily. Das ist der perfekte Plan.“
    „Nein, Nein, Nein, Nein und noch einmal Nein. Ich werde dass nicht tun!“
    „Lily, du willst du dich doch auch rächen, oder nicht?“
    „Natürlich, aber es gibt doch sicher auch noch bessere Möglichkeiten, oder?“
    „Das kann sein, aber das ist die Beste, die wir auf die Schnelle finden konnten.“
    „Pff, dann überlegen wir eben noch einmal und dieses Mal besser. Ich werde das nicht tun!“
    „Lil-“
    „Vergiss es! Und komm mir nicht mit deinem Hundeblick, Alice. Ich – hör auf, das klappt nicht. Alice! Es – Ach man. Okay, ich werde es machen. Aber nur dieses eine Mal!“
    „Danke. Du bist die Beste, Lils.“
    Stürmisch umarmte Alice mich.
    „Alice, ich weiß ganz genau, das du und Frank das schon seit Wochen planen. Und damit meine ich nicht diesen Streich, sondern den Kuss.“
    Lachend löste sie sich wieder von mir und grinste mich an.
    „Aber es hat ja auch geklappt.“
    Ich schnaubte abfällig.
    „Ich kann meine Meinung immer noch ändern“, drohte ich.
    Gespielt (hoffte ich jedenfalls) genervt seufzte Alice auf.
    „Lils“, begann sie in einem Ton, als wäre sie McGonagall und ich Black oder Potter, nachdem sie wieder versucht haben, die Slytherins grün zu färben. „Wann fangen wir an?“, fragte sie dann jedoch begeistert.
    Ich grinste.
    „Du holst Frank und sagst ihm er soll Potter suchen, ich kümmre mich um Myrte, alles klar? Wenn du Frank gefunden hast, gehst du zu Black und bringst ihn irgendwie dazu, in das Bad zu kommen, ja? Mir ist es egal wie, Hauptsache es funktioniert“, fügte ich schnell hinzu, als ich sah, wie Alice bereits den Mund geöffnet hatte, wahrscheinlich um mir, bis ins kleinste Detail, ihren Plan zu erzählen. Nun verschränkte sie nur beleidigt die Arme vor der Brust, nickte mir aber zu.
    „Wenn Frank Potter gefunden hat, sagt er mir Bescheid. Dafür haben wir ja die Walkie-Talkie's, al-“, Alice unterbrach mich.
    „Wie hast du es eigentlich geschafft, dass die hier laufen? Du sagst doch immer, dass Muggel-Technick hier nicht funktioniert?“
    Okay, das war eine berechtigte Frage.
    „Magie“, antwortete ich. „Ich hab' sie so verzaubert, dass sie nicht mit Batterien, sondern mit einem Zauber angetrieben werden. Also, Frank funkt mich an und sagt mir wo Potter ist. Du gibst Bescheid, wann Black im Bad ist, ja? Dann“, ich schluckte, „locke ich Potter auch dahin. Myrte sage ich, sie soll raus kommen, sobald ich die Tür geschlossen habe. Du und Frank, ihr versteckt euch hinter der Ritterrüstung, okay? Ihr kommt dann raus, wenn ich euch sage, dass die Luft rein ist, alles klar? Die Kamera – ja, auch die hab' ich verhext – ist bereits im Bad. Wir sehen alles auf diesem Stück Pergament.“ Ich holte tief Luft. „Alles verstanden?“
    Alice nickte brav.
    „Gut. Dann, husch-husch! Hol Frank und vergiss dein Walkie-Talkie nicht.“ Ich reichte ihr zwei Stück. „Eins für dich, eins für Frank und eins für mich.“
    „Auf geht’s?“, fragte Alice.
    „Auf geht’s“, stimmte ich zu.
    Sobald Alice weg war, ging ich, mich selbst verfluchend, in den sechsten Stock. Direkt zum Klo der Maulenden Myrte.
    „Myrte?“, rief ich, sobald ich die Tür aufgestoßen hatte. „Myyyyrte?“
    „Was?“, kam es schrill aus einer der Kabinen. „Willst du etwa die kleine, zickige, nervige Myrte ärgern? Bist du deshalb da?“
    „Äh, nein. Ich wollte dich fragen, ob du -“
    „Ach, so ist das? Myrte, das dumme Ding, ist also gut genug um die Drecksarbeit zu machen?"
    Oh Merlin, die konnte wirklich nerven!
    „Eigentlich wollte ich dich bloß fragen, ob du Lust hättest, den Abend mit James Pot-“, weiter musste ich gar nicht reden, denn die Tür flog krachend und knirschend auf.
    „James Potter? DER James Potter?“, kreischte Myrte begeistert.
    „Ja. Also, ich wollte fragen, ob du nicht vielleicht deinen Abend mit ihm und Sirius Bla-“
    War es zu viel verlangt, ausreden zu dürfen?
    „Sirius Black?“
    „Ja. Hättest du Lust, den Abend mit ihm und Potter zu verbringen?“
    „JAAAA!“
    Wow, das war laut.
    „Warte“, plötzlich schluchzte Myrte laut auf. „Das ist ein Trick, oder? Ein Trick, um die dumme Myrte reinzulegen. Vergiss es, da mach ich nicht mit. Nein!“
    Oh man...
    Es dauerte noch geschlagene zehn Minuten, damit Myrte mir glaubte.
    „Also, wenn die Tür zugeht, dann fliegst du aus dem Wasserhahn, ja? Ich schließe ab, und Black und Potter gehören dir“, bei ihrem Gesichtsausdruck fügte ich schnell noch ein; „Für den Abend“, hinzu.
    „Ja!“
    Geschafft. Oh Merlin, das war nicht einfach. Myrte verschwand in eine Kloschüssel und ich war allein in Toilettenkabine. Langsam ging ich in den Flur und ließ mich an der Wand runter gleiten. Ich hörte Myrtes Gejaule noch immer in meinen Ohren hallen.
    „Lily?“
    Geschockt hob ich meinen Kopf und sah mich im Korridor um. Leer.
    „Lily?“
    Was bei Merlins?
    „Lily! Geh verdammt noch mal ran.“
    Ach ja, das Walkie-Talkie! Schnell griff ich in die Innenseite meines Umhanges und holte das kleine Gerät zu Vorschein.
    „Ja?“, fragte ich.
    „Lily? Hast du Myrte überredet?“, fragte Franks Stimme.
    „Ja, gerade fertig geworden. Warum machen wir das noch einmal?“
    „Aus Rache, Lils. War es so schlimm?“
    „Sie hat mich als fetten Truthahn beleidigt.“
    Ich hörte leises lachen.
    „Frank?“
    „Ja?“, kicherte es zurück,
    „Ich hasse dich.“
    „Ich hab dich auch lieb, Lils.“
    Ich musste unweigerlich grinsen.
    „Hast du Potter gefunden?“, fragte ich.
    „Dritter Stock. Vor dem Pokalzimmer.“
    „Was macht er da?“
    „Ich weiß es nicht. Er sitzt da einfach nur rum.“
    „Okay. Ich komme jetzt. Der unangenehme Teil fängt an.“
    „Schlimmer als Myrte?“
    „Viel schlimmer.“, gab ich trocken zurück.
    „Viel Spaß!“
    „Schmor in der Hölle, Longbottom.“
    Wieder kam leises lachen aus dem Gerät. Grr.
    „Bis gleich, Lily.“
    „Bis gleich.“
    Ich rappelte mich auf. Ich war jetzt im sechsten Stockwerk, das Vertrauensschülerbad war im fünften und Potter im dritten. Okay. Ich lief die Treppen runter, darauf bedacht, in keine Trick-Stufe zu fallen. Es passierte mir leider öfters... Ich meine, wer kann sich schon den Unterschied zwischen dritter Stock fünfte Stufe und fünfter Stock dritte Stufe merken? Zum Glück schaffte ich es heute ohne Probleme. Ich kam im dritten Stock an, unbeschädigt, dafür aber leicht aus der Puste. Joggen ging ja noch, aber Treppen steigen? Nein danke.
    Potter fand ich sofort. Er saß direkt vor der Tür zum Pokalzimmer – Frank hatte also nicht gelogen. Was er tat konnte ich aber nicht erkennen. Mein Walkie-Talkie meldete sich. Verdammt! Ich hatte es zum Glück auf leise gestellt, ansonsten hätte Potter es mit Sicherheit gehört.
    „Was ist?“, flüsterte ich.
    „Black wird in etwa fünf Minuten im Bad sein. Beeil dich“, sagte Alice.
    „Okay. Potter auch“, antwortete ich schnell.
    „Viel Spaß!“, kicherte Alice.
    Wollten die mich alle verarschen?
    „Danke“, knurrte ich.
    Dann war es wieder ruhig. Ich sah noch einmal um die Ecke. Potter saß immer noch da. Puh. Ich atmete tief durch, öffnete die ersten zwei Knöpfe meines Ausschnittes und lockerte meinen Umhang. Dann bog ich um die Ecke und ging ich auf ihn zu.
    „Hey James“, begrüßte ich ihn. Wäh, meine Stimme war unnatürlich hoch. Er sah nicht einmal auf.
    „Hallo“, gab er dumpf zurück.
    „Alles klar bei dir?“, fragte ich besorgt.
    Gespielt besorgt, versteht sich. Sein Kopf flog blitzartig hoch.
    „Evans?“, fragte er, während seine Hand unruhig durch seine Haare fuhr.
    Ich lächelte ihn an.
    „Lily.“
    „Hä?“, fragte er verdutzt.
    „Es heißt 'Wie bitte?'“, tadelte ich.
    „Was?“
    „Es heißt 'Wie bitte?'“
    „Wie bitte?“, fragte er.
    „Ich bin Lily.“
    „Ich weiß.“
    „Oh.“
    Äh, ja. Was jetzt?
    „Du, James?“ Schon wieder. Wieso konnte meine Stimme nicht normal bleiben? Und mit normal meinte ich: zehn Oktaven tiefer!
    „Ja?“
    „Ach nichts.“ Ich musste mich beeilen, wenn ich ihn pünktlich ins Vertrauensschülerbad bringen wollte. Mir blieb also nichts anderes übrig. Ich seufzte tief, machte ein paar Schritte auf Potter zu und presste meine Lippen auf seine.
    Der Kuss war unbeschreiblich. Potters Lippen waren erst zögernd, wurden aber immer leidenschaftlicher und verlangender. Nun verstand ich, was die Mädchen, die immer stundenlang schwatzend vor dem Spiegel der Mädchentoilette standen, meinten, als sie über Potter und seine Talente sprachen.
    Okay, ich will euch nicht mit Informationen über Zungen, Schmatzgeräuschen und Hände, die nicht da blieben, wo sie eigentlich sein sollten, verstören, aber so viel kann ich euch verraten – die (eigentlich geplanten) Küsse verwandelten sich in eine wilde Knutscherei. Sobald meine Knie wider einiger maßen still standen, in meinem Kopf wieder klarere Gedanken herumschwamm und ich mich an den Plan erinnerte, zog ich Potter an der Krevette hinter mir her.
    „Wo willst du hin?“, keuchte er.
    Ich grinste ihn an.
    „Vertrauensschülerbad?“
    Er nickte. Dann schüttelte er den Kopf. Dann nickte er wieder. Ich küsste ihn. Er nickte.
    „Willst du das wirklich?“, fragte er atemlos. Süß.
    „Würde ich sonst fragen?“
    Irgendwie schaffte ich es, ihn und mich in den fünften Stock zu befördern, ohne in eine Trick-Stufe zu fallen (gut, einmal hatte er mich über eine gehoben, in die ich fast getreten wäre) oder auf eine falsche Treppe zu steigen. Es war nur noch ein Korridor, der uns von dem Eingang zum Bad trennte. Ich öffnete mein eines Auge leicht und schielte in die Nische, in der Frank und Alice saßen. Sie grinsten sich an und hoben den Daumen in meine Richtung.
    Vor dem Vertrauensschülerbad blieb ich stehen, murmelte das Passwort aus dem Mundwinkel und schubste Potter rein. Verwirrt sah er mich an, schüttelte den Kopf und wollte gerade den Mund auf machen, aber ich grinste ihn nur fies an und schmiss die Tür in Schloss.
    Fast sofort kam Alice kichernd vor mir zum stehen.
    „Na, wie war's?“, fragte sie lachend und auch Frank stimmte mit ein. Ich sank an der Wand neben der Tür zu Boden, zog meine Beine an den Oberkörper und versteckte mein gerötetes Gesicht zwischen ihnen.
    „Wo ist die Karte?“, fragte ich nach einigen Sekunden, hob den Kopf etwas und sah die zwei fragend an. Alice zog etwas aus ihrem Umhang, ließ sich neben mir fallen und streckte mir die Karte entgegen. Ich nahm sie an, berührte mit meinem Zauberstab kurz das Pergament. Sofort erschien ein Bild von Potter und Black, wie sie sich seltsam anguckten. Frank setzte sich auf meine andere Seite und gemeinsam lauschten wir den Stimmen.
    „Was machst du denn hier, Krone?“, ertönte Blacks Stimme.
    „Lily hat... Längere Geschichte...“ Er verstummte. „Was machst du hier?“
    „Mir wurde gesagt, hier -“ Weiter kam er nicht, denn Myrte schoss aus dem Wasserhahn des Pools. Erschrocken schrien Potter und Black auf, taumelten und währen fast hingefallen.
    „Jaaaaaaaaaaaaaaaaamesieee! Du wolltest mich doch mal besuuuuuuchen kommen...“, säuselte Myrte. Wir konnten nicht mehr an uns halten und lachten uns halb tot.
    „M-M-M-My-Myr-Myrte?“, stammelte Potter und sah mit Unterteller großen Augen auf die durchscheinende Person vor ihm.
    „J-J-J-J-Ja?“, machte Myrte ihn nach und kicherte dabei.
    „Was machst du hier?“, fragte Black schockiert.
    „Wonach sieht es denn aus? Ich verbringe die nächsten Stunden mit meinen Lieblings-Gryffindors im Bad der Vertrauensschüler.“
    „Stunden?“, wiederholte Potter mit unnatürlich hoher Stimme, während Black ungläubig „Lieblings- Gryffindors?“, fragte. Potter und Black sahen sich kurz an und stürmten zur Tür, rüttelten an der Tür und mussten feststellen, dass abgeschlossen war. Ich hielt mir bereits meinen Bauch, Tränen liefen mir über die Wangen und ich lachte schallend. Anscheinend konnten sie es hören, denn Alice, Frank und ich waren nicht gerade leise, denn sie schrien und baten um Hilfe, verfluchten uns und versprachen die verschiedensten Sachen, nur damit wir sie raus ließen.
    „Krone wird dich einen Monat um kein Date bitten!“, „Einen Tag“, widersprach Potters Stimme schnell.
    „Keine Streiche mehr bis Weihnachten!“, versprach Potter und Black schrie hastig: „Bis nächste Woche.“
    „Siri? Jamsie? Was macht ihr daaaa?“, fragte Myrte weinerlich und wir richteten unsere Aufmerksamkeit wieder dem Stück Pergament in meiner Hand.
    „Nichts, nichts“, versicherte Potter.
    „Wir wollen hier raus!“, sagte Black grimmig.
    „Waaaas? So ist das also? Die kleine, dumme, ekelige Myrte, wann kommen wir bloß hier weg? He?“, schrie Myrte. Wir rollten uns wieder auf dem Boden vor lachen, diesmal wegen Blacks Dummheit.
    „Nein, Myrte, das verstehst du ganz falsch“, rief Potter schnell. „Wir – äh – haben bloß etwas vergessen.... Und das müssen wir ganz dringend holen!“
    „Bin ich euch etwa nicht genug?“
    „Du bist mehr als genug“, murrte Black.
    „Oh, Siri-Schatzi! So etwas nettes hat noch nie jemand zu mir gesagt“, schluchzte Myrte und schwebte auf Black zu, der sie nur erschrocken ansah. Binnen ein paar Sekunden war sie vor ihm und versuchte sein Gesicht abzuknutschen, wobei sie feststellen musste, dass das nicht möglich war, da sie immer wieder durch ihn hindurch glitt. Sie schluchzte noch einmal auf, wobei selbst wir uns die Ohren wegen der Lautstärke zu halten mussten. Wie es da wohl Black ging? Ich fing unkontrolliert an zu lachen, als ich sah wie Black sich auf dem Boden krümmte, die Hände auf die Ohren presste und wimmerte.
    „Leute“, kicherte ich. „Ich hab eine Idee.“ Alice war noch nicht wieder in der Lage zu sprechen, also fragte Frank, der sich unter Kontrolle hatte, jede Sekunde aber wieder anfangen würde zu lachen, seinem roten Gesicht nach, „Was denn?“
    Ich erklärte schnell alles, die Augen auf das Pergament gerichtet und immer wieder von Lachanfällen unterbrochen. Die zwei stimmten schnell zu, wir gingen nah beieinander, um die Karte weiter zu beobachteten, die Treppe hoch, Richtung Gemeinschaftsraum.
    „Hallo?“, rief ich. „Leute? Kann ich kurz eure Aufmerksamkeit bekommen? Hallo?“ Ich verlegte mein Gewicht unsicher vom einen Fuß auf den anderen.
    „Hallo?“
    „Hey Leute, SCHNAUZE!“, schrie Alice, die nun ebenfalls auf dem kleinen Tischchen stand. Sofort drehten sich alle um und starrten uns neugierig an.
    „Hey, ähm, ihr wollt doch sicher lachen, oder?“, fragte ich unsicher. „Dann, äh, ist Remus Lupin hier irgendwo?“ Remus trat zögernd aus der Menge, ich zückte meinen Zauberstab und richtete ihn auf ihn.
    „Tut mir Leid, Remus“, sagte ich, bevor ich ihm ein Petrificus Totalus an den Kopf fluchte. Er fiel um wie ein Brett, die Gryffindors sahen mich schief an und ich zuckte mit den Schultern.
    „Er hätte ihnen geholfen“, erklärte ich. „Frank, würdest du bitte?“ Mit einem breiten Grinsen, tippte Frank erst auf das Pergament in seiner Hand, dann deutete er auf die Wand uns gegenüber. Ein Bild tauchte auf, Black der sich hinter Potter versteckte, wimmerte und Myrte ängstliche Blicke zuwarf. Die Gryffindors grölten, einige lagen jetzt schon auf dem Boden und lachten, dabei war bis jetzt noch nicht sonderlich witziges passiert. Nicht, dass das nicht auch witzig war, aber im Gegenteil zu den vorherigen Szenen war es todlangweilig. Ich ging auf Remus zu, richtete ihn auf und legte ihn auf ein Sofa, den Blick auf die Wand mit dem Video gerichtet, damit er auch eine Chance hatte, mit zugucken. Dann band ich im die Hände und Füße zusammen und befreite ihm von dem Zauber.
    „Lily“, schnauzte er, was aber im Lärm drohte unterzugehen.
    „Tut mir wirklich Leid, aber du hättest ihnen geholfen“, verteidigte ich mich. „Und jetzt sei leise, ich will das sehen“, grinste ich. Ich setzte mich neben ihn und starrte gebannt auf die Wand, an dem das Szenario sich um 180° gewendet hatte, denn nun stand Potter hinter Black und warf Myrte ängstliche Blicke zu. Alice und Frank kamen rüber, wir Klatschten ab und sie quetschten sich mit auf das Sofa.
    „Myrte, lass das! Hör sofort auf. EVAAAAANS!“, schrie Black. „Das gibt Rache! Myrte, stopp!“
    „Siri-Schatzi! Was-? Wieso kletterst du-? Was machst du daaaa?“, schrie Myrte. Der ganze Gemeinschaftsraum lachte, Potter zerrte Black wieder von den Wasserhähnen weg, von denen er sich stürzen wollte und Remus versuchte vergeblich sein Lachen als Husten zu tarnen.
    „Evans, falls du das hörst: Wir haben unsere Lektion gelernt, lass uns bitte raus!“ Black ging auf die Knie.
    „Bitte, bitte, bitte, bitte, bitte, bitte, bitte, bitte, bitte, bitte, bitte, bitte, bitte, bitte, bitte.“ Ich musste nur noch stärker lachen, Alice und ich guckten uns an und legten den Kopf schief. Sie neigte den Kopf leicht zu beiden Seiten und ich runzelte die Stirn.
    „Ihr habt wieder eure komische 'ohne Wörter Unterhaltung'“, stellte Frank fest. „Könntet ihr bitte übersetzen?“
    „Wir überlegen, ob wir sie schon rauslassen sollen...“, rief ich ihm zu, obwohl er nur wenige Zentimeter entfernt war, denn Black zwinkerte gerade der Meerjungfrau zu, Myrte flippte aus und Potter schlug den Kopf gegen die Wand, was dazu führte das der ganze Raum von Gelächter erfüllt wurde.
    „Es war nicht gerade angenehm, eine Woche mit einem Schwein rumzuknutschen“, gab Frank zu. Alice sah ihn wütend an.
    „Du hast gesagt es wäre dir egal“, sagte sie wütend.
    „Es war mir auch egal, aber dein Gegrunze war auf Dauer...“
    „War auf Dauer, was?“, zickte Alice.
    Das war nämlich der Grund für unseren Streich gewesen. Die Rumtreiber und Alice und ich hatten uns schon seit der dritten Klasse gegenseitig Streich gespielt. Nur war der letzte nicht ganz so witzig; Alice und ich mussten eine ganze Woche mit einem Schweine Kopf herumlaufen und die einzigen Geräusche die wir von uns geben konnten, waren Grunzgeräusche.
    „Also von mir aus könnten sie da noch Wochen drinnen bleiben, aber Potter hat wahrscheinlich schon eine Gehirnerschütterung und Blacks Trommelfeld platzt glaube ich gleich“, gab ich zu bedenken, als ich sah wie Myrte ihm Sachen wie: „Du untreuer Hippogreif-Truthahn-Eierleger“ ins Ohr schrie. Alice und Frank stimmten mir widerwillig zu und wir verließen den Gemeinschaftsraum und machten uns langsam auf den Weg zum Vertrauensschülerbad.
    „Fischstäbchen“, murmelte ich und die Tür schwang auf.
    „Danke, Myrte, ich glaube, dass reicht“, sagte ich kichernd, als ich sah wie Potter kraftlos auf dem Boden lag, andauernd Entschuldigungen murmelnd und Black sich zusammen gekauert hatte, den Kopf zwischen die Beine gesteckt.
    „Ich will aber noch nicht gehen“, heulte Myrte lautstark. Wer hätte gedacht das die Wände hier hallen? Oh...
    „Myrte“, drohte Frank.
    „Wir wollen doch nicht, dass jeder dein kleines Geheimnis kennenlernt, oder?“, fragte ich süßlich. Erschrocken sah Myrte mich an, schüttelte den Kopf und verschwand in einem der unzähligen Wasserhähnen. Ich grinste. Das war wahrscheinlich der älteste Trick aller Zeiten.
    Black kam auf mich zu gerannt, umarmte mich und raunte mir ein; „Das gibt Rache, Süße“, zu, schlug Frank gegen die Schulter und sagte zu Alice; „Du hast mich reingelegt“, und dann; „Gut gemacht“, grinste und lief aus der Tür, schrie so laut, das ich mir die Ohren zu halten musste: „Endlich frei!“ und verschwand um die nächste Ecke.
    Beinahe hätte ich Potter vergessen, der noch immer auf dem Boden lag.
    „Potter?“, fragte ich lachend und kam näher. Er bewegte sich nicht.
    „Hey, Potter?“ Ich guckte über die Schulter und sah Alice und Frank, die Potter besorgt anguckten.
    „Potter?“ Ich stupste leicht mit meinem Schuh gegen Potters Oberkörper. Keine Regung. Ich ging in die hocke und ruckelte an seinen Schultern. Nichts. Ich wollte gerade meinen Kopf an seine Brust drücken, um zu sehen ob er noch einen Puls hatte, als er plötzlich die Augen aufschlug, seine Hand nach oben schoss, meinen Nacken umfing und er mich zu sich runter zog. Er grinste in den Kuss hinein und auch ich konnte mir meins nicht verkneifen. Zu unser beiden Überraschung erwiderte ich seinen Kuss, legte mich halb auf ihn und beachtete Alice und Franks Lachen nicht weiter, bis mir einfiel:

    „Scheiße!“, fluchte ich lautstark, löste mich von Potter – James – und presste ein: „Der ganze Gemeinschaftsraum guckt zu“, heraus.

Kommentarfunktion ohne das RPG / FF / Quiz

Kommentare (0)

autorenew