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Skye Thomas ~ Um Welten Entfernt #3 [Eine Harry Potter FF]

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20 Kapitel - 42.483 Wörter - Erstellt von: - Aktualisiert am: - Entwickelt am: - 4.318 mal aufgerufen - User-Bewertung: 5 von 5.0 - 11 Stimmen- Die Geschichte ist noch in Arbeit - 7 Personen gefällt es

Es ist nun schon Skyes drittes Schuljahr an der Schule für Hexerei und Zauberei und die Erkenntnisse ihres letzten Jahres lassen sie noch immer nicht los. Ihre Aufgabe scheint unerfüllbar und selbst die Angst vor dem umherstreunenden Massenmörder Sirius Black ist für Skye dagegen gar nichts. Und dann sind da noch diese ganzen Veränderungen, der quälende Alltag und neugierige Freunde, mit denen sie irgendwie zurechtkommen muss.

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    ((bold))((cur))KLEINE NACHRICHT:((ebold)) Es wirkt irgendwie unglaublich, aber es ist nun schon das dritte Mal für mich, euch bei dieser Geschichte z

    KLEINE NACHRICHT:
    Es wirkt irgendwie unglaublich, aber es ist nun schon das dritte Mal für mich, euch bei dieser Geschichte zu begrüßen und mich für das Anklicken zu bedanken. Dieses Jahr wird ein ganz besonderes für Skye - in vielerlei Hinsicht.
    Viel zu erklären gibt es - denke ich - nicht mehr: Die Umstände sind klar, alles geregelt, alles bereit, also wird es gleich losgehen.
    Falls ihr die FF gerade erst entdeckt habt, empfehle ich euch, zuerst Teil #1 zu lesen, um alles besser zu verstehen.
    Hier ist der Link:
    https://www.testedich.de/quiz58/quiz/1544816396/Skye-Thomas-Um-Welten-Entfernt-1-Eine-Harry-Potter-FF
    Den Link zum vierten Teil findet ihr in der Danksagung im letzten Kapitel.
    Wenn ihr zu einem bestimmten Teil einen Kommentar verfassen wollt, dann schreibt einfach so etwas wie Zu
    Teil #1 dazu; dann weiß ich, welchen ihr meint, da die Kommentarbereiche zu den Teilen zusammengefasst sind.
    Jetzt ist aber wirklich alles bereit und erklärt. Also, viel Spaß beim Lesen!: )


    Kapitel 1: DAS UNPASSENDSTE MÄDCHEN ÜBERHAUPT

    „Vertraust du mir?“
    „Nein.“
    „Komm schon, Skye. Hab dich nicht so.“
    Skye verdrehte die Augen. „Ich kenne dich. Wenn du mich so anschaust, hast du etwas vor. Etwas äußerst Teuflisches und höchstwahrscheinlich für mich Schädliches.“
    „Habe ich nicht.“ Unsanft zog Alice Skye hinter sich her. „Du wirst mir noch danken. Wetten?“
    „Oder ich werde dich von einer Brücke stürzen“, sagte Skye schulterzuckend und versuchte ihren Arm aus Alice schwitzigem Griff zu befreien.
    Alice schnalzte missbilligend mit der Zunge. „Die kleine Skye ist ja richtig schlagfertig geworden. Dabei ist ihr Geburtstag noch gar nicht lange her.“
    „Die kleine Skye ist jetzt dreizehn. Das nehme ich als offizielle Aufforderung rebellisch zu sein.“
    „Gruselig.“ Alice lachte. „Ah, schau mal, hier sind wir.“
    Mit einem verschmitzten Grinsen zeigte Alice auf die kleine Holzbank, die von Blumen umringt und unter einer großen Weide schon auf sie zu warten schien. „Setz dich.“
    Skye runzelte misstrauisch die Stirn, während sie sich langsam niederließ. „Alice, was soll das?“
    „Ich bin gleich wieder da“, verkündete Alice geheimnisvoll und bevor Skye ihr eine wüste Bemerkung an den Kopf werfen konnte, verschwand sie in dem nahegelegenen Waldstück.
    Mit gerümpfter Nase lehnte Skye sich zurück. Zwar wollte sie es nicht zugeben, aber insgeheim war sie doch ein wenig gespannt auf Alice’ Plan. Es schien etwas Gutes zu sein, obwohl Skye sich bei ihrer Freundin da nie ganz sicher war.
    Irgendwo zirpten ein paar Vögel und die angenehmen Sonnenstrahlen wärmten Skyes Beine. Es war ein Sommertag, wie er im Buche stand, und das machte Skye misstrauisch.
    Sie zählte schon die Sekunden herunter, bis sie einfach gehen würde, wenn Alice nicht wieder auftauchte, aber da hörte sie eine schüchterne Stimme.
    „Hallo.“
    Verwundert drehte Skye sich um und sah entgeistert den Jungen an, der da plötzlich zwischen den Büschen aufgetaucht war. Er hatte rote Haare und tausende Sommersprossen.
    Es war Luke Robinson.
    „Was machst du denn hier?“, fragte Skye einen Tonfall zu unfreundlich.
    „Auf . . . dich warten . . . Also, so was in der Art“, druckste Luke unbeholfen herum.
    In den Händen trug er zwei Eishörnchen und während er sich neben Skye auf die Bank setzte, hielt er ihr eine unter die Nase.
    „Erdbeere und Karamell. Deine Lieblingssorten.“
    „Woher weißt du das?“
    Skye schnupperte misstrauisch an dem Eis, als würde sie es auf Gift prüfen. Lukes Nase wurde rot und er drehte sich weg, aber das war Skye schon Antwort genug.
    „Alice“, knurrte sie.
    Alice hatte Luke von ihrem Lieblingseis erzählt. Alice hatte dieses Rendezvous organisiert. Und Skye würde bald ein ernstes Wort mit Alice reden müssen.
    „Also . . .“, versuchte Luke angestrengt Konversation zu halten, „wie waren deine Ferien bisher so?“
    „Ganz gut.“ Skye beobachtete in einer Mischung aus peinlich berührt und wütend ein Gänseblümchen. Ihr Eis hatte sie noch nicht angerührt.
    „Meine waren auch gut. Ich . . . war mit meinen Eltern in Frankreich. Aber bald haben wir ja schon wieder Schule, was?“
    „Tragisch“, antwortete Skye gelangweilt. Aber ihr Kopf arbeitete auf Hochtouren.
    „Ich hoffe, dass Miss Baker -“
    „Hör zu, Luke“, unterbrach Skye ihn unfreundlich. „Nichts gegen dich, aber so wird das nichts, wirklich. Du bist vielleicht ganz nett und so, aber falls du eine Freundin brauchst, solltest du dich lieber an jemand anderes wenden.“
    Entschlossen stand sie auf und unter Lukes perplexem Blick drückte sie ihm das Eis, das langsam schon schmolz, wieder in die Hand.
    „Alice zum Beispiel. Die ist ein weltoffener Mensch. Aber ich nicht, okay? Ich bin praktisch noch ein Baby. Und habe Wichtigeres zu tun. Dein Eis kannst du übrigens behalten.“
    „Aber . . .“ Luke schaute sie mit großen Augen an. Er sah enttäuscht aus.
    „Fühl dich jetzt nicht persönlich angegriffen oder in deinem Selbstbewusstsein gestört oder so. Aber ich konzentriere mich lieber auf andere Dinge. Und du bist nur ein Freund, okay? Also . . . lass mich bitte.“
    Skye ließ Luke, der so verwirrt und zusammengesunken auf der Parkbank saß, dass er Skye fast schon etwas leid tat, nicht mehr zu Wort kommen. Aber das schob sie schnell beiseite, sie wirbelte mit peitschendem Pferdeschwanz herum und stolzierte in die entgegengesetzte Richtung.
    In ihrem Kopf malte Skye sich schon aus, was sie Alice alles sagen würde. Wie war diese nur auf solch eine idiotische Idee gekommen? Schließlich kannte sie Skyes Meinung mehr als genau und hätte eigentlich wissen sollen, dass diese nicht gerade fröhlich reagieren würde.
    Skye schnaubte. Luke hatte sich aber auch wirklich das unpassendste Mädchen überhaupt herausgesucht.

    Zu Skyes Enttäuschung hatte Alice sich nach ihren Vorwürfen nicht gleich um Mitleid flehend auf die Knie geworfen, sondern eher frech gelacht. Das sei doch nur ein Spaß gewesen, hatte sie behauptet.
    Skye fand das überaus unverschämt und beschloss, Luke in ihrem kommenden Schuljahr einfach nicht zu beachten.
    Sie war froh, dass sie ihn wenigstens nur in einer Dimension ertragen musste. In der primären hatte sie schließlich ihre Ruhe vor ihm und ihren anderen Schulkameraden.
    Wenn die nur wüssten.
    Die Vorstellung von einer Hexe, die mit einem Zeitumkehrer durch Dimensionen reiste, hätten wohl all ihre Muggelfreunde äußerst amüsant gefunden. Skye war fast schon froh darüber, dass wahrscheinlich niemand ihr diese Geschichte glauben würde.
    Die Vorstellung war aber wirklich nahezu grotesk, das musste auch Skye zugeben. Ein Amulett, das eine solche Macht hatte, klang wie aus einem Märchenbuch. Aber das war es nicht. Es war die reine Wahrheit und das machte es umso erschreckender.
    Der Zeitumkehrer hatte Leben gefordert, unter anderem das von Skyes Großonkel Edward Thomas, der mit fünfzehn Jahren für ein größeres Wohl gestorben war.
    Das hatte Skye in ihrem letzten Schuljahr auf Hogwarts erfahren und es blieb noch immer in ihrer Erinnerung, obwohl das Ganze mittlerweile schon ein paar Wochen her war. Sie würde Edwards Aufgabe beenden müssen, doch hatte noch nicht einmal eine Ahnung wann oder wie.
    Ihrem Großonkel war ein kleines Denkmal - ein modriges Holzkreuz - im nahegelegenen Wald, dem Rosewood Forest, gesetzt worden, das Skye in den Ferien oft besucht hatte. Während sie dann mit dem Kinn auf den Knien gestützt auf dem blätterbedeckten Boden gesessen und stundenlang auf das Kreuz gestarrt hatte, war ihr einmal ein überaus erschreckender Gedanke gekommen: Was wäre, wenn der Zeitpunkt, von dem der Schulleiter Albus Dumbledore gesprochen hatte, bald käme? In diesem Schuljahr? In Skyes drittem Jahr in Hogwarts?
    Skye hoffte innig, dass sie wenigstens ein ruhiges Jahr an der Schule für Hexerei und Zauberei erleben könnte. Ein Jahr ohne unentdeckte Monster, versteinerte Schüler oder bösartige Professoren.
    Aber Unruhe schien Tradition an Hogwarts zu sein und Skye wollte gar nicht wissen, was sie dieses Jahr erwarten würde.
    Natürliche hatte sie ihre beiden besten Freundinnen Betty und Padma, aber die wussten von nichts. Skyes Geheimnis war gut behütet und trotz all der Unannehmlichkeiten, die damit kamen, wollte sie es auch so lassen.

    BILD: Das Titelbild der Reihe

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    Kapitel 2: DIE EULENVERFOLGUNGSJAGD

    Mit nachdenklichem Gesicht kaute Skye auf dem Ende ihres Stiftes herum. Sie überlegte angestrengt, doch alles schien aufgeschrieben zu sein. Aber trotzdem fühlte es sich so an, als würde Edward Thomas’ Geschichte noch ein Puzzleteil fehlen.
    Seufzend klappte Skye das Notizbuch zu. Sie hatte den seltsamen Traum, den sie im letzten Jahr gehabt hatte, nachdem Ginny Weasley sie verzaubert hatte, bis ins kleinste Detail aufgeschrieben. Das glaubte sie jedenfalls. Aber Skye hatte das Gefühl, dass sie eine Sache vergessen hatte. Die irgendwie wichtig war. Aber durch ihren Aufprall damals war dieses Puzzleteil vielleicht verloren gegangen.
    Incertus“, flüsterte Skye und tippte mit ihrem Zauberstab gegen das Büchlein, dass augenblicklich zu verschwinden begann und sich dem Schreibtisch anglich.
    Tastend nahm Skye das nun unsichtbare Notizbuch in die Hand und legte es zwischen ein paar Socken in ihren Kleiderschrank. So würde es niemand finden können und das war unbeschreiblich wichtig.
    In diesem Buch stand alles, was sie über Edward Thomas und den Zeitumkehrer wusste. Zeitungsartikel, ausgerissene Seiten aus Büchern, selbstgeschriebene Texte; all das sammelte Skye nun schon seit dem Beginn der Sommerferien.
    Sie verstaute ihren Zauberstab wieder zwischen einigen Schulbüchern, die sich auf einem Regal stapelten und sah dann nachdenklich aus dem Fenster. Es war ein milder Tag, der Herbst nährte sich schon langsam und die Sonne war nicht mehr so strahlend und angenehm im Gesicht kitzelnd wie zuvor.
    Trotz angestrengte Nachdenkens fiel Skye das ausgelassene Detail aber noch immer nicht ein. Was war es? Wie konnte sie es einfach vergessen? Da war etwas, das keinen Sinn ergeben hatte . . .
    Ärgerlich drehte sie an einer Haarsträhne herum, doch da kam ihr plötzlich eine Idee.
    Schon länger war sie nicht in der primären Dimension gewesen, die sie immer mal wieder besuchte, um nach Eulenpost zu sehen. Und vielleicht würde das auch ihre Kreativität ein wenig ankurbeln.
    Froh über eine neue Beschäftigung zog Skye den Zeitumkehrer unter ihrem T-Shirt hervor. Die kleine Sanduhr inmitten der Ringe baumelte wie immer schimmernd und unbeschädigt an seinem goldenen Kettchen. Es war verrückt, sich vorzustellen, wie viele Jahre der Zeitumkehrer schon erlebt und was er alles mitgemacht hatte. Dass er einmal Skyes Großonkel gehört hatte. Langsam begann Skye an dem winzigen Rädchen zum Wechseln der Dimensionen zu drehen. Sie kannte mittlerweile das Gefühl des Fallens ins Unergründliche schon gut, deswegen stellte sie sich innerlich darauf ein und schloss wartend die Augen.
    „Skye? Was machst du da?“
    Skye zuckte heftig zusammen, als sie diese wohlbekannte Stimme vernahm und öffnete schlagartig die Augen.
    In der Zimmertür stand Alice, die stirnrunzelnd die Arme verschränkt hatte.
    „Was machst du hier?“, fragte Skye hastig, um von dem Zeitumkehrer abzulenken, den sie schnell wieder unter ihr Shirt gestopft hatte.
    „Deine Mum meinte, ich könne einfach reingehen, du wärst nämlich hier. Sie hat mich im Garten schon gesehen.“
    Skye hätte am liebsten laut losgeflucht, als sie diese Geschichte hörte. Sie ergab Sinn, denn deswegen hatte sie auch keine Klingel gehört.
    „Also, was war das?“ Alice verschränkte die Arme und musterte Skye misstrauisch. „Was hast du mit dieser seltsamen Kette gemacht? Die habe ich schon öfter an dir gesehen.“
    „Öhm . . .“ Skye dachte angestrengt nach und sah sich ausweichend im Zimmer um. Ihr musste einfach eine gute Ausrede einfallen.
    Da fiel ihr Blick auf den Stapel Schulbücher unter denen das braune Ende ihres Zauberstabs hervorlugte. Natürlich. Zwar war diese Idee riskant, aber Skye wusste keinen anderen Ausweg.
    „Ich erkläre es dir draußen“, plapperte sie. „Hier ist es so stickig, weißt du. Geh doch schon mal vor.“
    Als Alice keine Anstalten zu gehen machte, musste Skye sie eigenhändig zur Tür schieben; unauffällig schnappte sie sich währenddessen ihren Zauberstab und ließ ihn in die Hosentasche gleiten.
    „Ja, genau . . . Wir können in den Park gehen oder so“, schlug Skye vor, während sie Alice etwas unsanft aus der Haustür schubste und mit einem prüfenden Blick nach ihrer Mutter sah, die ein paar Meter entfernt auf dem Boden kniete und Blumen einpflanzte.
    „Was soll das alles, Skye?“ Alice schien mittlerweile vollkommen entgeistert.
    Skye antwortete nicht, in einer blitzschnellen Bewegung zog sie ihren Zauberstab aus der Hosentasche und zielte auf Alice‘ Kopf, die gar nicht zu realisieren schien, was da vor sich ging.
    Obliviate“, sagte Skye langsam und deutlich, denn dieser Zauberspruch hatte ihr in ihrem letzten Jahr immer wieder Kopfzerbrechen bereitet.
    Man konnte geradezu beobachten, wie Alice‘ misstrauisches Gesicht weicher wurde, ihre Augen weiteten sich und als Skye das sah, knallte sie zufrieden die Haustür zu.
    Erleichtert seufzend steckte sie ihren Zauberstab wieder weg und fuhr sich durch die Haare. Wenn sie alles richtig gemacht hatte, würde Alice gleich nichts mehr wissen, ahnungslos klingeln und Skye würde so tun, als wäre nie etwas geschehen. Als hätte Alice nie ihren Zeitumkehrer gesehen.
    Nur der Abstecher in die primäre Dimension, der war wahrscheinlich keine gute Idee mehr, beschloss Skye. Das würde sie lieber auf morgen verschieben.

    Ungeduldig winkte Skye einer Bedienung zu, die mit gehetztem Blick zu ihr raste.
    „Ich zahle bitte“, sagte Skye und beobachtete teilnahmslos die Bedienung, die etwas auf ihren Block kritzelte.
    „Fünf Pfund macht es.“ Sie wirkte wirklich sehr zerstreut.
    Zähneknirschend drückte Skye der jungen Frau das Geld in die Hand. Für so wenig Eis war das schon ein hoher Preis, das musste Skye zugeben. Und besonders gut war es auch nicht gewesen. Aber schließlich war das hier London, und mitten in der Innenstadt konnte sie wohl nichts anderes erwarten.
    „Danke, wiedersehen!“, rief die Bedienung noch während sie wieder davonrauschte.
    Skye stopfte die sich auf dem kleinen Tisch stapelnden Bücher (von Geschichte der Zauberei bis hin zu einem Englischbuch war alles dabei) zurück in ihre Umhängetasche und rollte sorgfältig ihren Aufsatz für Zaubereigeschichte zusammen, den sie über die Ferien schreiben musste.
    Das kleine Eiscafé war völlig überladen und während Skye sich zwischen schwitzigen Touristen und eisbekleckerten Kindern hindurchquetschte, hatte sie schon Angst, dass ihr jemand den Zauberstab aus der Tasche stibitzte. Als sie jedoch auf die Straße trat, wurde es nicht besser, ständig rempelte sie jemand an und Skye fragte sich missmutig, warum der Zeitumkehrer sie unbedingt nach London hatte schicken wollen.
    Bei jedem Abstecher in die primäre Dimension suchte sich ihr der Zeitumkehrer einen anderen Ort aus, und obwohl sie meist nur eine halbe Stunde dort verbrachte, war sie niemals in der gleichen Stadt. Warten tat sie auf eine Eule, eine Nachricht, die sie sich schon lange erhoffte. Padma hatte ihr und Betty vor den Ferien versprochen, dass ihre Freundinnen dieses Mal ihr Haus kennenlernen würden. Und jetzt wurde es langsam spät, zu spät fast schon, denn die Ferien neigten sich dem Ende zu.
    Skye drängte sich an ein paar Polizisten vorbei, die sie nicht einmal eines Blickes würdigten, und Skye war ziemlich froh darüber.
    Zwar kannte sie die Muggelwelt, aber die primäre Dimension außerhalb Hogwarts bereitete ihr noch immer Misstrauen. Irgendwo in London lag die Winkelgasse, aber Skye wusste nicht wo, und der Zeitumkehrer machte keine Anstalten, sie dorthin zu bringen.
    Stattdessen suchte er sich lieber irgendwelche Touristenecken mit schlechten Eiscafés aus.
    Skye überlegte sich schon, in welche öffentliche Toilette sie diesmal gehen würde, um wieder zurückzureisen - schließlich war nichts weiter Spannendes passiert - aber da hörte sie ein lautes Schuhuhen über ihr. Verwundert sah sie zum Himmel und ihre Augen weiteten sich überrascht, als Skye eine Eule über das Großstadtchaos auf sich zufliegen sah. Sie war groß und prächtig, mit auffällig weißen Federn und sie trug einen kleinen Zettel am Bein.
    Die Menschen neben ihr raunten begeistert, viele zückten ihre Fotoapparate, denn die Eule kam direkt auf den Boden zugeflogen.
    Direkt auf Skye.
    „Immer mit der Ruhe“, brüllte einer der Polizisten, als ein paar Mädchen ängstlich aufkreischten.
    Sie stoben davon, rempelten Skye an und schwatzten aufgeregt miteinander. Nur Skye stand noch da, unschlüssig, was sie tun sollte.
    Wegrennen? Die Eule würde ihr folgen. Wohl oder übel, selbst vor all diesen Muggeln, sie musste sie in Empfang nehmen.
    Skye streckte die Hand aus und zielsicher ließ die Eule sich auf ihrem Arm nieder. Sie klapperte zufrieden mit dem Schnabel und musterte die gaffenden Touristen mit großen Knopfaugen.
    „Also hören Sie mal, junge Dame!“ Ein Polizist hatte sich seinen Weg durch die Menge gebahnt. „Ist das Ihre Eule? Die darf man nicht einfach halten, da gibt es Gesetze!“
    Skye zögerte kurz, dann lächelte sie dem bärtigen Mann freundlich zu. „Entschuldigen Sie. Ich habe wohl einfach ein Händchen für Tiere.“
    Der Polizist wollte schon etwas entgegen, aber er konnte nicht mehr.
    Skye rannte einfach los.
    Die Eule erhob sich kreischend von ihrem Arm, aber folgte ihr treu. Skye rempelte sich durch die Menge, hörte das Gebrüll des Polizisten hinter ihr, aber sie war zu flink. Eine dreizehnjährige Hogwartsschülerin war nicht so leicht zu fangen.
    Am liebsten hätte Skye ihren Zauberstab benutzt, ihr wären so einige nützliche Zauber eingefallen. Aber das ging nicht. Sie war minderjährig, in der primären Dimension und wusste genau, was ihr beim Zaubern blühen würde.
    Mittlerweile war sie in eine etwas weniger überlaufene Gasse eingebogen. Den Polizisten hörte sie nicht mehr, sie hoffte, dass er es aufgegeben hatte, aber dennoch durfte Skye keine Zeit verlieren.
    „Nimm einen Umweg zurück“, zischte Skye der Eule zu, während sie den Brief mit zittrigen Fingern aufrollte.
    Hastig überflog sie die Nachricht, während sie hinter einer Mülltonne kauerte und betete, dass die Eule den Schnabel halten würde.

    Liebe Skye,
    ja, ich weiß, dieser Brief kommt unglaublich spät. Aber bei uns zu Hause gab es Rohrbrüche, der Keller wurde überflutet und Mum und Dad hatten so einiges zu tun. Weißt du, Dad mag Zauberei nicht so gerne. Er hat ein zu großes Ego und wollte es deswegen mit Muggelarbeit erledigen. Mum hat zwar unauffällig ein wenig geholfen, aber zu viel konnte sie natürlich auch nicht machen, da Dad das bemerken würde. Na ja, jedenfalls hat es Ewigkeiten gedauert, bis die Rohre repariert waren (in dem Kaff, in dem ich lebe, gibt es praktisch keine Handwerker) und das Wasser ist noch immer nicht ganz weg.
    Parvati durfte zwar zu Lavender Brown, aber Dad meinte, ich solle euch wann anders einladen.
    Nun, das ist der Grund, warum es jetzt doch nicht klappt. Tut mir echt leid, aber ich hatte noch eine andere Idee. Also, Mum hatte sie.
    Wie wäre es, wenn wir uns bald in der Winkelgasse treffen? Wir können einkaufen gehen und meine Eltern lassen mich da auch alleine rumlaufen. Wegen diesem Sirius Black, du weißt schon. Mum meint, er würde sich nicht trauen, in der Winkelgasse aufzukreuzen, unter all den Zauberern und Spionen des Ministeriums. Und Dad meint, na ja, Dad meint, dass er Massenmördern schon nicht traut und Zauberer-Massenmördern noch weniger. Aber Mum konnte sich durchsetzen, schließlich ist sie die Hexe.
    Also, was hältst du davon? Betty kann sicher, sie muss vielleicht nur Emma oder so als Aufsicht mitbringen. Aber mit Betty brauchen wir sowieso keine Angst zu haben.
    Wenn wir uns treffen, gebe ich dir auch die Einverständniserklärung für Hogsmeade (dann können deine Eltern sie noch rechtzeitig unterschreiben) und deinen Schulbrief. Der wurde nämlich an mich gesendet, seltsam, nicht?
    So, das war es dann. Ich freue mich auf deine Antwort und hoffe, dass alles klappt.
    Nächste Sommerferien können wir ja vielleicht mal zu dir nach Hause? Ich wette, Betty ist geradezu wild darauf, sich so ein Muggelhaus anzusehen. Und ich fände es auch mal schön, zu dir zu kommen.
    Bis bald!
    Padma


    Hektisch kramte Skye ein Blatt Papier aus ihrer Tasche und kritzelte unordentlich einen kurzen Absatz darauf. Zwar fühlte sie sich bei Padmas langem Brief mit so einer knappen Antwort etwas schlecht, aber den Umständen entsprechend ging es nicht anders.
    Noch während sie das Papier an das Bein der Eule befestigte, hörte sie das Stampfen von Füßen und gedämpfte Rufen von der Hauptstraße kommen. Bei dem Gedanken an die Polizisten brach Skye der Angstschweiß aus und sie war froh, als sie endlich fertig war und den Zeitumkehrer unter ihrem Shirt hervorgezogen hatte. Schnell drehte sie an dem passenden Rädchen und scheuchte die Eule mit der anderen Hand davon.
    „Denk an den Umweg!“, rief sie dem empört schuhuhenden Tier hinterher, da spürte sie schon, wie sie nach hinten sackte.
    „Die Eule!“, rief irgendwo ein Mann.
    „Aber wo ist das Mädchen?“, entgegnete ein anderer verärgert und Skye war froh, dass die Mülltonne ihr Schutz vor den Polizisten bot, während sie die Augen schloss und sich fallen ließ.

    BILD: Padmas Eule (die übrigens Lakshmi heißt)

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    Kapitel 3: WIEDERSEHEN

    „Wird‘s bald?“
    Skye zuckte zusammen, als sie das dumpfe Klopfen an der Tür und die giftige Stimme einer Frau hörte. Schnell stopfte sie den Zeitumkehrer unter ihr Shirt, glättete ihren Rock und sah sich um. Besonders prickelnd war diese Klokabine nicht, aber solange der Zeitumkehrer sie an den richtigen Ort geschickt hatte, machte ihr das nichts aus.
    Heute war der Tag, an dem sie sich mit Betty und Padma in der Winkelgasse verabredet hatte. Skye hatte keinen blassen Schimmer, wo genau in London diese Gasse lag; bei ihrem ersten Mal war sie den Weasleys über den Weg gelaufen, aber diesmal konnte sie nur eins: Dem Zeitumkehrer vertrauen, der hoffentlich wusste, was er tat.
    Skye schauderte. Das klang ja so, als wäre der Zeitumkehrer eine richtige Person.
    Sie zog vorsichtshalber noch an der Klospülung, damit es so wirkte, als sei sie wirklich auf der Toilette gewesen. Dann öffnete sie vorsichtig die knarrende Holztür, die fast einer alten, von Warzen übersäten Frau ins Gesicht schlug.
    „Pass doch auf du freches Gör“, krächzte sie ärgerlich und drängte sich unsanft an Skye vorbei.
    „Entschuldigung Ma‘am“, sagte Skye höflich, aber verdrehte unauffällig die Augen.
    Die alte Frau schlug die Türe hinter sich zu und das rostige Schild mit der Aufschrift Hexen unter einem geblümten Spitzhut wackelte hin und her.
    Unsicher lief Skye den engen Gang entlang, der von der Toilette wegführte und nur von ein paar Fackeln erhellt wurde. Er mündete in einer schweren Holztür, die Skye aufstieß und dann einen großen, pubartigen Raum betrat. Er war stickig und das Licht dämmrig, an den Tischen saßen in Umhänge gehüllte Menschen und es gab sogar eine Theke, an der ein Wirt mit ein paar Leuten über eine „Soup Soup Soup“ diskutierte.
    Ratlos sah Skye sich um. Diesen Ort kannte sie von ihrem letzten Mal in der Winkelgasse nicht.
    „Komm, Henry, gehen wir. Karten spielen kannst du auch noch später. Wir müssen unbedingt zu Madam Malkin, deine Umhänge sind mittlerweile viel zu kurz“, sagte eine Frau, die an einem Tisch neben Skye stand.
    „Ist ja gut Mum“, erwiderte ein Junge genervt.
    Skye horchte auf. Madam Malkins Geschäft war in der Winkelgasse, das wusste sie genau. Also konnte diese nicht weit sein. Sie musste den beiden nur folgen . . .
    Unauffällig schlich Skye der Mutter und ihrem Sohn hinterher, die durch den Pub liefen und schließlich auf einen leeren Hinterhof zu einer klobigen Backsteinmauer traten. Verwirrt sah Skye sich um. Hier und da lag Müll auf dem Boden, aber dieser Hinterhof wirkte gänzlich nichtmagisch.
    Die Frau warf Skye einen kurzen Blick zu.
    „Gehen Sie nur zuerst, das ist kein Problem“, sagte Skye beflissen und lächelte charmant.
    Die Frau schien das zu akzeptieren und Skye beobachtete sie aufmerksam, als sie ihren Zauberstab aus der Tasche zog und gegen einen der vielen gleich aussehenden Steine tippte. Geduldig wartete Skye und ihre Augen weiteten sich überrascht, als sich die Steine verschoben und schließlich einen sauber gearbeiteten Torbogen freigaben.
    „Nun geh schon“, sagte die Hexe zu ihrem Sohn und schubste ihn in die Gasse.
    Skye folgte ihnen langsam, aber dann breitete sich ein erleichtertes Lächeln auf ihrem Gesicht aus. Es herrschte ein hektisches Treiben, überall wuselten Hexen und Zauberer in langen Umhängen herum, irgendwo schuhute eine Eule und am Ende der Gasse war ein großes, marmornes Gebäude zu erkennen.
    Das war die Winkelgasse.
    Gemütlich schlenderte Skye an den Läden vorbei, betrachtete die Besen, Tiere und Umhänge in den Schaufenstern und hörte im Hintergrund ein paar Kinder über einen Feuerblitz reden. Sie genoss es, endlich wieder in der unbeschwerten und magischen Welt der Zauberei zu sein. Es war so anders als die sekundäre Dimension und Skye hatte all das schon vermisst.
    Das war das Schöne an dem Zeitumkehrer: Sie hatte zwei Leben und beide würde sie für keinen Preis hergeben.
    Konzentriert sah Skye sich um, ihre Augen schweiften über die Menge, auf der Suche nach zwei ihr gut bekannten Gesichtern. Und da, da entdeckte sie sie: Betty und Padma standen mit einem großen, dunkelhaarigen Jungen neben einem Fachgeschäft für Flugbesen und unterhielten sich angeregt.
    Skyes Herz tat einen aufgeregten Hüpfer. Es waren noch nicht einmal sechs Wochen vergangen, aber es fühlte sich an, als wären nach ihrem Abschied Ewigkeiten gewesen.
    „BETTY! PADMA!“
    Ihre Freundinnen drehten sich bei Skyes Rufen überrascht um, doch auch auf ihren Gesichtern breitete sich ein fröhliches Grinsen aus. Hastig drückte Skye sich an ein paar älteren Hexen vorbei, die die Gasse blockierten, und sauste auf Betty und Padma zu.
    „Wir dachten schon, du kommst nicht mehr!“, rief Padma erleichtert und umarmte Skye so stürmisch, dass diese strauchelte und fast in ein Grüppchen ernst aussehender Zauberer fiel.
    Auch Betty stürzte sich dazu und Skye wurde klar, wie sehr sie ihre besten Freundinnen vermisst hatte. Es war fast schon beruhigend, den Apfelgeruch von Padmas Haaren wieder in der Nase zu haben.
    Grinsend lösten sich die drei Mädchen von einander.
    „Jetzt sind wir vollständig“, frohlockte Betty.
    Sie war über den Sommer wieder um einiges gewachsen, das lange braune Haar hatte sie in einem lockeren Pferdeschwanz zusammengebunden und sie trug einen schicken, marineblauen Reiseumhang.
    „Ich hoffe, nächstes Jahr klappt das mit dem Treffen bei mir“, sagte Padma entschuldigend.
    Sie war genauso hübsch wie eh und je und Skye konnte es den Jungen, die vorbeigingen, nicht verdenken, wie auffällig sie Padma anstarrten. Auch der ältere Junge, der sich etwas im Hintergrund gehalten hatte, sah sie einen Moment zu lange an.
    „Wer ist das?“, fragte Skye mit gesenkter Stimme.
    „Ach, stimmt.“ Betty zog den Jungen unsanft zu sich her. „Mum wollte mir eigentlich Emma als Aufsicht auf den Hals hetzten, aber weil die mit nichts anderem als ihrem ach so süßen Eddie beschäftigt ist, musste Keith herhalten. Er ist übrigens mein Cousin.“
    Neugierig musterte Skye den Jungen. Er war vielleicht fünfzehn, aber sah Betty in keinster Weise ähnlich und Skye hätte ihn niemals für einen Warrington gehalten.
    „Darf ich vorstellen: Das ist Skye“, erklärte Betty ihrem Cousin. „Und das ist Keith. Vielleicht hast du ihn schon mal gesehen. Er ist in Slytherin.“
    Bei diesem Satz musste Skye amüsiert anfangen zu lächeln. So war das also.
    „Hi.“ Sie hielt ihm freundlich die Hand entgegen. „Ich bin übrigens ein Schlammblut.“
    „Skye!“, rief Betty schockiert und auch Padma keuchte überrascht auf. Aber Skye beachtete sie nicht, sie hatte nämlich das seltsame Aufblitzen in Keiths Augen gesehen, nachdem sie ihm das gesagt hatte. Aber wie sollte es auch anders sein? Leute wie Keith Warrington waren alle irgendwie gleich.
    Betty hieb ihm versucht unauffällig den Ellenbogen in die Seite und dann reagierte er endlich. Zögerlich reichte er Skye die Hand und sie verspürte einen seltsam bitteren Triumph, als sie sie schüttelte.
    „Keith spielt übrigens auch Quidditch. Er möchte sich dieses Jahr als Jäger bewerben, weißt du“, plapperte Betty ungehalten. Ihre Nasenspitze war rot geworden und Skye war klar, wie unangenehm ihr das Ganze sein musste. „So, jetzt können wir ja losgehen . . .“
    „Was war denn mit dir los?“, zischte Padma Skye zu, während die Vier im Schneckentempo durch die Winkelgasse schlenderten.
    „Vorsorge“, erklärte Skye nüchtern. „Er ist ein Slytherin. Du weißt, was das heißt, oder? Er sollte direkt wissen, was ich bin.“
    „Du kennst doch diese Reinblüterfamilien“, erklärte Padma leise. „Sie sind . . . eigen.“
    Skye schnaubte. „Das habe ich schon gemerkt. Was ist denn schon dabei? Ich habe ihn ja nicht mit meinem Blut übergossen oder so.“
    Padma wollte schon etwas erwidern, aber da gesellte Betty sich zu ihnen und sie verstummte augenblicklich.
    „Und, über was tuschelt ihr so?“, fragte Betty grinsend.
    Padma reagierte blitzschnell. „Nur darüber, ob es wirklich stimmt, dass deine Schwester jetzt mit Eddie Carmichael zusammen ist. Skye will mir nicht glauben.“
    Skye stutzte kurz, nickte dann aber beipflichtend.
    „Ach, ich wollte das anfangs auch nicht glauben“, sagte Betty schulterzuckend. „Ich meine, wer will denn bitte etwas von meiner Schwester? Ekelhaft. Aber es ist passiert. Und Mum hat ihr sogar erlaubt, ihn in den Ferien zu besuchen.“
    „Sie steht doch schon eine Ewigkeit auf ihn“, meinte Padma.
    „Ich sag ja, ekelhaft. Und hast du bemerkt, wie dir die Jungen nachgaffen, Padma? Gruselig. Absolut beängstigend.“
    Padma wurde rot und Skye kicherte ungehalten. „Ein Engel auf Erden, könnt sie nur mein werden, das schönste Mädchen der Jahrgangsstufe“, zwitscherte sie.
    „Ach, hör auf.“ Padma boxte ihr spielerisch in den Arm. „Bohr lieber mal bei Betty nach.“
    „Was meinst du?“ Skye runzelte verwirrt die Stirn.
    „Ja, was meinst du?“, fragte auch Betty, aber Skye merkte, wie diese ihren Blick mied.
    „Achte mal darauf.“ Padma grinste teuflisch. „Vielleicht merkst du es ja auch.“

    Es heißt, wenn einem Dinge Spaß machen, dann vergeht die Zeit schneller. Der Nachmittag in der Winkelgasse verging wie im Fluge.
    Es war Skyes zweites Mal dort und sie genoss es, die Zaubererstraße nach zwei Jahren noch einmal zu sehen. Beim ersten Mal war sie noch ahnungslos gewesen, der Zeitumkehrer eine Neuheit und sie hätte niemals erwartet, was in ihren ersten beiden Jahren in Hogwarts alles passieren würde.
    Betty, Padma und Skye streiften (gefolgt von dem wortkargen Keith) durch die Straße, gingen erst zu Gringotts (Skye musste ihr Muggelgeld wechseln), kauften ihre Schulbücher (Padma hatte Skye mittlerweile ihren Schulbrief überreicht), schauten bei Madam Malkin vorbei und betrachteten die Auslagen wahlloser Geschäfte. Sie trafen sogar noch Terry und Anthony, die sich von Anthonys Eltern losgeeist hatten und alleine durch die Winkelgasse schlenderten. Die beiden wollten unbedingt ein Eis essen und so kam es, dass sich Betty, Padma und Skye schließlich zu einem Besuch bei Florean Fortescues Eissalon überreden ließen.

    „Habt ihr auch diese ganzen Suchplakate von Sirius Black hier gesehen?“, fragte Anthony nachdenklich.
    „Ja.“ Padma nickte. „Schrecklich, nicht? Dass so ein Massenmörder herumschleicht, kann einem schon Angst machen.“
    „Er ist sogar bei den Muggeln bekannt“, erzählte Terry. „Ich habe mir Miss Martinis Zeitung geklaut, da stand etwas über ihn. Dass er eine Pistole hat.“
    Skye nickte zustimmend, obwohl sie außer in Padmas Brief noch nie etwas von diesem Sirius Black gehört hatte. Er schien ein Massenmörder zu sein, gefürchtet sogar von Zauberern.
    „Wie er aus Askaban ausgebrochen ist, kann sich niemand erklären“, meinte Betty und tippte sich nachdenklich ans Kinn. „Meine Mum sagt, das sei vollkommen unmöglich. Und sie arbeitet schließlich im Ministerium.“
    „Wo ist eigentlich Michael?“, fragte Skye plötzlich. Zwar passte dies in keinster Weise zum Thema, aber sie hatte Angst, dass den anderen auffallen könnte, wie wenig sie sich an der Diskussion beteiligte.
    „Seine Eltern haben es nicht erlaubt“, erklärte Anthony. „Er musste praktisch die ganzen Ferien zu Hause bleiben.“
    Skye ahnte, dass das auch mit diesem mysteriösen Sirius Black zusammenhing, aber sie hakte lieber nicht nach und war ziemlich erleichtert, als Florean Fortescue mit einem eleganten Schnipser seines Zauberstabs ihre Eisbecher zu ihnen schweben ließ.
    „Danke“, sagte Padma höflich, während Skye Fortescues riesigen, beim Gehen wippenden Schnurrbart beobachtete, sich dann aber loseiste und dem prachtvollen Eisbecher zuwandte.
    „Ich liebe Zauberei“, stellte Terry fest, während er fast schon liebevoll den riesigen Berg seines Bertie-Bott’s-Bohnen-Eises mit fluffiger Sahne und einem Schokofrosch, der darin herumtollte, betrachtete.
    „Mein Bruder sagt, wir müssen in Hogsmeade in die Drei Besen. Da soll es auch so toll sein“, erzählte Anthony.
    „Hogsmeade“, seufzte Padma verträumt. „Ich freue mich schon den ganzen Sommer auf diese Ausflüge.“
    „Das kannst du auch.“ Es war das erste Mal, dass sich Bettys Cousin zu Wort meldete, sonst hatte er sich damit begnügt, still zuzuhören und Padma anzugaffen. „Ich hoffe, dass es dieses Jahr überhaupt klappt. Wegen Sirius Black und so.“
    „Ich auch.“ Betty nickte zustimmend. „Wir müssen unbedingt zu Zonko‘s Scherzartikelladen. Fred hat mir davon erzählt.“
    Skye löffelte stumm ihr Eis und überlegte angestrengt, wie sie die Einverständniserklärung unterschreiben lassen sollte. Ihren Eltern konnte sie das Papier natürlich nicht vorlegen, aber bei all diesen Erzählungen wollte sie sich Hogsmeade natürlich nicht entgehen lassen. Aber wie? Sie konnte schließlich schlecht selbst unterschreiben.
    „Skye?“
    „Hm?“ Ertappt schreckte sie auf.
    „Wo bist du denn mit deinen Gedanken?“, grinste Padma. „Ich habe gefragt, ob du schon deinen Aufsatz für Zaubereigeschichte fertig hast.“
    „Fast“, antwortete Skye wahrheitsgemäß. „Es gibt Spannenderes als Hexenverbrennung im Mittelalter.“
    „Kaum zu glauben, dass wir in etwas mehr als einer Woche schon wieder in Hogwarts sind“, sagte Anthony kopfschüttelnd.
    „In zwei Wochen bin ich schon vierzehn“, sagte Betty mit leuchtenden Augen. „Kniet nieder, ihr Minderen.“
    „Alte Schachtel“, antwortete Skye und streckte Betty die Zunge raus. „Du stirbst früher als ich.“
    „Alt und weise nenne ich das. Tss, immer diese Jungend von heute.“
    Padma seufzte theatralisch. „Ihr beide seid echt unmöglich.“
    „Wir sehen den Tatsachen nur ins Auge“, antwortete Skye.
    Bei Padmas mitleidigem Blick musste sie losprusten, aber das Lachen verging ihr schnell, denn Betty schnipste ihr eine Bertie Bott‘s Bohne ins Auge.

    BILD: Skye Thomas mit dreizehn Jahren

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    ((bold))((navy))Kapitel 4: DER DEMENTOR((ebold))((enavy)) Der dichte Rauch des Hogwarts-Expresses hüllte den Bahnsteig mit all den darauf herumwuseln

    Kapitel 4: DER DEMENTOR

    Der dichte Rauch des Hogwarts-Expresses hüllte den Bahnsteig mit all den darauf herumwuselnden Hexen und Zauberern ein und legte sich wie eine dichte Decke über die Familien, die sich von ihren Kindern verabschiedeten.
    Skye konnte nicht anders, als fröhlich zu lächeln. Endlich würde sie wieder nach Hogwarts zurückkehren, und es war nun schon ihr drittes Jahr dort.
    Sie hielt sich höflich im Hintergrund, während sie beobachtete, wie Betty und Padma sich von ihren Eltern verabschiedeten. Ein Grüppchen Fünftklässler lief kichernd an ihr vorbei und Skye sah ihnen beim Einsteigen in den Hogwarts-Express zu.
    „Hey, Skye!“
    Es war Roger Davies, der sich seinen Weg durch die Menge bahnte und grinsend auf Skye zulief.
    „Rate, was passiert ist?“, fragte er aufgeregt, während er sich mit vor Stolz geschwellter Brust zu Skye gesellte.
    „Keine Ahnung. Du hast dir Muskeln zugelegt?“
    Davies verdrehte auf Skyes Kommentar hin die Augen. „Nein, viel besser. Ich bin der neue Captain!“
    Skye sah ihren Teamkollegen überrascht an. „Was? Im Ernst, Roger? Glückwunsch!“
    „Verrückt, nicht? Ich hätte niemals gedacht, dass ich jemals Arthurs Nachfolger werde!“
    „Wie hat Randolph das denn aufgefasst?“
    Randolph Burrow war das älteste Mitglied der Ravenclaw-Mannschaft und Skye hatte den bulligen Jäger mit der tiefen Stimme im letzten Jahr ins Herz geschlossen.
    „Gut, ehrlich.“ Auch Davies wirkte erleichtert. „Wir sitzen übrigens mit Grant zusammen in einem Abteil. Wenn du willst, kannst du auch dazukommen.“
    „Ich schaue vielleicht mal vorbei. Weißt du, ich besitze ein Leben auch außerhalb unseres Teams.“
    Davies grinste neckisch. „Wenn ich Arthur wäre, würde ich dich für diesen Satz aus der Mannschaft werfen. Aber solange du dich richtig reinhängst, wenn die Saison beginnt, akzeptiere ich das.“
    „Wie gnädig“, antwortete Skye. „Aber kümmre dich erstmal darum, einen guten Ersatz für Emily und Arthur zu finden.“
    „Ach“, winkte Davies ab, „ich habe schon eine potenzielle Kandidatin. Dieses Mädchen vom letztem Jahr, Cho Chang. Sie scheint gut zu sein.“
    „Nun . . .“ Skye lächelte gezwungen.
    Sie und Cho waren nicht immer die besten Freundinnen gewesen: Seit Skye im letzten Jahr ins Team aufgenommen wurde und Cho nicht, herrschte stets eine angespannte Stimmung zwischen den beiden.
    „Also, ich geh dann mal, Randolph besetzt unser Abteil. Wir haben Schokofrösche, also schau mal, ob du nicht doch vorbeikommst!“
    Davies lief seinen Gepäckträger schiebend weiter und Skye schlenderte langsam über den Bahnsteig. Ein paar Klassenkameraden begrüßten sie: Sue Li umarmte sie sogar, Fred und George Weasley gaben Skye ein High Five und schließlich traf sie sogar auf Harry, Ron und Hermine, die wie immer die Köpfe verschwörerisch zusammensteckten.
    „Wer flüstert, der lügt“, grüßte Skye sie mit einem schiefen Grinsen, und die Drei schreckten ertappt auf.
    Kopfschüttelnd lief Skye weiter, erhaschte einen Blick auf Bettys Schwester Emma und ihren Freund Eddie Carmichael, die hinter einer Säule miteinander turtelten (Skye schien ihr Frühstück wieder hochzukommen) und traf schließlich sogar Keith Warrington, den sie aber elegant ignorierte und an ihm und seinen Slytherin-Freunden wortlos vorbeistolzierte.
    Schließlich stießen Betty und Padma endlich wieder zu ihr, bereit, sich ein Abteil zu sichern. Skye lächelte Bettys Mutter nur flüchtig zu und war froh über keine weitere Konversation mit ihr. Mrs Warrington kam ihr eigenartig vor, sie war verschlossen und distanziert, aber selbst Skye bemerkte manchmal die unauffälligen Blicke der Frau. Das war ihr so unangenehm, dass sie Mrs Warringtons Gegenwart am liebsten mied, und das, obwohl sie die Mutter ihrer besten Freundin war.
    „Bitte sei diesmal etwas netter zu den Erstklässlerin“, bat Padma Betty.
    „Von einer mordlustigen Drittklässlerin bedroht zu werden, ist wohl nicht der ideale Start ins Schuljahr“, grinste Skye.
    Betty verdrehte die Augen. „Ich weiß, dass ihr genauso wenig Lust wie ich habt, ein Abteil mit ein paar neugierigen Elfjährigen zu teilen, die unsere Gespräche belauschen.“
    „Da hat sie recht“, sagte Skye schulterzuckend und auch Padma wusste nichts zu erwidern.

    Dunkelgrüne Wiesen unter einem grauen, verregneten Himmel zogen rasend schnell an Skye vorbei; nachdenklich hatte sie ihr Gesicht auf die Hände gestützt und in ihren Augen spiegelte sich die hügelige Landschaft.
    „. . . und sie lächelt mich die ganze Zeit an. Also nicht so höflich, sondern richtig dreist und unverschämt“, erzählte Betty gerade und Padma kicherte belustigt.
    „Vielleicht will sie auch einfach nur nett sein“, schlug Padma vor.
    Skye hatte sich nun vom Fenster abgewandt und unterbrach die beiden. „Haben wir noch Pfefferkobolde?“
    „Nein.“ Padma schüttelte den Kopf. „Michael hat mehr mitgehen lassen als ich dachte.“
    „Unverschämt, dieser Junge.“ Skye schnalzte anklagend mit der Zunge.
    „Ich kann auch auf Jagd gehen, wenn ihr wollt“, schlug Betty vor.
    „Ist schon in Ordnung“, seufzte Skye. „Wir sollten sowieso bald da sein.“
    Ihr Blick huschte kurz aus dem Fenster, aber man konnte mittlerweile nichts mehr außer Regen und Dunkelheit erkennen. Das Wetter war grottenschlecht und Skye freute sich schon darauf, in der angenehm warmen Großen Halle zu sitzen und ein leckeres Festmahl zu verspeisen.
    Und als hätte der Hogwarts-Express ihre Gedanken gelesen, wurde er immer langsamer.
    „Das ging aber schnell.“ Padma, die sich schon erhoben hatte, wurde von dem Ruck des Haltens zurück auf ihren Sitz geschleudert.
    „Na, Merlin sei Dank.“ Betty wollte schon die Abteiltür aufziehen, aber da flackerte das kleine Licht über ihnen und ging schließlich mit einem letzten Aufleuchten endgültig aus.
    „Was ist denn da los?“, fragte Skye beunruhigt in die undurchdringliche Schwärze, sie hörte nur noch den Regen gegen das Fenster peitschen.
    „Vielleicht eine Panne oder so.“ Auch Padmas Stimme klang etwas zittrig.
    Kurz herrschte besorgte Stille, aber dann stand Skye seufzend auf. „Ich schaue mal nach. Vielleicht wissen die anderen etwas.“
    Vorsichtig tastete sie sich an den Sitzen entlang zur Abteiltür und hatte schließlich den Hebel in der Hand, der seltsam kühl geworden war.
    „Die . . . Tür . . . klemmt . . .“, brachte Skye hervor, während sie angestrengt versuchte, die Abteiltür aufzuziehen.
    „Was ist das?“, fragte Padma ängstlich.
    „Es ist so . . . kalt geworden“, sagte Betty mit erstickter Stimme.
    Und dann ging die Tür endlich auf, erleichtert wollte Skye auf den Gang treten, aber eine unglaublich frostige Kälte schlug ihr auf einmal entgegen und nahm ihr den Atem.
    Etwas Schwarzes, schwärzer als die Dunkelheit, glitt lautlos in das Abteil, drängte Skye zurück, die stolperte und unsanft auf den Sitz fiel. Das Ding holte gurgelnd Atem und plötzlich wurde die Kälte noch stärker.
    Es war so, als würde Skyes Blut gefrieren, ihre Lunge schien sich zu verengen und die Kälte drang immer weiter in sie vor. Fühlte sich so der Tod an?
    Skyes Finger krallten sich in ihre Handflächen, denn plötzlich tauchten in ihrem Kopf unheimliche Bilder auf: Bilder von einem Jungen mit leuchtend roten Augen, von einem grünen Lichtblitz. Die Bilder schienen sie zu ertränken, ihr Kopf pochte stark, doch der Widerstand gegen die Kälte schwand langsam. Und dann war da ein Schrei, der Schrei eines Mädchens, der Skye durchfuhr wie ein Blitz und echt klang, viel zu echt.
    Aber plötzlich hörte es auf: Die schaurigen Bilder verblassten, Wärme kroch in Skyes verkrampfte Glieder. Nur der Schrei hielt an, er war noch immer da, wie ein Echo und erschreckend nahe. Zitternd öffnete Skye die Augen.
    Sie lag noch immer auf dem Sitz, über ihr war das Licht angegangen und der Hogwarts-Express setzte sich langsam wieder in Bewegung.
    „Skye!“
    Padma schien den Tränen nahe, während sie Skyes Namen über den Schrei hinweg rief. Skye blinzelte ein paarmal, um wieder zu Besinnung zu kommen, aber da fiel ihr Blick auf Betty.
    Betty hatte die Hände in den Sitz gekrallt, aus ihren Augen unter den fest zusammengepressten Lidern rannen Wasserfälle aus Tränen und sie schrie. Sie schrie so, als hätte sie dem Tod ins Auge gesehen.
    Skye sprang auf und kniete sich vor Betty hin, schüttelte sie an den Schultern, aber ihre Freundin reagierte nicht.
    „Was ist mit ihr los?“, schluchzte Padma.
    „Ich weiß es nicht.“ Besorgt stand Skye auf. „Betty! Betty! Komm schon, wach auf!“
    Betty schien sie nicht zu hören und Skye biss sich nachdenklich auf die Unterlippe.
    „Wach auf!“ Als Betty noch immer nicht reagierte, konnte Skye nicht mehr. Energisch verpasste sie Betty ein schallende Ohrfeige.
    Padma keuchte auf, aber es hatte funktioniert. Bettys schrecklicher, verzweifelter Schrei hatte aufgehört.
    Aber noch immer starrte sie ausdruckslos ins Leere, ihre Augen waren glasig und es rannen Tränen ihre geröteten Wangen hinunter.
    „Betty?“, fragte Padma vorsichtig.
    „Wir müssen Hilfe holen.“ Skye zog die Abteiltüre auf. „Bleib du bei ihr.“
    Auf dem Gang herrschte reges Treiben, die Schüler waren aufgeregt und tauschten sich mit ihren Freunden über das seltsames Erlebnis aus. Hastig drängte Skye sich durch das Getümmel, ignorierte Mandy Brocklehurst, die aufgeregt auf sie einredete, und dann war sie an dem gesuchten Abteil angekommen. Eilig stieß Skye die Türe auf und trat ins Abteil, in dem ein hektischer Trubel herrschte.
    „Emma“, sagte Skye eindringlich. „Es ist dringend.“
    „Was?“ Bettys große Schwester wischte sich schniefend die roten Augen. Auch sie schien geweint zu haben: Cho, Marietta, Eddie Carmichael und ein paar andere Viertklässler drängten sich um ihren Sitz.
    „Betty. Sie ist in einer Trance oder so. Bitte, komm.“ Die letzten zwei Worte sagte Skye so flehend, dass Emma die Hand ihres Freundes abschüttelte und schnurstracks aufstand.
    „Bleibt ruhig hier“, befahl Emma und als sie sich an Skye auf den Gang vorbeidrängte, taten nur Cho und Marietta es ihr gleich.
    Skye wollte ihnen schon folgen, aber da streckte ein paar Türen weiter ein rothaariger Junge den Kopf aus seinem Abteil.
    „Weißt du, wer sich da so die Seele aus dem Leib geschrien hat?“, fragte Fred Weasley neugierig.
    Skye zögerte für einen Moment. „Nun . . . Betty, um ehrlich zu sein.“
    Fred redete mit jemandem in seinem Abteil und zu Skyes Überraschung traten die Weasley-Zwillinge dann auch auf den Gang.
    „Was macht ihr da?“, fragte Skye verwirrt, sie hatte Mühe, mit den beiden Schritt zu halten, während diese sich in Richtung Skyes Abteil durch die Menge schlängelten.
    „Na, wir schauen mal nach“, sagte George.
    „Draco Malfoy war eben auch bei uns“, erzählte Fred. „Seine große Klappe hat er wohl in seinem Abteil vergessen. Hat sich wahrscheinlich in die Hose gemacht oder so.“
    Als Skye zurück in ihr Abteil trat, waren Emma, Cho und Marietta schon da, sie alle drängten sich um die schluchzende Betty. Padma hatte tröstend die Arme um sie gelegt, aber das schien Betty egal zu sein. Das Kinn auf die Knie gebettet, die Beine fest umschlungen und wiegte sie sich langsam hin und her, während Tränen weiter aus ihren Augen rannen.
    „Betty.“ Emma strich ihrer Schwester sanft über die Wange und wischte ihr die Tränen aus dem Gesicht. „Alles ist gut. Das Ding kann dir nichts mehr anhaben.“
    Skye ließ sich schweigend neben Padma auf den Sitz fallen, ihr eigener Kopf dröhnte noch immer unangenehm und sie massierte sich die Schläfen. Fred und George Weasley liefen unruhig im Abteil umher; sie waren sichtlich überrascht vom Anblick einer so aufgelösten Betty. Cho und Marietta hatten sich nebeneinander auf einen Sitz gelungert und beobachteten das Ganze mit besorgter Miene. Sorgenvoll beobachtete Skye Betty, die von nichts Kenntnis zu nehmen schien und weiter hin- und herwippte.
    „Was ist nur los?“, flüsterte Padma ängstlich.
    Sie und Skye hatten sich an Betty gedrückt und beobachteten Emma, wie diese ihre Schwester im Arm hatte und beruhigend auf sie einredete.
    Aber plötzlich ging die Tür des Abteils auf und alle Blicke richteten sich auf einen Mann, der mit gehetztem Blick und einem schäbigen Umhang eintrat.
    „Ein Junge hat mir erzählt, dass . . .“ Noch während des Sprechens fiel sein Blick auf Betty; er sah beunruhigt aus.
    „Was sollen wir tun?“, fragte Padma zittrig.
    „Sie soll das essen.“ Der Mann kramte eine Tafel Schokolade hervor und reichte sie Emma.
    „Danke, Sir“, antwortete diese sichtlich verwirrt.
    Auch Skye hatte diesen Mann noch nie gesehen; er sah aus, als würde er auf der Straße leben und dringend mal wieder frische Kleider benötigen.
    „Das sollte helfen“, fuhr er fort und betrachtete Betty mit prüfendem Blick. „Dennoch scheint ihre Reaktion ziemlich stark zu sein.“
    „Reaktion?“, fragte Skye. „Auf was?“
    „Dementoren“, sagte der Mann mit finsterem Blick. „Diese Gestalten, die eben den Zug durchsucht haben. Unbarmherzige Wesen.“
    „Könnte man sagen“, murmelte Skye und warf einen Blick auf die völlig aufgelöste Betty.
    „Entschuldigt mich, ich muss weiter“, sagte der Mann. „Es soll mehrere im Zug geben, die das nicht so gut verkraftet haben.“
    Verwirrt sah Skye dem Mann nach, während er mit wehendem Umhang den Gang entlangeilte.
    „Seltsamer Typ“, bemerkte George Weasley, während sein Bruder nervös an seinem Daumennagel kaute.
    Emma versuchte währenddessen, Betty ein Stück der Schokolade in den Mund zu schieben. „Komm schon, Süße. Das wird helfen.“
    Betty schien nicht viel Interesse an der Schokolade zu haben, doch irgendwie schaffte Emma es, sie zum Kauen zu bewegen. Das ganze Abteil hielt den Atem an, Betty aß noch ein Stück und dann noch eins. Seltsamerweise verebbten die Tränen und ihr steifer Körper entspannte sich.
    „Das war doch nur . . . Schokolade“, sagte Padma fassungslos und auch Skye fragte sich, warum es Betty so plötzlich besser ging.
    „Betty?“, fragte Emma vorsichtig und strich ihrer kleinen Schwester das braune Haar aus der Stirn.
    „Nein“, flüsterte Betty fast unhörbar. „Bitte nicht. Bitte . . .“
    „Iss weiter“, drängte George und hielt Betty ein weiteres Stück Schokolade unter die Nase.
    Zögerlich biss diese ab und ließ ihren Blick langsam durch die Runde wandern.
    „Fred? Was macht ihr alle hier?“ Verwirrt blinzelte sie.
    „Oh, Betty“, schluchzte Padma und fiel ihr um den Hals.
    Ein erleichtertes Aufatmen ging durch das Abteil, auf Fred und Georges Gesichter kehrte wieder das altbekannte, schelmische Grinsen zurück und Emma ließ sich glücklich zurückfallen.
    „Was war da los? Ich habe Dinge gesehen . . . Es war . . .“, sagte Betty stirnrunzelnd.
    „. . . schrecklich“, vervollständigte Skye ihren Satz und drückte Betty fest an sich.

    Es dauerte nicht mehr lange, da hielt der Hogwarts-Express ein zweites Mal, doch diesmal war es in Hogsmeade und keine frostigen Kreaturen warteten auf sie. Emma hatte irgendwo eine Decke aufgetrieben und als kleiner Schutztrupp transportierten sie Betty fest eingewickelt in die Kutsche, die rumpelnd und schlenkernd Richtung Hogwarts rollte. Skye war unheimlich froh, als sie endlich in der Großen Halle saßen, deren warme Fackeln die eisige Kälte endgültig aus ihren Gliedern vertrieb. Betty ging es immer besser, sie war zwar ruhiger als sonst und wollte nicht viel über ihr Erlebnis erzählen, aber als es dann zur Einteilung der Erstklässler kam, hörte sie auch gespannt zu.
    „Nun . . . Ich habe meinen Vater gesehen“, flüsterte sie Skye und Padma zu, während sie Indiana Scott applaudierte, die fröhlich zum Ravenclaw-Tisch hüpfte.
    Padma nickte wissend. „Ist schon okay. Du musst nichts sagen.“
    Nachdem die Einteilung beendet war, trat Professor Dumbledore vor und begrüßte die Schüler wie in jedem Jahr: „Willkommen! Willkommen zu einem neuen Jahr in Hogwarts!“
    Und dann folgte endlich die Erklärung für die schaurigen Dementoren im Hogwarts-Express. Professor Dumbledore nannte sie wie der heruntergekommene Mann und erklärte die Wesen seien aus Schutz vor dem berüchtigten Massenmörder Sirius Black vor Hogwarts postiert worden.
    „Ich kann mir kaum vorstellen, dass Sirius Black schlimmer als diese Dementoren ist“, murmelte Betty kaum hörbar.
    Der schäbig aussehende Mann wurde bald als Professor Lupin, neuer Lehrer für Verteidigung gegen die dunklen Künste, und nachdem Dumbledore seine Rede endlich beendet hatte, kam es zum lange herbeigesehnten Festessen.
    Betty schlug zu wie immer und stopfte sich mit Pasteten, Kartoffeln und Erbsen voll, was Skye sicher machte, dass ihre Freundin wieder die genesen war. Am Ravenclaw-Tisch wurde noch immer angeregt über den Besuch der Dementoren im Zug geredet und Luna Lovegood brachte mit dem verträumten Beitrag „Die haben uns unsere Freude geraubt . . .“, das Ganze ziemlich auf den Punkt.
    Während Skye ihr Steak aß, ließ sie sich noch einmal die Bilder durch den Kopf gehen, die sie gesehen hatte, als der Dementor sie angegriffen hatte. Es war unverkennbar die schreckliche Szene gewesen, die sie letztes Schuljahr unfreiwillig mitansehen musste . Noch ein weiteres Mal hatte sie den Tod ihres Großonkels Edward Thomas erleben müssen und es wunderte Skye kein bisschen, dass sie sich im Zug deswegen so schrecklich gefühlt hatte.
    Sie hatte das Ganze bisher erfolgreich verdrängt, aber Skye wusste, dass das nicht so weitergehen konnte. Irgendwann würde etwas passieren, mit dem sie nicht gerechnet hatte. Schon jetzt war es schwer genug, das Geheimnis des Zeitumkehrers vor ihren Freunden zu verstecken. Vor kurzem hatte Alice es fast erfahren und nur durch Glück hatte Skye ihre Erinnerung manipulieren können. Aber bei ihren magischen Freunden? Würden sich Betty und Padma auch so einfach verzaubern lassen?
    Skye schluckte diese unheilvollen Gedanken mit dem letzten Bissen Steak energisch hinunter. Das Jahr hatte noch nicht einmal begonnen und schon war sie so pessimistisch gesinnt. Dabei gab es so viel, auf das sie sich freuen konnte. Bald würde Quidditch wieder beginnen, sie würde spannende, neue Fächer bekommen und war jetzt schon in ihrem dritten Jahr in Hogwarts. Da lohnte es sich doch wirklich nicht, sich solche Sorgen zu machen.
    Aus dem Augenwinkel beobachtete Skye, wie Betty und Padma sich mit den Jungen unterhielten und sie musste lächeln.
    Na und?
    Dann passierte eben irgendwann etwas.
    Was war schon dabei?

    BILD: Betty (Elizabeth) Warrington mit dreizehn Jahren

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    ((bold))((navy))Kapitel 5: KITZELE NIE EINEN SCHLAFENDEN DRACHEN((ebold))((enavy)) Trotz des Zwischenfalls mit den Dementoren ging in Hogwarts der Unt

    Kapitel 5: KITZELE NIE EINEN SCHLAFENDEN DRACHEN

    Trotz des Zwischenfalls mit den Dementoren ging in Hogwarts der Unterricht am nächsten Morgen vollkommen alltäglich los. Skye hatte in der primären Dimension geschlafen und fühlte sich am Morgen so ausgelaugt, als wäre sie einen Marathon gelaufen. Ob das noch Nachwirkungen von den Dementoren waren?
    Viel Zeit darüber nachzudenken hatte sie nicht mehr, denn ihre erste Stunde Arithmantik begann bald und mit der hellwachen (und anstrengend aufgeregten) Padma im Schlepptau machte sie sich schließlich auf den Weg zum Klassenzimmer für Arithmantik.
    Professor Vektor, eine streng aussehende Lehrerin mit leuchtend grünen Augen, wartete schon ungeduldig, und Skye war erleichtert, dass sie und Padma nicht als letzte eintrudelten. Zu ihrer Enttäuschung hatten jedoch auch Pansy Parkinson und Tracey Davis Arithmantik gewählt und sich schon die besten Plätze weggeschnappt. Skye suchte vergeblich nach einem möglichst weit entferntem Tisch und ließ sich schließlich missmutig neben Tracey Davis fallen und musste sich daraufhin einige wüste Beleidigungen von Pansy anhören. Tracey blieb die ganze Stunde ziemlich still und Skye wäre fast von ihrem Stuhl gekippt, als sie ihr sogar schüchtern zulächelte.
    Vielleicht war wenigstens eine dieser lästigen Slytherin-Clique etwas reifer geworden.
    Es war äußerst anstrengend, durch Arithmantiktabellen zu blättern, wenn man die ganze Zeit Pansy Parkinson schneidende Stimme im Ohr hatte. Als es bald läutete, hatte Skye selbst den letzten Nerv verloren und schnauzte Pansy unfreundlich an: „Fällt dir nach drei Jahren wirklich nichts Besseres ein, als mich Schlammblut zu nennen? Danke für deine Hilfe, aber ich weiß das mittlerweile.“
    Während Skye dann mit der eingeschüchterten Padma aus dem Klassenzimmer stolzierte und Tracey Davis leise kichern hörte, konnte sie gar nicht anders, als ein zufriedenes Gesicht aufzusetzen.
    Nach einer äußerst ermüdenden Doppelstunde Zaubertränke (Snape hatte mal wieder einen Höhepunkt des fiesen Verhaltens erreicht) ging es endlich zum Mittagessen. Betty berichtete begeistert von Wahrsagen, wo die Professorin wohl Harry Potters baldigen Tod vorausgesehen hatte, was Betty höchst amüsierte.
    „Der Grimm hat sie gesagt, da habe ich auch schon mal von gehört“, erzählte sie.
    „Klingt wie ein schlechter Hundename“, bemerkte Skye daraufhin.
    Auf Alte Runen war sie besonders gespannt; auch, da keine ihrer Freundinnen dieses Fach gewählt hatte. Skye kannte dort wenige ihrer Klassenkameraden persönlich und sie freute sich, dass Hermine Granger ihr freundlich zuwinkte, als sie ins Klassenzimmer kam. Tracey Davis war auch wieder da und Skye war ziemlich stolz auf sich, als auch sie dieses kleine Zeichen Freundlichkeit erwiderte und Tracey, die mit einem dunkelhaarigen Jungen ganz hinten saß und leise flüsterte, zaghaft zugrinste.
    Professor Babbling war schon alt und runzlig, sie erinnerte Skye an Professor Binns und die beiden teilten sich nicht nur die tiefen Falten, sondern auch die einschläfernde Stimme. Deswegen war Skye auch froh, als sie endlich zum ersten Lesen der Runen kam und Professor Babbling für einen Moment still blieb. Hermine erzählte von ihren vielen Wahlfächer und Skye wunderte sich insgeheim, wie sie diese ganzen Hausaufgaben, Prüfungen und Stunden überhaupt schaffte. Aber so war Hermine nun einmal, die beste Schülerin der ganzen Jahrgangsstufe, akribische Lernerin und immer vorbereitet.
    Man könnte denken, das sei die Aufgabe der Ravenclaws, aber in ihren bisherigen Jahren in Hogwarts hatte Skye gelernt, dass das ganz und gar nicht der Fall war.
    Die meisten Ravenclaws waren vergesslich, mit ihren Gedanken ständig woanders und an manchen Fächern in keinster Weise interessiert. Stephen Cornfoot zum Beispiel hatte Verwandlung als offiziell nutzlos erklärt und hätte Professor McGonagall ihn nicht ständig im Auge, würde er in ihren Stunden einfach ein Nickerchen halten.
    Dann waren da noch Ravenclaws wie Betty, die zwar eine begabte Hexe, aber faul und mehr an ihren Zeichnungen als dem Unterricht interessiert war. Wenn sie es nicht interessierte, hörte sie nicht zu, die Prüfungen schaffte sie jedoch seltsamerweise trotzdem.
    Nach Alte Runen fühlten sich Skyes Gehirnmuskeln ungewöhnlich ausgelaugt und sie wäre fast über ihrem Abendessen eingedöst.
    „. . . und ich wünschte, er hätte Malfoy in Kleinteile gehackt, aber man kann nun mal nicht alles haben im Leben, was? Schließlich war es auch nur ein Hippogreif“, plapperte Betty zwischen großen Bissen ihrer Pastete.
    „Hat er sich schwer verletzt?“, warf Astoria Greengrass, eine blasse Erstklässlerin, ein.
    Skye war äußerst perplex gewesen, als Astoria Greengrass vom Sprechenden Hut nach Ravenclaw geschickt wurde. Ihre große Schwester war schließlich fies und nervig, außerdem eine Slytherin.
    Aber Astoria schien ganz anders.
    „Nein, nur so ein kleiner Kratzer“, sagte Betty.
    „Schade“, meinte Skye. „Verdient hätte er es ja.“
    Astoria schob schweigend die Unterlippe vor und wendete sich dann wieder ihren Erstklässlerfreunden zu.
    „Von einem Hippogreif angegriffen zu werden, bringt Unglück“, sagte Luna Lovegood, die in der Nähe saß und ständig jedermanns Gespräche belauschen zu schien, träumerisch.
    „Na, hoffen wir‘s.“ Betty grinste.
    „Ihr scheint diesen Malfoy-Jungen nicht zu mögen, oder?“, fragte Luna und ihre großen Augen musterten die Drei wachsam.
    „So könnte man es ausdrücken“, schnaubte Skye verächtlich.
    „Er ist schrecklich“, stimmte auch Padma zu.
    Luna schien kurz zu überlegen und tippte sich nachdenklich ans Kinn. „Kitzele nie einen schlafenden Drachen“, sagte sie dann.
    Betty, Padma und Skye warfen sich einen verwirrten Blick zu.
    Skye grinste schief. „Werden wir uns merken.“

    „Der Biotest war absolut schrecklich“, sagte Alice frustriert. „Was interessieren mich denn diese blöden Evolutionstheorien? Natürliche Sektion oder wie auch immer . . .“
    Selektion“, verbesserte Skye. „Es gibt Dinge wie Lernen. Schon mal davon gehört?“
    Alice ließ sich auf ihren Stuhl fallen und legte die Füße auf den Tisch. „Ich konnte nicht. Ich war bei Julys Geburtstag.“
    Skye presste stumm die Lippen aufeinander. Natürlich hatte July sie nicht eingeladen. Sie war dann wohl doch zu uncool, obwohl sie das halbe letzte Schuljahr zusammen verbracht hatten.
    „Sie hat einen Haarcrimper bekommen“, erzählte Alice begeistert. „Toll, nicht?“
    Skye schnaubte. „Ach, deshalb sieht sie heute aus wie ein ungekämmter Pudel.“
    Alice runzelte die Stirn und drehte einen ihrer Stifte in der Hand. „Wenn ich es nicht besser wüsste, würde ich denken, dass du eifersüchtig bist.“
    „Ich, eifersüchtig?“ Skye schüttelte den Kopf. „Warum sollte ich? July ist mir doch egal.“
    So wie ich ihr, fügte Skye in ihrem Kopf noch hinzu. Skye hätte gedacht, dass das nur in Filmen wie Heathers so war, aber scheinbar gab es diese eigenartigen Hierarchien auch im echten Leben. Nicht, dass sie das zu interessieren hatte, aber irgendwas an der ganzen Sache versetzte ihrem Herz einen scharfen Stich.
    „Luke Robinson war übrigens auch da“, bemerkte Alice herausfordernd.
    „Schön für ihn“, sagte Skye kühl. „Ich hoffe, ihr habt euch gut amüsiert.“
    Mit säuerlicher Miene packte Skye ihre Unterlagen aus und klatschte sie auf den Tisch. Alice beobachtete sie wachsam und schien nachzudenken.
    „Bist du sauer?“
    Skye sah auf. „Nein, ich bin Höchstform, Alice. Sieht man doch.“
    „Komm mal wieder runter.“
    „Ich bin vollkommen tiefenentspannt, sieht man doch.“
    „Du bist sauer“, stellte Alice fest.
    „Hör einfach mit diesem blöden Geburtstag auf, okay?“
    Darauf erwiderte Alice nichts mehr, denn ihr Lehrer Mr Harrison kam ins Klassenzimmer marschiert und machte Anstalten, den Unterricht zu beginnen.
    Skye war das gerade recht so, denn sie hatte nicht besonders viel Lust, jetzt weiter mit Alice zu diskutieren. Sie beschloss, sich mit Leuten wie July von jetzt an nicht mehr abzugeben und sich keinen Kopf zu machen. Schließlich hatte sie auch noch ihre Freunde in Hogwarts und da brauchte sie July und ihren blöden Haarcrimper nicht. Das war auch gut so.
    Sie hatte nämlich wichtigere Dinge zu tun, fand Skye.

    BILD: Padma Patil mit dreizehn Jahren

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    ((bold))((navy))Kapitel 6: IRRWICHTE UND SLYTHERINS((ebold))((enavy)) Die ersten Tage in Hogwarts vergingen wie im Fluge: Der gewöhnliche Alltag holt

    Kapitel 6: IRRWICHTE UND SLYTHERINS

    Die ersten Tage in Hogwarts vergingen wie im Fluge: Der gewöhnliche Alltag holte Skye wieder ein und Gedanken an die Sommerferien verblassten immer mehr.
    Besonders gespannt war sie auf die erste Stunde Verteidigung gegen die dunklen Künste, denn von dem schäbig aussehenden Professor Lupin hatte sie noch nicht viel mitbekommen. Als er die Klasse dann in ihrer ersten Stunde dazu aufforderte, ihre Bücher wegzulegen, und sie aus dem Klassenzimmer führte, warfen sich alle verwunderte Blicke zu.
    „Er ist vielleicht doch nicht so ein Idiot wie Lockhart“, murmelte Betty.
    Skye hoffte das jedenfalls. Für das Fach Verteidigung gegen die dunklen Künste hatte sie in ihren ersten Jahren nie viel übrig gehabt. Sowohl Professor Quirrell, als auch Lockhart, waren nicht gerade das Paradebeispiel eines guten Lehrers gewesen.
    Von Professor Lupin angeführt traten sie in das Lehrerzimmer, das Skye bisher noch nie von innen gesehen hatte. Es war unordentlich, überall lagen ausrangierte Bücher auf klauenfüßigen Tischen herum, aber Lupin führte sie zu einem alten Schrank, der seltsam zu rumpeln begann, als die Schüler vor ihn traten.
    „Ihr habt Glück, dass sich in manchen Ecken in Hogwarts einige Irrwichte herumtreiben“, erzählte Professor Lupin. „So habt ihr auch einen zum Ausprobieren.“
    „Irrwichte?“, fragte Michael Corner. „Sind die nicht gefährlich?“
    Lupin klopfte fast schon freundschaftlich auf den Schrank. „Man sollte natürlich wissen, sich zu verteidigen. Irrwichte sind Wesen, die die Gestalt unserer größten Angst annehmen, wenn sie vor uns stehen. Der hier drinnen wartet also nur darauf, aus seinem Schrank herauszukommen und sich zu verwandeln.“
    Ein Schaudern lief durch die Klasse.
    „Aber, wie verteidigt man sich nun?“ Professor Lupin ließ seinen Blick über die Schüler gleiten, der schließlich an Susan Bones hängen blieb, die sich meldete. „Ja, Susan?“
    „Mit Gelächter“, antwortete sie. „Man muss ihn auslachen.“
    „Richtig.“ Professor Lupin nickte. „Man muss ihn verzaubern, ihn dazu zwingen, eine Gestalt anzunehmen, über die ihr lachen könnt.“
    „Da gibt es so einige“, flüsterte Betty grinsend und machte erschreckend gut Draco Malfoys stets abwertenden Gesichtsausdruck nach.
    Padma und Skye kicherten leise in ihre Umhänge, während Professor Lupin vor der Klasse auf- und abmarschierte.
    „Und, gibt es Freiwillige? Ich verspreche euch, es wird nichts passieren.“
    Keiner meldete sich, die Schüler sahen sich unauffällig an und jeder hoffte, nicht der Erste sein zu müssen. Skye jedoch hatte sich noch immer nicht ganz von ihrem Kicheranfall erholt und grinste wohl jetzt eine Spur zu breit.
    „Skye Thomas, nicht?“
    Skye nickte zögerlich, als Lupin sie aufrief. Sie wusste, was ihr nun blühte.
    „Dann komm doch nach vorne, Skye.“
    Eigentlich wollte Skye ihm sagen, dass sie das nun gar nicht wollte, aber das kam ihr dann doch zu vorlaut vor. Auch Betty verpasste ihr einen unsanften Schubs und so stolperte Skye schließlich vor die gaffende Klasse.
    „Nun, Skye. Was würdest du als deine größte Angst bezeichnen?“
    Skye sah Professor Lupin perplex an. Diese Frage war unerwartet direkt und irgendwie privat. Angst war doch eine private Sache. Oder?
    „Ich weiß es nicht, Sir“, sagte sie.
    Natürlich stimmte das nicht, ihr waren direkt so einige Bilder in den Kopf geschossen, aber die würde Skye sowohl nicht der ganzen Klasse, als auch diesem Lehrer preisgeben. Ihre Ängste waren nämlich wirklich etwas Privates.
    „Nun gut“, fuhr Professor Lupin beflissen fort. Er schien in keinster Weise irritiert. „Dann versuchen wir es mal so, denke ich. Wenn ich diesen Schrank gleich öffne, Skye, wird sich der Irrwicht in deine größte Angst verwandeln. Aber mit dem Zauber Riddikulus machst du ihn zu etwas Lächerlichem. Alle zusammen bitte.“
    Die Klasse wiederholte brav den Zauber und Skye machte sich innerlich schon auf den Irrwicht bereit. Er musste so schnell wie möglich verschwinden, denn sie hatte Angst vor dem, was ihre Angst war. Eigentlich sollte sie niemand sehen.
    „So, danach seid ihr dran. Macht es Skye einfach nach, mit etwas Glück bezwingen wir den Irrwicht zusammen“, sagte Professor Lupin. „Bereit?“
    Alle nickten und auch Skye wappnete sich für das, was ihr bevorstand. Den Zauberstab hielt sie wie einen Rettungsring umklammerte und auch Professor Lupin zückte seinen.
    „Eins - zwei - drei und . . . leg los!“
    Auf den stummen Zauber hin öffnete sich die Schranktür und eine große, schlanke Gestalt trat heraus.
    Skye drehte sich der Magen um. Vor ihr stand Tom Riddle, er glich einem Engel mit seinem dunklen Haar, das ihm in das blasse Gesicht fiel. Spöttisch lächelte er auf Skye herab, seine Mundwinkel kräuselten sich hämisch, aber das war nicht das, was Skye Angst hatte: Von seiner Hand baumelten an den silbernen und goldenen Kettchen die zwei Zeitumkehrer. Tom Riddle besaß beide Zeitumkehrer.
    Wie aus Reflex fasste Skye sich an den Hals, um zu prüfen, ob ihr Zeitumkehrer noch da war. Natürlich war er das, aber dieser Irrwicht wirkte so schrecklich echt, dass Skye das Gegenteil sofort geglaubt hätte. Sie hoffte, dass niemand der anderen ihren Irrwicht erkannte.
    „Konzentriere dich“, befahl Professor Lupin, der mit ein paar Metern Abstand zusah.
    Skye hob langsam ihren Zauberstab und Tom Riddle bleckte wütend die Zähne. Seine Augen begannen rot zu leuchten, wie zwei Rubine in seinem weißen Gesicht.
    Riddikulus!“, sagte Skye endlich und schwang entschlossen den Zauberstab.
    Für einen Atemzug passierte nichts, doch dann knallte es und Tom Riddle sah verdattert an sich herunter. Er trug plötzlich ein Tütü, das zu dem rosa in seinen vorher noch roten Augen passte. Die Zeitumkehrer in seiner Hand wurden zu einem Blumenstrauß und trotz des noch immer ernsten Blicks Tom Riddles, konnte Skye gar nicht anders, als zu grinsen. Dafür sah er viel zu dämlich aus.
    „Gut, gut! Der nächste!“, rief Professor Lupin ausgelassen. „Terry!“
    Während Terry entschlossen aus der Schülermenge hervortrat, huschte Skye möglichst unauffällig zu Betty und Padma zurück. Terry gab ihr im Vorbeigehen ein High Five, während sich der Irrwicht wieder verwandelte.
    Ein großer Mann mit langem schwarzen Umhang und tief ins Gesicht gezogener Kapuze stand vor Terry, der zögerlich seinen Zauberstab hob.
    Riddikulus!“
    Die Kapuzengestalt stolperte über seinen eigenen Umhang und fiel auf den Boden. Terry machte ein selbstzufriedenes Gesicht und lief zu seinen Freunden zurück.
    „Wer war dein Irrwicht überhaupt?“, fragte Padma neugierig, während Lupin „Justin!“ rief.
    „Nur . . . eine Buchfigur. Unbegründet, vor ihm hatte ich als Kind immer Angst“, sagte Skye ausweichend.
    Sie bezweifelte, dass irgendjemand in diesem Zimmer wusste, dass sie gerade den gefürchtetsten dunklen Zauberer als Schuljunge gesehen hatten.
    Justin Finch-Flechtley sah seinem Irrwicht, der die Gestalt einer riesigen, scharfzähnigen Schlange mit leuchtend gelben Augen angenommen hatte, trotzig entgegen.
    Riddikulus!“, rief er und zauberte der Schlange eine riesige Sonnenbrille und einen Mundschutz auf.
    „Hervorragend!“ Lupin machte eine einladende Handbewegung. „Elizabeth!“
    Betty trat nach vorne und grinste aufgeregt. „Nennen Sie mich Betty.“
    Der Irrwicht brauchte diesmal ein wenig länger, doch dann verwandelte er sich. Eine glitschige Gestalt kroch auf Betty zu, langes Algenhaar bedeckte eines ihrer wilden Augen. Aber das Ekelerregendste war der peitschende Schwanz, lang und schmal wie der eines Fisches, bedeckt von scharfen Schuppen und kleinen Flossen. Betty wich angeekelt ein Stück zurück, doch sie ließ sich von dieser Kreatur nicht verängstigen und hob den Zauberstab.
    Riddikulus!“
    Das Wesen rang röchelnd nach Luft, begann zu husten und wurde langsamer. Betty grinste stolz und schlenderte zu Padma und Skye zurück.
    Während Professor Lupin Ernie Macmillan aus Hufflepuff ermutigte, beugte Skye sich zu Betty hinüber, die äußerst zufrieden mit sich aussah. „Mermaid‘s Pool?“
    Betty verstand sofort und nickte. „Ich weiß, das ist etwas peinlich aber . . . diese Viecher sind nicht gerade anziehend. Ehrlich.“
    Skye verkniff sich ein Grinsen und wendete sich wieder nach vorne, wo Ernie Macmillan über einen stimmlosen Werwolf lachte. Professor Lupins Miene, bemerkte Skye, war dabei wie versteinert. Als dann aber Kevin Entwhistle vortrat, war er wieder ganz der Alte.
    „Bald haben wir ihn!“, rief Professor Lupin ausgelassen.
    „Ich nicht drankommen“, murmelte Padma und rieb sich schaudernd die Arme, während vor Kevin ein zähnefletschender Löwe auftauchte.
    „Warum nicht?“, fragte Skye und auch Betty wandte sich ihr neugierig zu.
    „Ich will gar nicht wissen, in was der Irrwicht sich verwandelt“, erklärte Padma. „Als hätte ich Angst vor der Angst. Klingt das irgendwie blöd?“
    „Eher poetisch“, stellte Betty fest.
    Skye nickte. „Ich weiß, was du meinst.“
    „So, Megan, dann versetze du ihm doch den Gnadenstoß“, sagte Lupin gerade und lehnte sich lässig an einen Schreibtisch.
    Megan Jones trat zögerlich hervor und diesmal brauchte der Irrwicht einige Anläufe, um sich zu verwandeln. Er nahm die Form eines Clowns an, mit roten, blutigen Augen und einem irren Grinsen. Die reinblütigen Kinder (Betty flüsterte: „Was soll das sein?“) sahen sich verwundert an, während Megan ihren Zauberstab schwang. Plötzlich sah der Clown wieder normal aus und schlug Räder durchs Klassenzimmer. Die Klasse prustete los und dann explodierte der Irrwicht in viele kleine Rauchwölkchen, die aber schnell verpufften.
    „Wunderbar, wunderbar“, kommentierte Professor Lupin. „Ihr habt euch euren Ängsten gestellt. Das verdient Hauspunkte, nicht?“ Die Klasse jubelte begeistert. „Fünf Punkte für jeden, der diesen Mut bewiesen hat!“
    Gut gelaunt schoben sich die Schüler gegenseitig aus der Tür, erst im Gang verteilten sie sich munter schwatzend.
    „Bin ich froh, dass ich nicht drangekommen bin“, sagte Padma erleichtert.
    Skye grinste: Sie war froh, dass keine ihrer Freundinnen sie ein weiteres Mal auf ihren Irrwicht angesprochen hatte. „Nochmal Glück gehabt.“

    Die Bibliothek war wie eine andere Welt, ein Ort der Ruhe und alter Bücher mit knisternden Seiten. Wenn man sie betrat, war einem plötzlich ganz anders. Man wollte die Bücher nicht respektlos behandeln und das ging bei dem strengen Verhalten der Bibliothekarin Madam Pince auch gar nicht.
    Als Skye an einem Mittwochabend in die Bibliothek lief und schon konzentriert in ihrer Tasche kramte, wäre sie fast in Roger Davies hineingelaufen.
    „Das war knapp“, sagte er grinsend.
    Skye verdrehte die Augen und warf Madam Pince, die sie schon anklagend anstarrte, einen möglichst unschuldigen Blick zu.
    „Aber gut, dass ich dich hier treffe“, fuhr Davies fort. „Es geht um die Auswahlspiele.“
    Skye stöhnte. „Muss ich dabei sein? Ich habe echt viel zu tun im Moment. Irgendwie hatte ich mir das dritte Jahr leichter vorgestellt.“
    Gut wäre es schon.“ Davies sah sie bedeutungsvoll an.
    „Ihr braucht mich doch nicht. Und Randolph ist als Jäger auch noch da.“
    Davies seufzte. „Und so zur Team-Dynamik?“
    „Hör zu“, schlug Skye vor. „Ein Kompromiss: Ihr macht die Auswahlspiele und ich komme dann am Ende dazu. Wegen Team-Dynamik und was auch immer.“
    „Also -“, wollte Davies protestieren, aber nachdem Skye ihn mit einem besonders unterwürfigen Blick anschaute, gab er nach. „Na gut. Aber komm rechtzeitig. Team-Dynamik ist wichtig. Hat auch Arthur immer gesagt.“
    Skye musste grinsen. „Du wirst schon ein guter Captain, Roger, keine Angst. Bei so einer wunderbaren Mannschaft geht das gar nicht anders.“
    „Du sagst es“, bestätigte Davies schmunzelnd.
    „Also gut.“ Skye salutierte. „Ich muss dann mal los. Schule und so. Deswegen bin ich eigentlich auch hergekommen. Um was für Arithmantik nachzuschauen, Kräuterkunde und -“
    „Ist ja gut“, unterbrach Davies sie. „Geh nur. Wir sehen uns bei den Auswahlspielen. Wehe, du vergisst es.“
    „Werde ich schon nicht“, versprach Skye und winkte ab.
    Unter Davies strengem Blick machte sie sich dann schnurstracks zu einem der Regalreihen auf den Weg. Skye schien nicht die einzige zu sein, die schon am Anfang des Schuljahres in Hausaufgaben versank. Hannah Abbott, die - wie immer - so aussah, als würde sie gleich in Tränen ausbrechen, brütete über einem riesigen Stapel Verwandlungsbücher und Skye überlegte, wie Madam Pince wohl reagieren würde, wenn ihre geliebten Bücher mit Tränen besudelt werden würden.
    Während Skye durch die Reihe für Arithmantik schlenderte und die Finger über die Einbände gleiten ließ, musste sie sich an einigen Schülern unsanft vorbeidrängen, die sich mitten im Gang platziert hatten.
    „Sachte, sachte.“
    Verwirrt drehte Skye sich um. Ein schwarzhaariger Junger, der sich mit seiner Schultasche zwischen den Beinen und einem Buch in der Hand auf dem Boden ausgebreitet hatte, grinste frech zu ihr hoch. Skye kam er bekannt vor, aber ein Name fiel ihr nicht ein.
    „Dann leg dich nicht mitten in den Gang“, antwortete sie unfreundlicher, als eigentlich geplant.
    „Na, da ist aber jemand mit dem falschen Fuß aufgestanden.“ Er zog eine Augenbraue nach oben.
    Skye verdrehte die Augen, aber dabei fiel ihr eine Slytherin-Rosette an der Tasche des Jungen auf. Und das war Skye Erklärung genug.
    „Wer bist du überhaupt?“, fragte sie unverblümt und verschränkte die Arme.
    „Professor McGonagalls Großcousine.“ Der Junge rümpfte amüsiert die Nase. Jedes seiner Worte klang, als würde er sich insgeheim über Skye lustig machen. „Aber im Ernst, ich sollte mich wirklich verletzt fühlen, dass du mich nicht kennst. Du bist doch mit Tracey befreundet.“
    Skye runzelte verwirrt die Stirn, aber da dämmerte es ihr. Das war der Junge, den sie vor kurzem in Arithmantik mit Tracey Davis gesehen hatte.
    „Also, befreundet würde ich das nicht gerade nennen“, verbesserte sie ihn. „Wir haben uns noch nicht einmal richtig unterhalten.“
    „Sie findet dich übrigens nett“, teilte der Slytherin-Junge ihr mit.
    „Ich wusste gar nicht, dass ihr Slytherins zu derartigen Gefühlen fähig seid“, erwiderte Skye mit einem unverkennbar giftigen Unterton.
    Zu ihrem Ärger schien das den Jungen nur noch mehr zu amüsieren. „Hah, und wir Slytherins haben angeblich Vorurteile. Die meisten sollten sich wirklich erst einmal selbst an die Nase fassen.“
    „Ich meine, im Grunde habt ihr ja auch Vorurteile“, antwortete Skye. „Ich weiß nicht, ob du mal Draco Malfoy und diese wandelnden Beweise dafür, dass man auch ohne Hirn überleben kann, Crabbe und Goyle, gesehen hast, aber die haben Vorurteile.“
    „Und was ist dann das, was du über uns andere Slytherins behauptest? Knallharte Fakten?“ Der Junge hörte einfach nicht auf zu grinsen, und Skye stachelte diese Dreistigkeit irgendwie an.
    „Statistiken. Ihr seid nicht gerade dafür bekannt, freundliche Engel zu sein.“
    „Leute wie Draco Malfoy sind nun mal besonders auffällig. Man muss sich schließlich nicht immer einmischen. Obwohl mich Vincents Fischgestank ebenso verfolgt wie euch andere.“
    „Das kann ich nicht beurteilen“, sagte Skye möglichst hoheitsvoll.
    Sie wollte sich nicht auffallen lassen, dass dieses Argument gar nicht mal so schlecht war.
    „Na, siehst du. Fall geklärt.“
    Skye wollte sich jedoch nicht als geschlagen ergeben und sie war unheimlich froh, als Madam Pince wütend „Ruhe!“ zischte.
    „Alte Schreckschraube“, flüsterte der Junge säuerlich und wendete sich wieder seinem Arithmantikbuch zu.
    Skye wollte schon weitergehen - das Gespräch schien schließlich beendet - aber da sah der Slytherin mit seinem lästigen Dauergrinsen noch einmal auf.
    „Jay übrigens“, teilte er ihr mit.
    Skye schwieg für einen Moment, bis sie sich vorstellte. „Professor McGonagalls Großcousine.“

    BILD: Terrys Irrwicht

    7
    ((bold))((navy))Kapitel 7: DIE NEUE SUCHERIN((ebold))((enavy)) Skye hätte über die ganze Aufregung hinweg die Auswahlspiele fast vergessen. Alle red

    Kapitel 7: DIE NEUE SUCHERIN

    Skye hätte über die ganze Aufregung hinweg die Auswahlspiele fast vergessen. Alle redeten nur noch über Hogsmeade und den anstehenden Besuch des Dorfes - Skye wusste noch immer nicht, wie sie das mit ihrer Erlaubniseklärung hinbekommen sollte - und in den Schulen beider Dimensionen wurde es immer anstrengender.
    Manchmal vermischte Skye Mathe- mit Arithmantikformeln, vertauschte Jahreszahlen von Muggelkriegen und Koboldaufständen. Es wurde immer schwieriger, all das auseinanderzuhalten oder gar im Kopf zu behalten.
    Deswegen war es kein Wunder, dass Skye sich am Morgen der Auswahlspiele fast nicht mehr an diese erinnert hätte. Hastig hatte sie sich ihren Umhang übergeworfen und in der Großen Halle noch ein Sandwich mitgehen lassen, dann war sie schon wild mampfend losgeeilt.
    Den Besen geschultert lief Skye in Richtung des Quidditchfelds, wo schon ein kleines Grüppchen wartete. An den blauen Umhängen sah man schon von weitem, dass das die Ravenclaw-Mannschaft war. Sie mussten schon einige Stunden länger dort sein, vermutete Skye schuldbewusst, während sie sich den Rest ihres Sandwiches in den Mund stopfte.
    „Skye!“, rief Davies ihr zu und winkte sie zu sich. „Da bist du ja.“
    Skye grinste schief und begrüßte ihre Teamkollegen. Es war ungewohnt, dass Emily und Wright nun nicht mehr dabei waren, aber dafür standen Burrow, Page und Samuels in alter Frische da. Samuels grinste ihr zu, also gesellte Skye sich zu ihm.
    „Ich war gerade dabei, unseren Neuen das Team vorzustellen“, erklärte Davies. „Leute, das ist Skye.“
    „Ich bin Jägerin“, stellte sie sich vor, während sie den beiden Neuen freundlich zugrinste.
    Der eine war groß und breit gebaut, er schien ein paar Jahre älter als Skye und der Schläger in seiner Hand deutete daraufhin, dass er der neue Treiber war. („Duncan Inglebee heißt der“, erklärte Page flüsternd.) Neben ihm stand ein Mädchen, zierlich, mit langem schwarzen Haar.
    Es war Cho Chang.
    Skye wäre am liebsten direkt wieder umgekehrt, denn bei Chos selbstgefälligem Schmunzeln brodelte es in ihrem Inneren. Sie war die neue Sucherin und nun war das eingetroffen, was Skye auf keinen Fall gewollt hatte: Sie und Cho mussten nun Seite an Seite spielen.
    Davies machte geflissentlich mit seiner kleinen Rede weiter, aber Skye hörte nicht richtig zu. Sie beobachtete Cho und dachte an all die kühlen Gespräche und abneigenden Blicke im letzten Jahr. Sollte das nun so weitergehen?
    Auch Samuels pulte schon gelangweilt an seinem Besenstiel herum, da kam Davies endlich zu einem Ende.
    „Nun, also, seid fleißig. Willkommen im Team und . . . verteidigt Ravenclaws Ehre.“
    Der Rest der Mannschaft applaudierte höflich und Cho warf sich lässig das lange Haar über die Schulter. Die Gruppe löste sich langsam auf und missmutig marschierte Skye wieder zurück zum Schloss. Das Ganze war eine vollkommene Zeitverschwendung gewesen, fand sie.
    „Warte mal. Skye, warte!“
    Seufzend drehte Skye sich um, denn Chos Stimme war schwer zu überhören.
    „Was ist?“, fragte Skye und blieb mit verschränkten Armen stehen, während Cho sich ein wenig nährte.
    „Ich wollte mich entschuldigen.“
    Skye rümpfte die Nase. „Ich will was frühstücken. Und?“
    „Nein, im Ernst. Für diese ganze Sache im letzten Jahr. Vielleicht warst du doch nicht daran schuld, dass ich es nicht ins Team geschafft habe.“
    „Für diese Erkenntnis hast du aber ziemlich lange gebraucht“, schnaubte Skye verächtlich.
    Cho, die sogar wirklich ein wenig schuldbewusst dreinblickte, lachte nervös. „Aber jetzt habe ich es schließlich geschafft, nicht? Also . . .“
    „. . . also kannst du endlich von mir ablassen.“ Skye grinste amüsiert. „Charmant.“
    „Ist ja gut, es tut mir leid. Ehrlich.“
    „Wunderbar. Mir aber nicht. Ehrlich“, sagte Skye giftig.
    Cho wollte schon etwas erwidern, da trat Davies zu ihnen und sah erstaunt zwischen den beiden Mädchen hin und her. „Wow, was ist denn hier los?“
    „Nichts, was dich angeht, Roger“, befahl Skye scharf.
    Ich wollte mich bei Skye entschuldigen, aber die will ja nicht.“ Cho machte ein herausforderndes Gesicht und verschränkte die Arme.
    Davies sah Skye für einen Moment nachdenklich an und kratzte sich dann am Kinn. „Vielleicht solltest du ihre Entschuldigung wirklich annehmen, Skye.“
    Skye klappte überrascht der Mund auf. Die ganze Situation kam ihr nahezu unwirklich vor und sie hätte Davies am liebsten ihren Besen in den Magen gerammt, als er zu Cho hielt. Einem Mädchen, das er noch nicht einmal richtig kannte.
    „Ich glaub‘s ja nicht. Wahrscheinlich hast du sie auch nur ins Team genommen, weil sie hübsch ist.“ Davies wollte schon protestieren, aber Skye wandte sich an Cho. „Also bilde dir ja nichts ein, das erklärt das Ganze nämlich ziemlich gut.“
    „Skye!“, sagte Davies schneidend. In seinen Augen loderte Wut wie eine flackernde Flamme. „Jetzt krieg dich mal wieder ein.“
    „Danke, Roger, aber ich entscheide selber, wann ich mich einkriege und wann nicht. Da ist doch nichts dabei; warum sollte ich mit Cho befreundet sein, nur weil wir in einer Mannschaft spielen?“
    „Das war doch nur . . .“, begann Cho verärgert.
    „Weißt du was?“ Skye wirbelte herum. „Es ist mir egal. Vollkommen egal. Schönen Tag noch euch zwei.“
    Wütend stolzierte Skye in die entgegengesetzte Richtung; sie hatte nicht die geringste Lust, sich noch mit den beiden abzugeben.
    „Skye! Jetzt warte doch mal!“
    Davies kam ihr hinterhergelaufen und riss sie schließlich unsanft am Arm herum.
    „Was willst du?“, schleuderte Skye ihm entgegen, aber er bugsierte sie zu Cho zurück.
    „Hört zu, ihr beiden“, begann Davies und schien selbst ziemlich aufgebracht. „Das ist mein erstes Jahr als Captain und ich will das nicht versauen. Arthur war klasse, okay, also denkt ihr nicht, dass ich schon genug Stress damit habe, ihm nachzukommen? Und ich will keinen Streit in der Mannschaft. Also Skye, führ dich bitte etwas erwachsener auf.“
    Nach dieser feurigen Rede wussten sowohl Skye als auch Cho nicht mehr, was sie noch sagen sollten. Davies sah sie mit herrschendem Blick an und schien augenscheinlich etwas zu fordern.
    „Also. Vertragt euch.“ Davies sah Skye warnend an. „Jetzt.“
    „Ist ja gut“, antwortete sie augenverdrehend. „Cho, ich nehme deine Entschuldigung an, wir sind jetzt allerbeste Freundinnen und du bekommst mein Erstgeborenes. Zufrieden?“
    „Perfekt“, sagte Davies nickend und klatschte fröhlich in die Hände; von seiner vorherigen Wut war nichts mehr zu sehen.
    Cho, die selbstgefällig grinste, sah Davies mit den Wimpern klimpernd an und Skye verdrehte unauffällig die Augen. Trotz der Entschuldigung misstraute sie Cho.
    Sie hatte gemerkt, was für ein egoistisches und idiotisches Denken diese manchmal an den Tag legte und so etwas vergraulte Skye schnell.
    Davies tat so, als sei alles wieder wunderbar und scheuchte die Mädchen gut gelaunt (der Rest der Mannschaft war schon gegangen) Richtung Schloss. Skye folgte ihm, wobei sie aber einen guten Abstand zu Cho hielt, die ihr immer wieder eigenartige Blicke zuwarf.

    Die Szene nach den Auswahlspielen ging Skye noch Tage danach durch den Kopf. Padma hatte es nett gefunden, dass Cho sich entschuldigen wollte, aber Skye wollte diesem Schein nicht ganz glauben.
    „Vielleicht will sie einfach nur ihren Ruf wiederherstellen“, sagte Betty einmal. „Jetzt, wo sie es endlich in die Mannschaft geschafft hat.“
    Skye zuckte nur mit den Schultern. „Kann schon sein, ich . . . - Achtung, Professor Flitwick kommt.“
    Betty und Skye taten für einen Moment auf unschuldig, während Professor Flitwick an ihnen vorbeiwatschelte. Sie hatten Zauberkunst und sollten eigentlich in Zweiergruppen Zauber aus dem letzten Jahr üben, aber Betty und Skye hatten Wichtigeres zu tun - oder eher zu bereden.
    Als Professor Flitwick nun bei Padma und Anthony angekommen war, redete Skye erleichtert weiter.
    „Also, ich werde einfach so wenig wie möglich mit ihr reden. Dann muss ich mich auch nicht so aufregen.“
    „Gut so“, sagte Betty nickend. „Bevor du wieder so ausrastest.“
    „Ich musste das nur einmal sagen, weißt du. Nachdem sie im letzten Jahr so schrecklich rumgezickt hat.“ Skye zuckte mit den Schultern.
    „Miss Thomas, Miss Warrington, das ist nun schon das dritte Mal in dieser Stunde, dass ich Sie ermahnen muss.“ Professor Flitwick wär unauffällig zu ihrem Pult getreten und sah nun streng zwischen den beiden hin und her.
    „Entschuldigung, Professor“, sagte Skye plötzlich ziemlich kleinlaut.
    „Und zaubern habe ich Sie auch noch nicht gesehen“, fuhr Professor Flitwick fort. „Vielleicht wäre es besser, wenn Sie Partner tauschen würden.“
    Betty und Skye warfen sich einen missmutigen Blick zu. Schließlich würde das ja heißen, dass sie auch wirklich etwas üben mussten.
    Professor Flitwick sah sich um und deutete dann auf zwei Jungen, die am anderen Ende des Klassenzimmers saßen. „Sie, Miss Warrington, gehen bitte mit Mr Nott zusammen. Und Miss Thomas, Sie können sich zu Mr Avery gesellen.“
    „Ja, Sir“, sagte Skye zähneknirschend, während sie aufstand und ihre Habseligkeiten zusammenraffte.
    Betty spitzte anklagend die Lippen, während Skye an dem genannten Mr Nott - ein bohnenstangiger Junge mit Locken - vorbeilief und ihre Schultasche auf den anderen Tisch fallen ließ.
    „So sieht man sich wieder.“
    Es war Jay, der Slytherin-Junge aus der Bibliothek, der weit nach hinten gelehnt auf seinem Stuhl saß und frech grinste: Skye fragte sich innerlich, ob er auch etwas anderes könne.
    „Na wunderbar“, sagte Skye, während sie sich auf den leeren Stuhl neben ihm setzte.
    „Und wie ich gehört habe, hast du sogar einen Namen. Thomas.“
    „Das ist mein Nachname“, klärte Skye ihn auf.
    „Ach, wirklich.“ Jay verdrehte die Augen. „Darauf wäre ich jetzt nicht selbst gekommen.“
    „Eigentlich heiße ich Skye“, stellte sie sich endlich vor.
    „Nun, Skye, ich hoffe du willst dich entschuldigen“, sagte Jay, während er auf seinem Stuhl vor- und zurückschaukelte.
    „Warum sollte ich?“ Skye zog eine Grimasse. „Und hör mit diesem verdammten Kippeln auf, das macht mich nervös.“
    Jay machte ohne mit der Wimper zu zucken weiter. „Na, weil Theo und ich wegen dir und deiner Freundin auseinandergesetzt wurden.“
    „Theo?“, fragte Skye irritiert.
    „Theodore. Theodore Nott. Du scheinst ja wirklich gar nichts mitzubekommen.“
    „Ach so.“ Skye sah kurz zu Betty und Theodore Nott, die irgendwelche Zauber übten. „Jetzt bin ich ja wieder auf dem neusten Stand.“
    „Ziemlich zuvorkommend, nicht?“ fragte Jay dreist grinsend.
    „Unglaublich gnädig, wirklich. Wollen wir jetzt eigentlich üben oder einfach nur rumsitzen?“
    „Rumsitzen.“ Jay lehnte sich extra weit zurück, um seinen Punkt zu verdeutlichen.
    „Na, wenn du das schon so sagst, dann können wir üben.“ Skye zückte ihren Zauberstab.
    Jay stöhnte. „Nein, wirklich. Ich bin ein hoffnungsloser Fall in Zauberkunst.“
    „Nun, dann hast du eben Glück, dass ich das nicht bin. Also, mit was willst du anfangen?“
    „Rumsitzen.“
    Skye wedelte energisch mit ihrem Zauberstab vor seiner Nase. „So läuft das bei mir nicht. Wir nehmen Engorgio. Leg los.“
    Mit aller Ruhe der Welt nahm Jay seinen eigenen Zauberstab in die Hand und schwang ihn zögerlich. Gespannt beobachtete Skye das Ganze.
    Engorgio“, sagte er halbherzig.
    Die Feder, auf die er gezielt hatte, zitterte ein wenig und wurde ein paar Millimeter größer.
    „Und?“, fragte Jay.
    „Du hattest recht“, antwortete Skye. „Erbärmlich. Du machst die Bewegung falsch.“ Geduldig führte sie die schleifenähnliche Handbewegung vor. „Nochmal. Und versuch diesmal, weniger wie eine Schlaftablette zu klingen.“
    Jay - der zwar bei dem Wort „Schlaftablette“ etwas verwirrt aussah - nickte brav und hob erneut seinen Zauberstab.
    Engorgio!“
    Diesmal klang er überzeugter und die Feder schwoll deutlich an.
    „Geht doch“, sagte Skye zufrieden.
    „Sehr gut, Mr Avery, sehr gut.“
    Jay, der zusammenzuckte, als Professor Flitwick vor ihrem Pult auftauchte, murmelte etwas von „Den sieht man auch nie kommen“ und schaute auf.
    „Danke, Sir“, sagte er höflich.
    „Fünf Punkte für Slytherin.“ Jays Augen weiteten sich überrascht. „Und fünf für Ravenclaw.“
    Skye grinste zufrieden. „Danke.“
    Während Professor Flitwick wieder zur nächsten Gruppe weiterging, machte Jay ein überraschtes Gesicht. „Ich glaube, das ist das erste Mal, dass ich in diesem Jahr Punkte bekommen habe. Die meisten Lehrer mögen mich nicht besonders.“
    „Warum nur?“ Diesmal war es Skye, die grinste und Jay machte eine drohende Gesten mit seinem Zauberstab.
    „Nimm dich in Acht“, warnte Jay streng, aber dennoch grinste er schief zurück.

    BILD: Wer lesen kann, ist klar im Vorteil

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    ((bold))((navy))Kapitel 8: HOGSMEADE((ebold))((enavy)) Gelangweilt stocherte Skye während dem Abendessen in ihrem Kartoffelpüree herum. Ihre Eltern

    Kapitel 8: HOGSMEADE

    Gelangweilt stocherte Skye während dem Abendessen in ihrem Kartoffelpüree herum. Ihre Eltern unterhielten sich angeregt, nur sie war mit den Gedanken ganz woanders.
    Heute in der Schule hatte Alice im Musikunterricht beschlossen, dort von nun an neben Charlotte ihren Platz zu haben, und Skye wortwörtlich einfach sitzen gelassen. Zwar redete diese sich ein, dass sie das doch nicht zu interessieren brauchte, aber insgeheim tat es das doch irgendwie.
    „Skye?“
    Aufgeschreckt sah sie auf. Ihr Vater schaute sie auffordernd an.
    „Was?“, fragte Skye kurz angebunden.
    „Ich wollte wissen, ob ihr schon die Noten für euer Französischprojekt bekommen habt.“
    „Ach so.“ Skye wendete sich wieder ihrem Teller zu. „Nein.“
    Damit schien sich ihr Vater zufrieden zu geben und Skye schob wieder Bratwürstchen hin und her.
    Aber da schien auch ihrer Mutter etwas eingefallen zu sein. „Ich habe übrigens vor dem Waschen eine seltsame Münze in deiner Hosentasche gefunden“, teilte sie ihr mit. „Sie liegt noch auf dem Regal.“
    „Was?“ Geschockt machte Skye große Augen.
    „Wirklich eigenartig sah sie aus. Groß und golden, aber kein Spielzeuggeld. Ich wusste gar nicht, dass du so etwas besitzt.“
    Damit meinte Skyes Mutter natürlich eine Galleone, die Zaubererwährung. Skye hatte vollkommen vergessen, sie aus ihrer Hosentasche zu nehmen; Michael und sie hatten vor kurzem über ihre Noten in einem Aufsatz für Kräuterkunde gewettet und Skye war die glückliche Gewinnerin geworden.
    „Nun . . . die Münze ist von . . . Charlotte. . . also, ihrem Bruder“, stotterte Skye aufgeregt. „Er spielt immer diese Zaubererspiele und da gibt es diese Münzen. Ich fand, sie . . . sahen cool aus.“
    Skye fiel schnell auf, wie schlecht diese Ausrede doch war, aber jetzt war sie schon aus ihrem Mund gepurzelt. Sowohl ihre Mutter als auch ihr Vater sahen sie verwirrt an.
    „Du kannst sie wegschmeißen, Mum“, sagte Skye schnell. „Ich wüsste eh nichts mit ihr anzufangen.“
    Dies zu sagen, tat Skye irgendwie weh, schließlich war das eine Galleone, die sie da verlor, aber sie wusste, dass ihr Geheimnis zu hüten noch viel wertvoller war.
    „Von solchen Spielen habe ich noch nie etwas gehört“, sagte Skyes Vater, aber dann schien es ihn doch nicht weiter zu interessieren, denn er zuckte mit den Schultern.
    „Sie sind auch recht neu. Und . . unbekannt. Weil sie so neu sind“, warf Skye noch schnell hinterher.
    Dann tat sie so, als hätte der unbändige Hunger sie nun auch gepackt und schaufelte sich Kartoffelpüree in den Mund.
    Zwar redeten ihre Eltern schon wieder über etwas Anderes, aber Skye war trotzdem noch unangenehm heiß und das Kettchen des Zeitumkehrers schien sich unter ihrem Kragen nahezu in ihren Hals zu bohren.
    Skye kam der Zeitumkehrer plötzlich wie eine Last vor. Eine Last, wie auch ihr Geheimnis eine war, und innerlich beschimpfte sie sich für diesen schrecklichen Hang zur Dramatik.

    Die Wochen bis zum lang ersehnten Halloween-Fest vergingen schnell, viel zu schnell. Skye war es zwar etwas peinlich, aber sie hatte die ganze Sache mit der Einverständniserklärung so lange aufgeschoben, wie sie konnte. Was hätte sie auch tun sollen?
    Als dann Professor Flitwick seine Ravenclaws nach einer Zauberkunst-Stunde anwies, dass er die Zettel noch vor Halloween benötige, wurde Skye ganz nervös. Sie wollte unbedingt nach Hogsmeade und musste es sogar fast schon, denn schließlich hatte sie keinen guten Grund, nicht dorthin zu gehen. Und das letzte, was sie wollte war, Padma und Betty misstrauisch werden zu lassen.
    Also fasste Skye nach dieser besagten Stunde Zauberkunst den Entschluss, Professor Flitwick endlich auf die Einverständniserklärung anzusprechen. Nachdem alle aus dem Klassenzimmer geschlendert waren und sie Betty und Padma gesagt hatte, sie würde etwas wegen der letzten Hausaufgabe fragen, schlich Skye also zögerlich zum Pult. Professor Flitwick bereitete schon etwas für seine nächste Stunde vor und nach kurzer Beobachtung nahm Skye tief Luft.
    „Professor?“
    Flitwick sah auf. „Ah, Miss Thomas. Was gibt es denn?“
    „Ich wollte noch etwas wegen Hogsmeade fragen.“ Skye musterte konzentriert den Boden, der plötzlich sehr interessant geworden war. „Also, die Einverständniserklärung. Es ist so: Ich kann sie nicht . . . so wirklich unterschreiben lassen.“
    Professor Flitwick nickte langsam und musterte Skye interessiert mit seinen clever blitzenden Augen. „Ich hörte davon. Der Schulleiter hat mir im vollsten Vertrauen etwas davon erzählt, um ehrlich zu sein. Den genauen Grund wollte er jedoch nicht preisgeben.“
    Skye nickte und in ihrem Inneren breitete sich warme Erleichterung heraus. Natürlich hatte Professor Dumbledore alles schon geregelt.
    „Der ist auch nicht wichtig. Aber ich darf nach Hogsmeade, nicht?“
    „Ja“, bestätigte Professor Flitwick. Er schien es sich nicht anmerken lassen zu wollen, aber dennoch musterte er Skye überaus neugierig. „Natürlich möchte ich mich nicht einmischen, aber darf ich fragen, was das für ein mysteriöser Grund ist?“
    Zögerlich sah Skye auf. Dachte an das Geheimnis des Zeitumkehrers und an die Worte Dumbledores. „Es tut mir leid, aber die Sache ist sehr privat. Es weiß eigentlich niemand davon.“
    Das stimmte. Professor Dumbledore, Skye und seltsamerweise der Wildhüter Hagrid waren die einzigen, die von Skyes Geheimnis wussten. Obwohl, da waren noch andere: Der gefürchtete Du-Weißt-Schon-Wer, der der Auslöser für dieses ganze Schlamassel gewesen war. Und dann noch das Mädchen aus Hufflepuff, die Freundin von Skyes Großonkel, von der Dumbledore ihr einmal erzählt hatte. Aber Skye hatte keine Ahnung, wo diese lebte, geschweige denn, ob sie überhaupt noch lebte.
    „Ich verstehe“, meinte Professor Flitwick. Seine Neugierde schien er gut unter Kontrolle zu haben.
    „Danke, Sir.“
    Skye hatte es plötzlich sehr eilig, aus dem Klassenzimmer zu verschwinden. Eigentlich war sie eine gute Lügnerin, aber wenn jemand sie auf so etwas ansprach, wurde sie direkt schwach. Hastig lief sie hinaus, bevor Professor Flitwick sie weiter befragen konnte.
    Von solchen Leuten habe ich schon genug, dachte Skye bitter.

    Und endlich war der Tag des ersten Ausflugs nach Hogsmeade gekommen: Skye konnte es gar nicht erwarten.
    Wieder einmal fiel ihr auf, wie wenig sie von der Welt der Zauberei doch wirklich kannte. Zwar war sie schon in der Winkelgasse und dem Zaubereiministerium gewesen, aber wenn Betty von irgendwelchen magischen Krankenhäusern oder Ghoulen plapperte, konnte Skye nur mit verwirrter Miene zuhören.
    Also wurde es Zeit, diesen Umstand endlich zu ändern, und so spazierte sie nach dem Frühstück äußerst erwartungsvoll mit Betty und Padma in die Eingangshalle. Der Hausmeister Filch stand schon mit einer langen Liste in der Hand und so mürrisch wie immer vor dem Eingang. Misstrauisch hakte er die Namen der Schüler auf der Liste ab und Skye stellte fest, dass fast ganz Hogwarts vertreten zu sein schien.
    „Wir müssen auch noch in den Honigtopf“, bestimmte Betty. „Da gibt es tolle Süßigkeiten, hat Emma gesagt.“
    „Padma Patil“, sagte Padma gerade zu Filch, der sie kurz prüfend ansah und dann ihren Namen abhakte. „Gut, machen wir.“
    Betty trat als nächste vor und grinste Filch breit an, der bei ihrem Anblick seine lange Nase rümpfte. „Elizabeth Warrington.“
    „Skye Thomas“, sagte Skye nach Betty und für einen kurzen Augenblick hielt sie die Luft an.
    Was wäre, wenn Dumbledore das Ganze doch nicht geregelt hatte und ihr Name nicht auf der Liste stand?
    Aber diese Sorge war unbegründet: Filch nickte knapp, setzte hinter ihrem Namen einen Haken und Skye ging erleichtert weiter.
    „Hogsmeade, wir kommen“, frohlockte Betty und hakte sich bei Padma und Skye unter.
    Der Weg nach Hogsmeade war nicht besonders lang: Sie mussten einen kleinen, steinigen Pfad entlanglaufen, der mit vielen Bäumen gesäumt war. Der Wind war für Oktober äußerst kühl und wenn ihnen bunte Blätter entgegenwehten, fröstelte Skye.
    Es dauerte nicht lange, da hatten sie endlich ihr Ziel erreicht.
    Hogsmeade war kein besonders großes Dörfchen, außer kleinen, bescheidenen Häuschen und bunten Schaufenstern sah man nicht viel. Es tummelten sich schon einige Schüler in den schmalen Gassen, von denen viele aufgeregt zu den Schaufenstern zeigten.
    Neugierig versuchte Skye einen Blick auf die Schaufenster zu erhaschen und durch einen kleinen Spalt zwischen den Köpfen zweier Gryffindors schaffte sie es endlich: An den Fenstern hingen überall Plakate, Suchplakate waren es, von denen ihr ein wahnsinniges, von filzigem Haar umrandetes Gesicht entgegenblickte. Sirius Black stand in fetten Lettern darunter.
    Skye ließ sich von Betty und Padma weitertreiben, die die zeigenden und redenden Schüler nicht beachteten. Padma erzählte Betty irgendetwas von Muggelkunde und Skye hörte stumm zu.
    In ihrem Kopf spukte das Gesicht Sirius Blacks herum, aber sie vertrieb diese Gedanken energisch. Bei all den Dementoren würde er es schließlich nicht wagen, in die Nähe von Hogwarts zu kommen.

    Nachdem sie auf Bettys Befehl hin einen Abstecher zu Zonko‘s Scherzartikelladen gemacht hatten, an den Geschäften vorbeigeschlendert waren und sich sogar der Heulenden Hütte (in gebührendem Abstand) genährt hatten, waren sie von dem stechend kalten Oktoberwetter so verfroren, dass sie direkt auf die Drei Besen zusteuerten.
    Skye seufzte erleichtert, als sie den urigen Pub betraten. Er war gefüllt mit lachenden Zauberern und Hexen, zwar eng, aber angenehm warm und es roch nach süßlichem Karamell.
    Die Mädchen schnappten sich einen Tisch in einer gemütlichen Ecke und während Betty ihnen ein Butterbier organisierte, beobachtete Skye neugierig ein Grüppchen Kobolde, die neben ihnen verschwörerisch miteinander tuschelten.
    Skye rieb zufrieden die Hände aneinander. „Dieses Butterbier, von dem Betty da geredet hat. Das ist doch nicht echtes, oder?“
    „Nein. Also, na ja, nicht so wirklich. Aber du wirst schon sehen, es schmeckt gut“, versicherte ihr Padma.
    Skye fühlte sich unweigerlich an die Sommerferien erinnert, in denen sie zusammen mit Terry, Michael und Bettys Cousin riesige Eisbecher verputzt hatten. Sie fragte sich, ob Keith Warrington es schon ins Slytherin-Team geschafft hatte; seit jenem Sommer hatte sie ihn weder gesehen noch etwas von ihm gehört, was Skye aber geradezu recht war.
    „Butterbier kommt“, krähte Betty, während sie drei Gläser eines dampfenden Getränks zu ihrem Tisch balancierte.
    Gespannt schnupperte Skye daran. Es duftete süßlich und so gar nicht nach Bier, aber trotzdem blieb sie recht misstrauisch, während sie vorsichtig daran nippte.
    „Und?“, fragte Betty.
    Skye überlegte. „Ganz gut eigentlich.“
    „Diese vielen Suchplakate hier sind wirklich gruselig“, sagte Padma, die schon fleißig trank.
    „Genauso wie die Dementoren“, ergänzte Betty. „Das Ministerium lässt sie sicher auch hier in Hogsmeade herumspuken.“
    Es war erstaunlich, mit welcher Leichtigkeit sie über die Dementoren redete. Es schien fast, als hätte Betty die Sache während der Zugfahrt schon wieder vergessen, aber Skye bezweifelte das. Schließlich hatte sie mit eigenen Augen gesehen, wie schlimm es ihrer Freundin ergangen war.
    „Ihr Zauberer seid echt seltsam. Seelenaussaugende Kreaturen in schwarzen Umhängen.“ Skye schüttelte den Kopf. „Komisch. Das klingt ja fast wie Snape.“
    „Sie sind aber um einiges wirksamer als diese seltsamen Waffen der Muggel“, sagte Betty schulterzuckend.
    „Pistolen“, korrigierte Padma sie.
    „Trotzdem“, meinte Skye. „So was auf Menschen loszulassen, da spinnt jemand gewaltig.“
    „Ach, die haben Sirius Black schneller, als er ‚Askaban‘ sagen kann. Und dann kommt er im Handumdrehen dorthin zurück, ihr werdet schon sehen.“ Betty winkte ab und warf einen Blick zur Theke. „Schaut mal, die Kobolde zoffen sich mit der Wirtin.“

    Nachdem die Drei lange in den Drei Besen gesessen und Butterbier geschlürft hatten (Skye fand es nach mehreren Schlucken erschreckend gut), machten sie sich mit vollem Bauch wieder auf den Weg zurück nach Hogwarts. Mittlerweile dämmerte es schon und das Festmahl anlässlich Halloween würde bald beginnen, also beeilten sie sich.
    Nachdem Betty, Padma und Skye jedoch gemerkt hatten, dass sie von den vielen Süßigkeiten aus dem Honigtopf und dem Butterbier keinen Hunger mehr hatten, stapften sie satt und zufrieden die Treppen zum Ravenclaw-Turm hinauf.
    Dort knisterte das Kaminfeuer schon flackernd vor sich hin und der Mond warf helle Strahlen auf die bronzenen Banner an den Wänden. Die drei Mädchen ließen sich erschöpft auf die besten Plätze nah am Feuer fallen und für einen Moment herrschte Stille, denn alle mussten erst einmal durchatmen.
    „Ich liebe Hogsmeade“, stellte Padma fest.
    Skye stimmte stumm zu und sie war unendlich froh, dass Professor Dumbledore das Ganze mal wieder für sie geregelt hatte.
    Nach und nach füllte sich der Gemeinschaftsraum immer mehr, das Festessen war zu Ende und sowohl Erst- als auch Siebtklässler fläzten sich in die Sessel und Sofas.
    Fröhliches Geschwatze erfüllte den Ravenclaw-Turm, es war eine klare Nacht und die Sterne am Himmel passten zu denen an der Decke.
    Betty, Padma und Skye waren gerade bei der finalen und alles entscheidenden Runde Koboldstein, als die Tür des Gemeinschaftsraums aufging und der kleine Professor Flitwick hineintrat.
    „Was macht er denn hier?“, fragte Skye verwirrt und drehte sich neugierig um.
    Auch die anderen Schülern sahen ihren Hauslehrer fragend an, der einen besorgten Blick in die Runde warf und dann anfing in seiner quietschigen Stimme zu reden.
    „Es gab einen kleinen Zwischenfall, deswegen muss ich Sie leider bitten, in die Große Halle zu kommen“, erklärte er. „Dort warten auch schon die anderen Häuser. Machen Sie sich keine Sorgen, es ist nur aus vorsorglichen Sicherheitsgründen.“
    Betty, Padma und Ske warfen sich einen misstrauischen Blick zu und aufgeregtes Gemurmel füllte den Gemeinschaftsraum.
    „Umgehend, wenn ich bitten darf“, endete Professor Flitwick und seine Stimme hatte einen ungewöhnlich strengen Unterton.
    „Das klingt gar nicht gut“, sagte Betty leise.
    „Immer an Halloween, ist euch das aufgefallen?“ Skye warf den anderen beiden einen bedeutungsvollen Blick zu.
    „Aber so schlimm kann es doch nicht sei.“ Padma klang hoffnungsvoll. „Nicht zwei Jahre in Folge.“
    Skye erhob sich von dem knautschigen Sessel. Sie trug nur einen Pullover und plötzlich war ihr seltsam kalt. Schaudernd rieb sie sich die Arme und sah zu Betty und Padma.
    „Kommt. Wir müssen los.“

    BILD: Die Rosewood Grammar School

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    ((bold))((navy))Kapitel 9: VORURTEILE((ebold))((enavy)) Im Gänsemarsch liefen die Ravenclaws aufgeregt diskutierend die Treppen hinunter; auf den Gä

    Kapitel 9: VORURTEILE

    Im Gänsemarsch liefen die Ravenclaws aufgeregt diskutierend die Treppen hinunter; auf den Gängen begegneten sie den Hufflepuffs, die gerade von einem ihrer Vertrauensschüler zurechtgewiesen wurden. Als sie in der Großen Halle ankamen, warteten dort schon die Gryffindors auf sie und Professor McGonagall eilte mit gehetztem Blick zu Professor Flitwick zu.
    „Was ist da los?“, fragte Betty ratlos, doch niemand der Ravenclaws schien die Antwort zu wissen.
    Fast schön ängstlich drängten sich manche Mädchen zusammen und Betty, Padma und Skye warfen sich misstrauische Blicke zu. Die Decke der Großen Halle war dunkel und wolkenverhangen, der Mond tauchte das Ganze in ein unheimliches, silbernes Licht.
    Nach ihnen trudelten auch die Slytherins ein, die ebenso verwirrt aussahen wie die anderen Häuser. Skye entdeckte Jay in der Menge, der neben seinem dürren Freund Theodore Nott lief und mit einem rothaarigen Slytherin-Mädchen diskutierte.
    „Jay!“, rief Skye und machte ihn winkend auf sich aufmerksam, während sie sich in seine Richtung kämpfte.
    Für einen Moment sah er sich verwundert um, da entdeckte er Skye und löste sich aus der Slytherin-Gruppe.
    „Hat irgendjemand von euch eine Ahnung, was überhaupt los ist?“, fragte Skye.
    Jay zuckte mit den Schultern. „Nicht die geringste. Niemand.“
    Trotz der Aufregung um sie herum wirkte Jay ganz ruhig und Skye konnte nicht anders, als das zu bewundern. Er sah müde aus und sein schwarzes Haar war verstrubbelt. Ob er schon geschlafen hatte?
    Da erhob sich Professor Dumbledore, der bei den Gryffindors am anderen Ende der Halle stand. Seine Stimme schallte wie durch einen Verstärker durch die Große Halle und ließ alle verstummen.
    „Ich werde zusammen mit den anderen Lehrern das Schloss gründlich durchsuchen“, begann er.
    Professor Dumbledore klang ungewöhnlich ernst und befahl den Schülern, die Nacht aus „Sicherheitsgründen“ in der Großen Halle zu verbringen, während die Vertrauensschüler an den Eingängen Wache halten würden.
    „Ach ja, Sie brauchen . . .“, endete er schließlich auf dem Weg zum Ausgang und ließ mit einem Schlenker seines Zauberstabs viele purpurrote Schlafsäcke erscheinen.
    Mit den Worten „Schlaft gut!“ rauschte der Schulleiter schließlich aus der Großen Halle und sofort begannen alle Schüler, aufgeregt zu tuscheln.
    „Rote Schlafsäcke“, stellte Jay mit einem seltsamen Blick auf den Boden fest. „Professor Dumbledore hat wirklich eine Vorliebe für Gryffindors.“
    Skye wunderte sich über den bitteren Ton in seiner Stimme. „Ich dachte, du wärst ein vorurteilsloser Engel“, sagte sie. „Warum so verstimmt?“
    „Ständig werden sie vorgezogen. Ständig. Nur weil Harry Potter immer galant den Tag rettet.“
    „Na, besser so“, meinte Skye. „Ist mir lieber, als von einem Basilisken angeknabbert zu werden.“
    „Du konntest doch gar . . .“, begann Jay, stoppte dann aber abrupt ab und sah Skye überrascht an. „Warte. Du bist gar kein Halbblut?“
    Skye musste lachen. „Was? Hast du dir das nicht denken können? Ich bin ein Schlammblut wie es leibt und lebt.“
    Es war schwer, den Ausdruck in Jays Augen zu lesen. Er schien überrumpelt und starrte Skye eigenartig an. Aber nach einem kurzen Blinzeln war die Verwirrung in seinem Gesicht verschwunden. „Hah, wusste ich gar nicht.“
    „Ich hoffe, das ist kein Anreiz für dich, mich geknebelt deinen Slytherin-Freunden auszuliefern“, sagte Skye mit säuerlichem Unterton.
    „Es ist eher ein Anreiz für mich, das mit den Vorurteilen noch einmal zu wiederholen“, antwortete er streng.
    „Ist ja gut, Mummy.“ Skye verdrehte die Augen. „Deine Slytherin-Freunde starren übrigens rüber.“
    Jay folgte ihrem Blick und sah zu Theodore Nott und Blaise Zabini hinüber, die wohl schon einen Schlafsack für ihn reserviert hatten.
    „Dann sollte ich mich wohl besser zu ihnen gesellen.“ Jay grinste. „Schöne Träume.“
    „Ebenso.“ Skye salutierte scherzhaft und lief dann in die entgegengesetzte Richtung, wo ihre Freundinnen auch schon einen Schlafsack für sie freihielten.
    „Da bist du ja, du Gnom“, sagte Betty und beförderte Skye mit einem Schubs zu ihrem Platz.
    „Ist das nicht der Slytherin, mit dem du neulich in Zauberkunst zusammengearbeitet hast?“, fragte Padma neugierig.
    „Ja.“ Skye nickte. „Jay heißt er übrigens.“
    Padma sah sie prüfend an und machte ein misstrauisches Gesicht. „Ich dachte, du hast es nicht so mit Slytherins.“
    Skye stutzte. So wie Padma das sagte, wirkte es geradezu anklagend.
    „Er ist ganz in Ordnung. Keine Angst, ich wechsele nicht zur dunklen Seite über. Die Welt ist schließlich auch nicht in Schwarz und Weiß unterteilt.“
    Das klang fast schon etwas patzig und Skye war irgendwie überrascht, als sie merkte, wie dumm diese Gut-und-Böse-Sache doch wirklich war.
    Betty, die die etwas geladene Stimmung direkt bemerkte, wechselte schnell das Thema. „Du hast das wahrscheinlich noch nicht mitbekommen, Skye, aber die Gryffindors haben erzählt, was los war. Das Porträt, das vor ihrem Gemeinschaftsraum hängt, wurde angegriffen und aufgeschlitzt.“
    „Was?“ Skye runzelte die Stirn. „Und alle glauben wahrscheinlich, das sei die Schuld von . . .-“
    „Sirius Black“, vervollständigte Betty ihren Satz.
    Skye ließ sich langsam auf ihren Schlafsack sinken. Der Rest der Schülerschaft war noch in wilder Aufruhr, niemand dachte schon ans Schlafen.
    „Er scheint im Schloss zu sein“, sagte Padma. Zwar klang sie noch etwas beleidigt, schien sich aber im Anbetracht der Lage ein wenig beruhigt zu haben.
    „Wir löschen jetzt die Lichter!“, hallte der laute Ruf Percy Weasleys durch die Große Halle. „Alle in die Schlafsäcke und kein Getuschel mehr!“
    Folgsam machten Betty, Padma und Skye es sich in den purpurroten Schlafsäcken gemütlich. Penelope Clearwater lief - ganz wie ihr Kollege aus Gryffindor - noch durch die Reihen der Ravenclaws und wies die, die es wagten miteinander redeten, streng zurecht.
    Die Kerzen waren erloschen und die Halle plötzlich stockdunkel. Betty lag zwischen ihr und Padma und Skye konnte auch Terry, Michael und Anthony leise neben sich flüstern hören.
    „Gute Nacht“, wisperte sie in Bettys Ohr, die ihr als Antwort auf die Nase klopfte und dann kichern musste, weil sie die falsche Stelle getroffen hatte.
    Skye rollte sich schief grinsend auf den Rücken und sah hinauf zur Decke der Großen Halle, wo nun kleine Sterne zwischen großen Regenwolken glitzerten. Irgendjemand in der Nähe schnarchte laut und Skye wurde durch das gleichmäßige Atmen ihrer Nachbarn ganz schläfrig.
    Sie dachte an Padma und warum diese so ein Problem mit Jay hatte. Schließlich war er für einen Slytherin wirklich ganz akzeptabel. Skye konnte sich das nur schwer eingestehen, aber es schien wirklich so, als sei nicht jeder der Slytherins solch ein Idiot wie Draco Malfoy. Da war Tracey Davis, Theodore Nott, der auch nicht gerade wie das pure Böse wirkte, und natürlich Jay.
    Ravenclaws waren dafür bekannt, tolerant gegenüber alle zu sein - ob es nun scheinbar Verrückte wie Luna Lovegood oder andere ungewöhnliche Leute waren. Skye hatte diese Eigenschaft immer geschätzt und versucht, diesem Prinzip nachzueifern, dennoch war ihr nie aufgefallen, wie oft sie genau das Gegenteil davon tat. Ausgerechnet ein Slytherin hatte ihr das gezeigt.
    Und das war die Nacht, in der Skye Thomas beschloss, nie wieder Vorurteile zu haben.

    In den nächsten Tagen gab es in Hogwarts kein anderes Gesprächsthema mehr zu als der Anschlag auf das Gryffindor-Porträt: Eine seltsame Beunruhigung hatte sich breitgemacht und durch die Gerüchte, die ständig kursierten, wusste man gar nicht mehr so wirklich, was nun eigentlich wahr war.
    Skye und Padma einigten sich schnell darauf, dass solche Streitereien wie am Halloween-Abend doch dumm seien und keine von ihnen erwähnte Jay noch mit einem Wort. Betty hatte das Ganze von Anfang an als unnötig befunden und so wurde das Kriegsbeil begraben und die Diskussionen hinter sich gelassen. Für Skye war es zwar noch nicht ganz vorbei (ihre Meinung würde sie schließlich nicht einfach ändern), aber sie ließ sich nichts anmerken. Denn Streit mit den besten Freundinnen, das mochte wirklich niemand.
    Eine andere Nachricht, die in Hogwarts für viel Entsetzten (und unter den Slytherins für Freude) sorgte, war die des Einsetzen Snapes als Lehrer für Verteidigung gegen die dunklen Künste. Eines Tages kam er mit wehendem Umhang in ihr Klassenzimmer gerauscht und kündigte an, Professor Lupin sei „krank“. Betty ging von Mord aus, Skye stimmte ihr zu, aber Padma hoffte einfach, Professor Lupin würde bald wieder auftauchen.
    Es ging schneller als erwartet, aber Verteidigung der dunklen Künste rutschte schnell auf Skyes Liste ihrer Lieblingsfächer nach unten zu Zaubertränke und Zaubereigeschichte. Sie konnte Snape, genauso wenig wie seinen Unterricht, aus tiefstem Herzen nicht leiden und musste ihn jetzt nicht nur in Zaubertränke, sondern auch Verteidigung gegen die dunklen Künste ertragen.
    Doch schnell vergaß sie ihren Hass auf Snape, denn etwas Anderes stand an: Es war Quidditch, das erste Spiel der Ravenclaws gegen Hufflepuff.

    Das Ravenclaw-Team versammelte sich am Morgen des Spiels wie immer in der Umkleide, wo Roger Davies schon aufgeregt wartete. Er schien sichtbar Angst vor seinem ersten Spiel als Captain zu haben und wirkte nicht so entschlossen wie sonst.
    „Kopf hoch, Roger“, sagte Skye ihm mit einem Klaps auf den Rücken. „Du machst das schon.“
    Dass er sie und Cho zu einer Versöhnung gezwungen hatte, hatte Skye ihm mittlerweile auch wieder verziehen. Schließlich war das seine Pflicht gewesen und sie hätte an seiner Stelle wahrscheinlich das Gleiche getan.
    Skye ließ sich neben Randolph Burrow, den dritten Jäger im Bunde, auf eine Bank fallen. Auch Cho war schon da, sie unterhielt sich angeregt mit Grant Page. Der neue Treiber, Duncan Inglebee, schien recht schüchtern und ruhig zu sein. Damit war er das genaue Gegenteil von seinem Kollegen Jason Samuels, der ihm ohne Punkt und Komma von der Ovomancy, der Kunst, die Zukunft aus Eidottern zu lesen, erzählte.
    „Roger ist ganz schön aufgeregt“, flüsterte Burrow ihr zu.
    Skye nickte. „Ist schwer zu übersehen. Ich hoffe, er spielt trotzdem so gut wie immer.“
    Als schien Davies ihre Unterhaltung zu hören, räusperte er sich plötzlich und begann mit der Tradition: einer kleinen Rede vor dem Spiel.
    „Nun, das ist nun unser erstes Spiel der Saison gegen Hufflepuff“, begann er. „Wir haben gute Chancen, denn die Hufflepuffs mussten schon vor einer Woche gegen die Gryffindors spielen und sind sicher etwas erschöpft . . .“
    Skye bezweifelte das, behielt es aber für sich und hörte einfach stumm zu. Sie musste zugeben, dass Davies das Schreiben von Reden noch etwas üben musste; sie waren bei weitem nicht so motivierend und hingebungsvoll wie die von Wright. Aber trotzdem klatschte sie am Ende besonders laut und sagte sich, dass das wohl jedem neuen Captain so gehen würde.
    Schließlich (nachdem auch Samuels Glückssocken von allen bewundert worden waren) marschierte die Ravenclaw-Mannschaft endlich aufs Feld, wo sie mit ohrenbetäubendem Jubel empfangen wurden. Die vielen bronzenen und blauen Fahnen der anderen auf den Tribünen waren für Skye jedes Mal ein weiterer Ansporn, alles zu geben.
    Die Hufflepuffs schienen genauso aufgeregt wie sie, zwar hatten sie das letzte Spiel gegen Gryffindor gewonnen, aber sie waren schlau genug, deswegen nicht hochmütig zu werden.
    Davies schüttelte Cedric Diggory, dem Captain der Hufflepuffs, die Hand und Diggory lächelte sogar ein wenig. Die beiden schienen sich zu kennen.
    Dann dirigierte Madam Hooch sie auf ihre Besen und unter dem lautem Geschrei der Zuschauer stiegen die vierzehn Spieler rasend schnell in die Luft.
    Skye musste unweigerlich an ihr erstes Spiel denken, das auch gegen Hufflepuff gewesen war. Damals war es überraschend abgebrochen worden, weil der Erbe Slytherins ein Opfer gefordert hatte. Skye erinnerte sich an ihre Aufregung und was Wright ihr damals gesagt hatte.
    Adler für den Cup.
    Das Spiel war schon wild im Gange, die Hufflepuffs hatten den Quaffel und Skye eilte hinterher, um ihren Teamkollegen zu helfen.
    Schnell wie der Wind passten sich die Hufflepuff-Jäger den Quaffel zu. Aber mit Skye, die von unten herangesaust kam, hatten sie nicht gerechnet.
    Es war fast lachhaft, so leicht konnte Skye ihnen den Quaffel wegschnappen und Burrow zupassen, der mit Davies in Richtung Tor flog. Sie erlaubte sich einen kurzen Blick nach oben, wo Cho wachsam über ihnen kreiste und da hallte schon Lee Jordans aufgeregte Stimme über das Feld.
    „Und hier haben wir das erste Tor für Ravenclaw!“, rief er.
    Das Stadion jubelte, blau-bronzene Fahnen wurden geschwenkt und dann ging es weiter.
    Die Hufflepuffs schien diese erste Niederlage geradezu anzutreiben. Die Treiber legten sich in einer ganz und gar Hufflepuff-untypischen Weise ins Zeug; Skye konnte einige Male den Klatschern nur knapp ausweichen. Sie legten sich so ins Zeug, das Hufflepuff bald schon in Führung lag und Davies, Burrow und Skye ziemlich ins Schwitzen kamen.
    „TOR FÜR RAVENCLAW!“, verkündete Lee Jordan gerade. „Aber ob das reichen wird? Hufflepuff liegt weiterhin in Führung!“
    Skye rümpfte missmutig die Nase, während sie Jordan zuhörte. Das erste Spiel der Saison zu verhauen, das war ein schlechtes Omen.
    Fast hätte sie vor lauter Nachdenken nicht mitbekommen, dass Davies ihr den Quaffel zuwarf. Dabei machte er eine unübersehbare Kopfbewegung in Richtung Tor. Skye wusste sofort, was das heißen sollte, schließlich hatten sie es so geübt und besprochen.
    Die Porskoff-Täuschung war Davies liebstes Täuschungsmanöver und da er nun Captain war, hatte er Burrow und Skye direkt darauf getrimmt.
    Skye nickte fast schon unmerklich mit dem Kopf und sauste dann los. Das alles geschah in höchstens einer Sekunde und sie hoffte, dass keiner der Hufflepuffs das Ganze bemerkt hatte. Burrow flog fast belanglos hinter ihr her, mit gebührendem Abstand, sodass niemand auf falsche Gedanken kam.
    Skye konzentrierte sich ganz auf den Hüter und sah extra zum rechten Torring hinüber. Es war schwierig, das so zu gestalten, dass der Gegner keinen Verdacht auf eine Täuschung hegte.
    Aber der Hufflepuff schien ahnungslos, Skye streckte die Hand wie zum Wurf und ihr Pferdeschwanz peitschte ihr unsanft ins Gesicht. Wie ein Blitz schoss sie auf die Torringe zu, aber im letzten Moment ließ sie den Quaffel einfach fallen.
    Skye sah nicht nach unten, aber sie wusste, dass Burrow dort auf sie wartete, und für einen kurzen Moment sah sie die Verwirrung in den Augen des Hufflepuffs.
    Aber es war zu spät, denn Burrow hatte den Quaffel elegant durch den linken Torring befördert.
    „TOR FÜR RAVENCLAW!“, brüllte Lee Jordan und Davies, Burrow und Skye grinsten sich zufrieden zu.
    Schon wollten sie weiterfliegen, aber da fing Jordan schon wieder an zu reden und diesmal klang seine Stimme aufgeregter, heiserer, als sonst.
    „Und direkt nach dem Tor ihrer Mannschaft macht sich Ravenclaw-Sucherin Chang auf in Richtung des Schnatzes! Diggory holt auf, er wird schneller und . . . überholt Chang!“
    Ein gequältes Aufseufzen ging durch die Menge und Skye starrte gebannt in die trüben Wolken, wo Cho und Cedric Diggory sich gerade das alles entscheidende Wettfliegen lieferten. Diggory war wirklich schneller, Cho schien sich sichtlich anstrengen zu müssen, um ihm hinterherzukommen.
    Der Schnatz machte einen Bogen nach unten und diesmal hatte Cho Glück. Sie konnte Diggory schneiden, der daraufhin bremsen musste.
    Und Cho schnappte sich den Goldenen Schnatz.
    „Chang hat den Schnatz gefangen!“, schrie Jordan ins Mikrofon. „Schauen wir mal auf den Punktestand . . . Zwar liegt Hufflepuff in Führung, aber . . .“ - alle hielten die Luft an - „RAVENCLAW GEWINNT!“
    Ohrenbetäubender Jubel brach auf den Tribünen der Ravenclaws aus. Auch die Mannschaft fiel sich vor Freude schreiend in die Arme, während das Team der Hufflepuffs langsam zu Boden flog.
    „Damit haben die nicht gerechnet“, frohlockte Samuels.
    „Man sollte sich eben nicht mit den Adlern anlegen“, sagte Page grinsend.
    Auch Cho stieß zu ihnen, die Faust fest um den Schnatz geballt und mit leuchtenden Augen. „Wir haben gewonnen!“
    „Dank dir.“ Davies warf ihr einen stolzen Blick zu.
    „Das war mein erster richtiger Schnatz.“ Cho grinste fröhlich in die Runde.
    Skye blieb stumm, sie war zwar froh über den Sieg, wollte Cho ihren Erfolg aber nicht so recht gönnen. Gemächlich flog die Mannschaft der Ravenclaws zu Boden, wo schon die Zuschauermassen zurück zum Schloss marschierten.
    „Diesen Diggory hast du weggeputzt“, sagte Samuels schadenfroh.
    Cho nickte zufrieden und wandte sich dann an Skye. „Er ist doch ganz süß, nicht?“
    Skye sah erstaunt in Chos dunkle Mandelaugen. „Warum fragst du mich das?“
    „Nur so.“ Cho zuckte mit den Schultern. „Gut gespielt übrigens. Tolle Porskoff-Täuschung.“
    „Die warf Rogers Idee“, warf Skye schnell ein. Dann blieb sie kurz stumm, denn irgendetwas in ihr wehrte sich gegen das, was sie jetzt von sich geben wollte. „Danke. Ebenso“, sagte sie schließlich und meinte es sogar ein bisschen.

    BILD: Die Übernachtung in der Großen Halle (Ach, und hier ein Fun Fact: In der deutschen Ausgabe vom dritten Band gibt es einen Übersetzungsfehler. Da sind die Schlafsäcke nämlich nicht lila, sondern purpurrot. Deshalb ist das Bild auch anders als der Text in diesem Kapitel. ;))

    10
    ((bold))((navy))Kapitel 10: DER ANRUF((ebold))((enavy)) „Flitwick scheint wirklich Gefallen daran gefunden zu haben, uns in eine Gruppe zu stecken.

    Kapitel 10: DER ANRUF

    „Flitwick scheint wirklich Gefallen daran gefunden zu haben, uns in eine Gruppe zu stecken.“
    Skye zog eine Grimasse, während Jay das sagte. „Das liegt daran, dass er denkt, ich könnte dir in Zauberkunst helfen“, antwortete sie spitz.
    Jay grinste schelmisch. „Du klingst nicht besonders zuversichtlich.“
    „Bin ich auch nicht.“ Skye warf ihm einen herausfordernden Blick zu.
    Im Gegensatz zu Jay hatte sie ihre Bücher schon aufgeschlagen und die Feder bereit. Nachdem Professor Flitwick sie in der letzten Stunde Zauberkunst schon wieder in eine Gruppe gesteckt hatte (und das diesmal sogar für die Hausaufgabe), saßen sie jetzt zusammen in der Bibliothek und versuchten, die Aufgabe fertigzustellen. Also, Skye versuchte es.
    „Du könntest auch mal anfangen“, bemerkte sie.
    „Könnte ich.“ Zu Skyes Überraschung öffnete Jay wirklich sein Buch und kramte seine Feder hervor.
    „Ist ja unglaublich.“ Skye machte ein erstauntes Gesicht.
    „Oder?“, sagte Jay mit einem selbstzufriedenem Grinsen und blieb dann kurz stumm, bevor er Skye fragend ansah. „Was ist die Lösung für die erste Frage?“
    „Merlins Hintern“, antwortete Skye nüchtern.
    „Ach, komm schon“, bettelte Jay.
    „Ich sage dir nicht einfach die Lösungen.“ Skye verdeckte mit ihrem Arm das Pergament, bevor Jay einen Blick darauf erhaschen konnte.
    Er sah sie eindringlich an. „Ich kriege jeden dazu, alles für mich zu tun.“
    „Das funktioniert bei mir nicht“, erwiderte Skye belustigt.
    Alles.
    „Keine Chance.“
    „Schade.“ Jay lehnte sich wieder zurück und musterte gelangweilt eine Regalreihe über ihrem Tisch.
    „Ich glaube, eine gute Note in Zauberkunst könnte dir nicht schaden“, bemerkte Skye provozierend.
    „Wenn du mir die Lösung sagst, verrate ich dir ein Geheimnis“, schlug Jay vor, aber Skye bezweifelte das.
    „Zuerst das Geheimnis“, verlangte sie misstrauisch.
    „Oh nein.“ Jay machte ein Gesicht wie das eines professionellen Kaufmannes. „Ladies first.“
    „Na gut.“ Skye gab sich geschlagen. „Evanesco.“
    „Das dachte ich mir schon“, sagte Jay (Skye glaubte ihm das nicht so recht) und kritzelte die Antwort schnell auf das Pergament.
    „Jetzt dein Geheimnis“, forderte Skye.
    „Also gut. Das Passwort für den Slytherin-Gemeinschaftsraum ist,Tücke‘. “
    Skye machte großen Augen darüber, dass Jay es ihr wirklich verraten hatte. „Ehrlich?“
    „Schon.“ Jay grinste frech. „Aber die Passwörter ändern sich ständig.“
    Skye schob beleidigt die Unterlippe vor und warf den Kugelschreiber, den sie immer in einer Innentasche ihres Umhangs mit sich trug, nach Jay. „Du bist wirklich unglaublich.“
    „Danke, das sagen alle.“ Jay wich mit einem frechen Grinsen aus. „Keiner mag mich, aber alle lieben mich.“
    Darauf antwortete Skye nicht, aber sie kicherte hinter vorgehaltener Hand.
    „Machst du dich gerade über mich lustig?“ Jay warf ihr einen strengen Blick zu.
    „Nein.“
    „Sicher?“
    „Nein.“
    Skye musste bei Jays Gesicht wieder lachen, denn er zog eine Grimasse und tat so, als hätte ihre Antwort ihn schwer verletzt. Zwar hätte sie das zwar niemals freiwillig zugeben, aber Jay war eigentlich ziemlich lustig. Und obwohl er grottenschlecht in Zauberkunst war und ihr ein wenig abgehoben vorkam, konnte Skye gar nicht anders, als seinen Humor zu schätzen.

    Langsam wurden auch die Weihnachtsferien in beiden Dimensionen für Skye greifbar.
    In Rosewood rieselten ein paar Schneeflocken vom Himmel, die aber nichts verglichen mit denen von Hogwarts waren, die das Schloss in eine weiße Pulverschicht hüllten. Der Schrecken des Halloweenabends war verkraftet und wie es immer in Hogwarts war, redete mittlerweile fast niemand mehr darüber.
    Kurz vor den lang ersehnten Ferien stand dann auch ein weihnachtlicher Besuch nach Hogsmeade an, bevor die meisten zu ihren Familien nach Hause fahren würden.
    Betty, Padma und Skye mussten sich dick einpacken, als sie nach Hogsmeade liefen; der eisige Wind zerrte an ihren Klamotten und Skyes Nase fühlte sich ganz abgefroren an, als sie endlich ankamen.
    Das Dorf war genauso verschneit wie Hogwarts, aber anlässlich des anstehenden Weihnachtsfests hingen Stechpalmzweige an den Schaufenstern und überall blinkten die Lichter magischer Kerzen.
    Nachdem Betty, Padma und Skye sich durch den Schneesturm gekämpft hatten, stellten sie sich beim Honigtopf unter, wo die warme, zuckrige Luft sie schnell aufwärmte.
    „Was sollen wir jetzt machen?“, fragte Padma. „Bei so einem Unwetter . . .“
    Betty schien kurz zu überlegen und tippte sich nachdenklich ans Kinn, aber dann hellte ein schelmisches Grinsen, das Skye nur zu gut kannte, ihr Gesicht auf. „Ich habe eine Idee. Wie wäre es mit der Heulenden Hütte?“
    „Die Heulende Hütte?“ Padma machte ein schockiertes Gesicht. „Wie kommst du denn darauf?“
    „Nervenkitzel“, sagte Betty grinsend.
    „Wir waren doch schon da“, protestierte Padma.
    „Na ja, als ‚da waren‘ kann man das nicht bezeichnen. Wir haben mit etwa einer Meile Abstand einen Blick darauf geworfen.“
    „Jetzt übertreibst du aber.“ Padma machte ein beleidigtes Gesicht.
    „Ach, komm schon Padma“, mischte jetzt auch Skye sich ein. „Ich wette, diese ganzen Spukgeschichten sind gelogen.“
    „Richtig so.“ Betty warf Skye einen verschwörerischen Blick zu. „Jeder sollte mal da gewesen sein.“
    Padma seufzte ergeben. „Na gut. Aber nur kurz.“
    Mit einem triumphierendem Blick, Skye und der beunruhigten Padma im Schlepptau stapfte Betty los in Richtung Dorfrand. Schon bald kam die Heulende Hütte in Sicht, das kleine, windschiefe Häuschen mit den zugenagelten Brettern und abblätternder Farbe war nicht zu übersehen. Es stand auf einem leeren, eingezäunten Feld und war der einzige farbige Klecks inmitten riesiger Schneemassen.
    „Näher sollten wir auch nicht rangehen“, sagte Padma und rieb sich zitternd die Arme. Skye wusste nicht, ob das vor Angst oder Kälte war.
    „Ach, Padma. Du bist ja echt schlimm.“ Betty verdrehte die Augen und zerrte Padma an ihrem Schal näher zur Hütte. „Siehst du, hier ist doch gar nichts.“
    Skye lief ihnen mit den Händen in der Jackentasche vergraben hinterher. „Besonders gruselig schaut das aber nicht aus.“
    „Wir sind ja auch nicht drinnen“, sagte Padma mit säuerlicher Stimme.
    „Gute Idee.“ Betty klopfte ihr auf die Schulter. „Wie man da wohl reinkommt?“
    Padma wimmerte ein wenig und Skye grinste belustigt, während sie die Heulende Hütte neugierig musterte. Eigentlich sah sie wie ein ganz normales Holzhäuschen aus; vielleicht ein bisschen heruntergekommen, aber sonst nicht gerade so, als würden dort Geister herumspuken.
    Aber da sah sie es: Eine kleine Bewegung. Ein Schatten schien um die Ecke zu huschen; es war eine Person, groß und stämmig, die sich jedoch bückte und nur durch die unablässig fallenden Schneeflocken verdeckt wurde.
    „Leute . . .“, sagte Skye unsicher und zeigte auf die Hauswand. „Seht ihr das auch?“
    „Was?“, wollte Betty neugierig wissen und folgte Skyes Finger.
    „Da war gerade jemand. Er ist um die Ecke verschwunden.“
    „Wir sollten weg von hier“, flüsterte Padma angsterfüllt.
    „Ich will wissen, wer das war.“ Bettys Augen blitzen entschlossen.
    Alle drei Mädchen starrten wie gebannt zur Hütte hinauf. Die Person schien verschwunden zu sein, aber plötzlich lugte etwas Anderes hinter der Ecke hervor. Schwarzes Fell, ein großes Maul und leuchtende Augen sahen Skye für einen Moment an.
    „Da!“, sagte sie aufgeregt und deutete wie wild auf den Hund.
    Aber da war er auch wieder weg; er schien sich versteckt zu haben, als hätte er Skye gehört. Aber diesmal hatten Betty und Padma - die wieder leise wimmerte - den Hund auch gesehen.
    Betty schnappte nach Luft. „Das ist der Grimm!“
    „Der Grimm?“, fragte Skye verwundert, aber Padma schien verstanden zu haben, was Betty da sagen wollte, und sie machte große Augen.
    „Wir müssen weg von hier!“, flüsterte sie hastig.
    Und bevor Skye noch etwas sagen konnte, raste Padma Hals über Kopf los. Seltsamerweise folgte Betty ihr sofort und da Skye nicht alleine zurückbleiben wollte, rannte sie hinterher.
    Der Weg zurück ins Zentrum Hogsmeades war nicht besonders lang, aber durch hohen Schnee zu rennen, war anstrengender als gedacht. Padma und Betty wirkten wie von der Tarantel gestochen und es schien ihnen gar nichts auszumachen, dass der nasse Schnee ihnen ins Gesicht schlug und der Wind an ihren Haaren zerrte.
    Als sie endlich vor den Drei Besen angekommen waren, schwitzte Skye unter ihren warmen Winterklamotten und lehnte sich keuchend an die Wand. In Padmas Gesicht stand noch immer die Angst und auch Betty wirkte ziemlich beunruhigt.
    „Was war dieser . . . Grimm?“, fragte Skye, als sie sich wieder etwas erholt hatte.
    „Er ist das Zeichen für den Tod“, erklärte Betty ganz ernsthaft.
    „Und Unglück“, ergänzte Padma.
    Skye konnte nicht anders, als zu lachen. „Besonders tot sehen wir aber noch nicht aus.“
    „Das haben wir in Wahrsagen gemacht.“ Padma sah sichtlich schockiert darüber aus, dass Skye das so lustig fand.
    „Und deswegen seid ihr wie verrückt losgerannt?“
    Skye konnte sich nicht vorstellen, dass diese Grimm-Sache wirklich wahr war. Ihr ganzes Leben war sie mit dem Wissen aufgewachsen, dass Hellseherei und Esoterik Quatsch war. Der „Grimm“ war wahrscheinlich nur ein streunender Hund.
    „Lieber nichts riskieren.“ Betty grinste schon wieder.
    „Na wunderbar“, lachte Skye. „Dann lasst uns doch ein Butterbier auf unser anstehendes Unglück trinken.“

    Es war ein Dienstag, an dem der Anruf kam. Skyes Mutter war gerade dabei gewesen, das Abendessen vorzubereiten, da hatte das Telefon geklingelt. Sie hatte der Person am anderen Ende der Leitung lange stumm zugehört und das erste, was sie sagte war: „Was?
    Skye horchte bei diesem panischen und ungläubigen Ton in der Stimme ihrer Mutter sofort auf und schloss langsam ihr Buch.
    „Gut, danke . . .“, sagte ihre Mutter gerade ins Telefon. „Ich komme so bald wie möglich.“
    Dann legte sie auf und sah für einen Moment mit leerem Blick aus dem Fenster in das regnerische Unwetter.
    „Mum, was ist?“, fragte Skye unsicher.
    Ihre Mutter lief langsam zum Sofa und ließ sich neben Skye fallen. Die Hände krallte sie in ihr braunes Haar und vermied es, Skye anzusehen.
    „Pack deine Sachen, Schatz. Wir fahren morgen nach Salisbury. Deine Tante Susan hatte einen schweren Autounfall.“
    Skyes Augen weiteten sich überrascht. Ihre scheinbar so unerschütterliche Tante einen Unfall? Sie wollte das nicht glauben.
    „Bald ist Weihnachten“, sagte Skye und sie klang fast schon etwas verzweifelt.
    „Ich weiß, Skye.“ Ihre Mutter strich ihr liebevoll übers Haar. „Aber das ist sehr dringend. Susan liegt ihm Krankenhaus und wir müssen ihr jetzt beistehen. Schließlich bin ich ihre Schwester.“
    „Und Dad?“
    „Der kommt natürlich auch mit. Gleich, wenn er vom Lacrosse zurückkommt, sage ich es ihm.“
    Skye nickte stumm. Diese Nachricht hatte sie vollkommen überrumpelt und sie wusste nicht, wie sie sich fühlen sollte. Tante Susan lebte noch, wenigstens das war ein Lichtblick.
    Aber sonst, sonst war das Ganze das schlimmste Weihnachtsgeschenk in der Geschichte der Menschheit.

    BILD: Die Heulende Hütte

    11
    ((bold))((navy))Kapitel 11: WEIHNACHTEN IN SALISBURY((ebold))((enavy)) Die Fahrt nach Salisbury dauerte nicht besonders lange, knapp eine Stunde, aber

    Kapitel 11: WEIHNACHTEN IN SALISBURY

    Die Fahrt nach Salisbury dauerte nicht besonders lange, knapp eine Stunde, aber trotzdem hatte Skyes Mutter darauf bestanden, dort zu übernachten.
    „Dann müssen wir nicht ständig so eine weite Strecke fahren“, hatte sie gesagt.
    Zu allem Übel bezogen sie Tante Susans Haus, das nun leer stand und in dem eine seltsame Atmosphäre herrschte, so ganz ohne ihre Bewohnerin. Skye bekam das Gästezimmer, in dem sie immer schlief, wenn sie zu Besuch war, und ihre Eltern machten es sich auf dem ausziehbaren Sofa im Wohnzimmer gemütlich.
    Nicht lange nach ihrer Ankunft machten sich die Drei auf ins Salisbury District Hospital, wo ein ernst dreinblickender Oberarzt sie empfing. Skye sagte kein Wort, während sie durch die leeren Flure liefen, die von unangenehm hellen Strahlern erleuchtet wurden. Ihre Eltern redeten leise mit dem grauhaarigen Arzt, der sie zielsicher durch die verwirrenden Gänge der riesigen Klinik führte.
    Schließlich waren sie vor Tante Susans Zimmer angekommen („Ihre Schwester hat Glück“, erklärte der Arzt. „Sie hat das Zimmer ganz für sich, der andere Patient wurde vor kurzem in eine andere Station verlegt.“) und Skye war schrecklich aufgeregt. Zwar fühlte sie sich schlecht deswegen, aber sie wusste nicht, was sie ihrer Tante sagen sollte. Ob Susan überhaupt noch die Alte war?
    Aber diese Sorge war unbegründet, denn als Skye und ihre Eltern ins Zimmer traten, begrüßte Tante Susan sie so fröhlich wie immer. Eingesunken lag sie auf dem klinisch weißen Bett, sie war an tausende leise ratternde Maschinen angeschlossen und musste sogar ein seltsames Atemgerät tragen, das Skye nur aus Filmen kannte.
    Sie hielt sich unauffällig im Hintergrund, während ihre Eltern Tante Susan begrüßten und so vorsichtig drückten, als könnte sie gleich zerbrechen. Skye fiel das direkt auf, genauso wie die zittrigen Hände und blutunterlaufenen Augen ihrer Tante, das ängstliche Gesicht ihrer Mutter und die seltsame Stimmung, die in dem Krankenzimmer herrschte.
    Angestrengt redeten die Vier über belanglose Dinge und Skye wollte nichts als raus, raus aus diesem Krankenhaus, raus aus Salisbury und nach Hause. Raus aus dem Traum, in dem Tante Susan einen schweren Autounfall gehabt hatte und nun schwach und zittrig in einem Krankenbett lag.
    Die beiden waren nie besonders eng miteinander gewesen; Skye hatte zwar öfter ihre Ferien bei ihr verbracht, aber eine besondere Beziehung war dadurch nicht entstanden. Es war, als würde eine Fremde da im Bett liegen und Skye hatte sich noch nie so fehl am Platz gefühlt.

    Und dann, dann war Weihnachten endlich gekommen. Das einzige, das vermochte, Skye von ihrer Tante abzulenken, war Hogwarts und die Aussicht auf das üppige Festmahl.
    Wie in jedem Jahr waren Betty und Padma über die Ferien bei ihren Familien und Skye genoss den Luxus eines vollkommen leeren Schlafsaals. Sie hatte es sich auf Bettys Bett gemütlich gemacht - die den besten Platz direkt am Fenster hatte - und als sie am Weihnachtsmorgen aufwachte, war es so angenehm ruhig und friedlich wie schon lange nicht mehr.
    Natürlich warteten auch schon Geschenke am Fußende des Bettes und Skye stürzte erwartungsvoll zu ihnen. Jedes Jahr waren es zwei Geschenke, von Padma und von Betty; das könnte man als wenig bezeichnen, aber Skye machte es nichts aus - schließlich hatte sie keine Verwandten in der primären Dimension.
    Von Padma bekam sie ein hübsches Notizbuch, in Leder gebunden und mit einem aus Bronze gegossenen Ravenclaw-Wappen auf der Vorderseite. Angeblich ließ es Hineingeschriebenes verschwinden und nur der Besitzer konnte es wieder auftauchen lassen.
    Bettys Geschenk war klein und mit viel Paketband umwickelt und als Skye es auspackte, kam eine unscheinbare Spieluhr zum Vorschein, die sich jedoch öffnete, als sie aufzogen wurde. Eine sanfte Melodie erklang, während eine kleine Hexe mit wehendem Umhang auf einem Besen über der Spieluhr kreiste. Vorsichtig stellte Skye das Geschenk auf ihr Nachtschränkchen, wo die Miniaturhexe unermüdlich weiterflog.
    Es war schon so spät, dass Terry - der wie in jedem Jahr auch in Hogwarts blieb - und Skye sich schon bald auf den Weg zur Großen Halle machten. Sie waren die einzigen Ravenclaws, die in diesem Jahr in Hogwarts blieben (Skye vermutete, dass das wegen Sirius Black war) und so waren sie auch nur milde überrascht, als in der Großen Halle ebenso wenig Schüler saßen.
    Die vier Haustische waren durch einen ersetzt worden, auf dem nur zwölf Gedecke lagen. Sogar die Hauslehrer, sowie Professor Dumbledore und der sogar an Weihnachten grimmig dreinblickende Hausmeister Filch, saßen dort und unterhielten sich munter, während ein winziger Erstklässler, der ziemlich aufgeregt schien, neben Dumbledore saß und so aussah, als würde er sich gleich in die Hose machen.
    „Fröhliche Weihnachten!“, begrüßte Professor Dumbledore sie gut gelaunt, während Terry und Skye gegenüber von Professor Flitwick Platz nahmen.
    Skye grinste ihm freundlich zu, während Terry so eingeschüchtert von Dumbledore schien, dass er nur verhalten nickte.
    „Ich wusste gar nicht, dass nur noch so wenige in Hogwarts sind . . .“, flüsterte Terry Skye zu.
    „Ich sag‘ ja“, erwiderte diese ebenso leise. „Sirius Black.“
    Nicht viel später trudelten Harry, Ron und Hermine ein, die von Dumbledore ebenso freundlich begrüßt wurden und sich dann ans Ende des Tisches setzten. Irgendwas schien los zu sein, Ron und Hermine schwiegen sich an und Harry war mit den Gedanken ganz woanders. Aber Skye wunderte sich nicht sonderlich darüber, denn bei den Drei war schließlich immer irgendetwas los.
    Nachdem Professor Dumbledore (der Weihnachten wirklich zu lieben schien) an einem Knallbonbon gezogen und sich einen hässlichen Hut mit zerfleddertem Geier darauf aufgesetzt hatte, eröffnete er endlich das Festmahl. Skye war schon ziemlich hungrig, also schaufelte sie sich das viele Essen mit beträchtlicher Geschwindigkeit in den Mund.
    Aber es verging nicht viel Zeit, da schneite eine eigenartige Frau in die Große Halle und alle sahen überrascht auf.
    Die Frau hatte wildes Haar und trug eine seltsame Brille, die ihre Augen viel zu groß erscheinen ließ. Auch ihr Kleid war gewöhnungsbedürftig: Ein grün-silberner Haufen Tüll, der sogar für die Zauberwelt ausgefallen war.
    „Wer ist das?“, fragte Skye leise, während sie sich das Kichern nur schwer verkneifen konnte. Die Frau sah wirklich urkomisch aus.
    Auch Terry war ganz rot geworden vor unterdrücktem Lachen. „Professor Trelawney, die Lehrerin für Wahrsagen.“
    Skye konnte sich wirklich gut vorstellen, wie Professor Trelawney in einem von Tüchern verhüllten Raum saß und unter den würzigen Dämpfen seltsamer Hölzer aus einer Kristallkugel las. So etwas kannte sie von Muggeln nur zu gut, aber dort waren diese Hellseher ziemliche Hochstapler.
    „Ich wage es nicht, Direktor! Wenn ich mich dazusetzte, sind wir dreizehn! Nichts bringt mehr Unglück! Vergessen Sie nie, wenn dreizehn am Tisch sitzen, wird der Erste, der sich erhebt, sterben!“, verkündete Professor Trelawney gerade mit rauchiger Stimme.
    Skye fand das ziemlich respektlos, schließlich hatte Professor Dumbledore ihr extra einen Stuhl herbeigezaubert. Auch Professor McGonagall wirkte ziemlich genervt von der seltsamen Lehrerin.
    „Die ist wirklich komisch“, kommentierte Skye, während Professor Trelawney sich mit theatralischem Gesicht setzte.
    Terry kicherte. „Du solltest sie mal in Wahrsagen erleben. Ihrer Meinung nach wird Harry Potter bald sterben. Oh, der Grimm! Ich sehe den Grimm!“, sagte er mit verzweifelter Stimme und kam Professor Trelawney damit ziemlich nahe.
    „Der Grimm?“, fragte Skye neugierig. „Davon haben Betty und Padma auch schon etwas erzählt. Irgendsoein seltsames Omen.“
    „Ach, ich glaube eh nicht an so was. Ehrlich gesagt habe ich nur Wahrsagen genommen, weil Alte Runen und Arithmantik nicht gerade besonders spannend klingen.“
    Während Skye sich Grillwürstchen auftat und mit einem Ohr Professor Trelawney und Professor McGonagall zuhörte, wie sie sich zankten, dachte sie nach. Vielleicht war die Wahrsagerei in der Zauberwelt gar nicht so ein Stuss wie in ihrer? Hatte der Grimm womöglich doch eine Bedeutung?
    „Ich habe ihn gesehen“, sagte Skye zu Terry.
    „Wen?“
    „Den Grimm. Als wir in Hogsmeade waren. Also, Betty, Padma und ich.“
    „Echt jetzt?“ Terry machte große Augen.
    „Ja“, sagte Skye und nickte. „Aber eigentlich glaube ich nicht an solchen Kram.“
    „Würde ich auch nicht. Das war wahrscheinlich nur ein Hund oder so. Oder ihr habt halluziniert. Zu viel Butterbier?“
    „Wahrscheinlich“, sagte Skye überzeugt, selbst wenn sie sich gerade gar nicht so sicher war.
    Aber als sie zu den anderen sah, merkte sie, wie Professor Trelwany sie mit einem eigenartigen Blick aus ihren Libellenaugen musterte.

    Das Fest in Hogwarts hatte Skye zwar gereicht, aber natürlich musste sie auch dem in der sekundären Dimension beiwohnen.
    Da Tante Susan im Krankenhaus bleiben musste, beschlossen Skyes Eltern, dass die Weihnachtsfeier dorthin verlegt werden solle. Also schleppten sie am Weihnachtsmorgen Geschenke und Dekorationen in Tante Susans Krankenzimmer. Skyes Mutter hatte irgendwo einen Plum Pudding aufgetrieben und im Krankenhaus gab es an dem Tag Truthahn, also war Susan mittendrin im Geschehen.
    Skye konnte sich über ihre Geschenke zwar nicht so ganz freuen, rang sich aber ein dankbares Lächeln ab und machte auch fleißig mit, als sie Weihnachtslieder sangen.
    „Danke ihr Lieben“, sagte Tante Susan mit wässrigen Augen, nachdem sie geendet hatten. „Das war wirklich nicht nötig gewesen.“
    „Oh doch“, sagte Mum streng und umarmte ihre Schwester vorsichtig.
    Skye saß auf einem Stuhl neben dem Bett und spielte an ihrem Kleid herum.
    Sie hasste Krankenhäuser.
    Das ganze gezwungen hygienische Weiß machte ihr Angst. Die klirrende Stille und die ernsten Gesichter der Ärzte. Da konnten auch die bunten Kugeln, die Mum mitgebracht hatte, nicht viel ausrichten.
    „Wir sind einmal kurz weg“, sagte Skyes Mutter plötzlich mit einem tapferen Lächeln. „Der Oberarzt wollte für einen Moment mit uns reden. Skye wird bei dir bleiben.“
    Skye, die nicht damit gerechnet hatte, sah mit großen Augen zu ihren Eltern hoch. Ihre Mutter erhob sich und Skyes Dad, der ihr ermutigend zugrinste, tat es ihr gleich.
    „Was der Arzt ihnen wohl sagen will?“, fragte Tante Susan mit einem müden Lächeln, sobald die Tür hinter Skyes Eltern zufiel.
    „Ich weiß es nicht“, antwortete Skye wahrheitsgemäß.
    „Oh, ich aber.“ Tante Susan lachte, fing dann aber an zu husten und musste nach Luft schnappen. „Der Arzt hat es mir auch schon gesagt. Seltsam sind diese Ärzte, nicht? In ihren weißen Kitteln und mit dem stets grimmigen Blick.“
    „Was hat er denn gesagt?“ Nun war Skyes Neugier geweckt.
    „Nun, bei meinem Unfall“, begann Tante Susan, „da bin ich wirklich schlecht weggekommen. So weit seid ihr in der Schule wahrscheinlich noch nicht, aber ein Teil meines Herzens wurde beschädigt. Die Ärzte konnten es nur notdürftig flicken, die richtige Operation ist äußerst kompliziert . . . Du siehst ja, ich stehe ständig unter Beobachtung.“
    Skye verstand sofort, was ihre Tante da sagen wollte. Sie wusste nicht, was sie erwidern sollte, alles klang in diesem Moment irgendwie falsch.
    „Wahrscheinlich wollte der Arzt das nicht vor dir sagen . . . Aber was soll‘s, auch du hast das Recht um mich zu wissen, Skye.“
    Für einen Moment blieb Skye stumm und starrte auf den weißen Kachelboden. „Das wird schon wieder.“
    Ihre Tante antwortete nicht und lächelte schwach. „Aber genug zu mir, nicht? Wie geht es dir? Wir haben uns lange nicht mehr gesehen.“
    „Gut“, sagte Skye etwas widerwillig.
    „Und deine Freunde? Alice hieß die eine doch, nicht wahr?“
    „Ja. Aber . . . Alice und ich sind nicht mehr so eng.“
    „So ist das manchmal in eurem Alter. Ich kann dich gut verstehen“, antwortete Tante Susan beschwichtigend.
    Das bezweifelte Skye. Niemand verstand sie so wirklich, nicht ihre Tante, nicht ihre Eltern und auch nicht ihre Freunde. Das mit dem Zeitumkehrer, das war allein ihre Sache.
    In diesem Moment hätte sie Tante Susan am liebsten alles davon erzählt. Ihr ihr Herz ausgeschüttet. Aber das ging nicht. Oder?
    Es kam Skye brutal vor, aber wenn das stimmte, was der Arzt gesagt hatte, dann wäre das ihre Chance, sich alles von der Seele zu sprechen.
    „Da ist noch etwas, was ich dir sagen wollte“, sagte Skye zögerlich. „Eigentlich darf niemand davon wissen und du wirst mir wahrscheinlich gar nicht glauben. Aber ich muss es jemandem erzählen, ich muss.“
    Tante Susan sah sie wachsam an. Ihre Augen hatten den selben Grünton wie die Bäume, die Skye durch das Fenster sehen konnte. „Du kannst mir vertrauen, Skye. Erzähle es mir.“
    Und Skye erzählte: Plötzlich sprudelte alles aus ihr heraus wie ein Wasserfall. Ein unendlicher, reißender Wasserfall von Geheimnissen. Skye erzählte ihrer Tante alles. Von dem Zeitumkehrer, Edward Thomas, Hogwarts, ihren Lügen, der Zauberei und ihren ersten zwei Schuljahren in der primären Dimension. Und ihre Tante unterbrach sie kein einziges Mal.
    Nachdem sie geendet hatte, schwieg Tante Susan für einen Moment. Sie schien überrumpelt, aber in ihrem Gesicht stand kein Unglaube.
    „Also, dass ich das richtig verstanden habe“, fragte sie nachdenklich. „Du bist nicht nur eine Hexe, sondern so was wie eine Erbin des Onkels deines Vaters? Und führst zwei Leben gleichzeitig, als wäre nichts dabei?“
    „Ja.“ Skye nickte. „Ich weiß, das klingt verrückt.“
    Tante Susan schmunzelte. „Zu verrückt, um deiner Fantasie zu entspringen. Und deine Freundinnen dort, Betty und Padma, die sind wie du?“
    „Wie ich“, bestätigte Skye. „Beides Hexen. Betty stammt aus einer Familie, in der es nur Zauberer gibt. Sie lebt auf einem riesigen, magischen Anwesen, und da gibt es sogar eine Meerjungfrau.
    Padma ist ein Halbblut: Ihre Mutter ist eine Hexe, ihr Vater aber wie Mum und Dad und du. Ein Muggel.“
    Tante Susan bettete den Kopf auf ihr Kissen. „Ich weiß nicht, warum, aber irgendwie macht mich das traurig. Jetzt, in solch einer Situation, erfahre ich von einer wundervollen Welt, die wie aus einem Traum klingt. Und bin kein Teil von ihr.“ Sie schwieg kurz. „Was denkst du Skye, was wäre wohl mein Haus in Hogwarts?“
    Skye zuckte mit den Schultern. „Das weiß ich nicht. Da musst du den Sprechenden Hut fragen.“
    „Und dieser Junge, von dem du erzählt hast, der ist in Sytherslin?“
    „Slytherin“, korrigierte Skye. „Er heißt Jay. Obwohl ich ehrlich gesagt nicht besonders viel über ihn weiß. Aber er ist in Ordnung.“
    Plötzlich richtete Tante Susan sich aufgeregt auf. „Denkst du, du könntest etwas für mich zaubern?“, fragte sie begeistert.
    Skye warf einen unsicheren Blick zur Tür. „Aber wir müssen aufpassen, dass Mum und Dad nicht plötzlich reinkommen. Du darfst ihnen nichts davon erzählen. Nichts.“
    „Ich schwöre es dir.“ Tante Susan schien es ernst zu sein, sie hielt die beiden Schwurfinger hoch. „Niemand wird davon erfahren. Aber nun zauber schon was, los. Ich bin gespannt wie ein Flitzebogen.“
    Skye seufzte ergeben. Sie wollte Tante Susan diesen Wunsch nicht abschlagen und zog deshalb ihren Zauberstab unter ihrem Kleid hervor.
    „Das ist dein Zauberstab?“, fragte Susan neugierig.
    „Ja.“ Skye nickte zustimmend. „Ohne ihn könnte ich gar nichts. Er hat mich ganz allein erwähnt.“ Dabei klang sie ziemlich stolz. „Also, ich kann noch nicht besonders viel, weil ich erst Drittklässlerin bin, aber das ist ein äußerst nützlicher Zauber, wenn man in Not ist.“
    Unter dem aufgeregten Blick ihrer Tante räusperte Skye sich und streckte den Zauberstab aus.
    Periculum!“, sagte sie deutlich und ließ ihren Zauberstab nach oben schnipsen.
    Rubinrote Funken stoben aus der Spitze. Sie schossen zur Decke, und weil sie dort nicht weiter konnten, verteilten sie sich im ganzen Raum. Es sah aus wie ein winziges Feuerwerk, das jedoch keinen Ton von sich gab.
    Tante Susan klatschte begeistert in die Hände und jubelte wie ein kleines Mädchen. „Das ist unglaublich, Skye! Du kannst zaubern! Zaubern! Ich bin wirklich neidisch.“
    Skye ließ die Funken mit einem weiteren Schnipsen wieder verschwinden und grinste dann beschämt. „Weißt du, in der primären Dimension darf ich außerhalb von Hogwarts gar nicht zaubern. Aber hier bemerkt das Ministerium das nicht.“
    Susan drückte Skye fest an sich. „Danke, dass du mir das alles
    erzählt hast. Ich weiß, dass du deinem Großonkel alle Ehre machen wirst!“
    Dabei klang sie so überzeugt, dass es Skye ziemlich rührte. Ihre Tante glaubte mehr an sie, als sie es selbst tat.
    „Ich hoffe es.“
    Skye konnte gar nicht sagen, wie gut es getan hatte, sich nach zwei Jahren alles von der Seele zu reden. Ihre Tante war so begeistert gewesen, dass Skye erstmals wieder bemerkte, wie froh sie eigentlich sein konnte, Hogwarts und die Zauberei zu haben. Es fühlte sich so an, als wäre ihr ein riesiger Stein vom Herzen gefallen.
    Und in diesem Moment ahnte Skye nicht, dass ihre Tante Susan einige Tage später friedlich einschlafen, nie wieder aufwachen und Skyes wertvolles Geheimnis wortwörtlich mit ins Grab nehmen würde.

    BILD: Salisbury

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    ((bold))((navy))Kapitel 12: RAVENCLAW GEGEN SLYTHERIN((ebold))((enavy)) Nach Tante Susans Beerdigung wusste Skye ganz sicher: Sie hasste Beerdigungen.

    Kapitel 12: RAVENCLAW GEGEN SLYTHERIN

    Nach Tante Susans Beerdigung wusste Skye ganz sicher: Sie hasste Beerdigungen. Die meisten Leute dort spielten ihr Mitgefühl nur vor und wenn sie dann mit theatralischem Blick eine Rose auf den schwarzen Sarg fallen ließen, sah man in ihrem Gesicht, dass ihnen das alles gar nichts ausmachte.
    Skye wollte sich nicht als eine besonders emphatische Person bezeichnen, aber nachdem sie ihrer Tante alles von ihrem Geheimnis erzählt hatte, fühlte es sich so an, als sei eine besondere Bindung zwischen den beiden entstanden. Trotzdem war sie froh, als die Beerdigung endlich vorbei war, sie während des Essens mit niemandem reden musste und nun erfolgreich verdrängen konnte, was alles geschehen war.
    Anfangs hatte Skye den seltsamen Gedanken gehabt, dass Tante Susan nur gestorben war, weil sie alles erfahren hatte. Aber dann war Skye Professor Dumbledore eingefallen und ihr wurde klar, dass diese Theorie Schwachsinn war.
    Aber den Tod ihr Tante änderte das trotzdem nicht.

    Natürlich konnte sie in Hogwarts nichts davon erzählen und so nahm alles wieder seinen Lauf. Betty und Padma kamen fröhlich aus den Ferien zurück, der Ravenclaw-Gemeinschaftsraum füllte sich wieder und der Unterricht begann.
    Auch das Quidditch-Training ging knallhart weiter, denn bald würde die Mannschaft der Ravenclaws gegen einen harten Gegner spielen - das Slytherin-Team. Zwar waren sie noch von ihrem letzten Sieg gegen Hufflepuff beflügelt, aber nicht dumm genug, sich jetzt in Sicherheit zu wiegen. Davies triezte seine Mannschaft unerbittlich, denn er wollte um jeden Preis den Sieg.
    So wie Skye, die deswegen sogar akzeptieren konnte, dass sie und Cho in einem Team waren. Viel Kontakt hatten sie nämlich trotzdem nicht miteinander. Das war auch besser so, denn sie wollte vor der gesamten Mannschaft keinen Streit vom Zaun brechen. Meisten kreiste Cho einfach nur in der Luft über ihnen und Skye nahm sie beim Training noch nicht einmal wahr.

    Am Tag des Spiels war Skye extra früh aufgestanden, um in Ruhe ihr Frühstück zu verspeisen und mit den anderen noch etwas auf dem Feld zu üben. Dann versammelte sich die Ravenclaw-Mannschaft in ihrer Umkleide und das diesmal um einiges aufgeregter als beim ersten Spiel.
    „Die Slytherins werden schwierig“, sagte Burrow.
    Skye nickte und musste unwillkürlich an das Spiel im Vorjahr denken. Emily war von einem Klatscher direkt in den Magen getroffen worden und hatte im Krankenflügel einige Tage das Bett hüten müssen, wo Madam Pomfrey sie wieder zusammengeflickt hatte.
    Davies, der beim Hinblick auf das Spiel schon ganz blass um die Nase geworden war, hielt seine Motivationsrede diesmal ziemlich knapp. Skye fand, er nahm diese ganze Captain-Sache ein bisschen zu ernst.
    Als es dann endlich soweit war und die Mannschaft auf das Feld schritt, waren alle ziemlich hibbelig.
    „Du musst so schnell wie möglich den Schnatz fangen“, sagte Davies leise zu Cho. „Diesen Malfoy-Jungen putzt du locker weg.“
    Skye hoffte, dass Cho diese Anweisung auch beachten würde, denn sie wusste, wie gut die Slytherins spielten. Zwar waren ihre Besen im Vergleich zum dem neuen Feuerblitz ein wenig veraltet, aber da konnten auch die Ravenclaws mit ihren Sauberwischs nicht mithalten.
    Die beiden Mannschaften stellten sich gegenüber auf und Skye musterte etwas besorgt die bulligen Slytherin-Spieler. Ihr Captain Marcus Flint sah Davies einschüchternd an, der ein wenig zusammensank und ziemlich verängstigt wirkte.
    Skye warf Malfoy, der bei weitem der kleinste war, einen verachtenden Blick zu, aber dann entdeckte sie noch ein anderes bekanntes Gesicht.
    In grüner Quidditch-Montur, einem Schläger in der einen und einem Nimbus Zweitausendeins in der anderen Hand stand er da. Es war Jay.
    Skye dachte erst, sie würde vor Aufregung halluzinieren, aber das Ganze war viel zu echt. Sie warf ihm einen Blick tiefster Verwunderung zu und während die vierzehn Spieler auf ihre Besen stiegen, zischte sie leise: „Seit wann spielst du Quidditch?“
    „Seit diesem Jahr“, gab er mit einem hochmütigen Grinsen zurück. „Netter Besen übrigens.“
    „Alt und bewährt“, nahm Skye ihren treuen Sauberwisch Sieben in Schutz.
    Jay wollte schon etwas erwidern, aber er wurde von Madam Hoochs schrillem Pfiff unterbrochen und die beiden Mannschaften sausten augenblicklich in die Luft. Skye sah sich kurz nach Davies und Burrow um und versuchte sogar, Jay irgendwo zu entdecken. Der war aber verschwunden und die Slytherins schnappten sich direkt den Quaffel, also flog sie los, um ihren Kollegen beizustehen.
    Und währenddessen nahm Skye sich fest vor, Jay mal zu zeigen, wie man Quidditch spielte.
    So sah es aber erstmals nicht aus, denn die gegnerischen Jäger warfen Tor um Tor; da besserten auch Lee Jordans hämischen Kommentare nichts. Skye versuchte energisch, den Quaffel zu ergattern, aber kam sie auch nur in die Nähe der drei Jäger, schossen direkt Klatscher auf sie zu.
    Burrow machte die meisten Tore für Ravenclaw; er war der einzige, der mit seinen Muskelmassen auch die Gegner einschüchterte. Davies und Skye konnten nicht viel tun, die meiste Zeit verbrachten sie mit kläglichen Versuchen, an den Quaffel zu gelangen.
    Auch die Ravenclaw-Fans auf den Tribünen schienen etwas enttäuscht und das Brüllen der Slytherins war wesentlich lauter.
    Aber als dann Lee Jordan plötzlich aufschrie, kam wieder Bewegung in das Stadion. „DA IST DER SCHNATZ! Und Chang ist ihm auf den Fersen!“
    Auch Skye hielt die Luft an, man konnte Cho über ihnen durch die Luft rasen sehen.
    „Malfoy holt auf“, fuhr Lee mit bitterer Stimme fort. „Aber Chang scheint schneller . . .“ Er machte eine kurze Pause, während er beobachtete, wie ein kleiner schwarzer Ball auf Cho und Malfoy zuschoss. „Nein! Slytherin-Treiber Avery hat einen Klatscher zu ihnen geschlagen!“
    Skye beobachtete, wie Cho dem Klatscher auswich. Dabei trudelte sie so unkontrolliert nach hinten, dass sie Malfoy gleich mitriss. Und der Goldene Schnatz war verschwunden.
    Ein Seufzer ging durch das Stadion, alle nahmen wieder ihre Plätze ein und das Spiel ging weiter. Skye konnte Jay in der Ferne sehen, wie seine Teamkollegen ihn im Vorbeifliegen abklatschten und ihr war irgendwie peinlich, wie schlecht ihre eigene Mannschaft heute spielte.
    Entschlossen wandte sie sich ab und sauste pfeilschnell auf den Slytherin-Jäger zu, der den Quaffel in der Hand hatte. Er schien sie nicht zu sehen, deswegen zuckte er leicht zusammen, als Skye neben ihm auftauchte. Diesen Schockmoment nutzte Skye, sie stibitzte sich den Quaffel und ehe der Jäger ihr nachfliegen konnte, raste sie los.
    Den Quaffel fest im Arm schoss Skye auf das gegnerische Tor zu. Der Hüter Bletchley machte sich bei ihrem Anblick bereit und spannte die Muskeln an, aber Skye ließ sich nicht so schnell einschüchtern.
    Sie hoffte, dass Jay zusah, also wagte sie einen kurzen Blick zur Seite. Aber sie sah nicht Jay, sondern einen Klatscher, der pfeilschnell auf sie zuschoss.
    Skye wollte ausweichen, aber sie schien plötzlich viel zu langsam und dann war der Klatscher schon vor ihrem Gesicht.
    Sie spürte nur noch einen stechenden Schmerz an ihrer Stirn; der Besen rutschte ihr weg und dann verblasste alles: die Stimmen, das Feld, ihre Mannschaft. Wie bei ihrem Zeitumkehrer fiel Skye ins Schwarze.

    Als Skye die Augen wieder öffnete, sah sie nur weiß. Erst nach ein paar Sekunden wurde ihr klar, dass das die Decke war und sie im Krankenflügel liegen musste.
    „Skye!“ Betty beugte sich aufgeregt über sie. „Na endlich. Ich dachte schon, du verpennst das restliche Schuljahr.“
    „Betty!“, tadelte Padma ihre Freundin und wandte sich dann auch Skye zu. „Wie geht‘s dir?“
    „Ganz gut.“ Skye setzte sich langsam auf und verspürte einen kurzen Schwindel. „Was ist passiert?“
    Betty und Padma warfen sich einen bedeutungsvollen Blick zu.
    „Slytherin hat gewonnen“, erklärte Betty nüchtern. „Und du wurdest ganz schön vom Besen gehauen. Ehrlich, sah nicht schön aus.“
    „Übrigens hat dieser Slytherin-Junge den Klatscher geschlagen. Avery“, warf Padma ein und Skye konnte den eigenartigen Ton in ihrer Stimme nicht überhören.
    „Na und? Erst ist Treiber. Was erwartest du?“, gab Skye etwas patzig zurück.
    Padma erwiderte nichts, aber man sah genau, was sie gerne alles gesagt hätte. Nämlich, dass ein Freund das nicht gemacht hätte und dass Skye sich hüten sollte.
    „Jedenfalls hattest du eine leichte Gehirnerschütterung“, sagte Betty schnell. „Und ziemlich viel geschlafen.“
    Skye fasste sich vorsichtig an den Kopf. Sie spürte eine unangenehme Beule, dort wo der Klatscher sie getroffen hatte.
    „Das Team war auch schon da“, fuhr Betty fort. „Die waren auch nicht gerade glücklich. Am Ende des Spiels waren sie sogar ganz gut, aber die Slytherins haben knapp gesiegt.“
    „Wo ist Madam Pomfrey?“, fragte Skye und sah sich um. Außer ihr, Padma und Betty, die neben ihrem Bett saßen, war alles leer.
    „Irgendwann verschwunden“, sagte Betty schulterzuckend. „Aber wir haben neben deinem Sterbebett gewacht.“
    „Wie gütig.“ Skye kicherte müde. Sie war noch ganz benommen und fühlte sich, als hätte sie tagelang geschlafen.
    „Aber keine Angst, du darfst bald wieder in den Unterricht.“ Betty grinste.
    „Noch viel gütiger.“ Skye lehnte sich wieder ein Stückchen zurück.
    Zwar hatte sie eben etwas anderes behauptet, aber sie hätte wirklich nicht geglaubt, dass Jay den Klatscher geschlagen hatte. Schließlich musste er gewusst haben, dass er sie treffen würde. Natürlich war das Quidditch und da zählte so was nicht, aber trotzdem hätte Skye das nicht erwartet. Schließlich waren sie schon so etwas wie Freunde geworden.

    BILD: Der Krankenflügel

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    ((bold))((navy))Kapitel 13: FREUNDSCHAFT((ebold))((enavy)) Langsam schob Skye sich Gabel um Gabel ihres Mittagessens in den Mund. Sie hörte die fröh

    Kapitel 13: FREUNDSCHAFT

    Langsam schob Skye sich Gabel um Gabel ihres Mittagessens in den Mund. Sie hörte die fröhlichen Stimmen der anderen, aber das war etwas, das sie nur noch missmutiger machte.
    Sie fragte sich, wo Alice steckte und ob diese überhaupt einen Gedanken daran verschwendete, dass Skye gerade alleine auf einer einsamen Bank im Pausenhof hockte und ihr Mittagessen verspeiste.
    War es ihre Schuld? Das fragte sich Skye manchmal. Sie fragte sich, ob es an ihr lag, dass Alice sich immer weiter von ihr entfernt hatte. Es gab so viele andere Mädchen, die alle aufregender, lustiger und beliebter als Skye waren. Da hätte sie es fast schon erwarten können, dass Alice ihr langsam den Rücken zukehren würde.
    Skye bereute nun, dass sie selbst oft abweisend und genervt reagiert hatte. Aber da war so viel, über was sie nachdachte, zwei Welten, die in ihrem Kopf herumspukten. Natürlich wusste Alice nicht davon; zwar hatte sie manchmal einige seltsame Fragen gestellt, aber Skye hielt dicht und das mittlerweile seit fast drei Jahren.
    War so etwas ihr Schicksal? Nur weil sie sich nicht entscheiden konnte?
    „Alles in Ordnung?“, riss plötzlich eine Stimme Skye aus ihren Gedanken.
    Überrascht sah sie in das Gesicht ihrer alten Geographielehrerin Miss Wright, die wie aus dem Nichts vor ihr aufgetaucht war.
    Skye nickte nur. Unter Gesellschaft stellte sie sich nicht gerade eine Lehrerin vor.
    „Wo hast du denn Alice gelassen?“, fragte Miss Wright und setzte sich ohne Skye zu fragen neben sie.
    „Entschuldigung, Miss“, fragte Skye mit gerunzelter Stirn. „Aber warum interessiert Sie das?“
    „Du hast traurig ausgesehen“, antwortete Miss Wright.
    Skye sah auf ihr Essen herunter. Wirkte sie wirklich so jämmerlich, wie sie da alleine auf der Bank saß? Dass sogar Lehrer sich Sorgen machten?
    „Alice ist nur nicht da“, schwindelte Skye. „Nichts Schlimmes, keine Angst.“
    Sie hoffte, dass sie Miss Wright damit abwimmeln konnte, aber diese wirkte ziemlich hartnäckig. „Sicher? Mir ging es da mal wie dir . . .“
    Bei diesen Worten wäre Skye am liebsten aufgestanden und weggerannt, denn wie erwartet begann Miss Wright in einer Endlostour über ihre Schulzeit zu reden. Skye aß gelangweilt weiter, machte ab und zu „Hmhm“ oder sagte „Ja“ und fragte sich, warum Miss Wright sich plötzlich so für sie interessierte.
    Selbst Skye wusste nicht genau, was mit Alice vorgefallen war oder warum diese angefangen hatte, sich von ihr abzuwenden, aber sie bezweifelte, dass eine Lehrerin da eine Ahnung hatte.
    Aber endlich rettete die Schulglocke sie aus dieser unangenehmen Situation: Skye sprang auf und sammelte hastig ihre Sachen zusammen.
    „Nun, danke für die . . . Unterhaltung . . . aber ich muss jetzt wieder in den Unterricht“, haspelte sie.
    Miss Wright rief ihr noch etwas hinterher, aber das hörte Skye schon nicht mehr, denn sie wollte nichts wie weg von ihr. Das mit Alice war ihr Problem und sie hasste es, wenn Leute einem solche Sachen aus der Nase ziehen wollten. Miss Wright war vielleicht ganz nett, aber wenn Skye mit jemandem über ihre Probleme sprechen wollte, dann tat sie es selber, und wollte nicht von irgendwelchen Lehrern belästigt werden.

    Hell leuchtende Sterne bedeckten wie tausende Diamanten den saphirblauen Himmel und es war, als würden sie mit Skyes Augen verschwimmen. Sie beobachtete ihr Spiegelbild im Fenster und das Blau ihrer Augen vermischte sich mit dem des Himmels. Während Betty und Padma noch einem Aufsatz für Wahrsagen fertigschrieben, starrte Skye durch die riesigen Bogenfenster des Gemeinschaftsraums hinaus in die Dunkelheit und zählte Sterne.
    „Was war das noch mal mit diesen Winkeln des Saturns?“, hörte Skye Betty fragen und sie drehte sich um, um ihren Freundinnen beim fleißigen Kritzeln auf lange Pergamente zuzusehen.
    Padma erklärte irgendetwas Seltsames mit vielen Fachwörtern und Betty setzte endlich den letzten Punkt.
    „Fertig“, frohlockte sie. „Diesmal musste ich die Hausaufgaben in Wahrsagen machen. Ich habe sie schon oft genug vergessen.“
    Skye gähnte herzhaft. Obwohl sie erst vor kurzem aus dem Krankenflügel entlassen worden war, hatte sie direkt wieder mit Quidditch-Training anfangen müssen und nach der Niederlage gegen Slytherin war Davies nicht nur beunruhigt, sondern auch viel ehrgeiziger. Stundenlang hatten sie am Nachmittag trainiert, was Skye wenigstens beim erfolgreichen Verdrängen des Klatscher-Erlebnisses half.
    „Bald spielen wir gegen Gryffindor“, teilte sie Betty und Padma mit.
    „Die musst du fertigmachen“, sagte Betty entschlossen und machte eine drohende Geste mit ihrer Feder. „Ganz dringend.“
    Padma hatte fein säuberlich ihren Aufsatz zusammengerollt und warf Betty einen berechnenden Blick zu. „Ach wirklich? Alle?
    Betty rümpfte die Nase. „Ja. Warum?“
    „Ach, nur so“, sagte Padma schulterzuckend, aber man sah, dass es ihr ganz und gar nicht egal war. „Auch jemand ganz Bestimmten? Den du magst?“
    „Was meinst du damit?“, fragte Skye verwundert.
    „Na, hast du es noch nicht gemerkt?“ Padma machte ein überraschtes Gesicht und sie sah Skye fast schon vorwurfsvoll an.
    „Leute“, meldete Betty sich zu Wort. „Es ist immer noch mein Liebesleben.“
    „Jetzt sagt doch.“ Skye sah von einer zu anderen und kreuzte die Beine. Sie hatte keinen blassen Schimmer, von was Padma da redete.
    „Also“, erklärte Padma, während Betty ein protestierendes Gesicht machte. „Mir ist das schon am letzten Valentinstag aufgefallen, -“
    „Hey“, unterbrach Betty sie. „Immer mit der Ruhe.“
    „Dann sag du doch. Was ist?“ Skye richtete sich mit flehendem Blick an Betty.
    Diese sah zu Boden und errötete, dann seufzte sie ergeben. „Na gut. Padma würde es dir sowieso erzählen. Vielleicht, ganz vielleicht ist da eine winzige Wahrscheinlichkeit, dass ich ein kleines bisschen auf jemanden stand.“
    Skye machte große Augen und wäre fast vom Sessel gekippt. Die unerschütterliche, vollkommen eigensinnige Betty, verliebt? Das hätte sie niemals vermutet. Zwar war Betty die Älteste der Drei, aber trotzdem schien solch eine Gegebenheit fast schon unwirklich.
    „In wen?“, wollte Skye gespannt wissen.
    Betty druckste kurz herum, aber dann ergriff Padma das Wort. „Fred Weasley.“
    „Jetzt . . . im Ernst?“ Skye wollte das gar nicht glauben und starrte Betty mit großen Augen an.
    Diese nickte zögerlich und starrte unentwegt auf den Boden. „Aber, nicht mehr. Das ist schon etwas her, also kannst du es eigentlich gleich vergessen . . . Ich mag ihn zwar noch immer, eben so als Freund, weißt du, aber nicht mehr so wie früher, das war eher so eine kleine Schwärmerei und -“
    „Warum hast du nichts erzählt?“, fragte Skye händeringend und sah dann Padma an. „Du wusstest davon.“
    „Ja, schon lange. So was merkt man doch.“ Sie verschränkte die Arme.
    Skye musste an ihr Treffen in der Winkelgasse denken, wo Padma so verschmitzt grinsend „Achte mal darauf, vielleicht merkst du es ja“ gesagt hatte. Sie wusste es scheinbar wirklich schon lange, und das ohne, dass Betty nur ein Sterbenswörtchen gesagt hatte. Padma war wirklich gut in solchen Dingen.
    Skye, die den Schock mittlerweile etwas überwunden hatte, sah frustriert ins Feuer. „Davon habe ich gar nichts gemerkt. Nichts. Ich bin wirklich nicht gut in so was.“
    „Vielleicht liegt es auch daran, dass du immer etwas Anderes zu tun hast“, sagte Padma eine Spur zu giftig.
    Skye hatte das genau gemerkt und verschränkte die Arme. „Wie meinst du das?“
    „Natürlich ist dir das auch nicht aufgefallen. Aber mir. Oft hörst du einfach nicht zu und bist immer in Gedanken, die scheinbar so viel wichtiger sind als Betty oder ich . . .“
    Skyes Magen krampfte sich bei Padmas Worten unangenehm zusammen, aber sie sagte nichts. Wie sollte sie sich auch verteidigen?
    „Es ist, als würdest du dich gar nicht für uns interessieren und nur für deinen eigenen Kram. Früher habe ich das noch akzeptiert, aber seit diesem Jahr ist es noch schlimmer geworden. Und deine Prinzipien hast du wohl auch über den Haufen geworfen, denn jetzt hängst du lieber mit irgendwelchen Slytherins herum.“ Padmas Augen verengten sich wütend, all das sprudelte aus ihr heraus, als würde es ihr schon lange auf dem Herzen liegen.
    „Das stimmt doch gar nicht“, protestierte Skye. Ich -“
    „Doch, tut es“, unterbrach Padma sie. „Oder, Betty?“
    Betty, die die ganze Zeit nur stumm daneben gesessen hatte, fuhr hoch. „Ich . . . äh . . .“, druckste sie und sah dann schuldbewusst auf den Boden. „Na gut. Vielleicht ein bisschen.“
    Skye schnaubte verächtlich. „Vielen Dank.“
    „Siehst du“, fuhr Padma geflissentlich fort. „Früher waren wir unzertrennlich, aber jetzt bist du so . . . anders. Ich bin nicht blöd, sowohl Betty als auch ich haben den Eindruck, dass du etwas versteckst. Ein Geheimnis. Warum sagst du es uns nicht? Dafür sind Freunde doch da.“
    Skyes Stimme zitterte ein wenig, als sie erwiderte: „Stimmt doch gar nicht.“
    „Und es nervt Skye, es nervt“, wetterte Padma und die Wut in ihrer Stimme war deutlich zu hören. „Vielleicht solltest du dich mal für etwas Anderes interessieren als dich selbst.“
    Etwas in Skye kochte bei diesen Worten über. Mit einem Ruck stand sie auf, all ihre Beherrschung war verschwunden. „Das tue ich doch, Padma! Du verstehst das nicht, also lass es, okay?“
    „Woher willst du das wissen?“ Auch Padma stand auf und schleuderte Skye entgegen: „Eine hohe Meinung scheinst du von mir ja nicht zu haben.“
    Skye hätte sich vor Verzweiflung am liebsten die Haare gerauft. Das durfte doch nicht wahr sein. Aber sie sagte nichts und machte nur ein zorniges Gesicht, denn alles, was sie sagen wollte, hätte ihr Geheimnis sofort verraten.
    „Ich gehe ins Bett“, sagte sie mit leiser, zorniger Stimme und wirbelte herum.
    „Skye, warte . . .“, hörte sie Betty beim wütenden Hochstapfen der Treppe noch leise sagen, aber Padma herrschte sie als Antwort mit einem „Lass sie, Betty!“ an. Wütend stürmte Skye in den Schlafsaal und warf die Türe so fest zu, dass sie in ihren Angeln bebte.
    Mandy und Sue waren noch nicht da, also warf sie sich auf ihr Bett und drückte das Gesicht so fest in das Kissen wie sie konnte.
    Zwar war sie wütend auf Padma und alles, was diese ihr gegen den Kopf geworfen hatte, aber trotzdem hatte sie den eigenartigen Drang, sich zu entschuldigen. Ihr alles zu erzählen, die ganze Geschichte, und damit auch die Erklärung für ihr seltsames Verhalten.
    Sie war doch keine schlechte Freundin gewesen, jedenfalls wollte sie keine sein. An allem war der Zeitumkehrer schuld.
    Warum musste das Ganze auch so schwierig sein?
    Und warum, fragte Skye sich verzweifelt, warum immer sie?

    BILD: Tja, was wohl?

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    ((bold))((navy))Kapitel 14: BESENFLUG IM SILBERLICHT((ebold))((enavy)) Die Stimmung im Schlafsaal war am nächsten Morgen mehr als gedrückt. Eiskalt,

    Kapitel 14: BESENFLUG IM SILBERLICHT

    Die Stimmung im Schlafsaal war am nächsten Morgen mehr als gedrückt. Eiskalt, könnte man sagen. Padma schwieg Skye unerbittlich an und auch Betty schien viel zu eingeschüchtert, um etwas zu sagen. Mandy und Sue bemerkten diesen plötzlichen Wandel natürlich, aber keine verlor auch nur ein Wort dazu.
    Viel besser wurde es die nächsten Tage nicht und Skye hätte deswegen am liebsten in die Wand getreten. Es fühlte sich schrecklich an, mit den besten Freundinnen so im kalten Krieg zu sein.
    Es raubte ihr jegliche Energie, die sie gebraucht hätte. Gebraucht für das Spiel gegen Gryffindor. Davies schien schon bei dem Gedanken daran schlecht zu werden und Skye fühlte sich viel zu ausgelaugt, um irgendetwas zu tun.

    Eigentlich hätte der Morgen eines Quidditch-Spiels entspannt sein müssen, die Ruhe vor dem Sturm.
    Aber für Skye sah das ganz anders aus, denn Harry Potter kam beim Frühstück unter stolzem Blick des Gryffindor-Captains in die Große Halle stolziert und hatte einen Feuerblitz in der Hand.
    Das Team der Ravenclaws wollte das nicht glauben, die gesamte Halle stürmte zum Gryffindor-Tisch, aber Penelope Clearwater bezeugte, dass sie den Rennbesen mit eigenen Augen gesehen hatte.
    „Es reicht scheinbar nicht, dass Harry Potter so schon ein genialer Sucher ist - nein, er muss jetzt auch noch einen Feuerblitz besitzen!“, schimpfte Davies auf dem Weg zum Feld.
    Skye beunruhigte diese Tatsache und sie war froh, dass sie nicht in Chos Haut steckte, die nun gegen Harry antreten musste und auch schon ganz nervös aussah.
    Das Stadion füllte sich schnell, alle schienen interessiert am Wettkampf der beiden Mannschaften, die von vielen sogar als Favoriten für den Quidditchpokal bezeichnet wurden. Skye fragte sich, ob Betty und Padma überhaupt gekommen waren, aber auch die anderen aufgeregten Ravenclaws mit ihren Fahnen und Hüten machten ihr Mut.
    Als die Gryffindors unter tosendem Applaus endlich zu ihnen aufs Feld traten, konnte Skye gar nicht anders, als den Feuerblitz begeistert anzugaffen. Es würde ihr erstes Spiel gegen Gryffindor sein und sie musterte aufgeregt die drei Jägerinnen, die neben den Weasley-Zwillingen standen. Zu Skyes Erleichterung hatte - außer Harry - keiner so einen guten Besen, aber trotzdem wusste sie, wie hart das Spiel werden würde.
    Der Gryffindor-Captain Wood schüttelte Davies die Hand und Skye und Cho wechselten einen nervösen Blick.
    „. . . auf meinen Pfiff geht‘s los . . . eins - zwei - drei -“, zählte Madam Hooch herunter.
    Als der Pfiff endlich ertönte, wurde Skye beim Anblick des in die Höhe schießenden Feuerblitzes ganz schwindelig. Harry raste um das Feld; man konnte ihn nur noch als scharlachroten Schleier erkennen.
    Davies schnappte sich schnell den Quaffel, aber die Gryffindor-Jägerinnen waren flink; eine stibitzte ihm den Ball direkt aus der Hand und schoss auf das Tor der Ravenclaws zu; Inglebee raste ihr mit gezücktem Schläger hinterher, aber sie war zu schnell. Gryffindor erzielte die ersten Punkte und Davies, Skye und Burrow warfen sich einen missmutigen Blick zu.
    „Und es sieht so aus, als hätte Potter auf seinem genialen Feuerblitz - ja, Professor - den Schnatz gesichtet!“, rief Lee Jordan aufgeregt.
    Harry ging wirklich in den Sturzflug, aber Samuels reagierte sofort. Sein Klatscher schien ihn zu überraschen, er musste ausweichen und die Ravenclaws auf den Tribünen brachen in lauten Jubel aus. Samuels grinste breit wie ein Honigkuchenpferd, selbst noch, als George Weasley voller Wut einen Klatscher auf ihn schlug.
    Gryffindor führte mittlerweile um einige Punkte und Davies winkte Skye und Burrow zu sich.
    „Strengt euch an“, flüsterte er leise. „Denkt ans Training.“
    Skye nickte; sie wusste, um was es bei diesem Spiel ging und sauste los. Aus dem Augenwinkel sah sie, wie Cho hoch oben in der Luft versuchte, Harry abzublocken, aber mit ihrem alten Besen schien das fast unmöglich.
    Den Quaffel ergatterte Skye mit Inglebees Unterstützung schnell, aber sie musste feststellen, dass Fred und George ebenso gute Treiber waren. Sie flog ein gefährliches Zickzack und musste sich ein paarmal ducken, bevor sie den Quaffel endlich an Burrow weitergeben konnte. Der schoss mit energischem Gesicht auf das Tor zu; der Gryffindor-Hüter schien kurz abgelenkt und Burrow schaffte es, gleich zwei Tore hintereinander für Ravenclaw zu erzielen.
    Skye atmete erleichtert auf, denn nun führte Gryffindor nur noch mit sechzig Punkten. Pfeilschnell schob sie sich vor eine der gegnerischen Jägerinnen und machte sich mit dem Quaffel unterm Arm auf und davon.
    Plötzlich schoss ihr jedoch ein leuchtend roter Blitz entgegen, und es war nicht nur ein Blitz, sondern Harry Potter auf seinem Feuerblitz. Skye konnte im letzten Moment noch ausweichen, sonst wäre sie wahrscheinlich wieder mal im Krankenflügel gelandet. Sie strauchelte, fing sich aber schnell wieder und tauchte ab, als ein Klatscher Fred Weasleys auf sie zuschoss.
    Mittlerweile war sie beim Tor der Gryffindors angelangt und sie hatte Glück, denn Wood brüllte Harry gerade irgendetwas zu. Skye nutzte diese Gelegenheit, sie schleuderte den Quaffel durch den rechten Torring und die Ravenclaws pfiffen und jubelten.
    Auch Cho schien es erneut gelungen zu sein, Harry abzublocken und so wirkte der Sieg plötzlich gar nicht so hoffnungslos weit entfernt. Skye stürzte sich mit Davies an ihrer Seite wieder auf den Quaffel, Lee Jordan brüllte irgendetwas von Harry Potters Sturzflug und Skye war kurz davor, der Gryffindor-Jägerin in die Bahn zu fliegen, da stach ihr etwas Helles, Silbriges in den Augenwinkel. Als sie genau hinsah, erkannte sie einen Hirsch, der durch die Luft geradewegs auf sie zugaloppierte und eine silbrige Wolke hinter sich herzog.
    Sie hatte so etwas noch nie gesehen und starrte das Ding für einen Moment erstaunt an. Aber es kam immer näher und sie wusste nicht, was passiert wäre, wenn Davies nicht da gewesen wäre.
    Er packte sie fest am Arm und zog Skye so schnell weg, dass sie fast vom Besen rutschte.
    „Was war das?“, fragte sie ihn verwundert und beobachtete, wie der leuchtende Hirsch etwas auf dem Boden traf.
    „Harry Potter“, sagte Samuels, als er zu ihnen flog. „Keine Ahnung, woher er das kann.“
    „Was?“
    „Einen Patronus. Das ist ein ziemlich fortgeschrittener Zauber, ich habe davon gelesen.“
    Skye ließ ihren Blick nach oben schweifen, wo Harry auf seinem Feuerblitz umhersauste. Und sie schaute genau richtig.
    Seine Finger schlossen sich gerade um den Goldenen Schnatz.
    „Verdammt“, fluchte sie und zeigte nach oben.
    Auch die anderen Gryffindor-Spieler kamen wild schreiend zu ihrem Sucher geflogen, während sich das Team der Ravenclaws eher missmutig versammelte.
    „Ist so etwas nicht gegen die Regeln?“, fragte Page. „Dieser Zauber hätte Cho verwirren können.“
    Davies winkte ab; zwar machte er ein gelangweiltes Gesicht, aber man merkte, wie enttäuscht er eigentlich war. „Vergiss es. Den Pokal haben wir auch schon verloren, als die Slytherins uns besiegt haben.“
    Skye schnalzte mit der Zunge. „Dieser Patronus. Ich frage mich, was Harry damit bezwecken wollte.“
    „Dieser Malfoy-Junge und seine Gorilla-Freunde“, erklärte Inglebee. „Sie haben aus irgendeinem Grund Dementoren gespielt. Einer von den Gryffindors hat etwas von Strafarbeiten erzählt.“
    „Das bringt uns jetzt auch nichts mehr“, sagte Davies frustriert und Skye erkannt mit einem Blick, wie niedergeschlagen er war.

    Die vielen Niederlagen des Jahres sorgten im Ravenclaw-Team für allgemein gedrückte Stimmung. Davies fühlte sich schuldig, alle waren enttäuscht und der Gedanke an nur ein gewonnenes Spiel ziemlich bedrückend. Hinzu kam dann auch ein paar Wochen später die Nachricht, dass Gryffindor Slytherin besiegt und den Quidditchpokal gewonnen hatte.
    Natürlich dank Harry Potter, wem sonst. Er gewann jedes Spiel für Gryffindor und schien in allem, was er machte, unschlagbar.
    Das fiel natürlich auch den anderen auf und hier und da machten Gerüchte die Runde. Alles schien sich immer um Harry Potter zu drehen. Zwar war da vor kurzem ein Angriff auf Ron Weasley im Schlafsaal der Gryffindors, hinter dem angeblich Sirius Black steckte, aber schon bald hieß es nur noch, dass Black sich im Bett vertan hatte. Zwar hatte Skye nicht mehr viel mit Harry zu tun, aber in ihrem ersten Jahr hatte sie ihn ein wenig kennengelernt und da hatte er eigentlich nicht wie der Typ Junge gewirkt, der ständig Aufmerksamkeit brauchte.
    Trotzdem zog er Schwierigkeiten an wie ein Magnet und damit auch Tratsch und Klatsch in Hogwarts.
    Die Schule wurde nach dem vermeintlichen Angreifer mehrmals durchkämmt, Ron erzählte jedem, der es hören wollte, eine halsbrecherische Geschichte von seinem wildem Kampf mit Sirius Black, aber wieder einmal war dieser nicht nur den Lehrern, sondern auch den Dementoren durch die Finger gegangen.
    Skye interessierte das alles erstaunlich wenig, zwar hörte sie ständig das Gerede der anderen, mischte sich aber nie ein. Auch Betty und Padma hörte sie viel reden, aber Skye achtete sorgsam darauf, sich beim Essen möglichst weit entfernt zu setzten und sie nicht zu beachten.
    Aus anfänglicher Trauer hatte sich in Skye mittlerweile ein seltsames Gefühl des Protests entwickelt. Das links liegen lassen war aber gar nicht so einfach, da sie fast alle Stunden zusammen hatten. Aber nur um Padma zu ärgern, hatte Skye sich in Arithmantik zu Tracey Davis und Jay gesetzt und auch in Zauberkunst oder Kräuterkunde wendete sie sich betont trotzig von den beiden ab.
    Manchmal überhörte Skye jedoch ihre Gespräche und es gab Tage, an denen sie das irgendwie traurig machte, weil es sie an die alten Zeiten erinnerte. Aber die beiden schienen auch gut ohne Skye klarzukommen, also tat diese das Gleiche. Da interessierte sie es auch nicht, dass Bettys Katze Ace vor kurzem einfach verschwunden war und jetzt wahrscheinlich irgendwo alleine im Wald herumstreifte.
    Das war jetzt alleine Bettys Problem, fand sie. Und Padma sollte mal schauen, wie sie damit zurechtkam.

    Skye war froh, dass sie mittlerweile auch andere Freunde gefunden hatte. So musste sie abends nicht mutterseelenallein irgendwo herumsitzen und lesen, sondern konnte Betty und Padma beweisen, dass es auch ohne sie ging. Tracey Davis, eine zierliche rothaarige Slytherin, die Skye immer falsch eingeschätzt hatte, stellte sich zum Beispiel als ganz nett heraus. Ab und zu wechselten sie ein paar Worte, aber Tracey schien schüchtern und irgendwie schuldbewusst.
    Und dann war da natürlich noch Jay. Skye und er trafen sich öfter zum Lernen, denn die Abschlussprüfungen rückten immer näher und es wurde dringend Zeit, dass sie mit Pauken anfingen. Die Bibliothek hatten die beiden als geeigneten Ort mittlerweile verworfen - Madam Pince warf sie ständig raus - und suchten sich nun meistens leere Klassenzimmer oder saßen bei gutem Wetter draußen am See, wo die Riesenkrake ab und an auftauchte.
    Die Sache mit dem Klatscher beim Spiel Slytherin gegen Ravenclaw hatte Skye noch nicht erwähnt, es war ihr irgendwie peinlich und nachdem Jay zu dem Sieg der Gryffindors im Finale kein Wort gesagt hatte, wollte sie nicht diejenige sein, die das Thema wieder ausgrub.
    Als die beiden jedoch eines Tages nach dem Abendessen ein Zauberkunst-Klassenzimmer mit ihren Büchern und Pergamenten bezogen hatten, brachte Skye endlich genug Mumm auf.
    „Sag mal“, begann sie ganz plötzlich. „Vor kurzem, bei dem Spiel. Nun, da wurde ich von einem Klatscher getroffen.“
    Jay machte ein verwirrtes Gesicht, er schien nicht zu merken, worauf Skye hinauswollte. „War nicht zu übersehen. Du bist gefallen wie ein nasser Sandsack.“
    „Den Klatscher hast du geschlagen“, sagte Skye langsam.
    „Ach so.“ In Jays Kopf schien ein Licht aufzugehen. „Aber du bist jetzt nicht sauer oder so? Ich bin Treiber, falls du es noch nicht gemerkt hast.“
    „Ja, ich weiß“, antwortete Skye und kam sich dabei wirklich dumm vor. Ganz zu schweigen davon, dass sie nicht wusste, was sie noch sagen sollte.
    „Tut mir jedenfalls leid“, sagte Jay geflissentlich. „Es ist mein Job, weißt du. So wie du Tore werfen musst.“
    Skye murmelte etwas Undeutliches und brach dann ab, weil es keinen Sinn mehr ergab.
    „Dann bin ich beim nächsten Mal etwas vorsichtiger. Also, vielleicht.“ Jay grinste schon wieder. „Aber jetzt hast du mich auf eine Idee gebracht. So als Entschuldigung, du weißt schon.“
    Skye runzelte die Stirn und legte ihre Feder weg. „Was für eine?“
    „Wäre es nicht lustiger, ein bisschen zu fliegen, anstatt lernen zu müssen?“, fragte Jay schelmisch grinsend.
    Skye machte ein misstrauisches Gesicht. „Fliegen? Um die Uhrzeit? Ich glaube nicht, dass wir das dürfen.“
    „Ach, das geht schon“, winkte Jay ab. „Ich habe das schon tausendmal gemacht. Die Lehrer sehen uns nicht.“
    Skye seufzte und sah nachdenklich auf das vor ihr aufgeschlagene Buch. Natürlich standen da viele Hauspunkte auf dem Spiel, aber sie wollte auch keine Langweilerin sein. Skye glaubte nämlich, dass sei der Grund, warum Alice sie so links liegen gelassen hatte. Und Jay war mittlerweile so ziemlich der einzige, der noch zu ihr hielt.
    „Na gut“, gab sie sich schließlich geschlagen. „Aber wenn wir erwischt werden, drehe ich dir den Hals um.“
    Beschwingt stand Jay auf und sammelte seine Federn, Bücher und Pergamente ein. „In zehn Minuten am Eingang. Pass auf, die Lehrer laufen im Moment Patrouille.“
    Genau acht Minuten später stand Skye verborgen in einer dunklen Nische in der Eingangshalle. Ganz unauffällig war sie durch den Gemeinschaftsraum gehuscht, hatte sich ihren Besen geschnappt und noch einen Pullover übergezogen, weil sie die mahnenden Stimme ihrer Mutter im Ohr hatte.
    Ihre Gewissensbisse hatte sie mittlerweile vergessen und auch einer Erklärung fühlte sie sich nicht schuldig, als Padma, die mit Betty am Feuer saß, sie verwundert angeschaut hatte.
    „Du warst aber schnell.“ Jay war wie aus dem nichts vor Skyes Nische aufgetaucht und auch er hatte seinen Nimbus in der Hand, den Skye ein wenig neidisch musterte.
    „Und jetzt?“, fragte sie.
    „Na, rausgehen, was sonst?“ Jay sah aus, als hätte er das wirklich schon tausendmal gemacht, während er die riesige Türe aufstieß und damit die kühle Nachtluft durch die Halle fegen ließ.
    „Beim Feld sieht uns niemand“, erklärte er.
    „Hoffentlich“, sagte Skye und tat es Jay gleich, der sich auf seinen Besen schwang.
    „Der Letzte ist ein verrückter Hippogreif!“, rief er und raste los. „Obwohl das im Moment etwas ironisch klingt“, fügte er noch etwas leiser hinzu.
    „Hey!“ Skye beschleunigte, so gut sie konnte, aber der Nimbus schoss durch die Luft wie eine Rakete. „Wie meinst du das?“, fragte sie angestrengt, als sie es endlich geschafft hatte, ein wenig aufzuholen.
    „Na, wegen dem Hippogreif von diesem Hagrid. Der soll hingerichtet werden. Weil er Draco ein bisschen zu sehr angestupst hat. Sein Vater muss wohl einen halben Tobsuchtsanfall bekommen haben und hat direkt die Schulräte eingeschaltet“, erklärte Jay. Er hatte sich auf seinem Besen zurückgelehnt und sah gar nicht so aus, als würde das Fliegen ihn anstrengen.
    Skye machte ein überraschtes Gesicht. Natürlich, das passte zu Malfoy, aber eine Hinrichtung? Hatte Betty am Anfang des Schuljahres nicht von einem kleinen Kratzer geredet?
    „Woher weißt du das?“, fragte Skye.
    „Draco erzählt das überall im Gemeinschaftsraum herum. Ist wahrscheinlich das Beste, das er jemals erreicht hat. Wenn es nach ihm ginge, hätten sie Hagrid wahrscheinlich gleich mit hingerichtet.“
    Skye dachte stumm über die ganze Sache nach. Sie hatte nicht geahnt, dass Malfoys Vater so mächtig war. Eine Hinrichtung auf den Schulgründen Hogwarts‘? Das klang nicht nach etwas, das Professor Dumbledore erlauben würde.
    Zu ihrer Erleichterung wurde Jay mittlerweile immer langsamer, denn das Quidditch-Feld kam in Sicht. Skye musste zugeben, dass das Fliegen bei Nacht wirklich einen ganz eigenen Reiz hatte. Es war stockdunkel und nur der Mond sorgte dafür, dass ein kleines bisschen des fernen Waldes und des Spielfeldes zu sehen war.
    „Und du machst das oft?“, fragte sie Jay, der irgendwelche Experimente auf seinem Besen veranstaltete und gerade kopfüber herunterhing.
    „Gelegentlich“, antwortete er schulterzuckend. „Theo ist nicht so der Quidditch-Typ. Und ständig alleine zu fliegen, macht auch keinen Spaß.“
    Skye manövrierte sich in einen Damensitz und während sie ihre Beine baumeln ließ, strich ihr eine kühle Brise übers Gesicht. „Dieser Theodore“, sagte sie. „Der ist dein bester Freund, nicht?“
    Jay nickte. Mittlerweile lag er gemütlich auf seinem Besen, den Kopf auf den Schweif gebettet. „Ja. Wir sind schon ewig befreundet; unsere Eltern kennen sich nämlich. Und wir waren schon immer irgendwie gleich. Von Ansichten her und so.“
    Skye hätte gerne gefragt, welche Ansichten, aber Jay unterbrach sie. „Und du? Ich habe dich immer mit diesen Mädchen gesehen. Die eine ist doch eine Warrington, nicht?“
    „Nun“, sagte Skye ausweichend. „Eigentlich ja, aber in letzter Zeit nicht mehr so. Wir haben uns gestritten.“
    Sie sah zu den in silbriges Mondlicht getauchten Türmen und Zinnen des Schlosses. Viele Fenster leuchteten noch wie kleine Sterne in der dunklen Schlossmauer und Skye stellte sich vor, wie Betty und Padma vielleicht gerade im Schlafsaal saßen und redeten.
    „Und warum vertragt ihr euch nicht einfach?“, fragte Jay neugierig und es klang, als sei das das Einfachste der Welt.
    „Das geht nicht so leicht.“ Skye seufzte und schaute nach unten aufs Feld. „Es ist kompliziert. Und eine ziemliche Zwickmühle.“
    Jay schien nachzudenken. „Vielleicht macht ihr es auch einfach nur kompliziert.“
    Darauf wusste Skye nichts zu antworten. Jay hatte natürlich keine Ahnung, was wirklich los war, und sie konnte ihm das nicht verübeln.
    „Erzähl du lieber etwas“, wich sie aus. „Ich weiß praktisch gar nichts über dich.“
    Jay prustete los, hatte den Blick aber noch immer in den Himmel gerichtet. „Das könnte ich jetzt auch zu dir sagen.“
    „Über mich gibt es aber nicht besonders viel zu erzählen“, sagte Skye. „Ich bin praktisch ein Muggel.“
    „Wo wohnst du?“, fragte Jay neugierig.
    „In der Nähe von Southampton. Mini-Dörfchen, nichts Besonderes. Meine Eltern sind Professoren und Geschwister habe ich keine“, erzählte Skye. Dass sie aus einer ganz anderen Dimension kam, ließ sie dabei geübt weg.
    „Habe ich auch nicht.“ Jay zuckte mit den Schultern. „Obwohl ich manchmal gerne Geschwister hätte. Dann würden meine Eltern nicht die ganze Zeit nur mich nerven.“
    „Was machen deine Eltern denn?“, erkundigte Skye sich. Reine Zaubererhaushalte kannte sie schließlich nur den von Betty.
    „Mein Vater arbeitet im Ministerium“, sagte Jay. „Und meine Mutter bleibt zu Hause. Sie schmeißt den Haushalt und so.“
    „Ihr habt keine Hauselfe?“ Skye sah Jay überrascht an.
    „Nicht jede reinblütige Familie hat ein Elf“, antwortete er. „Unserer ist schon lange tot. Mein Großvater hat ihn ziemlich hart rangenommen. Hat er nicht gut vertragen.“ Jay schüttelte den Kopf. „Mein Großvater. Den habe ich ehrlich gesagt gehasst. Er war nicht ganz dicht, wirklich.“
    Das weckte jetzt Skyes Neugierde. „Warum?“
    Jay blieb kurz stumm und es wirkte so, als hätte er die Erinnerungen, die er jetzt ausgrub, ganz tief hinten in seinen Kopf verbannt. „Er war ziemlich streng. Viel zu hohe Ansprüche. Mein Dad ist auch so, er hat das ja schon als Kind eingeprügelt bekommen. Mum kann ihm zwar nicht viel sagen, aber sie ist viel lockerer. Nur diese ständigen Diskussionen, die hält man irgendwann nicht mehr aus. Hogwarts ist da so eine Art Ausweg für mich.“
    Skye wusste erst nichts zu erwidern, solch eine Geschichte wirkte irgendwie untypisch für Jay, der normalerweise immer grinste und und mit sarkastischen Kommentaren um sich schoss.
    „Wahrscheinlich bist du das von deiner Warrington-Freundin anders gewohnt“, fuhr Jay fort. „Aber auch nicht jeder Reinblüter hat viel Geld. Mein Großvater hat alles aus dem Fenster geschmissen. Weißt du, er hat sich in so eine . . . Sache reingesteigert und dafür alles riskiert. Zwar haben wir noch das alte Haus, aber das geht ganz schön in die Brüche.“
    Das klang ziemlich einleuchtend und Skye konnte gut nachvollziehen, warum Jay lieber in Hogwarts, seinem wahren Zuhause, war.
    „Irgendwie sind wir doch alle gleich“, sagte Skye nachdenklich.
    Jay setzte sich auf und runzelte die Stirn. „Wie meinst du das?“
    „Na, was du da erzählst. Die gleichen Probleme haben Muggel. Streit der Eltern, zu hohe Anforderungen, Geld . . . Ich weiß gar nicht, warum sich alle so aufführen.“
    „Aber du hattest eben recht. Es ist kompliziert. Eigentlich alles“, sagte Jay mit bitterem Unterton.
    Und das war der Augenblick, in dem Skye zum ersten Mal auffiel, dass Jay bernsteinfarbene Augen hatte.

    BILD: 🌝

    15
    ((bold))((navy))Kapitel 15: VERTRAUEN((ebold))((enavy)) Die Tatsache, dass die Abschlussprüfungen immer näher rückten, beunruhigte Skye von Tag zu

    Kapitel 15: VERTRAUEN

    Die Tatsache, dass die Abschlussprüfungen immer näher rückten, beunruhigte Skye von Tag zu Tag mehr. Sie fühlte sich schrecklich unvorbereitet und als hätte sie rein gar nichts gelernt. Vielleicht war das Prüfungsangst, vielleicht die Wahrheit, aber es änderte nichts daran, dass sie noch dringend Aufmunterungszauber wiederholen und Zaubertrankzutaten lernen musste.
    Wenigstens waren die Sommerferien in der sekundären Dimension gar nicht mehr so weit entfernt und Skye freute sich unglaublich, für sechs Wochen einfach aus der Rosewood Grammar School zu verschwinden. Alice würde wahrscheinlich keinen Kontakt suchen und Skye hatte vor, das Gleiche zu tun. Sie fühlte sich, als bräuchte sie dringend eine Auszeit.
    Selbst von Hogwarts, und dieser Gedanke erschreckte Skye.
    Padma schien sich noch immer nicht beruhigt zu haben; sie ließ Skye links liegen und beachtete sie einfach nicht. Betty hingegen lächelte Skye bei zufälligen Treffen im Gemeinschaftsraum oder Schlafsaal manchmal sogar zaghaft zu. So zaghaft jedoch, dass es so wirkte, als ließe Betty sich von Padma gehörig unterbuttern.
    „Sie hat Angst um ihre Katze“, sagte Terry eines Abendessens mit gedämpfter Stimme zu Skye. „Die ist wohl wie vom Erdboden verschluckt.“
    „Armes Ding“, erwiderte Skye nur mit kühlem Unterton.
    Natürlich sollte Ace sie nicht interessieren, da Betty es schließlich auch nicht tat. Nur leider redete Skye sich das nur energisch ein, die Wahrheit war nämlich ganz anders.

    „Skye! Skye! Wach auf!“
    Skye stöhnte verwirrt und rieb sich orientierungslos die Augen. Für einen kurzen Moment wusste sie nicht, in welcher Dimension sie gerade war, aber da erkannte sie Bettys Stimme und fuhr hoch.
    „Was ist?“, fragte Skye.
    Ihre Augen brauchten einen kurzen Moment, um sich an das Licht im Schlafsaal zu gewöhnen. Ihr Kräuterkundebuch war vom Bett gerutscht, sie musste wohl nach dem Abendessen vom ganzen Lernen so müde geworden sein, dass sie einfach eingeschlafen war.
    „Ich habe Ace gesehen“, sagte Betty aufgeregt, die breitbeinig vor Skyes Bett stand. „Und sie ist seit Tagen spurlos verschwunden. Kommst du mit, um sie zu holen? Ich will nicht alleine gehen. Bald geht die Sonne unter.“
    Skye schnaubte und ließ sich wieder in ihre gemütlichen Kissen fallen. „Frag doch Padma. Ihr braucht mich schließlich nicht mehr.“
    „Ach, komm schon, Skye“, flehte Betty. „Ich habe das nicht so gemeint. Du weißt doch, wie Padma manchmal sein kann. Und ein bisschen hatte sie schon recht. Aber wir sind doch immer noch Freunde. Außerdem will Padma auch nicht mitkommen.“
    Skye schwieg für einen Moment und sah aus dem Fenster in die orangenen und roten Schlieren der Sonne, die langsam unterging.
    Zwar hatten die beiden sie in letzter Zeit ziemlich hängen gelassen, aber Betty hatte nicht ganz unrecht. Eigentlich war Padma die gewesen, die so angefangen hatte. Und trotz allem waren sie fast drei Jahre unzertrennlich gewesen.
    „Na gut“, gab Skye sich geschlagen. „Wo hast du Ace denn gesehen, dass du da nicht alleine hingehen kannst?“
    Betty zeigte geradewegs aus dem Fenster. „Draußen. Ich bin mir ganz sicher.“
    „Bist du vollkommen durchgedreht?“, schimpfte Skye. „Um die Uhrzeit? Draußen? Das dürfen wir doch gar nicht!“
    Dabei ließ sie unerwähnt, dass Jay und sie vor kurzem genau das Gleiche getan hatten. Sogar noch viel später. Aber auf Besen, fand Skye, war das etwas anderes. Und Jay wirkte so, als wüsste er sich zu verteidigen.
    „Bitte. Es geht ganz schnell. Mum bringt mich um, wenn ich Ace nicht wiederfinde!“
    „Du bist absolut verrückt“, seufzte Skye.
    Aber trotzdem stand sie auf, richtete ihren Pferdeschwanz und schnappte sich ihren Zauberstab vom Nachtisch. Betty schien schon bereit, sie stieß die Tür auf und machte eine auffordernde Handbewegung.
    Möglichst unauffällig und locker schlenderten die beiden aus dem Gemeinschaftsraum (Padma war zu Skyes Erleichterung nicht da), huschten die lange Wendeltreppe herunter und mussten dann höllisch aufpassen, um von keinem Lehrer erwischt zu werden. Die Wachposten schienen erhöht worden zu sein, aber Betty und Skye liefen wie zwei Schatten durch die Gänge.
    Es war fast schon ein Wunder, dass sie es sicher nach draußen schafften, wo die letzten Strahlen der roten Abendsonne den Himmel erhellten. Für einen Moment hatte Skye zwar das Gefühl, dass etwas gegen sie gestoßen war, aber sie sah nichts und so beachtete sie diesen unangenehmen Schubser nicht weiter.
    „Komm, schnell!“, sagte Betty mit gedämpfter Stimme und zog Skye hinter sich her. „Es muss nah beim Ravenclaw-Turm gewesen sein.“
    „Und du bist dir ganz sicher?“, hakte Skye nach. In diesem Moment wollte sie am liebsten wieder zurück in ihr gemütliches Bett. „Du bist nicht die Einzige in Hogwarts mit einer schwarzen Katze.“
    Betty warf einen kurzen Blick in den immer dunkler werdenden Himmel. „Vollkommen sicher. Sie muss hier irgendwo sein.“
    Seufzend schaute Skye sich um. Von einer schwarzen Katze war weit und breit nichts zu sehen. Es gab nur Gras und den Waldrand ein paar Meter weiter entfernt.
    Sie hoffte, dass Ace bald auftauchen würde, denn schon bereute Skye, dass sie mitgemacht hatte.
    Betty wiederum lief zielstrebig in Richtung Waldrand. Skye folgte ihr widerwillig. Wald klang in dieser Situation nämlich nicht besonders gut.
    Viel helfen tat es dabei auch nicht, dass Skye plötzlich wieder einfiel, wie Draco Malfoy vor seinen Slytherin-Kumpanen damit geprahlt hatte, dass die Hinrichtung des Hippogreifs an genau diesem Abend vollzogen werden würde.
    „Vielleicht ist Ace reingelaufen“, erklärte Betty und zeigte auf den Wald.
    Skye zögerte etwas. „Ich weiß nicht . . . Wir sollten vorsichtig sein.“
    „Die Lehrer erwischen uns schon nicht“, winkte Betty ab.
    Dabei hatte Skye gar nicht an die Lehrer gedacht, sondern an jemand ganz anderen. Aber Betty schien nicht einmal einen Gedanken an diese Person zu verschwenden.
    Skye sah ihr eher unbeteiligt dabei zu, wie sie in einem Busch wühlte. Betty wollte die Hoffnung einfach nicht aufgeben.
    „Ich glaube, du hast dich vertan“, sagte Skye schließlich. „Wir sollten reingehen. Ace taucht irgendwann schon wieder auf.“
    Betty schnalzte missbilligend mit der Zunge. „Ich habe sie gesehen. Ganz sicher.“
    Verzweifelt sah sie sich um, während Skye ungeduldig mit dem rechten Fuß auf den Boden tappte und an ihr Bett dachte.
    „Hast du das gehört?“, sagte Betty plötzlich und klang ganz aufgeregt.
    „Was?“ Skye spitzte die Ohren.
    „Ein Knacken. Das muss Ace sein!“
    Nun hörte auch Skye das leise Rascheln. Es schien entfernt, so als würde Ace über blätterbedeckten Waldboden spazieren.
    Skye konnte nicht mehr viel sagen, denn Betty lief zielstrebig los, blieb manchmal stehen, um nach den Geräuschen zu lauschen und warf keinen Blick zurück. Skye war nicht so schnell; das Knacken der Äste unter ihren Füßen war laut: Es klang wie Kanonenschläge im stillen Wald.
    Hier und da ließen die Baumkronen ein wenig Licht hinein, aber Betty lief immer weiter. Die Baumstämme wurden dicker, das Licht weniger und Skye immer unwohler.
    „Warte doch mal“, zischte sie missmutig und versuchte angestrengt, mit Betty Schritt zu halten.
    „Ich sehe Ace noch nicht“, sagte diese ungeduldig.
    Sie blieb wieder stehen und schaute sich suchend um. Es war mittlerweile so dunkel geworden, dass Betty ihren Zauberstab hervorgezogen und aus der Spitze Licht strahlen ließ, das Skye unangenehm blendete.
    „Nichts für ungut, Betty“, klagte Skye. „Aber ich habe keine Lust mehr. Lass uns wieder reingehen.“
    „Ich . . .“, fing Betty ungeduldig an, aber Skye unterbrach sie unsanft, indem sie ihr kurzerhand die Hand auf den Mund presste.
    Mit suchendem Blick musterte sie die Dunkelheit um sich herum. Der Wald verschluckte wirklich jedes Licht.
    Skye hatte ein Geräusch gehört. Und es war keine Katze gewesen. Diesmal hatte es nach etwas anderem geklungen, nach etwas Menschlichem.
    „Psst“, hauchte sie Betty ins Ohr, während sie langsam die Hand von ihrem Mund nahm.
    Betty gehorchte; auch in ihren Augen stand plötzlich Verunsicherung. So leise wie es auf dem knisternden Blätterboden möglich war, schlich Skye zu dem nächstgelegenen Baum, während Betty ihren Zauberstab löschte und ihr folgte.
    „Da war etwas“, flüsterte Skye, während sie sich eng gegen die feuchte, borkige Rinde presste. „Oder jemand.“
    Sie musste an den Angriff auf Ron Weasley denken. Sirius Black war trotz aller Bemühungen der Lehrer und Dementoren ins Schloss eingedrungen. Warum hatte Skye nicht auf Professor Flitwick und die anderen gehört? Der Wald war sicherlich ein gutes Versteck für Sirius Black.
    Und plötzlich schien sich in Skyes Kopf ein Schalter umzulegen. Warum war ihr das noch nicht früher aufgefallen?
    „Der Grimm“, hauchte sie und Betty machte ein verwirrtes Gesicht. „Ich habe damals an der Heulenden Hütte einen Mann gesehen. Und das Rascheln eben klang auch wie ein Tier.“
    „Wie kommst du da jetzt drauf?“, zischte Betty.
    „Was ist, wenn Sirius Black sich in ein Tier verwandeln kann? Einen Hund?“ Skyes Gehirn ratterte auf Hochtouren. „Deswegen konnte er auch so weit kommen! Ein streunender Hund fällt um einiges weniger auf als ein gesuchter Massenmörder!“
    „Nette Theorie.“ Bettys Stimme zitterte ein wenig, als sie das wisperte. „Aber das hilft jetzt nicht. Wie kommen wir hier weg?“
    Skye schaute sich angestrengt um. Die Geräusche hatten aufgehört, aber Skye konnte sich gut vorstellen, wie Black hinter einem Baum lauerte. Keine Frage, er musste sie bemerkt haben. Die lauten Stimmen, Skyes Getrampel und Bettys Licht waren schrecklich auffällig.
    „Zaubern hilft uns wahrscheinlich nicht“, überlegte Skye. „Er ist um einiges mächtiger. Und Wegrennen wäre auch keine ideale Idee.“
    „Was dann?“, raunte Betty.
    Stille. Skye spürte eine Spinnwebe in ihrem Gesicht, wagte aber nicht, sich zu rühren.
    Sirius Black war ein Massenmörder. Sie hatte schon mit vielen tödlichen Dingen zu tun gehabt, aber nichts war so real gewesen wie dieses hier. Und immer hatte es einen Ausweg geben.
    „Es tut mir leid, Skye“, flüsterte Betty auf einmal. „Ich meinte das gar nicht so. Und Padma ist da eben ziemlich temperamentvoll. Sie konnte sich nur wegen ihrem Ego nicht entschuldigen. Und na ja, manchmal war es wirklich so, dass du wie in einer anderen Welt gelebt hast.“
    „Betty, ich -“, begann Skye gerührt. Doch da kam ihr eine Idee. „Du bist ein Genie!“, flüsterte sie fast schon zu laut. „Eine andere Welt! Natürlich!“
    Hastig kramte Skye den Zeitumkehrer unter ihrem Shirt hervor.
    Tut mir leid, Professor Dumbledore, entschuldigte sie sich in Gedanken. Sie werden das verstehen.
    Und nun konnte Skye nur noch eins: hoffen. Hoffen, dass der Zeitumkehrer funktionieren würde. Sie nicht im Stich lassen würde.
    Skye drehte an dem Rädchen, das zum Wechseln der Dimensionen vorgesehen war, und Betty sah verwirrt dabei zu.
    „Was machst du da?“, fragte sie verwundert.
    Skye sah zu ihr auf und atmete tief durch. „Ich rette uns.“ Sie streckte Betty auffordernd ihre Hand hin. „Vertraust du mir?“
    Betty schien kurz zu zögern, für sie musste all das ziemlich eigenartig wirken, aber da vernahmen die beiden wieder ein leises Rascheln und schließlich nahm Betty Skyes Hand. Skye drückte fest zu, um sie beim Fallen ins Unendliche nicht zu verlieren.
    Betty sah kurz zu ihr herüber. „Natürlich vertraue ich dir.“

    BILD: Der Wald

    16
    ((bold))((navy))Kapitel 16: ENTHÜLLT((ebold))((enavy)) „Viel gebracht hat diese Rettungsaktion aber nicht.“ Betty saß mit zerknautschtem Gesicht

    Kapitel 16: ENTHÜLLT

    „Viel gebracht hat diese Rettungsaktion aber nicht.“ Betty saß mit zerknautschtem Gesicht auf erdigem Boden und sah verwirrt zu Skye hoch.
    Diese warf einen prüfenden Blick in den Himmel. Von der Abendsonne war mittlerweile nichts mehr zu sehen, aber Mondlicht fiel durch die Bäume auf den Waldboden.
    „Muss es aber“, erwiderte sie und streckte Betty die Hand hin.
    „Was hast du da überhaupt gemacht?“, fragte Betty, während sie sich aufrappelte.
    Skye antwortete nicht, denn ihr Blick war auf den Umriss eines Holzkreuzes gefallen, das ihr ziemlich bekannt vorkam. Sie ging hastig die paar Schritte zu dem alten, knorrigen Baum und zückte ihren Zauberstab.
    Lumos!
    Das helle Licht bahnte sich einen Weg durch die Dunkelheit und beleuchtete das Foto eines Jungen; eines Jungen mit braunen Haaren und dunkelblauen Augen.
    „Was hat der jetzt mit dem Ganzen zu tun?“, fragte Betty verwirrt und trat neben Skye.
    „Das ist mein Großonkel“, antwortete Skye kurz angebunden.
    Betty runzelte die Stirn. „Jetzt verstehe ich gar nichts mehr. Was macht ein Bild von ihm in Hogwarts?“
    Skye drehte sich zu ihr um. „Wir sind nicht in Hogwarts“, erklärte sie. „Wir sind im Rosewood Forest.“
    „Nie gehört.“ Nun zog auch Betty ihren Zauberstab hervor und ließ die Spitze erstrahle.
    „Es ist . . . ziemlich kompliziert.“
    Erst jetzt wurde Skye bewusst, was sie da eigentlich angerichtet hatte. Ja, nun waren sie zwar in Sicherheit, aber sie hatte Betty in das riesige Chaos der Dimensionen hineingeritten.
    „Und diese Kette? Du hast an so einem Ding gedreht und dann . . .“ Betty schien zu überlegen. „Dann war es so, als wären wir ins Leere gefallen.“
    „Das . . . trifft es recht gut“, sagte Skye langsam. „Wie gesagt, das Ganze ist ziemlich kompliziert.“
    Für einen Moment spielte sie mit dem Gedanken, Betty einen Vergessenszauber aufzuhetzen, aber diese Idee verwarf sie schnell wieder. Bei Alice war so etwas kein Problem, aber Betty war eine Hexe. Und keine schlechte noch dazu.
    „Wir müssen noch warten“, erklärte Skye und ließ sich auf den Boden fallen. „Damit gehen wir sicher, dass Sirius Black verschwunden ist.“
    Betty setzte sich zu ihr. „Das passt ja. So hast du Zeit zum Erzählen.“
    Skye seufzte. Natürlich, sie hatte das erwartet. Aber irgendwie machte ihr der Gedanke Angst. Es war anders als bei Tante Susan, einem Muggel. Betty wusste Bescheid über alles in der Zauberwelt und Skye hatte keine Ahnung, wie sie diese Sache auffassen würde.
    „Ich weiß, das klingt jetzt ziemlich dumm. Aber die Kette, das ist ein Zeitumkehrer. Nur er kann nicht nur die Zeit zurückdrehen, sondern einen auch durch Dimensionen schicken.“
    „Dimensionen?“ Betty kicherte ein wenig. „Klingt cool.“
    „Ehrlich“, beteuerte Skye. „Es gibt mehrere Dimensionen. Deine, meine und noch eine andere. Ich weiß nicht warum, aber der Zeitumkehrer, der ist zu mir gekommen. Professor Dumbledore hat das gesagt.“
    „Das heißt, du willst mir gerade weismachen, dass du aus einer anderen Dimension kommst? Und ab und zu mal Teekränzchen mit Dumbledore steigen lässt?“
    Betty wirkte in gewisser Weise skeptisch, aber Skye konnte geradezu hören, wie ihr Gehirn ratterte. Wahrscheinlich fügte sie gerade Puzzleteil um Puzzleteil zusammen, die Skyes seltsames Verhalten einen Sinn verliehen.
    „Gut getroffen.“ Skye seufzte und lehnte sich nach hinten. Der Gedanke an all die Dinge, die es zu erzählen gab, bereitete ihr Kopfschmerzen. „In meiner Dimension gibt es keine Hexen und Zauberer. Außer mir natürlich.“
    „Und deine Eltern?“, fragte Betty misstrauisch. „Die wissen nichts?“
    „Rein gar nichts“, bestätigte Skye. „Denk mal nach. Hast du sie jemals gesehen?“
    „Stimmt. Nie.“ Betty sah Skye mit einem eigenartigem Blick an. „Ebenso wenig wie Briefe oder Geschenke. Padma ist das mal aufgefallen, aber ich habe nicht weiter darüber nachgedacht.“
    „Ich führe eine Art Doppelleben“, erzählte Skye und als sie das aussprach, kam sie sich irgendwie blöd vor. „Zwei Dimensionen. Hogwarts und eine Muggelschule hier in Rosewood.“
    Betty fuhr hoch. „Das heißt, wir sind gerade in einer anderen Dimension?“
    Sie wirkte derartig verschreckt, dass Skye das als gutes Zeichen deutete. Wenigstens glaubte Betty ihr.
    „Korrekt. Ich wohne hier in der Nähe.“
    Betty rutschte langsam mit dem Rücken an einem Baum nach unten. „Ich glaube, ich träume. Träume ich? Oder bin ich tot? Hat Sirius Black uns ermordet?“
    „Quatsch.“ Skye winkte ärgerlich ab. „Du hast nur nie etwas bemerkt. Na ja, außer letztens. Deswegen habe ich Padma und dir auch nichts gesagt. Eigentlich darf ich gar nicht.“
    „Das hat dir dann wohl Professor Dumbledore befohlen?“, fragte Betty mit ein wenig säuerlichem Unterton.
    Skye runzelte die Stirn. „Du glaubst mir doch. Oder?“
    Betty seufzte und schien nachzudenken. „Ich meine, irgendwie macht es schon Sinn. Manchmal tauchst du wie aus dem Nichts im Schlafsaal auf. Deine Eltern sind nie irgendwo und Padma und ich hatten wirklich den Eindruck, dass du etwas verheimlichst.“
    Sag ich doch.“ Skye hätte sich am liebsten die Haare gerauft. Da redete sie schon mit einer Hexe, aber diese glaubte ihr trotzdem nicht ganz.
    „Padma.“ Betty sah Skye eindringlich an. „Erzählst du es ihr?“
    Skye seufzte. Noch eine Sache, an die sie nicht gedacht hatte. Wenn Padma sich überhaupt dazu herabließe, mit ihr zu reden, würde sie über drei Jahre Schweigen wahrscheinlich gleich wieder wütend werden.
    „Ich schätze mal, dass ich muss“, stellte Skye fest.
    Betty nickte heftig. „Natürlich. Ich will nicht, dass unsere Freundschaft kaputtgeht. Wir waren das perfekte Trio.“
    „Professor Dumbledore sollte ich besser nicht davon erzählen, dass ich das Geheimnis des Zeitumkehrers ausplaudere.“
    „Warum denn nicht?“
    Skye nickte zu dem Kreuz hoch. „Für meinen Großonkel hat das das Ende bedeutet.“
    „Was?“ In Bettys Augen stand mittlerweile die reine Verwirrung.
    „Wir haben noch so einiges nachzuholen“, kicherte Skye.
    „Ziemlich verrückt das Ganze, findest du nicht?“, fragte Betty nachdenklich.
    Skye zuckte mit den Schultern. „Man gewöhnt sich dran. Du hast es ja auch locker aufgefasst.“
    „Anfangs dachte ich, ich drehe durch. Dann dachte ich, du drehst durch. Aber es ergibt Sinn. Mum hat auch mal etwas von Zeitumkehrern erzählt. Und so was ist viel zu verrückt, dass du es dir selber ausdenken könntest.“
    Skye musste schmunzeln. Das war genau das Gleiche, was ihre Tante damals an Weihnachten gesagt hatte. Und genau wie bei Susan war es eine Erleichterung, endlich alles erzählen zu können.
    „Aber warum?“, hakte Betty nach. „Warum macht sich der Zeitumkehrer so eine Mühe?“
    „Dumbledore hat etwas von einer Aufgabe erzählt. Genauere Informationen verrät er wohl nicht gerne, denn ich habe keine Ahnung, wann und was passieren wird.“
    „Vielleicht musst du Bösewichte bekämpfen und den Helden spielen, so wie Harry Potter und seine Freunde“, sagte Betty grinsend, während sie aufgeregt mit ihrem leuchtendem Zauberstab wedelte.
    „Hoffentlich nicht.“ Skye schüttelte energisch den Kopf. „Ich bin nicht so ein ehrenhafter Gryffindor.“
    „Aber was, wenn du es wirklich tun musst?“, fragte Betty herausfordernd.
    Darüber hatte Skye auch schon tausendmal nachgedacht. Sie würde es versuchen, das hatte sie sich vorgenommen. Nur ob es gelingen würde, das war eine andere Frage. Vielleicht würde sie versagen, so wie ihr Großonkel Edward Thomas.
    „Mit ein bisschen Glück habe ich noch Zeit“, antwortete Skye hoffnungsvoll.
    Auch Betty überlegte wohl, was in solch einer Situation passieren würde, denn sie starrte angestrengt auf das Kreuz und runzelte die Stirn. Für Skye wirkte es noch immer unwirklich, dass Betty jetzt ihr Geheimnis kannte. Sie wusste nicht, was das für Folgen mit sich bringen würde. Zwar vertraute sie Betty, aber dennoch war jede Person, die von dem Zeitumkehrer wusste, in gewisser Weise eine Gefahr.
    „Mir ist kalt“, stellte Betty fest. „Kannst du dein Dimensionending vollführen und uns in unsere Betten bringen?“
    „Das entscheidet der Zeitumkehrer“, erklärte Skye, stand jedoch trotzdem auf. „Aber wir können es versuchen.“
    Auch Betty erhob sich, klopfte die nasse Erde von ihrer Hose und steckte ihren Zauberstab weg.
    „Hier in der Nähe wohnst du also“, sagte sie mit einem letzten schweifenden Blick auf den Wald.
    „Rosewood ist ziemlich langweilig“, sagte Skye schulterzuckend, während sie ihren Zeitumkehrer hervorzog.
    Neugierig spitzte Betty Skye über die Schulter und betrachtete interessiert das runde Amulett an der feingliedrigen Kette.
    „Glitzert schön“, bemerkte sie.
    Skye musste lachen und drehte kopfschüttelnd an dem winzigen Rädchen.
    „Halt dich diesmal besser fest“, sagte sie zu Betty, während diese sich an ihren Arm klammerte. „Beim letzten Mal bist du mir fast weggerutscht.“
    „Gruselig.“ Betty schüttelte sich. „Die Vorstellung zwischen irgendwelchen Dimensionen festzuhängen und da mutterseelenallein vor sich hin zu gammeln.“

    Zwei Minuten später standen die beiden Mädchen im wie leergefegten Gemeinschaftsraum. Das Feuer war fast erloschen, Mondlicht schien durch die Fenster und auch die Graue Dame war nicht zu sehen, also schlichen sie auf Zehenspitzen zu den Schlafsälen hinauf, wo die anderen Mädchen schon friedlich schlummerten.
    Skye starrte noch lange aus dem Fenster in den wolkenverhangenen Sternenhimmel. Sie hatte kurz das Gefühl, etwas Großes, Vierbeiniges vorbeifliegen zu sehen, kam dann aber zu dem Schluss, dass sie nun wirklich eine gehörige Portion Schlaf brauchte.

    BILD: Manchmal ist das echt unnötig

    17
    ((bold))((navy))Kapitel 17: SEIFENBLASEN((ebold))((enavy)) Als Skye am nächsten Morgen aufwachte, konnte sie noch immer nicht glauben, was sie am Vor

    Kapitel 17: SEIFENBLASEN

    Als Skye am nächsten Morgen aufwachte, konnte sie noch immer nicht glauben, was sie am Vorabend getan hatte. Nachdem sie drei Jahre kein Wort über die Dimensionen oder den Zeitumkehrer verloren hatte, wusste Betty jetzt alles. Die Sache war nun kein gut behütetes Geheimnis mehr, so wie Professor Dumbledore es gewollt hatte.
    Natürlich war Skye klar, dass sie auch Padma von ihrem Doppelleben erzählen musste. Eigentlich wollte sie dies so lange wie möglich vor sich hinschieben, aber Betty warf ihr schon den ganzen Tag herausfordernde Blicke zu und irgendwann gab Skye dann klein bei.
    Es kostete sie einiges an Überwindung, Padma (mit einer lauernden Betty in der Nähe) nach Astronomie anzusprechen.
    „Ich muss dir was erzählen“, sagte Skye kleinlaut. „Wir können uns heute Nachmittag am See treffen. Es ist wichtig.“
    Padma schaute sie für einen Moment ein wenig verwirrt an, nickte dann aber und Skye fiel ein riesiger Stein vom Herzen. Auch Betty grinste ihr breit zu und streckte stumm einen Daumen in die Höhe. Und so hatte Skye das Gefühl, dass es doch noch Hoffnung gab.
    Doch je näher das Treffen am See kam, desto aufgeregter wurde sie. Betty vom Zeitumkehrer zu erzählen, war gar nicht so schwer gewesen, es war ihr im Grunde einfach rausgerutscht. Aber mit Padma war das ganz anders.
    Betty und Skye hatten es sich besonders früh am See gemütlich gemacht, um ja nicht zu spät zu kommen. Die meisten anderen Drittklässler waren in Hogsmeade und so musste Skye keine Angst haben, belauscht zu werden.
    „Hau es einfach raus“, riet Betty ihr. „So wie bei mir.“
    Skye zog eine Grimasse. „Wahrscheinlich denkt sie, ich würde lügen oder so.“
    „Ach was.“ Betty machte eine wegwerfende Handbewegung. „Ich habe es doch gesehen. Vielleicht braucht sie nur ein wenig Bedenkzeit.“
    „Ich hoffe, dass -“, begann Skye, brach dann aber abrupt ab, denn ihr Blick viel auf Padma, die mit geschulterter Tasche und in der Sommerbrise wehendem Umhang auf sie zugelaufen kam. „Da kommt sie.“
    „Hals- und Beinbruch“, grinste Betty.
    Skye beobachtete Padma, während diese mit nüchternem Gesicht ihre Tasche fallen ließ und sich im Schneidersitz zu Betty und Skye hockte.
    Für einen Moment schwiegen die Drei und jede wartete darauf, dass eine andere etwas sagte.
    „Also“, brach Padma schließlich die Stille. „Du wolltest mir etwas erzählen.“
    „Ähm . . . ja“, druckste Skye. „Es ist ziemlich kompliziert. Also . . . ich . . .“
    „Na los“, zischte Betty leise.
    Skye war selbst überrascht, warum es ihr plötzlich so schwerfiel, von dem Zeitumkehrer zu erzählen. Vielleicht war es Padmas misstrauischer Blick, ihr schlechtes Gewissen oder der Streit, an den sie plötzlich denken musste.
    „Was ist jetzt?“, hakte Padma nach.
    Skye seufzte. Nun gab es kein Zurück mehr. „Na gut. Ich . . . nun ja. Ich habe ein Geheimnis . . .“
    Es fiel ihr schwer, ins Erzählen zu kommen. Wenn man Dinge, die man sonst immer gedacht hat, plötzlich laut ausspricht, können sie sich schnell seltsam anhören. Skye wunderte es, wie verrückt die ganze Sache mit den Dimensionen und dem Zeitumkehrer aus ihrem Mund klang.
    Padma unterbrach sie nicht, sie hörte nur stumm zu, runzelte ein paarmal die Stirn oder warf Betty einen fragenden Blick zu. Skye war das lieber so, denn endlich konnte sie alles erzählen, ohne irgendwelche Fragen beantworten zu müssen oder daran erinnert zu werden, dass ihr jemand zuhörte.
    Auch Betty lauschte interessiert; sie hatte bisher nur die grobe Geschichte gehört. Aber als Skye von Edward Thomas oder dem Abstecher ins Zaubereiministerium erzählte, machte auch sie große Augen.
    Als sie geendet hatte, schienen sowohl Padma als auch Betty die vielen Informationen erst einmal verarbeiten zu müssen.
    „Das ist ja echt richtig spannend“, bemerkte Betty mit dem typischen Grinsen im Gesicht. „Aber Dumbledore kann ich jetzt auch nie wieder normal anschauen.“
    Skye zuckte unsicher lächelnd mit den Schultern und sah zögerlich zu Padma.
    „Und das“, begann diese langsam. „Das soll der Grund sein, warum du oft so abweisend warst?“
    „Ja. Weißt du, die Muggel in der sekundären Dimension sind auch ziemlich kompliziert.“
    „Aber warum hast du nie davon erzählt? Ich meine, ja, Professor Dumbledore und was auch immer, aber trotzdem.“ Es klang wie ein Vorwurf aus Padmas Mund.
    „Es war . . . einfacher“, versuchte Skye sich zu erklären. „Und sicherer. Mein Großonkel ist gestorben, weil er es rumerzählt hat.“
    „Aber du kannst uns doch vertrauen“, sagte Padma. „Wir sind nicht wie dieser Tom Riddle. Du -“
    „Nein, natürlich“, unterbrach Skye sie verzweifelt. „So meinte ich das auch nicht. Es war nur . . . -“ Skye schüttelte frustriert den Kopf. „Tut mir leid. Ehrlich. Aber jetzt wisst ihr es.“
    „Und es stimmt“, schob Betty ein. „Ich habe es mit eigenen Augen gesehen.“
    Skye warf Betty einen dankbaren Blick zu. „Ich wollte euch da nicht reinreiten. Niemanden. Padma, nicht einmal meine Eltern wissen davon.“
    Padma schien nachzudenken. „Aber jetzt erzählst du uns alles. Oder?“
    Skye atmete erleichtert aus. „Ja. Alles. Ganz ehrlich.“
    „Wer hätte gedacht, dass wir mal Teil von einem richtigen Abenteuer sind?“, sagte Betty grinsend.
    „Genau deswegen wollte ich euch da nicht reinreiten“, sagte Skye kopfschüttelnd und wandte sich dann an Padma. „Tut mir leid. Auch unser Streit. Ihr seid doch meine beste Freundinnen.“
    Padma lächelte schief. „Unter diesem Umstand werde ich dir noch einmal verzeihen können. Aber jetzt musst du uns alles erzählen. Alles. Und wehe, wenn du es nicht tust.“
    Und ehe Padma sich versah, war Skye ihr um den Hals gefallen. Sie wusste gar nicht, wie sie es die letzte Zeit ohne ihre Freundinnen ausgehalten hatte.
    „Versprochen“, sagte Skye feierlich, als sie sich von Padma löste. „Wenn ihr wollt, könnt ihr auch mal mit in meine Dimension kommen.“
    „Gute Idee.“ Padma nickte zufrieden.
    „Aber nur, wenn es hell ist“, bestimmte Betty und Skye musste kichern.
    „Und vielleicht ist es auch gar nicht so schlimm, wenn du mit irgendwelchen Slytherins rumhängst“, schob Padma diplomatisch ein.
    „Die meisten sind wirklich ganz akzeptabel“, erwiderte Skye mit einem breiten Grinsen.
    „Du solltest mehr über den Zeitumkehrer rausfinden“, schlug Betty vor. „Solange deine Bestimmung - oder was auch immer - noch nicht eingetreten ist.“
    „Finde ich auch“, sagte Padma. „Es könnte dir helfen. Diese Hufflepuff, von der du erzählt hast. Vielleicht weiß die etwas.“
    „Victoria Stewart?“, fragte Skye. „Ich weiß nicht einmal, ob die noch lebt.“
    „Padma und ich können dir helfen“, sagte Betty und Padma nickte heftig. „Die primäre Dimension ist schließlich unser Gebiet.“
    „Mal sehen.“ Skye zuckte mit den Schultern. „Jetzt haben wir erst einmal die Abschlussprüfungen geschafft. Und Ferien!“
    Plötzlich kam Skye der sonnige Tag noch viel sonniger vor. Sie hatte ihre besten Freundinnen zurück. Und nicht nur das. Keine Geheimnisse mehr.
    Es fiel Skye schwer, das zu realisieren. Aber während sie das Glitzern der Sonne auf dem ruhigen See beobachtete, wurde ihr langsam klar, was in den letzten Tagen passiert war.
    So oft hatte sie sich wie in einer riesigen Seifenblase gefühlt. Einer Blase, die sie irgendwie immer ein bisschen von der Außenwelt abschirmte. Aber jetzt war sie nicht mehr alleine in der riesigen Blase des Zeitumkehrers.

    Am liebsten hätte Skye in der sekundären Dimension von diesem äußerst erfreulichen Umstand erzählt. Alice konnte ihr nun gestohlen bleiben, und diese Ansicht beruhte scheinbar auf Gegenseitigkeit.
    Es war wirklich nicht einfach, zu lesen, während Alice und ihre Freunde auf der Bank neben Skye miteinander kicherten. Sie hörte Lukes Stimme, Charlottes und sogar die von July.
    Mittlerweile war es schon eine Tradition für Skye, sich in den Mittagspausen irgendwo auf dem Schulhof zu verkriechen und die Nase in ein Buch zu vergraben. Kontakt mit Leuten wie Alice zu meiden, war dabei ziemlich wichtig.
    Nur bei dem lauten Giggeln links von ihr konnte einem das wirklich schwerfallen. Genervt versuchte Skye, sich auf ihr Buch zu konzentrieren.
    „Schön ist das aber nicht“, hörte sie Alice kichern.
    Skye spitzte die Ohren und sah unauffällig auf. Rede Alice etwa über sie?
    „Stimmt“, sagte Luke ebenso belustigt. „Sie sieht aus wie ein Junge.“
    Langsam wurde Skye wütend. Waren die anderen wirklich frech genug, vor ihrer Nase über sie zu lästern?
    Natürlich, es konnte ihr egal sein. Aber es konnte ihr ebenso gut egal sein, ob sie den anderen jetzt die Meinung sagen würde. Energisch stand Skye auf und klappte ihr Buch zu.
    Im Grunde hatte sie schließlich nichts zu verlieren. Ihre besten Freundinnen waren wieder zurück und das reichte ihr.
    Sie fühlte sich unbesiegbar, als sie mit verschränkten Armen vor die anderen trat.
    „Lucky Luke, ich glaube, es setzt aus!“, spukte sie ihm vor die Füße. Allesamt schauten die anderen Skye eigenartig an. „Wenn ihr schon lästern müsst, dann tut es doch irgendwo, wo ich es nicht höre.“
    Noch ein kurzer Moment der Stille und dann prustete Alice los. Verwirrt beobachtete Skye, wie der Rest mit einstimmte.
    „Es ging nicht um dich“, erklärte Charlotte mit verächtlichem Unterton.
    „Ach ja?“, antwortete Skye schon eine Spur weniger aggressiv.
    „Sondern um die da“, sagte Alice und deutete ungeniert auf ein Mädchen mit kurzen, braunen Haaren, das Richtung Eingang lief.
    Skye wurde augenblicklich ein wenig rot. Der überschwängliche Tatendrang hatte sich in Luft aufgelöst.
    „Oh. Ich gehe dann mal“, sagte sie hastig, drehte sich um und lief so schnell wie möglich zum Schulgebäude zurück.

    Alice und ihre Freunde schienen diesen Vorfall schnell wieder vergessen zu haben, Skye war es noch immer ziemlich peinlich, aber sie verlor kein Wort mehr darüber.
    Nur eine Person schien es noch nicht vergessen zu haben und kurz vor Schulende passierte etwas, das Skye niemals erwartet hätte. Sie war gerade dabei, ihren Spind auszuräumen, als jemand neben sie trat.
    Schwarze Schnürstiefel, um genauer zu sein. Erstaunt sah Skye auf. Über ihr stand ein Mädchen mit kurzem braunen Haar und dunklen Rehaugen.
    „Netter Spruch“, sagte sie grinsend. „Na, von wegen ‚Lucky Luke, ich glaube, es setzt aus bei dir‘ “, erklärte sie auf Skyes verwirrten Blick hin.
    „Danke. Schätze ich mal“, antwortete Skye ein wenig verwirrt. „Dann bist du also das Mädchen, über das sie sich lustig gemacht haben?“
    „Korrekt. Keine Sorge, ich kriege solche Sprüche öfter zu hören.“
    Skye nickte mehr oder weniger interessiert und wollte sich wieder ihrem Spind zuwenden, da fing das Mädchen erneut an zu sprechen.
    „Ich bin Harper“, stellte sie sich vor.
    „Skye.“
    Harper schien wirklich nicht locker zu lassen. „Kann ich dir was helfen?“
    Skye war etwas erstaunt über solche Hartnäckigkeit, aber sie zuckte mit den Schultern und machte eine ausladende Handbewegung. „Ich bin fast fertig.“
    Harper lehnte sich an den nächstgelegenen Spind. „Na gut. Ich dachte immer, du und Alice Smith seid gut befreundet oder so.“
    „Waren wir auch“, antwortete Skye etwas säuerlich. „Betonung liegt auf waren. Wir sind einfach nicht mehr auf einer Wellenlänge, wie man sagt.“
    „Aber das scheint dich gar nicht so zu interessieren“, stellte Harper fest.
    Skye warf ihr einen verwirrten Blick über die Schulter zu. „Warum?“
    „Du wirkst immer irgendwie abwesend. Also, nicht dass das was Schlechtes wäre, aber Alice scheint dir ziemlich egal zu sein.“
    „Ich habe eben andere Sachen, auf die ich mich konzentriere“, erwiderte Skye nüchtern. „Du scheinst mich ja ziemlich zu beobachten, dass du so viel über mich weißt.“
    Dabei fühlte sie sich ein wenig schlecht, da sie selbst nie wirklich Notiz von Harper genommen hatte.
    „Das fällt nur schnell auf“, sagte Harper. „Weißt du, ich analysiere gerne Leute.“
    „Du solltest Psychologie studieren“, antwortete Skye mit ironischem Unterton.
    „Habe ich sogar vor.“ Harper schien in keinster Weise verschwinden zu wollen. „Aber dafür braucht man einen ziemlich guten Abschluss.“
    Skye wusste nicht wirklich, was sie darauf erwidern sollte, also blieb sie einfach stumm und schloss ihren Spind.
    „Bist du in den Ferien da?“, fragte Harper.
    „Die meiste Zeit, ja.“
    „Wir können ja mal ein Eis essen gehen oder so.“
    Skye nickte nur gleichgültig, aber für Harper schien das zu reichen.
    „Cool, bis dann“, sagte sie grinsend und spazierte weiter.
    Skye sah ihr eher verdattert hinterher. „Ja, vielleicht“, sagte sie leise zu sich selber, bevor sie ihren Rucksack schulterte.

    BILD: Ein Lichtblick (Wundervolle Metapher, ich weiß.)

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    ((bold))((navy))Kapitel 18: UND PLÖTZLICH SCHIEN ALLES PERFEKT((ebold))((enavy)) Plötzlich war es, als wäre der Streit mit Padma und Betty nie pass

    Kapitel 18: UND PLÖTZLICH SCHIEN ALLES PERFEKT

    Plötzlich war es, als wäre der Streit mit Padma und Betty nie passiert. Die drei Freundinnen waren wieder so unzertrennlich wie früher, wenn nicht sogar noch enger.
    Skye musste ihren Zeitumkehrer nicht mehr vor ihnen verstecken und das fühlte sich großartig an. Padma wollte jedes Detail über die sekundäre Dimension wissen und konnte es kaum abwarten, selbst einmal dorthin zu reisen.
    „Im Grunde ist sie eigentlich so wie die primäre. Nur ohne Zauberei, versteht sich“, erklärte Skye eines Abends im Gemeinschaftsraum.
    „Können wir dein Haus ansehen?“, bettelte Padma. „Bitteeee.“
    Skye seufzte. „Vielleicht, wenn meine Eltern nicht da sind.“
    „Hast du in letzter Zeit noch mit Dumbledore gesprochen?“, fragte Betty. „Ihm wird es sicher nicht sonderlich gefallen, dass du es uns erzählt hast.“
    „Nein.“ Skye schüttelte den Kopf. „Habe ich auch nicht vor. Was er nicht weiß, macht ihn nicht heiß.“
    „Habt ihr eigentlich schon von Seidenschnabel gehört?“, fragte Padma.
    „Seidenschnabel?“ Skye runzelte die Stirn.
    „Na, Professor Hagrids Hippogreif. Er ist am Abend seiner Hinrichtung entkommen.“
    „Genau wie Sirius Black“, berichtete Betty. „Mum hat mir geschrieben. Im Ministerium soll schreckliche Aufregung herrschen. Was genau passiert ist, weiß niemand. Es gibt tausende durchgeknallte Theorien.“
    Skye lachte. „Und ich dachte, ich hätte an diesem Abend etwas Riesiges am Fenster unseres Schlafsaals vorbeifliegen sehen.“
    „Seidenschnabel!“, sagte Betty etwas zu laut und der gesamte Gemeinschaftsraum warf ihr seltsame Blicke zu.
    Skye prustete los. Es fühlte sich wunderbar an, endlich ihre besten Freundinnen zurückzuhaben.

    Seit der Enthüllung ihres Geheimnisses hatte Skye nicht mehr mit Jay geredet. Sie war viel zu beschäftigt damit gewesen, Freundschaften wieder aufzubauen, sodass sie ihn ganz vergessen hatte.
    Aber als Skye Jay dann am letzten Tag in der fast leeren Großen Halle vorfand, musste sie an das denken, was Padma gesagt hatte. Also stand sie auf, nahm ihre Bücher und lief schnurstracks zum Slytherin-Tisch hinüber. Ein paar ältere Slytherins, die schwatzend in der Nähe saßen, schien das nicht weiter zu interessieren und so hockte Skye sich neben Jay.
    Überrascht sah er von seinem Tagespropheten auf, den er gerade las. „Du siehst ja richtig fröhlich aus“, sagte er schief grinsend. „Was ist in dich gefahren?“
    „Ich habe mich mit Betty und Padma vertragen“, antwortete Skye unverkennbar stolz. „Es war doch gar nicht so kompliziert.“
    „Wie kommt‘s?“, fragte Jay erstaunt und faltete seinen Propheten zusammen.
    Skye winkte ab. „Vielleicht ein anderes Mal.“
    Sie war erstaunt, wie lässig sie plötzlich mit der Tatsache ihres gelüfteten Geheimnisses umging. Dass sie sogar mit dem Gedanken spielte, Jay irgendwann ins Vertrauen zu ziehen.
    „Na, siehst du. Nicht verzagen, Jay fragen.“
    „Logisch.“ Skye verdrehte die Augen.
    „Es gibt noch mehr gute Nachrichten“, berichtete Jay breit grinsend und holte tief Luft. „Ich bin in Zauberkunst nicht durchgerasselt!“
    „Wegen deiner wunderbaren Lehrerin natürlich“, ergänzte Skye.
    „Ich bin gerade noch so weggekommen.“ Jay zog eine Grimasse. „Mein Vater hätte mich sonst wahrscheinlich zerstückelt und irgendwo im Garten vergraben.“
    Skye sagte das zwar nicht, aber sie konnte sich solch eine Aktion wirklich vorstellen. Was Jay von seinem Vater erzählt hatte, klang nicht besonders nett.
    „Na ja, wenigstens haben wir bald Ferien“, fuhr er zufrieden fort. „Je länger man in Hogwarts ist, desto mehr weiß man sein Zimmer zu schätzen. So ganz für sich allein.“
    „Ich dachte, Hogwarts ist dein wahres Zuhause oder was auch immer“, grinste Skye.
    „Trotzdem.“ Jay zuckte mit den Schultern. „Und du? Hast du nicht in den Ferien Geburtstag?“
    Skye nickte. „Du hast ja wirklich ein gutes Gedächtnis.“
    „Ich weiß, ich weiß.“ Jay seufzte theatralisch. „Nur habe ich jetzt sechs Wochen niemanden, den ich ärgern kann.“
    „Ärgern? Mich?“ Skye winkte ab. „Da bildest du dir wirklich was ein.“
    „Ach, das sagen sie alle. Du musst zugeben, dass ich dich am Anfang ziemlich genervt habe“, sagte Jay und wirkte dabei irgendwie zufrieden.
    Skye dachte an ihre erste Unterhaltungen zurück. Jay hatte recht. Damals hätte sie niemals vermutet, dass sie irgendwann zusammen illegale Besenausflüge bei Nacht machen würden.
    „Vielleicht ein bisschen“, gab Skye zu. „Schließlich bist du manchmal wirklich anstrengend.“
    „Dieses Kompliment kann ich nur zurückgeben“, erwiderte Jay grinsend.
    Skye stand kopfschüttelnd auf. „Ich glaube, mein Schwein pfeift. Ein Gentleman bist du wirklich nicht.“
    „Wer weiß?“ Jay zog einen unsichtbaren Hut. „Schöne Ferien, Miss Professor-McGonagalls-Großcousine.“
    „Danke, danke, Mylord.“ Skye machte einen Knicks. „Tiefsinnige Gespräche auf Besen bei Nacht sollten wir nächstes Jahr wiederholen.“
    „Gerne doch, Mylady“, antwortete Jay grinsend.
    Während Skye aus der Großen Halle lief, musste sie noch immer ein wenig grinsen. Und irgendwie hoffte sie, in den Ferien etwas von Jay zu hören.

    Nicht nur in der primären Dimension wirkte plötzlich alles perfekt. Auch in der sekundären konnte Skye endlich die Sommerferien genießen. Ihre Eltern wunderten sich, warum sie plötzlich so fröhlich aussah, aber Skye zuckte nur mit den Schultern und machte das Wetter verantwortlich.
    Dabei war es nicht nur die strahlende Sonne und die zwitschernden Vögel - nein, denn Skye hatte endlich ihre lang ersehnte Auszeit. Und sie war sich sicher, dass sie nächstes Jahr ganz anders angehen würde. Und nie wieder, nie wieder sich an Menschen hängen würde, die gar nicht zu ihr passten. So wie July, Charlotte, Luke und Alice - die plötzlich alle beste Freunde zu sein schienen.
    Auch Harper hatte Skye fast schon wieder vergessen, genauso wie deren Pläne zusammen Eis essen zu gehen. Und so war sie auch vollkommen überrascht, als sie Harper auf dem kleinen Marktplatz Rosewoods begegnete.
    „Hey.“ Harper war wie ein Geist plötzlich hinter Skye aufgetaucht.
    Diese zuckte unmerklich zusammen und drehte sich mit nüchternem Blick um. „Ach, du bist es nur. Ich habe einen halben Herzinfarkt bekommen.“
    Harper grinste. Ohne die Schuluniform sah sie gleich noch viel rebellischer aus: Jetzt trug sie nicht nur Schnürstiefel, sondern auch ein kunstvoll zerrissenes Shirt und abertausende von Ketten.
    „Jap, nur ich“, sagte Harper und nickte mit dem Kopf zu Giulia‘s, einer winzigen italienischen Eisdiele, die in ganz Rosewood geliebt wurde. „Wollen wir das mit dem Eisessen machen?“
    Skye folgte ihrem Blick und wägte in Gedanken kurz ab. Sollte sie verneinen und alleine ein Eis essen gehen? Im Grunde wirkte Harper gar nicht so schlimm und vielleicht musste Skye einfach ein wenig offener sein. Keine Vorurteile haben, wie Jay jetzt sagen würde.
    „Also gut“, sagte Skye schließlich . „Aber ich habe nicht ewig Zeit.“

    Fünf Minuten später saßen die beiden Mädchen auf einer Bank und schleckten zufrieden ihr Eis.
    „Ich hätte wirklich nicht gedacht, dass ich jemals mit der besten Freundin von Alice Smith Eis essen würde“, stellte Harper grinsend fest.
    Skye verdrehte die Augen. „Ex-Beste-Freundin“, korrigierte sie.
    „Ja, ja, tschuldige. Und da ist wirklich nichts vorgefallen?“
    „Rein gar nichts“, sagte Skye. „Und da war ja das Problem. Auseinandergelebt, wie gesagt.“
    Harper musterte nachdenklich ihr Eis. „Ich kann dich verstehen. Ehrlich gesagt mag ich Alice auch nicht besonders.“
    „Weil sie deine Frisur hässlich findet?“, fragte Skye mit einem Blick auf Harpers kurzes Haar.
    „Weil sie einer dieser Menschen ist, die sich für etwas Besseres halten. Einer dieser Menschen, für die es nur Themen wie Jungs, Beliebtheit und irgendwelche Kleider gibt“, erklärte Harper mit bitterer Stimme.
    Skye sah sie erstaunt an. „Du scheinst aber wirklich eine tiefe Abneigung gegen sie zu hegen.“
    „Nicht nur sie. Eigentlich alle von diesen Leuten. Charlotte, deren Daddy ihr alles kauft, was sie will. Lucky Luke, der glaubt, dass er unglaublich cool ist, nur weil er mit beliebten Mädchen rumhängt. July, die wie ein Fähnchen im Wind ist und nur ihre gehässige Klappe aufreißt, wenn sie eine Chance zu lästern hat. Und natürlich Alice.“ Harper schien es wirklich genießen, über so etwas herzuziehen. In ihr schien sich einiges an Frust angesammelt zu haben und Skye wunderte es, wie zornig man über solche Dinge werden konnte.
    „Kleiner Tipp“, sagte Skye. „Konzentriere dich lieber auf andere Dinge. Es gibt so viel Wichtigeres. Das habe ich auch gelernt.“
    Harper schnaubte. „Ich wünschte, ich könnte das einfach so abtun wie du. Aber das ist mein Leben. Ich muss dieses ganze schrecklich affige Verhalten jeden Tag beobachten.“
    Skye konnte sich nur schwer in Harpers Lage hineinversetzen. Sie selbst hatte noch eine ganz andere Welt, in die sie sich verkriechen konnte. Da fiel es ihr leicht, die sekundäre Dimension einfach mal zu vergessen.
    „Wie machst du das?“, fuhr Harper fort. „Früher dachte ich, du wärst eine von . . . denen, du weißt schon. Aber jetzt, jetzt scheint dich all dieses Drama einen Dreck zu interessieren.“
    Skye schmunzelte. „Ich weiß gar nicht, wie ich das mache“, log sie. „Weißt du, es gibt so viele Dinge auf dieser Welt. Dinge, von denen du gar nichts weißt, von denen du wahrscheinlich niemals etwas wissen wirst und die du selbst in deinen wildesten Träumen nicht erahnst. Warum also machst du dir Gedanken über solche belanglosen Leute, die du in ein paar Jahren nie wieder sehen wirst?“
    Skye war überrascht von sich selbst, als sie das sagte. Es klang weise, so wie etwas, das von Professor Dumbledore hätte kommen können und nicht von einer unwissenden Dreizehnjährigen. Aber all das, was Skye schon erlebt hatte, was sie jeden Tag erleben musste, hatte eine Art Abdruck in ihrem Gehirn hinterlassen.
    „Du hast ja recht.“ Harper zuckte mit den Schultern. „Am liebsten würde ich diesen ganzen Leuten mal so richtig die Meinung geigen.“
    „Dann tu es doch.“
    „Irgendwann, nach unserem Abschluss oder so. Aber jetzt bin ich zu feige.“
    „Kann ich gut verstehen“, kicherte Skye. „Ich gehe Drama auch am liebsten aus dem Weg.“
    „Abgesehen von deinem Lucky-Luke-Moment“, erwiderte Harper.
    „Das war ein kleiner Aussetzer. Normalerweise bin ich da anders.“
    Es war der damalige Hochmut über das Begraben des Kriegsbeils mit ihren besten Freundinnen gewesen, der Skye so reagieren ließ. Und irgendwie fühlte es sich ausgezeichnet an, Hogwarts und ihre Freunde dort immer im Hinterkopf zu haben. Kein Wunder, dass Harper solche Probleme mit Leuten wie Alice hatte.
    Aber bei Skye war das anders. Denn sie war eine Hexe. Und eine durch Dimensionen reisende noch dazu.

    BILD: Harper O‘Connor mit dreizehn Jahren

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    ((bold))((navy))Kapitel 19: DAS ENDE IST ERST DER ANFANG((ebold))((enavy)) Schuljahre können schnell vorübergehen. Sehr schnell sogar, ganz besonder

    Kapitel 19: DAS ENDE IST ERST DER ANFANG

    Schuljahre können schnell vorübergehen. Sehr schnell sogar, ganz besonders, wenn einiges passiert. Das musste auch Skye erfahren, denn schneller, als sie erwartet hatte, kam auch ihr drittes Jahr in Hogwarts zu einem Ende.

    „Es sieht ganz danach aus, als hätte Gryffindor ein weiteres Jahr den Hauspokal gewonnen“, sagte Terry miesepetrig, als Betty, Padma und Skye sich zu ihm und seinen Freunden an den Ravenclaw-Tisch setzten.
    „Scheint so.“ Skye warf einen Blick auf die vielen roten und goldenen Dekorationen in der Großen Halle. Mächtige Löwen auf riesigen Fahnen blickten ihr brüllend entgegen und es war nun schon das dritte Jahr in Folge, wo das so war.
    Betty ließ frustriert ihren Kopf auf den Tisch fallen. „Ich wünschte, wir hätten Harry Potter in Ravenclaw.“
    „Oder eine Quidditch-Mannschaft, die gewinnen würde“, sagte Michael und warf Skye einen berechnenden Blick zu.
    Diese hob entschuldigend die Hände. „Das war eben einfach nicht gerade ein Glücksjahr für uns.“
    „Glücksjahr!“, sagte Padma aufgeregt und schaute Skye bedeutungsvoll an.
    Auch Betty hob den Kopf von der Tischplatte. „Was meinst du?“
    Padma beugte sich verschwörerisch zu Betty und Skye hinüber und flüsterte leise: „Na, der Grimm! Erinnert ihr euch nicht? Seitdem ist alles bergab gegangen.“
    Skye runzelte die Stirn. Natürlich hatte sie Padma schon von ihrer Theorie, dass Sirius Black der Grimm war, erzählt. Aber Padma schien nahezu versessen auf den Grimm als schlechtes Omen.
    „Das gibt sogar Sinn!“, gab jetzt auch Betty wispernd hinzu.
    „Seid ihr alle irgendwie durchgedreht oder so?“, fragte Skye schnaubend.
    „Wir sind dem Grimm doch entwischt, Skye! Damals, als ich das mit dem Zeitumkehrer herausgefunden habe. Was ist, wenn wir damit den Fluch besiegt haben?“
    Skye zog eine Grimasse. „Diese Professor Trelawney tut euch nicht gut.“
    Padma zuckte mit den Schultern. „Klingt doch logisch.“
    „Ich bleibe lieber bei meiner Theorie“, stellte Skye fest.
    Es war gut, dass nun Professor Dumbledore das Wort ergriff und damit ihre Diskussion beendete. Wie üblich hielt er eine kleine abschließende Rede und die Gryffindors machten einiges an Lärm, als sie den Hauspokal verliehen bekamen. Skye klatschte eher halbherzig, schließlich war Ravenclaw in den bisherigen Jahren viel zu kurz gekommen.
    „Aber es gibt schließlich noch immer vier weitere Jahre“, sagte Padma, während sie sich über das Festessen hermachten.
    „Apropos weitere Jahre.“ Betty nickte zum Lehrertisch. „Ich bin wirklich gespannt, wen sie uns jetzt als Lehrer für Verteidigung gegen die dunklen Künste vorsetzten.“
    Skye zuckte mit den Schultern. Professor Lupin war bisher bei weitem der kompetenteste Lehrer gewesen, den sie in diesem Fach gehabt hatten. Aber sein kleines Werwolf-Geheimnis (das sich in Hogwarts blitzschnell herumgesprochen hatte) war natürlich nicht gerade förderlich für seine Karriere.
    Skye vermied es sorgfältig, während der ganzen Feier einen Blick zum Lehrertisch und damit auch Professor Dumbledore zu werfen. Wahrscheinlich würde er zwangsläufig irgendwann davon erfahren, dass Skye ihr Geheimnis verraten hatte, aber eine vorzeitige Konfrontation wollte sie möglichst lange vermeiden.
    Sie hatte Angst, dass Dumbledore ihr das direkt aus den Augen lesen würde, wenn sie ihn anschaute und Skye fühlte sich schrecklich unehrlich deswegen.
    Aber trotzdem hatte sie in gewisser Weise das Gefühl, dass Professor Dumbledore sie sogar verstehen würde.

    „Wir müssen wirklich unseren Besuch in die sekundäre Dimension planen“, stellte Padma bestimmt fest.
    „Auf jeden Fall!“ Betty nickte bekräftigend.
    „Am besten wäre es, wenn wir uns vorher bei jemandem treffen“, sagte Skye. „Dann ist es auch am unauffälligsten vor euren Eltern.“
    „Ich frage Mum“, versprach Betty. „Dieses Jahr ist schließlich auch die Weltmeisterschaft im Quidditch. Mit ein bisschen Überzeugungskraft holt sie uns Karten.“
    „Das wäre fantastisch!“ Skye machte große Augen. Als hingebungsvolle Spielerin wäre solch eine Weltmeisterschaft für sie natürlich das Größte.
    Betty, die es sich vorher liegend auf mehreren Sitzen gemütlich gemacht hatte, stand schwungvoll auf. „Es sieht schon nach London aus“, sagte sie mit einem Blick aus dem Fenster des ratternden Hogwarts-Expresses.
    „Irgendwie habe ich das Gefühl, dass jedes Jahr schneller vergeht“, sagte Padma nachdenklich.
    „Und die Erstklässler werden auch immer kleiner.“ Skye grinste.
    Betty ließ sich wieder auf die Sitze fallen und bettete den Kopf auf ihren zusammengeknüllten Umhang. „Ich bin gespannt auf nächstes Jahr.“
    „Ebenso“, sagte Skye, während sie nach einem Schokofrosch angelte.
    „Mum hat gesagt, es wird ein ganz besonderes Jahr“, erzählte Betty. „Irgendwelches Ministerium-Insiderwissen oder so. Aber mehr hat sie nicht geschrieben.“
    „Besonders?“ Padma runzelte die Stirn. „Was waren dann unsere bisherigen Jahre? Mir reichen die besonderen Sachen ehrlich gesagt schon jetzt.“
    „Was sie wohl meint? Du musst deine Mum auf jeden Fall bearbeiten“, riet Skye.
    „Werd‘ ich. Und jetzt, wo Ace wieder aufgetaucht ist, kann sie mir nichts mehr vorwerfen.“
    Skye warf einen kurzen Blick zu Ace, die sich in ihrem Käfig zusammengerollt hatte und die Drei wachsam beobachtete. Es war ein Zufall gewesen: Ace war wohl während Pflege magischer Geschöpfe plötzlich aus dem Dickicht aufgetaucht und hatte nur fröhlich gemaunzt.
    Skye konnte sich das nicht erklären, aber sie konnte sich so vieles in diesem Jahr nicht erklären und manchmal musste man es in der Zauberwelt einfach damit beruhen lassen.
    „Und die Eule deiner Schwester?“, erkundigte Padma sich. „Gibt es da schon Neuigkeiten?“
    Betty schüttelte den Kopf. „Wie vom Erdboden verschluckt. Dieses Haustier-verlier-Syndrom liegt wohl in der Familie.“
    „Welche Eule war das noch gleich?“, fragte Skye. „Die winzige?“
    „Ja, genau die“, antwortete Betty. „Schrecklich klein, Zwergohreule und immer völlig überdreht.“
    „Arme Emma.“
    „Die kriegt schon eine neue“, sagte Betty schulterzuckend. „Wahrscheinlich hat irgendein Hauself diesen nervigen Winzling mit dem Abendessen verwechselt.“
    Skye prustete los. „Na lecker. Geröstete Eule.“
    „Mit leichtem Basilikumdressing“, fügte Betty hinzu.
    Padma trat angeekelt nach Betty. „Ihr seid wirklich unmöglich.“
    Betty und Skye wechselten einen kurzen, verschwörerischen Blick, bevor sie gleichzeitig „Vertrauensschülerin!“ plärrten. Bei Padmas verurteilendem Stirnrunzeln mussten sie gleich wieder kichern.
    Es dauerte nicht mehr lange, da fuhr der Hogwarts-Express in den Bahnhof King‘s Cross ein und hüllte Gleis Neundreiviertel in weißen Dampf. Sämtliche Schüler strömten auf dem Weg zu ihren Eltern fröhlich aus der Lok und es war gar nicht so einfach, sich einen Weg durch die Menge zu bahnen.
    Zu dritt traten Betty, Padma und Skye durch die Absperrung auf das Muggelgleis, wo schon einige Zauberereltern unauffällig warteten und so taten, als wären sie ahnungslose Muggel.
    „Und du?“, fragte Padma, während sie ihren Gepäckwagen über das Gleis schob. „Was machst du jetzt?“
    „Ich suche mir ein stilles Örtchen und dann geht‘s ab in die sekundäre Dimension.“ Skye grinste.
    Betty warf einen kurzen Blick zu ihrer Mutter, die in dem Versuch, sich den Muggeln anzupassen, einen hochgeschlossenen Hosenanzug trug und mit ihrer ernsten Mine und strengem Haarknoten aussah wie eine verbitterte Politikerin.
    „Bis bald, schätze ich mal?“, fragte Betty und sah von Skye zu Padma.
    „Auf jeden Fall.“ Skye nickte kräftig.
    Die Drei umarmten sich ein letztes Mal, bevor jede ihren eigenen Weg ging.
    Padma lief schnurstracks zu ihren Eltern, wo auch schon ihre Schwester Parvati wartete, Betty kam mit wedelndem Käfig und breitem Grinsen ihrer Mutter entgegen und Skye schlenderte gelassen weiter Richtung Ausgang.
    Bei den verwirrten Blicken einiger Muggel musste sie grinsen; sie war sicherlich ein seltsamer Anblick, mit ihren dreizehn Jahren und einer Eule auf dem Gepäckwagen unterwegs alleine in einem riesigen Bahnhof.
    Aber Skye interessierte das nicht. Die Muggel hatten ja keine Ahnung. Keine Ahnung, was sie sonst noch versteckte.
    Betty und Padma wussten jetzt von ihrem Geheimnis, aber Skye war sich sicher: Sie vertraute ihnen. Und Vertrauen war das, was ihr das Gefühl gab, ihre Leben waren doch nicht um Welten entfernt.

    BILD: Ich glaube, ich mache das im nächsten Teil nur noch, wenn es nötig ist

    20
    ((bold))((navy))DANKSAGUNG((ebold))((enavy)) Here we go again! Nun ist das dritte Jahr auch endlich abgeschlossen. All das geht wirklich schrecklich s

    DANKSAGUNG

    Here we go again! Nun ist das dritte Jahr auch endlich abgeschlossen. All das geht wirklich schrecklich schnell. Unsere kleine Skye wird langsam richtig erwachsen!

    Ein weiteres Mal bedanke ich mich bei allen, die diese Fanfiction kommentieren, sie bewerten oder einfach nur lesen. So etwas ist als Autor immer verdammt motivierend, wie ihr euch sicher vorstellen könnt.
    Und noch besser ist es, Leute zu treffen, die Harry Potter genauso lieben wie man selbst! ♡

    Wahrscheinlich habt ihr es euch schon gedacht, aber ich muss mich natürlich wieder bei drei ganz besonderen Personen bedanken:

    Tigerin, die schon seit dem Beginn dabei ist und zu jedem Kapitel großartige Kommentare schreibt, auf die ich mich immer freue. ♡♡

    Koala-Girl, die auch schon seit langer, langer Zeit fleißig auf neue Kapitel wartet und sie genauso toll kommentiert. ♡♡

    Und natürlich Serial Reader, die dank einer Lungenentzündung zu dieser Geschichte gefunden hat und seitdem ebenso eifrig liest und kommentiert. ♡♡

    Danke an euch, dass ihr jetzt schon so lange immer dabei seid, so viel lobt und auch Dinge ansprecht, die euch nicht gefallen. Ihr seid eben eine richtige Lektoren-Brigade, wie Koala mal so schön gesagt hat.
    Hoffentlich bleibt ihr noch lange dabei, denn für mich gehört ihr schon so zu dieser Geschichte wie Skye, Betty oder Padma. Danke für all die Unterstützung! ♡♡

    Zuletzt bedanke ich mich noch bei N., die mir mit ihren hammermäßigen Sprüchen immer wieder Inspiration liefert. Danke an die Kammer, Teepartys um drei Uhr nachts, Kokonschlafsäcke und Witze, über die man zehn Minuten lang pausenlos lachen kann.
    Danke an duden.de, A Very Potter Sequel und diesen seltsamen Wizarding Passport auf Pottermore (der nicht so spektakulär war wie erwartet und ich ihn deshalb erwähnen musste). Im Grunde danke ich allem, das mich in irgendeiner Form inspiriert hat. ♡♡♡

    Und jetzt, bevor ich sentimental werde, beenden wir das Ganze lieber. Vielen Dank euch allen!

    ♡♡♡♡♡♡♡♡♡♡♡♡♡♡♡♡

    Und bis zum nächsten Jahr! Denn es ist noch lange nicht vorbei . . .

    Hier ist der Link zum vierten Teil:
    https://www.testedich.de/quiz61/quiz/1566826895/Skye-Thomas-Um-Welten-Entfernt-4-Eine-Harry-Potter-FF

    Yours sincerely
    Halbblutprinzessin 28


    Keine Rechte der Bilder gehören mir! Sie sind alle in Google gefunden.

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Kommentare (399)

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vor 2 Stunden
Sind doch zwei Nächte geworden, aber ich glaube, ich würde mir wünschen, dass Skyes andere Ravenclaw-Klassenkameraden ein bisschen mehr auftauchen. Immerhin verbringt sie mit denen sehr viel Zeit, teilt sich ja nicht nur mit Betty und Padma den Schlafsaal. Padmas Zwilling Parvati und über sie auch Lavender Brown könnten auch interessante Kontakte sein. Für Skyes Geschmack etwas zu girly, aber trotzdem, müssen ja nicht ihre BFFs werden. Mit den Gryffindors hat Skye ja keinen Unterricht, aber in der DA wird sie Dean Thomas näher begegnen, denke ich. Und dann wäre ein Kommentar zum Nachnamen fällig.

Das sind, glaube ich, Namen, die du wahrscheinlich eh schon auf dem Zettel hattest... 😉
Gestern
Happy Hermione's Birthday, Leute!

Ich beantworte mal die Umfrage:

1. Nicht wirklich. Ich finde, sie ergänzen sich gut, weil jede ihre eigene Persönlichkeit hat. Ich würde keine von ihnen missen wollen.

2. Ich glaube, so viel ist klar: Skye wird sich in Zukunft immer härteren Herausforderungen gegenüber sehen, an denen sie wachsen wird. Sie hätte wohl gern ein ruhigeres Leben, aber sie ist nun einmal auserwählt. Wie Harry, aber ohne Harrys Gryffindor-Charakter. Ich schätze, du hast uns in den Gesprächen mit Harper schon einen Wink gegeben, wie es mit Skye weitergeht. Sie kann auf keinen Fall eine Zuschauerin sein, auch wenn sie das manchmal wohl gerne wäre. Padma, ich sehe Großes in ihrer Zukunft! Bestimmt wird sie Vertrauensschülerin! Und Mitglied in Dumbledores Armee! Und im siebten Jahr wird sie Widerstand gegen die Carrows leisten! Verantwortungsbewusst, vernünftig, tapfer. Betty wird sich wahrscheinlich mit ihrem Trauma auseinandersetzen müssen.

3. Wenn du schon so fragst, dann wird es auf jeden Fall ein recht ereignisloser Ball, alle tanzen artig ein bisschen mit Platz für den heiligen Geist, es gibt ein Glas alkoholfreie Bowle und zur guten Nacht einen warmen Händedruck! Na, also, ich denke, etwas Drama wird es schon geben. Padma hat hinterher auch einiges über Ron zu sagen, dass wissen wir ja von Luna. Ich könnte mir durchaus vorstellen, dass Terry Skye vielleicht fragt, weil es einem oft leichter fällt, jemanden zu fragen, mit dem man schon befreundet ist. Aber Skye hofft vielleicht darauf, dass Jay mit den schönen Augen sie fragt. Betty wird Padma bezüglich dieser Der-Junge-fragt-das-Mädchen-Aussage sicher widersprechen. Ich zähle da auf sie!

4. Uih, Wünsch Dir was! Hm... Darüber möchte ich gerne eine Nacht schlafen.

5. NIEMAND!!!!! So, wie die Frage klingt, wird wohl jemand dran glauben müssen... Und wahrscheinlich jemand, der Skye und uns am Herzen liegt... Oder vielleicht Skye selbst? In einem dramatischen Finale opfert sie sich womöglich selbst? Ich finde es komisch, über so etwas zu spekulieren im Gespräch mit derjenigen, die diese Entscheidungen trifft...
Gestern
Tja, mal sehen . . . ;) Fleur geht übrigens mit Davies. Das wird auch lustig. :D
Gestern
Ich beantworte jetzt einfach mal Frage 3, da ich auf die am meisten Lust habe ^^

Skye+Jay?
Betty+Kugelschreiber
Padma is clearly!

Ich muss das ein andermal weiterführen, da ich grade so schrecklich unkreativ bin!

Oh und vielleicht könnte Terry ja, auch Fleur fragen!
Gestern
Und danke Leute für die fünf Sterne! Ehrlich, so eine tolle Unterstützung hätte ich nie erwartet. Danke! ♡

Einfach weil ich Lust drauf habe, eröffne ich jetzt eine kleine Umfrage. Ihr werdet wahrscheinlich nicht viel damit erreichen können, weil alles schon geplant ist, aber vielleicht habt ihr mal nichts vor und antwortet auf die Fragen:

1. Habt ihr einen Favoriten aus dem Ravenclaw-Girl-Squad? Wen ja, warum?

2. Was glaubt ihr, in welche Richtung Skye sich noch verändern wird? Und wenn ihr Lust habt, könnt ihr das auch für Betty und Padma beantworten.

3. Habt ihr schon Vermutungen für den Ball? Wer geht mit wem, wird alles Friede, Freude, Eierkuchen?

4. Gibt es eine Person aus dem Canon, die noch in der Fanfiction auftauchen sollte? Damit meine ich Wünsche, die ich auch beachten werde.

5. Meine Lieblingsfrage: Wer glaubt ihr, wird noch so den Löffel abgeben?
Gestern
@Cereal: Vielleicht wird er Skye fragen... Oder er fragt einen neuen Chara. Zum Beispiel eine Beauxbatons.
FBatCoG war der Auslöser dazu, dass ich überhaupt HP gelesen habe! ^^ Ich, wärend ich das Ende lese: *Okay, und jetzt? Das ist doch schon etwas verrückt, das der da nen Phönix bekommt, bloss weil der Dumbledore heisst. Was ist an dem Namen eigentlich so besonders?*
Gestern
Überraschung, ich lebe auch noch. xD Tut mir leid, dass ich mich praktisch gar nicht gemeldet habe, aber im Moment habe ich irgendwie gar keine Zeit. Schule und alles andere . . . Ihr wisst schon.

@Liliana: Ja, Montag ist echt sinnvoller. Aber Dienstag angenehmer. xD
Die 28 kommt von meinem Geburtstag. (Kreativ, ich weiß.)

Die Pause ist ab April zwei Monate. War vielleicht etwas blöd ausgedrückt.

Und danke! :D
Ich gucke mal auf YT, aber eigentlich bin ich in diesem ganzen DIY-Kram nicht so begabt. Na ja, mal schauen.

@Koala: Tja, schließlich sind die Warringtons auch Canon, nicht? :P
Für mich fühlt es sich mittlerweile wirklich ein bisschen so an. Irgendwie brennt sich das in meinen Kopf ein.

Du würdest an meiner Schule sicher schnell Freunde finden. xD Bei uns gibt es nicht so viele verschiedene Sportarten, wir haben die Turner- und die Basketballfraktion, die den anderen Sport jeweils verachten. Und dann noch so Leute wie mich, die etwas anderes machen und sich dann irgendwo anschließen müssen. (Ich bin Team Basketball, einfach weil ich keine zehn Saltos hintereinander machen kann oder so.)

Und nein, du hast keine schlechte Kritik geschrieben, keine Angst. xD Daran könnte ich mich erinnern, aber vielleicht hast du die FF auch gar nicht erst gelesen.

Von mir auch schöne Grüße an deine Freunde, obwohl das jetzt etwas spät ist. HP-Socken klingen super! :D

@Cereal: Dannn ist ja gut. :P
Das mit dem Profil ist wirklich ziemlich ausschlaggebend, finde ich. Mir ist es lieber so, und das weiß ich aus Erfahrung.

Ja, das mit dem Quidditch habe ich schon ausprobiert. Es gibt einen neues Stockwerk mit Tribüne und allem, man kann auch spielen, aber vorher muss man so ein Event vervollständigen, sogar ohne Zeitlimit. Ich bin erst bei Teil zwei. xD
(Es gibt zufälligerweise auch eine Jägerin namens Skye, die in dem jeweiligen Haus des Spielers ist, also bei mir Ravenclaw. Zufall? Ich glaube nicht?)
Wenn ich dann aber Quidditch spiele, berichte ich dir davon.

Salat ist mein bester Freund. :)

@Luna Lovegood . . .: Danke. :)

@Tigerin: Ach, das mit den Dates sehe ich ganz locker. Wir haben noch Zeit und aus chronischer Faulheit habe ich mich jetzt zu Abwarten und Teetrinken entschieden. Mit den meisten Jungen bin ich nur befreundet, wenn ich keine tiefe Abneigung gegen sie hege, also kommt jetzt ein Zitat, das ihr später in Kapitel 18 nochmal zu hören bekommt:
„Der Junge fragt das Mädchen. Ich warte einfach.“ ~Padma
Was Betty darauf antwortet, erfahrt ihr dann irgendwann. Aber ich halte euch mit meinem Drama auf dem Laufenden. xD
Beeinflussen werden meine persönlichen Probleme die Geschichte nicht besonders. Außer es passiert etwas schrecklich Unvorhergesehenes.

Die Idee mit den Zauberstäben gefällt mir! Ich werde wahrscheinlich eher Platzprobleme kriegen, das Ganze soll schließlich auch einigermaßen schön aussehen. Ich probiere einfach mal ein paar Sachen aus!

@Alle: Von euren Lieblingscharakteren zu hören, finde ich echt interessant. Das motiviert doch gleich zum weiterschreiben. Ich fange so bald wie möglich an, im Moment müsst ihr nämlich schrecklich lange warten. Tut mir leid.
Gestern
@Halbiblu: Ich war gerade auf Pottermore, da steht, dass es bei Hogwarts Mystery jetzt Quidditch gibt. Hast du das schon gespielt? Ist es gut?

Ach ja, was du zur Ernährung gesagt hast, dass trifft beim Schwimmen auch zu, hast du Recht. Naja, offensichtlich aus anderen Gründen, wir landen selten auf einem Bein, aber du weißt, was ich meine. Das ist bei mir auch immer noch drin. Während meine Freunde ständig zu McDonalds wollen, wenn wir unterwegs sind, gibt es bei mir solches Junkfood nur im äußersten Ausnahmefall. Das ist einfach so... normal geworden für mich. Und beim Yoga ist es auch von Vorteil, wenn man keine Tonne ist... Man ist einfach beweglicher und der Pfau ist auch ohne überschüssige Pfunde schwer genug...

@Liliana: Hast du ernsthaft Befürchtungen, dass uns der Gesprächsstoff ausgehen könnte? Also, über Harry Potter gibt es doch immer etwas zu sagen! Z.B. ob du dich auf den nächsten Fantastic Beasts Film freust. Der letzte hat mich leider enttäuscht, aber wie ein Lemming werde ich auch für den nächsten brav ins Kino traben... Oder über die Geschichte. Was meinst du, wen wird Terry Boot wohl fragen wegen des Balls?
vor 3 Tagen
Da bin ich echt froh! Ich habe mir nämlich schon sorgen, um euch gemacht! Wir brauchen neue Gesprächsthemen, da uns sonst der Gesprächsstoff aus geht... Ergibt sinn, oder? xD
vor 3 Tagen
@Liliana: Ich lebe auch noch! Ich habe in den letzten Tagen nur wieder mehr geschrieben und war deswegen untergetaucht.

Ich bin da wie Cereal, ich habe nicht den einen Lieblingscharakter. Ich liebe Bettys Art und ich mag Padma als Stimme der Vernunft, die Stelle, wo Skye Jays Augenfarbe bemerkt, gehört immer noch zu meinen liebsten, und Skye selbst ist natürlich auch super.

@Halbiblu: Das Zelt und Harry, der Cho winkt, sind mir natürlich auch aufgefallen! Und ich habe mir meine Ausgabe von Goblet of Fire nochmal geschnappt, und ich denke, ich weiß, wo Mrs Warrington noch auftauchen wird... und ich freue mich drauf!

Und, wie läuft die Partnersuche? Ändert das deine Pläne für diese Geschichte? Beeinflusst das echte Leben die Kunst?

Wegen deiner Harry Potter-Sachen: kannst du vielleicht deine Zauberstäbe so arrangieren, dass es aussieht, als würden sie sich duellieren? Mit Lichterketten oder Leuchtsternen oder Stickern, damit es aussieht als würden da Funken raus kommen? Ich bin so herrlich schlecht darin, sowas zu beschreiben...

Auf Youtube habe ich gesehen, wie jemand sich mit Edding einen Grim in eine Teetasse gemalt hat, das ist doch auch eine witzige Dekoidee. Wobei dein Problem wahrscheinlich eher nicht ist, die Regalfächer voll zu kriegen, sondern, wie du die Sachen anordnest. Bücher chronologisch, nach Größe oder nach Farbe sortiert etc.
vor 3 Tagen
War gut.............................
vor 3 Tagen
Ich lebe noch.

@Liliana: Der Sitz, den du meinst, ist bestimmt der Lotussitz oder Padmasana. 🧘‍♀️

Und ich finde es gut, wenn der erste Schultag kein Montag ist, weil dann die erste Woche nach den Ferien nicht so verdammt lang ist. Die ist sowieso immer länger, habe ich das Gefühl. Und mit so einer Mi-Fr-Woche kommt man sanfter wieder rein in den Alltag. Weißt du, was ich meine?

Ich habe keinen Lieblingscharakter in dieser Fanfiktion. Ich liebe einfach alle! Skye, Betty, Padma, Jay, Harper...

@Koala: Ich dachte auch immer, oder sagen wir, seit ich das erste Mal Band 7 gelesen habe, dass das Zelt von den Malfoys wäre. Du bist also nicht allein mit deinem Irrtum. 😉

Ich kenne auch niemanden außer Halbiblu, die Eiskunstlauf macht. Aber Basketball und Hip Hop kenne ich ein paar Leute. Bei uns in der Klasse machen von den Jungs die meisten Fussball, gefolgt von Basketball und die Mädchen Tanzen und Volleyball. Für die Stufe kann ich es nicht sagen... Kennst du Leute, die Yoga machen?

Ich wusste nicht, das Pottermore mal Poster verkauft hat!

Deine Jungs klingen echt sympathisch. Grüß sie zurück.

@Halbiblu: Ich fand die Nostalgiedosis genau richtig! Wenn ich keine Nostalgie wollte, würde ich keine Fanfiktion lesen. Oder so eine schlechte, die nichts so lässt, wie im Original, wo alle Figuren OOC handeln...

Wahrscheinlich sind viele von TD zu Wattpad gezogen... Aber ich mag TD noch immer, wegen euch und dieser Geschichte, weil es auch Quizze gibt und weil man kein Profil erstellen muss.
vor 4 Tagen
Also... Ähmm… Ich wollte nur mal Fragen ob ihr noch lebt?
vor 6 Tagen
Ihr seid aber auch nicht die schlechtesten Beobachter, da ihr mein Geheimnis, wegen Jay rausgefunden habt!
Richte deinen Jungs auch meine Herzlichsten Grüsse aus! 😉
Irgendwie erinnern die mich an Fred und George...
Das mit dem Netz, kenne ich leider auch nur zu gut...
vor 6 Tagen
Und die Jungs wollen jetzt noch, dass ihr wisst, dass ihre Geschenke immer die besten sind, und dass ich die Harry-Potter-Socken auch von ihnen bekommen habe. 🙄(Ich erzähle ihnen mal nicht, dass ich mir auch selbst welche gekauft habe...🤫)
vor 6 Tagen
Oh, Liliana! Habe dich nicht gesehen. Bin draußen und Netz ist nicht so doll...

Ja, Betty ist definitiv mein Liebling! Du bist eine aufmerksame Beobachterin, dass dir das nicht entgangen ist.
vor 6 Tagen
Die Jungs sagen, wenn ich schon euch schreibe, während ich mit ihnen unterwegs bin, dann muss ich euch wenigstens von ihnen grüßen. Also:

Schöne Grüße von meinen Kumpels.
vor 6 Tagen
Also ganz ehrlich, ich glaube hier hat jeder seinen Liebling! Also ganz sicher sind da:
Koala=Betty
Liliana=Jay xD

Wer ist bei euch den der Liebling?

@Koala: Ich bin bei den FFs eher so der „Streitschlichter“ wenns um RS geht, bei der Story bin ich aber auch nicht zimperlich. Ich finde nämlich es kommt auf den Inhalt und nicht, die RS an.
vor 6 Tagen
@Koala: Hey wir sind gleichzeitig on! 👋
vor 6 Tagen
Was Harry-Potter-Merchandise betrifft, habe ich ein bisschen mehr, als Tigerin. Ich bin öfter in London, und auch so zweimal im Jahr in den Studios. Und ab und zu kaufe ich mir da auch was. Oder ich kriege was geschenkt. Ich wünsche mir eigentlich immer Bücher oder Gutscheine, und meine Kumpels besorgen dann immer gern eine Kleinigkeit dazu, so als Überraschung, die meistens was mit Harry Potter oder mit Basketball zu tun hat. Letztes Jahr gab's z.B. ein Bonbonglas voll mit Fruchtgummi-Basketballschuhen. Die haben die Jungs dann gegessen, weil ich gar nicht so gern Süßes esse... Mein Geschenk war also, dass sie, bis das Glas leer war, nicht jammern konnten, dass es bei mir nichts zum naschen gäbe! xD

Und ich glaube, wir alle kennen dieses Gefühl, wenn wir jemanden treffen, der was von Harry Potter trägt. Diese Verbundenheit. Ich habe letztens in der Bahn einer zugezwinkert, die ein Always-T-shirt trug, und meine HP-Socken gezeigt, da hat sie dann den Grund gewusst und zurück gegrinst.

Aber das coolste, was ich besitze, ist ein Poster aus der Pottermore Art Collection, die es leider nicht mehr gibt.

Hm... aber wie du deine Fanartikel anordnen könntest, das ist echt schwierig zu sagen, ohne sie genauer zu kennen. Liliana hat Recht, auf YouTube oder auch auf Pintrest gibt es coole Ideen für HP-Zimmerdeko...