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BTS - Liebe zur Musik (Jungkook Ff)

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31 Kapitel - 42.191 Wörter - Erstellt von: - Aktualisiert am: - Entwickelt am: - 14.984 mal aufgerufen - User-Bewertung: 5 von 5.0 - 7 Stimmen- Die Geschichte ist noch in Arbeit - 28 Personen gefällt es


Alles beginnt mit einer Idee, einem Rhythmus, einem Klang, oder einer einzigen Note. Allein bedeuten sie nicht viel. Sie sind zwar da, aber niemand nimmt sie wirklich wahr. Doch verbindet man sie, kann man eine Geschichte erzählen.

Diesmal erzählt sie meine Geschichte. Meine und die eines Jungen, der mir gezeigt hat, dass Musik noch viel mehr ist.

Den Musik ist Liebe. Musik ist Leben.

Ich bin Musik.

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    ((cur))Musik. Alles beginnt mit einer Idee, einem Rhythmus, einem Klang, oder einer einzigen Note. Allein bedeuten sie nicht viel. Sie sind zwar da, a
    Musik.

    Alles beginnt mit einer Idee, einem Rhythmus, einem Klang, oder einer einzigen Note. Allein bedeuten sie nicht viel. Sie sind zwar da, aber niemand nimmt sie wirklich war. Doch verbindet man sie, kann man eine Geschichte erzählen. Eine über das Leben, eine über die Liebe oder auch eine über Sorgen und Ängste. Doch Musik ist viel mehr als das. Musik ist Leben. Musik ist Gefühl. Musik ist Ausdruck. Und Musik ist Tanz.

    Tanzen. Es gibt nichts im Leben, das mich glücklicher macht. Oft fragen mich die Leute: „Ruby, warum tanz du?" Und ich sage dann:" Ganz einfach, weil ich es fühle!" Wenn ich Musik höre und zu tanzen beginne, habe ich das Gefühl alles um mich herum vergessen zu können. Ich kann komplett abschalten und einfach nur ich sein. Ich ohne meine Probleme, ohne meine Sorgen und ohne meine Ängste.


    Lächelnd drehte ich die Lautstärke hoch und schloss die Augen. „Music was my first love. And it will be my last. Music of the future. And music of the past......." Ich fühlte wie ein Ton nach dem anderen durch meinen Kopf wanderte und jeder einzelne etwas ganz Besonderes war. Ich gab mich ihnen komplett hin und folgte der Musik. Ich tanzte.

    Wie in Trance bewegte ich mich über den Boden. Ich spürte den weichen Teppich unter meinen Füßen, fühlte die Strahlen der Sonne, die sich durch mein Fenster bei mir verabschiedeten und roch den Kuchen, den ich vor einer Stunde in den Ofen getan hatte.....

    Ich schnupperte noch einmal. Der Kuchen? Der KUCHEN! Ich riss die Augen auf und fluchte. „Verdammt, den hatte ich ja komplett vergessen!"

    Wie von der Tarantel gestochen, rannte ich die Stiegen hinunter in die Küche. Der Ofen qualmte bereits wie ein Schornstein im Winter und ich wunderte mich, dass der Feueralarm noch nicht angegangen war. Ich hustete als mir der stechende Qualm in die Nase stieg. „Scheiße, scheiße, scheiße!", schimpfte ich, drehte den Ofen ab und öffnete ihn, sodass der ganze Rauch hinauskonnte.

    Wie eine Verrückte wedelte ich mit einem Topflappen herum. Doch das verteilte den Qualm wohl eher, als dass es ihn vernichtete. Verzweifelt tastete ich den Ofen nach dem Kuchen ab und zog ihn mit dem Topflappen vorsichtig heraus.
    Rabenschwarz. Total verbrannt. Ich seufzte.

    „Sieh es endlich ein! Du kannst nicht backen!" Will kam mit einem Buch in der Hand und einem selbstgefälligen Grinser im Gesicht um die Ecke und lies sich in einen Sessel beim Esstisch plumpsen. Ich warf ihm einen verächtlichen Blick zu und äffte ihn nach. „Du kannst nicht backen..... Blah, blah, blah!"
    „Hättest du den Ofen nicht abdrehen können! Du warst doch unten und hast das bestimmt gerochen." Er überlegte kurz. „Ja, hätte ich vermutlich......... Hatte aber keine Lust!" Damit hatte sich die Sache für ihn auch schon erledigt und er vertiefte sich wieder in sein Buch.

    Als ich mir sicher war, dass er mich nicht mehr beobachtete, streckte ihm angefressen die Zunge raus. „Blödmann! Und sowas ist mein Bruder!"

    Will ist sechs Jahre älter als ich. Im Gegensatz zu mir und mein Zwillingsbruder Ross hat er die Gene meines Vaters geerbt. Er ist groß, hat dunkle Haare, braune Augen und nicht eine Sommersprosse ist in seinem Gesicht zu sehen. Darum habe ich ihn immer beneidet.

    Ross und ich dagegen sehen aus wie kleine Streuselkuchen und sobald wir in die Sonne kommen sprießen diese Dinger in alle Richtungen.

    Wir haben dafür die Gene unserer Mutter geerbt. Mama hat leuchtend orange Haare und olivgrüne Augen. Sie hat uns von klein auf erklärt, dass das etwas Besonderes ist, worauf wir stolz sein können, doch über die Jahre habe ich gemerkt, dass es wohl mehr ein Fluch als ein Geschenk ist.


    „Ist der Kuchen schon fertig? Ich hab' solchen Hunger!"
    Der der da gerade mit seinem Kuschelhasen Nino in die Küche kommt, das ist Sam. Er ist der jüngste von uns vieren und eindeutig ein Nachzügler. Mit vierzehn Jahren Altersunterschied könnte ich fast seine Mutter sein und so fühlt es sich ab und an auch an.

    Mama und Papa sind so gut wie nie zu Hause. So auch heute nicht. Mama ist Anwältin und Papa Arzt. Sie arbeiten beide rund um die Uhr und haben deshalb kaum Zeit für uns und schon gar nicht für Sam. Eigentlich wäre es da ja Wills Job, als der älteste Sohn, sich um Sam zu kümmern. Naja, wie soll ich das sagen. Wie immer könnte er........, doch er hat nun mal „keine Lust". Also übernehme ich das.

    Seitdem ich meinen Führerschein habe, ist das auch um einiges leichter. Morgens in den Kindergarten, nachmittags zum Kinderturnen und abends zu einem Freund. Ich bin immer für meinen kleinen Bruder unterwegs und opfere meine gesamte Freizeit für ihn. Schwer, wenn man bedenkt, dass meine Hobbys und Freunde dafür flöten gehen.

    Und ja, manchmal nervt das. Aber die meiste Zeit ist es den Aufwand auch wert....


    „Ruby, wann kommen Mama und Papa nachhause?" Sam sah mich aus seinen großen olivgrünen Kulleraugen an und hielt mir Nino entgegen. „Nino nämlich hat auch schon Hunger!" Ich lächelte und strich meinem kleinen Bruder über die dunklen Locken. Ich sah kurz auf die Uhr. Schon fünf vor sieben. „Sie sollten jeden Moment da sein Sam! Geh dir doch schon die Hände waschen! Ich decke solange den Tisch!"

    Sam nickte und tapste mit Nino im Schlepptau ins Bad. Ich seufzte und versenkte den Kuchen kurzerhand im Mistkübel. Dann eben Kekse aus dem Supermarkt zum Nachtisch.
    „Ross!", schrie ich die Stufen nach oben. „Ross, komm und decke bitte den Tisch. Mama und Papa sind gleich da! Ich brauche deine Hilfe!"

    Ein stöhnen kam von oben, dann polterten Schritte die Stiegen hinunter. Kurze Zeit später stand auch schon mein Zwillingsbruder vor mir und grinste breit. „Stress was? Hab dir ja gesagt, du hättest früher anfangen sollen!"

    Ich boxte ihm in die Seite und drückte ihm einen Stapel Teller in die Hand. „Jetzt fang du nicht auch noch damit an. Hilf mir lieber!" Ross salutierte. „Yes Ma'am!" Dann deckte er den Tisch.

    Ich bin wirklich froh wenigstens einen im Haushalt zu haben, der mir auch mal unter die Arme greift. Und auch wenn Ross das nicht immer ganz freiwillig macht, hat er sich doch noch nie darüber beschwert. Von klein auf, war er immer für mich da. Wir haben fast alles gemeinsam gelernt und gemeinsam erforscht. Wir waren immer zusammen. Wie Pech und Schwefel. Zwillinge eben.

    „Wir sind zuhause!" Ich hörte Schlüssel klimpern und die Stimme meines Vaters, die aus der Garage bis in die Küche hallte. Na toll, und ich hatte noch nicht einmal die Nudeln im Wasser! Gestresst versenkte ich zwei Packungen Spaghetti im kochenden Wasser und gab eine Priese Salz dazu.
    So und jetzt noch die Soße.....

    „Ruby, mein Schatz. Hast du alles geschafft?" Meine Mutter stand plötzlich hinter mir und sah mir neugierig über die Schulter. Ich fuhr erschrocken zusammen. „Mama! Schreck mich nicht so!" Ihre Augen leuchteten und ihre Stupsnase kräuselte sich frech, als sie mich anlächelte.

    „Sieht lecker aus!", meinte sie und deutete auf den griechischen Salat den ich schon vorhin zubereitet hatte. Sie drückte mir einen Kuss zur Begrüßung auf die Wange und schnappte sich eine Tomate aus der Schüssel.

    „Mama! Papa!", hörte ich Sam hinter meinem Rücken glücklich quieken. „Na, mein Spatz! Hattest du einen schönen Tag?" „Ja", lachte Sam und erzählte ihnen gleich von seinen vielen Erlebnissen.

    „Ach ja, das hätte ich fast vergessen!" Mein Vater kam zu mir und lehnte sich gegen den Kühlschrank. Die Jeons kommen heute auch zum Abendessen. Ich habe sie eben eingeladen. Ich sah meinen Vater ungläubig an. „Die waren doch schon ewig nicht mehr hier!"

    „Genau", konterte dieser. „Und deshalb ist es Zeit, dass wir einander wieder treffen. Du und Jungkook, ihr habt euch doch immer so gut verstanden. Und do weißt doch wie gerne deine Mutter mit ihnen plaudert." Ich verdrehte die Augen. „Als ob", dachte ich und seufzte.

    „Ja ist gut", maulte ich. „Dann mach ich noch etwas mehr Soße!" Genervt blies ich mir eine orange Haarsträhne aus dem Gesicht und machte mich an die Tomatensoße.

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    ((bold))-eine halbe Stunde später-((ebold)) ((unli))Rubys Sicht: ((eunli)) So, der Tisch ist gedeckt, das Essen ist fertig und der Wein steht im Wein

    -eine halbe Stunde später-

    Rubys Sicht:

    So, der Tisch ist gedeckt, das Essen ist fertig und der Wein steht im Weinkühler. Hab‘ ich alles? Konzentriert fokussierte ich denn Esstisch und grübelte, was fehlte. Ah! Blumen!

    „Ruby, geh‘ dich noch umziehen! Die Jeons kommen jeden Moment!“ Mama kam aus dem Bad und sah wie immer hammer aus. Sie hatte ihre orangen Haare elegant nach oben gesteckt und trug nun ein smaragdgrünes Kleid, das sie schon öfters beim Abendessen mit Kollegen angehabt hatte.

    Ich sah an mir herunter. Eine alte Latzhose und ausgelatschte Sneakers waren wohl etwas fehl am Platz. Ich schnaufte. „Ja, mach ich gleich! Ich hole nur noch Blumen aus dem Garten. Darf ich die Margariten nehmen?“ Mamma nickte und nahm Sam hoch. „Klar, nimm was du brauchst!“

    Plötzlich wedelte Keks um die Ecke und knabberte verspielt an meinen Sneakers herum. „Nein, Keks. Aus! Das sind meine Schuhe!“ Keks sah mich aus großen Hundeaugen an und sabberte. „Da, nimm die!“ Ich grinste hinterhältig und reichte ihm Wills neue Turnschuhe. „Du darfst gerne auch reinpinkeln, wenn du willst!“ Keks jaulte glücklich, wedelte zufrieden mit dem Schwanz und verzog sich dann in eine Ecke, um an seinem neuen Schatz herumzubeißen.

    Ich wischte mir schnell die Hände an meiner Latzhose ab, nahm eine Schere und lief in den Garten.

    -währenddessen im Auto bei den Jeons-

    Jungkooks Sicht:

    Angefressen starrte ich aus dem Fenster und beobachtete die Häuser der Siedlung, die an mir vorbeizogen. Wir waren jetzt schon eine Stunde unterwegs und wegen diesem Abendessen hier, würde ich den Filmabend meines Lebens verpassen.

    Popcorn, Chips, Gummibärchen, Schokolade und vier Marvel-Filme am Stück. V, Jimin und ich haben und schon die ganze Woche darauf gefreut. Sofie hat uns sogar erlaubt auf der Couch zu knabbern und nun? War ja klar, dass meine Eltern mir wieder einen Strich durch die Rechnung machen. Rufen die mich doch einfach heute Nachmittag an und denken, ich richte mein Leben nach ihnen aus!

    „Jungkook, jetzt sei doch nicht so! Ich dachte, du und Ruby, ihr habt euch immer so gut verstanden!“ Ich grunzte verächtlich. „Gut verstanden? Von wegen! Wenn die wüssten“, dachte ich. „Und warum muss Jung Hyun eigentlich nicht mit?“, motze ich unzufrieden.

    „Du weißt doch, dass dein Bruder zu tun hat!“, konterte meine Vater und sah in den Rückspiegel, um mir einen mahnenden Blick zuzuwerfen. „Wie immer“, murmelte ich trotzig und starrte wieder aus dem Fenster.

    -10 Minuten später-

    Die Sonne verschwand gerade hinter einem Hügel, als wir in die Einfahrt der Stones einbogen.

    Es war jetzt schon fast fünf Jahre her, dass wir uns das letzte Mal gesehen hatten. Damals war Ruby klein, nervig und wollte immer alles besser können als ich. Sie war richtig anstrengend gewesen. Ich weiß nicht warum meine Eltern bis heute denken, dass ich sie leiden kann.

    Wir sind zwar gemeinsam aufgewachsen, weil unsere Mütter schon seit ihrer Schulzeit gute Freundinnen sind, doch bedeutet das denn gleich, dass auch wir Freunde sein müssen. Und überhaupt ist diese Familie einfach nur seltsam. Der älteste Bruder ist die Unfreundlichkeit in Person und Rubys Zwillingsbruder ist irgendwie nie gut auf mich zu sprechen gewesen.

    Immer wenn ich da war, hat er sich in eine Ecke verdrückt und hat kaum mit mir gesprochen. Als ob ich so gruselig bin, dass man sich vor mir verstecken muss….


    Ich verdrehte die Augen, als mein Vater die Autotür öffnete. Na toll, das konnte ja was werden.

    Widerwillig trottete ich hinter meinen Eltern nach, als wir den kleinen Weg entlang durch den Vorgarten des Hauses gingen. Es hatte sich kaum etwas verändert…... Blumen, Kräuter, Gemüse, Obst, Büsche und Bäume. Alles wie immer. Mein Blick viel auf das Klettergerüst und die Schaukel, auf der wir als Kind immer gespielt hatten. Dort hing nun auch ein kleines Trapez. Ich wunderte mich. Das war neu. Es sah fast so aus, als hätten sie Nachwuchs bekommen.

    „Lia!“ Die Eingangstür wurde aufgerissen und Rubys Mama lachte uns entgegen. Mama strahlte und umarmte sie überglücklich. „Mary, wie lange ist das jetzt schon her?“ „Sechs Jahre“, erklärte meine Mutter und begrüßte nun auch Rubys Vater, der gerade hinter Lia aufgetaucht war. „Jack, du siehst gut aus“, ärgerte Mama ihn und deutete auf sein kleines Bequemlichkeitsbäuchlein. Jack grinste und reichte meinem Vater die Hand.

    „Kommt doch rein! Das Essen ist schon fertig!“
    „Wirklich? Wie habt ihr das denn so schnell geschafft? Ihr seid doch selbst gerade erst heimgekommen!“ Lia lächelte. „Ruby. Sie hat für heute gekocht!“ Mama sah Lia überrascht an. „Apropos. Wo ist sie denn? Sie ist bestimmt so hübsch wie ihre Mutter geworden!“

    Ich verdrehte die Augen. Musste Mama denn immer so schleimen?“ Rubys Mutter grinste stolz und deutete hinter mich. „Da ist sie schon………..Aber Ruby, ich hab‘ dich doch gebeten dich noch umzuziehen!“ Meine Mutter hielt sich überrascht die Hände vor den Mund. „Ruby, du bist ja richtig groß geworden!“

    Ich seufzte. „Wow Mama. Wäre ja auch ein Wunder, wenn sie in sechs Jahren keinen Zentimeter gewachsen wäre!“ Langsam drehte ich mich um.

    „Tut mir leid! Ich wollte gerade hoch gehen, aber die Blumen zu holen, hat doch länger gedauert, als gedacht!“ Etwas zerknirscht, mit einem Strauß Margariten in der Hand, stand Ruby vor mir. Als sie mich bemerkte musterte sie mich kurz und lächelte höflich. Dann lief sie an mir vorbei und begrüßte meine Eltern.

    Ruby war bestimmt zwanzig Zentimeter kleiner als ich. Sie war mittlerweile schlank und zierlich und nicht so pummelig, wie noch vor sechs Jahren. In ihrem Gesicht lachten einem immer noch unzählige Sommersprossen entgegen die, wie damals schon, perfekt zu ihren rostroten Haaren passten.

    „Ich geh mich schnell umziehen“, erklärte Ruby hastig, drückte sich an ihren Eltern vorbei und verschwand im Haus. Rubys Vater, Jack, lächelte. „Gut, dann setzten wir uns mal zu Tisch. Ross, Sam und Will warten drinnen!“ Er wies mir und meinen Eltern mit einer Geste an einzutreten und klopfte mir kumpelhaft auf die Schulter, als ich bei ihm vorbei ging.

    „Er ist aber auch ein stattlicher junger Mann geworden, euer Jungkook!“ Ich bemühte mich halbherzig um ein kurzes Lächeln und huschte schnell an ihm vorbei ins Innere. Peinlich….

    -währenddessen in Rubys Zimmer-

    Rubys Sicht:

    Das war Jungkook? Er sah so….anders aus? Irgendwie……erwachsener. Ich schüttelte die Gedanken aus meinem Kopf. „Was natürlich nicht bedeutet, dass er das ist!“, murmelte ich leise vor mich hin.

    Ich warf meine Latzhose in die Ecke und schlüpfte in das olivgrüne Kleid, dass Mama auf mein Bett gelegt hatte. Meine Hände waren immer noch voller Erde. Schnell wischte ich sie an einem Taschentuch ab. Ich warf einen Blick in den Spiegel.

    Meine roten Haare warten total verstrubbelt und standen in alle Richtungen ab. „Ach Manno“, ärgerte ich mich und öffnete meinen Zopf. Mit einem Kamm bändigte ich die Mähne, machte mir einen lockeren Dutt und steckte ihn mit einigen Spangen fest. Ich betrachtete mich mehr oder weniger zufrieden im Spiegel, als mir eine der Haarsträhnen wieder ins Gesicht fiel.

    Ich schnaufte verächtlich und blies sie mir aus dem Gesicht. „Ach ist doch auch schon egal!“ Verärgert warf ich den Kamm aufs Bett und eilte aus meinem Zimmer.

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    ((unli))Jungkooks Sicht:((eunli)) Als ich das Esszimmer betrat begrüßte mich ein kleines wuselndes Wesen, das glücklich kläffend um meine Beine he

    Jungkooks Sicht:

    Als ich das Esszimmer betrat begrüßte mich ein kleines wuselndes Wesen, das glücklich kläffend um meine Beine herumsprang. „Keine Angst!", versicherte mir Rubys Mutter. „Er ist sehr lieb und beißt nie. Du kannst ihn ruhig streicheln, wenn du willst!"

    Meine Augen leuchteten. Ich liebe Hunde über alles. Grinsend hockte ich mich neben den kleinen Beagle und kraulte ihn liebevoll am Kinn. „Wie heißt er?", fragte ich Rubys Vater, der lächelnd mit einem Glas Wein in der Hand hinter mir stand. „Keks", erklärte er und nahm genüsslich einen Schluck. „Keks", murmelte ich und hatte mich augenblicklich in den kleinen Hund verliebt. Wer weiß, vielleicht würde der Abend hier doch nicht so schlecht werden.

    Plötzlich tauchten drei neue Gesichter im Türrahmen auf. Zwei Jungen, der eine war, ohne Zweifel Ross – er sah Ruby unglaublich ähnlich- und der andere war vermutlich Will – Rubys älterer Bruder. Den kleine Junge, der hinter den beiden anderen ins Esszimmer hüpfte, kannte ich aber noch nicht.

    „Ah, Will, Ross, Sam. Kommt und begrüßt unsere Gäste!", forderte ihre Mutter sie auf. „Will und Ross kennst du ja noch!", erklärte sie an mich gerichtet. Schnell schnappte sie sich ihren jüngsten Sohn und zog in an mich heran. „Und das ist Sam! Er ist schon vier, aber wird bald fünf Jahre alt!" Sam nickte stolz und streckte mir vier seiner kleinen Finger entgegen. „So alt bin ich schon", erklärte er mir und mir viel sofort sein niedlicher S-Fehler auf.

    Ich lächelte. „Wow Sam, dann bist du ja jetzt schon richtig groß!" Sam grinste frech und sah mich selbstsicher an. „Ja, aber du bist aber schon alt! So alt wie Ruby und Ross, oder?" Rubys Mutter lachte mich verlegen an. „Aber nein Sam. Jungkook ist doch noch nicht alt. Deine Oma und dein Opa sind schon alt, aber Jungkook ist noch jung!" Sam nickte und hatte verstanden.

    „Ich habe Hunger", meinte er plötzlich und warf einen Blick zum Esstisch. „Dann setz dich schon mal hin, Sam!" Sie strich ihm einmal durch die Haare und wandte sich dann wieder an meine Eltern. „Ach, sie werden so schnell groß", lächelte meine Mutter und begrüßte Will und Ross.

    Als Ross mich sah, warf er mir einen seltsamen Blick zu und wandte sofort den Blick ab. Ich seufzte. Manche Sachen ändern sich wohl nie...

    -10 Minuten später-

    Mittlerweile saßen alle am Tisch. Mama, Papa, Rubys Eltern, Will, Ross, Sam und Ruby. Auch Keks hatte sich glücklich unter dem Tisch zusammengerollt und gab schmatzende Geräusche von sich, als er das gute Essen am Tisch erspäht hatte.

    Ruby saß mir gegenüber und hatte ihre bequeme Latzhose gegen ein schillerndes, olivgrünes Kleid eingetauscht. Es passt perfekt zu ihrer Augenfarbe. Dennoch.......die Latzhose war eher mein Fall und ihrer wohl auch, denn es schien nicht so, als fühlte sie sich besonders wohl darin.

    „Guten Appetit", meinte Rubys Mutter und teilte mit einer Zange die Spaghetti auf unsere Teller auf. „Lasst es euch schmecken!" „Das sieht wirklich lecker aus, Ruby!" Meine Mutter warf Rubys einen anerkennenden Blick zu, der ihr ein kleines Lächeln ins Gesicht zauberte. „Danke", meinte Ruby. „Ich hoffe es sieht nicht nur gut aus, sondern schmeckt auch so!"

    -eine dreivierte Stunde später-

    Mit vollem Bauch und zufriedenen Gesichtern, saßen wir am Tisch und unterhielten uns etwas. Naja, wohl eher unsere Eltern, aber es war gar nicht so schlimm wie erwartet.

    „Jungkook fährt bald wieder auf Tour", erklärte mein Vater Rubys Vater und nahm noch einen Schluck von seinem Rotwein. „Eine Tour? In Korea?" Rubys Vater wandte sich interessiert an mich. Ich schmunzelte. „Nein eine Welt-Tour!" Ein Raunen ging durch den Raum. „Kein Wunder", fügte nun Rubys Mutter hinzu. „BTS ist ja mittlerweile weltweit bekannt. Ihr könnt wirklich stolz auf euch sein!"

    Ich nickte dankend und sah zu Ruby. Die zeigte aber keine Regung. Sie wirkte beinahe abwesend. Worüber sie wohl nachdachte?

    Rubys Sicht:

    Ich hatte Jungkook immer darum beneidet, das tun zu können was er sich von klein auf erträumt hatte. Alles was er immer wollte, war es zu singen, zu tanzen und Musik zu machen. Und was war er nun? Genau, ein Mitglied der momentan wohl bekanntesten Boy-Group weltweit.

    Ich seufzte und stützte mein Kinn nachdenklich auf meiner Hand ab. „Und Ruby? Was möchtest du mal werden? Hast du auch Träume, die du gerne verwirklichen würdest?" Wie auf ein Stichwort riss mich Rubys Mutter aus den Gedanken.

    Verwunderte starrte ich Jungkook an, der mir wohl die ganze Zeit über einen stirnrunzelnden Blick zugeworfen haben musste.
    „Ich....äh.....also.....ich......", stottere ich etwas überfordert. „Sie will tanzen!", half mir Ross schnell auf die Sprünge. Das ist ein Vorteil von Zwillingen. Wir wissen so gut wie immer an was der andere gerade denkt bzw. was er sagen möchte.

    „Tanzen?", wiederholte Rubys Mutter überrascht. „Mary, und da besucht sie gar keine Tanzschule?" Meine Mutter sah überrascht zwischen mir und Jungkooks Mutter hin und her. „Ja, also Jack und ich waren uns eigentlich immer einig, dass Tanzen kein Job, sondern ein Hobby ist..."

    Jungkooks stechender Blick wurde weicher und es war, als hätte er plötzlich Mitleid mit mir. „Aber Mary", fuhr Jungkooks Mutter fort. „Heutzutage kann man doch auch mit Tanzen sein Geld verdienen. Man muss nur genug Talent haben!" Meiner Mutter gingen die Argumente aus. Ich nutzte das.

    „Ja, also eigentlich versuche ich schon lange sie dazu überreden..... Sie haben es mir aber ausgeredet und jetzt studiere ich Jura, so wie Mama." Lia, Jungkooks Mutter, sah zu ihrem Sohn und dachte einen Moment nach. „Jungkook, hast du nicht gesagt ihr braucht noch Backroundtänzerinnen für eure Tour?"

    Jungkook nickte langsam und begriff worauf seine Mutter hinauswollte.

    „Warum nimmst du sie nicht einmal mit zu euren Tanzproben. Ihr könnte sie ja einmal vortanzen lassen und wer weiß, vielleicht ist sie genau das was ihr gesucht habt." Jungkook warf seiner Mutter einen entsetzten Blick zu. „Mama, aber..." Lia sah ihn drohend an jetzt nichts Falsches zu sagen. Jungkook verstummte und senkte den Kopf. „Ja, okay. Sie kann morgen zu Probe um 13:00 kommen...." Meine Mutter lächelte zufrieden und wandte sich wieder an mich.

    „Und Ruby, was sagst du dazu?" Mein Herz hüpfte vor Freude. War das gerade wirklich passiert? Schnell kniff ich mir in den Arm, um zu testen, ob das kein Traum war.

    „Au!" Nein, war es nicht. Ich lachte über das ganze Gesicht. „Ja, klar ich komme sehr gerne. Danke!"

    Meine Eltern wollten etwas einwenden, doch sie ließen es schließlich sein. „Endlich", dachte ich. „Endlich bin ich meinem großen Traum ein kleines Stückchen näher..."


    Liebe Leser,
    ab jetzt werde ich hier regelmäßig ein Kapitel posten. Es gab einige Probleme mit dem Einreichen meiner Ff, weshalb es nun 2 Versionen dieser Ff gibt.

    Ich hoffe ihr schafft es alle bis hier her und freut euch schon auf die nächsten Kapitel:))

    Lasst mir ein "Gefällt mir" und eine Sternebewertung da - das freut mich immer sehr:))

    Viel Spaß beim Lesen:)

    LG Fleur0109

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    ((bold))-am nächsten Morgen im BTS-Apartment-((ebold)) ((unli))Jungkooks Sicht: ((eunli)) Ich fuhr hoch, als es in der Küche schepperte. Ich warf ei

    -am nächsten Morgen im BTS-Apartment-

    Jungkooks Sicht:

    Ich fuhr hoch, als es in der Küche schepperte. Ich warf einen Blick auf meinen Wecker. „Erst 6:15? Sag, mal haben die sie noch alle?“ Verärgert schlug ich meine kuschelige Bettdecke zur Seite und stecke meine kalten Füße in meine Lieblingspantoffeln. Gähnend rubbelte ich mir den Schlaf aus den Augen und öffnete meine Zimmertür.

    Der Geruch von frischen Pancakes stieg mir in die Nase und verwandelte meine anfängliche Wut in ein Knurren meines leeren Magens. Ich leckte mir genüsslich die Lippen und schlurfte in die Küche. Sofie lächelte mir entgegen, als ich meinen Kopf um die Ecke steckte und nach dem süßen Frühstück Ausschau hielt.

    „Guten Morgen! Und, wie war der Abend gestern? Hast du dich mit der Tochter gut verstanden? Wie sagtest du noch heißt sie…? Äh……, Ruby?“ Ich verdrehte genervt die Augen. „Warum denkt eigentlich jeder, dass ich sie leiden kann? Nur weil wir als Kinder gemeinsam gespielt haben? Was hat das eine denn mit dem anderen zu tun?“

    Sofie grinste. „Na, du hast so viel von ihr erzählt, als du erfahren hast, dass ihr sie besuchen werdet, da dachte ich - du und sie – ihr steht euch nahe…...“ Ich zog angewidert die Nase hoch. „Nein, falsch gedacht!“ Mit den Worten schnappte ich mir den ersten fertigen Pancake, der am Teller lag und verdrückte mich aus der Küche.

    „Morgen“, begrüßten mich Jimin, V, Emilia, Namjoon, Xenia, Suga und J-Hope die bereits auf ihren Sesseln am Esstisch Platz genommen hatten. „Hey, wieso hast du schon einen Pancake?“, motze Suga, als er mich mit dem leckeren Frühstück in den Händen entdeckte. Ich zuckte mit den Schultern. „Seit wann essen Steine Frühstück?“ Suga warf Xenia einen empörten Blick zu, doch die konnte sich so wie die anderen das Grinsen nicht verkneifen.

    „Kommt Jin heute auch noch?“, fragte Emilia ganz plötzlich und sah sorgenvoll auf die Uhr. Die anderen warfen sich vielsagende Blicke zu. „Ich hoffe wirklich, es ist gestern alles gut gegangen…“ Schweigen breitete sich am Esstisch aus, bis Sofie schließlich mit einem dampfenden Teller voller Pancakes zu uns kam. „Na endlich“, freute sich V. „Ich sterbe schon vor Hunger!“

    „Greift ruhig zu“, forderte Sofie uns auf. „Ihr werdet es brauchen. Das Casting wird bestimmt den ganzen Nachmittag lang dauern!“ „Ist das schon heute?“, mampfte Suga. „Du kriegst aber auch rein gar nichts mit“, lachte J-Hope und trank sein Glas mit Milch aus.

    Ich seufzte lang. „Achja, heute wird die Tochter einer Freundin meiner Mutter vorbeikommen und vortanzen. Ich weiß, sie steht nicht auf der Liste, aber meine Mutter hat mich um den Gefallen gebeten und jetzt wollte ich euch noch fragen, ob das okay für euch ist..“

    „Meinst du diese Ruby?“, erkundigte sich Jimin. Überrascht sah ich in die Runde. „Warum kennt ihr sie eigentlich alle?“ „Na, weil du dich ununterbrochen über sie beschwert hast“, grinste V und schnappte sich eine Erdbeere aus der Obstschüssel. „Hab ich doch gar nicht…“, maulte ich ertappt.

    Xenia warf Emilia einen vielsagenden Blick zu. Ich sah sie aus zusammengekniffenen Augen an und hob drohend den Finger. Ich wusste genau woran sie dachte. „Denk nicht mal daran es auszusprechen“, zischte ich misstrauisch. „Was?“, meinte Xenia unschuldig. „Meinst du die Tatsache, dass du nicht aufhörst über sie zu reden, oder dass du sie vielleicht sogar magst…?“ Ich riss entsetzt die Augen auf. „XENIA!“

    Emilia und Xenia kicherten und flüsterten sich etwas zu. Ich knurrte.

    „Emlia, Xenia, lasst ihn doch!“, beschützte mich Namjoon. „Aber noch einmal zu der Bitte deiner Mutter, Jungkook. Also für mich geht das klar, dass Ruby vortanzt. Wie seht ihr das?“

    Unser Leader sah fragend in die Runde. „Geht klar“, erklärten V und Jimin gleichzeitig. „Ist mir eigentlich egal“, meinte Suga mehr oder weniger interessiert. Sofie nickte und nahm sich noch einen Pancake. „Also wir haben nichts dagegen“, grinste Emilia und deutete auf Xenia. „Ganz im Gegenteil, wir sind schon richtig gespannt auf sie.“

    „Dann ist es also beschlossen“, lächelte Namjoon. „Ruby wird heute Nachmittag vortanzen. Ich bin wirklich neugierig was sie so drauf hat!“

    -währenddessen in einem Hotelzimmer am anderen Ende der Stadt-

    Jins Sicht:

    Verliebt stützte ich meinen Kopf ab und musterte sie von der Seite. Die ersten Sonnenstrahlen kletterten gerade durch das Fenster und legten sich wie ein goldener Mantel über ihr Gesicht. Ich hatte sie so sehr vermisst. Ein ganzes Jahr war vergangen, indem ich gefürchtete hatte, sie würde nie wieder zurückkommen.

    Und dann eines Tages, als ich wie jeden Morgen das Café betreten hatte, indem sie gearbeitet hatte, stand sie auf einmal vor mir. Äußerlich hatte sie sich kein bisschen verändert. Sie sah genau so aus, wie ich sie in Erinnerung gehabt hatte. Doch ich merkte, dass sie sie sich innerlich zu einer neuen Person entwickelt hatte. Sie wusste nun wer sie war und wer sie sein wollte. Rose hatte sich endlich selbst gefunden….

    Damals brauchten wir nicht lange überlegen und entschlossen uns dazu, einfach von vorne zu beginnen. Und es dauerte auch gar nicht so lange wie gedacht, denn schon nach zwei Monaten war wieder alles beim Alten gewesen. Hier und da ein paar Dates, ab und zu ein Ausflug und schon flatterten die Schmetterlinge, wenn ich sie ansah, wieder wie verrückt in meinem Bauch herum. Rose wollte trotzdem nicht wieder bei mir einziehen. Zu stark war die Erinnerung daran, was damals passiert war und so ließen wir uns Zeit.

    Und so verging nicht nur die Zeit, sondern auch der Groll der anderen verschwand. Schließlich wurde Rose erneut freundlich in unsere kleine Familie aufgenommen. Damit machten mich meine Freunde mich zu der wohl glücklichsten Person auf Erden. Und als ob das nicht schon perfekt genug gewesen wäre, schaffte ich es gestern Abend Rose dazu zu überreden ab nun einen Teil ihrer Sachen, bei mit im Zimmer zu lassen. Eigentlich hätte ich wetten können, sie würde wieder „nein“ sagen, doch irgendwie musste ich es geschafft haben sie umzustimmen….


    Ich strich ihr eine pastellrosa Haarsträhne aus dem Gesicht und küsste sie sanft auf die Stirn. „Guten Morgen“, flüsterte Rose, blinzelte verschlafen und schlang ihr Arme um mich. Sie kuschelte sich lächelnd an mich und gähnte.

    „Was steht heute an“, murmelt sie im Halbschlaf. Ich lächelte glücklich. „Weiß nicht……wir haben ja noch genug Zeit uns was zu überlegen.“ Rose strich sich die verwuschelten Haare aus dem Gesicht und legte sich so hin, dass sie mir direkt in die Augen sah. „Hört sich toll an“, schmunzelte sie und küsste mich.

    Ich legte meine Arme um sie und zog sie näher an mich ran. Ich wollte gerade da weitermachen, wo wir gestern Abend aufgehört hatten, als plötzlich mein Handy läutete. Ich seufzte und löste mich von ihr. „Tut mir leid“, entschuldigte ich mich und griff nach dem nervigen Ding.

    Zehn neue Nachrichten von Namjoon und Sofie? Ich hob ab und machte den Lautsprecher an. Jimin war dran. „Hey, Hyung! Ich hoffe ich störe dich nicht!“ Ich warf Rose einen entschuldigenden Blick zu, doch die signalisierte mir mit einem Lächeln, dass das völlig okay für sie war. „Nein, Jimin“, kicherte Rose. „Was gibt’s?“

    Jimin verschlug es wohl die Sprache, denn er stotterte etwas überrascht Roses Stimme zu hören. „Ich…äh…wir….stör ich euch sicher nicht?“ Ich verdrehte die Augen. „Nein, Jimin. Schließ los!“ Jimin schluckte. „Also,….äh….du solltest in einer halben Stunde im Studio sein. Das Casting beginnt gleich!“

    Geschockt riss ich die Augen auf. „Mist, das habe ich ja total vergessen!“ „Bin sofort da“, rief ich und legte auf. Ich sah Rose lange an. „Wir holen das nach, okay?“ Rose nickte. „Jetzt geh schon!“ „Danke“, lächelte ich und drückte ihr einen Kuss auf die Wange.

    Schnell stolperte ich ins Bad und schnappte mir auf dem Weg dorthin meine Hose und ein T-Shirt.
    „Zumindest Duschen gehen, sollte ich schon noch…..“

    5
    ((bold))-eine halbe Stunde später bei Ruby zuhause-((ebold)) ((unli))Ross‘ Sicht: ((eunli)) „Gehst du schon?“ Ich drückte mir gerade einen Mü

    -eine halbe Stunde später bei Ruby zuhause-

    Ross‘ Sicht:

    „Gehst du schon?“

    Ich drückte mir gerade einen Müsliriegel in den Mund, als sich meine Schwester mit einem Rucksack und einer Wasserflasche bepackt durch die Haustür drücken wollte. Ruby nickte. „Ja ich bin spätestens um 18:00 wieder zuhause!“ Sie lächelte und ich verzog das Gesicht.

    „Mach dir keine Sorgen, Ross. Ich schaff das schon!“ Ich seufzte und baute mich vor ihr auf. Auch wenn wir Zwillinge waren, war ich mindestens einen Kopf größer als Ruby, dass nutzte ich hin und wieder ganz gerne aus, um ihr zu zeigen, wer der Stärkere war. Doch Ruby beeindruckte das nur wenig. Sie grinste breit und umarmte mich kurz. „Bis nachher!“, zwinkerte sie. Dann verließ sie mit schnellen Schritten das Grundstück.

    „Lass dich nicht von ihnen ärgern!“, rief ich ihr hinterher. „Und vor allem nicht vor Jungkook“, fügte ich noch kaum hörbar hinzu, dann schloss ich die Tür hinter ihr.

    -währenddessen im BTS-Studio-

    Jungkooks Sicht:

    „Können wir dann anfangen?“, fragte ein Mitarbeiter von BigHit und sah etwas gestresst auf die tickenden Zeiger der großen Wanduhr. Namjoon und J-Hope warfen sich fragende Blicke zu und knirschten mit den Zähnen. „Jin ist noch nicht da…..“, erklärte ich und sah instinktiv auf mein Handy, um nachzusehen, ob er geschrieben hatte.

    „Ich setz mich schon mal rein“, erklärte Suga gähnend seinen - Lieblingspolster im Schlepptau. V und Jimin wollten gerade ihren Senf dazugeben, als ein keuchender total verschwitzter Jin um die Ecke sprintete und gerade noch rechtzeitig vor uns zum Stehen kam.

    „Wartet…bitte…..eine Sekunde noch…“, keuchte Jin und stützte sich außer Atem an Namjoons Schulter ab. „Du meine Güte Jin, wir dachten schon du kommst nicht mehr“, stöhnte Jimin erleichtert. „Gut ich geb‘ mal das OK“, erklärte der BigHit Mitarbeiter und zog erleichtert ab.

    Sobald er außer Reichweite war, klopfte J-Hope Jin kumpelhaft auf die Schulter. „UND? Was hat sie gesagt?“ Alle sahen ihn erwartungsvoll von der Seite an. Jin grinste.

    „Ab morgen…..zieht…..zieht sie mit einem Teil ihrer Sachen wieder bei mir ein!“ Jin keuchte stolz und richtete sich wieder auf.

    Meine Freunde jubelten auf und vielen Jin einer nach dem anderen um den Hals. „Ich liebe Happy Ends!“, freute sich V und klatschte bei Jimin ab. „Die Mädchen werden sich freuen“, grinste Namjoon und zog sein Handy raus. „Das schreib ich schnell Sofie. Geht schon mal rein! Ich komm gleich nach“

    „Hat jemand von euch ein zweites T-Shirt mit?“ Jin sah hilflos in die Runde und wischte sich den Schweiß von seiner Stirn. „Ja, da!“ J-Hope kramte in seiner Tasche und warf Jin ein grünes Shirt mit einem bunten Schriftzug zu. „Danke“, schnaufte er begutachtete es mit kritischem Blick. „Was?“, maulte J-Hope. „Erst du spät kommen und dann auch noch Ansprüche stellen?“

    Die andern grinsten. „Typisch Jin“, dachte ich. „Zieh es einfach an“, meine J-Hope etwas beleidigt und drehte sich um. „Es wird deinem Gesicht schon nicht schaden!“ Jin lächelte selbstgefällig. „Na, wo er recht hat, hat er recht!“ Grinsend tauschte es das verschwitzte rosa Shirt gegen das von J-Hope und folgte ihm ins Tanzstudio.

    -etwas später im Warteraum mit den anderen Tänzerinnen-

    Rubys Sicht:

    Ich fühlte mich unwohl.

    Um mich herum standen bestimmt hundert andere Mädchen, die alle eine Startnummer auf ihrem T-Shirt kleben hatten. Eine war hübscher als die andere und ihre Körper sahen umwerfend aus in den engen Leggins und den bauchfreien Tops. Ich betrachtete mich selbst in dem großen Fenster.

    Meine Wahl war, wie eigentlich fast immer, auf eine weite Latzhose und ein grün-weiß gestreiftes Top gefallen. Bequem sollte es sein. So war Ross‘ Tipp an mich gewesen. Und der kam mir gerade recht. Ich fühlte mich schließlich so schon unwohl genug, da musste ich mir wenigstens keine Gedanken über die Makel an meinem Körper machen.

    Ich seufzte. Wie lange würde es noch dauern bis ich an der Reihe war. „98.“ Das war meine Startnummer. In dem Moment beobachtete ich wie die Startnummer 7 gerade aus dem Studio kam, um nur zwei Meter weiter kläglich in Tränen auszubrechen. „Die hat es wohl nicht geschafft“, dachte ich und beobachtete wie sie schniefend zu ihren Sachen taumelte.

    Ich hatte Mitleid mit ihr. Keines der anderen Mädchen kam auf die Idee sie zu trösten. Ganz im Gegenteil. Es war fast so, als würde ein Lächeln ihre Gesichter umspielen, weil sie nun alle eine Konkurrentin weniger hatten.

    Ich sah mich um und als ich das Gefühl hatte, völlig unbeobachtet zu sein, schlich ich mich vorsichtig zu dem Mädchen, dass wie ein Häufchen Elend auf dem Boden kauerte. Sie schluchzte und wischte sich die Tränen von den Wangen, als ich ihre ein Taschentuch reichte.

    „Hey, mach dir nicht zu viele Sorgen“, versuchte ich sie mit einer sanften Stimme zu beruhigen. „Auch wenn du es vielleicht nicht geschafft hast…..das Tanzen kann dir keiner nehmen!“

    Das Mädchen sah mich ungläubig aus großen verheulten Augen an. Ihre Lippen zuckten und sie musterte mich von oben bis unten. „Was weißt du schon!“, fauchte sie plötzlich. Frustriert boxte sie mich zur Seite, schnappte ihre Sachen und stürmte aus dem Raum.

    Einige der anderen hatten die Szene beobachtete und flüsterten nun hinter vorgehaltener Hand. Andere kicherten und ich wusste nur zu gut, dass sie nicht mit mir, sondern über mich lachten. Als schließlich ein kleines dunkelhaariges Mädchen mit falschen Wimpern den Finger auf meine orangen Haare richtete und laut zu lachen begann, stand ich auf und verdrückte mich. Ich wollte hier einfach nur weg.

    Die Toilette war meine Rettung. Erleichtert endlich meine Ruhe zu haben, setzte ich mich auf den Klodeckel und zog die Knie an. „Sowas undankbares“, ärgerte ich mich über die Reaktion des Mädchens und legte das Kinn auf die Knie. Ich zog mein Handy aus der Hosentasche und kontrollierte meine Nachrichten.

    „Pling!“

    -eine neue Nachricht von Ross-

    Ross: Und wie läufts?

    Ich tippte schnell eine Antwort.


    Ich: Beschissen….

    Ross: Warum? Was ist passiert?

    Ich: Das sind alles unempathische, selbstverliebte Ziegen hier….

    Ross: Hast du etwas anderes erwartet? DU bist im K-Pop Business.

    Ich: ……

    Ross: Soll ich dich holen?

    Ich: Nein, ich drück das jetzt durch!

    Ross: OK – Wo bist du gerade?

    Ich: Am Klo…..Ich komm da erst wieder raus, wenn ich dran bin!

    Ross: Ruby, du bist verrückt!

    Ich: Ich weiß. Aber ich bin lieber verrückt, als so wie die da draußen…

    Ross: …….

    Ross: Weißt du schon wann du dran bist?

    Ich: Nummer 7 war grad fertig – ich bin Nummer 98 – beantwortet das deine Frage?

    Ross: Willst du begraben, oder eingeäschert werden? Ich berge dann in einer Woche deine Überreste aus der Toilette!

    Ich: Depp: D

    Ross:: D

    Ross: Naja, verdursten kannst du wenigstens nicht! (*hust – Toilette - *hust)

    Ich: Ewwwww! ROSS!

    Ross: …..

    Ross: Ruf mich an, wenn du was brauchst!

    Ich: OK, danke:)

    Ross: Viel Glück! Du schaffst das schon!

    Ich: Glück ist was für Weicheier….

    Ross: Stimmt du brauchst das nicht – hab ich ja ganz vergessen – du hast TALENT!

    Ich: Danke, dass du das endlich begriffen hast: D

    Ross: Bis nachher, Schwesterherz:)

    Ich: Bis nachher….

    Die Zeit verstrich. Ich beschäftigte mich damit mich durch die sozialen Medien zu klicken und stalkte dabei einige meiner Schulkollegen. Irgendwann, als ich mich gerade durch die Profilbilder meiner Kontakte klickte, entdeckte ich Jugkooks Nummer.

    Ich war überrascht. Ich wunderte mich, dass er immer noch dieselbe Nummer wie vor sechs Jahren hatte und klickte auf das Profilbild. Augenblicklich poppte ein Fenster auch und Junkook, Jin, Jimin, V, J-Hope, Namjoon und Suga lachten mir glücklich entgegen. Ich verzog das Gesicht.

    Wenn die Welt da draußen nur wissen würde, dass sie von diesen sieben Jungs gehörig hinters Licht geführt worden ist. Von meiner Mutter wusste ich schon länger, dass in der BTS WG schon längst nicht mehr nur noch Jungs wohnten.

    Soweit ich wusste hatten Namjoon, V und Suga bereits eine Freundin, die sie bis jetzt gekonnt vor der Öffentlichkeit geheim gehalten hatten. Aber jetzt mal ehrlich – wer konnte ihnen das übel nehmen. Ich denke, würden die Mädchen da draußen erfahren, dass sie längst keine Chance mehr auf die Zuneigung der drei Jungs hätten, würde die mit ziemlich großer Wahrscheinlichkeit über deren Freundinnen herfallen und sie zerfleischen bis nichts mehr von ihnen übrig ist.

    Ich musterte noch einmal das Bild der sieben Jungs. Ob Jungkook ihnen erzählt hatte, dass ich heute kommen würde? Ich dachte nach.

    Wahrscheinlich eher nicht. Der war bestimmt froh, wenn ich wieder weg war….

    Gelangweilt legte ich den Kopf in den Nacken.
    Ab jetzt hieß es: „Warten, warten, warten…..“

    6
    ((bold))-währenddessen im Studio-((ebold)) ((unli))Jungkooks Sicht: ((eunli)) „Denkst du nicht das war zu hart?“ Ich beugte mich stirnrunzelnd zu

    -währenddessen im Studio-

    Jungkooks Sicht:

    „Denkst du nicht das war zu hart?“ Ich beugte mich stirnrunzelnd zu J-Hope, der gerade Startnummer 7 mit ziemlich ehrlichen Worten eine Absage erteilt hatte. „Was soll ich machen, wenn sie kein Rhythmusgefühl hat“, zuckte J-Hope mit den Achseln. „Aber sie ist echt hübsch“, gab Jin uns zu bedenken. „Und?“, mischte sich Jimin ein. „Was hat das mit dem Vortanzen zu tun. Wir suchen talentierte Mädchen und keine gutaussehenden!“ V nickte zustimmend. „Egal jetzt“, brummte Suga. „Schickt die nächste rein“, bat Namjoon einen Mitarbeiter von BigHit und nahm einen Schluck aus seiner Wasserflasche.

    Nummer 8 betrat den Raum.

    Sie hatte lange blond-gefärbte Haare und hatte eine tolle Figur. Als sie uns sieben sah schlug sie sich überwältigt die Hände vor den Mund und fing zu schluchzen an. Suga verdrehte genervt die Augen. „Oh Gott, nicht schon wieder…..Ich muss mal aufs Klo, haltet so lange bitte die Stellung für mich.“ „Du bleibst jetzt da!“ Namjoon hielt ihn am Arm fest und boxierte ihn bestimmend zurück auf seinen Platz. „Wieso?“, beschwerte er sich noch, tat aber wie ihm befohlen.

    V stand auf und reichte dem Mädchen ein Taschentuch. „Bitte, nicht weinen! Wir wollen doch sehen, wie gut du tanzen kannst“, versuchte er sie von ihre Gefühlswelle runterzuholen. Doch anstatt auf ihn zu hören, heulte sie auf und viel V schluchzend um den Hals. „V, ich liebe dich!“, wimmerte sie und drückte ihn fester an sich. V aber, stand verdattert da und wusste nicht recht, wie er reagieren sollte.

    „Gut, dass Emilia nicht da ist“, flüsterte Jin hinter vorgehaltener Hand zu Namjoon. „Die wäre jetzt sowas von tot“, brummte Suga unbeeindruckt, schloss die Augen und lehnte sich in seinem Sessel zurück. Als V es nicht schaffte sich von dem plärrenden Mädchen zu befreien stand Jimin auf und riss V los. V schien mehr als erleichtert darüber zu sein und schenkte Jimin einen dankenden Blick.

    „Jetzt zeig uns doch bitte, was du vorbereitet hast“, holte Jimin sie nüchtern auf den Boden der Tatsachen zurück und ging mit V an der Hand zurück zu ihrem Platz. V sah immer noch etwas verstört drein und sank entgeistert zu Boden.

    -5 Minuten später-

    Wie erwartet war auch Nummer 8 ein Reinfall. Mal ganz abgesehen davon, dass sie während des gesamten Tanzes schluchzend durch den Raum gehopst war, hatte sie eigentlich keine Ahnung davon, was sie wirklich tun sollte.

    Ich sah zu J-Hope hinüber. Ich wusste genau wie sehr Vortanzen seine Nerven strapazierten. Ich boxte ihm von hinten gegen die Schulter. „Keine Sorge“, grinste ich. „Wir haben noch 92 andere Teilnehmerinnen!“ Er lächelte dankbar für meinen Versuch ihn aufzuheitern. „92?“, kam es aus Sugas Richtung, der perplex auf die Uhr starrte. „Noch 92 x 5 Minuten? Wollt ihr, dass ich draufgehe?“

    „Nein!“, meinte V frech. „Wir wollen dich nur leiden sehen.“ Suga warf ihm einen vernichtenden Blick zu und schloss wieder seine Augen. „Weckt mich, wenn es etwas Interessantes zu sehen gibt. Weil wenn es so weitergeht, kann ich den Nachmittag auch durchschlafen…..!“

    -fünf Stunden später-

    „Ich gebe auf!“ J-Hope raufte sich verzweifelt die Haare. „Das gibt’s doch nicht!“, ärgerte sich auch Jimin. „Wie viele suchen wir eigentlich“, erkundigte sich V. „Zwei Mädchen“, murmelte Namjoon und klickte genervt mit dem Verschluss seines Kugelschreibers. „Und wir haben noch nicht mal eines“, stellte ich enttäuscht fest. „Na gut“, erklärte Namjoon. „Dann hoffen wir auf Nummer 60. Hoffentlich enttäuscht uns die nicht…“
    Nummer 60 betrat den Raum.

    Wir starrten sie beeindruckt an. „Hübsch“, flüsterte Jin überwältigt. „Und süß“, stellte V fest. Ich schluckte. Das Mädchen, das gerade den Raum betreten hatte, war vermutlich das hübscheste, dass ich je gesehen hatte. (Und ich habe schon viele Mädchen gesehen). Auch Suga sah plötzlich interessiert auf und musterte Nummer 60. „Die Hälfte davon ist Schminke, glaubt mir!“ Trotzdem lehnte er sich nicht mehr zurück, sondern beobachtete sie interessiert.

    Das Mädchen lächelte und stellte sich selbstsicher in die Mitte des Raumes. Ihre glänzenden pechschwarzen Haare fielen ihr wir ein Umhang über die Schulter und ihre riesigen Augen sogen uns in ihren Bann. „Hi, ich bin Sora! Ich tanze seid ich drei bin. Momentan mache gehe ich auf die beste Tanzschule Seouls und ich habe schon viele Preise gewonnen. Nebenbei modelle ich und wurde zum hübschesten Mädchen meines Dorfes gewählt. Kann ich anfangen?“

    Überrascht über den raschen Einstieg, nickte J-Hope. „Äh, ja….klar. Schön, dass du gekommen bist, Sora?“ Es war wohl mehr eine Frage als eine Antwort. Wenn ich ehrlich war, wusste ich nicht recht was ich von ihr halten sollte, nachdem sie sich vorgestellte hatte. Sie war wirklich selbstsicher und so wie es schien auch sehr von sich selbst überzeugt.

    „Ich mag sie nicht“, grummelte Suga, der sich nach kurzem Überlegen doch noch einen Standpunkt ihr gegenüber eingenommen hatte. „Wieso nicht?“, wollte Jin wissen. „Sie ist total eingebildet! Siehst du das nicht?“ Jimin war wohl derselben Meinung wie Suga und versuchte sich zustimmung von V zu holen. Der war aber hin und weg von Sora und folgte jedem ihre Schritte mit den Augen.

    „Jetzt lasst sie doch einfach mal vortanzen“, erklärte J-Hope. Namjoon gab dem BigHit Mitarbeiter ein Zeichen und die Musik ertönte.

    J-Hopes Tanznummer „Boy meets Evil” wummerte aus den Boxen und ein Raunen ging durch den Raum. „Die traut sich aber was“, flüsterte V zu Jimin. Jimin zuckte mit den Achseln.

    Ich grinste. Sora würde sich jetzt ziemlich ins Zeug legen müssen, um Jimin von sich zu überzeugen. J-Hope hatte währenddessen seinen kritischen Blick aufgesetzt. Es war dieser Blick, den auch wir während unseren Proben zugeworfen bekamen. Der Blick, dem kein Fehler entging und den wir alle fürchteten.

    Als sie zu tanzen begann, vielen Jin und mir die Kinnlade herunter. „Ach du…..“ „Verdammt….“, entkam es uns. Das was Sora da darbot war von der allerfeinsten Schule. Technisch gesehen war sie perfekt. Jimin schluckte und seine Miene erhellte sich. Sora wirbelte auf – sie war voller Energie und führte jeden ihrer Schritte perfekt aus.

    Ich kniff die Augen zusammen. Es war komisch. Sie machte alles richtig und es gäbe nichts woran ich meckern könnte, doch irgendetwas fehlte. Ich dachte nach – kam aber nicht drauf. Ich beugte mich zu J-Hope. „Pssst, Hyung. Warum fühle ich nichts, wenn sie tanzt? Sie ist doch perfekt, oder?“

    J-Hope hob eine Augenbraue und machte sich Notizen. Er räusperte sich. „Ganz einfach Jungkook. Dieses Mädchen hat die Technik, aber ihr fehlt etwas viel wichtigeres!“ Ich runzelte die Stirn. „Und das wäre?“ J-Hope lächelte vielsagend. „Leidenschaft!“

    Kurze Zeit später hatten wir unsere erste Backgroundtänzerin im Team. Sora hatte es geschafft und verließ zufrieden lächelnd den Raum.

    „Ich mag sie immer noch nicht“, brummte Jimin. „Aber sie ist gut!“, erklärte V. „Ja das ist sie“, stimmte ihm Namjoon zu.

    -zwei Stunden später auf der Damentoilette-

    Rubys Sicht:

    Mein Hintern war mittlerweile eingeschlafen und mein Bauch knurrte wie verrückt. Nach vier Stunden hatte ich es das erste Mal bereut mich hier drinnen versteckt zu haben, doch ich war zu faul mir etwas anderes einfallen zu lassen.

    Ich hörte wie eine Nummer nach der anderen aufgerufen wurde. „60, 61, 62,…..72, 73, 74,…..84, 85,86,….96, 97,…..!“ Die Anspannung in mir stieg. Ich würde die nächste sein. Ich spürte wie mein Bauch plötzlich verrücktspielte und mir augenblicklich etwas schlecht wurde.

    „Startnummer 98! Nummer 98!“ Ich sprang wie von der Tarantel gestochen auf und stürmte aus der Toilette. Oh Gott! Jetzt wurde es ernst!

    Der Warteraum der vorhin noch voller Mädchen war, war nun wie leergefegt. Nur noch zwei weitere Mädchen saßen in der Ecke über ihre Smartphones gebeugt und tuschelten, als ich an ihnen vorbeilief. „Ich bin Nummer 98!“, erklärte ich der BigHit Mitarbeiterin, die bei der Tür stand, um die Mädchen ins Studio zu schicken. Sie lächelte freundlich.

    „Gut, dann viel Glück!“

    Sie öffnete mir die Tür und ich trat ein.

    7
    Als ich das Studio betrat kam mir abgestandene Luft entgegen. Es roch nach einer Mischung aus Schweiß, Putzmittel und Parfüm. Ich rümpfte die Nase

    Als ich das Studio betrat kam mir abgestandene Luft entgegen. Es roch nach einer Mischung aus Schweiß, Putzmittel und Parfüm. Ich rümpfte die Nase und hielt nach einem Fenster ausschau, doch ich konnte keines entdecken. Ich drehte mich um und mein Blick viel auf die sieben Jungs, die aufgereiht nebeneinander an einem langen Tisch platzgenommen hatten.

    Vor jedem Mitglied stand eine Wasserflasche, davor lag ein Block und ein Kugelschreiber. „Vermutlich um sich wichtige Notizen zu machen“, dachte ich. Ich musterte sie einer nach dem anderen. Sie sahen komplett fertig aus, so als wären sie in den letzten Stunden einen Marathon gelaufen.

    Schnell rief mir ihre Namen in Erinnerung. Ganz links saß Taehyung. Er lächelte müde, aber höflich und sah mich interessiert von der Seite an. Die Plätze daneben hatten Jimin und Suga eingenommen. Jimin schien noch voller Energie zu sein, ganz im Gegensatz zu Suga, der friedlich vor sich hindöste und sogar etwas schnarchte.

    Ich grinste breit. Sympatischer Typ. Neben Suga saß RM, der Leader der Gruppe. Von ihm hat mir Jungkook früher viel erzählt und so wusste ich wie viel er ihm bedeutete. Als ich weiter ihre Gesichter musterte, fesselte mich Jins Blick für eine Sekunde. Er war wirklich so gutaussehend, wie in Jungkooks Erzählungen. Ich hob anerkennend die Brauen.

    Schließlich blickte ich in die Augen meines Bekannten, der mich mehr oder weniger begeistert mit einer nickenden Geste begrüßte. J-Hope schließlich, der anderen Ende des langen Tisches saß, brach die Stille und lachte mich freundlich an.

    „Du musst Ruby sein! Kookie hat uns schon viel von dir erzählt!“ Ich runzelte die Stirn. „Hab ich gar nicht“, grummelte Jungkook kaum hörbar und verkreuzte die Arme vor der Brust. Ich machte einige Schritt nach vorne und stand nun direkt vor den sieben.

    V begutachtete mich interessiert. „Du bist aber nicht von hier, oder?“ Ich lächelte. Das war eine Frage, die ich nur zu oft zu hören bekam. „Ja und Nein“, erklärte ich schnell und strich mit eine orange Haarsträhne hinter die Ohren. „Meine Eltern kommen aus Schottland, aber ich wurde hier in Korea geboren!“ „Also das hat Kookie uns nicht erzählt“, maulte Jin und warf Jungkook einen verurteilenden Blick zu. „Sind das deine echten Haare?“, fragte Jimin weiter, dem wohl meine nicht zu übersehende orange Mähne aufgefallen war.

    Ich nickte. „Sie sind wirklich schön“, gestand Jimin etwas verlegen. „Danke“, lächelte ich und war mehr als erleichtert. Es kam nicht oft vor, dass mir jemand ein Kompliment zu meinen orangen Haaren machten. Meistens waren es eher blöde Sprüche oder abwertende Kommentare, die ich dafür kassierte.

    „Jungkook? Magst du Ruby nicht begrüßen? Ich dachte ihr seid alte Freunde?“ V sagte das mit einem Unterton, der Jungkook gar nicht gut bekam. Sein Gesicht lief rot an und er fuhr wütend mit der Faust auf den Tisch. Die anderen zuckten zusammen und Suga riss panisch aus seinem friedlichen Schlaf hoch.

    „Das hab‘ ich nie behauptet! Könnt ihr damit bitte endlich aufhören? Ich macht mich fertig, wirklich!“ Seine sechs Freunde sahen ihn überrascht aus großen Augen an. Ich biss die Zähne zusammen. Unbehagen breitete sich im Raum aus. Ich überlegte etwas dazu zu sagen, beließ es aber lieber dabei sah Namjoon erwartungsvoll an.

    Der sammelte sich wieder und wandte sich an mich. „Ähm….okay….Ruby…..dann….dann zeig uns doch mal, was du so vorbereitet hast!“ Ich nickte. „Okay, danke!“
    Als ich mich umdrehte, um den Mitarbeitern die CD mit meiner Musik zu geben hörte ich es hinter mir tuscheln:

    „Mann Kookie, musste das sein?“, hörte ich Namjoons Stimme. „Das war nicht gerade nett“, maßregelte ihn auch Jin. „Was ist passiert? Worum geht’s eigentlich“, wollte Suga wissen, der, wie es schien, von dem Gespräch davor in seiner Traumwelt nichts mitbekommen hatte. „Jetzt reißt euch noch kurz zusammen“, meldete sich J-Hope. „Nach ihr kommen nur noch zwei Tänzerinnen und wenn die es nicht draufhaben, haben wir ein Problem. Also konzentriert euch und drückt die Daumen, dass sie tanzen kann!“

    Mein Herz machte einen Satz. Es war noch ein Platz frei? Adrenalin schoss durch meinen Körper. Also hatte ich auch noch eine realistische Chance den freien Platz zu ergattern! Ich hätte schreien können vor Glück. Aber jetzt mal ehrlich. Bei 100 Teilnehmern hätte ich wetten können, dass die letzten drei Startnummern keine Chance mehr haben…

    Überglücklich reichte ich der Mitarbeiterin meine CD. „Die Nummer 4, bitte“, lächelte ich und stellte mich zurück in die Mitte des Raums.

    Das Getuschele der sieben verstummte, als ich wieder vor ihnen stand. „Ich bin gespannt was sie tanzt“, nuschelte Jimin zu Namjoon.

    Ich sah Jungkook an, dessen Miene immer noch einem Gewitter glich. „Ich wird‘s dir schon noch zeigen!“, dachte ich eingeschnappt und schloss entschlossen die Augen.

    Das Lied erklang und der Bass wummerte durch meine Glieder. Ich atmete einmal tief durch – dann folgen meine Arme und Beine der Musik.

    J-Hopes Sicht:

    „Sie tanzt Jimins Solo Nummer?“ Suga richtete sich interessiert auf und Jimin beobachtete sie aus großen Augen. Ich hingegen, legte den Stift zu Seite und lehnte mich zurück. Ich denke, bei diesem Mädchen würde es keinen Sinn machen sich Notizen zu machen. Ich lächelte.

    Ruby war das komplette Gegenteil zu Sora. Ihre Technik war unausgereift und amateurhaft – so wie sie tanze war ich mir sicher, dass sie noch nie eine Tanzschule von innen gesehen hatte. Dennoch, das was dieses Mädchen hatte, konnte man nicht lernen. Sie besaß Talent und ein Herz voller Leidenschaft. Dinge, die man nicht lernen kann, sondern von Geburt an in sich trägt.

    Jeder der ihr zusah konnte sehen, mit wie viel Emotion und Zuneigung sei sich zu der Musik bewegte. Sie wirkte, als wäre ihr in ihrer eigenen kleinen Welt, die ihr niemand hier nehmen konnte. „Das ist es“, dachte ich zufrieden. „Das ist es, wonach ich gesucht hatte! Sie war der kleine Rohdiamant, der uns für die nächste Welttour gefehlt hatte!“

    Zufrieden beugte ich mich zu Jungkook und klappte grinsend seine Kinnlade hoch. „Na, doch besser als erwartet, oder?“ Kookie schluckte. „Ich hab nicht gewusst, dass sie das kann….“ „Dann solltest du sie in Zukunft vielleicht erst verurteilen nachdem sie sich beweisen durfte! Mhm? Was denkst du?“ Jungkook nickte wie in Trance und konnte seine Augen nicht von ihr abwenden.

    Ich musterte ihn von der Seite. Es war mir immer noch ein Rätsel, was Jungkook gegen Ruby hatte. Die beiden würden prima zusammenpassen und waren sich offensichtlich ähnlicher, als erwartet. Denn auch Jungkooks großer Traum war immer schon das Tanzen.

    Rubys Sicht:


    Ich keuchte und öffnete erwartungsvoll die Augen, als die Musik verklungen war. Ich sah in die Gesichter der sieben jungen Männer, die mich fassungslos anstarrten. Sogar Jungkooks finstere Miene war verschwunden und mir war fast so, als lächelte er mich an.

    Dann plötzlich begann Jimin in die Hände zu klatschen. Die andern machten es ihm begeistert nach und alle sieben erhoben sich von ihren Plätzen. Ein Stein viel mir vom Herzen. Ich atmete erleichtert aus. „Bitte lass uns einmal gemeinsam tanzen“, kam mir Jimin überwältigt entgegen und reichte mir die Hand. „Das war wirklich gut. Nein, das war der Wahnsinn!“ Ich lächelte.

    Einer nach dem anderen gratulierte mir zu meinem Erfolg. Kookie kam als letzter und kratzte sich verlegen am Hinterkopf. Ich sah ihn etwas unsicher an. „Ähm….ich…also…ich“, stotterte er unsicher. „Ich wollte mir wegen vorhin bei dir entschuldigen!“, murmelte er verlegen. „Ich hätte nicht so überreagieren dürfen!“ Er reichte mir die Hand und ich ergriff sie. „Ach mach dir keinen Kopf!“, kam ich ihm entgegen.

    „Das verkrafte ich schon!“ Jungook lächelte dankbar und fügte noch schnell ein:“ Du warst wirklich gut“, hinzu. Dann verdrückte er sich wieder und blieb lieber im Hintergrund.

    „Also Leute!“ Namjoon sah mich und seine Kollegen erleichtert an. „Ich denke, wir haben unsere zweite Backgroundtänterin gefunden! Was meint ihr?“ Der Jubel seiner Kollegen beantwortete seine Frage und er klopfte mir kumpelhaft gegen die Schulter.

    „Gut Ruby! Morgen Vormittag beginnen die Proben. Wir treffen uns dann um 8:00 hier!“

    8
    ((bold))-einige Stunden zuvor etwa gegen 14:00 -((ebold)) ((unli))Roses Sicht: ((eunli)) Ein kalter Wind kam mir entgegen, als ich aus dem Wagen stieg

    -einige Stunden zuvor etwa gegen 14:00 -

    Roses Sicht:

    Ein kalter Wind kam mir entgegen, als ich aus dem Wagen stieg und die Tür hinter mir zufallen ließ. Es war frisch für diesen Monat. Ich betrat die Kinderkrippe, die gleich in der Nähe von Felix Haus lag und grüßte das Personal. „Hallo, kann ich sie schon holen?“

    „Ah, hallo Rose. Klar sie spielt noch in der Bauecke.“ Die Pädagogin deutete wies mir den Weg und ich folgte ihr. Mein Gesicht erhellte, als ich meine kleine Nichte erblickte. Mina saß glücklich an ihrem Schnuller nuckelnd zwischen bunten Holzklötzen und schlug diese interessiert aneinander. Als sie mich erkannte, quietschte sie auf und streckte ihre kleinen speckigen Arme nach mir aus.

    „Na, wer freut sich denn da mich wiederzusehen?“ Liebevoll nahm ich sie hoch und strich ihr die schwarzen Haare aus dem Gesicht. „Deine Tante bringt dich jetzt nachhause! Mama und Papa freuen sich schon auf dich!“ Mina lallte etwas Unverständliches, rieb sich die Augen und drückte ihr Gesicht in meinen Pulli. Die Pädagogin lachte. „Ja, sie ist schon etwas müde. Sie hat heute nicht geschlafen!“

    Ich nickte. „Danke! Bis morgen!“ Auch Mina verabschiedete sich und winkte ihr mit ihrer kleinen Patschehand. Schließlich schnallte ich sie an und wir machten uns auf den Heimweg.

    -eine halbe Stunde später im BTS Apartment-

    „Und hat sich Mina gefreut dich wiederzusehen?“, erkundigte sich Emilia, als ich den Autoschlüssel auf die Kommode fallen lies und mich neben sie auf die Couch setzte. Ich lächelte. „Ja! Sie ist so süß! Immer, wenn ich etwas mit ihr unternehme wünsche ich mir auch schon ein Kind zu haben!“

    Xenia, die in eigentlich in ihre Zeitung vertieft zu sein schien, hob vielsagend die Augenbrauen. „Das sag ich Jin…“, murmelte sie grinsend und pfiff durch die Zähne. „Wehe!“, drohte ich ihr kichernd und zog ihr die Zeitung weg. „Hey“, motzte Xenia und sah mich trotzig an. „Und was gibt es so Spannendes? Ich blätterte durch die Seiten, find aber nichts, das meine Aufmerksamkeit erweckt hätte.

    „Wisst ihr wann die Jungs heute fertig sind? Dann weiß ich, wann ich anfangen sollte das Abendessen zu kochen!“ Sofie kam aus der Küche und wischte sich die Hände in der Schürze ab. Emila und ich schüttelten en Kopf. „Namjoon sagte doch, es würde bestimmt den ganzen Nachmittag dauern, oder?“

    Sofie seufzte. „Ich wäre wirklich gerne dabei!“ Emilia nickte. „Ja, ich auch!“ „Mir gefällt der Gedanke nicht, dass sie sich stundenlang die perfekten Körper von Tänzerinnen reinziehen“, gestand sie außerdem. „Da mache ich mir weniger Sorgen“, erklärte Xenia. „Suga verschläft bestimmt das halbe Casting. Wollen wir wetten?“ Emilia, Sofie und ich kicherten.

    „Ich bin gespannt wer die zwei Tänzerinnen sind, die sie auswählen“, dachte ich laut und gab Xenia ihre Zeitung zurück. „Vielleicht ist ja diese Ruby dabei! Was meint ihr?“ Emilia sah in die Runde. „Ich würde nur zu gerne sehen wie Kookie mit ihr umgeht!“ Sofie grinste breit. „Da bist du nicht die einzige!“

    Kurz herrschte planlose Stille, dann hatte ich eine Idee. „Also wenn sich unsere Jungs den ganzen Nachmittag hübsche Mädchen ansehen, warum sollten wir da nicht das gleich tun können?“ Emilia runzelte die Stirn. „Warum sollten wir uns hübsche Mädchen anschauen wollen?“ „Doch keine Mädchen“, lachte ich und zog eine DVD aus den Regal. „Hübsche Männer!“, meinte ich vielsagend und legte den Film vor ihr ab.
    „Magic Mike?“ Xenia sah mich aus großen Augen an. Ich nickte frech.

    „Ich mach uns Popcorn!“, meinte Sofie plötzlich und eilte in die Küche!“ „Aber nicht anfangen, bevor ich damit fertig bin! Ich mag keine Sekunde verpassen!“ Ich grinste. Vielleicht würde der Nachmittag doch interessanter werden, als gedacht!

    -am Abend, als das Casting endlich vorbei war-


    J-Hopes Sicht:

    „Wir sind zuhause!“, rief V als wir alle wieder im Apartment angekommen waren. Es war ein langer Tag gewesen, aber immerhin hatten wir Erfolg gehabt. Als wir das Wohnzimmer betraten, fanden wir die Mädchen kichernd und glucksend mit Popcorn vorm Fernseher. Sie waren zu vertieft in den Film um uns auch nur ansatzweise ihre Aufmerksamkeit zu schenken.

    „Hey!“ V wedelte vor dem Gesicht von Sofie herum. „Hallo! Wir sind wieder da!“ „Pssst!“, maßregelte ihn Rose und schob ich zur Seite. „Sei leise! Es ist gerade interessant!“ RM und Jin runzelten die Stirn. „Was seht ihr euch da überhaupt an!“

    V und Jimin rissen entrüstetet die Augen auf, als sie die vielen oberkörperfreien Männer im Film sahen, die wirklich tolle Moves draufhatten. „Was ist das?“, fragte nun auch Jungkook entsetzte. Suga trat hinter ihn und hielt ihm die Hand vor die Augen. „Nicht hinsehen! Das ist nichts für dich!“ Wir lachten und Sofie drückte schließlich auch Pause.

    „Wir dachten uns, nachdem ihr euch den ganzen Nachmittag über damit beschäftigt habt die hübschesten Tänzerinnen Koreas zu begaffen, können wir das doch auch machen!“ „Nur, dass das Amerikaner sind“, fügte Xenia schnell hinzu und fing sich einen fragenden Blick von Suga ein. Sie zuckte nur mit den Achseln und steckte sich Popcorn in den Mund.

    V, Namjoon, Suga und Jin sahen ihre Freundinnen etwas trotzig an, gaben sich mit dieser Erklärung schließlich aber zufrieden und versammelten sich um den Tisch.

    „Und wie heißen eure Tänzerinnen“, erkundigte sich Emilia und legte ihr Kinn auf Vs Schulter, was der nur zugerne zuließ. „Sora und Ruby!“, erklärte V. „Die Ruby?“, wiederholte Sofie interessiert. Jungkook schnaufte. „Ja, die Ruby“, bestätigte Jimin. „Sie ist wirklich gut! „Und Sora?“, wollte Rose wissen. „Wie ist sie so?“

    „Technisch gesehen, perfekt“, fuhr ich fort. „Und trotzdem mag ich sie nicht“, grummelte Jimin verächtlich. Die Mädchen warfen uns fragende Blick zu. Ich winkte ab. „Ach, es ist nur halb so schlimm!“

    „Trotzdem stellt sich jetzt die eine große Frage….“, meine Najoon. „Und die wäre?“ Die Mädchen hatten wohl nicht aufgepasst, denn dieses eine Thema beschäftigte Jimin, Jungkook, V und mich schon seit Tagen. „Wer tanzt mit wem im Dou und welches Dou tanzt mit welchem Mädchen!“

    Die Mädchen sahen uns verwirrt an. „Ich dachte, sie sind eure Backgroundtänzerinnen?“, wunderte sich Emilia. Ich räusperte mich – bereit den Irrtum richtig zu stellen. „Ja, das stimmt schon. Wir tanzen auch jeweils zu einem Solosong mit ihnen. Emilia warf V einen mir unbekannten Blick zu und verschränkte ihre Arme vor der Brust.

    „Also bleiben wir dabei“, versuchte ich das ganze etwas voran zu treiben. Ich tanze mit Jungkook und Jimin tanz mit V.“ Jungkook und die beiden anderen nickten. Ich schnappte mir zwei Zettel und schrieb „Ruby“ und „Sora“ darauf. Daraufhin knüllte ich sie zusammen und warf sie in eine Schüssel.

    Die anderen beobachteten meinen Plan und verstanden schließlich was ich vorhatte. „Jungkook schließ die Augen“, befahl ich. „V, du auch!“ Die beiden taten wie geheißen und griffen in die Schüssel. „Bitte nicht Sora, bitte nicht Sora“, bettelte Jimin nuschelnd und kniff hoffnungsvoll die Augen zusammen.

    „Ihr könnt die Augen wieder aufmachen“, erklärte ich. V und Jungkook sahen mich an und öffneten den zerknüllten Zettel.

    „SORA?“
    „RUBY?“

    Jimin und Jugkook sahen sich verzweifelt an und rauften sich die Haare.

    9
    ((bold)) -am Abend bei Ruby zuhause-((ebold)) ((unli))Rubys Sicht: ((eunli)) „Woooooohoooooooooooooo!“ Jubelnd stürzte ich ins Haus, drehte mich

    -am Abend bei Ruby zuhause-


    Rubys Sicht:

    „Woooooohoooooooooooooo!“
    Jubelnd stürzte ich ins Haus, drehte mich wie verrückt im Kreis und ließ mich schließlich auf unsere große rote Couch fallen. Ich atmete schnell und hörte mein Herz bis in meinen Kopf wummern. Ich war glücklich. Einfach nur glücklich.

    „Du hast es geschafft?“ Ross steckte seinen Kopf um die Ecke und sah mich aus seinen blitzenden olivgrünen Augen an. Ich setzte mich auf und nickte eifernd. „Du verarscht mich!“, lachte Ross auf und viel mir um den Hals. Gemeinsam hüften wie kichernd und jubelnd durch das Wohnzimmer. „Meine Schwester hat es geschafft!“, reif Ross in alle Richtungen. „Meine Schwester wird eine großartige Tänzerin!“ Ich lächelte überglücklich. „Was haben sie gesagt?“, begann mich mein Zwillingsbruder auszufragen.

    „Sie waren begeistert von mir – sie sind alle echt nett - naja fast alle - und morgen ist schon die erste Probe!“ Meine Stimme überschlug sich vor lauter Freude und ich musste mich zügeln, um nicht zu schnell zu sprechen. Ross klatsche bei mir ab. „Wusste ich’s doch!“ „Das müssen wir feiern“, fuhr er fort. „Eis und West Side Story?“, grinste mein Bruder über beide Ohren. „Eis mit Schokosoße und West Side Story“, verbesserte ich ihn und lies mich zufrieden auf die Couch fallen.

    Ross nickte und raste in die Küche, während ich mich zwischen die weichen Polster kuschelte und den Fernseher anmachte. Unter den aufgenommenen Filmen fand ich ihn und klickte auf „START“. Schließlich kam auch Ross mit Schokoeis, Schokosoße und zwei großen Löffeln zurück. Bei dem Anblick lief mir das Wasser im Mund zusammen. Er reichte mir einen und pflanzte sich neben mich auf die Couch.

    „Auf dich Schwesterherz“, grinste er breit. Wir prosteten einander mit den Löffeln zu und machten und genüsslich über das Schokoeis her.

    -am nächsten Morgen im Studio-

    Jimins Sicht:

    Konzentriert starrte ich in den großen Spiegel und dehnte mich gemeinsam mit Jungkook, V und J-Hope für die heutige Probe. Ich war immer noch trotzig wegen gestern Abend. Musste ausgerechnet ich mit dieser aufgeblasenen Kuh tanzen. Viel lieber würde ich mit Ruby tanzen. Bei Jungkook war es genau andersrum, doch als wir J-Hope gebeten haben einfach zu tauschen, verneinte er. So ein Sturkopf, als ob ihm das etwas ausmachen würde….

    „Wie lange dauert das heute?“, maulte Kookie, der wohl genau so begeistert vom heutigen Tag, wie ich war. „Solange bis es vorbei ist“, ärgerte ihn V und grinste frech. Jungkook streckte ihm die Zunge raus und widmete sich dann wieder seinem Aufwärmprogramm. „Jetzt führt euch nicht so auf“, wies uns J-Hope zurecht. „Ihr müsst sie ja nicht heiraten, sondern nur mit ihnen tanzen!“

    „Das ist praktisch dasselbe“, beschwerten Jungkook und ich uns gleichzeitig. J-Hope schnalzte genervt mit der Zunge und sah auf die Uhr. „Ruhe jetzt – sie sind jeden Augenblick da!“

    Gerade als J-Hope das gesagt hatte öffnete sich die Tür und Sora trat ein. Sie hatte ihre tiefschwarzen Haare in einen strengen Dutt gebunden und trug ein bauchfreies T-Shirt mit einer engen Leggins. Sie waren fast zu eng, wenn ihr mich fragt, doch bei ihrer Figur büßte das nichts ein. „Hallo!“, kam es knapp von ihr, als sie ihre Tasche in die Ecke des Raumes verfrachtete und selbstsicher auf uns zukam.

    Sie sah sich fragend um und scannte den Raum nach etwas ab. „Ist die andere noch gar nicht da?“ J-Hope schüttelte den Kopf. Sie schlug ihre geschminkten Wimpern auf und musterte uns einen nach dem anderen.

    „Mein Vater sagt immer – Pünktlichkeit ist das Wichtigste im Leben – Es ist unverzeihlich, wenn man zu spät ist!“ V warf mir einen stirnrunzelnden Blick zu und ich verdrehte die Augen.

    „Das mag schon sein“, übernahm J-Hope die Diskussion für uns, aber noch ist Ruby erst eine Minute zu spät. Ich würde sagen, da kann man noch einmal ein Auge zudrücken.“

    Ich nickte und betete innerlich, dass Ruby in den nächsten zehn Sekunden durch die Studiotür kommen würde. Einfach nur um Sora nicht die Genugtuung zu geben, die sie gerne hätte. Ich biss mir auf die Lippe.

    Jungkook der neben mir stand trat ungeduldig von einem Bein auf das andere. Er hatte wohl immer noch ein schlechtes Gewissen wegen gestern. Aber ich denke Ruby ist ihm deshalb nicht mehr böse. Er sollte sich ihr gegenüber nicht so abweisend verhalten. Bei der nächsten Gelegenheit muss ich ihn unbedingt mal fragen, was damals zwischen den beiden vorgefallen war, dass sie sich trotz ihrer gemeinsamen Vergangenheit aus dem Weg gehen. Es wundert mich sowieso, dass die beiden nicht miteinander auskommen. Sind es nicht normalerweise die Kindheitsfreunde, die einem für immer bleiben?

    Ruby war jetzt schon drei Minuten zu spät. Sora inspizierte ihre Fingernägel und zeigte uns nicht gerade unauffällig, wie begeistert sie von Rubys Verspätung war.

    Plötzlich wurde die Tür aufgerissen und Ruby stolperte in den Raum.

    Jungkook Sicht:

    „Es….es tut mir soo leid“, keuchte Ruby und stützte ihre Hände keuchend auf den Knien ab. „Ich….ich den Bus verpasst und musste den nächsten….neh…..nehmen!“ Sora grinste selbstgefällig. „Macht nichts!“, sagte ich plötzlich. Ich wusste selbst nicht recht warum ich das tat, doch irgendwie fand ich das an dieser Stelle angebracht. Und wenn ich ehrlich war, war es ja so. Drei Minuten waren doch nichts. Höflichkeitsregeln hin oder her.

    Die anderen sahen mich überrascht an. Hatten wohl nicht damit gerechnet, dass ich derjenige sein würde, der sich an dieser Stelle zu Wort melden würde. „Jungkook hat recht“, stimmte mir nun auch J-Hope zu. „Es ist gut, dass jetzt alle da sind. Fangen wir an mit der Probe! Bevor wir das formale erledigen, lasst uns doch einfach einmal tanzen – dazu sind wir schließlich hier!“

    Ruby lächelte dankend und stellte ihre Tasche neben die von Sora. An ihrem Rucksack hingen so wie früher viele kleine Anhänger. Ich zwickte die Augen zusammen und musterte diese genauer. „Oh!“ Überrascht legte ich den Kopf schief. „Sie hat ihn all die Jahre aufgehoben?“, murmelte ich überwältigt.

    Es war der kleinste der vielen Anhänger, der meine Aufmerksamkeit erregt hatte. Damals in dem Sommer als ich zehn Jahre geworden war, hatte ich ihn Ruby aus dem Urlaub mitgebracht. Es war ein silberner Ring, auf dem viele bunte hölzerne Seesterne hingen. Ruby hatte schon immer gerne bunte Dinge und so habe ich damals ein Teil meines Taschengeldes darin investiert ein kleines Souvenir für sie mitzunehmen. Ich hätte nicht gedacht, dass sie ihn all die Jahre mit so viel Sorgfalt behandelt hatte….

    J-Hope klatschte in die Hände. „So auf geht’s!“ Er drückte auf „Play“ und die Musik spielte an. Ich warf Ruby einen kurzen Blick zu – sie erwiderte ihn und lächelte. Mir war noch gar nicht aufgefallen, dass sie heute zur Abwechslung mal nicht ihre alte Latzhose trug, sondern sogar ein recht ansehnliches Trainings-Outfit.

    Die grüne Jacke machte sogar richtig was her. Kurz überlegte ich, ob ihr Modegeschmack vielleicht sogar ganz akzeptabel war, schlug mit diesen Gedanken aber gleich wieder aus dem Kopf.

    Nein, so leicht würde ich nicht nachgeben!

    Während Jimin und V sich ein Dance-Battle lieferten – verzog ich mich zu J-Hope, der mir die ersten Moves der neuen Choreo beibrachte. Ruby war währenddessen zu Sora gegangen, um sich vorzustellen.

    Was die beiden nun beredeten, würde mich trotzdem wahnsinnig interessieren? Ob sie einander überhaupt leiden konnten?

    10
    Rubys Sicht: „Du bist Sora, oder?“ Ich streckte dem hübschen Mädchen meine Hand entgegen und lächelte. Sie verzog angewidert das Gesicht und ve

    Rubys Sicht:

    „Du bist Sora, oder?“ Ich streckte dem hübschen Mädchen meine Hand entgegen und lächelte. Sie verzog angewidert das Gesicht und verdrehte die Augen. „Eww, halt dich bloß von mir fern!“ Sie musterte noch für kurze Zeit meine struppigen orangenen Haare, dann warf sie ihre perfekt geglättete schwarze Mähne in den Nacken und stolzierte mit erhobener Nase davon.

    Ich zog beleidigt die Nase hoch. „Blöde Kuh“, dachte ich und setzte mir meine Kapuze auf. Ich fühlte das mir gewohnte Stechen in der Brust, wenn sich die Traurigkeit in mir ausbreitete.

    Freunde zu finden war nie leicht für mich gewesen.
    Ich habe immer gehofft, es würde besser werden, wenn ich älter war, doch meine Hoffnung hatte sich nicht erfüllt. Doch mit der Zeit lernte ich damit umzugehen und so schaffte ich es auch Zeit für Zeit das stechende Gefühl aus meiner Brust zu verbannen.


    Ich schluckte und atmete tief ein und aus. Dann setzte ich wieder ein Lächeln auf und ging zurück zu den anderen.
    Nach dem Aufwärmen klatschte J-Hope in die Hände und stellte sich so hin, dass wir ihn alle gut sehen konnte. „Also, wie ihr ja beide wisst…!“, er sah Sora und mich aufmunternd an. „…haben wir euch ausgewählt, um mit uns gemeinsam auf unserer nächsten Tour zu tanzen.“

    Sora und ich nickten und folgen interessiert seinen Worten. „Doch was ihr noch nicht wisst, ist dass wir euch nicht nur als Backgroundtänzerinnen brauchen, sondern auch für unsere zwei Trios. Je eine von euch wird mit zwei von uns einen Solosong interpretieren!“

    Es dauerte bis die Aussage seines Satzes in meinem Kopf Sinn machte. Doch als es „klick“ machte, spürte ich wie Euphorie in mir hochkam.

    „Also gestern haben wir vier gelost und herauskam, dass Jimin und V mit Sora tanzen und Jungkook und ich mir dir Ruby! Wir hoffen, dass damit alle zufrieden sind!“ Er durchbohrte Jimin mit einem nicht gerade unauffälligen Blick, bis er schließlich wieder einen freundlicheren Gesichtsausdruck aufsetze.

    Ich wusste nicht recht was ich von der Tatsache halten sollte, dass ich nun mir Jungkook tanzen sollte…. Ich dachte kurz nach. Nein, ich wollte das hier mehr als alles andere, also musste ich da durch – komme was wolle!

    „So!“ Er klatschte abermals in die Hände. „Dann lasst uns mal beginnen! Ich zeige zuerst Jungkook und Ruby die Choreographie, dann komme ich zu euch V!“ Sora kicherte und schlenderte zu V und Jimin hinüber. „Wir werden sicher das bessere Team sein“, erklärte sie überzeugt ihren zwei Tanzpartnern. „Darum geht’s hier nicht“, hörte ich Jimin motzen.

    Ich hätte gerne noch länger gelauscht, doch J-Hope zog mich und Jungkook in die andere Ecke des Raumes, wo die anderen aus unserer Hörweite waren. „Zu welchem Lied tanzen wir?“, fragte ich vorsichtig.

    J-Hope verpasste Jungkook mit dem Ellbogen einen Stoß in die Seite, damit er endlich etwas von sich gab. „Euphoria“, sagte der schnell und rieb sich die Seite. „Wir tanzen zu meinem Solosong „Euphoria“!“ „Und die anderen?“, fragte ich weiter. „Zu Singularity von V“, erklärte J-Hope mir.

    Ich nickte. Es herrschte beklemmende Stille.
    J-Hope seufzte.

    „Mann ihr seid wirklich wie zwei Eisbrocken im Meer. Habt ihr euch denn nichts zu erzählen? Ihr kennt euch doch schon so lange!“ J-Hope sah bittend zwischen Kookie und mir hin und her, doch wir schwiegen weiter.“ Er seufzte abermals. „Na das wird noch lustig mit euch beiden“, murmelte er und schnalzte mit der Zunge.

    „Gut dann passt auf! Ich tanze vor – ihr merkt euch die Schritte!“ J-Hope wandte uns den Rücken zu und zeigte und die ersten Schrittfolgen. Jungkook warf mir einen Blick von der Seite zu, doch ich ignorierte ihn.

    -eine halbe Stunde später-

    „So, ich gehe jetzt zu den andern rüber. Wenn noch was ist, fragt bitte. Solange ich weg bin – übt bitte die Hebefigur, die ich mit Ruby vorhin vorgezeigt habe!“ Ich schluckte. J-Hope klatschte uns auf die Schultern. „Ihr schafft das schon!“ Dann schnappte er sich seine Wasserflasche und schlenderte pfeifend auf die andere Seite des Raumes.

    Nach einer Weile räusperte sich Jungkook und drehte sich zu mir. „Naja…“ Er kratzte sich verlegen am Hinterkopf. „Wenn er wiederkommt und wir es nicht können ist er bestimmt wütend, also lass es uns doch einmal ausprobieren!“ Er zuckte mit den Achseln und trat einen Schritt auf mich zu.

    „Hast du sie dir gemerkt?“, wollte ich wissen. Kookie nickte. „Und du?“ „Alles hier drin!“ Ich zeigte auf meinen Kopf und kam ebenfalls einen Schritt näher. „Na dann…“ Ich spürte seinen Atem an meiner Wange, als ich meine Arme um seinen Nacken legte.

    „Aber lass mich ja nicht fallen“, drohte ich ihn, als er seine Hand in meine Kniebeuge legte, um mich nach oben zu drückte. „Würde mir nie einfallen“, erklärte er und konzentrierte sich. „Ich zähle bis drei, dann heb ich dich hoch!“ Ich nickte. „1, 2,……3!“

    Jungkook stemmt mich nach oben und ich spannte meine ganzen Körper an. Ich lies meinen Kopf in den Nacken fallen und bog meinen Rücken durch. Ich war überrascht. Seine Arme zitterten kaum unter meinem Gewicht und es fühlte sich alles so leicht und unbeschwert an. Ich schloss die Augen und spürte den Lufthauch, als er mich einmal im Kreis drehte.

    Als ich die Augen wieder öffnete sah ich kopfüber, wie Sora ihre Hände um Vs Arm geklammert hatte. Ich zwinkerte noch einmal, um mir sicher sein zu können, mich nicht verguckt zu haben. Als sie ihn plötzlich von hinten umarmte, verließ sämtliche Spannung meinen Körper und ich verlor das Gleichgewicht.

    Ich schrie auf. Jungkooks Arme gaben nach und unsere Hebefigur krachte in sich zusammen.

    Jungkooks Sicht:

    Ächzend knallte ich auf dem Boden auf. Ich riss die Augen auf, als ich praktisch in Zeitlupe beobachten konnte, wie Ruby auf mich draufklatschte. Ich versuchte sie abzufangen, doch sie fiel mir ihrem gesamten Gewicht auf mich drauf. Ich stöhnte abermals auf.

    Mein Schädel brummte und meine Rippen schmerzten. Als ich die Augen wieder öffnete starrte ich in Rubys olivgrüne Katzenaugen. Erst jetzt spürte ich etwas Warmes, Weiches auf meinen Lippen. Es schmeckte nach Pfefferminz. Plötzlich hatte ich einen Kaugummi im Mund – es war nicht mein Kaugummi.
    Ruby und ich schrien gleichzeitig auf und zuckten zurück und hielten uns die Hand vor den Mund. Hatte ich Ruby gerade…….geküsst?

    -währenddessen auf dem Weg zum Studio-

    Roses Sicht:

    „Sie können uns zwar nicht sehen, aber wir sie!“, erklärte Namjoon, der Suga, Xenia, Jin, Emilia, Sofie und mir den richtigen Weg zeigte. „So wie in den Filmen?“, erkundigte sich Xenia begeistert. „Ja, so ähnlich“, lachte Namjoon. „Nur, dass sich dahinter kein Verhörraum, sondern ein Probenraum verbirgt!“ Emilia und Xenia warfen sich begeisterte Blicke zu.

    „Dürfen wir da in Zukunft öfters zusehen?“ Namjoon überlegte kurz. „Klar, warum eigentlich nicht!“ Jin griff nach meiner Hand und verschränkte seine Finger mit meinen. „Dann kannst du dir jetzt öfters meine Tanzkünste ansehen!“ Ich lachte auf – kriegte mich aber schnell wieder ein und lehnte mich gegen seine Schulter. „Klar, ich komme gerne“, lächelte ich.

    „V sieht bestimmt toll aus, wenn er tanzt“, schwärmte Emilia verliebt. Suga grunzte. „Ja, so toll wie wir alle. Erschöpft und völlig verschwitzt!“ Emilia sah Suga missmutig an, woraufhin Xenia ihn in die Wange kniff. „Au!“ Suga rieb sich die Stelle. Xenia schien es noch in derselben Sekunde zu bereuen und drückte ihm einen Kuss auf die rote Stelle.

    Wir waren fast bei dem verspiegelten Fenster angekommen, als Emilia schon vorauslief. „Der letzte muss nach abwaschen!“, kicherte sie und hüpfte voller Vorfreude zu der großen Glasscheibe. Dort angekommen drückte sie ihre kleine Stupsnase an der Scheibe platt und suchte den Raum mit leuchtenden Augen nach ihrem Freund ab.

    Plötzlich lies sie die Hände sinken und das Lächeln verschwand aus ihrem Gesicht.

    „Emilia? Alles okay?“ Sofie und ich warfen uns einen fragenden Blick zu und traten hinter sie. Es war als würde mir jemand ein Brett vor den Kopf schlagen, als ich dem Blick meiner Freundin folgte. „Scheiße“, brachte es Suga, der mittlerweile neben mir stand, auf den Punkt.

    Emilas Hände umklammerten das Geländer unter dem Fenster. Sie verkrampfte sie und ihr ganzer Körper bebte. Tränen tropften auf den Boden. Uns allen fehlten die Worte. „Emilia…..ich….bin mir sicher, das ist alles…ein…ein großes Missverständnis……!“

    „Tae….., Tae…..warum?“, wimmerte sie. Mit diesen Worten drehte sie sich um und rannte schluchzend den Gang hinunter zurück zum Apartment.

    11
    ((bold))-fünf Minuten zuvor-((ebold)) ((unli))Jimins Sicht: ((eunli)) „Mein Vater sagt immer, dass man im Leben nur etwas erreicht, wenn man auch g

    -fünf Minuten zuvor-

    Jimins Sicht:

    „Mein Vater sagt immer, dass man im Leben nur etwas erreicht, wenn man auch gut aussieht! Deshalb ist mir mein Aussehen besonders wichtig!“ Sora klappte einen kleinen Handspiegel auf und trug etwas Lippenstift auf ihrem rosa glänzenden Kussmund auf. V und ich sahen einander an und zogen vielsagend die Augenbraun hoch.

    Als sie fertig war klappte sie die kleine Schatulle zu uns ging auf V zu. „Also demnach solltest du der erfolgreichste dieser Gruppe sein. Also ich meine, mit deinem Aussehen!“ Mein bester Freund wusste nicht recht, was er mit diesem Kompliment machen sollte, also lächelte er einfach verlegen.
    Sora stand nun direkt vor ihm. „Und was denkt du von mir?

    Findest du mich hübsch?“ Ich grunzte verächtlich. „Wo, ist der Kübel? Ich kotz gleich!“, dachte ich angeekelt. Insgeheim hoffte ich V würde sie abwimmeln. Irgendwie schlug diese Konversation eine komplett falsche Richtung ein. Doch V blieb wie angewurzelt stehen und starrte sie an. „Also….ich…äh…du…..ja…also…du bist schon hübsch….glaube ich?“

    Sora sah ihn unzufrieden an. „Glaubst du? Was soll denn das heißen? Findest du mich nun hübsch, oder nicht?“ Plötzlich stellte sie sich hinter ihn und legte ihre Hände um seine Taille. V erstarrte. „Wenn du dir nicht sicher bist, können wir ja heute gemeinsam ins Kino gehen. Vielleicht kannst du mir ja danach eine Antwort auf meine Frage geben!“

    Im Augenwinkel sah ich, dass J-Hope sich von Ruby und Jungkook löste und sich auf den Weg zu uns machte. „Na endlich“, dachte ich. „Das wird aber auch Zeit!

    Einige Sekunden später aber riss ich herum, als ich etwas hart am Boden aufknallen hörte. Es war Jungkooks Kopf. Kurz darauf folgte auch schon Ruby, die wie ein Sandsack auf ihn draufplumpste. Ihre Hebefigur war in sich zusammengebrochen. Ich sah genauer hin und hielt mir die Hand vor den Mund. Jungkook und Ruby küssten sich!

    Plötzlich zupfte mich jemand hinter mir am Pulli. Ich wandte mich um. V stand immer noch wie versteinert da und sah mich flehend an. „Jimin, hilf mir!“, formte er angsterfüllt mit seinen Lippen. Und da sah ich, wie Sora mittlerweile ihre Hände um seinen Brustkorb geschlungen hatte.

    „HEY! Hör sofort damit auf!“ Eigentlich hatte und Namjoon gebeten immer nett zu Ruby und Sora zu sein – komme was wolle. Doch das ging eindeutig zu weit. Ich riss Sora etwas unsanft von V los und stellte mich zwischen die beiden. „Och Jimin, sei doch nicht so ein Spielverderber“, flehte Sora und klimperte mit ihren langen dunklen Wimpern.

    „Bei ihm wirkt das nicht“, erklärte J-Hope der endlich bei uns angekommen war und musterte Sora mit zusammengekniffenen Augen.

    Im nächsten Moment ging die Studiotür auf und Namjoon steckte seinen Kopf herein. Er sah mich und V geschockt an und wirkte sichtlich durcheinander. „Taehyung, komm sofort her!“ Als ich Namjoon ansah war mir, als würde Sofie im Hintergrund vorbeieilen. „Sofie? Waren die Mädchen etwa auch da? Warte mal das würde doch heißen, dass…..Emilia! Scheiße!“

    Mein Blick viel auf das verspiegelte Studiofenster und da wusste ich was passiert war.

    Jungkooks Sicht:

    Mein Herz pochte wie wild. Dann löste sich Ruby von mir und wir standen auf. Verlegen starrten wir einander an. Keiner wusste so recht was er dazu sagen sollte. Ich wollte gerade zu einer blöden Rechtfertigung ansetzten, als Namjoon plötzlich die Studiotür aufriss. Er sah besorgt aus und winkte V zu sich.

    Was hatte ich jetzt schon wieder verpasst? Schnell ging ich zu Jimin und J-Hope, um einen Vorwand zu haben mich von der unangenehmen Situation mit Ruby wegzuschleichen.

    Doch Jimin und J-Hope ignorierten mich, warfen Sora noch einen vernichtenden Blick zu und folgten schließlich V aus dem Studio. Ich beschloss kurzerhand mich ebenfalls zu verdrücken und schloss die Studiotür hinter mir.

    Jimins Sicht:

    Draußen war der Teufel los. Jin, Rose, Xenia und Suga waren völlig durcheinander und Namjoon versuchte alles unter Kontrolle zu kriegen. „Hat sie alles gesehen?“, fragte ich, um das mal klarzustellen. Xenia nickte und biss sich auf die Lippe. Ich fluchte. „Emilia hat zugesehen?“, wiederholte V geschockt. Alle anderen nickten. Ich merkte wie Panik in ihm hochkroch, also legte ich ihm beruhigend eine Hand auf die Schulter.

    „Wo ist sie?“, fragte V schnell. „Sie ist heulend zurück ins Apartment gelaufen!“, erklärte Jin. „Sofie ist ihr gefolgt“, fügte Rose noch hinzu. Tae sah aufgebracht zwischen uns hin und her. „Ich muss das klarstellen!“

    Bevor wir noch etwas einwenden konnte, sprintete er los.
    Wir sahen ihm nach und ein Seufzen ging durch die Reihen. „Also in seiner Haut möchte ich jetzt nicht stecken“, erklärte Jin. „Arme Emilia“, murmelte Xenia. „Das ist alles nur ihre Schuld!“, motzte ich und zeigte auf Sora, die wie immer mit dem Begutachten ihrer Fingernägel beschäftigt war. „Hätte sie Tae nicht angegraben, wäre das alles nie passiert!“ Rose sah mich aus großen Augen an. „Sie hat ihn angegraben? Einfach so! Vor euch allen!“ Ich nickte.

    Jungkooks Sicht:

    Während die anderen damit beschäftigt waren darüber zu diskutieren, wer Schuld an all dem hatte, trat Suga neben mich. „Scheiße was?“ Ich nickte. „Mhmm, kannst du laut sagen. Suga und ich schwiegen und verfolgen das Gespräch der anderen. Irgendwann sah er zu mir hoch.

    „Sag mal Kookie, hast du noch einen Kaugummi für mich?“ Ich war noch immer völlig in Gedanken und brachte den Kuss mit Ruby nicht aus meinem Kopf. „Wo soll ich einen Kaugummi herhaben?“, murmelte ich gedankenverloren. „Na, du kaust gerade einen!“, maulte Suga. „Wo der herkommt müssen doch noch mehr sein.

    Ich kaute nachdenklich auf dem Gummi hin und her und machte eine Blase damit. Plötzlich hielt ich inne. Ich fühlte den Pfefferminzkaugummi in meinem Mund und da fiel es mir wieder ein. Angeekelt öffnete ich den Mund und lies den Kaugummi auf meine offene Handfläche fallen. Suga musterte mich abschätzig von der Seite.

    „Kookie, manchmal bis du echt ekelig! Weißt du das?“ Ich ignorierte ihn und verfrachtete den Kaugummi in den nächsten Mistkübel. „Bah!“, grauste mir. „Wasser! Ich brauch unbedingt Wasser!“

    -nach der Probe bei Ruby zuhause-

    Rubys Sicht:

    „Was für ein Reinfall“, dachte ich. Kurz nach dem Vorfall wurde die Probe einfach beendet. Ich war traurig darüber, aber vermutlich war es besser für uns alle. Außerdem musste ich nach Jungkooks Kuss erstmal einen klaren Kopf bekommen. Ich war verwirrt. Was Jungkook wohl in diesem Moment gedacht hatte?

    Ich schmiss meinen Rucksack in die Ecke und schlurfte in die Küche, um mir ein Glas Wasser zu holen. Ich musste mir dringend den Mund ausspülen, soviel war sicher!

    Als ich um die Ecke ging, war ich überrascht Ross hier vorzufinden. Doch was war das? Er saß wie ein Häufchen Elend in der Ecke und weinte. „Ross?“ Mein Bruder wischte sich die Tränen unter den Augen weg und sah zu mir auf. „Ruby? Warum bist du denn schon da?“ „Was ist mit dir passiert?“, wollte ich wissen.

    Da fiel mein Blick auf das blaue Auge, das ehr bis eben noch mit seiner rechten Hand verdeckt hatte. Ich seufzte. „Schon wieder?“ Ross wimmerte und nickte. Schnell setzte ich mich zu ihm auf den Boden, drückte ihn an mich und rieb ihm liebevoll den Rücken.


    12
    ((bold))-währenddessen im BTS-Apartment- ((ebold)) ((unli))Emilias Sicht: ((eunli)) Mein Zimmer erreicht, schmiss ich mich ins Bett und begann bitter

    -währenddessen im BTS-Apartment-

    Emilias Sicht:

    Mein Zimmer erreicht, schmiss ich mich ins Bett und begann bitterlich zu weinen. Ich heulte Rotz und Wasser und versaute das ganze Kissen mit meiner Mascara. Aber das war mir jetzt egal. Mir war alles egal. Das einzige woran ich denken konnte war V. V in den Armen einer anderen. Ich heulte auf.

    Warum? Warum hatte er das getan. Es tat weh. Es tat so unfassbar weh.

    Vs Sicht:

    Ich rannte so schnell mich meine Beine trugen die Stiegen zu meinem Zimmer hoch. Emilias Schluchzen war bereits im Untergeschoß zu hören. Es zerbrach mir richtig das Herz sie so leiden zu hören. Ich war so dumm gewesen. Warum hatte ich sie nicht wehgestoßen? Außer Atmen erreichte ich die Zimmertür und klopfte.

    „Emilia? Emilia, bitte lass mich das erklären!“ Drinnen wurde das Schluchzen kurz leiser. „Emilia?“ Kurz war Stille.
    „Geh weg!“ Emilia putzte sich theatralisch die Nase. „Aber ich….“ „Geh weg Tae! Ich will dich jetzt nicht sehen!“ „Aber Em, bitte bitte hör mir zu!“ „Nein, Tae! Lass mich in Ruhe!“ „Aber Em!“ „HAU AB!“

    Ich legte meine Hand auf die Holztür und lehnte meinen Kopf gegen das Holz. „Es tut mir so leid Em. Bitte hör auf zu weinen. Ich will nicht, dass du traurig bist“, murmelte ich. Es kam keine Antwort. Ich stand noch einige Minuten da und hörte wie sich Emilia schluchzend immer wieder die Nase putzte. Dann zog ich wie ein geprügelter Hund ab. Das war alles meine Schuld….

    -eine Stunde später-

    Emilias Sicht:

    „Emilia? Em? Wir sind‘s, bitte mach auf!“, meldete sich Sofie von draußen. „Wer ist wir“, schluchzte ich. „Xenia, Rose und ich. Wir haben dein Abendessen mit.“ Ich zog die Nase hoch und überlegte kurz. Ich konnte nicht mehr weinen. Kennt ihr dass, wenn man alle Tränen aus sich rausgeheult hat? So fühle ich mich gerade!

    Ich seufzte und wischte mir die Tränen von den Wangen. Langsam schlurfte ich zur Tür und drehte den Schlüssel um. Ich öffnete die Tür und sah in die besorgten Augen von Xenia, Sofie und Rose. „Mann siehst du scheiße aus“, kommentierte Xenia, als sie meine roten verheulten Augen sah. Ich musste lachten.

    „Komm her, du brauchst jetzt ein bisschen Gruppenkuschel-Therapie“, meine Sofie und alle drei umarmten mich ausgiebig. „Ich bin so froh, dass ich euch habe“, murmelte ich in Sofies kuscheligen Pullover hinein. „Wir haben dich auch lieb“, lächelte Rose und drückte meine Hand.

    Nach einer Weile lösten wir uns wieder von einander. Mein Magen knurrte laut. „Habt ihr Abendessen gesagt?“, schniefte ich. „Sowas ähnliches“, erkläre Sofie. „Es ist sogar noch viele besser“, verbesserte sie Xenia und zog einen riesengroßen Behälter Schokoladeneis und vier große Löffel hinter ihrem Rücken hervor.

    „Ihr kennt mich einfach zu gut“, lächelte ich und griff nach einem Löffel. „Das ist genau, das was ich jetzt brauche. Zusammen schmissen wir uns aufs Bett und machten uns erst mal über das leckere Schokoeis her. Die Mädels munterten mich auf, bis ich mich wieder etwas besser fühlte. Sie zogen Grimassen, schwelgten mit mir in gemeinsamen Erinnerungen und kitzelten mich, bis mir das Eis wieder hochkam.

    Es wurde spät und irgendwann war es Zeit, dass jeder wieder in sein eigenes Bett wandert. „Ich geh dann man“, meinte Rose. „Jin hat mir grad geschrieben, dass er jetzt schlafen geht. Sie steckte ihr Handy wieder in ihre Hosentasche. „Ich bin dann auch weg“, erklärte Xenia. Aber ich schätze Suga pennt schon, wenn ich komme. Wir lachten.

    „Soll ich noch bei dir bleiben?“, erkundigte sich Sofie, als die anderen beide schon weg waren. Ich lächelte. „Das ist lieb von dir Sofie, aber geh ruhig zu Namjoon. Ich schaff das schon alleine.“ Sofie sah mich besorgt an. „Bist du sicher?“ Ich nickte. „Klar, jetzt hau schon ab!“ Sofie drückte mich noch einmal fest und ging dann zur Tür. „Ah, Sofie.“ „Ja?“ „Danke!“, lächelte ich. „Für alles!“ Sofie grinste. „Schreib mir einfach, wenn du heute nach noch wen zum Kuscheln brauchst!“ Ich nickte.

    -im Wohnzimmer-

    Sofies Sicht:

    Bevor ich mich auf ins Bett machte, ging ich noch auf die Suche nach V. Zum Glück brauchte ich nicht lange und fand meinem besten Freund schließlich nachdenklich neben Jimin auf der Couch. Er hatte geheut. Das sah ich schon aus drei Metern Entfernung an den roten Rändern um seine Augen.

    V hatte seinen Kopf an Jimins Schulter gelegt und starrte ins Nichts. Wie immer, wenn er traurig war. Jimin warf mir einen vielsagenden Blich zu, als ich vor die beiden trat. Oje, das verhieß nichts Gutes. Jimin hatte mich vorhin bereits über alles aufgeklärt und ich wusste, dass es eigentlich ein riesengroßes Missverständnis zwischen V und Emilia war. Dennoch. Das war ihre Sache und nicht meine. Sie mussten das untereinander klären.

    „Kannst du mich ablösen?“, flüsterte Jimin. „Meine Schulter tut schon weh. Ich lächelte wehmütig. „Klar, geh schlafen! Du siehst schon echt müde aus!“ „Bin ich auch“, murmelte Jimin und gähnte. „V, ich geh schlafen“, erklärte er seinem besten Freund vorsichtig und tauschte mit mir Platz. „V regierte nicht, doch wir wussten beide, dass er jedes Wort unserer Unterhaltung mitgehört hatte.

    „Gute Nacht, Jimin.“ „Gute Nacht, ihr beiden.“ Jimin drückte noch einmal kurz Vs Hand, dann verzog er sich in sei Zimmer.
    Ich seufzte und legte Vs Kopf auf meine Schulter. Er hatte sich immer noch keinen Zentimeter bewegt. Schön langsam machte ich mir Sorgen. „Ach Tae“, murmelte ich und streichelte durch die kastanienbraunen Haare. „Was machst du nur für Sachen….“

    Dann breitete sich Stille im Wohnzimmer aus. Nur das Ticken der Uhr war noch zu hören. Es schien so, als wären nun alle zu Bett gegangen.

    Plötzlich zog V die Nase hoch und drehte den Kopf vorsichtig zu mir. „Warst du bei Em?“ Ich nickte. V schwieg wieder einige Minuten. „Hat sie immer noch geweint?“ Ich schüttelte den Kopf. „Nein, wir haben uns um sie gekümmert. „Sie hat sogar wieder etwas gelächelt“, fügte ich schnell hinzu. V schniefte.

    „Ich hab‘s verbockt oder?“, murmelte er schließlich. Ich dachte kurz nach. „Also, so würde ich das nicht sagen. Sagen wir mal du hast einen Fehler gemacht“, erklärte ich V mit sanfter Stimme. „Aber das heißt nicht, dass jetzt alles aus ist, verstehst du?“ V schluckte. „Geh doch morgen noch mal zu Emilia und entschuldige dich bei ihr. Ich bin mir sicher, jetzt wo sie sich wieder beruhigt hat, hört sie dir auch zu.

    „Bist du sicher?“, murmelte Tae mit brüchiger Stimme. „Ich bin mir sicher“, lächelte ich. „Em liebt dich, das weißt du, das wissen wir alle. Sie gibt dir bestimmt noch eine Chance!“ V atmete tief ein und aus. „Ich war so blöd. So so blöd!“ Tae biss wütend seine Zähne zusammen und bohrte seine Nägel in seinen Arm.

    „Hey, stopp!“, mahnte ich ihn. „Hör auf damit. Das bringt nichts!“ Tränen rannen über Vs Gesicht und tropften auf seine Hände. Ich drückte in fester an mich und wiegte ihn sanft hin und her. „Hey, shhht! Das wird schon wieder“, beruhigte ich ihn. „Das wird schon wieder…..“

    Es dauerte, doch irgendwann war V in meinen Armen eingeschlafen. Sein Brustkorb bewegte sich geleichmäßig auf und ab und ich wahr froh, dass er endlich aufgehört hatte zu weinen. Ich überlegte, ob ich V hier alleine liegen lassen und zu Namjoon ins Bett schlüpfen sollte, doch dann überlegte ich es mir anders. Es könnte ja sein, dass er Mitten in der Nacht aufwacht, und da wollte ich nicht, dass er alleine war.

    Ich fummelte mein Handy hervor und tippte. „ICH SCHLAF HEUTE BEI V AUF DER COUCH. BRAUCHST NICHT AUF MICH WARTEN! SCHLAF GUT.“ Es dauerte nicht lange bis eine Antwort von Namjoon kam. „SCHADE, ICH HÄTTE MICH NOCH AUF EINEN GUTENACHTKUSS GEFREUT. ABER DAS PASST SCHON, DANN HAU ICH MICH AUFS OHR!

    SCHLAF GUT UND KÜMMERE DICH UM TAE.“ Ich lächelte, als ich die Nachricht las. „DAS HOLEN WIR MORGEN NACH!“, tippte ich schnell zurück und legte mein Handy auf den Wohnzimmertisch.

    Vorsichtig griff ich nach einer Decke und einem Polster und legte V der Länge nach auf die Couch. Dann deckte ich uns zu und legte mich neben ihn. Und das war leichter getan als gesagt, denn V klammerte sich immer noch verkrampft an meinen rechten Arm. Ich gähnte und lauschte dem Ticken der Uhr. „Morgen ist ein neuer Tag“, flüsterte ich ihm zu. „Du schaffst das schon!“

    Irgendwann schlief ich schließlich auch ein.

    13
    ((bold))-am nächsten Morgen bei Ruby zuhause-((ebold)) ((unli))Rubys Sicht:((eunli)) An diesem Morgen rissen mich die Schmerzen in meinem Nacken aus

    -am nächsten Morgen bei Ruby zuhause-

    Rubys Sicht:

    An diesem Morgen rissen mich die Schmerzen in meinem Nacken aus dem Schlaf. Ich war aber auch beschissen eingeschlafen…. Mal ganz abgesehen davon, dass ich meinen Arm nicht mehr bewegen konnte, weil Ross darauf eingepennt war.

    Ich musterte sein blaues Auge, das sich mittlerweile in alle Farben des Regenbogens zu verfärben begann. Diese verdammten….. Wenn ich die heute in der Schule erwischen würde, dann setzte es aber was. Ich zog meinen Arm unter Ross Kopf hervor und massierte ihn, bis endlich wieder Blut durch meine Adern floss. Na toll, jetzt kribbelt der auch noch wie die Hölle…

    Der Wecker läutete. 07:00. Zeit zum duschen gehen. Ich rollte mich aus dem Bett und schlurfte mit halb geschlossenen Augen ins Bad. Ich drückte die Türklinke, doch die Tür bewegte sich keinen Zentimeter. Ich drückte sich noch einmal und rüttelte solange daran, bis ein murrendes Geräusch aus dem Bad kam.

    „Ich bin jetzt duschen“, hörte ich Will aus der Dusche rufen. Ich sah noch einmal auf meine Uhr. Hatte ich mich etwa geirrt? Nein. „Will, es ist schon 7:00. Ich bin immer um sieben im Bad!“ Ich hörte wie Will kurz die Dusche abstellte und sich die Haare mit Shampoo einseifte. Dabei blaffte er:“ Tja, Pech. Jetzt bin ich da. Ich muss heute früher weg!“

    Ich schnaufte verächtlich. „Hättest du mir das nicht früher sagen können!“ Verärgert rubbelte ich mir den Schlaf aus den Augen.

    Plötzlich zupfte mich jemand am Ärmel. „Ruby? Ich hab Hunger?“, quengelte Sam, der immer noch in seinem Pyjama umherlief und seinen braunen Kuschelhasen Nino mit sich herumschleppte. „Hat Mama dir nichts gemacht?“, wunderte ich mich. „Die ist nicht mehr da!“, wimmerte er und zog die Unterlippe vor.

    Warum schaffte es meine Familie nicht, sich über bestimmte Tatsachen auszutauschen? Stattdessen stießen sie mich immer ins kalte Wasser und gingen davon aus, dass ich das alles mit links regelte. Ich schnaufte.

    „Okay Sam. Komm, wir gehen runter. Ich mach uns Frühstück!“ Ich nahm die Hand von meinem kleinen Bruder und tapste langsam die Stiegen zur Küche hinunter.

    -auf dem Weg in die Schule-

    So, Duschen war sich für mich heute nicht mehr ausgegangen und mein Frühstück konnte ich gerade so während der Busfahrt in mich hineinstopften. Will hat eine dreiviertel Stunde im Bad gebraucht und bis ich Sam dazu bewegt hatte endlich seine Zähne zu putzen, war es auch schon wieder Zeit aufzubrechen. Das war ja ein toller Start in den Tag gewesen. Konnte ja nur noch besser werden, oder?

    Ross stand in gebückter Haltung neben mir und hatte sich seine Kapuze tief ins Gesicht gezogen. Meine Psychotherapie gestern Abend hatte nicht wirklich angeschlagen. Er wollte mir vehement nicht sagen, wer ihm das angetan hatte. Das machte mich nur noch wütender. Wie sollte ich ihm den helfen, wenn er mir nichts erzählte.

    Ross Sicht:

    Ich hatte Angst. Angst vor ihnen. Angst vor ihren Blicken. Angst vor ihren Worten. Angst vor ihren Fäusten. Ich war erschöpft. Ich konnte das einfach nicht mehr ertragen…..

    -währenddessen im BTS-Apartment-

    Jungkooks Sicht:

    Nervös ging ich in meinem Zimmer auf und ab und versuchte verzweifelt an etwas anderes zu denken. Egal wo ich hinsah oder worüber ich nachdachte, immer tauchte ihr Gesichtsausdruck in meinem Kopf auf. Ihre grünen Katzenaugen, die mich mit einem überraschten Blick durchbohrten und ihr schüchternes Lächeln, als wir wieder auf beiden Beinen gestanden sind.

    Ruby trieb mich in den Wahnsinn, und das obwohl sie nicht mal hier war.

    „Verdammt noch einmal! Jetzt geh endlich aus meinem Kopf raus!“, schrie ich wütend und klopfte mir verzweifelt auf meinen Kopf. In diesem Moment ging die Zimmertür auf und Jin kam rein. Er eilte auf mich zu und fixierte meine Arme hinter dem Rücken.

    „Sag mal Kookie, geht’s noch? Was ist denn los? Hör sofort auf damit!“ Ich sah ihn erschrocken an. „Kookie?“ Jin musterte mich besorgt von oben bis unten. „Was ist los mit dir? Du bist schon seid gestern so seltsam?“ Ich schluckte. Wusste Jin überhaupt, was passiert war? Er hatte seid gestern keinen blöden Spruch diesbezüglich abgegeben, also schätzte ich mal nein.

    „Äh….ich…ich hab Kopfweh“, redete ich mich schnell aus der Situation heraus. Jin legte misstrauisch den Kopf schief. „Also so wie du gegen deinen Kopf getrommelt hast, hätte ich an deiner Stelle auch Kopfweh.“ Er musterte mich noch kurz nachdenklich, dann lies er es sein. „Komm“, meinte er. „Wir brauchen dich!“ „Wozu?“ „Tae, braucht uns jetzt. Du weißt ja!“

    Da viel es mir wieder ein. Die Sache mit V, Sora und Emilia. „Äh…klar! Wo kann ich helfen?“ Jin lächelte. „Also, der Plan ist so……“ Er zog mich an sich ran und flüsterte mir ins Ohr.

    -währenddessen am Frühstückstisch-

    Sofies Sicht:

    „Mann siehst du scheiße aus“, lachte Yoongi, als ich mich zu ihm, Xenia und Namjoon an den Frühstückstisch setzte. Ich verzog das Gesicht und betrachtete Xenia, die gestern genau dasselbe zu Emilia gesagt hatte.

    „Sag mal, seid ihr eigentlich sicher, dass ihr keine Geschwister seid?“ Namjoon musste lachen, da Yoongi und Xenia sogar kurz darüber nachdenken mussten. „Nein, unmöglich“, erklärten sie schließlich gleichzeitig. „Muss wohl Gedankenübertragung sein“, erklärte Xenia achselzuckend. „Ja ne is klar“, grinste Namjoon und steckte sich einen Löffel Cornflakes in den Mund.

    Ich seufzte und setzte mich erschöpft neben Namjoon. Aber sie hatten recht. Ich sah wirklich scheiße aus. Meine Haare waren zerstrubbelt, ich hatte riesige dunkle Augenringe und war totenblass. „Ich schlafe nie wieder auf der Couch“, stellte ich fest und rieb mir meinen steifen Nacken.

    „Kein Mitleid“, grinste Namjoon und reichte mir eine Schüssel. Ich gähnte. „Jaja, ich weiß. Auf der Couch zu schlafen war meine Entscheidung.“ „Also mein Bett war diese Nacht extra weich“, ärgerte er mich weiter. „Und da war sooo viel Platz!“ „Hör auf“, grummelte ich und steckte ihm eine Weintraube in den Mund.

    Plötzlich kamen V, Jin und Jungkook um die Ecke. Gefolgt und Rose und J-Hope, die eindeutig alle besser geschlafen hatten als ich. Ich beobachtete V. Er wirkte nicht mehr ganz zu niedergeschlagen wie gestern und die roten Ringe um seine Augen, waren verschwunden. Ich lächelte erleichtert.

    Als Jin sich mir gegenüber hinsetzte grinste er mich über beide Ohren an. Ich musste lachen. „Hey, was ist denn mit dir los? „War die letzte Nacht mit Rose so schön?“ Er verzog das Gesicht. „Ich lach doch nicht deswegen!“, stellte er klar. „Ach ja?“, warf Rose beleidigt ein. „Na dann kann ich ja morgen wieder in meiner Wohnung schlafen!“

    Das Grinsen in Jins Gesicht erstarb und er drehte sich blitzschnell zu ihr. „Nein, bitte Rose, das war doch nicht so gemeint!“ Rose brach in schallendes Gelächter. „Mann ich liebe es die Hosen in dieser Beziehung anzuhaben!“ Jin grummelte etwas Unverständliches das sich wie:“ Also ich nicht. Nur das das mal klar ist!“, anhörte. „Bitte?“, fragte Rose.

    „Also ich liebe dich, nur das das mal klar ist“, redete er sich mit einem aufgesetzten Lächeln aus der Situation heraus. „Das wollte ich hören“, grinste Rose und wuschelte ihrem Freund zufrieden durch die Haare. Ich schmunzelte.

    So viel Beziehungsdrama es in dieser Wohnung auch gab. Die Mädchen gewannen am Ende immer – so viel stand fest.

    14
    ((bold))-währenddessen in den Jungs-Toiletten-((ebold)) ((unli))Ross Sicht: ((eunli)) Wasser drang mit in die Nase. Ich schlug um mich und verschluck

    -währenddessen in den Jungs-Toiletten-

    Ross Sicht:

    Wasser drang mit in die Nase. Ich schlug um mich und verschluckte mich dabei. Es schmeckte grauenhaft. Doch anstatt mich endlich loszulassen drückte mich die Hand nur noch tiefer in die Schüssel. Verzweifelt versuchte ich mit meinen Füßen die Beine meines Angreifers zu erwischen, doch ich trat immer wieder ins Leere.

    Meine Brust zog sich zusammen. Ich musste husten. Das Pochen meines Herzschlages breitete sich in meinem gesamten Körper aus. Mir ging die Luft aus. Ich bäumte mich noch einmal mit aller Kraft auf, und schrie verzweifelt unter Wasser auf, dann ließ ich die Hände sinken und schloss die Augen. Mir wurde schwindelig und ich spürte wie ich das Bewusstsein verlor.

    Gerade noch rechtzeitig, packte mich die Hand plötzlich und riss meinen Kopf grob nach hinten. Das Stechen in meiner Brust hörte auf, als ich endlich wieder Luft holen konnte. Ich röchelte und hustete, bis ich all das Wasser ausgespien hatte. Keuchend wischte ich mir das Wasser aus dem Gesicht und starrte verängstig in die Gesichter meiner Peiniger.

    „Na du Schwuchtel?“, grinste Blondie und beugte sich lachend zu mir herunter. „Hast du genug?“ Locke und Spange, die hinter ihm standen lachten mit ihm mit und bauten sich bedrohlich hinter ihm auf. „Oder hast du immer noch nicht verstanden, wie abartig du bist?“

    „Ja, du bist ekelhaft!“, stieß Spange gehässig hervor. „Du bist Abschaum“, fügte Locke mit einem abschätzigen Blick hinzu. „Du bist einfach nur krank“, spie Blondie aus und spuckte mir angewidert ins Gesicht. Ich zuckte zurück. Mir kamen die Tränen. Doch ich durfte sie nicht sehen lassen, wie viel Angst ich hatte.

    Ich ließ den Blick sinken und hoffte sie würden mich einfach hier sitzen lassen und verschwinden. Doch das taten sie nicht. Blondie wurde wütend und packte mich am Kragen. „Hey, verdammt! Sieh mir in die Augen, wenn ich mit dir spreche!“ Ich zögerte zuerst, sah ihn dann aber direkt an. Ich starrte in die Tiefe seiner bösen, kleinen, beschissenen Seele. Kurz herrschte Stille.

    Dann erwischte mich ein kräftiger Schlag in die Magengrube. Ich krümmte mich zusammen und stöhnte auf. „Was soll das! Glaubst du dein schwuler Mitleidsblick hilft dir?“ Er lachte und forderte die anderen dazu auf mitzulachen. Mir wurde schlecht. Blondie wollte seine Faust gerade ein zweites Mal in meinen Bauch befördern, als ich mich umdrehte, über die Kloschüssel beugte und meinen gesamten Mageninhalt darin leerte.

    Ich zitterte und wischte mir, als ich fertig war, den Mund mit meinem rechten Ärmel ab. „Du bist so ein Schwein“, murmelte Blondie hinter mir. „Ein schwules Schwein“, fügte Spange hinzu. „Ross dass schwule Schein“, vervollständigte Locke die Anschuldigung. Mein Hals brannte von dem Erbrochenen und ich hustete kläglich.

    „Lasst uns abhauen“, orderte Blondie endlich an und hielt sich die Nase zu. „Hier stinkts nach Kotze!“ Damit verdrückten sich die drei und ließen mich in der letzten Kabine der Jungs-Toiletten zurück. Nass, angekotzt und völlig entkräftet…..

    -währenddessen im Klassenzimmer-

    Rubys Sicht:

    Ich saß ganz hinten in der letzten Reihe im Eck. Wie immer. Die Wand war mein Beschützer vor komischen Blicken und gab mir die Sicherheit, die ich brauchte, um mich ab und an auch mal wohl fühlen zu können.

    Freunde habe ich keine. Es sind für mich alles nur Mitschüler. Nicht mehr und nicht weniger. Ich hatte nie den Mut gehabt mich mit jemanden anzufreunden. Am Ende waren sie ja doch alle gleich…

    Und außerdem habe ich ja Ross. Apropos, wo ist der eigentlich? Die Stunde fängt gleich an und der Platz neben mir war immer noch frei.

    „Hey, Feuerkopf!“ Blondie, Spange und Locke betraten den Klassenraum. Das waren die drei größten Kotzbrocken der Schule, wenn ich mich fragt. Einer unsympathischer, als der andere. Und obendrein auch noch ziemlich hol in der Birne.

    „Warum sitzt du heute ganz alleine am Tisch? Ist dein kleiner, mickriger Softie-Bruder denn gar nicht da, um dir Gesellschaft zu leisten? Ah, nein warte, wir haben ihn ja gerade erst getroffen, er kann ja gar nicht hier sein!“

    Ich versuchte sie einfach zu ignorieren und starrte weiter auf mein aufgeschlagenes Mathe-Heft, das vor mir lag, doch sie ließen mich nicht in Ruhe und bauten sich direkt vor unserem Tisch auf. „Hey, Feuerkopf! Wir reden mit dir!“ „Feuerkopf“ wie ich diesen Spitznamen hasse…..

    „Ich aber nicht mit euch“, murmelte ich und drehte mich weg. Das machte die drei wütend. Spange packte mich am Handgelenk und drehte mich grob zurück an meinen Platz. „Willst du denn gar nicht wissen, wo dein Bruder abgeblieben ist?“ Er grinste dreckig. In meinem Kopf ratterte es. War das etwa eine Anspielung?

    Plötzlich spürte ich, dass etwas so gar nicht stimmte. Irgendwas war faul. Ich kniff die Augen zusammen und musterte sie misstrauisch. „Wo ist Ross?“, zischte ich leise. „Weis nicht was du meinst“, konterte Blondie und verschränkte die Arme vor der Brust.

    „Was habt ihr mit ihm gemacht“, sagte ich schon etwas lauter. Als Spange mit den Schultern zuckte sprang ich auf und wollte aus dem Klassenzimmer stürmen. Locke und Spange stellten sich mir in den Weg. „Na na, Feuerkopf. Wo willst du denn hin?“

    Ich schnaubte verächtlich. Im nächsten Moment stand Blondie hinter mir und legte mir seine Hand auf die Schulter. „Du tust mir wirklich leid, Feuerkopf. Denn du bist genau so erbärmlich wie dein Bruder.

    Die anderen Schüler beobachteten mittlerweile alle die Szene, kamen aber nicht auf die Idee einzuschreiten. Warum auch? Wer war ich denn für sie?

    „Geht mir aus dem Weg!“, grummelte ich und ballte die Fäuste. Die beiden lachten nur. „Ochhh, ist sie nicht süß, wenn sie wütend ist?“ Blondie amüsierte sich wohl köstlich an meinem Ärger. „Du bist auch süß, wenn du schreist“, spie ich aus und trat ihm mit voller Wucht auf den rechten Fuß.

    Insgeheim dankte ich den Absätzen meiner schwarzen Boots und genoss die Zeitlupenaufnahme in meinem Kopf, wie sich das Gesicht des Arsches vor Schmerzen verzog. Locke und Spange waren kurz abgelenkt, als Blondie aufschrie und wie ein kleines Rumpelstilzchen fluchend durch den Raum hüpfte. Ich ergriff währenddessen die Chance und rannte an ihnen vorbei, hinaus auf den Gang.

    Ross. Ich musste ihn finden.

    Ross Sicht:

    Es läutete zur Stunde. Ich hielt mir die Ohren zu und machte mich noch kleiner. Ich hatte mich eingeschlossen. Niemand sollte mich jetzt so sehen…..

    Wut kochte in mir hoch. Doch nicht, weil ich auf die drei böse war, sondern auf mich. Warum musste ich so sein? Warum konnte ich nicht wie alle anderen sein? Warum ausgerechnet ich?

    Es gibt viele Wörter für das was ich bin. Die einen sagen homosexuell, die anderen "von anderen Ufer", so oder so wollen sie ich damit meistens verletzten. Blöd nur, dass es alle wissen.

    Alle hier wissen.

    Ich, Ross Stone, bin schwul.

    15
    ((bold))RÜCKBLENDE: ((ebold)) ((bold))-Sommer 2005-((ebold)) ((unli))Jungkooks Sicht:((eunli)) ((cur))An der Hand meiner Mutter hüpfte ich die Stufe

    RÜCKBLENDE:

    -Sommer 2005-

    Jungkooks Sicht:

    An der Hand meiner Mutter hüpfte ich die Stufen zu einem Haus hinauf. Es war ein schönes Haus. Die Blumen davor erinnerten mich an die, aus unserem eigenen Garten. Es duftete nach Sommer und noch frischen Erdbeeren. Ich entdeckte einen kleinen Schmetterling, der sich auf einer Margarite niedergelassen hatte. Fasziniert beugte ich mich zu ihm herunter.

    „Jungkook, mein Schatz! Komm bitte weiter“, bat mich meine Mutter und zog mich weg von dem kleinen Falter. Ich war enttäuscht. Gerne hätte ich noch länger beobachtet, wie er seine hübschen, gelben Flügel andächtig auf und ab bewegte.

    Schmetterlinge sind besonders, sagt Mama immer. Sie durchleben eine Metamorphose. Das bedeutet, sie verwandeln sich. Zuerst sind da die Eier. Daraus schlüpfen dann kleine Raupen, die sich später wieder verpuppen und schlussendlich wunderschöne Schmetterlinge werden. Als Mama mir das erzählt hat, habe ich mich gefragt, ob Menschen das auch können? Verändern wir Menschen uns auch im Laufe unseres Lebens, oder bleiben wir immer gleich?

    Das wäre doch langweilig, wenn ihr mich fragt. Viel spannender wäre es doch laufend Neues in sich zu entdecken. Andererseits frage ich mich auch, ob es sein kann, dass die Raupe und die Eier gar nicht das „wahre Ich“ des Schmetterlings sind. Es könnte doch sein, dass er erst er selbst sein kann, wenn er sich in dieses wunderschöne Insekt verwandelt hat. Was denkt ihr?

    Diese Fragen beschäftigen mich, doch ich werde mich wohl noch gedulden müssen bis ich eine Antwort darauf finden werde.


    Die Tür vor uns schwang auf und eine hübsche Frau mich orangenen Haaren streckte ihre kleine Stupsnase durch die Tür. Sie hatte überall Sommersprossen und lächelte mich aus ihren olivgrün-funkelten Augen an. Ich mochte sie sofort.

    Zuerst begrüßte sie meine Mutter, dann wandte sie sich an mich. „Jungkook, du bist aber groß geworden“, staunte sie und strubbelte mir liebevoll durch die Haare. „Das letzte Mal, als ich dich gesehen habe, warst du noch so klein!“ Sie deutete die mit ihrer rechten Hand die Größe eines Kleinkindes. „Das war zu deinem zweiten Geburtstag“, fügte sie lächelnd hinzu. „Ich nickte.“ Es war also schon sechs Jahre her.

    Plötzlich entdeckte ich zwei kleine Fäuste, die sich an der grünen Hose der hübschen Frau festkrallten. „Ruby!“, lachte die Frau. „Sei doch nicht so schüchtern!“ Das kleine Mädchen versteckte ihr Gesicht und lugte nur ganz vorsichtig hinter den Beinen hervor. „Ruby, das ist Jungkook! Seine Mama ist eine gute Freundin von mir. Und da sie jetzt umgezogen sind, werden sie uns jetzt öfters besuchen kommen! Ich bin mir sicher ihr werdet euch gut verstehen!“

    Das Mädchen musterte mich interessiert und kam schließlich hinter dem Bein ihrer Mutter hervor. Ihre ebenso orangen Haare hatte sie zu zwei frechen Zöpfen zusammengebunden und ihre olivgrünen Augen leuchten noch mehr, als die ihrer Mutter. Ruby und ihre Mutter waren eindeutig nicht von hier. Ich tippte auf England, oder Schottland.

    Ruby war klein. Sehr viel kleiner als ich, also musste sie auch jünger sein. Vielleicht vier? Oder auch schon bald fünf? Das konnte ich nicht so genau sagen. Auf jeden Fall hatte sie eine Zahnlücke. Das fand ich lustig. Ruby grinste breit und winkte mir zur Begrüßung.

    In nächsten Moment dachte ich, ich würde zwei Mal sehen. Hinter dem kleinen rothaarigen Mädchen stand nun ein kleiner rothaariger Junge, der ihr ähnlicher nicht sehen könnte. Ich hatte noch nie Zwillinge gesehen, doch die beiden waren eindeutig welche.

    „Ah, Ross! Da bist du ja!“, freute sich Rubys Mama. „Schau mal, das ist Jungkook. Möchtest du ihm nicht „Hallo“ sagen?“ Ross musterte mich aus großen Augen. Ich starrte zurück. Dann schüttelte er den Kopf und rannte zurück ins Haus. Die hübsche Frau wandte sich an meine Mutter und erklärte wohl, was es mit Ross‘ Verhalten auf sich hatte, doch ich hörte ihnen nicht zu.

    Stattdessen drehte ich mich um und hielt Ausschau nach dem gelben Schmetterling von vorhin. Er saß immer noch auf der Blume. Erfreut schlich ich mich zu ihm herüber. Ruby beobachtete mich interessiert und folgte mir. „Magst du Schmetterlinge?“, fragte mich das kleine sommersprossige Mädchen. Ich nickte konzentriert.

    Sie grinste frech. „Ich wette du weißt nicht, was das für ein Schmetterling ist!“ Ich sah sie überrascht an und wurde etwas böse. Nein, das wusste ich tatsächlich nicht. „Ein Zitronenfalter“, erklärte sie mir und hockte sich neben mich. „Das ist ein Zitronenfalter!“ Ich freute mich, dass ich nun wusste, was das für ein Schmetterling war. Doch es ärgerte mich auch, dass dieses kleine Mädchen, das etwa vier Jahre jünger als ich war, mehr wusste als ich.


    „Du weißt wohl alles“, grummelte ich etwas beleidigt. „Nein“, verbesserte mich Ruby. „Nicht alles! Mama sagt immer, man kann nicht alles wissen. Das geht nicht!“ „Es geht doch“, widersprach ich ihr schnell, auch wenn ich wusste, dass es nicht stimmte. „Ach ja?“ Ruby stemmte selbstsicher ihre dünnen Ärmchen in die Seite. „Dann beweis es mir!“

    „Das geht nicht“, zog ich mich schnell aus dem Schlamassel. „Man braucht Zeit, bis man sich Sachen merkt!“ Ruby überlegte kurz. „Okay!“ Wir starrten kurz den Schmetterling an, dann meinte sie:“ Wenn du willst können wir solange mein Schmetterlingsbuch ansehen! Da sind fast alle Schmetterlingsarten drin!“

    Meine Augen leuchteten auf. Ich nickte. Zusammen liefen wir nach drinnen.


    -zurück in der Gegenwart in Jungkooks Zimmer-

    Sanft strich in mit den Fingern über die kleine Schmetterlings-Haarspange. Sie war gelb. Ein Zitronenfalter. 14 Jahre. Vor 14 Jahren habe ich Ruby, das erste Mal getroffen. Es fühlte sich wie eine halbe Ewigkeit an. Trotzdem konnte ich mich noch an fast alles erinnern….

    Es war ein schöner Sommertag gewesen, doch erst der Anfang einer besonderen Freundschaft.

    „JUNGKOOK!“ Ich riss aus meinen Gedanken los und versteckte die Spange schnell wieder in meinem Geheimfach. „JA?“ „ES GEHT LOS!“, reif Jin, der wie ein Verrückter an die Zimmertür hämmerte. „ICH KOMM JA SCHON“, rief ich zurück.

    Ich schob das Foto meiner Mutter wieder über das Geheimfach und vergewisserte mich noch einmal, dass niemand meine kleine geheime Schublade entdecken könnte. Dann riss ich meine Zimmertür auf und schlurfte zu den anderen hinüber.

    16
    ((bold))-währenddessen in der Schule-((ebold)) ((unli))Rubys Sicht: ((eunli)) Das Läuten der Schulglocke plärrte durch die Schulgänge, als ich den

    -währenddessen in der Schule-

    Rubys Sicht:

    Das Läuten der Schulglocke plärrte durch die Schulgänge, als ich den Weg hinunter zur Jungentoilette rannte. „Am Gang wird nicht gelaufen!“, brüllte mir ein Lehrer hinterher. Ich ignorierte ihn einfach und rannte provokant noch schneller. Der konnte mich mal….

    Ich riss die gelbe Toilettentür auf und sah mich hektisch im Raum um. „Ross?“ Ich wartete auf eine Antwort, doch es kam keine. Nur ein kleines Schluchzen aus der letzten Kabine drang zu mir durch. Ich seufzte und ging langsam auf das Geräusch zu.

    Mit einem mitleidigen Quietschen öffnete ich die Kabinentür. Da saß er. Klitschnass, total verheult und hatte er etwa gekotzt? Ich sah ihn geschockt an und schluckte. Als Ross mich bemerkte, sah er beschämt zu Boden. „Geh weg!“, wimmerte er. Ich schüttelte den Kopf. „Nein Ross. Nein.“

    Vorsichtig ging ich in die Knie und hockte mich neben seinen zitternden Körper. Er stank, doch das war mir egal. Ich legte meinen Arm um ihn und drückte in fest an mich. Ross schluchzte auf. „Ich bin jetzt da“, murmelte ich und legte meinen Kopf auf seinen. „Keine Sorge, ich lass dich nicht alleine!“

    Leise summend wiegte ich ihn hin und her. So, wie ich es Mama immer gemacht hat, als wir noch klein waren. Ross weinte los. Er weinte, wie er es schon lange nicht mehr getan hatte. Und ich ließ ihn das auch tun. Er sollte jetzt einfach alles rauslassen….

    -währenddessen im Apartment-

    Sofies Sicht:

    Ich hörte schlurfende Schritte, bis mir schließlich die Tür geöffnet wurde. Emilia sah müde aus. Sie hatte wohl genauso scheiße geschlafen wie ich. „Darf ich rein?“, fragte ich vorsichtig. Emilia nickte und trat einen Schritt zurück, um mich eintreten zu lassen.

    Sie hatte sich in ihre Kuscheldecke gerollt und ihre dicken weißen Schafsocken angezogen, so wie sie es eigentlich nur im Winter tat. Ich runzelte die Stirn. „Ist dir kalt?“ Emilia nickte. „Ja!“ Sie deutete auf ihr Herz. Ich musste schmunzeln.

    Emilia hatte schon immer einen Hang zur Theatralik gehabt.
    Ich setzte mich zu ihr auf Bett und sah sie lange an. „Gibt’s was?“, schniefte Emilia und putze sich ihre Nase. Hinter ihr türmte sich bereits ein Berg an Taschentüchern. Das musste eine verheulte Nacht gewesen sein…

    Ich griff seufzend nach Emilias Hände und drückte sie. „Emilia, ich weiß, dass die die Sache mit V sehr verletzt hat. Und du hattest auch ein gutes Recht böse auf ihn zu sein, aber es gibt da was, dass du nicht weißt. Und ich glaube es wäre wichtig, wenn du es weißt!“

    Emilia sah mich fragend an und zog die Nase hoch. „Und was?“ Ich lächelte. Ich war froh, dass sie sich so schnell darauf einließ und sich bei der Erwähnung seines Namens nicht gleich wieder stur gestellt hatte.

    Ich atmete tief ein und aus, dann erzählte ich die Geschichte aus Vs Sicht.

    -eine halbe Stunde später-

    Vs Sicht:

    Nervös trat ich von einem Bein auf das andere. Mein Herz pochte und ich kaute ungeduldig auf meinen Nägeln herum. Meine Hände, in denen ich das dickte Marmeladenglas hielt, wurden schwitzig und ich hatte Angst es würde mir jedem Moment entgleiten.

    „Komm wieder runter“, lachte Jimin, der mich gemeinsam mit Jungkook begleitet hatte und mir seelische Unterstützung zu leisten. „Du schaffst das schon“, munterte mich Kookie auf und legte mir einen Arm um die Schulter. Ich lächelte unsicher. „Glaubt ihr, das reicht?“, überlegte ich unsicher.

    „Bin mir sicher“, deutete mir Jimin mit einer selbstsicheren Geste. „Es muss reichen“, erklärte Kookie. „Wer soll mir denn sonst mit seinem Liebesgeplänkel auf die Nerven gehen?“ Jimin und ich mussten lachen. „Danke Jungkook“, dachte ich und wischte mir die schweißnassen Hände an der Hose ab.

    Die Stimmen in meinem Zimmer wurden leiser, bis sie schließlich ganz verstummen. Dann hörte ich Schritte. Sofie öffnete die Zimmertür und drückte sich vorsichtig zu uns durch. „Bereit?“, fragte sie und lächelte. Ich schüttelte den Kopf.

    Sofie kicherte. „Komm schon Tae! Sei kein Angsthase. Das ist deine Freundin, hast du das schon vergessen!“ Jimin und Jungkook klopften mir kumpelhaft auf die Schulter und nickten mir aufmunternd zu. „Okay,…….dann wünscht mir Glück!“ Ich nahm noch einmal all meinen Mut zusammen, dann ging ich das erste Mal seit einem Tag wieder in mein eigenes Zimmer.

    „Em?“ Mein Blick fiel sofort auf Emilia, die zusammengerollt auf unserem Bett lag und mich aus ihren großen Braunen Rehaugen ansah. Es war komisch zischen uns. Wir wussten wohl beide nicht recht, was wir sagen sollten. Trotzdem schlug mein Herz Purzelbäume. Es war schön sie endlich wieder zu sehen. Diese eine Tag, ohne sie, war Horror für mich gewesen.

    Meine Hände zitterten etwas, als ich zu ihr ans Bett trat und ihr das Marmeladenglas entgegenstreckte. „Es tut mir leid, Em.
    Einfach alles! Ich hoffe du kannst mir verzeihen! Bitte gib mir noch eine Chance. Ich vermisse dich doch so!“ Es waren keine schweren Wörter, die ich zu ihr sagte, doch sie fühlten sich schwer an.

    Emilia schluckte und ich sah die Tränen, die sich in ihren Augen bildeten. Sie zögerte kurz, dann streckte sie ihre Hände nach dem Glas aus. Sofie hatte mir beim Design geholfen. Auf dem Etikett stand:“ 24 GRÜDE, WARUM ICH DICH VERMISSE!“

    Es war Jins Idee gewesen. Er und Rose hatten mir geholfen meine Gedanken in Worte zu fassen und dabei die richtigen Formulierungen zu finden. Als wir uns kennenlernten, war es Emilia gewesen, die mir ein solches Glas geschenkt hatte, doch nun war ich es. Ich schluckte. Hoffentlich gefiel es ihr.
    Emilia las das Etikett. Andächtig strich sie über den Deckel. Dann sah sie zu mir hoch.

    Sie lächelte und eine Träne rann ihr über die Wange.
    Plötzlich packte sie mich am Kragen und zog mich an sich ran. Überrascht stolperte ich nach vorne und kippte auf sie drauf. Wir rollen über das Bett, bis Emilia schließlich auf mir drauf lag. Sie stützte ihre Hände neben meinem Kopf ab und murmelte:“ Mach das nie wieder, nur dass das klar ist!“

    Ich nickte perplex. Emilia lächelte schniefend, dann legte sie ihre Lippen auf meine und küsste mich innig.

    -zeitgleich vor der Tür-

    Sugas Sicht:

    „Und?“ J-Hope und Jin hüpften aufgeregt von einem Bein auf das andere und warfen sich immer wieder ungeduldige Blicke zu. „Pssssssst!“, fluchte ich. „Geht das auch leise? Ich versteh ja gar nichts!“ „Darf ich auch mal gucken“, quängelte Jimin, der mich ununterbrochen am Pullover zupfte. „Psssst“, wiederholte ich genervt. „V sagt gerade seinen Satz!“ Augenblicklich verstummten alle. „Und?“, flüsterte Namjoon. „Joon, das ist ein Schlüsselloch, kein Fernrohr“, motzte ich.

    Jungkook äffte mich nach und verschränkte die Arme vor der Brust. „Aishhh, sowas Nerviges!“

    „Er hat aufgehört zu reden“, erstattete ich Bericht. „Und was tun sie jetzt?“, fragte Xenia. „Das seh’ ich nicht! V verdeckt die ganze Sicht!“ „So ein Spielverderber“, ärgerte sich Jin. Im nächsten Moment zuckte ich zusammen. „Wow was geht denn jetzt ab“, flüstert ich.

    „Mann, das ist unfair“, maulte Jimin. „Warum darfst eigentlich gerade du durchs Schlüsselloch schauen?“ „Magst du jetzt wirklich meine Autorität ich frage stellen“, grummelte ich. Keine Antwort. 1:0 für mich. Ich grinste.

    Interessiert beobachtete ich die Szene, die sich da gerade am Bett abspielte. Ich grinste breit. Emilia hatte V mehr als nur im Griff. Irgendwie war ich stolz auf sie. War eh Zeit, dass es jemanden gab, der das konnte.

    Plötzlich ging es aber richtig zur Sache. Ich lief rot an und drehte mich verlegen zu den anderen um. „Ich denke, wir sollte jetzt alle runter in die Küche gehen!“ Sicherheitshalber stellte ich mich genau vor das Schlüsselloch.

    „Was ist passiert?“, erkundigte sich J-Hope. „Ja, Yoongi! Was passiert da drin?“, wollte nun auch Kookie wissen. „Nichts was dich zu interessieren braucht“, erklärte ich ihm grinsend. Die anderen verstanden sofort und mussten lachen. Langsam zog einer nach dem anderen ab.

    „Hey, wo geht ihr den jetzt alle hin?“, maulte Kookie. „Was braucht mich nicht zu interessieren? Kann mich da mal einer aufklären?“ Ich legte meinen Arm um seine Schulter und schob ihn bestimmend in Richtung Stiegen.

    „Ach Jungkook. Eines Tages bist du so weit. Glaub mit, eines Tages darfst du auch durchs Schlüsselloch schauen.“

    17
    ((bold))-bei Ruby und Ross zuhause-((ebold)) ((unli))Rubys Sicht: ((eunli)) „Halt jetzt still bitte!“ Ich rieb eine kühlende Creme auf Ross‘ bl

    -bei Ruby und Ross zuhause-

    Rubys Sicht:

    „Halt jetzt still bitte!“ Ich rieb eine kühlende Creme auf Ross‘ blaue Flecken und massierte sie dabei vorsichtig in die Wunden. „AU!“, jammerte mein Bruder. „Das tut weh!“ Er tat mir wirklich leid, aber da musste er jetzt durch. „Bin ja gleich fertig!“, beruhigte ich ihn.

    Wir schwiegen einige Zeit und Ross ließ die Tortur über sich ergehen.

    „Haben sie dir wieder wegen dieser einen Sache wehgetan?“, fragte ich schließlich grimmig. Ross nickte langsam. Ich biss die Zähne aufeinander. Wut kochte in mir hoch. Ross legte mir seine Hand auf den Arm. „Lass es sein! Es bringt ja doch nichts!“

    Ich seufzte. „Das ist der falsche Weg, die Dinge zu sehen! Das weißt du, oder? Aufgeben ist nie der richtige Weg!“, belehrte ich ihn. „Aber der einfachere“, murmelte Ross und stand auf. Er schnappte sich seinen Pullover von der Heizung und verrückte sich wortlos aus dem Bad.

    „DAS IST ABER KEINE OPTION FÜR DICH!“, schrie ich hinterher. „HÖRST DU ROSS? AUFGEBEN IST SCHEISSE!“ Doch Ross ignorierte mich und knallte seine Zimmertür hinter sich zu.

    Ich sah auf die Uhr. Es war noch nicht so spät. Ross und ich waren früher von der Schule heimgegangen. Einen guten Grund für die Entschuldigung musste ich mir erst einfallen lassen. Zwillingsgrippe, oder sowas…

    Am Nachmittag war wieder Probe. Die letzte war ja nicht wirklich das gelbe vom Ei gewesen. Ein bisschen weniger Drama würde Jungkook und seinen Freunden eindeutig guttun. Und wenn sie denken, ich hätte das nicht geschnallt was da vorgefallen war, hatten sie sich aber geschnitten.

    Ich weiß, dass V eine Freundin hat und wenn sie Sora all den Blödsinn durchgehen lassen, den sie in der Probe abgezogen hat, wird er die bestimmt nicht mehr lange haben…

    -im Apartment-

    J-Hopes Sicht:

    Ich kritzelte auf einem weißen Blatt Papier herum und überlegte mir dabei neue Schritte für die heutigen Choreographie. Ich war gerade bei Rubys und Jungkooks Hebefigur angekommen, die gestern alles andere als toll gewesen war. Woran das wohl gelegen haben könnte? Und überhaupt war Jungkook irgendwie komisch seit gestern.

    Ich sollte ihn und Ruby dazu zwingen einen gemeinsamen Nachmittag zu verbringen. Sie waren jetzt Tanzpartner. Da musste man sich gegenseitig vertrauen und das war eindeutig nicht der Fall bei den beiden. Ein bisschen Zeit miteinander würde ihnen bestimmt guttun.

    „Hoseok?“ V stand hinter mir und trat verlegen von einem Fuß auf den anderen.

    Ich drehte mich um und grinste ihn breit an. „Und? Alles wieder gut bei euch?“ Das war eine reine Unschuldsfrage. Ich wusste ja, was zwischen den beiden vorher abgegangen war. Yoongi hatte mir alles ganz ausführlich geschildert.

    V nickte und lächelte glücklich. „Alles wieder beim Alten!“ „Na, da bin ich ja froh!“ Ich klopfte ihm anerkennend auf die Schulter und wollte mich wieder umdrehen, doch es schien als hätte V noch eine Frage.

    „Äh……..!“ „Was denn?“, fragte ich und kritzelte weiter an der Hebefigur. „Wäre es….also…..wäre es ein Problem…..wenn….wenn du und ich….also…..wenn du und ich die Gruppe….naja….also…tauschen würden?“

    Ich musterte V kurz. „Du fragst wegen Emilia, oder?“ V sah zu Boden. „Ja und nein!“ Ich runzelte fragend die Stirn. V setzte zu einer Erklärung an. „Also Emilia hat mich nicht dazu gebeten. Sie meint, sie vertraut mir, auch wenn sie Sora nicht leiden kann. Aber ich möchte nicht mehr mit ihr tanzen. Ich mag das nicht noch einmal riskieren, verstehst du?“

    Er sah mich flehend an. Ich nickte. „Ja, das versteh ich V, keine Sorge.“ V lächelte erleichtert. „Dann ändern wir Soras Solo einfach zu „Serendipity“, okay? Soviel hat die das letzte Ma eh noch nicht von Singularity gelernt, da ist eine neue Choreographie sicher kein Problem!“

    V atmete erleichtert aus. „Danke Hoseok! Du bist der Beste!“ Ich grinste. „Das hört man gerne!“

    -am Nachmittag im Studio-

    Jimins Sicht:

    Nicht nur, dass Tae jetzt nicht mehr mein Tanzpartner war, dazu kam auch noch, dass Sora mit mir und J-Hope zu meinem Solo Song tanzte. Konnte der Tag eigentlich noch beschissener werden. Wenn es nach mir ging, könnten wir die blöde Kuh einfach rausschmeißen. Denn nach der Sache mit V wäre das mehr als verdient gewesen, wenn ihr ich fragt.

    „Tja, jetzt sind wir wohl unter uns!“, säuselte Sora hinter meinem Rücken, der es sichtlich egal war, dass nun so drastische Änderungen vorgenommen worden waren. Ein Schauer lief mir über den Rücken. Wie ich diese Stimme hasste.

    Sie legte eine Hand auf meine Schulter, wie sie es vorgestern bei V getan hatte. Ich zuckte instinktiv zusammen. „FASS MICH NICHT AN!“, zischte ich und schlug ihre Hand weg.

    V warf einen Blick zu uns herüber und warf mir einen entschuldigenden Blick zu. Ich zog mir die Ärmel über die Hände und verdrückte mich zu den anderen. Hauptsache weg hier. Ich tanze erst mit ihr, wen J-Hope da ist. Ohne ihn, mache ich gar nichts.

    Jins Sicht:

    „Wärmst du dich auf?“, fragte mich Namjoon und lehnte sich lässig gegen die Wand. „Ja, sicher. Wir proben doch heute für Adult Child, oder nicht? Namjoon seufze. „Hast ja recht!“ Er zog Suga die Kopfhörer herunter und schob ihn aus dem bequemen Sessel. „Komm Faulsack! Es geht los!“

    Suga grummelte. „Ich war gerade beschäftigt damit zu trainieren!“ Namjoon und ich lachten. „Trainieren? Was denn?“ „Schlafen“, konterte Yoongi. Joon und ich sahen uns an, dann prusteten wir los.

    Ich sah zu Jimin und Sora hinüber. Jimin sah angepisst aus, er ging zu Jungkook, Ruby, V und J-Hope hinüber, die gerade die schwere Hebefigur besprachen. Da entdeckte mich Sora. Sie winkte, lächelte und kam zu uns hinüber.

    „Schlange auf 12 Uhr! Ich bin dann mal weg“, erklärte Yoongi und verdrückte sich schneller, als gewöhnlich. „Ich bin noch mal kurz bei den Mädels“, suchte auch Namjoon eine Ausrede nicht mit Sora sprechen zu müssen.

    Die Mädchen und wir hatten uns ausgemacht, dass sie ab nun bei jeder Probe dabei sein durften. Zwar nur hinter dem verspiegelten Fenster, aber immerhin. Sie waren dabei.

    „Hi Jin! Was machst du so?“, lächelte Sora süß und trat neben mich. „Aufwärmen, siehst du doch!“, meinte ich kalt. Insgeheim dachte ich aber:“ Mach die Fliege und lass mich in Ruhe!“ Ich bemühte mich aber freundlich zu bleiben.

    Nicht nur einmal hatte uns Namjoon ausführlich geschildert, wie wichtig es sei, dass wir Sora im Team hatten. Sie war gut. Da gab ich ihm recht. Aber sie hatte nicht den leisesten Schimmer was man tat und sagte, und was nicht. Soviel war sicher.

    „Ich mach mit“, meinte sie kurzerhand und setzte sich zu mir auf den Boden. „Womit beginnen wir?“ Ich seufzte und begann meine Beine zu dehnen. Sora machte es mir gleich. Eigentlich hasste ich diese Übung. Ich war nicht gut darin. Lag wahrscheinlich daran, dass ich so gelenkig wie ein Stein bin.

    „Warte Jin ich helfe dir“, flötete Sora und stand plötzlich hinter mir. Sie lehnte sich gegen mich und drückte meinen Oberkörper damit in Richtung Boden. Sie überraschte mich so sehr damit, dass ich gar nicht wusste wie ich reagieren sollte. Es war mir unangenehm und ich wollte mich wehren, doch wie?

    Ihre Hände glitten über meinen Rücken und mir stieg die Röte in die Wangen.

    Im selben Moment wurde die Studiotür aufgerissen und eine schnaubende Rose stürmte in den Raum. „NIMM SOFORT DEINE HÄNDE VON IHM, ODER ICH WERDE DICH…….!“

    18
    ((unli))Sugas Sicht: ((eunli)) „Puh, gerade noch rechtzeitig weggekommen“, dachte ich in dem Moment, als sich Rose auch schon auf sie stürzte. An

    Sugas Sicht:

    „Puh, gerade noch rechtzeitig weggekommen“, dachte ich in dem Moment, als sich Rose auch schon auf sie stürzte. An Soras Stelle würde ich jetzt nicht sein wollen. Müsste ich das aggressivste Mädchen ernennen, würde ich definitiv Xenia anprangern, aber in dem Fall war Rose auch mehr als erwähnenswert.

    Denn mindestens einmal im Monat, und das ist genau jetzt, ist sie ziemlich reizbar und dann will man ihr nicht früh morgens am Gang begegnen, glaubt mir. Ich habe da so meine Erfahrungen….

    Auf jeden Fall war es mir eine Genugtuung zu sehen, wie Rose Sora von Jin riss und ihr erst mal im „nettesten“ Wortlaut klar machte, dass das gar nicht klar ging, was sie hier abzog. Ich sage das selten, aber dafür hätte ich sie umarmen können. Mir ging diese Kuh schon so auf die Nerven. Die brachte nur Unruhe in mein sonst so friedliches zuhause. Geschieht ihr also recht und Punkt.

    Andererseits, jetzt wo ich so drüber nachdenke, war das vielleicht doch nicht so ein guter Schachzug gewesen. Schließlich wussten Sora und Ruby nicht, dass einige der Jungs bereits eine Beziehung hatten. Inständig hoffte ich also, dass sich Rose nicht verplapperte.

    „SAG MAL GEHT’S NOCH?“, zeterte Sora Rose an, die sich provokant zwischen ihr und Jin aufgebaut hatte. „DIE FRAGE SOLLTE ICH WOHL EHER DIR STELLEN“, konterte Rose geschickt. Ja, gib‘s ihr Rose.

    Jin versuchte in die Situation einzuschreiten, doch Rose verdeutlichte ihm mit einem strengen Blick jetzt bloß die Klappe zu halten.

    „Ich glaube es ist Zeit hier etwas klar zu stellen“, festigte Rose ihren Standpunkt und durchlöcherte Sora mit ihrem finstersten Blick. „Das hier…“, sie deutete auf meine Freunde. „Sind deine Tanzpartner und nicht irgendwelche Jungs, die du in deiner Freizeit im Club anbaggern kannst! Also reiß dich gefälligst zusammen und sei etwas professioneller!“ Sora setzte gerade zu einem Konter an, als sie Rose wieder unterbrach.

    „Und wenn du denkst, das macht ihnen nichts, dann hast du dich geschnitten. Dein Verhalten hier, ist allen total unangenehm und wenn du weiter mit ihnen tanzen möchtest, solltest du das ernsthaft lassen! Sprich mit ihnen, tanz mit ihnen, freunde dich mit ihnen an, aber lass gefälligst deine Hände bei dir!“

    Sora starrte Rose entgeistert an, auf deren Nacken sich bereits rote Wut-Flecken gebildet haben. Jin sah sie sprachlos an und legte ihr beruhigend eine Hand auf die Schulter. Rose entspannte sich augenblicklich und drehte sich zu uns um. „Sorry Leute, aber das musste mal gesagt werden!“

    „Wer bist du überhaupt?“, zischte Sora beleidigt. Rose warf uns einen hilfesuchenden Blick zu, dann wandte sie sich zu ihr um. „Ich…..ich bin Jins Cousine“, erklärte sie vorsichtig. „Ich bin gerade…..äh…..zu Besuch hier und habe euch heute und bei der letzten Probe zugesehen.“ Sora nickte langsam. „Aha.“

    Sie schien ihr nicht ganz zu glauben, doch akzeptierte wohl ihre Ausrede. Ich atmete erleichtert ein und aus. Gut gemacht Rose. Gerade noch mal gut gegangen.

    Das war es was ich an Rose so mochte. Sie war eine von den wenigen hier die, ab und an einfach sagt, was sie sich denkt und nicht immer so wie die meisten anderen um den heißen Brei herumredet. Sowas stört mich echt!

    Ich warf einen Blick zum großen verspiegelten Fenster. Ob Xenia auch da war?

    Jimin trat neben mich und grinste gehässig. „Was ist?“, fragte ich schließlich, da er auch nicht aufhörte so dämlich zu grinsen. „Hab ich schon mal gesagt, dass ich Rose liebe?“ Ich lachte auf. „Ich hoffe für dich, dass du das nicht hast. Jin würde dich fressen!“

    Jimin grunze. „Hey, du weißt wie ich das meine!“ Ich grinste. „Achja, und wie genau soll ich das verstehen?“ Jimin seufzte. „Ach vergiss es, du verarscht mich ja doch nur!“ Ich beugte mich zu ihm rüber und lächelte breit. „Du kennst mich einfach zu gut, Jimin!“

    Jimin wollte gerade zu V schlendern, als er sich noch einmal zu mir umdrehte. „Nur weißt du, was schade ist?“ Ich schüttelte den Kopf. „Was denn?“ „Meinen Plan sie mit einer Rakete auf den Pluto zu schießen kann ich jetzt vergessen. Dabei habe ich mich extra erkundigt, wie man Kühe ins All schießt!“ Jimin und ich prusteten los und lachten bis uns die Tränen kamen.

    Dabei bekamen wir gar nicht mit, wie J-Hope sich mit Ruby und Jungkook in eine Ecke verdrückte und auf sie einredete.

    Rubys Sicht:

    Die Situation mit Sora, Jin und dem Mädchen, das ich noch nicht kannte, entspannte sich langsam wieder und Jin verließ mit ihr den Raum. Ich konnte wetten, dass das Rose war. Sie sah einfach aus wie eine Rose und nach den Erzählungen von Jungkooks Mutter würde perfekt zur Beschreibung von Jins Freundin passen.

    Nun verstand ich. Deshalb war sie so ausgetickt. Naja, wäre ich an ihrer Stelle wohl auch.

    „So ihr zwei“, erklärte J-Hope und zog und etwas von den anderen weg. „Ich muss euch um etwas bitten.“ Ich warf Jungkook einen fragenden Blick zu, doch der wusste wohl genau so viel wie ich. „Ich weiß leider nicht, was in der Vergangenheit zwischen euch beiden vorgefallen ist, dass ihr euch so gut es geht aus dem Weg geht, doch das funktioniert so einfach nicht. Ihr seid Tanzpartner. Ihr müsst euch vertrauen. Ich müsst euch ergänzen.“

    Ich nickte. Auch wenn ich das nur ungern zugab, hatte Hoseok recht. Jungkook und ich waren Nieten, was unsere Zusammenarbeit betraf und vertrauen wollte ich ihm erst recht nicht. Es ist nur so, dass das alles auch einen triftigen Grund hat. Ich weiß nicht, wie Jungkook zu dem damaligen Vorfall steht, doch in meinem Gehirn hat er eine fette Brandmarke hinterlassen.

    „Ja, das ist aber nicht mein Problem, wenn sie nicht zu mir passt“, wehrte sich Kookie Hoseoks Kritik. „Wer passt hier nicht zu wem……“, grummelte ich beleidigt. J-Hope schnalzte mit der Zunge. „So und genau aus diesem Grund und weil ich keinen Bock hab‘ die Teams schon wieder durcheinanderzuwürfeln, werdet ich euch wieder leiden lernen!“
    Jungkook und ich starrten ihn entgeistert an. „Hä? Wie soll das gehen?“

    J-Hope grinste. „Ganz einfach. Ihr werdet Zeit miteinander verbringen. Viel Zeit. Solange bis euch klar wird, dass der andere vielleicht doch ganz okay ist. Dann könnt ihr weiterproben. Solange macht das hier – er deutete auf den Probenraum - für euch keinen Sinn!“

    Ich verstand nur Bahnhof und sah verwirrt zwischen den beiden Jungen hin und her. „Wie jetzt? Soll ich mich mit ihm jetzt jeden Tag treffen?“ Hoesok überlegte kurz. „Gar keine schlechte Idee……Ich wollte eigentlich jeden zweiten Tag sagen, aber der Gedanke, dass ihr die nächsten Wochen rund um die Uhr nicht mehr von einander loskommt, gefällt mir.“

    Ich fluchte innerlich. Verdammt, konnte ich nicht einmal meine Klappe halten? Kookie warf mir einen vernichtenden Blick zu, der so viel bedeutete wie:“ Verdammt Ruby! Jetzt bist du tot!“

    Ich verdrehte die Augen. Na toll, das konnte ja was werden…..

    19
    ((bold))-am nächsten Morgen- ((ebold)) Jungkooks Sicht: ((unli)) ((eunli)) „Auf geht’s Leute!“, rief J-Hope durchs Apartment. „Das Studio war

    -am nächsten Morgen-

    Jungkooks Sicht:

    „Auf geht’s Leute!“, rief J-Hope durchs Apartment. „Das Studio wartet schon!“ Ein Allgemeines Murren ging durch die Reihen. Klar, denn auch wenn mittlerweile alles geklärt war, Rose sich wieder beruhigt hatte und Sora zugestimmt hatte sich in Zukunft zu ändern, war uns eigentlich die Lust aufs Proben vergangen.

    „Ich kann nicht! Ich hab‘ seit heute Morgen so schlimmes Kopfweh“, jammerte Jimin und lies sich theatralisch auf die Couch fallen. J-Hope musterte ihn abschätzig. „Jimin, heb deinen Hintern von der Couch und verfrachte ihn ins Studio, aber sofort!“ Das war mal ein Machtwort. Aber immerhin, es klappte. Jimin Kopf ging es ganz plötzlich wieder gut, er stöhnte genervt, stand auf und schlurfte absichtlich langsam in Richtung Studio.

    Auch die anderen zogen mehr oder weniger begeistert ab und ließen die Mädchen im Wohnzimmer zurück. Ich wollte mich gerade an J-Hope vorbeischummeln, um auch ins Studio zu kommen, als er mich am Kragen packte und wieder zurück an meinen Platz zog.

    „Hey, du nicht Kookie. Schon vergessen was du heute vorhast?“ Ich verdrehte die Augen und jammerte:“ Mann muss das wirklich sein?“ J-Hope sah mich vorwurfsvoll an. Ich nickte. „Jaja, ich weiß! Ich darf erst wieder ins Studio, wenn Ruby und ich mit einander klarkommen!“ Hoseok lächelte zufrieden. „Sehr brav. Und jetzt pack‘ deinen Rucksack und hol Ruby von zuhause ab. Wie ausgemacht!“

    Ich grunzte verächtlich und äffte ihn nach. „…..pack deinen Rucksack und hol Ruby von zuhause ab…blah, blah, blah….!“ J-Hope seufzte, gab mir einen Schubs und verfrachtete mich so in mein Zimmer, das gleich neben dem Wohnzimmer lag. „Und wehe du ärgerst sie! Du weißt, was wir ausgemacht haben!“ Mit diesen Worten drehte er sich um und hob die Hand zum Abschied. Dann war er auch schon verschwunden.

    Beleidigt zog ich den Rucksack unter meinem Bett hervor und schmiss die wichtigsten Dinge hinein. Ich dachte an Ruby. Ich dachte an den Kuss. Der Kuss…..

    Ich wollte nicht in Rubys Nähe sein. Immer, wenn ich sie sehe bekam ich sie nicht mehr aus dem Kopf und das machte mich fertig. Und überhaupt fühle ich mich komisch, wen sie bei mir ist.

    -vor Rubys Haus-

    Rubys Sicht:

    Ein Auto fuhr vor unsere Einfahrt und blinkte mich mit den Scheinwerfern an. Es war noch etwas finster. Die Sonne ging gerade erst auf und legte sich wie ein warmer Farbfilm über die Wohnsiedlung. Ich zwickte schnell die Augen zusammen. Das Licht blendete mich. „Das macht er mit Absicht“, dachte ich und ging zur Beifahrerseite.

    „Guten Morgen“, meinte ich aus Höflichkeit, als ich die Wagentür öffnete und mich auf den Sitz plumpsen ließ. „Morgen“, kam es betreten vom Fahrersitz. Ich schnallte mich an – denn Sicherheit geht vor – dann starrte ich wortlos durch die Fensterscheibe. Ich konnte ihn auf keinen Fall direkt ansehen, sonst musste ich wieder an den Kuss denken. Und das war das letzte, was ich wollte.

    Jungkook seufzte und startete den Motor. Er löste die Handbremse, dann fuhren wir die Hauptstraße hinunter, aus der Siedlung hinaus.

    Wir fuhren etwa eine halbe Stunde lang die Autobahn entlang, dann bogen wir schließlich ab und ratterten eine holprige Landstraße entlang. Es war mittlerweile hell geworden und ein wunderschöner Sonnenaufgang verzierte den Himmel in allen Farbtönen von rosa und orange. Kitschig, wenn ihr mich fragt. Aber schön.

    Die ganze Autofahrt über hatten wir kein Wort gewechselt. Ich fühlte mich echt unwohl. Um mich abzulenken nickte ich zu der Musik, die leise im Hintergrund im Radio lief. Wonderwall von Oasis – ich liebe dieses Lied.

    Ich lugte zu Jungkook hinüber, der den Blick konzentriert auf die Straße gerichtet hatte. Ich würde ihn gerne fragen, ob ich lauter drehen kann, aber….nein….lieber doch nicht.

    Plötzlich streckte er die Hand nach dem Lautstärkenregler aus und drehte ihn nach oben. Die Musik wummerte durch das ganze Auto und breite sich wie ein warmes Gefühl in meiner Brust aus. Ich war überrascht, ließ mir aber nichts anmerken. Konnte er etwa Gedankenlesen? Oder mochte er das Lied auch?

    Ich starrte wieder aus dem Fenster. Ach, egal. Hauptsache, diese beklemmende Stille ist weg. Zufrieden summte ich die Melodie mit und wippte mit dem Fuß zum Takt.

    -eine halbe Stunde später-

    Jungkooks Sicht:

    „Wir sind da“, murmelte ich und hielt den Wagen an. Ruby sah sich interessiert um. „Und wo sind wir hier?“ „Na, wonach siehts denn aus?“, grinste ich und musterte verliebt das Gebäude auf der anderen Straßenseite.

    „Eine Spiele-Arcade?“, erkannte Ruby und sah überrascht zu mir rüber. Ich zuckte mit den Schultern. „Wenn wir schon was gemeinsam unternehmen müssen, sollte es doch wenigstens Spaß machen, oder?“ Ruby dachte nach und grinste plötzlich. Ich war überrascht. Ich hätte meine Lieblingskopfhörer dagegen verwettet, dass mein Ausflugsziel so gar nicht ich Fall sein würde. Deshalb hatte ich es ja auch ausgesucht….

    „Na dann, worauf warten wir noch?“ Begeistert löste Ruby ihren Gurt und öffnete die Autotür. Entgeistert starrte ich sie an. „Wie…du magst Computerspiele?“ Ruby lachte auf. „Nein, ich liebe sie!“ Mir fiel die Kinnlade herunter, als ich Ruby beobachtete wie sie überglücklich zum Eingang der Spiele-Arcade hopste. Also damit hatte ich jetzt nicht gerechnet.

    -währenddessen in einem Cafe mitten in Seoul-

    Soras Sicht:

    Jins Cousine…..so ein Schwachsinn. Ich schnaufte auf und stocherte nachdenklich in meiner Erdbeertorte herum. Wenn die wirklich denken, ich bin so blöd und falle auf ihre Lügen herein, haben sie sich aber geschnitten.

    Ich habe Stunden verbracht Jins Familienstammbaum herauszufinden und seine Eltern sind beide Einzelkinder. Es war also unmöglich, dass er eine Cousine hat. Ich musste grinsen. An dieser Rose würde ich mich schon noch rächen….. Sie ist seine Freundin, soviel wusste ich ja jetzt.

    Genüsslich nahm ich einen Schluck von meiner hießen Schokolade. Ob das der Grund ist, warum ich nicht mehr mit V tanzen darf? Hat er etwa auch eine Freundin? Wer weiß. Vielleicht führen die sieben alle Beziehungen von denen die Öffentlichkeit nichts mitbekommen darf.

    Ich überlegte kurz. Ob ich diese Tatsache zu meinem Vorteil nutzen kann?

    Ich hatte irgendwie Lust dem ganzen auf die Schliche zu kommen und so beschloss ich gleich morgen bei der nächsten Probe mein Glück bei Jimin zu versuchen. Doch diesmal musste ich es anders angehen. Ich durfte nicht so aufdringlich sein. Wenn ich es schaffen sollte, dass er mir irgendwann vertraut, wird er mir vielleicht auch ihr Geheimnis verraten.

    Zufrieden legte ich die Kuchengabel zur Seite. „Zahlen bitte!“

    20
    ((bold))-in der Spiele-Arcade- ((ebold)) ((unli))Rubys Sicht: ((eunli)) Als wir die Spiele-Arcade betraten begrüßten mich die vielen bunten Lichter

    -in der Spiele-Arcade-

    Rubys Sicht:

    Als wir die Spiele-Arcade betraten begrüßten mich die vielen bunten Lichter und die lustigen Geräusche der Spieleautomaten hallten in meinem Kopf wider. Der Boden war mit einem samtig-roten Teppich ausgelegt, der alles nur noch gemütlicher Gestaltete. Mir stieg der Geruch von Popcorn in die Nase. Es war etwas düster, doch dafür blinkte, flimmerte, piepte und klickte es an jeder Ecke. Was für ein Paradies.

    Euphorisch bahnte ich mir einen Weg durch die Menschen und erkundete das Spieleangebot. Jump and Run Spiele, Ego-Shooter, oder Simulationsspiele. Die hatten hier echt alles was mein Herz begehrt. Ich wollte mich gerade zu einem Rennauto-Simulator setzen, als mir einfiel, dass mir meine Begleitung abhandengekommen war.

    „Jungkook?“ Wo war der denn abgeblieben? Fragend sah ich mich im Raum um und ließ meinen Blick über die Köpfe der anderen Besucher gleiten. Konzentriert suchte ich nach einem großen Typen mit blauem Hoodie, doch meine Suche war erfolglos.

    „BUH!“ Ich zuckte zusammen, riss herum und schrie auf. Schnell hielt ich mir die Hand vor den Mund, dann musste ich laut loslachen. „Sag mal spinnst du?“ Jungkook grinste breit und legte seine Hand auf meine Schulter. „Du bist noch immer so schreckhaft wie früher. Manches ändert sich wohl nie, was?“ Mein Herz raste noch immer wie wild. Ich hatte mich schon lange nicht mehr so erschreckt.

    Ich schluckte und sah ihn kurz etwas verbittert an. Dann griff ich nach seiner Hand, zog sie von meiner Schulter und murmelte: „Ja, manches ändert sich wohl wirklich nie!“ Damit drehte ich mich um und ging weiter.

    Jungkooks Sicht:

    „Häh, was hatte ich denn jetzt schon wieder Falsches gesagt?“ Ich seufzte und verdrehte die Augen. „Pff, Mädchen!“ Ruby machte sich bereits aus dem Staub, also folgte ich ihr und eilte ihr schnell hinterher.

    Ich holte sie ein und ging schweigend neben ihr her. Ruby studierte konzentriert die verschiedenen Spielautomaten. „Suchst du was Bestimmtes?“, fragte ich schließlich und versuchte dabei möglichst an teilnahmslos zu wirken. Ruby nickte. „Und was?“, bohrte ich weiter.

    Ruby antwortete nicht. Es schien, als sei sie wegen vorhin noch immer etwas angefressen auf mich. Ich ließ es also sein und folgte ihr einfach durch die Reihen. Plötzlich blieb sie stehen und lächelte den bunten Spielautomaten vor ihr an. „Ein Tanz-Simulator?“, murmelte ich überrascht.

    „Wusste doch, dass die da so etwas haben!“, meinte Ruby zufrieden. Voller Vorfreude lief sie zur Kasse und tauschte einige Scheine gegen Automatenmünzen. Als sie zurückkam, war der finstere Blick aus ihrem Gesicht verschwunden und sie lächelte wieder.

    Sie warf die Münze in den dafür einbauten Schlitz und wählte den Zwei-Spieler-Modus. Schnell sprang sie auf die Plattform mit den bunten Pfeilen und machte sich bereit loszutanzen. Aufmerksam beobachtete ich sie.

    „HEY!“, motzte Ruby mich plötzlich an. „Hä?“, fragend sah ich zu ihr auf. „Na, worauf wartest du noch!“ Sie deutete auf den großen Bildschirm vor uns. „Es geht gleich los, also schieb deinen Hintern auf die Tanzfläche!“ Überrascht über die Einladung, brachte ich kein Wort hervor, tat aber wir geheißen und betrat die bunt-blinkende Tanzfläche.

    Ruby grinste mich frech an. „Na mal sehen, Jeon Jungkook, was du so draufhast!“ Mich packte der Ehrgeiz, also funkelte ich wettbewerbslustig zurück. „Das beruht auf Gegenseitigkeit, Ruby Stone. Ich werde dich fertig machen!“ Ruby lachte auf. „Haha, das werden wir ja noch sehen!“

    Im nächsten Moment startete die Musik und der erste Pfeil leuchtete auf. Ruby und ich funkelten einander an, dann tanzten wir los.

    -währenddessen im Studio-

    Jimins Sicht:

    „Wie ging der Schritt nach der Drehung noch einmal?“, erkundigte sich Tae und stolperte unbeholfen vor mir hin und her. Er sah aus wie ein kleiner Hampelmann. Ich musste lachen. „Mann Tae, doch nicht so!“ Ich stand auf und zeigte ihm den Schritt noch einmal vor. „Warte, warte. Schau, der Kick kommt immer erst auf 2 und 4 und nicht auf 1 und 3, deshalb geht sich das bei dir nicht aus!“

    Tae sah plötzlich aus, als hätte er den Geistesblitz seines Lebens und grinste bis über beide Ohren. Ich war stolz auf ihn. Er lernte wirklich schnell, man musste es ihm nur erklären.

    Eigentlich war es ja gar nicht mein Job, V die Schritte von Euphoria zu lernen, aber da Jungkook und Ruby nicht da waren, musste sich irgendjemand darum kümmern, dass V die Choreographie draufhatte und da ich sowieso lieber bei ihm war, als bei Sora, nahm ich mich gern seiner an.

    Plötzlich ging die Studiotür auf und Sora betrat den Raum. Überrascht starrte ich sie an. Keine hautenge Kleidung, kein freizügiges T-Shirt und kein übertrieben geschminktes Gesicht? Was war denn mit ihr passiert? Hat sie zur Abwechslung in der Früh mal in den Spiegel gesehen, oder wie?

    „Guten Morgen“, begrüßte uns Sora und stellte ihre Tasche neben unseren ab. Guten Morgen? Hatte ich richtig gehört? Verdattert sah ich zu V herüber, doch der zuckte nur mit den Schultern. Dann beugte er sich zu mir rüber und flüsterte kaum hörbar. „Creeeeeepyyyy!“ Ich nickte zustimmend und folgte jedem ihrer Schritte.

    Sie ging zu J-Hope und lächelte ihn freundlich an. „Kann ich dir irgendwie helfen? Brauchst du noch was? Wenn nicht, fange ich dann mit dem Aufwärmen an, wenn das für dich passt!“
    Tae zupfte mich am Ärmel und flüsterte. „Ich tippe auf Gehirnwäsche, böser Zwilling, oder Alien Invasion!“ Ich sah entsetzt zu meinem besten Freund. Der nickte ernst. „Sei vorsichtig, wenn ihr nachher miteinander tanzt. Wer weiß – vielleicht wachsen ihr plötzlich Tentakel!“

    Mit diesen Worten klopfte er mir aufmunternd auf die Schulter und ging er zu Suga und Jin hinüber. „Lass dich nicht fressen, ja?“ Ich starrte ihm entgeistert nach. Sag mal, waren die jetzt alle völlig Banane?

    Jins Sicht:

    Als ich Soras Worte hörte, blieb mir vor Fassungslosigkeit der Mund offenstehen. Das war ja wie in diesen Exorzismus Filmen. „Von welchem Dämon ist denn die besessen?“, grunzte Suga und dehnte ausgiebig seine Arme. „Von einem äußerst höflichen, wenn du mich fragst! Und das ist es auch, was mich stutzig macht!“, murmelte ich nachdenklich. „Sag mal du hast doch noch das Kreuz deiner Oma?“, erkundigte sich Suga. Ich nickte. „Äh….ja!“ „Perfekt. Ich borg mir das bei Gelegenheit mal aus, wenn das für dich klar geht!“

    Ich musste kichern. Die Vorstellung von Suga, der Sora einen Dämon austreibt, war einfach zu abwegig.

    Als ich bemerkte, dass V zu uns rüber steuerte viel mir Soras schneller Blick in Jimins Richtung auf. Mit schnellen Schritten eilte sie schließlich zu ihm rüber. Was führte sie denn jetzt schon wieder im Schilde?

    21
    ((bold))-zurück in der Spiele-Arcade-((ebold)) ((unli))Jungkooks Sicht: ((eunli)) „UNENTSCHIEDEN?“ Ruby und ich starrten uns fassungslos in die v

    -zurück in der Spiele-Arcade-

    Jungkooks Sicht:

    „UNENTSCHIEDEN?“ Ruby und ich starrten uns fassungslos in die verschwitzten Gesichter. „Ich wusste gar nicht, dass das bei dem Spiel geht“, maulte ich enttäuscht und lehnte mich erschöpft an das Geländer. „Ich auch nicht“, schnaufte Ruby und stemmte grimmig die Arme in die Hüften.

    Wir schwiegen und einige Zeit und es war nur unser erschöpftes Keuchen zu hören.

    Da griff Ruby in ihre Jackentasche und zog einen weiteren roten Chip hervor. „Noch eine Runde?“ Ich schnalzte mit der Zunge.

    „Worauf du wetten kannst!“ Ich schüttelte meine Arme und Beine aus und machte mich auf einen weiteren Angriff bereit. Das konnte doch nicht sein. Ich habe noch nie in diesem Spiel verloren, geschweige denn, dass je jemand gleich viele Punkte, wie ich erreicht hat.

    -währenddessen im Studio-

    Jimins Sicht:

    „Wollen wir die ersten Schritte vom neuen Teil üben?“ Ich drehte mich um und sah überrascht in das hübsche Gesicht von Sora. Anstatt ihre Haare wie sonst perfekt zu stylen, hatte sie sie diesmal in einem einfachen Zopf zusammengebunden und auch auf die vielen Haarspangen verzichtet. Eigentlich gebe ich das nur ungern zu, aber so gefällt sie mir viel besser.

    Ich wusste nicht, warum ich ihr auf diese Frage eine Abfuhr erteilen sollte, also nickte ich langsam. „Klar!“ Sora lächelte freundlich. Warte, das kann sie? Total überrumpelt folgte ich ihr zu unserem Probebereich.

    „Ich hab‘ mir gestern die Schritte schon angesehen. Wenn du willst kann ich sie dir zeigen!“ Ich fuhr mir nachdenklich durch die Haare. „Nicht nötig. Ich auch. Ich kann den Tanz bereits.“ Sora sah mich überrascht an, dann lächelte sie wieder. Ich wusste gar nicht, was mir suspekter war. Ihr Lächeln, oder die Tatsache, dass sie plötzlich nicht mehr so aufdringlich war, wie sonst.

    „Umso besser“, grinste sie. „Dann können wir ja gleich mit den Feinheiten weitermachen!“ Überrascht über ihr Engagement stimmte ich zu und drehte die Musik auf.

    Auch wenn das alles ziemlich seltsam war und ich dem nicht ganz traute, hoffte irgendetwas in mir doch, dass das die wahre Sora ist…..

    -zurück in der Spiele-Arcade-

    Rubys Sicht:

    „SCHON WIEDER UNTENSCHIEDEN?“ Ich fluchte enttäuscht. Schön langsam frustrierte mich dieses Spiel. Ich hätte schwören können, dass ich dieses Mal besser gewesen war, als er. Ich warf einen Blick auf Kookie, der mittlerweile wie der Schatten seiner selbst, schwer atmend, am Boden kauerte.

    Der Frust gab mir Energie. Ich fummelte einen weiteren roten Chip aus meiner Jackentasche und gab Jungkook einen sanften Tritt. „Komm schon! Einmal geht noch!“ Kookie hob flehend die Hände. „Stopp! Bitte! Hab Erbarmen! Du hast ja gewonnen! Lass uns aufgeben.“

    Überrascht musterte ich ihn von oben bis unten. Ich hockte mich neben ihn und drückte ihm kontrollierend meine Hand auf die Stirn. „Sag mal bist du krank?“ Kookie lachte abschätzig auf und drückte meine Hand weg. „Ha, als ob. Ich bin fix und fertig, sieht man das nicht?“ „Sag bloß du hast dich anstrengen müssen, als du gegen mich gespielt hast!“ Ich grinste breit.

    Jungkook wandte seinen Blick ab. „Nein hab‘ ich nicht. Wer sagt denn sowas?“, murmelte er schnell und stand auf.

    Ich drehte den Chip nachdenklich zwischen meinen Fingern, dann stecke ich ihn zurück in meine Jackentasche. „Na gut. Lassen wir es gut sein! Wollen wir was anderes spielen?“ Jungkook nickte und schenkte mir einen dankbaren Blick, der aber nicht von sehr langer Dauer war.

    „OK, lass uns weiterschauen.“ Irgendwie tat er mir ja leid. So fertig hatte er nicht mal nach der 4-stündigen Probe ausgesehen. „Ich hab‘ eine Idee“, meinte ich schließlich, griff nach seiner Hand und zog ihn durch die Besucher zu einem anderen Spielautomaten.

    Jungkooks Sicht:

    Die Röte stieg mir in die Wangen, als Ruby meine Hand hielt und mich durch die Menschenmassen zog. Gottseidank war es dunkel hier drin. Mein Herz pochte wie wild, deshalb zog ich die Hand schnell wieder zurück, als wir beim nächsten Spielautomaten angekommen waren.

    Ich war erneut überrascht über die Wahl, freute mich aber, weil mir genau dieser Automat bereits bei unserem Eintreffen ins Auge gestochen war. Es war ein Rennautosimulator.

    Ruby lächelte mich an und reichte mir einen Chip. „Ist vielleicht drei Mal so schnell, aber bestimmt nicht so anstrengend“, grinste sie breit und lies sich auf den rechten Sitz fallen. Ich nahm den Chip entgegen und warf ihn in den Schlitz ein. Es ratterte, dann startete das Einführungsvideo.

    Erleichtert setzte ich mich auf den linken Sitz. „Teammodus, oder Battle?“, fragte Ruby, die gerade dabei war den Spielmodus zu wählen. Ich überlegte kurz. „Teammodus“, sagte ich schließlich und war von mir selbst überrascht. Ruby nickte und drückte den grünen Button.

    -fünf Minuten später-

    „YEEEEEEEESSSSSS!“ Ruby hielt mir die Handfläche entgegen und ich klatschte begeistert ein. „GEWONNEN!“, freuten wir uns zusammen und lachten einander glücklich an. „Das war der Wahnsinn“, schwärmte mich und starrte stolz auf den Bildschirm, der uns einen gold-glänzenden Pokal präsentierte.

    „Wollen wir gleich noch einmal?“, fragte Ruby begeistert. „Da fragst du noch?“ Ruby grinste breit und wollte gerade einen weiteren Chip im Schlitz versenken, als jemand seine Hand davorhielt. Ich sah auf und blickte in die eisblauen Augen eines blonden, gut trainierten Typen.

    „Na, Feuerkopf? Hast du Spaß?“ Der Typ legte seine Hand auf Rubys Schulter und drückte zu. Ruby verzog das Gesicht vor Schmerz sagte aber kein Wort. „Hey, lass das!“, forderte ich und stand von meinem Platz auf.

    Der Junge musterte mich ausgiebig und lachte dann abschätzig auf. „Hey, Feuerkopf. Sag bloß das ist dein Freund!“ Ruby knurrte. „Er ist nicht mein Freund! Und es wäre toll, wenn du meine Schulter loslassen könntest!“

    Überraschender Weise ließ er wirklich los, setzte dafür aber an ihrem Hals an und zog sie gewaltsam aus ihrem Sitz. „Nanana, nicht so freundlich, Feuerkopf!“ Er grinste dreckig. „Was willst du“, röchelte Ruby und zog an seiner Hand, um den Griff an ihrem Hals zu lockern.

    „Ach weißt du. Meine Mutter hat gestern einen Anruf von der Direktion erhalten und jetzt denkt sie doch wirklich, dass ihr Sohn in der Schule seine Mitschüler verhaut. Würde ich es nicht besser wissen, würde ich sagen, dass du diejenige war, die mich beim Direktor angeschwärzt hat.“ Die letzten Wörter zischte er bereits. Er musste Ruby wirklich hassen, das sah man ihm an.

    Ruby aber grinste nur frech. „Hättest nicht gedacht, dass ich mich das traue, was?“ Der Typ wurde nur noch wütender und drückte fester zu. „Feuerkopf, wenn ich du wäre würde ich mich da lieber raushalten!“ Ruby hustete und schlug energisch mit ihren Fäusten gegen seine Hand.

    Das reichte.

    Ich trat hinter den Blonden Jungen und trat ihm mit Gewalt in die Kniekehle. Der stöhnte auf, knickte in sich zusammen und lies von Ruby ab. Ruby sank zu Boden und rieb sich schwer atmend den Nacken.

    Schnell hockte ich mich zu ihr du half ihr hoch. „Geht’s?“ Ruby nickte. „Du kleiner Penner…..“, knurrte jemand hinter mir. Blondie wollte sich gerade auf mich stürzen, als der Verkäufer von der Kassa neben uns erschien.

    „Was ist denn hier los?“ Sein Blick feil auf Ruby. „Geht es dir gut Mädchen?“ Dann wandte er sich an den blonden Deppen. „Ich habe alles aufgenommen. Also fangen Sie erst gar nicht an zu lügen. Ich verlange, dass Sie augenblicklich meinen Landen verlassen. Sie haben ab heute Hausverbot.“

    Blondie biss wütend die Zähne zusammen. Er sah aus als würde er sich am liebsten auf uns stürzen, doch dann lies er es sein und zog murrend ab.

    Ich reichte Ruby meine Hand und half ihr hoch.



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    ((bold))-währenddessen in der Spiele-Arcade-((ebold)) ((unli))Rubys Sicht: ((eunli)) So ein Arsch. Ich sah Blondie wütend nach, als er von dem Arcad

    -währenddessen in der Spiele-Arcade-

    Rubys Sicht:

    So ein Arsch.

    Ich sah Blondie wütend nach, als er von dem Arcade Besitzer mehr oder weniger freundlich aus dem Laden geworfen wurde. „Wer war das?“, fragte Kookie, der sich neben mich stellte und nachdenklich meinem Blick folgte.

    Ich schnaufte verächtlich. „Pfffft! Ach, nur so ein Typ er aus der Schule…“ „Ihr scheint euch ja nicht gerade gut zu verstehen“, murmelte Jungkook und musterte mich von der Seite. Etwas schnippisch wandte ich mich an ihn. „Ach was, hat man das etwa gemerkt?“

    Da fiel mir ein, dass es eben noch Jungkook gewesen war, der mir geholfen hatte, als mir Blondie an die Gurgel gegangen war. „Sorry, war nicht so gemeint“, murmelte ich schnell und warf ihm einen dankenden Blick zu. Kookies Lächeln verwandelte sich schnell in ein breites Grinsen.

    „Nur das das klar ist. Wenn dich schon jemand ärgert, dann bin das ja wohl ich!“ Er boxte mir neckisch in die Seite. Ich boxte zurück und musste lächeln.

    Vielleicht hatte er sich doch geändert. Vielleicht war es Zeit ihm eine zweite Chance zu geben und von vorne zu beginnen….

    -eine halbe Stunde später-

    Jungkooks Sicht:

    Nach einigen Runden am Rennautosimulator und einem Jump-and-Run Battle, hatten wir schließlich beschlossen dem Grummeln unserer Bäuche nachzugehen und uns etwas zu Essen zu suchen. Das Dorf, in dem die Spiele-Arcade war, hatte nicht besonders viele Einwohner. Neben ein paar Wohnhäusern, einem Bäcker und einer kleinen Poststation, gab es nur noch eine Bushaltestelle und einen winzigen Ramen-Laden.

    Der kam uns deshalb wie gerufen und so setzen wir uns zum ersten Tisch gleich ans Fenster und bestellten jeder eine große Schüssel mit extrascharfen Ramen. Die dicken Nudeln dampften in der Suppe und ließen mir das Wasser im Mund zusammenlaufen. Es sah einfach köstlich aus.

    Ich beobachtete Ruby, die zufrieden ihre Nudeln aus der Suppe fischte und diese hungrig mit ihren Stäbchen in den Mund beförderte. Vor meinem geistigen Auge hatte ich immer noch das Bild von dem Typen, wie er seine Finger um Rubys Hals gelegt und immer fester zugedrückt hatte.

    „Was wollte der vorhin von dir?“ Ich platzte damit ganz plötzlich hervor. Eigentlich hatte ich kein Recht sie danach zu fragen, es war schließlich ihr Leben, doch ich konnte nicht anders. Ich war einfach zu neugierig.

    Ruby hustete, hob überrascht den Kopf und schluckte ihre Suppe herunter. „Du meinst Blondie?“ Ich nickte. „Wenn das der blonde Typ von eben ist, dann ja!“ Ruby sagte kurz nichts. Es schien als müsste sie überlegen, wieviel sie mir sagen könnte. „Ach das ist meine Schuld. Ich habe ihm einen kleinen Denkzettel verpasst und jetzt wollte es sich an mir rächen.“

    Mit diesen Worten senkte sie wieder ihren Kopf und schlürfte übertrieben laut die Suppe weiter. „Ist das alles?“, bohrte ich weiter. Sie nickte. Ich wusste, dass das gelogen war.
    Dahinter steckte etwas viel Größeres. Etwas, dass Ruby viele Sorgen bereite. Etwas, dass ihr auch Angst machte.

    Schön langsam musste ich mir eingestehen, dass Ruby nicht mehr das kleine Mädchen von früher war, dass immer und überall besser als ich sein will und sich für jegliche Arten von Schmetterlingen interessiert. Dieser Teil von ihr war zwar immer noch da, trotzdem war sie mittlerweile erwachsen geworden. Und damit waren offensichtlich auch so einige Probleme aufgetaucht.

    Ich legte den Kopf schief und dachte nach.

    „Ruby?“

    „Ja?“

    Ich grinste breit und hielt ihr meinen kleinen Finger entgegen. „Da ich dich in den nächsten Tagen sowieso nicht loswerde, verspreche ich immer an deiner Seite zu bleiben, um dich vor solchen Typen zu beschützen!“ Ich nickte ihr aufmunternd zu.

    „Jetzt mach schon! Mein Arm schläft langsam ein!“ Ruby zögerte, dann hakte sie ihren kleinen Finger in meinen ein und drückte zu. „Aber bilde dir nicht ein, ich würde das nicht ohne dich schaffen“, murmelte sie verlegen und zog ihre Hand schnell wieder zurück.

    „Hätte ich dir nie vorgeworfen“, lächelte ich zufrieden.

    -zur selben Zeit im Studio-

    Jimins Sicht:

    …5, 6, 7, 8,……5, 6, 7, 8“, zählte J-Hope ein und führte uns so im richtigen Takt durch das Lied. Sora griff nach meiner Hand und lies sich elegant nach hinten fallen. Ich fing sie, wie eben geübt, auf, wirbelte sie herum und zog sie schließlich an mich heran. Ihre Haare wehten in mein Gesicht und der Geruch ihres Zitronen-Parfüms zog mir in die Nase.

    „Sehr gut!“ J-Hope klatschte begeistert in die Hände. „Das wird ja immer besser! Warum funktioniert das denn plötzlich so gut bei euch beiden. Vorgestern war das ja noch die komplette Katastrophe!“ Ich verzog das Gesicht. „Danke für deine ehrlichen Worte, J-Hope!“ Ich löste mich von Sora und trat schnell einen Schritt zur Seite. Das alles war mir so gar nicht geheuer…

    „Nein, wirklich. Wenn das so weitergeht, müssen Jungkook und Sora, aber einiges nachholen, wenn sie wieder da sind!“ „Wo sind die beiden eigentlich?“, erkundigte sich Suga, der anscheinend wieder nur die Hälfte mitbekommen hatte.

    „Jungkook und Ruby sollen ein eingespieltes Team werden und dazu müssen sie lernen auf einander Acht zu geben. Ich habe Jungkook gebeten mit Ruby etwa zu unternehmen, dass ihnen beiden Spaß macht um sich besser kennen zu lernen. „Ich hatte gedacht die beiden kennen sich seit Jahren?“, stieß V hervor woraufhin ihm Namjoon sofort auf die Zehen stieg.

    „Sag mal spinnst du?“ Namjoon nickte in Soras Richtung, die eindeutig so tat, als würde sie von all dem nichts mitbekommen, obwohl sie aufmerksam lauschte. V hielt sich schlagartig die Hand vor den Mund. Ich seufzte. Mein bester Freund konnte einfach keine Geheimnisse für sich bewahren…

    J-Hope ergriff wieder das Wort und bemühte sich um einen schnellen Themenwechsel. „Aaaalsoooo, gut! Lasst uns Mittagspause machen, dann geht es weiter!“

    Suga nickte und verdrückte sich augenblicklich durch die Tür neben dem verspiegelten Fenster. Xenia war zusehen gekommen. Da war ich mir sicher. Ansonsten hätte er sich maulend in den Sitzsack geworfen und ein kleines Mittagsschläfchen gehalten. Als auch Jin, V und Namjoon nacheinander verschwunden waren, bestätigte das meine Annahme.

    Nun waren nur noch Sora, J-Hope und ich über…..

    Soras Sicht:

    Jungkook und Ruby kennen sich schon lange? Wie mein V das? Sind die beiden etwa auch ein Paar? Ich wette V hat sich verplappert. Das würde irgendwie zu ihm passen und Namjoon hat ihn das mit dem Tritt auch kräftig spüren lassen. Konnte ich recht haben und sie haben alle Freundinnen?

    Bei Jimin war ich mir da immer noch nicht so sicher. Er wirkte nicht gerade erfahren im Umgang mit Mädchen. Das alles wird ja immer interessanter. Es denke es wird Zeit, Jimin mal so richtig auf den Zahn zu fühlen und sein Vertrauen für mich zu gewinnen.


    „Jimin?“ Mein Tanzpartner drehte sich zu mir um und sah mich fragend an. „Hast du Hunger? Ich lade dich ein, wenn du möchtest. Hier um die Ecke gibt es echt gutes Sushi!“

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    RÜCKBLENDE:

    -1. September 2008-

    Jungkooks Sicht:

    Ich gähnte und rubbelte mir verschlafen die Augen. Glücklich strampelte ich die Decke weg und rollte ich mich aus dem Bett. Ich schnappte mir einen Stift und stellte mich nun zum elften Mal an meinen Türstock und zog eine Markierung über meinem Kopf. „11 Jahre“ schreib ich stolz neben den dicken Bleistiftstrich und malte noch ein lachendes Smiley daneben.

    Heute war mein 11. Geburtstag. Dieser eine Tag, war wie jedes Jahr, der Beste im ganzen Jahr. Sobald ich damit fertig war, rannte ich die Stiegen hinunter in die Küche. Auf dem Tisch standen bereits eine bunte Konfetti-Torte und viele unterschiedlich große Päckchen. Mama, Papa und Jung-hyun saßen auf ihren Plätzen um den Esstisch und lachten mir freundlich entgegen, als ich durch die Tür gelaufen kam.

    Mit leuchtenden Augen setzte ich mich auf Mamas Schoß, die mir einen dicken Kuss auf die Wange drückte. „Alles Gute zum 11. Geburtstag mein Großer“, lächelte mein Vater und wuschelte mir liebevoll durch die Haare. „Sind die alle für mich?“, staunte ich, als ich die Vielzahl an bunten Päckchen bemerkte. „Du kannst mir gerne welche davon abgeben“, grinste mein großer Bruder breit.

    „Niemals“, lachte ich und wollte gerade nach dem ersten Päckchen greifen, als es an der Tür klingelte.
    „Nanu? Wer kann denn das sein? Um diese Uhrzeit?“ Mama lächelte geheimnisvoll, setzte mich ab und ging zur Eingangstür. Als ich die Stimme einer anderen Frau und das Lachen zweier Kinder hörte, wusste ich es.

    „JUNGKOOOOK!“ Ruby kam in unser Esszimmer gestürzt und trug ein ihr viel zu schweres Päckchen in den Händen. Es war in glitzerndes Schmetterlingspapier eingewickelt und mit einer dicken blauen Schleife verziert. „Alles Gute zum Geburtstag!“ Sie machte vor mir Halt und legte mir ächzend, das schwere Teil in die Arme. „Hab‘ ich selbst ausgesucht“, lächelte sie stolz. Ich grinste.

    Ruby und ich waren in den letzten drei Jahren wie Pech und Schwefel aneinandergeklebt. Wir sehen uns fast jede Woche 2-3 Mal und erkunden zusammen die Wiesen und Felder um unsere Häuser. Ruby ist vier Jahre jünger als ich und das ist manchmal echt anstrengend. Man muss ihr noch so viel erklären, sie war echt ungeschickt und manchmal sagte sie Dinge, die sie lieber für sich behalten hätte sollten. Doch trotzdem, irgendwie verbringe ich gerne Zeit mit diesem kleinen nervigen Mädchen….

    „Was sagt man da Jungkook?“, ermahnte mich mein Vater. Ich sah Ruby an, die aufgeregt darauf wartete, dass ich ihr Geschenk öffnete. „Danke“, murmelte ich schnell und riss das Papier von dem Päckchen.

    „Das neue Schmetterlingslexikon?“ Überrascht sah ich meine Mutter und dann die Mutter von Ruby an. Die beiden lächelten. „Woher wusstest du das?“ „Haben mir die Schmetterlinge verraten“, grinste meine Freundin breit. „Erzähl keinen Blödsinn“, lachte ich und schlug überglücklich das Buch auf.

    Fasziniert blätterte ich durch die Seiten und prägte mir die außergewöhnliche Farbgebung der kleinen Falter ein. Ruby setzte sich zu mir auf die Bank und sah mir interessiert über die Schulter.

    „Auf Seite 23 ist der Zitronenfalter“, erklärte sie. „Dein Lieblingsschmetterling?“ Sie nickte.

    Einige Zeit verging, in der wir gemeinsam auf der Bank saßen und Seite für Seite mein Geburtstagsgeschenk erkundeten. Es mit Sicherheit das beste Geschenk von allen – soviel stand fest.
    „Komm zu uns Ross“, meinte Ruby plötzlich und winkte ihren Zwillingsbruder herbei. Der zögerte etwas, setzte sich aber schließlich neben mich.

    Ich hatte nie viel mit Ross zu tun gehabt. Es war mir einfach zu ruhig. Man konnte mit ihm keine wilden Entdeckungstouren unternehmen und kämpfen wollte er erst recht nicht. Er blieb lieber im Haus und beschäftigte sich in seinem Zimmer. Langweilig, wenn ihr mich fragt.

    Ich blätterte einfach weiter in dem Buch und ignorierte meinen neuen Sitznachbar. Irgendwann jedoch hatte ich das Gefühl, dass ich förmlich von einem Blick durchbohrt wurde. Ich sah zur Seite und starrte direkt in Ross‘ olivgrüne Augen. Verdattert runzelte ich die Stirn. „Ist was?“

    Schnell schüttelte Ross den Kopf, dann sprang er auf und flitzte zurück zu seiner Mutter. Ich sah zu Ruby. Die winkte ab und zuckte nur mit den Schultern. Schließlich steckten wir unsere Nasen zurück in das dickte Schmetterlingslexikon und vergaßen erneut die Welt um uns herum.

    RÜCKBLENDE ENDE

    -im Apartment-

    Jins Sicht:

    „Sonntag ist Putztag“, hallte es in meinem Kopf wider. Verärgert griff ich nach dem Stofffetzten und wischte weiter den Staub von Jungkooks Regalen. Seitdem Rose wieder hier war, gab es einen Putzplan. Jede Woche war ein anderer mit Putzen dran.

    Sie hat schon recht. Dadurch bleibt es sauber und es brachte Struktur in unseren Alltag. Trotzdem, warum musste ich ausgerechnet den Dreck von Jungkook beseitigen. Sein Zimmer war die reinste Müllhalle.

    Überall lagen Chipspackungen, angefangene Schokoladetafeln……. Warte mal – ist das Erdbeerschokolade? Ich nahm mir ein Stück. Mhm, lecker….

    Auf jeden Fall lebt Jungkook in einem riesengroßen Schweinestall und das schein ihn auch nickt zu stören. Ach…..ich hätte ich besser erziehen sollen, als er noch kleiner war…..

    Ich wischte gerade die Buchrücken in seinem großen Regal ab, als mein Blick auf ein dickes Schmetterlingslexikon fiel. Jungkook interessiert sich für Schmetterlinge? Das ist mir neu. Ich griff nach dem dicken Wälzer und zog ihm aus dem Regal.

    Vorsichtig wischte ich das Cover mir meinem Ärmel ab. Es war ziemlich verstaubt. Scheint so, als hätte Kookie, das schon lange nicht mehr in der Hand gehabt.

    Plötzlich ging die Zimmertür auf und Jungkook kam lachend herrein. Als er mich mit dem Buch in der Hand entdeckte, verfinsterte sich sein Blick. „Jin, was machst du da?“ „Warum hast du ein Schmetterlingslexikon?“, antwortete ich mit einer Gegenfrage. „Das geht dich gar nichts an“, grummelte Kookie, raste auf mich zu und riss mir das Buch aus der Hand. Verdutzt starrte ich ihn an.

    „So und jetzt raus! Das ist mein Zimmer!“ Mit diesen Worten schob er mich aus dem Raum und knallte die Tür hinter mir zu. Perplex starrte ich auf das braune Holz vor meiner Nase. „Wie war dein Tag mit Ruby?“, versuchte ich es weiter.

    Keine Antwort.

    Also gab ich auf, schnappte mir meine Putzsachen und zog weiter ins nächste Zimmer - Jimins Zimmer. Da war mit Sicherheit auch eine Bombe eingeschlagen. Wäre ja auch eine Überraschung, wenn nicht.

    -währenddessen bei Ruby zuhause-

    Ross Sicht:

    Dunkelheit breitete sich in mir aus. Sie fraß sich durch jede meiner Zellen bis sie schließlich mein Herz erreicht hatte. Es tat weh. Mein Herz tat weh. Mein Kopf tat weh. Meine Verletzungen taten weh. Alles tat weh.

    Zusammengerollt lag ich auf meinem Bett und starrte die Zimmerdecke an, an der ich als Kind Leuchtsterne befestigt hatten, die sich Tagsüber durch das Licht aufluden und nachts dann wie echte Sterne am Himmel leuchteten.

    Die Worte von Blondie, Spange und Lücke hallten in meinem Kopf wider. „Hast du immer noch nicht verstanden, wie abartig du bist?“ „Schwuchtel!“ „Abschaum!“ „Du bist einfach nur krank!“ Ich hielt mir die Ohren zu. Ich wollte das nicht hören. „Haltet endlich den Mund!“, schrie ich verzweifelt. „Haltet doch endlich den Mund…..!“

    Tränen kullerten mir über die Wange und verschleierten mir die Sicht. Wütend schrie ich auf und schlug mir einige Male gegen den Kopf. „Geht verdammt noch mal aus meinem Kopf raus!“ Diese Stimmen. Wie ich sie hasste. Diese verdammten Stimmen….

    24
    ((bold))-Tag 2 bei Jungkook und Ruby-((ebold)) ((unli))Jungkooks Sicht:((eunli)) „Ich bin dann mal weg", erklärte ich mit einem Stück Toast i

    -Tag 2 bei Jungkook und Ruby-

    Jungkooks Sicht:

    „Ich bin dann mal weg", erklärte ich mit einem Stück Toast im Mund. Glücklich kauend schnappte ich mir meinen Rucksack und schlüpfte in meine weißen Lieblings-Sneakers. J-Hope und Namjoon musterten mich überrascht und warfen sich vielsagende Blicke zu.

    „Ich hätte gedacht Ruby ist so nervig und schrecklich", stichelte Jin grinsend, den ich bis eben noch nicht bemerkt hatte, weil er in der Küche Tee gekocht hatte.

    „Ist sie ja auch", meinte ich schnell, bevor sie noch auf andere Ideen kommen konnten, und zog die Tür auf. „Bis nachher", verabschiedete ich mich hastig. Hinter mir hörte ich es kichern, doch das ignorierte ich einfach und eilte zum Wagen.

    Für heute hatte ich mir etwas besonderes einfallen lassen. Etwas, das Ruby bestimmt gefallen würde. Ich war stolz, dass ich diesen Ort entdeckt hatte, denn auch ich wusste nicht, dass es so etwas in unserer Nähe überhaupt gibt.

    Voller Vorfreude setzte ich mich also in den Wagen und machte mich auf den Weg zu Ruby.

    -währenddessen in Vs Zimmer-

    Vs Sicht:

    Ich kuschelte mich an Emilia und vergrub mein Gesicht in meinem weichen Kopfkissen. Emilia seufzte zufrieden und drehte sich zu mir um. Wahrscheinlich war sie auch gerade erst aufgewacht. „Guten Morgen", lächelte sie verschlafen und öffnete vorsichtig die Augen. Das Sonnenlicht blendete sie, also rollte sie sich noch kleiner zusammen und zog sich an mich ran.

    Ich gähnte ausgiebig und vergrub meine Finger in ihren langen haselnussbraunen Haaren. „Ihr habt heute wieder Probe, oder?" Ich nickte langsam. „Mhmm." Emilia sagte nichts, aber ich wusste, dass sie etwas enttäuscht war.

    „Wir könnten heute nach der Probe spazieren gehen", schlug ich vor. „Wenn es dunkel ist?", stellte Em klar. Ich seufzte. „Ja, ich weiß. Aber du weißt, dass das unter Tags nicht geht!" Em nickte und spielte mit den Schnüren meines Kapuzenpullis.
    Im nächsten Moment klopfte es an der Tür.

    Überrascht sah ich auf die Uhr. Es war doch erst 8:00 Uhr. Em löste sich aus meiner Umarmung und setzte sich etwas auf. Sie rubbelte sich den Schlaf aus den Augen und starrte nachdenklich die Wand an.

    „Ja, bitte", grummelte ich schließlich mit verschlafener Stimme und lud, so den unerwarteten Gast ein unser Zimmer zu betreten.

    Die Tür schwang auf und Jimin trat ein.

    „Sorry, hab' ich euch gestört?" „Nein", meinte Emilia schnell. „Ich wollte sowieso grad duschen gehen. Mit diesen Worten stand sie auf und tapste in ihrem viel zu großen T-Shirt, das ihr auf einer Seite über eine Schulter hing, vorbei an Jimin und schloss die Badezimmertür hinter sich.

    Jimin warf mir einen fragenden Blick zu. Ich winkte ab. „Keine Sorge", versicherte ich ihm und bot ihm mit einer Geste an sich zu mir aufs Bett zu setzen. Jimin lächelte und nahm dankend am Fuß des Bettes Platz.

    „Tae, ich muss dich etwas fragen und du MUSST mir ehrlich antworten!" „Wahr ich jemals unehrlich zu dir?", konterte ich. „Darum geht's nicht", erklärte Jimin. „Worum dann?" Jimin seufzte lang. „Es geht um Sora."

    Dieser Name löste Erinnerungen in mir aus, die ich nicht noch einmal erleben wollte. Es reichte schon, dass ich sie jeden Tag in der Probe sah.....

    „Es ist 8:00 Uhr, Jimin. Musst du mich schon jetzt an das was passiert ist erinnern." Jimin wusste genau, dass die Erfahrung mit Sora noch immer tief saß und alles andere als schön für mich war. Also warum musste er mich bereits in aller Früh damit quälen?

    Jimin warf mir einen seiner unwiderstehlichen Hundeblicke zu und bettelte mich förmlich damit an, ihm zuzuhören. Ich schnaufte verächtlich. „Na gut, schieß los! Aber mach schnell, Em wird gleich wieder aus dem Bad kommen."

    Jimin nickte und lächelte dankbar.

    „Glaubst du.....Sora hat sich geändert seit dem....naja du weißt schon." „Seit dem Vorfall mit mir?", vervollständigte ich seine Fragen. Jimin nickte erneut. Ich überlegte kurz, dann musste ich gestehen:" Nein. Kein bisschen. Nie im Leben. Du weißt, was ich von ihr halte. Und nur, weil sie seit gestern so pseudo freundlich und arschkriechermäßig herumläuft, ist das noch lange kein Grund für mich mein Bild von ihr zu überdenken. Ich denke, nachdem was sie getan hat, habe ich das Recht dazu."

    Das hatte gesessen. Jimin sah mich enttäuscht an. Seine Mundwinkel zuckten und er wusste wohl nicht recht, was er dazu sagen sollte. Ich runzelte die Stirn. „Jimin?" Mein bester Freund sah zu mir auf. „Magst du dieses Mädchen etwa wirklich?" Jimin regte sich nicht, doch ich wusste genau, was mir dieser Blick sagen sollte.

    „Verdammt Jimin! Sag nicht du hast dich in sie verliebt!" Da er wachte Jimin aus seiner Starre und hob wild gestikulierend die Hände. „Was soll ich machen? Wir waren gestern gemeinsam Essen und sie war ganz anders als sonst. Sie war so nett und wir haben stundenlang geplaudert und ich war plötzlich so glücklich...."

    Jimin senkte den Blick. Er schaffte es nicht mir in die Augen zu sehen. Mir fehlten die Worte. Da schwang die Badezimmertür auf und Emilia betrat frisch geduscht das Zimmer. Als sie Jimin und mich schweigend am Bett vorfand runzelte die Stirn. „Ähhh, Jung? Alles klar bei euch?"

    -währenddessen bei Jungkook und Ruby-

    Rubys Sicht:

    Das Gebäude, das vor uns lag, sah aus wie einer riesige Glaskuppel. Drinnen befanden sich tropische Pflanzen und Gräßer, bunte Blumen, Palmen, Kakteen und sonderbare Bäume, die ich hierzulande noch nie gesehen hatte.

    „Was ist das?", fragte ich Jungkook fasziniert, als ich aus dem Wagen stieg. Kookie grinste stolz und reichte mich eine Eintrittskarte. „Schmetterlingshaus" stand darauf in fetten Buchstaben gedruckt. Ich riss die Augen auf und sah ihn überrascht an. „Das weißt du noch?"

    Kookie kratzte sicher verlegen am Hinterkopf. „Wie hätte ich das vergessen können." Ich sah ihn lange an. Ich lächelte. „Natürlich nur, weil du mir damit ununterbrochen auf die Nerven gegangen bist", erklärte er schnell und wandte sich ab. Auch wenn er es nicht zugeben wollte, ich wusste, dass das ein Versuch seinerseits war mir entgegenzukommen...

    Als wir die gläserne Glocke betraten, schlug mir eine Hitzewelle entgegen, die mich nach Luft schnappen ließ. „Verdammt ist das hieß hier", stellte Kookie fest und wedelte sich keuchend Luft zu, was bei diesen Temperaturen genau nichts brachte.
    Wir zeigten dem Mann beim Einlass unsere Tickets und betraten schließlich durch ein Drehkreuz das Schmetterlingshaus.

    25
    Als ich durch den Vorhang ging, der den Eingangsbereich vom Schmetterlingshaus abtrennte, sprühte mir ein lauwarmer Nebel ins Gesicht. Überrascht sa
    Als ich durch den Vorhang ging, der den Eingangsbereich vom Schmetterlingshaus abtrennte, sprühte mir ein lauwarmer Nebel ins Gesicht. Überrascht sah ich zu den Übeltätern. Überall in dem Raum waren kleine Wasserdüsen angebracht, die wohl dazu da waren, um den Luftfeuchtigkeitsgehalt aufrecht zu erhalten.

    Die hohen Temperaturen und die feuchte Luft hatten außerdem zur Folge, dass das Atmen hier umso schwerer viel. Es war wie an einem schwülen Sommertag an dem einem leicht schwindlig werden konnte. Doch trotzdem war das hier wohl das Schönste, das ich in meinem Leben je gesehen hatte.

    Staunend drehte ich mich im Kreis und entdeckte hunderte von Schmetterlingen. Einer war schöner als der andere. Ihre Vielfalt an Farbtönen machten den Blumen im Dschungel Konkurrenz und sahen aus wie bunte Edelsteine in den satten, grünen Weiten. Es war einfach wunderschön.

    „Und? Hab' ich zu viel versprochen?" Jungkook stellte sich zufrieden neben mich, sichtlich stolz diesen Ort als unser heutiges Ausflugszeit ausgewählt zu haben. „Nein", hauchte ich überwältigt und schlenderte fasziniert los.

    Meine Hände strichen über grüne Farnblätter und spürten darauf die feuchten Tautropfen. Wir gingen vorbei an riesigen Sukkulenten und erreichten schließlich ein kleines Becken, an dessen Rand eine Vielzahl von Schmetterlingen platzgenommen hatte.

    Ich entdeckte auch einen kleinen Bläuling, den ich sofort mit meinem Blick fixierte und nicht mehr aus den Augen lies.
    „Was ist das?", dachte ich laut. „Was?", erkundigte sich Kookie. „Na dieses Wasser? Warum sitzen die Schmetterlinge alle am Rand dieses Beckens?" Jungkook grinste breit. „Das weißt du nicht? Ich dachte du bist die Schmetterlingsexpertin?"

    Ich schnaufte verächtlich. Jungkook schnappte mich kurzerhand am Ärmel und schob mich vor sich an das Becken mit den Faltern ran. Er stand nun ganz nach hinter mir, legte mir eine Hand auf die Schulter und zeigte mit der anderen auf ein Tagpfauenauge.

    „Da! Siehst du?" Ich kniff die Augen zusammen, um besser sehen zu können. Kookie fuhr fort. „Das ist Zuckerwasser. Es ist sozusagen ein Art Nektar-Ersatz. Vermutlich befüllen sie das Becken damit, um uns Besuchern eine bessere Sicht auf die fielen Schmetterlinge zu geben!"

    Ich staunte und drehte mich zu Kookie um. Dabei war ich ihm kurz etwas näher, als es eigentlich beabsichtigt hatte.

    Wir starrten uns kurz an, dann taumelte ich einige Schritte zurück und sah beschämt zu Boden. Jungkook lachte verlegen und brach somit die unangenehme Stille.

    „Woher weißt du das alles?", wollte ich wissen. „Aus dem Buch", kam es knapp zurück. „Welches Buch?" Jungkook sah wieder zu mir rüber. „Na das Schmetterlingslexikon. Du weißt schon, das das du mir zum 11. Geburtstag geschenkt hast." Ich blinzelte und runzelte die Stirn.

    „Das hast du noch?" Jungkook wurde rot und sah weg. „Schau mal da hinten!", lenkte er geschickt von Thema ab. Er zeigte auf einen kleinen Zitronenfalter und lief los. Ich wollte ihn eigentlich noch fragen, warum er das Buch all die Jahre aufgehoben hatte, doch dazu kam ich nicht mehr.

    -währenddessen im Studio-

    Soras Sicht:

    Zufrieden pfiff ich vor mich hin und wärmte mich für die kommende Probe auf. Noch war niemand da und ich hatte den Probenraum für mich.

    Das Abendessen gestern mit Jimin war genau so gelaufen, wie ich es mir erhofft hatte. Es war einfach zu leicht gewesen ihn zu durchschauen. Ein bisschen Augenklimpern hier, ein bisschen Mitgefühl und aufmunternde Worte da und schon war er wie ein kleiner Schoßhund, der einem nicht mehr von der Seite weicht. Er war wirklich zu naiv und glaubte ernsthaft in jedem Menschen steckt etwas Gutes.

    Eigentlich ziemlich dumm, wenn ihr mich fragt. Aber da kann man nichts machen. Papa hat mich immer vor diesen Menschen gewarnt. Jene, die die schon nach einem längeren Gespräch emotional abhängig von einem waren und jene, die nie auf die Idee kommen würden, dass ihnen jemand etwas Böses wollen würde.

    Ich schmunzelte. Er hatte wirklich nicht die leiseste Ahnung, was ich mit ich vorhatte. Denn Jimin war nicht bloß eines meiner üblichen Spielchen. Jimin war mein Schlüssel. Mein Schlüssel zu BTSs großen Geheimnis und ich werde die Erste sein, die dieses Geheimnis aufdeckt. Soviel ist sicher.

    -währenddessen in Jimins Zimmer-

    Jimins Sicht:

    Ich wusste einfach nicht was ich tun sollte. Mein Herz raste seit gestern Abend und ich konnte an nichts anderes mehr denken. Geschlafen habe ich auch nicht und die Lust auf Frühstück war mir gänzlich vergangen.

    Sie war das erste Mädchen, das mir das Gefühl gab mich zu verstehen. Sie hat mir zugehört und mich einfach akzeptiert. Und trotzdem fühlte es sich falsch an. Tae mag sie nicht, Emilia hasst sie abgrundtief und die anderen akzeptierten sie auch nur deshalb, weil wir sie brauchten. Dabei hatte ich wirklich das Gefühl, dass sie aus ihrem Verhalten gelernt und sich verändert hat.

    Ich richtete mich auf und starrte mich im Spiegel an. Und da beschloss ich ihr zu helfen. Ich musste es schaffen die anderen davon zu überzeugen, dass sie eigentlich völlig Okay war. Viellicht würden sie mir glauben, wenn ich ihnen von unserem Gespräch erzähle.

    Sora hat mir erzählt, dass es sie traurig machte, wie abweisend die anderen ihr gegenüber waren. Sie hat so niedergeschlagen ausgesehen, dass sie mir richtig leidgetan hat. Arme Sora...

    -eine Woche später-

    J-Hopes Sicht:

    Heute war es soweit. Ich habe beschlossen, dass Jungkook und Ruby nun bereit waren zusammen zu tanzen. Jungkooks Laune, in der Gegenwart von Ruby und die Momente, in denen wir ihren Namen erwähnten, zeigten mir, dass ihr Verhältnis deutlich gebessert hatte.

    Jin hat ihm sogar vorgeschlagen Ruby doch einmal zu uns nachhause einzuladen. Mittlerweile wissen wir ja, dass sie schon länger von den Mädchen weiß. Für die Mädchen nur ein Grund mehr sie endlich eine weitere Verbündete in die Gruppe der Eingeweihten zu ziehen.

    Ich mochte Ruby. Dank ihr kam Jungkook endlich mal aus seinem Zimmer, auch, wenn ich zugeben muss, dass ich ihn zu Beginn mehr oder weniger dazu zwingen musste. Aber das ist ja jetzt Nebensache.

    Jimin hingegen machte mir Sorgen. Das er sich in den letzten Tagen immer wieder heimlich mit Sora getroffen hat, gefiel mir gar nicht. Ihr traue diesem Mädchen nicht. Auf seine Bitte hin, unsere Einstellung ihr gegenüber noch einmal zu überdenken, stieß er nur auf allgemeine Ablehnung. Aber mal ehrlich, wen wundert das auch.

    Abgesehen von diesen Emotionalen Tiefgründen haben wir wenigstens bei unserer Choreographie Fortschritte gemacht. Die Schritte hatten wir alle intus. Naja fast. Jungkook und Ruby mussten noch einiges nachholen, aber das sollte für die beiden kein Problem sein.

    „Hoseok? Kommst du?" Suga steckte seinen Kopf durch die Tür. Ich nickte. „Klar, warte. Ich komm gleich mit dir mit!" Ich schnappte meine Trainingstasche und lies die Zimmertür hinter mir ins Schloss fallen.

    26
    ((bold))-kurz Zeit später bei Ross in der Schule-((ebold)) ((unli))Ross Sicht: ((eunli)) 11:00 Uhr. Endlich war die Sportstunde vorbei. Ich wischte m

    -kurz Zeit später bei Ross in der Schule-

    Ross Sicht:

    11:00 Uhr. Endlich war die Sportstunde vorbei.
    Ich wischte mir den Schweiß von der Stirn und tapste als letzter hinter den anderen Jungs zu den Duschkabinen. Der Geruch von Seifte stieg mir in die Nase und im Rauschen der Duschbrausen ging das muntere Plaudern meiner Klassenkollegen unter. Ich hängte mein Handtuch über meine Kabine und zog meine Schuhe aus.

    Ich bemerkte die stechenden Blicke der anderen in meinem Rücken, deshalb senkte ich den Kopf und tat so, als würde ich sie nicht wahrnehmen. Dank diesem aparten Verhalten war ich in den letzten Jahren so einigen Problemen aus dem Weg gegangen. Und so würde ich das auch in der Zukunft tun.

    Als ich mein T-Shirt und Meine Hose ausgezogen und auf einen Haken neben der Kabine gehängt hatte, schnappte ich mir mein Duschgel und verdrückte mich in die Dusche. Endlich war ich alleine. Erleichtert seufzte ich in mich hinein und drehte den Wasserregler hoch.

    Heißes Wasser plätscherte auf mich herunter und lief mir übers Gesicht. Wasserdampf vernebelte meine Sicht. Ich schloss die Augen und atmete tief ein und aus.

    Als ich damit anfing mich mit dem Duschgel einzureiben, hörte ich Gelächter vor meiner Duschkabine. Ich stutzte. Dann stoppte das Gemurmel und die Stimmen wurden langsam immer leiser.

    Ich duschte mich schnell ab und drehte das Wasser ab. Blindlinks tastete ich nach dem Handtuch und zog es zu mir in die Duschkabine. Ich wickelte es mir um die Hüften und zog den Vorhang zur Seite. Die Duschen waren wie ausgestorben. Niemand war mehr da. Sie waren alle gegangen.

    Ich spürte dieses Stechen in meiner Brust. Dieses Stechen der Einsamkeit, das ich nur zugut kannte.

    Als ich mich umdrehte, um nach meiner Kleidung zu sehen, entdeckte ich nur einen lehren Haken. Das konnte doch nicht…….

    Wut und Verzweiflung stieg in mir hoch. Besorgt sah ich mich im Raum um, ob sie meine Kleidung vielleicht bloß woanders hingelegt, oder versteckt hatten, doch da war nichts. Ich sah auf meine wasserdichte Armbanduhr. In fünf Minuten hatten wir Mathe. Das würde ich niemals schaffen.

    Es war praktisch unmöglich, dass ich in dieser Zeit nachhause fuhr, mir neue Klamotten überzog und dann rechtzeitig in der Stunde erscheine. Abgesehen davon, dass ich so unmögliche rausgehen kann.

    Ich sah an mir herunter. Das Handtuch bedeckte gerade genug, doch es war alles andere als ausreichend, um damit herumzulaufen. Meine Gendanken überschlugen sich. Was sollte ich bloß tun?

    Da fiel mir ein, dass ich noch Ersatzkleidung in meinem Spind hatte. Augenblicklich hatte ich wieder Hoffnung. Ich schnappte mir mein Duschgel und ging mit schnellen Schritten aus der Sporthalle.

    Als ich das Schulgebäude betrat tat ich mein Bestes nicht von den anderen Schülern entdeckt zu werden. Doch das war leichter gesagt, als getan. Entlang der Gänge versteckte ich mich hinter Getränkeautomaten und großen Blumentöpfen, bis ich es schließlich zu den Spinten geschafft hatte.

    Erleichtert wollte ich gerade auf meinen Spint, Spint Nr. 45, zulaufen, als plötzlich Stimmen hinter mir zu hören waren. Jemand kicherte und ganz plötzlich brach schallendes Gelächter aus. Ich drehte mich um und sah in die lachenden Gesichter meiner Klassenkollegen. Auch andere Schüler wurden aufmerksam und mischten sich unter die Traube der Schaulustigen.

    „Na du Schwuchtel. Bist du schon so verzweifelt, dass du nackt durch die Schule wandern musst“, prustete Blondie, der sich mit Spange und Lücke an vorderster Front aufgebaut hat. Ich biss die Zähne zusammen.

    Das Lachen der Schüler hallte in meinem Kopf wider, als ich verzweifelt zwischen den Schaulustigen hin und her sah. Sie zeigten mit dem Finger auf mich. Mädchen tuschelten und ich hörte wie die ersten Gerüchte ihren Lauf machten.
    Mein Herz versank in der Hose. Ha, geht ja gar nicht. Habe ja gar keine an…

    Meine Knie wurden weich und ich senkte den Blick. Ich ballte die Fäuste und bemühte mich meine Tränen zurückzuhalten. Wie konnten Menschen nur so grausam sein? Was habe ich ihnen denn getan?

    „Ihhhh, das ist so ekelig“, hörte ich ein Mädchen sagen. „Das er sich nicht schämt“, fügte ein anderes hinzu. „War ja klar, dass der schwul ist“, lachte ein Junge aus der Klasse über mir. „Wir hätten ihm das Handtuch auch noch wegnehmen sollen“, grinste Spange und trat eine leere Dose in meine Richtung. Sie blieb klappernd vor mir liegen.

    Da verbreite sich ein rostiger Geschmack in meinem Mund. Blut. Ich hatte mir so fest in die Lippe gebissen, dass ich mich eingebissen hatte. Tränen stiegen mir in die Augen und ich sank zusammen. Vor dem Spint kauernd zog ich die Beine an und vergrub meinen Kopf unter den Armen.

    „HEY, WAS GIBT’S DA ZU LACHEN?“ Überrascht sah ich auf. Vor mir hatte sich jemand aufgebaut und bestimmend die Hände in die Hüften gestemmt. Ein allgemeines Murmeln ging durch die Menschentraube, dessen Gelächter ganz plötzlich verstummt war.

    „SOLL ICH MICH ETWA WIEDERHOLEN? VERZIEHT EUCH!“ Murrend zogen Lücke, Spange, Blondie und die anderen ab. Ich sah ihnen unsicher nach und klammerte mich dabei immer noch fest an das Handtuch, das ich um meine Hüften gebunden hatte.

    Mein Herz raste, als sich die Person umdrehte und mich mit einem freundlichen Blick betrachtete.
    „Alles okay?“ Ich schluckte und nickte langsam. Anschließend betrachtete den Jungen lange, der sich nun vor mich hingehockt hat. Er hatte schwarze Locken, die in alle Richtungen von seinem Kopf abstanden und stechend eisblaue Augen, die einen beinahe durchbohrten. Seine leicht abstehenden Ohren erinnerten mich an einen Cartoon Charakter und brachten mich unwillkürlich zum Schmunzeln.

    „Die drei sind wirklich schrecklich“, fuhr mein Retter fort und kratzte sich verlegen am Hinterkopf. „Wer?“, fragte ich dämlich, obwohl ich genau wusste wen er meinte. Ich war im Moment nur nicht in der Lage meine Gedanken zu ordnen. „Na die drei die dir anscheinend deine Sachen aus der Umkleide geklaut haben!“ „Achso, ja, das sind sie….“

    Ich sah wieder zu Boden. Ich schämte mich für das was passiert war. „Kein Sorge. Die werden dich in der nächsten Zeit nicht belästigen!“ Achja, woher wollte der das wissen..

    Da stand der Jung plötzlich auf und streckte mir seine Hand entgegen. Ich erfasste sie zögernd und er zog mich auf, lies meine Hand aber nicht los, sondern schüttelte sie lächelnd. „Ich bin Leon.“ Er lies meine Hand immer noch nicht los, als schiene er zu warten, dass ich mich ebenfalls vorstelle. „Ich bin Ross“, meine ich schließlich zaghaft und zog meine Hand zurück.

    Und da erkannte ich ihn. Nun wusste ich auch, warum die andern so einfach abgezogen waren, ohne auch über ihn herzufallen. Das war Leon Gomez. Leon aus der Klasse über mir. Der Leon, den sämtliche Mädchen in der Schule anhimmelten. Der Leon auf den alle Jungs hörten, weil sie zu ihm aufsahen. Und der Leon, dem ich schon seit drei Jahren aus dem weg ging, weil solche Menschen mir in der Regel nur Ärger einbrachten.

    Ich trat erstaunt einen Schritt zurück. Leon musterte mich grinsend. „Also ich…..!“ „Ja, ich finde auch, dass es zweit wird sich mal etwas anzuziehen!“ Er deutete auf das Handtuch um meine Hüfte. Ich wurde rot und drehte mich schnell zu meinem Spind um. „Ja, klar. Du hast recht!“ Peinlich berührt fummelte ich mit dem Schlüssel am Schloss meines Spindes herum, bis es schließlich aufsprang.

    27
    ((bold))-ein Monat später- ((ebold)) ((unli))Rubys Sicht: ((eunli)) Die Tage wurden länger und die Zeit verging wie im Flug. Jungkook und ich tanzte

    -ein Monat später-

    Rubys Sicht:

    Die Tage wurden länger und die Zeit verging wie im Flug. Jungkook und ich tanzten bis uns die Füße wehtaten und übten jeden Tag mit V an dem Solo. Meine Schritte waren bei langem nicht so perfekt ausgeführt, wie die von Sora, die mit Jimin und J-Hope bereits einen zauberhaften Tanz einstudiert hatten, jedoch hatte ich das Gefühl sie wären bereits ein Teil von mir. Ich spürte die Musik bei jedem einzelnen Schritt und verlor mich in dem Glücksgefühl. Das war es was ich immer schon tun wollte. Einfach nur tanzen.

    So schön das Tanzen mit den Jungs auch war, machte mir Ross zur Zeit umso mehr Sorgen. Ich sah ihn kaum noch. Er war ständig außer Haus und wenn er dann mitten in der Nacht nachhause kam, wollte er mich nicht erzählen, wo er sich die ganze Zeit über herumgetrieben hat. Und das passt einfach nicht zu ihm…..

    Jungkook und ich hingegen, waren mittlerweile fast wieder die Alten. Zumindest fühlte es sich so an. Ich hatte beinahe vergessen, was damals zwischen uns war und deshalb auch beschlossen die Vergangenheit nun einfach ruhen zu lassen. Er hatte sich eine zweite Chance verdient, also wollte ich ihm die auch geben.

    Ein weiteres Zeichen, dass sie mir nun endlich vertrauen, war, dass ich heute Abend zu ihnen ins Apartment eingeladen worden war. Was bedeutet, dass ich die Mädchen heute das erste Mal offiziell treffen würde. Ich war so aufgeregt. Ich habe schon einiges von Jungkooks Mutter erzählt bekommen, das mich nur noch neugieriger gemacht hatte.

    Ich sah auf die Uhr. Gleich musste ich los. Nur noch den Haustürschlüssel……. Ich schnappte mir das Ding von der Kommode. „So“, dachte ich. „Jetzt kann es losgehen!“ Ich schloss die Tür hinter mir ab und lief den Weg durch unseren Garten zur Straße. Jungkook wartete bereits im Wagen….

    -zur selben Zeit im BTS Apartment-

    Jimins Sicht:

    Ich war angepisst und stinkwütend. Warum durfte Ruby kommen, aber Sora nicht? Das war nicht fair. Ich schielte beleidigt zu RM hinüber, der gemeinsam mit Sofie und Jin den Tisch deckte. „Schau nicht so“, lachte Xenia und gab mir von hinten eine Kopfnuss. „AU!“, motzte ich und tätschelte die pochende Stelle an meinem Hinterkopf.

    „Ist das Essen schon fertig?“, grummelte Suga, als er schlurfend um die Ecke kam. „Nein“, grinste Jin. „Aber du kannst uns gerne beim Tischdecken helfen!“ Suga hielt kurz inne dann meinte er:“ Ich glaube ich hab‘ was in meinem Zimmer vergessen. Bin gleich wieder da!“ Und schon war er auch schon wieder verschwunden. Typisch Suga.

    Tae, Rose und Emilia erschienen mit einem Staubsauger und einem Kübel Wasser und ließen sich erschöpft auf die Sessel fallen. „Das Wohnzimmer ist jetzt sauber….“, verkündete Emilia und zog sich die Gummihandschuhe aus. „Wer auch immer Chips auf der Couch gegessen hat ist tot!“, fügte Rose hinzu und ließ ihren Kopf erschöpft in den Nacken fallen. „Die Krümel fressen sich förmlich in den Stoff. Das war so eine Fummelarbeit!“

    Namjoon warf Jin einen vorwurfsvollen Blick zu. Jin drehte sich schnell um und machte sich pfeifend aus dem Staub. „Ich seh‘ mal nach dem Essen“, erklärte er und verdrückte sich in die Küche.

    Zehn Minuten später hörten wir Schritte und Stimmen im Gang.
    J-Hope sprang sofort von seinem Sessel auf und lief in den Flur. „Hallo Ruby!“, hörten wir ihn sagen. „Komm doch rein. Die anderen warten schon!“

    Jungkooks Sicht:

    Ich betrat hinter Ruby das Esszimmer und war überrascht. Es war aufgeräumt, der Tisch war perfekt gedeckt und es roch zur Abwechslung mal nicht nach Taes stinkigen Trainingsschuhen. Sie hatten sich wirklich ins Zeug gelegt.

    Ich beobachtete wie Ruby einen nach dem anderen begrüßte und sich schließlich verlegen vor das große Bücherregal stellte. Die Mädchen lächelten sie erwartungsvoll an. Ich wusste, dass sie insgeheim nur darauf warteten, sie über unsere Treffen der letzten Woche auszufragen. Schließlich hatte ich bis jetzt noch keiner Menschenseele erzählt, was wir gemeinsam unternommen hatten.

    Ruby warf mir einen hilfesuchenden Blick zu. Ich zuckte ratlos die Schultern.

    „So, dann beende ich mal diese komische Situation!“, ergriff Namjoon das Wort und trat in die Mitte. „Ich habe Hunger, also was haltet ihr davon jetzt erst mal was zu essen!“ Ein zustimmendes Gemurmel aller Beteiligten stimmte diesem Vorhaben einstimmig zu und so saßen wir schon fünf Minuten später alle um den großen feierlich angerichteten Tisch im Esszimmer.

    Jin stellten einen dampfenden Topf in die Mitte und setzte sich schließlich selbst an den Kopf der Tafel. „Haut rein“, grinste er breit. „Sonst hab ich umsonst die doppelte Portion Spaghetti gemacht!“ Augenblicklich grummelte mein Bauch so laut, dass es jeder hören konnte. Ruby, die mir gegenübersaß, sah mich überrascht an, dann lachte sie los.

    Ruby hatte ein ansteckendes Lachen, dass einen jeden augenblicklich zum Schmunzeln brachte. Und so stimmten auch die anderen mit ein. Zuerst grinste Sofie, dann kicherte Xenia und schließlich prustete auch V los. Wir lachten solange, bis uns die Bäuche wehtaten und uns die Tränen die Wangen hinunterkullerten.
    „Halt stopp hört auf“, gluckste J-Hope. „Ich kann nicht mehr!“ Ich wischte mir eine Träne aus dem Augenwinkel und atmete tief ein und aus. Wir beruhigten uns wieder und beluden uns die Teller mit Jins Spaghetti. Augenblicklich war die Stimmung sehr entspannt. Insgeheim bedankte ich mich bei meinem Bauch und grinste.
    -nach dem Essen-
    „Jetzt erzähl mal Ruby! Was haben Jungkook und du denn all die Tage gemacht?“ Ich warf Xenia einen warnenden Blick zu, der so viel bedeutete wie: „Wehe! Reiß dich bloß zusammen! Und mach keine blöden Andeutungen!“ Xenia bemerkte meinen Blick und ignorierte mich gekonnt.

    „Hat er euch nichts erzählt?“, erkundigte sich Ruby. „Nein kein Sterbenswörtchen“, meinte Emilia und rückte interessiert noch etwas näher zu Ruby. Ruby warf mir einen fragenden Blick zu. Ich sah etwas beschämt zu Boden.

    „Jetzt erzähl schon“, stichelte Rose weiter.

    Ruby suchte meinen Blick, als wollte sie in meinem Gesicht lesen können, ob es okay für mich wäre, wenn sie von unseren Ausflügen erzählt. Natürlich hatte ich nichts dagegen, doch eigentlich war es mir unangenehm, wenn sie das vor all meinen Freunden erzählt. Dann konnte ich mir die nächsten Tage wieder diese blöden Sprüche und Anspielungen anhören….
    Schließlich trafen sich unsere Blicke dann lächelte sie und fuhr fort.

    Ich machte mich schon dafür bereit, wie sie von den Schmetterlingshaus erzählen würde, von unserem Ausflug in die Spiele Arcade und von dem langen Spaziergang am Abend, doch es kam ganz anders als erwartet….

    „Also wir haben geplaudert, waren an verschiedenen Orten und gegessen haben wir auch gut! Ja, und mehr haben wir eigentlich gar nicht gemacht, oder Jungkook?“
    Ich sah sie überrascht an. „Äh….ja?“

    Die anderen sahen Ruby enttäuscht an. „Kannst du nicht etwas mehr ins Detail gehen?“, flehten Jimin und Tae. Ruby schüttelte den Kopf. „Ihr müsst nicht alles wissen. Wir dürfen auch unsere Geheimnisse haben!“

    Sie zwinkerte mir zu und setzte ein breites Grinsen auf.

    28
    ((bold))-18:00: irgendwo in Seoul in einem kleinen Cafe am Straßenrand-((ebold)) ((unli))Ross Sicht:((eunli)) Ich rührte gedankenverloren in meinem

    -18:00: irgendwo in Seoul in einem kleinen Cafe am Straßenrand-

    Ross Sicht:

    Ich rührte gedankenverloren in meinem Cafe Latte und beobachtete die Menschen, die in der Gasse neben mir vorbeizogen, durch das große Fenster. Gestresste Mütter mit Kindern, telefonierende Männer, die hektisch auf ihre Handydisplays einhämmerten, Großmütter, die andächtig mit ihren Einkäufen an mit vorbeischlenderten.

    Ich mache das gerne. Leute beobachten.

    So viele Menschen, deren Wege sich alle zufälliger Weise an diesem Ort kreuzen. Was sie wohl vor hatten? Was sie bereits erlebt hatten? Und warum es sie überhaupt hierhergetrieben hatte? Ich mache mir immer einen Spaß daraus und überlege wer diese Personen sein könnten, welche Geschichten sie erzählen.

    Mein Blick viel auf einen alten Mann, der gebückt die Straße hinunterzappelte. Er machte kleine Schritte und seine gebückte Haltung verreit mir, dass er wohl oft schwere Dinge tragen musste. Dem Winkel seiner Wirbelsäule nach zu urteilen, zu schwer für sein Alter. Seine Haut war braun gebrannt, wie es eigentlich nur bei den Leuten am Land der Fall war. „Er könnte ein Bauer sein“, überlegte ich. „Ein Reisbauer vielleicht?“

    Konzentrierte nippte ich an meinen Kaffee und atmete das herbe Aroma ein.

    Dann begann es zu regnen.

    Das emsige Treiben auf der Straße verschwand mit hastigen Schritten in den umliegenden Geschäften. Regentropfen klopften an das Fenster, die wie kleine Flüsse die Scheibe hinunterronnen. Ich schloss die Augen und konzentrierte mich nur auf das dumpfe Klopfen neben meinem linken Ohr. „Plop, plop, plop…..“ Komisch. Wie einfach die Welt manchmal erscheint, obwohl sie doch das komplette Gegenteil ist…

    „Seid wann bist du hier?“ Ich öffnete die Augen und sah zu der mir bekannten Stimme hoch. Ich lächelte. „Noch nicht lange! Bist du nass geworden?“

    Leon grinste. „Siehst du doch!“ Er zog sich seine klitschnasse Kapuze vom Kopf und ließ sich gegenüber von mir auf den Stuhl fallen.

    „Mann ich hätte gedacht heute regnet es nicht!“ Er streifte sich seinen Pullover ab und hängte ihn über den Kleiderständer hinter uns. Etwas verärgert wuschelte er durch seine dunkelbraunen Locken und hielt nach einem Kellner Ausschau.
    Ich biss mir fasziniert auf die Unterlippe. Wenn er das macht, sieht er einfach zu gut aus….

    „Entschuldigung?“ Leon winkte erschöpft nach dem Kellner am Nebentisch. Der junge Mann bemerkte seine Frage, kam an unseren Tisch und zückte lächelnd ein Notizbuch. „Ja, bitte? Was darf ich Ihnen denn bringen?“ „Eine heiße Schokolade und einen Cherry Bomb Cupcake bitte!“ Der Kellner, der Felix hieß – das verriet mir sein Namensschild – grinste breit und steckte den Blick zurück in seine Hosentasche. „Gute Wahl“, erklärte er. „Kommt sofort!“ Damit verschwand er in der Küche neben den Tresen.

    „Bist du öfters hier?“, erkundigte sich Leon. Ich nickte. „Ab und zu. Die haben die besten Cupcakes der Stadt!“ Leon grinste breit. „Na, wenn du das sagst.“

    Das war nun das vierte Mal, dass wir uns heimlich trafen. Wir machten uns jedes Mal einen anderen Ort aus und plauderten bis in den späten Abend hinein. Ich weiß nicht wieso, aber bei ihm habe ich das erste Mal in meinem Leben das Gefühl, wirklich verstanden zu werden. Wir hatten soviel gemeinsam, dass ich mich endlos mit ihm unterhalten könnte. Und nachdem Leon mich zuerst gefragt hatte, ob wir uns treffen wollen, gehe ich davon aus, dass er dasselbe empfindet.

    „Hier einmal die heiße Schokolade und der Cherry Bomb Cupcake! Lasst es euch schmecken!“ Der Kellner zwinkerte uns zu beeilte sich gleich die Bestellung der neuen Gäste entgegenzunehmen. „Netter Kerl“, kommentierte Leon. „Kennst du ihn?“ Ich kniff die Augen zusammen. Er schien interessiert zu sein. Nur auf welche Art und Weise.

    Ich zuckte mit den Schultern und setzte einen gelangweilten Gesichtsausdruck au. „Ein bisschen. Ich weiß, dass er eine Freundin und eine kleine Tochter hat.“ „Die Freundin arbeitet hier“, fügte ich schnell hinzu. „Und die Tochter, wuselt auch ab und zu ihm Cafe herum.“ Leon sah fast etwas enttäusch aus. „Achso.“, meinte er knapp und biss in seinen Cupcake.

    -zwei Stunden später-

    Vier Kakaos und je 5 Cupcakes später verließen mit vollen Bäuchen das Cafe. Es war bereits dunkel draußen und im Licht der flackernden Straßenlaternen liefen wir den Gehsteig entlang. Die Regenwolken, die immer noch am Himmel standen, hatten sich vor den Mond geschoben und so war es noch dunkler, als es eigentlich zu dieser Zeit sein sollte.

    Leon und ich liefen lachend nebeneinander her. „Doch wirklich! Es hat gar nicht so ekelhaft geschmeckt!“ Ich gab ihm einen leichten Schubs. „Erzähl keinen Scheiß! Hundefutter kann nicht schmecken – es ist für Hunde!“ Leon grinste. „Du hast noch nie mein Essen gegessen. Da steigst du freiwillig auf Hundefutter um!“

    Wir lachten auf und stolperten kichernd die den Gehweg entlang. Die Straßen waren wie lehr gefegt und es war kein Auto weit und breit zu sehen. Nur wir, die Straßenlaternen und die Nacht.

    „Komm!“ Ich schnappte ihn am Arm und zog ihn auf die Straße. Doch er riss sich los und sah mich entsetzt an. Ich wollte ihm die Brücke auf der anderen Straßenseite zeigen, von der aus Ruby und ich als Kinder immer Steine ins Wasser plumpsen lassen hatten.

    Da rauschte es hinter mir. Ich spürte, wie mir Scheinwerfer in den Rücken leuchteten und riss herum. „ROSS!“, hörte ich Leon schreien. Ich hörte Schritte am Beton. Ich wollte schreien, doch es kam kein Ton heraus. Perplex kniff die Augen zusammen.

    Im selben Moment packte mich jemand am Arm und zog mich von der Straße. Wir stolperten zur Seite, bis uns plötzlich eine kalte Mauer im Weg war. Mein Herz wummerte und ich konnte es in meinem Kopf schlagen hören.

    Leon riss zu mir herum und sah mich angsterfüllt an. „Sag mal spinnst du? Du kannst doch nicht einfach auf eine Straße laufen, ohne vorher nachzusehen ob ein Auto kommt! Dir hätte sonst was passieren können! Stell dir mal vor….!“

    Ich sah ihn lange an. Wie er da wild gestikulierend vor mir stand, um mir eine Standpauke über mein Verhalten zu geben. Mich anzuschreien, ob ich sie noch alle habe und mir wütende Blicke zuzuwerfen. Ich schluckte.

    Dann machte ich einen Schritt auf ihn zu und umarmte ihn. Er stoppte in seinem Redeschwall und Stille breitete sich um uns herum aus. „Danke“, murmelte ich und schloss die Augen.

    Als er schließlich auch seine Arme um mich legte, setzte mein Herz für einen Moment aus.


    29
    „Wir sollten nach Hause gehen“, meinte Leon irgendwann und wir lösten und langsam von einander. ((cur))Ich weiß nicht wie lange wir hier so gest

    „Wir sollten nach Hause gehen“, meinte Leon irgendwann und wir lösten und langsam von einander. Ich weiß nicht wie lange wir hier so gestanden hatten, aber eigentlich war mir das auch egal…

    Verlegen starrte ich den Boden an. Ich wusste nicht was ich sagen sollte. Es war eine komische Situation und dennoch fühlte ich mich glücklicher als je zuvor. Leon räusperte sich verlegen und ging langsam rückwärts. „Komm weiter, sonst überfährt dich das nächste Auto, das vorbeikommt.“ Ein Lächeln umspielte meine Lippen, ich steckte die Hände in meine Jackentaschen und folgte ihm die Straße hinunter.

    -zwei Tage später-

    Jimins Sicht:

    „Hat dich jemand gesehen?“, flüsterte Sora. Paranoid sah ich mich um, dann schüttelte ich den Kopf. „Nein, ich glaub nicht.“ Schnell griff ich nach ihrer Hand und zog sie weiter. „Komm mit!“ Zusammen liefen wir in Richtung Hinterausgang, denn ich wollte nicht, dass wir den anderen über den Weg liefen.

    „Hier entlang!“ Ich zog Sora durch einen Gang in einen Innenhof, der in einen kleinen Garten hinter dem Apartment führt. Vorsichtig überprüfte ich ob eh niemand meiner Freunde hier war. Bei Jin und Roses Lieblingspicknickplatz war niemand, Xenia und Suga lagen nicht so wie üblich auf den Liegestühlen im Schatten und auch der kleine Obstgarten indem Tae und Emilia immer Erdbeeren pflücken war wie leergefegt. „Noch mal Glück gehabt“, dachte ich und drehte mich zu meiner Begleitung um.

    „Die Luft ist rein! Wir können hier blieben“, grinste ich zufrieden und wir setzten uns zusammen auf eine Bank vor dem Springbrunnen. Sora lächelte und klimperte mit ihren langen Wimpern. „Also, was wolltest du wissen?“, fragte ich neugierig.

    Ich hatte mich schon seit heut früh darauf gefreut endlich mit ihr unter zwei Augen zu sprechen. Die Mittagspause kam mir da gerade recht. Heute Früh hat sie mir geschrieben, dass sie mich unbedingt etwas fragen muss, dafür aber persönlich mit mir sprechen muss. Ich konnte kaum erwarten endlich zu erfahren worum es ging. Ob sie mir vielleicht sogar die eine Frage stellt?

    Sora strich sich eine Haarsträhne hinter die Ohren und legte den Kopf schief. Sie sah so süß aus, wenn sie das tat. „Ich weiß eigentlich fragt man das nicht einfach so, aber ich muss es wissen!“ Meine Füße wippten ungeduldig auf und ab. Ich war so aufgeregt. Konnte es etwa wirklich sein, dass sie…? „Jimin, ich…..ich muss es einfach wissen!“ Ich biss mir auf die Unterlippe. Ich platzte gleich vor Neugier.

    „Sag schon“, drängte ich sie. „Ich beantworte dir jede Frage!“ Sora lächelte und griff nach meiner Hand. Augenblicklich grinste ich wie ein Honigkuchenpferd. „Jimin……bitte sag nicht, dass du vergeben bist!“, meinte sie plötzlich. „Also ich meine so wie die andren von deinen Freunden.“ Mein Herz machte einen Satz und das Glücksgefühl explodierte in meinem Bauch. Ich lachte auf.

    „Nein, im Gegensatz zu den anderen bin ich noch nicht vergeben. Naja, Hoseok und ich“, lächelte ich breit und konnte mein Glück kaum fassen. Hatte sich mich etwas gerade wirklich gefragt, ob ich Single bin?

    Sora seufzte und lächelte. „Na da bin ich aber erleichtert!“ Ihre Augen glitzerten ganz plötzlich auf und sie verschränkte ihre Finger mit meinen. Ich sah sie lange an, dann schloss ich die Augen und beugte mich mit klopfendem Herzen zu ihr hinüber.
    Ich wartete darauf, dass auch sie sich in meine Richtung beugte und sich unsere Lippen treffen würde, doch das passierte nicht. „Willst du mich den Freundinnen deiner Freunde nicht mal vorstellen?“, fragte sie ganz plötzlich, ließ meine Hand los und stand auf.

    Enttäuscht öffnete ich die Augen. War das etwa nicht der richtige Moment gewesen? Oder habe ich etwas Falsches gesagt? Warum wollte sie mich nicht küssen? Empfindet sie etwas nicht dasselbe für mich, wie ich für sie?

    Unsicherheit breitete sich in mir aus. Doch so schnell wollte ich nicht aufgeben, also erhob ich mich ebenfalls von der Bank und griff wieder nach ihrer Hand. „Klar“, meinte ich schnell, in der Hoffnung sie würde ihre Hand diesmal nicht von meiner lösen. „Ich stell dich ihnen morgen vor. Ich muss nur noch fragen, wann es für die andren passt!“

    Sora nickte glücklich. „Danke Jimin! Du bist wirklich ein Schatz!“ Da zückte sie ihr Handy und checkte ihre Nachrichten. „Äh….es tut mir wirklich leid, aber ich muss jetzt los!“ Schnell zog sie ihre Hand zurück und winkte mir zum Abschied. „Wir sehen uns dann morgen, ja?“ Ich nickte langsam. Dann drehte sie sich um und lief aus dem Garten zurück wo wir hergekommen waren.
    Enttäuscht sah ich ihr nach.

    -währenddessen im Probenraum-

    Rubys Sicht:

    Es war Mittagspause. Die anderen waren zurück ins Apartment gegangen. Sofie war so lieb und hatte für uns alle heute Mittagessen gekocht. Jungkook und ich entschieden aber, lieber eine Pizza zu bestellen und im Studio noch an den komplizierteren Schrittfolgen und Hebefiguren zu feilen.

    „Schau her!“, mampfte Kookie mit einem Stück Pizza im Mund und zeigte mir den komplizierten Schritt aus Takt 12. „Steigst du nicht auf 2 und 3 nach hinten?“ Kookie schüttelte den Kopf und schluckte seine Pizza hinunter. „Nein, nein. Ich glaube du verzählst dich da immer. Komm steh mal auf!“

    Er griff nach meiner Hand und zog mich auf. Dann stellte er sich hinter mich und platzierte seine Hände an meine Taille. Ich zuckte kurz zusammen, doch er schien es nicht zu merken. Und wenn ignorierte er es. „Ich zähle ein und du steigst auf 2 und 4 nach hinten! Dann kommt erst die Drehung.“ Ich nickte etwas verwirrt. „Okay! 5, 6, 7, 8, und 1, 2…“

    Ich konzentrierte mich auf Jungkooks Stimme und schloss die Augen.

    Dennoch spürte ich seine warmen Hände an meiner Taille und wie meine Haut an dieser Stelle zu Kribbeln begann. Mir wurde heiß. Was war denn plötzlich los mit mir? Ich wusste nicht, ob es mir gefiel, oder ich unwohl fühlen sollte. Verwirrt schüttelte ich den Kopf und drückte mich von ihm Weg. „Jungkook ich…….“ Verdutzt starrte er mich an. „…ich…..ich bin gleich wieder da! Bin nur eben auf der Toilette.“

    Mit diesen Worten rannte ich aus dem Studio.

    30
    ((unli))Jungkooks Sicht: ((eunli)) Verdutzt sah ich Ruby hinterher, als sie aus dem Studio lief. Hatte ich etwas Falsches gesagt? Kurz überlegte ich

    Jungkooks Sicht:

    Verdutzt sah ich Ruby hinterher, als sie aus dem Studio lief. Hatte ich etwas Falsches gesagt? Kurz überlegte ich ihr zu folgen. Nein, vielleicht war ja gar nichts. Am Ende würde es noch peinlich für mich werden, weil ich mir unnötig Sorgen um sie mache. Also beschloss ich einfach hier auf sie zu warten, bis sie zurückkommt.

    Nur einige Sekunden später betrat auch schon Sora den Raum. Wollte die nicht in die Stadt gehen, um sich ihr Mittagessen zu holen? Sie hatte ein triumphierendes Lächeln aufgesetzt und stolzierte glücklich in meine Richtung. Wollte die etwas zu mir? Plötzlich hatte ich doch das Verlagen nach Ruby zu sehen, stand auf und machte mich auf dem Staub. Das letzte was ich wollte, war ein Gespräch mit dieser Schlange....

    Soras Sicht:

    Wo will der denn jetzt schon wieder hin? Etwas enttäuscht sah ich Jungkook nach, der sich in Windeseile aus dem Studio verdrückte. Schade, dabei wollte ich ihn gerade nach seiner Freundin fragen. Wer von den Mädels wohl zu ihm gehörte. Laut Jimin hatten ja alle eine Freundin nur er und Hoseok nicht.

    Das wurde ja immer besser. Ich zückte glücklich mein Handy und tippte meinen Code ein. Das muss ich unbedingt auf meinen Blog posten. Fanatisch klopfte ich die Neuigkeiten in mein Handy bis ich zufrieden war. Das wird mir tausende von Followern bereiten! Ich kicherte in mich hinein.

    Doch dann hielt ich inne. Halt! War es wirklich eine so gute Idee mein Wissen so früh mit der Welt zu teilen? Wäre es nicht vielleicht doch besser noch etwas zu warten. Wer weiß was für Informationen ich sonst noch herausbekomme. Außerdem ist es bald so weit. Die Proben gehen dem Ende zu und wir werden bald auf Tour gehen. Da könnte mir das alles durchaus noch von Nutzen sein....

    -währenddessen auf der Mädchen-Toilette-

    Rubys Sicht:

    Ein Wiedersehen mit diesen Toiletten hätte ich mir auch sparen können. Das letzte Mal als ich hier war, saß ich bestimmt fünf Stunden auf einer Kabine, weil ich nicht bei den anderen Mädchen in der Garderobe warten wollte. Ich schüttelte die Erinnerungen aus meinem Kopf.

    Seufzend stützte ich meine Arme am Waschbecken ab und betrachtete mich selbst in dem großen Spiegel. „Aber jetzt hast du's geschafft, Ruby.", dachte ich. „Jetzt brauchst du dich nicht mehr verstecken! Also warum läufst du vor ihm weg?" „Es hat dir doch gefallen, wie er dich angefasst hat. Also warum lässt du es nicht einfach zu und genießt den Moment? Du magst ihn doch, oder nicht?"

    Ich senkte den Blick. Verdammt, warum waren Spiegelbilder nur so ehrlich? Ich kicherte, als die Schmetterlinge von vorhin wieder in mir hochkamen.

    Im nächsten Moment wurde auch schon die Tür aufgerissen. Ich fuhr hoch und starrte in Jungkooks sorgenvolles Gesicht. „Geht's dir gut?", fragte er vorsichtig und schloss die Tür hinter sich. „Warum bist du denn so plötzlich weggelaufen?" Ich wusste nicht recht was ich sagen sollte, also lächelte ich ihn nur dämlich an und stotterte vor mich hin.

    „Also....ich....äh....ich....war.....einfach....verwirrt....also....ich....nein.....du....nein du und ich....wir....also..." Ich sah mich im Raum um, in der Hoffnung irgendeine vernünftige Ausrede zu finden, doch da war keine. Oh Gott, bitte mach, dass der Boden mich jetzt einfach verschluckt!

    Jungkook wurde ungeduldig. Ich weiß wie er es hasst, wenn Menschen nur um den heißen Brei herumreden und einfach nicht auf den Punkt kommen. Das mag ich ja eigentlich auch nicht, aber im Moment war es einfach kompliziert.....

    „Jetzt rück schon mit der Sprache raus! Du weißt, wie ich das hasse!" Kookie packte mich an den Schultern und wartete auf eine vernünftige Antwort. Nur blöd, dass das was ich nun sagen werde, alles andere als vernünftig ist. „Ich...ähh....ich....ich..." „Ruby!", drängte Jungkook nun schon mit einem hörbar genervten Unterton.

    „Ich....ich glaube ich mag dich!", platzte es ganz plötzlich aus mir heraus. „B....bitte?" Jungkook sah mich entgeistert an. Unsicherheit kam in mir auf. Vielleicht hätte ich das lieber für mich behalten sollen...

    Auf einmal breite sich ein erleichtertes Grinsen in Kookies Gesicht aus. „Mann Ruby, und ich dachte schon es wäre was Ernstes!" Das versetzte mir einen tiefen Stich im Herzen. Wie konnte er das nur sagen? „Ist das etwa nichts Ernstes?", murmelte ich kaum hörbar und senkte den Blick erneut. „Ich dachte schon es geht dir nicht gut, oder ich habe etwas Falsches gesagt. Ich hab' mir schon Sorgen gemacht!"

    Ich schluckte und sah wieder zu ihm auf. Ich war stinksauer. „Na, sind wir mal froh, dass es nur das ist!", äffte ich spöttisch. Mit diesem Worten drückte ich mich an ihm vorbei, riss die Tür auf und ließ sie aussagekräftig hinter mir ins Schloss fallen.

    Was war an: „Ich mag dich", denn nicht zu verstehen. So etwas sagt man doch nicht so einfach. Und er antwortete mit: „Ich hätte schon gedacht es ist was Ernstes?" Ich wischte mir eine Träne von der Backe, schnappte mir meine Trainingstasche und lief aus dem Gebäude.

    -10 Minuten später im Apartment-

    Jungkooks Sicht:

    Nachdenklich betrat ich das Esszimmer, wo sich die anderen fröhlich plaudernd über ihr Mittagessen hermachten und ließ mich auf den Platz neben Jin fallen. „Hey Kookie! Wo ist Ruby?", fragte der überrascht. „Ich dachte ihr wolltet gemeinsam Pizza bestellen?" „Haben wir auch", erklärte ich grübelnd und rupfte die Blütenblätter der Blume ab, die vor mir in der Vase stand. „Und?", hakte nun auch Namjoon nach. „Wo ist sie jetzt?"

    Ich schnaufte. „Zuhause.....schätze ich!" Emotionslos starrte ich aus dem Fenster. Die anderen warfen einander fragende Blicke zu. „Kookie, was hast du nun schon wieder gemacht?", brachte es Sofie auf dem Punkt. Ich zuckte mit den Schultern. „Woher soll ich das denn wissen?"

    Rose legte mir beruhigend eine Hand auf die Schulter. „Was hast du denn gesagt?" Ich schob beleidigt die Unterlippe vor. „Nur das ich froh bin, dass es nichts Ernstes ist!" Rose warf Jin einen fragenden Blick zu, der sofort verstand. „Und was hat sie gefragt?"

    Ich machte eine kurze Pause und sah in die Runde. Ich fühlte mich wie ein Verbrecher auf der Anklagebank. „Sie hat bloß gesagt, dass sie mich mag!"

    Emilia und Xenia fiel die Kinnlade herunter. „OH GOTT KOOKIE!" Ich sah verwirrt zwischen den beiden hin und her. „WAS VERDAMMT? WAS IST DA SO FALSCH DARAN?" Ich verstand nur Bahnhof und die Reaktionen meiner Freunde trieben mich in den Wahnsinn.

    „Lasst ihn!", schritt Tae ein. „Er hat sie falsch verstanden, deshalb hat er das gesagt!" „Was hab ich falsch verstanden?", hakte ich verärgert nach. Tae lächelte.

    „Ruby hat dir gestanden, dass sie sich in dich verliebt hat, Junkook!"

    31
    ((bold))-kurze Zeit später bei Ruby und Ross zuhause-((ebold)) ((unli))Rubys Sicht:((eunli)) Enttäuscht ließ ich die Haustür hinter mir ins Schlos

    -kurze Zeit später bei Ruby und Ross zuhause-

    Rubys Sicht:

    Enttäuscht ließ ich die Haustür hinter mir ins Schloss fallen und hängte den Hausschlüssel ans Brett. Ich hatte beschlossen heute nicht mehr weiterzuproben. Wenn mich die anderen morgen fragen würden, was denn losgewesen sei, würde ich einfach sagen, mir sei es nicht gut gegangen.

    Ross war noch in der Schule und würde bestimmt erst in vier Stunden hier auftauchen, Sam war diesen Nachmittag bei einem Freund eingeladen und Will würde erst wieder einen Fuß hier reinsetzen, wenn er entweder Essen, oder Geld brauchte. Ich hatte also Zeit.

    Zielstrebig ging ich auf unsere große Musikanlage zu, drehte sie auf und stellte den Lautstärkenregler auf 100%. Ich drückte auf „PLAY" und „I hate you so much right now" von Kelsi wummerte aus den Boxen. Zufrieden ging ich einige Schirrte zurück. Dann schloss ich die Augen und tanze los. Ich tanze all die Wut und Frustration aus mir heraus. Ich tanzte was ich fühlte und ich tanzte, um nicht mehr zu fühlen.

    Als das Lied schließlich zu Ende war plumpste ich müde und erschöpft auf die Couch. Ich hatte Hunger. Also wälzte ich mich mühevoll von den weichen Pölstern und schlurfte in die Küche. Das Gefrierfach war in solchen Zeiten mein bester Freund und so saß ich schon zwei Minuten später mit einem großen Löffel und einer Riesenpackung Cookie-Eis vor dem Fernseher.

    Es war eine Genugtuung Cookie-Eis und nicht Schokoladen-Eis zu Essen. Hatte etwas Metaphorisches, das mir durchaus gefiel.
    Im nächsten Moment hörte ich Stimmen im Gang. Mein Bruder sagte etwas und ein anderer begann zu lachen. „ROSS?" Verwirrt starrte ich auf die zwei Jungs, die um die Ecke zu mir ins Wohnzimmer schlenderten.

    „RUBY? Was machst du hier?", wollte mein Bruder wissen. „Ich...äh...ich....dasselbe könnte ich dich fragen", stellte ich fest. Ross sah seinen Begleiter hilfesuchend an, der wohl auch nicht recht wusste, was er auf diese Fragte antworten sollte. „Wir hatten früher aus", erklärte sich Ross schließlich.

    Ich kniff misstrauisch die Augen zusammen. Ich weiß genau wann mein Zwilling lügt und wann nicht. „Und du? Warum bist du schon so früh hier? Ich dachte die Proben im Studio machen so großen Spaß?"

    Der Knoten in meinem Herzen zog sich wieder zusammen und ich antwortete einfach nicht. Stattdessen steckte ich mir einen großen Löffel mit Cookie-Eis in den Mund, der mir noch im selben Moment einen schmerzhaften „Gehirnfrost" bereitete. „Ahhh.....scheiße", fluchte ich auf und bemühte mich die eisige Nachspeise herunterzuschlucken.

    Ross verstand sofort und schlug sich demonstrativ die flache Hand gegen die Stirn. „Ruby sag bloß......Ach, was hat er denn jetzt schon wieder getan?" „Wer?" Ross' Begleiter sag fragend zwischen uns hin und her.

    Ich hustete, als mir das Eis beinahe im Hals stecken blieb und nickte in die Richtung des fremden Typen. „Wer ist das überhaupt?", fragte ich meinen Bruder, um ihn von meiner eigenen Problematik abzulenken. Ross schien das alles etwas zu verwirren, also konzentrierte es sich zuerst auf das allgegenwärtige.

    „Ach das...das ist Leon!" Ich zog die Augenbrauen hoch und betrachtete ihn kritisch. „Kennen wir uns?" Er schüttelte langsam den Kopf. „Ich gehe an eure Schule, aber ich bin im Jahrgang über euch!" Ich nickte langsam. „Und du bist also Ross'...." „....Freund", beendete er meinen Satz. „Also ich meine wir sind befreundet!", besserte er sich schnell aus und sah meinen Bruder an. „Stimmt doch, oder Ross?"

    Der Reaktion meines Bruders zu urteilen nach, wusste ich nun genau was Sache war und ein allwissendes Grinsen breitete sich in meinem Gesicht aus. Ross sah das und warf mir einen warnenden Blick zu. „Ja, klar", meinte Ross knapp und zog Leon eilig weiter in Richtung Stiegen. „Wir sind dann mal in meinem Zimmer", erklärte er schnell und wandte mir den Rücken zu.

    „Ja, ja", kicherte ich. „Lasst euch bloß nicht von mir stören bei dem was auch immer ihr vorhabt!"

    -in Ross Zimmer-

    Ross Sicht:

    „Da wären wir." Ich schloss die Tür hinter und hoffte inständig, dass Ruby und in den nächsten Stunden in Frieden lassen würde. Ich kenne meine Schwester nur zu gut und so weiß ich auch, dass sie es liebt über alles in meinem Leben bescheid zu wissen. Würde mich also nicht wundern, wenn sie in den nächsten zehn Minuten hier vor dem Schlüsselloch stehen und ihre neugierigen Ohren an das Holz halten würde.

    „Das war also deine Schwester", grinste Leon und setzte sich neben mich auf mein Bett. „Zwilling", verbesserte ich ihn. „Klar. Hätte ich glatt vergessen." „Sie scheint nett zu sein", versuchte er es noch einmal. „Ja das ist sie.......aber manchmal nervt sie auch. So wie jede Schwester eben."

    Leon nickte. „Ich habe leider keine Geschwister, also kann ich dazu nichts sagen." „Ich hab noch zwei Brüder", grinste ich. „Kannst gerne einen abhaben!" Leon lachte auf. „Kommt drauf an, kann man den dann auch wieder umtauschen, wenn man nicht mit ihm klarkommt!" Ich schüttelte den Kopf. „Nope, Brüder haben keine Garantie!"

    „Schade." Leon überlegte kurz. „Auch nicht in Form eines Tauschgeschäfts?" „Mhmmm, weiß nicht. Kommt drauf an. Was wäre denn dein Angebot?" Ich sah in Leons eisblaue Augen, die mich neugierig anfunkelten. Nervös vergrub ich meine Finger in der Bettdecke.

    „Weiß nicht", grinste er und löste den Blick keinen Moment von mir. „Was hättest du denn gerne?" Ich biss mir auf die Unterlippe. Sollte ich das wirklich tun? Das letzte Mal, als ich einem Jungen meine Liebe gestanden hatte, war ich gekorbt, erniedrigt und verletzt worden. Sollte ich das wirklich noch ein zweites Mal riskieren?

    „Ich...äh...ach, vergiss es!" Ich entriss mich seinem leidenschaftlichen Blick und starrte aus dem Fenster. Leons Begeisterung verschwand – er wirkte fast enttäuscht. Stille breitete sich zwischen uns beiden aus. Es war ungewohnt. Sonst wussten wir immer worüber wir reden sollten.

    Plötzlich räusperte Leon sich. „Ross. Ich muss dich was fragen, weil ich mir schon seit längerem den Kopf darüber zerbreche!" Ich horchte auf und drehte mich interessiert zu ihm um. Was hatte er vor?

    Leon senkte den Blick, als ich ihn wieder ansah. War ihm das was er mir erzählen wollte etwa peinlich? „Also du weißt ja, dass ich in der Schule recht bekannt bin!" Ich nickte. Jeder kannte ihn. Nur meine Schwester nicht, aber die ging ja was das betraf auch quasi blind durchs Leben..

    „Und du kennst bestimmt auch keine meiner Ex-Freundinnen?" Ich hielt inne und stand kurz davor in ein tiefes Loch zu fallen. Also doch – er steht auf Mädchen und das will er mir jetzt beichten, weil er Angst hat ich könnte mir falsche Hoffnungen machen. Innerlich bereitete ich mich darauf vor gleich meinen zweiten Korb zu kassieren.

    „Du kennst sie nicht, stimmt doch." „Wen?", fragte ich verwirrt. „Meine Ex-Freundinnen!" Ich seufzte verächtlich. Musste er das noch drei Mal betonen? „Nein, die kenne ich nicht", erklärte ich etwas beleidigt. „Ich wusste gar nicht, dass du je eine Freundin gehabt hättest!" Leon grinste.

    Hä, was ging denn nun ab?

    „Stimmt, weil ich auch noch nie eine FREUNDIN gehabt habe!" „Was meinst du damit?", fragte ich etwas unsicher. „Ich hatte noch nie eine Freundin, weil ich noch nie eine Freundin haben wollte!"

    Entgeistert sah ich ihn an, wie er da vor mir saß mit seinen verwuschelten braunen Locken und den eisblauen Augen. „Meinst du etwa..?", stotterte ich. „Ja, Ross! Ich bin wie du! Ich steh nicht auf Mädchen! Ich bin schwul!"

    Mit diesen Worten beugte er sich zu mir rüber, legte seine Hand auf meine Wange und küsste mich.

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Kommentare (203)

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vor 3 Tagen
Hiii. Ich melde mich auch mal wieder! Mir gefallen die Kapitel bis jetzt echt super und die Nebengeschichten (Ross etc.) sind auch super eingebunden!💜
vor 3 Tagen
Wann kommt das nächste Kapitel es ist so interessant und ich bin gespannt was noch passieren wird ob. Ross und Leon zusammen kommen und was mit Jungkook und Ruby passiert
vor 4 Tagen
Awwwwwww Ross und Leon sind so süß. 😍💕Ich hoffe zwischen Ruby und Jungkook wird alles gut. 💕🙏🏻
vor 4 Tagen
Ich hab genau das geleiche gesagt wie Emilia und Xenia 😂
vor 4 Tagen
Wann kommt das nächste Kapitel. Ich bin schon so gespannt darauf was mit Ross und Leon noch passiert
vor 5 Tagen
OMD! Das mit Ross und Leon ist soooo SÜß!😍😍
Tolles Kapitel 😉😘❤️
vor 5 Tagen
Omg das ist so süß mit Ross und Leon 🥰😍
vor 5 Tagen
Ich bin gespannt, wie Jungkook das wieder hinbiegt😂

Der Schluss ist so unglaublich süß😍
Bin gespannt wie es weiter geht❤️
vor 6 Tagen
Ich mag Sora nicht.... Und wetten die hat das aufgenommen
Also das mit
"Nur Hoseok und ich nicht". Also das dir beiden noch keine Freundinnen haben?

Und die Story mit Ross und leon find ich auch voll cute
vor 9 Tagen
Ich hasse diese Sora. OMG ich kann Ruby's Gefühl so gut nachvollziehen wenn man so nah an der Person ist für die man Gefühle hat.
vor 10 Tagen
Uww das ist so süüüß mit Ross und Leon😍😍😍
Aber Sora regt mich voll auf. Armer Jimin😭❤️
Trotzdem tolles Kapitel 👍🏻❤️
Lg Jojo ❤️
vor 10 Tagen
@Luna
:DDD

@Lizzi
Jaja, Zufälle gibt's:)

@J-Hope verrückte
Danke:))) Mach dir keinen Kopf! Ich finde es schon so lieb von dir, dass du überhaupt dran gedacht hast:DD
LG
vor 11 Tagen
Awwww die beiden sind so süß. Ich kann mir die beiden so gut vorstellen.
vor 11 Tagen
Ui... Zufälle gibt’s😂

Ich bin gespannt, wie es zwischen den beiden weitergeht 😍😍
vor 12 Tagen
@ Fleur0109

ALLES GUTE ZUM NACHTRÄGLICH GEBURTSTAG 🎉🎊 🎁 Sorry das es von mir erst so spät kommt, aber ich bin an deinem und Kookis Geburtstag in den Urlaub gefahren und hatte keine Zeit mehr😅
Ps: Tolles Kapitel❤️❤️
Lg Jojo ❤️
vor 13 Tagen
Voll schönes Kapitel 😊♥️
vor 15 Tagen
@Fleur0109
Danke für das neue Kapitel❤️
Ich finde es schön, dass Jungkook und Ruby sich wieder so gut verstehen😊❤️
vor 17 Tagen
Wann kommt das nächste Kapitel??? 😭😭😭
vor 17 Tagen
@Nina
Danke für die Info 🤗
( wollte nur sagen das ich es auch nicht schlimm finde wenn jemand schwul, lesbisch oder Bi ist, kam in dem Kommentar vielleicht so rüber 😬)
vor 18 Tagen
@Little Army ja, Ross ist schwul. Deswegen wird er auch gehänselt, weil die anderen dass als schlimm empfinden (was es keinesfalls ist).