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Die verschwundenen Meerkinder - Algengrün (Buch Eins)

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16 Kapitel - 4.604 Wörter - Erstellt von: - Entwickelt am: - 736 mal aufgerufen- Die Geschichte ist fertiggestellt

Dies ist eine Alea Aquarius Fanfiktion. Das ist der erste Teil. Viel Spass beim lesen!

Noctis wächst in Brighton an der Küste von England auf. Schon seit er ein Kind ist, weiss er, dass er kein Mensch ist...

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    Hallo! Ich bin Noctis! Naja, du kennst mich natürlich nicht. Noch nicht. Meine Geschichte beginnt an einem schönen Sommertag vor rund elf Jahren. Me
    Hallo! Ich bin Noctis! Naja, du kennst mich natürlich nicht. Noch nicht.

    Meine Geschichte beginnt an einem schönen Sommertag vor rund elf Jahren. Meine Eltern (eigentlich nur meine Adoptiveltern, aber es sind dennoch meine Eltern) machten zusammen mit meinem Onkel und meinem kleinen Bruder einen Ausflug an den Strand. Sie amüsierten sich prächtig, mein damals einjähriger Bruder sonnte sich und entdecke das Meer-Es war sein erstes mal am Strand. Gerade war mein Onkel und mein Vater im Wasser, als meine Mom einen Mann sah. Er hatte schulterlanges, nasses Haar, stechend blaue Augen (heute weiss ich, dass er wohl ein Oblivion war)und er trug eine Badehose, die ihm wohl ein oder zwei Nummern zu gross war, denn sie rutsche ihm bei jedem Schritt etwas weiter hinunter, als die meisten eine Badehose trugen. Er zog sie aber auch nicht hoch, was wohl an dem Baby in seinen Armen lag. Jup das Baby war ich. Mein Vater sah sich in Panik und anscheinend total verzweifelt um, denn er hatte seine azurblauen Augen weit aufgerissen. Als er meine Mom sah, dachte er wohl, sie sei alleine (mein Bruder Chris machte seinen Mittagsschlaf) weshalb er auf sie zustolperte. Auf Englisch (welches sehr rostig klang) stammelte er:"Bitte, passen sie auf meinen Sohn auf! Er heisst Noctis. Er darf auf keinen Fall, auf keinen Fall ins kalte Wasser oder es auch nur berühren!" Nachdem er diese Sätze einige Male wiederholt hatte, drückte er mich meiner Mom in die Arme und lief danach weinend davon. Man sah ihn nie wieder. Mein Dad und mein Onkel kamen kurz darauf zu meiner Mom und mir gerannt(sie hatten die Übergabe beobachtet) und sahen mich an. "Warum hat der grüne Schuppen? Ist das eine...." mein Onkel suchte nach einem passenden Wort. "Fehlgeburt?" Sagte er schliesslich. "Ach, dass ist sicher nichts schlimmes, wahrscheinlich nur eine Hautkrankheit!" Sagte meine Mom, die mich sofort in ihr Herz geschlossen hatte. Auch mein Dad sah mich entzückt an, bis mein Bruder anfing zu schreien. Mit uns beiden gingen sie zurück in das Haus, das nur einige Minuten Fussweg vom Strand entfernt lag.

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    So, jetzt kennst du die Geschichte, wie ich zu meiner Familie gekommen bin. Naja, jetzt wird es jedenfalls Zeit, dass du mehr über mich erfährst.

    Ich wohne bei meiner Familie-bestehend aus meinem zwölfjährigen Bruder Chris, meiner neunjährigen Schwester Samanta, unseren zwei Katzen, meinen Eltern und natürlich mir. Noctis. Ich bin heute exakt 14 Jahre alt geworden. Niemand weiss, ob heute mein Geburtstag ist, jedenfalls bin ich heute vor elf Jahren bei meiner Familie gelandet. Damals war ich mit hoher Wahrscheinlichkeit drei Jahre alt. Heute habe ich erfahren, was Damals passiert ist. Und ich habe erfahren, was ich bin. Wobei, stop. Fangen wir vor einigen Wochen an.

    Ich stand wie immer am Strand und starrte aufs Meer. Es ruft mich... es hat mich schon immer gerufen... Dachte ich. Bevor ich nach Hause ging, streckte ich meine Hand wie immer in Richtung Wasser und liess sie einige Sekunden über der glatten Oberfläche schweben, dann stiess ich sie nach unten. Anstatt dass meine Hand nass wurde, teilte sich das Wasser und meine Hand blieb trocken. Dann zog ich meine Hand wieder hoch und das Wasser floss wieder in seinen ursprünglich spiegelglatten Zustand zurück. Ja, ich gebe es zu. Ich kann Wasser kontrollieren. Das erste Mal geschah es vor sieben Jahren. Der Wasserhahn lief in der Küche. Ich wusste, das Wasser war kalt, Mom hatte mich gewarnt... und doch streckte ich plötzlich meinen Finger in Richtung des gefährlichen, kalten Etwas... und das Wasser machte einen Bogen, sodass mein Finger trocken blieb. Auf dem Weg zum Haus checkte ich einige Nachrichten-viele waren es nicht. Nur zwei von meiner besten und einzigen Freundin Kate.

    Und, was machst du heute so?

    Wehe du gehst zum Strand! Ich will nicht, dass du einfach so stirbst!

    Alles Okay, ich gehe gerade nach Hause! ;)

    Schrieb ich zurück. Sie kannte mich zu gut. Wir kannten uns seit fünf Jahren, wir hatten uns durch unsere Nachbarschaft kennengelernt. Und sie ignorierte meistens meine grünen Schuppen, die fast meinen gesamten Körper bedeckten und übersah auch die Knubbel zwischen meinen Fingern, Zehen und hinter meinen Ohren.

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    Ja, ich hatte Schuppen. Ich kam mir manchmal wie ein Fisch vor und doch schimmerten sie unter meinen heiss geliebten, waren Duschen wie ein verzaubertes Blumenmuster. Wenn ich jedoch länger hinsah.. waren es wieder die alten, grünen Schuppen. Manchmal fragte ich mich, wie meine leiblich Mutter wohl aussah... hatte sie die gleichen grünbraunen Augen wie ich? Und hatte sie auch Schuppen? Und, lebten sie und mein Dad noch...! An diesem Gedanken, diesem Wunsch hing ich sehr. Ich zog mein Handy aus meiner Tasche, liess mich auf mein Bett plumpsen (der Bezug war blaugrün gestreift) und öffnete YouTube. Ich sah mir ein, zwei Videos von Leuten an, die ich abonniert hatte, als mir ein Video ins Auge sprang: "Hinterm Wasserfall" Auf dem Thumbnail sah man ein Bild von blauen Wellen, die sofort meine kindische Sehnsucht nach dem Meer weckten. Mein rechter Daumen hatte ehe ich mich versah auf das Video geklickt. Eine Stimme erklang zu ein paar Instrumenten. Ich konnte eine Gitarre erkennen und eine Trommel. Der Klang war..... unglaublich. Magisch! Untertitel auf Englisch tauchten auf, der Gesang war leider auf... Deutsch? Ich weinte beinahe, als mir ein Satz auffiel. "Zwischen Fingern und Zehn ist dein wahres Ich zu sehen..." nein, das konnte nicht sein, oder? "Es zeigt sich hinter den Ohren - du bist anderswo geboren." Ich sah mir das Video noch ein gutes Dutzend mal an, dann klickte ich auf die Videobeschreibung. Das Einzige, das darin stand war eine Email Adresse. Alpha.Cru@Oceanfriend.de . Ja, das Lied war wohl tatsächlich auf Deutsch.... dann kopierte ich die Adresse und begann zu tippen.

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    Hallo!

    Ich heisse Noctis und komme aus Brighton, bei England. Ich wohne erst seit zehn Jahren hier. Mit etwa vier Jahren wurde ich meinen Eltern "übergeben". Ich darf nicht ins Wasser, weil ich eine Art Kaltwasser-Allergie habe, aber ich will unbedingt eines Tages im Meer schwimmen! Allerdings könnte ich dabei sterben... Aber es ist ein so grosses... Verlangen. Ihr kommt aus Deutschland, oder? Wo seid ihr gerade, was macht ihr? Seid ihr... wie ich? Ich habe grüne Schuppen auf der Haut, das ist angeblich eine Hautkrankheit. Habt ihr das auch? Und ich hab noch rötliche... Knubbel zwischen meinen Zehen und Fingern und hinter meinen Ohren! Davon habt ihr gesungen, nicht? Wenn ihr das lest, und wie ich seid.... bitte schreibt zurück! Ich will endlich wissen wer ich bin. Weil... ich bin nicht normal, oder? Ich bin kein Mensch... sondern... ich weiss es nicht.

    Liebe Grüsse
    Noctis


    Ich wischte mir eine Träne aus dem Augenwinkel. Sie waren wie ich! Ich hoffte so sehr, dass sie auch.... Was war ich überhaupt? Ein... halber Fisch? War ich... warte! Das Meer, meine Schuppen! Ich war ein Meermann? Würde ich im Wasser einen Fischschwanz bekommen? Am liebsten wäre ich sofort an den Strand und ins Meer gerannt. Doch stopp. Warum durfte ich eigentlich nicht ins Wasser! Das konnte nur zwei wirklich vernünftige Gründe geben:

    1. Niemand durfte wissen was ich war, nicht einmal ich selbst.
    2. Ich würde im kalten Wasser sterben.

    Mein Herz wollte unbedingt ins Wasser, aber mein Kopf sagte nein. Es wäre zu gefährlich. Ich dachte die ganze Nacht nach und schliesslich traf ich eine Entscheidung.

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    "...welchen Film wollen wir jetzt schauen? Oder willst du etwas anderes machen? Noctis? Hallo!" Ich zuckte zusammen. "Äh ja, was?" Kate sah mich leicht genervt an. "No, du bist jetzt schon seit mindestens einer halben Stunde am "vor dich hinstarren"! Was ist denn? Du weisst, du kannst mir vertrauen, nicht?" Ich nickte. Sie wusste, dass ich anders war... Dass ich das Meer liebte. "Ich zeig es dir" sage ich und zog mein Handy hervor. Ich klickte das Video an. (Ich hatte es bisher schon mindestens 40 Mal gesehen und konnte das Lied schon auswendig) "Schau auf die Untertitel!" Sagte ich. Nachdem sie das Video gesehen hatte, starrte sie mich an. "Das Lied... ist über dich!" Ich verneinte. "In der Videobeschreibung stand eine Email Adresse, ich habe eine Mail geschrieben" ich klickte auf die Videobeschreibung. "Hast du schon eine Antwort?" Fragte Kate. Ich schüttelte traurig den Kopf.

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    Am nächsten Tag war ich wieder am Strand, (wir hatten Sommerferien) als ich plötzlich etwas Knallblaues hinter ein paar Steinen sah. Dieses Etwas bewegte sich. Vorsichtig trat ich einen Schritt auf die Steine zu, dann noch einen und dann.... Sah ich ein blaues Wesen davonhuschen. Es war knallblau, ziemlich klein und hatte einen langen Schwanz, ähnlich wie ein Molch. Plötzlich hielt es an und drehte sich um, währen es halb hinter einem Felsen versteckt war. "Was zum..." sagte ich. "Ein Anschu!" kreischte das Wesen. Es hatte türkisfarbenes Haar und eine grosse Nase im Gesicht. "Dass muss ich den Anderen sagen!" Jauchzte er und war weg.

    Ich zweifelte an meinem Verstand, aber das Ding hatte geredet! Es hatte mich "Ein Anschu" genannt. Was zum Teufel auch immer ein Anschu war. Wobei wenn ich ein Anschu war... Diesen Gedanken konnte ich nicht zu Ende bringen. Ich atmete einige Male tief durch und ging zurück zum Wasser. Ich zog meine Hanschuhe aus, die einen Grossteil meiner Schuppen an den Händen und die Knubbel zwischen meinen Filngern verdeckten und zog meine Hand über dem Wasser durch die Luft, etwa so als ob ich ein Kätzchen streicheln würde. Das Wasser, dass sich eben noch gekräuselt hatte wurde still und ich hatte das Gefühl, dass es sie Bewegungen meiner linken Hand genoss. Ich liess meine Gedanken wieder zu dem Video und der Alpha Cru wandern. Wo sie nun wohl waren? Was machten sie? Wer waren sie? Die Stimme im Video war die eines Mädchens, aber im Hintergrund konnte man noch andere Stimmen hören. Ich vermutete, dass die Band aus vier oder fünf Mitgliedern bestand.

    Dann vielen mir die Videos und Bilder ein, die man im Video sehen konnte. Ich vermutete daher, dass die Band auf einem Schiff lebte, da man so gut wie nie Land sah. Aber wenn das der Fall war, konnten es keine... Meerjungfrauen sein. Oder was sie auch immer waren. Denn entweder waren sie wie ich allergisch gegen das Wasser, oder....

    Wenn sie wussten, was sie waren, was ich stark annahm, waren sie sehr wahrscheinlich nicht allergisch gegen das Wasser, oder? Oder sie waren es, aber sie wohnten ja ziemlich sicher auf einem Schiff, und da wurde man oft nass, nicht? Die einzige logische Erklärung, die mir einfiel war, dass ich als einziger allergisch gegen Wasser war. Was verdammt unfair war.

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    Es verging eine Woche, in der ich täglich am Strand war, zusammen mit Kate einige Filme schaute und grübelte. Und dann geschah das Unglaubliche. Ich erhielt eine Email. Ich starrte zuerst einige Sekunden auf den Absender. AlphaCru.

    Hallo Noctis!

    Ich heisse Alea und bin 12 Jahre alt. Ich bin wie du. Ich kann und möchte dir hier aber nicht zu viel erzählen. Am Zehnten August um Zwölf Uhr treffen wir uns in Brügge, im Veranstaltungsraum von De Wafelfabriek. Wenn möglich komm dort hin. Wir werden einige Tage später auch noch eine Videokonferenz mache. Weitere Infos dazu kommen Später.

    Liebe Grüsse
    Alea Aquarius und die Alpha Cru


    Etwas enttäuscht (Die Mail war echt kurz und ich wusste noch immer nicht nicht, was ich war) und doch glücklich (weil ich eine Antwort erhalten hatte) las ich die Nachricht ein zweites mal. Brügge. Vielleicht liessen mich meine Eltern gehen.

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    "Das kommt nicht in Frage! Brügge liegt zu weit weg und wir werden in den nächsten Tagen kaum Zeit haben, um dort hin zu gehen. Tut mir leid. Wirklich!" Sagte meine Mom. Ich nickte. Klar, ich verstand die Lage.

    Traurig lief ich zu meinem Freund, dem Meer. Ich setzte mich auf einen Baumstamm, welche in Ufernähe lag starrte aufs Wasser. "Hey, Meerjunge! Du da! Hey!" Ich sah mich um. Einige Schritte entfernt stand der kleine blaue Mann, den ich einige Tage zuvor schon ein Mal gesehen hatte. Ich riss meine Augen auf. "Wer bist du!" Flüsterte ich. "Ich heisse Jack! Du kannst es warscheinlich nicht wissen, aber" (Das A zog er lange)"ich bin ein Wasserkobold!" "Wasserkobold..!" Ja der Name passte. "Und du bist ein Meerjunge; genauer gesagt ein Anschu! Aber du darfst auf keinen, gar keinen Fall ins Meer, verstanden?" Sagte Jack. "Was ist das?" "Na, eben Meermenschen. Meer-men-schen. Und du bist ein Anschu, ein Strömungskämmer." Ich sah ihn an. "Gibt es noch Andere wie mich?" Dann hatte ich einen Geistesblitz. "Und kennst du jemanden Namens Alea? Alea Aquarius?" "Du kennst Alea?" Kreischte Jack. "Natürlich kenne ich sie! Woher weisst du von Ihr?" Ich antwortete sofort. "Sie hat mir eine Email geschrieben!" "Emil? Ist das ein Landgängerding? Bist du auf der Seite der Landgänger?" Zischte er. "Landgänger?" Fragte ich, aber der blaue Kobold war schon verschwunden. Verdammt!

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    Eine Woche später (Vor drei Tagen war das treffen gewesen, bei dem ich nicht dabei sein konnte) Erhielt ich eine neue Email von Alea. Bald würde es die erste Vidokonferenz geben! Voller Vorfreude rannte ich in mein Zimmer und installierte ein Progamm für Videokonferenzen. Danach surfte ich noch ein wenig im Internet herum. Unter dem Video mit dem Wasserfalllied entdeckte ich beinahe 50 Kommentare. Von "schönes Lied" bishin zu "Wer seid ihr?" Gab es so ziemlich alles. Ich steiss auf zwei oder drei Kommentare, die die Knubbel ansprachen, sonst sah ich aber nichts. Anscheinend gab es nicht viele... Meerkinder. Ich fragte mich, wie viele Mails die Alpha Cru bisher erhalten hatte. Zehn? Zwanzig? Schliesslich klickt ich auf eine Dokumentation über das Meer. Darin fand ich aber keine Spur von Meermenschen.

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    Am Tag der Videokonferenz (Lustiger weise war dies auch mein Geburtstag) War ich um fünf Uhr morgens wach. Ich wartete eine Dreiviertelstunde, bis ich dem Einladungslink für die Videokonferezn folge. Drei andere waren schon da. Ein Mädchdchen mit langen, knallblauen Haaren, ein Junge mit klargrünen Augen und ein Mädchen mit Glatze. Ich sagte vor Aufregung nichts, aber dann begrüsste mich das glatzköpfige Mädchen auf Englisch. "Hallo! Ich bin Naria! Bist du auch so aufgeregt?" Ich nickt und fügte "Ich bin übrigens Noctis" hinzu. Das Mädchen mit dem blauen Haaren winkte und sagte etwas in einer Sprache, die nach Italienisch klang. Dann kamen ziemlich schnell zehn weitere Kinder hinzu. Eine hatte wunderschöne, hellblaue Augen und rötliches Haar. Als wir beinahe sechzig Leute waren, wurde ein Fenster sichtbar, in dem man ein ein Mädchen mit langem, dunklen Haar und klargrünen Augen sah. Dann öffnete sie den Mund. "Hallo, ich bin Alea Aquarius"

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    "Ich bin in Hamburg aufgewachsen, bei einer sehr liebevollen Landgängerin. Landgänger ist das Wort, das die Meermenschen für die Leute an Land benutzen." Landgänger. Meerenschen. Mein Herz blieb beinahe stehen. "Wir sind keine Landgänger. Ihr sind Meerkinder, so wie ich eines bin" Ein Meerkind. Ich war tatsächlich ein Meerkind! "Wir entstammen den Ozeanen und sind nur deshalb an Land aufgewachsen, weil unsere leiblichen Eltern uns nicht behalten konnten." Warum... mein Kopf war wie leergefegt. "Bevor ich weiterspreche, möchte ich euch bitten, eure linke Hand zu heben." Ich zögerte, dann streckte ich meine linke Hand in die Kamera. Dann machte Alea das gleiche. Ihre Hand war, nicht so wie meine, ohne Handschuh. "Bitte zieht die Handschuhe aus und zeigt mir eure Raffnarben." "Raffnarben? So heisst das?" Fragte ich in die Rund und zerrte meinen Handschuh über meine grüne Haut. "Haben alle hier solche Knubbel wie ich?" Fragte das Mädchen mit den roten Haaren und den blauen Augen (sie hatte mir, bevor Alea in die Konferenz gekommen war, gesagt, dass sie Sera hiess und wir hatten untereinander Telefonnummern ausgetauscht, da sie in London lebte, was nur etwa eine Stnde Zugfahrt von Brighton entfent lag). "Wenn ihr komplett im kalten Wasser untertaucht, verändert sich euer Körper und aus den Knubbeln an Händen und Und Füssen werden Schwimmhäute." Da rief das Mädche mit den blauen Haaren: "Aber ich bin allergisch! Ich darf nicht ins Wasser. Ich würde sterben!" Ich war anscheinend doch nicht der einzige, der allergisch gegen Wasser war.

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    "Ihr würdet in Wasser tatsächlich sterben, aber nicht weil ihr allergisch seid. Ihr habt keine Allergie. Eure leiblichen Eltern haben das nur erzählt, damit ihr niemals ins Wasser geht. Denn sämtliche Gewässer sind von einem Virus verseucht. Der kann Landgängern, Fischen und Meerestieren nichts anhaben. Für Meermenschen ist er aber tödlich." Ich fragt in die Runde:"Warum? Wie ist der Virus entstanden?" Aber Alea sprach schon weiter. "Es war vor elf Jahren. Die Meermenschn lebten in Städten und Dörfern am Meeresgrund. Da brach ein Virus aus, der innerhalb kürzester Zeit fast alle Meermenschen auf der ganzen Welt tötete. Manche hatten gerade noch genug Zeit, ihre Kinder an Land zu bringen. Kleine Kinder steckten sich nicht so schnell mit dem Virus an wie Erwachsene und hatten grössere Überlebenschancen. Eure Eltern waren wahrscheinlich schon mit dem Virus infiziert, als sie euch zu den Landgängern brachten. Sie wussten, dass sie sterben würden und dass es im Meer keine Zukunft für euch gab. Also baten sie Landgängern, euch aufzunehmen." Mir liefen Tränen über das Gesicht. Meine Eltern wahren mit grosser Wahrscheinlichkeit tot.

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    Alea lenkte mich von meiner Trauer mit den nächsten Worten ab. "Und um euch davor zu schützen, benutzten sie die Lüge von der Kaltwasserallergie. Der Virus wird bei einer Temperatur von über fünfunddreissig Grad namlich unschädlich. Deswegen ist wares Wasser ungefährlich für euch, ihr könnt es trinken und damit duschen. Kaltes würde euch hingegen umbringen. Die Idee mir der Kälteurtikaria war also ziemlich genial, und sie hat euch bis heute geschützt." Ich schluchtzte nun lauter, aber anscheinend ging es vielen wie mir, weshalb ich mich nicht schähmte. Ich erinnerte mich ausserdem plötzlich an ein Bild. Eine Unterwasserstadt... die allerdings verschwommen und nicht wirklich greifbar in meinen Gedanken herumwuselte. Dann meldeten sich einige zu Wort. Ein Junge mit Glatze sagte, dass er schon immer gewusst hatte, dass er anders war und ein Anderer sagte, dass er manchmal am Fluss stehe und dass er glaube, im Wasser Formen und Farben zu erkennen. Da merkte ich, wie Alea berührt in die Kammera sah. "Das ist eine besondere Fähigkeit." Sagte sie. "Du bist nicht verrückt. Du bist ein Meermensch und damit Angehöriger eines bestimmten Stammes. Und die können alle besondere Dinge." Sofort dachte ich an meine Gabe, Wasser zu kontrollieren. "Ich werde ständig übersehen. Es ist, als wäre ich unsichtbar! Ich habe es noch nie jemandem erzählt, aber... nur wenn ich einen Raum betrete und dabei laut Hallo rufe, merken die anderen dass ich da bin." Ich lauschte verblüfft de Erzählung eines Jungen mit azurblauen Augen... Azurblaue Augen! Wie die meines Vaters! Da erklang aus meinem Lautsprecher ein lautes Seufzen. "Das ist normal für einen Oblivion." Sage Alea. "Was ist ein Oblivion?" Frage der Junge zurück. "Die Oblivionen waren einer der Stämme der Meermenschen. Von unseren Stämmen gab es Dutzende, und ich nehme an, jeder von euch gehört einem von ihnen an. Ich selbst bin zum Beispiel eine Walwanderin. Uns erkennt man an den klargrünen Augen." Ein Meerjunge, der die selben grünen Augen wie Alea hatte, bagann zu schluchzen. "Walwanderer?" Alea erklärte ihm, dass ihr Stamm Wale auf ihren Reisen begleitet hatten. Da meldete sich ein Mädchen. "Ich habe manchmal das Gefühl, ich könnte dem Wasser sagen, was es tun soll. Es ist, als müsste ich nur mit den Fingern schnippen, und es türmen sich Wellenberge auf..." "Ich zweifle keine Sekunde daran, dass du genau das tun kannst." Sagte Alea.

    Ich fing zu weinen, als ich die Haut des Mädchens sah, das eben gesprochen hatte. Sie war mit grünen Schuppen überzogen.

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    Ich hörte einige Minuten zu, wie die Meerkinder über verschiedene Fähigkeiten und Stämme sprachen. Dann erzählte Alea uns ihre Geschichte. Als sie uns schliesslich sagte, dass wir einen Ort namens Rach Turana aufsuchen sollten, weil wir dort eventuell Nachrichten unserer leiblichen Eltern finden würden, glomm Hoffnung in mir auf. Und schliesslich sagte Alea uns, dass wir unseren Adoptiveltern nichts über unsere Herkunft sagen sollten. "Es ist super, wenn ihr euch mit euren Adoptiveltern gut versteht. Aber Menschen reden. und wenn die falschen Leute etwas über eure Besonderheit erfahren oder ihr damit in der Presse landet... Dann könnte es sein, dass ihr in Gefahr geratet." Ich zuckte zusammen, als sich ein Junge mit grünen Schuppen meldete. Er hatte ausserdem das gleiche, struppelig-braune Haar wie ich und besass auch meine Augen. "Was für eine Gefahr?" "Es gibt da jemanden. Einen sehr gefährlichen Mann..." Panik stieg in mir auf. Sie erzählte uns von einem gewissen Doktor Orion. Und dann erzählte sie uns von dem Gegenmittel, der Möglichkeit den Virus zu beseitigen.

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    Ein Mädchen mit sehr dunkler Haut und hellen Augen und der Junge mit den azurbauen Augen begannen zu sprechen. Sie sagten kämpferisch, dass sie Orion unbedingt besiegen müssten. Und dann sagte Alea etwas, dass mein Herz höher schlagen liess. "Wir sollten bald eine zweite Konfernez machen. Dann sind vielleicht auch ein paar von den anderen dabei. Uns haben nämlich insgesammt hunderteinundzwanzig Meerkinder auf hinterm Wasserfall geantwortet. Hunderteinundzwanzig. Das waren viel mehr, als ich gedacht hatte! Dann redeten sie noch über technische Probleme. "Wenn ihr technische Fragen habt, wendet euch gern an uns. Lennox kann bestimmt auch denen, die heut nicht dabei waren, ein paar Tipps schicken." Und dann drehte sie ihren Laptop so, dass ein junge mir ebenfalls azurblauen Augen auftauchte. Überrascht sagte er: "Ähm... hi". Das mit den blauen Augen viel dem anderen Jungen anscheinend auch auf. "Du hast Augen wie ich!" Stammelte er. "Ja, ich bin auch ein Oblivion" sagte Lennox. "Ich werde dir schreiben und dir erzählen, wass ich über unseren Stamm weiss. Wie heisste du?" "Nexon" erwiderte der andere Junge. "Alles klar, ich hab ja deine Mailadresse." Da sprach das Mädchen mit der grünen Haut. "Kann ich dir schreiben? Du mit der grünlichen Haut?" Bevor ich etwas sagen konnte, brach mein Internet zusammen.

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    Epilog

    Ich stehe, tief unten im Loch Ness in Rach Turana unter einer Kuppel, welche voll mit Luft gefüllt ist. Gestern wäre die zweite Videokonferenz gewesen. Stattdessen war ich stundenlang mit dem Zug nach Schottland gefahren. (Meine Eltern hatten mir diese Reie wenigstens aufgrund "nicht zu weiter Entfernung" genemigt.) Ich stehe an einem Becken voller Wasser, wärend mir eine Frau, die sich mir als Artama vorgestellt hat, die Hand auf die Schukter legt

    Sie hatte mir viel über mein Meeresvolk, die Anschus erzählt. Sie hatte mir ausserdem von Alea erzählt, und ich ihr von den Meerkindern. Sie war in Tränen ausgebrochen und hatte geschluchzt: "Ich wusste, dass es noch welche gibt, der Elvarion sei Dank!" Einige Stunden später kam ein Junge, etwa zwei Jahre jünger als ich, den Wassertunnel hinunter, den auch ich begangen hatte. Sein Gesicht kam mir merkwürdig vertraut vor, was nicht nur an den braunen Haaren, den grünbraunen Augen und der grün geschuppten Haut lag, mit der er wie in jüngeres Ich aussah. Ich erkannte ihn als Yasin, welcher auch bei der Videokonferenz teilgenommen hatte.

    Ich strecke mein Hand in das warme Wasser in dem Becken und schaudere, als plötzlich eine Art Fenster aufgeht. Yasin drückt meine andere Hand. In dem Becken stehen ein Mann mit langem, braunen Haar und blaue Augen sowie eine Frau mit schuppiger Haut, grünbraunen Augen und schwarzbraunem Haar. "Hallo!" Beginnt der Mann. "Ich bin dein Vater, Noctis." Und ich deine Mutter!" Fügt die Frau, die meine Mutter ist stolz, aber mit Tränen in den Augen hinzu. "Wir haben beide den Virus und werden sterben. Aber du bist hoffentlich in Sicherheit! Du bist ein Anschu, genau wie ich und dein Bruder. Wir sind die Wellenkämmer und Strömungszähmer der Meere. Ich hoffe, Artama oder einer der anderen Meermenschen wird dir mehr über die Anschus erzählen" sagt meine Mutter. Dann presst sie die Augen voller Schmerz zu. Mein Vater übernimmt das Wort. "Noctis! Du und Yasin seid zwar beide keine Oblivionen wie ich, aber ich zweifle nicht an eurer Stärke und an eurem Kapfgeist! Falls ihr euch jemals treffen solltet, passt gut auf einander auf! Wir lieben euch!" Dann bricht er zusammen. Ich starre Yasin an. Er starrt mich an. "Bruder..." Raunt er. Dann fallen wir uns in die Arme.

Kommentarfunktion ohne das RPG / FF / Quiz

Kommentare (6)

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vor 83 Tagen flag
I LOVE IT !!!!!!!!!!!!!!!
vor 83 Tagen flag
OMG wie traurieg aber auch sooooooo schön LG Alea und Anthea Aquarius
vor 151 Tagen flag
Danke @Rosa-Linda! :))
vor 152 Tagen flag
Wow. Wirklich gut geschrieben!
vor 152 Tagen flag
Dankeschön ^^.
vor 152 Tagen flag
👍🏻👍🏻👍🏻👍🏻👍🏻Gute ff
Applaus an duch😂